ein mitarbeiterhandbuch
Impressum
Christiane Volkmann (Hg.)
Mit Vorschulkindern die Bibel entdecken – Band 2
Ein Mitarbeiterhandbuch
Schwerpunkt: Lukas
Best.-Nr. 271832
ISBN 978-3-86353-832-3
Bibelstellen wurden nach den folgenden Übersetzungen zitiert:
ELB: Revidierte Elberfelder Bibel
©1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
NeÜ: bibel.heute, © 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg
2. Auflage 2022
© Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de
Satz: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg
Illustrationen: Katrin Dörksen, Dina Erbach, Cornelia Gerhardt, Lisa Hofmann, Joy Katzmarzik, Saskia Klingelhöfer, Dina Neumann, Susanne Malessa, Rebekka Scheller, Eberhard Platte, Micha Platte
Umschlaggestaltung: Jana Klappert, CV Dillenburg
Umschlagillustration: Dina Neumann, Gevelsberg Bildmotive: © Shutterstock.com/Oxy_gen (Flugzeug), Tueris (Pinselstrich)
Überarbeitung der Lektionen: Daniela Eckhardt, Kristin Karbot, Danijela Markmann, Ruth Nickel, Silke Rahn, Rahel Schaaf, Stefan Schmied, Dagmar Ulbrich
Druck: GGP Media GmbH, Pößneck
Printed in Germany
Download-Code für Zusatzmaterial: 271832ZM

die Bibel entdecken Mit



schwerpunkt lukas
Inhalt
Anleitung
Lekt. Bibeltext Inhalt Lernvers
V 27 Lk 2,41-52 Zwölfjähriger Jesus im Tempel Ps 26,8 . . . . . . 8
V 28 Lk 5,1-11 Fischzug des Petrus Ps 34,19 . . . . 14
V 29 Lk 7,1-10 Heilung eines Dieners Hebr 11,6 . . . 20
V 30 Lk 7,11-17 Auferweckung des Jünglings zu Nain Offb 21,4 . . . 27
V 31 Lk 10,38-42 Marta und Maria 5Mo 8,3 32
V 32 Lk 19,1-10 Zachäus Lk 19,10 . . . . 37
V 33 Lk 23,1-12 Anklage vor Pilatus und Herodes Jes 53,7 . . . . 43
V 34 Lk 23,33-49; 24.5.6 Kreuzigung, Übeltäter, Auferstehung Jes 53,5 . . . . 49
V 35 Lk 24,13-35 Auf dem Weg nach Emmaus Joh 20,29 . . . 55
V 36 Lk 10,25-37 Barmherziger Samariter 1Jo 4,19 . . . . 62
V 37 Lk 15,11-32 Verlorener Sohn Jes 38,17 70
V 38 Lk 18,9-14 Pharisäer und Zöllner Lk 18,14 . . . . 78
V 39 Apg 8,26-40 Philippus und der Kämmerer Jer 29,13. . . . 84
V 40 Apg 10 Kornelius Ps 147,11 . . . 90
V 41 Apg 12,1-17 Gefangennahme/Befreiung des Petrus Jes 59,1 . . . . 97
V 42 1Sam 16,1-13 Salbung Davids
Ps 139,1.2 . . 104
V 43 1Sam 17 David und Goliat Jer 17,7 110
V 44 1Sam 24 David verschont Saul Röm 12,21 . . 117
V 45 2Sam 9 Mefi-Boschet
Eph 2,8 . . . . 123
V 46 1Kö 17,2-24 Elia am Bach Krit und in Zarpat Ps 55,23 . . . . 129
V 47/1 1Kö 18,21-46; Elia auf dem Karmel 1Kö 18,21 . . 138
V 47/2 1Kö19,19-21 Elia nimmt Elisa in seinen Dienst Jos 1,9 . . . . 144
V 48 2Kö 4,1-7 Elisa und der Ölkrug der Witwe
V 49 2Kö 5,1-18 Naaman
V 50 2Kö 22 Josia und das Gesetzbuch
Phil 4,19 150
Ps 121,2 157
Ps 119,34 . . . 164
V 51 Lk 17,11-19 Heilung von zehn Aussätzigen Ps 103,2 . . . . 170
V 52 Lk 1,26-38; 2,1-7 Ankündigung und Geburt Jesu Lk 1,37 . . . . . 176
Anhang
Wenn die Jüngsten sich nicht trauen (Artikel für Mitarbeiter) 183 Interessante Darbietungsmöglichkeiten
186 „Nein“ ist auch eine Antwort (Geschichte)
Die Kerzen in der Schachtel (Sprechmotette zu Weihnachten)
Spiele für die Kleinen
189
195 Fingerspiele
Tabelle aller Lektionen nach der Chronologie der biblischen Bücher
Anleitung
Anleitung für Mitarbeiter
Das Programm „Mit Kindern die Bibel entdecken“
Das vorliegende Buch gehört zu diesem Gesamtprogramm und ist eine überarbeitete Neuauflage des bisherigen Bandes 2 „Mit Vorschulkindern die Bibel entdecken“. Das Programm umfasst insgesamt vier Bände, die ursprünglich von Hartmut Jaeger und Margitta Paul herausgegeben wurden. Der Buchreihe liegt ein vierjähriger Textplan zugrunde, der jährlich aktualisiert wird, da er sich an den beweglichen Festen (Ostern und Weihnachten) orientiert. Der Textplan kann von folgender Internetseite heruntergeladen werden: www.zeit-fuer-kids.de
Da Jesus Christus das Zentrum der biblischen Botschaft ist, wird jedes Jahr neben den alttestamentlichen Texten auch das Leben Jesu aus der Sicht eines der vier Evangelisten behandelt.
Anliegen
Jedes Buch enthält 26 Lektionen nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ (die Bücher für die Schulkinder enthalten 52 Lektionen). Die Vorschulgruppe beschäftigt sich in zwei Kinderstunden nacheinander intensiv mit einer Geschichte. Die „Kleinen“ werden nicht überfordert, sondern lernen die Geschichte durch die Wiederholungs- und Vertiefungsmöglichkeit besser kennen und behalten sie leichter.




Aufbau der Lektionen
1. Zum Textverständnis
Die Textanalyse ist ausschließlich für die Mitarbeiter und deren Vorbereitung gedacht, damit sie die Zusammenhänge, Hintergründe und Bedeutung der Geschichte kennen.
2. Ziele
Es sind immer mehrere Ziele formuliert, damit die Mitarbeiter auswählen können, welches für ihre Gruppe am hilfreichsten ist.
3. Vorschläge zur Durchführung
Hier finden sich Vorüberlegungen zur Situation des Kindes, Einstiegs- und Darbietungsmöglichkeiten sowie Ideen zur Festigung. Unter dem Punkt „Durchführung“ wird in der Regel aufgezeigt, in welchen Schritten und mit welchen Schwerpunkten die Geschichte erzählt werden kann. Es wurde meist auf ausformulierte Erzählvorschläge verzichtet, da jeder Mitarbeiter die Geschichte individuell für „seine“ Kinder vorbereiten sollte.

4. Vorschlag zum Bibelverslernen
Jeder Lektion ist ein Bibelvers vorangestellt, der den Kerngedanken der Lektion unterstützt. Er ist nach der Elberfelder Übersetzung zitiert. Zum besseren Verständnis wird in einigen Fällen der Vers zusätzlich nach der NeÜ bibel. heute zitiert. Unter Punkt 4 gibt es Anregungen, wie man den Vers mit den Kindern einüben kann. Es empfiehlt sich, den Vers schon in der ersten Stunde einzuführen und in der zweiten Stunde zu festigen.
In der Zeitschrift „Kinder Entdeckerheft“ sind die Lernverse ebenfalls abgedruckt, sodass sie mit Unterstützung der Eltern gelernt werden können.
Illustrationen/Bildmaterial

Für jede Lektion gibt es Illustrationen. Die Vorlagen werden im Text erwähnt und sind als Miniatur am Rand abgebildet. Alle Bilder und Vorlagen befinden sich in einer ZIPDatei und können mithilfe des Download-Codes (s. Impressum) heruntergeladen werden. Die Lektionen stehen jeweils in einem Ordner mit der entsprechenden Lektionsnummer. Die Vorlagen sind in der Regel als JPG-Dateien im A4-Format angelegt und können ausgedruckt oder weiterverarbeitet werden. Auch wenn Vorschulkinder Beständigkeit lieben, sollte immer wieder die Darbietungsmethode gewechselt werden. Nach wie vor mögen die Kleinen Bilder an einer Flanelltafel. Etliche Bilder eignen sich gut für diese Methode: auf festeres Papier (Kopierkarton mit 160 g) ausdrucken, ggf. anmalen, ausschneiden und mit Haftpapier oder Klettpunkten hinterkleben.
Auf der Homepage www.zeit-fuer-kids.de befinden sich im Downloadbereich „Bildmaterial“ zu vielen biblischen Geschichten farbige Bilder, die kostenlos heruntergeladen werden dürfen. Diese Bilder sind nach den Lektionsnummern der Bücher für die Schulkinder aufgelistet. Kostenlose Bilder finden sich unter www.freebibleimages.org und dürfen zu Lehrzwecken verwendet werden.
Lieder

Singen mit Kindern ist wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Aus rechtlichen Gründen ist es jedoch nicht möglich, Lieder mit Text und Noten abzudrucken. Deshalb sollte in vorhandenen Liederbüchern nach den vorgeschlagenen Liedern gesucht werden.
Anhang
Im Anhang befinden sich diverse Vorschläge, die ergänzend in den Kinderstunden verwendet werden können. Außerdem gibt es eine Gesamtübersicht über alle 104 Lektionen. Sie ist in der Chronologie der biblischen Bücher geordnet.
Noch ein Hinweis
Wir haben in dem Buch aus praktischen Erwägungen auf eine doppelte Anredeform verzichtet. Wenn vom „Mitarbeiter“ die Rede ist, sind selbstverständlich immer weibliche und männliche Personen gemeint, denn wir verstehen uns alle als Mitarbeiter Gottes.
Downloads zum Buch
Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Unterweisung von Kindern genutzt werden. Eine Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis nicht gestattet.
Lukas 2,41-52
Zwölfjähriger
Jesus im Tempel
LERNVERS
HERR; ich liebe die Wohnung deines Hauses.
Psalm 26,8


FÜR DIE ERSTE STUNDE
1. Zum Textverständnis
1.1 Zusammenhang/Inhalt
Lukas will in seinem Evangelium u. a. Folgendes deutlich machen: Von Anfang an kommt im Leben des Herrn Jesus zum Ausdruck, dass er in einer besonderen Beziehung zu Gott, seinem Vater, steht und dessen Willen erfüllt. Die Eltern haben sich mit dieser Zielsetzung eins gemacht, wohl veranlasst durch die besonderen Umstände bei seiner Geburt. Die einzigartige Stellung und Bedeutung ihres Kindes wird ihnen zusätzlich noch aus Prophetenmund bestätigt (vgl. Lk 2,29-32.34-38). Die Verse 40 und 52 machen deutlich, dass der Herr Jesus trotz seiner Vollkommenheit als Kind menschliche Entwicklungsstufen durchlief (geistig, körperlich, geistlich, sozial). Die Familie reist aus der galiläisch-dörflichen Abgeschiedenheit nach Jerusalem, um dort an einem der wichtigsten Feste der Juden, dem Passah, teilzunehmen. Am Ende dieses Festes bleibt Jesus zurück, was seine Eltern jedoch nicht bemerken. Als sie ihn nach drei Tagen finden, offenbaren die Fragen Jesu auf die Reaktion der Eltern die Eigenständigkeit seiner Gotteserkenntnis und die fortgeschrittene Reife seiner geistigen Entwicklung. Lukas betont Jesu Gehorsam seinen Eltern gegenüber und zeigt damit dessen Größe, der als Schöpfer doch in Vollkommenheit und Demut seinen Platz in der jüdischen Familie einnimmt.
1.2 Personen
▪ Zwölfjähriger Jesus: wächst heran wie alle Menschen, ist eingebunden in die kulturellen und religiösen Gegebenheiten und Eigenarten des jüdischen Volkes und ragt doch in seiner Eigenschaft als Sohn Gottes darüber hinaus, indem er sich dieser Sohnschaft bewusst ist und danach handelt. In diesem Textabschnitt finden wir die ersten von Lukas überlieferten Worte des Herrn Jesus (V. 49).
▪ Maria und Josef: Die Eltern Jesu sind gläubige Juden, die in Treue und Gehorsam das Gesetz Gottes zu erfüllen suchen. Sie versäumen keine Pflicht, ihr Kind an das Halten der Gesetze heranzuführen.
Lektion V 27
▪ Reisegesellschaft: Zusammenschluss von Verwandten und Bekannten zu großen Pilgerzügen aus Geselligkeits- und Sicherheitsgründen, denn Räuber und Diebe gehörten zu den Plagen jener Zeit.
▪ Die Lehrer: Rabbiner, die als Gesetzeskundige öffentliche Belehrungen für Festpilger anbieten, die Fragen zum Halten des Gesetzes haben.
1.3 Orte/Gegend
▪ Der Reiseweg von Galiläa nach Jerusalem: durchs Jordantal an der Provinz Samaria vorbei, bei Jericho Aufstieg ins Bergland von Juda (vgl. Mk 10,32.46; 11,1.15 – Stationen: Jericho, Betanien, Jerusalem). Die ungefähre Entfernung beträgt über 100 km.
▪ Jerusalem: als erwählte Stadt Gottes Inbegriff von Gottes Treue zu seinem Volk und Kernpunkt zentraler göttlicher Verheißungen. Die Stadt liegt ca. 800 m hoch im judäischen Bergland. Die Pilger mussten von Jericho kommend einen Höhenunterschied von ca. 1.000 m auf eine Strecke von etwa 23 km überwinden.
▪ Tempel: Der erste Tempel wurde von Salomo erbaut und löste damit die Stiftshütte ab. Dieser wurde im Jahr 586 v. Chr. durch die Chaldäer zerstört. Nach der Gefangenschaft wurde der Wiederaufbau unter Serubbabel begonnen. Der neue Bau war aber kein gleichwertiger Ersatz für den prachtvollen Tempel Salomos.
▪ Herodes d. Gr. (König in Juda 37 v. Chr. - 4 v. Chr.) begann einen völligen Umbau und Neubau des Tempels, um die Juden für sich zu gewinnen. Die Arbeiten begannen 20 v. Chr. Insgesamt wurde 46 Jahre an dem Tempelkomplex gebaut.
▪ Der Tempelbezirk hatte eine Gesamtfläche von 144.000 m². Das entspricht etwa 19 Fußballfeldern. Auf dieser Fläche sollen bis zu 400.000 Pilger Platz gefunden haben. Im Zentrum des Platzes lag das Tempelhaus mit Heiligem und Allerheiligstem, die Wohnstätte Gottes. Zum Tempel kamen die Juden, um zu beten und zu opfern. Das entsprach den Anweisungen Gottes. In 5Mo 12,11 fordert er sein Volk auf: „Die Stätte, die der HERR, eurer Gott, erwählen wird, seinen Namen dort wohnen zu lassen, dahin sollt ihr alles bringen, was ich euch gebiete: eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, euren Zehnten und das Hebopfer eurer Hand und all das Auserlesene eurer Gelübde, die ihr dem HERRN geloben werdet.“
1.4 Zeit
Im ersten Jahrzehnt nach der Zeitenwende, noch unter der Regierung des Kaisers Augustus. Statthalter in Galiläa ist Herodes Antipas, der Johannes den Täufer hinrichten lässt und von Jesus Christus später als „Fuchs“ bezeichnet wird (Lk 13,32).
1.5 Begriffserklärungen
▪ V. 41: Passahfest = Jüdisches Fest zur Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, das jedes Jahr Anfang April in Jerusalem gefeiert wurde und in dessen Mittelpunkt das Essen des Passahlammes stand. Dem Passahfest schloss sich das Fest der ungesäuerten Brote an, das eine Woche lang dauerte.
▪ Zum Passahfest zog es Mengen von Pilgern nach Jerusalem. Aus dem
In- und Ausland strömten die Juden herbei. Sie sangen ihre Wallfahrtspsalmen und brachten ihre Brand- und Dankopfer dar. Wenn es irgend ging, reiste die ganze Familie nach Jerusalem, um ein Lamm zu opfern. Für alle Männer war es Pflicht, nach Jerusalem zu gehen.
▪ Nach der Festvorschrift taten sich Gruppen von 10 bis 20 Personen zu einer Tischgemeinschaft zusammen. Das Lamm wurde im Tempel geschlachtet, das Festessen fand dann nach Sonnenuntergang in den Häusern statt.
▪ V. 42: „12 Jahre alt“ = Mit 12 oder 13 Jahren wurde ein jüdischer Junge religionsmündig und bis dahin sorgfältig auf die Gesetzesbeachtung vorbereitet. Bis heute heißt er dann ein „Bar-Mizwah“, „Sohn des Gebotes“. Ab jetzt ist der junge Jude selbst für die Erfüllung der Gebote und für sein ganzes religiöses Leben verantwortlich. Jesus stand also an dieser Schwelle.
▪ V. 43: Tage vollendet = mit dem sich direkt an das Passah anschließenden Fest der ungesäuerten Brote insgesamt 8 Tage
▪ V. 44: Tagereise = ein Fußweg von 7–8 Stunden, je nach landschaftlicher Gegebenheit wurden 20–30 km zurückgelegt, von Nazareth bis Jerusalem lief man etwa 5 Tage.
▪ V. 49: „... was meines Vaters ist“ = bezieht sich auf den Tempel mit all seinem vom Gesetz Gottes her bestimmten Leben. Dieser Satz kann aber auch als grundsätzliche Losung für das Leben des Herrn aufgefasst werden. Jesus Christus ist sich seiner Gottessohnschaft bewusst. Die Betonung ist auf „meines“ zu legen. Der Herr Jesus macht unmissverständlich deutlich, wer sein Vater ist: Gott selbst. Er muss seinen „irdischen“ Eltern deutlich machen, dass er zu ihnen in einer anderen Beziehung steht als andere Kinder. Und trotzdem ist er ihnen untertan.

2. Ziele
▪ Der Herr Jesus liebt seinen Vater im Himmel.
▪ Wir gehen gern in die Kinderstunde. Da hören wir etwas über Gott und singen von ihm.
▪ Wir lieben den Herrn Jesus. Er hilft uns, mehr über Gott zu lernen.

3. Vorschläge zur Durchführung
3.1 Vorüberlegungen zur Situation des Kindes
Für die meisten Kinder sollte es etwas Vertrautes sein, mit den Eltern zur Gemeinde und zur Kinderstunde zu gehen. Dort sind sie mit anderen Menschen zusammen, die gemeinsam Gott durch Lieder und Gebet loben und aus seinem Wort hören. An dem Verhalten des zwölfjährigen Jesus können wir den Kindern zeigen, wie lieb er seinen Vater im Himmel hat und wie gern er im Haus Gottes ist. Machen auch wir ihnen den Besuch der Sonntagschule oder Kinderstunden lieb. (Auf den Gehorsam den Eltern gegenüber sollten wir erst gegen Ende der Geschichte eingehen, wie es auch der biblische Bericht tut.)
3.2 Einstiegsmöglichkeiten (1)
3.2.1 Wir bringen einen Sack mit Reiseproviant mit und zeigen den Kindern den Inhalt (Trinkflasche, Fladenbrot, Decke/Kissen). Dann machen wir uns auf den Weg. Je nach Platzangebot laufen wir mit den Kindern durch den Raum. Zwischendurch machen wir eine Pause, essen etwas Fladenbrot, „schlafen“ auf der Decke ...
3.2.2 Wir bauen ein „Zelt“: Wir stellen einige Stühle auf und breiten eine Decke darüber. Fertig ist das Zeltdach. (Je nach Kinderzahl sollte ein weiteres „Zelt“ hergerichtet werden.) Wir setzen uns ins Zelt, essen z. B. Plätzchen und singen „Loblieder“.
3.3 Durchführung (1)
Wir erzählen die Geschichte in sechs Schritten und beziehen die Kinder mit ein: Sie ahmen das Fußgetrappel der Reisenden und der Lasttiere nach. Wir betonen besonders die Schritte 1, 4 (die Suche), 5 und 6. Bei der Erzählung können die Bilder (V 27-01.jpg) benutzt werden.
1. Schritt: Jesus freut sich auf die Reise mit seinen Eltern nach Jerusalem

Dort findet das Passahfest statt. Viele andere Väter und Mütter, Jungen und Mädchen reisen mit ihnen. Sie müssen drei- oder viermal im Freien übernachten, bis sie endlich Jerusalem erreichen. Während der langen Reise wird unterwegs gegessen, getrunken, geschlafen, erzählt und manche Loblieder gesungen.
2. Schritt: Endlich in Jerusalem
Der Weg von Jericho nach Jerusalem führt immer bergauf. Es ist anstrengend, ihn hochzulaufen. Aber die Mühe lohnt sich. Endlich ist die Reisegruppe in Jerusalem. Vor ihnen liegt die große Stadt, der Tempel ist zu sehen. Freude bricht aus. (Wir singen das Lied: „Hallelu, hallelu, hallelu, Halleluja ...“)
3. Schritt: Das Fest in Jerusalem ist eine frohe und schöne Zeit
Die Menschen gehen jeden Tag in den Tempel, hören die Priester, die Gottes Wort vorlesen, hören die Musik, den schönen Chorgesang ...
4. Schritt: Die Heimreise, Jesus wird vermisst
Große Aufregung, Jesus ist nicht bei den Verwandten und Freunden. Maria und Josef kehren sorgenvoll nach Jerusalem zurück. Sie eilen und hasten durch die Straßen, fragen und beten.
5. Schritt: Maria und Josef finden Jesus Zuletzt eilen sie die vielen Treppen hinauf, die zum Tempel führen. Im Tempel finden sie Jesus im Gespräch mit den Rabbinern (Lehrern). Er stellt viele Fragen über Gott, seinen himmlischen Vater, und hört zu, was sie über ihn sagen. Im Haus Gottes gefällt es ihm so gut, dass er nicht an die Heimreise gedacht hat.
6. Schritt: Das Wiedersehen der besorgten Eltern mit Jesus Er sagt zu ihnen: „Wisst ihr nicht, dass ich da sein muss, wo von Gott, meinem Vater,
geredet wird?“ Jesus ist gehorsam. Er verlässt sofort die Lehrer und geht mit Maria und Josef nach Hause.

3.4 Zur Festigung (1)
3.4.1 Wir kopieren das Suchbild (V 27-02.jpg) für jedes Kind. Die Reisegesellschaft hat nicht bemerkt, dass jemand fehlt. Die Kinder sollen herausfinden, wer auf dem unteren Bild nicht mehr da ist. Sie zeichnen nun die fehlende Person ein und malen beide Bilder anschließend aus.
3.4.2 Das vollständige Bild (V 27-03.jpg) auf A4 ausdrucken und in Puzzleteile schneiden. Die Kinder setzen es gemeinsam zusammen.

FÜR DIE ZWEITE STUNDE
3.2 Einstiegsmöglichkeiten (2)
3.2.1 Suchspiel: Playmobil- oder Biegepüppchen suchen Während ein Kind das Püppchen im Raum versteckt, wartet ein anderes vor der Tür. Ist das Püppchen versteckt, wird der Sucher aufgefordert, hereinzukommen. Alle Kinder helfen mit, indem sie klatschen (wie „heiß und kalt“: weit weg = leise klatschen, nah dran = laut klatschen). Hat das Kind das Püppchen gefunden, darf ein anderes das Verstecken und noch ein anderes das Suchen übernehmen.

3.2.2 Jedes Kind erhält das Bilderrätsel (V 27-04.jpg). Sie sollen herausfinden, welche Gegenstände zusammengehören. Ziel: Der Gegenstand ist da, wo er hingehört.
Alternativ kann das Rätsel einmal groß ausgedruckt/kopiert und für alle gut sichtbar aufgehängt werden. Nun darf immer ein Kind mit einer Linie die zusammengehörenden Gegenstände verbinden.
3.2.3 Wir fertigen aus der Bildervorlage (V 27-01.jpg) zur Geschichte ein Memoryspiel an (Bilder in doppelter Ausfertigung drucken/kopieren). Zum Einstieg spielen wir damit. Sind alle Pärchen gefunden, legen wir sie in der richtigen Reihenfolge sichtbar hintereinander und wiederholen mit den Kindern gemeinsam die biblische Geschichte.
3.3
Durchführung (2)
Die Durchführung der zweiten Stunde kann auch im noch einmal aufgebauten „Zelt“ stattfinden.
3.3.1 Siehe 3.2.3: Wir wiederholen die Geschichte mit den Memorykarten.
3.3.2. Die Vorlage (V 27-05.jpg) auf A4-Kopierkarton (160 g) ausdrucken/kopieren und die Aufklappbilder an der gestrichelten Linie einschneiden. Die vier Motive werden hinter die jeweilige Öffnung geklebt.
Beim Erzählen schieben wir zunächst die Erzählfigur „Reisegruppe“ über den Weg bis zum Tempel und zurück. Nachdem Jesus vermisst wird, wird die Suche besonders ausführlich besprochen. Dabei benutzen wir die Figur „Maria und Josef“. Die beiden suchen verzweifelt: „Ist er wohl hinter diesem Baum?“ (Wir lassen ein Kind hinter dem „Baum“ nachsehen.) „Nein!“ – „Ist er in dieses Haus gegangen?“ Zum Schluss finden wir Jesus im Tempel. Wir freuen uns und klatschen in die Hände. Jesus ist Gottes Sohn, deshalb ist er gern dort, wo Gott ist und wo von ihm geredet wird.
3.4 Zur Festigung (2)
3.4.1 Jedes Kind erhält das Aufklappbild (V 27-05.jpg), das der Mitarbeiter vorbereitet hat. Die Kinder malen es bunt aus.
3.4.2 „Familien-Kette“
Der Mitarbeiter bereitet für jedes Kind eine Menschenkette vor (s. V 27-06.pdf). Dazu entweder die Vorlage (V 27-07.jpg) auf A4 ausdrucken oder in größerem Maßstab auf Tonpapier aufmalen: Rechteck aus Tonpapier (35 x 15 cm) vier Mal wie eine Ziehharmonika falten (vor und zurück). Die Kinder malen die Personen „ihrer Familie“ an (Vater, Mutter, Geschwister, sich selbst ...). Anschließend wird die Kette zusammengeklebt. Das bedeutet: Als Familie halten wir zusammen. In die Mitte stellen wir ein Licht = Zeichen für Gott, der in der Mitte steht und unserer Familie wichtig ist. (Idealerweise für die Kleinen ein LED-Teelicht mit Batterie oder ein echtes Teelicht in einem Glas zum Schutz. Achtung: Kerzen immer den Eltern aushändigen).

4. Vorschlag zum Bibelverslernen


Wir lernen den Vers mit Bewegungen: Ich = auf sich selbst zeigen liebe = Unterarme über der Brust kreuzen die Wohnung = Hände als Dach aneinanderlegen deines Hauses = der rechte Zeigefinger zeigt nach oben.