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Ben Eggen / Nicolas Blocher

Couch oder Sprungbrett

Was willst du aus deinem Leben machen?

Best.-Nr. 271800

ISBN 978-3-86353-800-2

Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg

Titel des französischen Originals:

Une vie de défis: #profitedetajeunesse © 2019 • BLF Éditions • www.blfeditions.com

Rue de Maubeuge • 59164 Marpent • France

Es wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: NeÜ bibel.heute

© 2010 Karl-Heinz Vanheiden und Christliche Verlagsgesellschaft

1. Auflage

© 2022 Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg www.cv-dillenburg.de

Übersetzung: Hans-Jörg Eckhardt

Satz und Umschlaggestaltung: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg Umschlagmotiv: © Unsplash.com

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

Wenn Sie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler entdeckt haben, können Sie uns gerne kontaktieren: info@cv-dillenburg.de

Einleitung: Was machst du aus deiner Jugendzeit?

Deine Jugendzeit kannst du so oder so sehen: als Couch oder als Sprungbrett. Springen kannst du auf das eine oder das andere, aber du wirst feststellen, dass du in dem einen Fall weiter kommst als in dem anderen.

Wir sind der Überzeugung, dass Gott uns, wenn er uns rettet, gleichzeitig auch dazu auffordert, eine Entscheidung für das Sprungbrett zu treffen. Die Botschaft des Evangeliums will uns Mut dazu machen, eine „Sprungbrett-Jugend“ zu erleben – d. h. eine Jugendzeit, die Nutzen und Frucht bringt. Und die uns dazu veranlasst, das Leben als eine Abfolge von Challenges zu sehen. Wir glauben, dass so ein Leben Gott gefällt und ihn zutiefst ehrt. In diesem Buch wirst du erfahren, wie sich dein Leben auf der Erde und auch deine ewige Existenz verändern werden, wenn du dich für das Sprungbrett und gegen die Couch entscheidest. Am besten springt man ja gar nicht auf eine Couch, sondern nutzt sie zum Bücherlesen. Deshalb hast du jetzt gerade eine megagute Wahl getroffen!

Wir beide haben eine Entscheidung für das Sprungbrett und gegen die Couch getroffen. Aber wer sind wir eigentlich?

Ich, Benjamin, bin Student und 24 Jahre alt. Nach meinem Studium des Internet-Projektmanagements habe ich den Sprung ins Ungewisse gewagt und eine Bibelschule in Brüssel besucht. Mit 20 bekam ich die Gelegenheit, mein eigenes WebdesignUnternehmen zu gründen. Ich betrachte mein Leben gern als

eine Abfolge von kleinen und größeren Challenges, denen ich mich stellen will. Dabei bin ich mir gleichzeitig bewusst, dass ich schwach bin und täglich Gottes Gnade brauche. Ich brenne für Mission – mein Herz schlägt für die Ausbreitung des Evangeliums bis an die Enden der Erde.

Und ich bin Nicolas, 27 Jahre alt und mit Anna verheiratet. Wir haben eine kleine Tochter. Ich habe an einer Handelsschule in Paris studiert und dann angefangen, in der Finanzverwaltung eines Industriebetriebs zu arbeiten. Nach einem Jahr Südamerika haben wir uns in der Normandie niedergelassen, wo wir beide Arbeit gefunden haben. Meine freie Zeit investiere ich in ein Gemeindegründungsprojekt. Mein Traum? Ich möchte erleben, dass sich ganz Frankreich Christus zuwendet.

Den Blick auf die Jugendzeit als ein Sprungbrett haben wir bei unserer Arbeit an dem Rébellution-Blog bekommen. Dabei haben wir uns übrigens auch kennengelernt, und beide waren wir nacheinander auch Koordinator für den genannten Blog. Dank dieser Bewegung haben wir begriffen, wie megawichtig Challenges eigentlich sind!

Angefangen hat übrigens alles mit Alex und Brett Harris. Mit 16 gründeten sie The Rebelution, die amerikanische Version von La Rébellution. Zusammen schrieben sie ein Buch (das dann auch ein Riesenerfolg wurde) und hielten in ihrem Land Vorträge, mit denen sie ihre Vision in Bezug auf die Jugend unters Volk brachten. Heute arbeitet Alex am Obersten Gerichtshof der USA. Mehr gibt’s über ihn nicht zu sagen. Brett seinerseits hat sich ganz dem Dienst an seiner Frau verschrieben, die schwer an Lyme-Borreliose erkrankt ist. Er ist ein Wahnsinnsvorbild! Alex und Brett sind es u. a., die uns dazu brachten, dieses Buch zu schreiben und euch Mut zu machen, ein Leben voller Challenges in Angriff zu nehmen.

Kürzlich lernten wir Jaquelle Crowe kennen. In ihrem Buch, das sie mit gerade einmal 19 Jahren schrieb, erklärt sie: „Gott hat

uns unsere Jugend aus Gnade geschenkt; sie liegt in Seinen Händen und soll Seinem Ruhm dienen.“1 Die Jugendzeit ist ein ganz privilegierter Lebensabschnitt. Und den größten Nutzen davon hat man, wenn man sich von Gott herausfordern lässt: Das heißt, so zu leben, dass du schon von deiner frühen Jugend an jeden Augenblick dazu verwendest, dich Gottes Challenges zu stellen. Dieses Buch haben wir geschrieben, weil wir glauben, dass Challenges das Evangelium als Quelle haben und dazu auch Gott gefallen sollten. Wir wollen, dass du nach dem Lesen den unwiderstehlichen Drang verspürst, ein Leben voller Herausforderungen zu leben, und dass du weißt, wo du damit anfangen kannst. Sobald du diese Perspektive bekommen hast, wird sich dein ganzes Leben verändern. Und der Clou ist, dass diese Challenges sogar eine Auswirkung auf die Ewigkeit haben. Bist du bereit, das Abenteuer zu wagen?

Kapitel 1

Das Leben als Christ ist ein Leben voller Challenges

Kurz vor unserer Hochzeit nahmen Anna und ich uns vor, unser Leben zu zweit mit einem ganz speziellen Projekt zu beginnen. Wir hatten die Idee, alles hinter uns zu lassen und ein One-WayTicket nach Südamerika zu kaufen. Obwohl wir nicht so richtig wussten, was uns erwarten würde, wollten wir einfach eine Zeit lang dort leben und den Kontinent entdecken. Wir hatten ja noch keine Vorstellung, was Gott uns alles beibringen wollte und welche Entdeckungen wir durch diese Challenge machen würden. Dieses Sabbatical war auch eine Antwort auf 5Mo 24,5. In diesem Bibelvers wird der frisch verheiratete Mann dazu aufgefordert, ein Jahr lang Urlaub vom Militär zu nehmen, um seine Frau glücklich zu machen. Diese Challenge gehörte zu den größten, schönsten und wichtigsten in unserem Leben. Es war eine hinreißende Mischung aus Mission, Abenteuer und sozialer Arbeit, die sowohl uns als Paar als auch unser ganzes Leben geprägt hat. Wenn wir das Leben als eine Abfolge von Challenges verstehen, ändert sich unser Blick auf den Plan, den Gott mit der Menschheit hat. Also sollte man zusehen, dass man diese Perspektive auch so früh wie möglich bekommt!

Gute und schlechte Challenges

Was ist überhaupt eine Challenge?

Eine Challenge besteht darin, etwas für Gott zu bewegen, was wir normalerweise nicht tun würden. Also können wir gleich mal alle blödsinnigen Challenges vergessen, denen man sich nur deshalb stellt, damit man sie posten, retweeten und in seinen WhatsAppStatus stellen kann. Die Challenges, von denen wir in diesem Buch sprechen werden, sind gut und total nützlich. Sie ehren Gott. Und sind Taten des Gehorsams und der Liebe.

Eine Challenge ist ein gutes Werk. Aber nicht jedes gute Werk ist auch unbedingt eine Challenge. Vielleicht bist du es ganz einfach gewohnt, oder es fällt dir eben leicht, gewisse gute Taten zu tun. Wenn das so ist, kosten sie dich ja nichts. Aber eine richtige Challenge stellt an und für sich schon eine Schwierigkeit dar. Das ist es ja gerade, was sie auszeichnet – und deshalb musst du eine bestimmte Grundtugend erwerben und weiterentwickeln, nämlich Mut. So ist es z. B. Mut, der jemanden dazu bringt, Widerstand gegen Terroristen zu leisten. Mut wird aber nicht nur an Extremsituationen, sondern vor allem am Alltag gemessen. Wir möchten, dass Gott aus dir eine Frau bzw. einen Mann macht, die oder der sich nicht beirren lässt und auch keine Angst hat, sich kleineren oder größeren Herausforderungen für ihn zu stellen. Als wie schwierig eine Challenge empfunden wird, ist relativ: Was dir schwerfällt, ist für jemand anderen vielleicht etwas ganz Selbstverständliches. In unserer Zeit ist es ja für die meisten von uns schon eine echte Herausforderung, einen ganzen Tag ohne Selfies zu überleben. Unseren Großeltern, denen das Handy nicht so an der Hand festgewachsen ist wie uns, fällt das natürlich viel leichter. Und für jemanden, der von Jugend an trainiert hat, ist es auch leichter, an einem Triathlon teilzunehmen, als für jemanden, der nie Sport macht. Für manche ist es eine krasse Challenge, eine Mahlzeit für die ganze Familie zu kochen,

während es für andere kein Ding ist und sie kaum Willenskraft dafür aufbringen müssen.

Unterschiedliche Arten von Challenges

In ihrem Buch Yes, You Can zählen Alex und Brett Harris unterschiedliche Arten von Challenges auf. Uns gefällt die Unterscheidung, die sie vornehmen, weil sie unser Thema super abdeckt. Die folgenden fünf Arten von Challenges werden dort vorgestellt:

# Challenges, die dich dazu bringen, dass du aus deiner Komfortzone herauskommst. Geh Risiken ein, um zu wachsen!

# Challenges, die dich dazu bringen, über das hinauszugehen, was man von dir erwartet oder verlangt. Strebe nach Erstklassigkeit!

# Challenges, die zu groß für dich sind, als dass du dich ihnen allein stellen könntest. Träume groß und riskiere etwas!

# Challenges, die sich nicht sofort bezahlt machen. Sei treu und entscheide dich dazu, zuverlässig zu sein!

# Challenges, die sich gegen den Mainstream stellen. Beziehe Stellung für das, was richtig ist! 2

Diese fünf Typen zeigen sehr gut, worum es sich bei einer Challenge handeln kann. Wir möchten dir übrigens Mut machen, dich Challenges in jeder der genannten Kategorien zu stellen –sie sind nämlich alle wichtig. Du wirst auch feststellen, dass sich diese Kategorien gegenseitig befruchten. Mache es dir zur Angewohnheit, aus deiner Komfortzone herauszutreten. Dann wirst du immer mehr dazu in der Lage sein, dich Challenges zu stellen!

Dabei ist eine persönliche eiserne Disziplin deine beste Verbündete. Bewältige zunächst kleine Herausforderungen! Das bereitet dich darauf vor, dich auch größeren zu stellen. Meistere größere Challenges, um dich schließlich ausgewachsenen zu stellen! Das wird dich dazu antreiben, in allen Bereichen deines Lebens nach Erstklassigkeit zu streben.

Schlechte Challenges

Es gibt Challenges, die einfach nur total unsinnig sind. Als Christen müssen wir lernen, uns für solche Kämpfe zu entscheiden, die wir auch wirklich kämpfen wollen. Sonst verlieren wir wertvolle Energie. Wenn du all deine Kräfte dafür aufwendest, dir eimerweise kaltes Wasser über den Kopf zu kippen, kann man darin erst mal keinen Nutzen sehen. Wenn du es tust und dich dabei auch noch filmst, ist es sogar eher krankhaft, weil du es aus Hochmut tust. Irgendwie flüsterst du deinen Followern zu:

„Like bitte mein Video, like mich, bitte! ...“ Eine richtige Challenge hat dagegen nichts mit Hochmut zu tun. Mit Ehre dafür umso mehr – allerdings weder mit deiner noch mit meiner.

Einige Leute verbringen ihr Leben mit Challenges, weil sie ihre „Heldentaten“ anschließend auf YouTube veröffentlichen wollen. Man könnte sogar die Frage stellen, ob überhaupt noch jemand Interesse an Challenges hätte, wenn man sie nicht auch filmen könnte ... Andere stellen sich eigenen kranken Challenges, essen eine Woche lang nur Nutella oder verkleiden sich als Grizzlybär, montieren versteckte Kameras oder reißen ihre Familie morgens so aus dem Schlaf, wie sie es am wenigsten erwartet hätte.

Eine richtige Challenge hat mit alldem nichts zu tun. Wir glauben, dass sie in der Bibel verankert sein sollte. Die Bibel zeigt uns zahlreiche Challenges; und Gott selbst liebt es, wenn er seine Leute dazu begeistern kann, Außergewöhnliches zu leisten.

Gott liebt Challenges

Die Bibel ist voller Challenges Wer Challenges liebt, für den ist das Alte Testament eine wahre Goldgrube.

# Mose – der schüchterne Stotterer – bekam den Auftrag, das widerspenstige und aufsässige Volk Israel zu befreien.

# David – der junge Hirte – legte einen Riesen um, der fast zweimal so groß war wie er selbst.

# Der junge König Josia war kaum volljährig und musste schon eine Reform durchführen und ein ganzes Volk zur Buße bewegen.

# Gott stellte Gideon und Debora an die Spitze des israelitischen Heeres – mit der Absicht, eine große Menge von Armeen zu bekämpfen.

Auch das Neue Testament enthält solche Schätze:

# Petrus lief über einen aufgepeitschten See und hatte die Augen dabei allein auf Jesus gerichtet.

# Derselbe Petrus predigte später vor einer riesigen Menschenmenge – und das nur ein paar Wochen nach seinem Verrat an Jesus!

# Saulus – der Verfolger – lebte sein Leben als Märtyrer und Apostel Christi. Und er war nicht der Einzige: Gott hat viele weitere Jünger dazu berufen, ein Leben voller Aufopferung zur Ausbreitung des Evangeliums zu leben.

# Der junge Leiter Timotheus sollte die Ordnung in der Gemeinde von Ephesus wiederherstellen und sichergehen, dass man Gottes Wort dort treu befolgte.

Sie alle sind mir persönlich total das Vorbild. Diese Glaubenshelden zeigen mit ihrer Geschichte, dass Gott es liebt, durch seine Leute große Dinge zu tun und gerade solche Challenges anzunehmen, die am wenigsten durchführbar erscheinen.

Jesus ist ja der Glaubensheld schlechthin: Er kam als Mensch auf die Erde, verzichtete während seiner Lebenszeit auf seine göttlichen Privilegien und starb an unserer Stelle am Kreuz! Der große Plan Gottes war es, sündige Menschen zu retten und aus ihnen ein Volk für sich zu machen – ein Volk, das die Herrlichkeit Gottes auf der Erde demonstrieren würde. Was für eine unglaubliche Challenge, wenn man das Herz der Menschen kennt. Und vor allem sein eigenes!

Die Bibel ist voller Challenges. Behalte das beim Lesen immer im Hinterkopf. Du wirst dort viel Ermutigendes finden, wenn es darum geht, selbst Herausforderungen anzunehmen.

Wir sind für Challenges geschaffen

[Gott] hat uns geschaffen, dass wir tun, was wirklich gut ist, gute Werke, die er für uns vorbereitet hat. (Eph 2,10)

Eine Challenge ist ein gutes Werk. Wenn wir für gute Werke geschaffen worden sind und Gott von uns will, dass wir schwierige Dinge meistern, schlussfolgere ich daraus, dass Gott uns auch dafür geschaffen hat, dass wir Challenges annehmen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Gott hat uns dazu geschaffen, dass wir die Challenges annehmen, die er schon vorbereitet hat.

Das ist doch der schönste Anreiz dafür, das Leben als Christ voll und ganz für Gott zu leben (und die verrücktesten Challenges

anzunehmen!), um ihm dadurch die Ehre zu geben. Dafür hat er uns geschaffen. Dass du auf dieser Erde lebst, ist kein Zufall. Gott hat dich da gewollt, wo du jetzt bist. Und er hat auch für dich schon einen kompletten Handlungsplan vorbereitet – mit Challenges, denen du dich stellen sollst, um an ihnen zu wachsen.

Sünde kann man als das Verfehlen der Zielscheibe definieren – und zwar des Ziels, das Gott für uns gesteckt hat. Und wir wollen Challenges eben als den Mittelpunkt dieser Zielscheibe sehen. Sie sind gute Taten, auf die wir hinarbeiten sollen, um so Gottes Willen zu erfüllen.

Gott legt uns Challenges vor die Füße Fragst du dich, was Gottes Wille für dein Leben ist? Das ist viel einfacher, als du denkst: Gott möchte, dass du dich Challenges stellst, die sich lohnen. Das ist zwar einfach – aber niemand hat gesagt, dass es auch leicht ist. Für uns gilt, dass wir Gottes Geboten gehorchen sollen. Und das ist eine echte Herausforderung für Menschen, die so voller Fehler sind wie wir.

Gott befiehlt uns, so vollkommen zu sein, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist (Mt 5,48). Er gebietet uns, einander so zu lieben, wie er uns geliebt hat (Joh 15,12). Er will, dass wir alle Völker zu Jüngern machen (Mt 28,19).

Das alles ist nichts, was wir aus uns selbst leisten könnten. Und ganz sicher dürfen wir diese Sachen auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Als Jesus das größte aller Gebote nannte, verlangte er dabei absoluten Gehorsam: „Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Verstand!“ (Mt 22,37). Zu Gott umkehren, anderen vergeben, seine Eltern ehren und die andere Wange hinhalten – auch das sind alles Challenges.

Welche davon hat Gott dir in den Weg gelegt? Von welchen möchte er, dass du sie jetzt annimmst? Und antwortest du ihm auch, wenn er dich dazu aufruft?

Der Vorteil von Challenges

Solche Challenges erlauben uns jedes Mal, etwas Neues zu lernen und im Kennenlernen Gottes Fortschritte zu machen. Wenn wir lohnenswerte Challenges annehmen, machen wir Gott damit Freude.

Auf unserem Weg zur Vollkommenheit will Gott, dass wir selbst aktiv werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es die kleinen Dinge des Alltags sind, die wir meistern, oder ob wir größere Projekte stemmen. Ein solcher Blick auf das Leben als Christ eröffnet doch eine ganz neue Perspektive, oder?

Alex und Brett Harris gehen noch weiter:

In Jakobus 1,2 wird uns gesagt, dass wir gerade die Momente „für reine Freude“ halten sollen, in denen wir auf Challenges, Prüfungen und Hindernisse stoßen, weil sie unseren Glauben auf die Probe stellen und uns stärker machen [...] Das ist so wie bei unseren Muskeln, die durch Anstrengung geformt werden – und wie bei unserem Gehirn, das neue Neuronen bildet, wenn es aktiv ist. Du wächst in deinem Charakter und deinen Skills, wenn du Challenges annimmst.

Dass Gott uns so liebt, bedeutet ja auf keinen Fall, dass wir uns so wenig wie möglich anzustrengen brauchen. Das würde nämlich darauf hinauslaufen, dass wir meinen, wir hätten keine Veränderung nötig (weil Gott uns ja so lieb hat, wie wir sind). Gott liebt uns natürlich tatsächlich so, wie wir sind – aber er liebt uns auch viel zu sehr, um uns so zu lassen, wie wir sind! Er will, dass wir wachsen.

Das wiederum heißt nicht, dass wir nach Gottes Willen keine Freude und dafür viel Leid erleben. Aber es soll eine Freude sein, die jenseits unserer vergänglichen Lebensumstände verankert ist! Und manchmal brauchen wir auch

Leid, damit wir das bekommen, was von noch größerem Wert ist.3

Viel zu oft geben wir uns in den unterschiedlichen Lebensbereichen mit dem Mittelmaß zufrieden – und ganz besonders, wenn es um unsere Jugendzeit geht. Wir vergessen: Wenn wir nach Erstklassigkeit streben, ist das nicht nur ein Sprungbrett ins Leben, sondern auch eine Wahnsinnsgelegenheit zum Dienst für Gott und zum Wachsen. Du solltest deshalb schon in sehr frühem Alter deinen Charakter so trainieren, dass du dich der Welt und ihren Challenges stellen kannst. Nutze deine jungen Jahre aus – und lenke dein Leben in die richtige Richtung, indem du Challenges annimmst und damit Gott Freude machst! ###

Die Flugreise ging für Anna und mich nach Buenos Aires. Nach einer Woche in dieser riesigen Hauptstadt, wo wir unsere Reiseroute ausarbeiten wollten, brachen wir dann zu einer unvergesslichen Reise nach Patagonien auf. Danach arbeiteten wir drei Wochen lang in einem christlichen Camp, um uns dann wieder auf den Weg zu machen: diesmal zum Iguazú mit den größten Wasserfällen der Welt. Zügig durchfuhren wir Paraguay und Bolivien und fanden uns dann auf der Spitze eines Felsvorsprungs wieder – gegenüber dem Machu Picchu der Sonnenanbeter des Inkareiches! In Peru arbeiteten wir daraufhin ein halbes Jahr lang als Freiwillige in einer NGO (Nichtregierungsorganisation) und auch in einem Waisenheim mit. Wir lebten in Chincha, nicht weit von den geheimnisvollen Nazca-Linien. Dort boten sich viele Gelegenheiten, das Evangelium auszuleben und weiterzusagen. Nachdem wir uns noch auf ein richtiges Dschungelabenteuer eingelassen hatten, stießen wir zu einer Mission im Stadtzentrum von Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Außerdem nutzten wir die Gelegenheit zu einem Besuch des Museums

und des Flugstützpunkts von Jim Elliot und seinen Freunden, die ihr Leben für das Evangelium gegeben hatten. Es war echt megacool, die Fortschritte der Mission im Amazonas-Regenwald zu sehen!

In Bogotá endete unsere Reise schließlich nach 13 unvergesslichen Monaten. In dieser Zeit hatten wir ein wenig mehr die Schönheit der Schöpfung und der Geschöpfe Gottes sowie den Dienst am Nächsten und die Mission miterleben können. Das war unsere persönliche überwältigende Challenge – und unser gemeinsames Leben als Paar hatte ja gerade erst angefangen!

10 Gründe, warum man mal ein Jahr im Ausland verbringen sollte

1. ... um ein Bild zu bekommen von dem Fortschritt, den das Werk Gottes in anderen Ländern macht

2. ... um eine neue Sprache zu lernen

3. ... um die brüderliche Gemeinschaft der multikulturellen Gemeinde (wie im Himmel!) zu erleben

4. ... um den eigenen Horizont zu erweitern

5. ... um zu lernen, wie man sich anpasst und wie man in seinem Charakter umgänglicher werden kann

6. ... um sich Zeit zum Lesen zu nehmen, wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist

7. ... um ein Bild davon zu bekommen, wie es den Christen in anderen Ländern geht

8. ... um die eigene Kreativität zu fördern

9. ... um die Schöpfung zu genießen

10. ... um sich bewusst zu machen, dass Gott treu ist – egal, in welchen Umständen man sich befindet

Und was sind deine Challenges? Wenn es für dich schon eine große Herausforderung ist, dieses Buch hier zu lesen, dann beten wir, dass du auch bis zum Ende durchhältst – dass der Blick, den wir auf das Thema „Challenges“ bekommen haben, auch dein Leben verändert.

Zum

Weiterdenken

# Welche Challenge in der Bibel spricht dich am meisten an? Warum?

# Nenne drei Challenges, die du bis jetzt schon mit Gott angenommen hast!

# Inwiefern waren sie dir in deinem Leben mit Gott eine Hilfe?

# Welche Vorteile siehst du in den Challenges, denen du dich bis jetzt schon gestellt hast?

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