Es ist das Schlimmste, was man durchmachen muss, wenn das eigene Kind stirbt – sagt man.
Nach dem Tod unserer erst 14 Monate alten Tochter blieb die Welt erst einmal stehen. Plötzliche Leere, unendliche Traurigkeit. Ich stand vor der Frage, wie es möglich ist, mit einem gebrochenen Herzen weiterzuleben.
Die Welt dreht sich für alle anderen weiter, doch für uns steht sie still. Jeder Tag muss gelebt werden. Der Alltag nimmt keine Rücksicht. Und jeder von uns spürt diese tiefe Traurigkeit, diesen Verlust, auf andere Weise.
Wie fühlt sich diese Trauer an? Ich habe versucht, meine Gefühle und Gedanken aufzuschreiben. Das Schreiben half mir, mein Durcheinander zu sortieren. Ein Versuch, Ordnung zu schaffen, um auf die Frage „Wie geht es dir?“ vielleicht Antworten zu finden. Dabei tauchten viele andere Fragen auf, vor allem die Frage: „Was trägt, wenn eigentlich nichts mehr trägt?“
Mitten in diesem Leid, im Auge des Sturms, wusste ich: GOTT IST DA, er geht mit mir da durch, und er ist der Halt im Sturm. GOTT WEINT MIT MIR. In seine tröstenden Arme darf ich fliehen. Ich darf trotz der Trauer und der vielen Fragezeichen erleben, wie Gott mein Herz mit seinem übernatürlichen Frieden und Trost ausfüllt und mich auf starken Händen durch all das hindurchträgt. Und das gibt mir wieder Hoffnung: Hoffnung, dass es weitergeht. Hoffnung, die in den Schmerz leuchtet, in mein gebrochenes Herz.
Mein großer Wunsch ist es, Trauernden Worte zu geben und Beistehenden einen tieferen Blick in die trauernde Seele zu zeigen. Ich wünsche mir, dass meine Texte Menschen ermutigen, offen mit ihren Gefühlen und ihrer Trauer umzugehen, und ich möchte Menschen im Umfeld ermutigen, Hilflosigkeit abzulegen, und einladen, offen auf Trauernde zuzugehen und ihnen Ohr und Herz zu schenken.
Mein Gebet ist es, dass die Texte die Größe Gottes durchscheinen lassen, die Größe von dem, der alles in der Hand hat. Denn das durfte ich erfahren: Man kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Er trägt. Schritt für Schritt. In ihm ist Hoffnung. Auch und gerade in großer Trauer. Die Hoffnung trägt.
Wir werden uns wiedersehen, meine geliebte Tochter, Martha! Deine Mama
SCHATTEN
Auf der Seele liegt ein dunkler Schatten
Auf dem Herzen liegt der Schatten
Dunkel
Eine dunkle Wolke begleitet mich
Immer
Jeden Tag
Doch da sind auch Lichtstrahlen
Ein Licht, das durch die Wolken strahlt
Dunkel und hell
Beides zugleich
Und ein zarter Strahl in mir
Der aus meiner Seele zu strahlen wagt
Das bist du, Jesus
Du bist das Licht im Dunkel
HERR,
DU
MACHST DIE
FINSTERNIS UM MICH HELL, DU GIBST MIR
STRAHLENDES LICHT.
PSALM 18,29
WO BIST DU?
Die Sonne scheint mir ins Gesicht
Bist du’s?
Du schmiegst dich an mich
Ich spüre deine Wärme
Der Himmel strahlt in den schönsten Farben heute Morgen
Bist du’s?
Du malst die schönsten Bilder für uns Schickst uns einen Gruß