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DIE ZEIT DER ZEICHEN Barry Stagner

© 2025 Christlicher Medienvertrieb Hagedorn Postfach 300 430 40404 Düsseldorf www.cmv-duesseldorf.de ISBN: 978-3-96190-131-9 Übersetzung: Maya Zika Cover & Satz: Immanuel Stütz Druck: Mazowieckie Centrum Poligrafii, Polen Sofern nicht anders angegeben, wurden die Bibelzitate der Schlachter 2000 entnommen. Englischer Originaltitel:

TIME OF THE SIGNS

© 2023 Barry Stagner Published by Harvest House Publishers Eugene, Oregon 97408 www.harvesthousepublishers.com


BARRY STAGNER

DIE ZEIT DER ZEICHEN EIN ZEITPLAN DER LETZTEN TAGE


INHALT VORWORT EIN ZEITPLAN DER LETZTEN TAGE

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KAPITEL 1 ISRAEL, GOTTES UHRWERK

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KAPITEL 2 DIE ZEIT DER ZEICHEN

41

KAPITEL 3 ZEICHEN IN DER WELT

55

KAPITEL 4 ZEICHEN IN DER GEMEINDE

71

KAPITEL 5 DIE ENTRÜCKUNG

89

KAPITEL 6 DER HESEKIEL-KRIEG

111

KAPITEL 7 DER MENSCH DER SÜNDE

125

KAPITEL 8 DIE SIEBZIGSTE JAHRWOCHE

141

KAPITEL 9 DIE WIEDERKUNFT

161

KAPITEL 10 DAS TAUSENDJÄHRIGE REICH

175

KAPITEL 11 DER LETZTE KRIEG

193

KAPITEL 12 VON HIER BIS IN DIE EWIGKEIT

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DANKSAGUNG An erster Stelle danke ich dem Herrn für Seine große Liebe zu uns, für Seine Barmherzigkeit und Gnade und dafür, dass Er uns Sein unfehlbares Wort gegeben hat. Zweitens bin ich dankbar für die wunderbaren Menschen, die Gott in mein Leben gebracht hat – angefangen bei meiner wunderbaren Familie, die mit mir gemeinsam die Achterbahnfahrt durchlebt hat, während Gott Seinen Plan und Seine Absichten für mein Leben und meine Berufung ausgearbeitet hat. Ich bin auch dankbar für meine Gemeindefamilie und die großartigen Pastoren der Calvary Central Orange County, die immer wieder die Extrameile gehen, damit ich das tun kann, wozu Gott mich berufen hat. Ein besonderer Dank gilt meinem lieben Freund, Bruder und Mitstreiter Amir Tsarfati – für all die gemeinsamen Kilometer, Stunden und Veranstaltungsorte sowie das viele gemeinsame Lachen, das wir miteinander geteilt haben, während wir versucht haben, die Welt mit dem Evangelium zu erreichen. Ich schätze deine Freundschaft, Treue und Hingabe an Gottes Wort sehr. Außerdem möchte ich dem Team von Harvest House Publishers danken, das mir die Tür geöffnet hat, dieses Buch zu veröffentlichen. Es ist eine Ehre und ein Segen, mit den großartigen Menschen zusammenzuarbeiten, die dies ermöglicht haben. Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. GALATER 2,20 11


EMPFEHLUNGEN „Aus meiner Zusammenarbeit mit Barry Stagner in den letzten Jahren weiß ich, dass man seinen Analysen aktueller Ereignisse sowie seinen theologischen Erläuterungen vertrauen kann. Ich bin überzeugt, dass Barry einen wichtigen Beitrag leistet, damit wir uns als gläubiger Überrest in dieser verwirrenden Zeit der Zeichen zurechtfinden und sie besser verstehen können.“ — Jan Markell, Gründerin und Leiterin von Olive Tree Ministries „Offen gesagt kann jeder spüren, dass wir in bewegten Zeiten leben. Ob Menschen es wahrhaben wollen oder nicht: die Welt scheint sich auf ein gewaltiges Ereignis vorzubereiten. Sich aus all dem einen Reim zu machen, ist für viele entmutigend, da alles ins Chaos zu stürzen droht. Doch es besteht kein Grund zur Verzweiflung, denn Gottes Wort bleibt bestehen. Die Zeit der Zeichen beschreibt das Zeitalter, in dem wir leben, äußerst treffend. Mein Freund Barry Stagner hat die Abfolge der kommenden Ereignisse in dieser Welt sehr gut erfasst. Zugleich erinnert er uns aber auch an die herrliche Zukunft, die uns als Gläubige erwartet. Ich bin überzeugt, dass man durch die Lektüre von Die Zeit der Zeichen ermutigt und zugerüstet wird.“ — Jack Hibbs, Pastor; Präsident des Real Life Network „Die prophetischen Aussagen der Bibel sind einzigartig. In Die Zeit der Zeichen führt Barry Stagner auf herausragende Weise durch das prophetische Geschehen mit dieser Welt. Dieses Buch ermutigt mich, weiterhin erwartungsvoll auf die Wiederkunft Jesu zu schauen. Maranatha!“ — John Randall, Pastor, Calvary Chapel in San Clemente, Kalifornien 13


„Auf zugängliche, praxisnahe und tiefgründige Weise vermittelt dieses Buch überzeugende Wahrheiten in Bezug auf sich dramatisch mehrende Zeichen, die auf das baldige Kommen Christi hinweisen. Es vermehrt nicht nur unser Wissen, sondern füllt auch unser Herz mit einem Gefühl der Dringlichkeit, treu zu leben und zu dienen, während wir auf die Entrückung warten.“ — Dr. Mark Hitchcock, leitender Pastor, Faith Bible Church, Edmond, Oklahoma; Professor für Hermeneutik am Dallas Theological Seminary

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VORWORT Seit vielen Jahren lehren und reisen Barry Stagner und ich gemeinsam. Er ist ein guter Freund und ich bewundere besonders sein Engagement für klare Lehre, die sich auf die Bibel gründet anstatt auf Sensationslust. Seine Liebe zur Wahrheit Gottes und seine Fähigkeit, Menschen zu helfen, diese Wahrheit zu verstehen und anzuwenden, sind für viele Menschen zu einem großen Segen geworden. Barrys Buch Die Zeit der Zeichen legt auf geschickte und lesenswerte Weise dar, dass die Endzeit angebrochen ist. Dieses bedeutende Werk soll den Ungläubigen warnen und dem Gläubigen Trost spenden. Es ist bemerkenswert, wie häufig in der Heiligen Schrift von den kommenden Dingen gesprochen wird. Im vorliegenden Buch präsentiert Barry eine informative und leicht einprägsame Chronologie über die Entfaltung der endzeitlichen Ereignisse. Dabei geht er auch auf weitverbreitete Missverständnisse in Bezug auf biblische Prophetie ein und beleuchtet zentrale Themen mit dringend benötigter Klarheit. Die Zeit der Zeichen bietet einen faszinierenden Überblick über Gottes Plan für die Zukunft. Ich kann diese Lektüre nur wärmstens empfehlen. — Amir Tsarfati

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EINLEITUNG

EIN ZEITPLAN DER LETZTEN TAGE

W

ährend es bei bestimmten Einzelheiten zum Thema Eschatologie viel Raum für Diskussionen geben mag, gehört die Frage, ob wir uns in den letzten Tagen befinden, nicht dazu, wie die folgenden Abschnitte zeigen werden: Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Judäa und ihr alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sollt ihr wissen, und nun hört auf meine Worte! Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages; sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; … APOSTELGESCHICHTE 2,14-17 Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; … HEBRÄER 1,1-2 17


DIE ZEIT DER ZEICHEN

Sowohl die Ankunft des Gottessohnes in der Welt als auch die Entstehung der Gemeinde sind nach der Heiligen Schrift Hinweise darauf, dass wir uns in den letzten Tagen befinden. Wer dies infrage stellt, leugnet Gottes Wort. Wir müssen auch anerkennen, dass der Begriff „letzte Tage“ eine Bedeutung hat, die über die Ankunft Jesu und den Beginn des Zeitalters der Gemeinde hinausgeht. Für unsere Zwecke bezieht sich der Ausdruck „letzte Tage“ auf das, was wir die „letzten Tage“ oder „Endphase“ des Gemeindezeitalters und den Beginn der siebzigsten Woche Daniels oder der Trübsalszeit bezeichnen könnten, die mit der Wiederkunft Jesu Christi auf die Erde enden wird. Mit diesem Verständnis können wir die Weichen stellen, damit wir die Themen, über die wir sprechen werden, nachvollziehen und einordnen können. Außerdem erkennen wir so, wie sie mit unserer Nähe zur Trübsalszeit und zur Wiederkunft Christi zusammenhängen. Dabei dürfen wir nicht auf die schiefe Bahn geraten, indem wir vorgeben, den Tag und die Stunde der Wiederkunft des Herrn für Seine Gemeinde zu kennen. Mit dem Buch „Die Zeit der Zeichen: Ein Zeitplan der letzten Tage“ möchte ich dir einen Zeitplan vorstellen, wie sich die Ereignisse der letzten Tage gemäß der Heiligen Schrift möglicherweise entfalten könnten – und meiner Meinung nach wahrscheinlich auch entwickeln werden. Dazu werde ich nicht alle möglichen Deutungen der Prophetien angesehener Gelehrter präsentieren. Bei diesem Unterfangen sollte man im Hinterkopf behalten, dass die sicherste Form der Auslegung von Prophezeiungen die Erfüllung ist. Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Für uns fehlbare Menschen ist es besser, in die Vergangenheit zu blicken, als in die Zukunft zu schauen. Die Bibel hat uns viele Einzelheiten über die letzten Tage gegeben. Abgesehen vom Messias selbst ist dies das vorherrschende Thema der Heiligen Schrift. Dennoch gibt es viele Diskussionen über die Reihenfolge bestimmter Ereignisse. Ich möchte in 18


Einleitung

diesem Buch gerne einen Einblick und eine vernünftige biblische Begründung für die Chronologie der Ereignisse der letzten Tage geben. Die Bibel hat uns viele Einzelheiten über die letzten Tage gegeben. Abgesehen vom Messias selbst ist dies das vorherrschende Thema der Heiligen Schrift.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Heilsgewissheit eines Menschen nicht infrage gestellt wird, wenn es unter bibeltreuen Christen unterschiedliche eschatologische Auslegungen zu einzelnen Bibelstellen gibt. Wir werden durch Gnade und Glauben gerettet. Es kommt nicht darauf an, wann die Entrückung stattfindet, ob der Feigenbaum für Israel steht oder wie Babylon in der Offenbarung zu verstehen ist. Einziger Vorbehalt: Es gibt einige Lehren und Überzeugungen, die in Bezug auf das Endzeitszenario sehr unbiblisch sind, und wir dürfen gegensätzliche Ansichten um der Einheit und des Friedens willen nicht einfach akzeptieren. Bestimmte Lehren der Ersatztheologie müssen wir aus mehreren Gründen kategorisch ablehnen. Die entscheidende Frage ist doch: Wenn das moderne Israel nicht das biblische Israel ist, wer durchlebt dann die siebzigste Woche Daniels? Die Gemeinde. Abgesehen davon enthält dieses Buch ein apologetisches Element. Zum Beispiel werden Lehren wie die Entrückung der Gemeinde anhand der Schrift verteidigt. Die Nationen des Krieges von Hesekiel werden durch eine klare biblische und historische Untersuchung identifiziert. Nur wenige Themen haben in der Gemeinde zu mehr Debatten und Spaltungen geführt, und wir täten gut daran, die Worte zu beherzigen, die Dr. Walter Martin in seiner Radiosendung 19


DIE ZEIT DER ZEICHEN

The Bible Answer Man oft wiederholte: „Wir müssen uns darauf einigen, auf freundschaftliche Weise uneinig zu sein. Wir sollten dies in allen Fragen tun, in denen die Integrität der Heiligen Schrift nicht infrage gestellt wird, in denen aber die Auslegungen variieren.“ Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes erhielten einen exklusiven Einblick in das Ende der Dinge, wie wir sie kennen, als sie Jesus auf dem Ölberg nach den Zeichen Seiner Wiederkunft fragten. Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein? MATTHÄUS 24,3 Die Antwort Jesu ist als Ölbergrede bekannt und ist die längste Antwort auf eine Frage, die Ihm jemals gestellt wurde. Seine Antwort lautet kurz und bündig: Es wird eine Zeit der Zeichen sein. Eine Zeit der Kriege und Kriegsgerüchte, der ethnischen Spannungen, der Hungersnöte, der Krankheiten, der geologischen und atmosphärischen Anomalien, die sich plötzlich, wie Geburtswehen häufen werden. Ich glaube, dass wir in diesen Zeiten leben! In „Die Zeit der Zeichen“ werden wir uns nicht durch eine Fülle von Daten und Statistiken arbeiten. Vielmehr werden wir die Heilige Schrift studieren und einen Blick auf die Zeit werfen, in der wir leben, um zu sehen, wie weit wir bereits zurückgegangen sind und wie nahe wir dem nächsten Übergang auf Gottes prophetischem Zeitplan sind. Unter anderem werden wir uns mit der Geschichte befassen, die einst prophetisch war und die zumindest zum Teil in der jüngsten Vergangenheit erfüllt wurde. Wir werden in Kapitel 4 mehr darüber erfahren, aber ich glaube, dass es einen kompakten Zeitrahmen gibt, in dem all diese Dinge vor dem Tausendjährigen Reich geschehen 20


Einleitung

werden. Der Zeitrahmen wird eine einzige Generation umfassen. Sind wir Teil dieser Generation? Können wir überhaupt wissen, ob wir zu dieser Generation gehören? Das sind einige der Fragen, auf die wir im Laufe der Zeit eine Antwort finden wollen. Möge der Herr dich beim Lesen segnen. Und denke daran: Wenn du einen Punkt siehst, mit dem du nicht einverstanden bist, ist das in Ordnung. Es gibt einige Aspekte der biblischen Prophetie, die Christen unterschiedlich verstehen werden. Für den Moment bin ich so froh, dass ich dich an meiner Seite weiß, während wir gemeinsam einen Blick auf die möglichen chronologischen Ereignisse werfen, die sich in den letzten Tagen ereignen werden.

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KAPITEL 1

ISRAEL, GOTTES UHRWERK

O

bwohl die Frage nach der Stellung des Staates Israel im Plan Gottes seit langem diskutiert wird, sollte jeder Debatte mit diesen Versen ein Ende gesetzt werden: So spricht der HERR, der die Sonne als Licht bei Tag gegeben hat, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zur Leuchte bei Nacht; der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen, HERR der Heerscharen ist sein Name: Wenn diese Ordnungen vor meinem Angesicht beseitigt werden können, spricht der HERR, dann soll auch der Same Israels aufhören, allezeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein! JEREMIA 31,35-36 Zu Beginn desselben Kapitels sagt der Herr, dass Er einen Neuen Bund mit dem Haus Israel schließen wird; einen Bund, der sich von dem nach dem Auszug aus Ägypten geschlossenen Bund unterscheidet, einen Bund, der mehr auf innere Verwandlung als auf äußere Verpflichtung ausgerichtet ist: Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, 23


DIE ZEIT DER ZEICHEN

und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; … JEREMIA 31,33 Die zentrale Gestalt der Heiligen Schrift ist eindeutig der Messias Israels in der Person Jesu von Nazareth. Sollten wir jedoch eine zweite zentrale Figur der Schrift identifizieren, wäre es das Volk Israel. Obwohl es ein zahlenmäßig kleines Volk war (5Mo 7,7), wurde es von Gott auserwählt, den Messias in die Welt zu bringen. Als Christen im Zeitalter der Gemeinde kennen wir die Geschichte des Volkes Israel und seines Messias. Wir wissen auch, dass Gottes Bund mit ihm als Volk noch erfüllt werden muss. Jeremia schrieb eindeutig über die Rückkehr Judas aus der Babylonischen Gefangenschaft, aber seine geistgewirkten Worte waren nicht auf diese Zeit beschränkt. Dies wissen wir, weil nach der Babylonischen Gefangenschaft kein neuer Bund geschlossen wurde, sondern das Volk weiterhin dem mosaischen Gesetz unterworfen blieb. Die Heilige Schrift offenbart uns nicht nur den Messias für Israel, sondern auch eine Stadt, die mit dem auserwählten Volk Gottes in Verbindung gebracht wird. Diese Stadt spielt eine entscheidende Rolle im Szenario der letzten Tage! Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reißen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln. SACHARJA 12,3 Aber der HERR wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor 24


Kapitel 1

Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden. SACHARJA 14,3-4 „An jenem Tag“ ist ein Ausdruck, der in Sacharja 12–14 16-mal vorkommt. Er bezieht sich auf den großen und schrecklichen Tag des Herrn, die Zeit der Bedrängnis Jakobs oder einfach die große Trübsal, eine Zeit, in der Gott Seinen unvermischten und direkten Zorn über die Welt ausgießt. Sacharja erwähnt in 12,2 das Volk der Stadt. Das Volk wird also mit der Stadt identifiziert, die offensichtlich die Juden sind. Wir haben also die Verheißung eines zukünftigen Bundes mit dem nationalen Israel. Wir finden das Volk, das mit der Stadt Jerusalem in Verbindung gebracht wird, im Endzeitszenario des Sacharja. Dort kämpft Gott gegen die Nationen, die die Stadt angreifen, die mit dem Volk Gottes, Israel, in Beziehung gebracht wird. Gott hat Israel nicht verstoßen, auch wenn Er das jüdische Volk in der Vergangenheit als Strafe unter die Völker zerstreut hat. Er hat es nicht für immer verstoßen. Es gibt heute einige, die an die Ersatztheologie glauben, die besagt, dass die Gemeinde Israel in Gottes Erlösungsplan ersetzt hat. Diese Ansicht ist in vielerlei Hinsicht problematisch, nicht zuletzt, weil sie voraussetzt, dass Gott mit der Nation Israel abgeschlossen hat, was nicht der Fall ist. Ein weiteres Problem besteht darin, dass nicht alles, was über das wiedervereinigte Volk Gottes prophezeit wird, positiv ist. Mit anderen Worten: Wenn einige behaupten, dass alle zukünftigen Segnungen, die Israel verheißen wurden, nun auf die Gemeinde zutreffen, was ist dann mit all den Negativa, die über das wiedervereinigte Volk Gottes prophezeit wurden? Auch sie müssen sich erfüllen, sonst ist die Bibel fehlerhaft. Wie ein altes Sprichwort sagt, muss man 25


DIE ZEIT DER ZEICHEN

das Gute mit dem Schlechten nehmen. Wenn es wahr wäre, dass die Gemeinde an die Stelle Israels getreten ist, dann müsste die Gemeinde durch die Trübsalszeit gehen. Wenn dies der Fall wäre, dann wären jene Schriftstellen falsch, welche von einer Entrückung der Gemeinde vor der Trübsalszeit sprechen. Gott hat Israel nicht verstoßen, auch wenn Er das jüdische Volk in der Vergangenheit als Strafe unter die Völker zerstreut hat. Er hat es nicht für immer verstoßen.

Wenn die Gemeinde an die Stelle Israels getreten wäre und deshalb durch die Zeit der Trübsal gehen würde, was würden wir dann mit Bibelstellen wie diesen tun? 1. Thessalonicher 5,9 – Denn Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, … Offenbarung 3,10 – Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen. Die Trübsalszeit ist die siebzigste Woche der 70-WochenProphezeiung Daniels. Wie die anderen 69 Siebenjahresperioden war auch die siebzigste Woche für das Volk und die heilige Stadt Daniels bestimmt (Dan 9,24). Wenn die Gemeinde an die Stelle Israels getreten ist und Israel die ersten 69 Wochen durchlebt hat, muss die Gemeinde die gesamte siebzigste Woche oder die Trübsalszeit durchleben. Was 26


Kapitel 1

machen wir dann mit 1. Thessalonicher 5,9 und Offenbarung 3,10? Die Schlussfolgerung, dass die Gemeinde durch die Trübsalszeit gehen wird, hat zur Folge, dass es entweder keine Entrückung oder eine Entrückung am Ende der Trübsalszeit gibt. Diese Auffassung wirft eine Reihe weiterer Probleme auf. Die Wiederherstellung Israels ist ein zentrales Thema der Eschatologie und kann nicht auf die Gemeinde übertragen werden, für die es eigene endzeitliche Prophezeiungen und Verheißungen gibt, von denen einige an späterer Stelle erörtert werden. 1. Thessalonicher 5,9 und Offenbarung 3,10 schließen die Möglichkeit aus, dass die Gemeinde durch die Trübsalszeit gehen muss, denn die Gemeinde ist nicht für den Zorn bestimmt und wird von der Stunde der Prüfung verschont bleiben. Außerdem konzentriert sich der Inhalt der Offenbarung ab Kapitel 6 auf Israel und die Heiden, die Christus ablehnen. Offensichtlich ist: Wenn Israel an Stellen erwähnt wird, die unzweifelhaft die Zukunft betreffen, dann muss Israel existieren, um diese prophezeite Zeit zu erleben. Die Rückführung der Juden und die Wiedergeburt der Nation Israel haben eine Reihe von Ereignissen ausgelöst, die auf den Tag des Herrn und alles, was danach kommt, hinführen – daher unsere Kapitelüberschrift „Israel, das Uhrwerk Gottes“. Wenn wir die Chronologie der Geschehnisse, die auf die letzten Tage der Endzeit hinführen, verfolgen möchten, müssen wir mit der Wiederversammlung der Juden in ihrem Land und der Wiedergeburt der Nation Israel beginnen. Jesus sagte: Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles gesche27


DIE ZEIT DER ZEICHEN

hen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. MATTHÄUS 24,32-35 Sowohl Hosea 9,10 als auch Joel 1,7 beziehen sich metaphorisch auf Israel als „Feigenbaum“. Das sagt uns, dass wir uns innerhalb der Grenzen der Schrift befinden, wenn wir dies als Hinweis auf Israel sehen. Aber es gibt noch mehr überzeugende Beweise dafür, dass wir Israel nicht nur als Feigenbaum sehen können, sondern auch sollten. Die Ölbergrede wurde in der Passionswoche gelehrt. Das war die Woche vor der Kreuzigung Jesu am Passahfest. Beginnend mit dem triumphalen Einzug, bei dem Er zum ersten Mal öffentlich als Messias Israels verehrt wurde, unternahm Jesus in dieser Woche mehrere Reisen nach Jerusalem. An diesem Tag reinigte Er den Tempel und trieb die Geldwechsler und Taubenverkäufer aus dem Tempel. Und als sie am folgenden Tag Bethanien verließen, hatte er Hunger. Und als er von fern einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran finden würde. Und als er zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen. Und Jesus begann und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es. MARKUS 11,12-14 Und als sie am Morgen vorbeikamen, sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln an verdorrt war. Und Petrus erinnerte sich und sprach zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt! MARKUS 11,20-21 28


Kapitel 1

Nahezu einhellig wird angenommen, dass der Feigenbaum das fruchtlose Israel darstellt, denn bei der ersten Ankunft Jesu war für das Volk Israel noch nicht die Zeit gekommen, seinen Messias zu erkennen. Das wird bei der Wiederkunft geschehen. Das Markus-Evangelium gibt uns Einzelheiten, die in Matthäus und Lukas fehlen, und wenn wir die Augenzeugenberichte kombinieren, können wir zu dieser Schlussfolgerung kommen (wobei der Feigenbaum das ungläubige Israel darstellt). Am Montag der Passionswoche verfluchte Jesus den fruchtlosen Feigenbaum, und am Dienstag fanden Jesus und seine Jünger denselben verdorrten Feigenbaum, der die Zerstreuung der Juden unter die Völker und das Ende des Volkes in seinem eigenen Land symbolisiert. Am nächsten Tag sagte Jesus: Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis (Mt 24,32). Er sprach zu derselben Gruppe von Männern in derselben Stadt über denselben Feigenbaum. Wenn also der Feigenbaum am Montag und Dienstag für das ungläubige Israel stand, dann stand der Feigenbaum am Mittwoch immer noch für das ungläubige Israel. Aus der Vision Hesekiels in Kapitel 37 wissen wir, dass Israel im nationalen Unglauben wieder im Land versammelt wird, sodass die Metapher des Feigenbaums konsequent das ungläubige Israel darstellt. Jesus sagte: Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, [was vor der Fruchtbildung des Feigenbaums geschieht], so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist (Mt 24,32). Dann erklärte Er die Bedeutung Seiner Worte, indem Er sagte, dass die Generation, die sieht, wie der Feigenbaum saftig wird und Blätter treibt, die Generation ist, die sehen wird, wie sich alles erfüllt, was in der Ölbergrede gesagt wird (V. 33-34). In einer einzigen Generation wird Israel im Unglauben auf blühen (wieder eine Nation werden), und bevor diese Generation vergeht, wird das Volk auf den blicken, den sie durchbohrt haben, und um Ihn trauern, wie man um einen einzigen Sohn trauert (Sach 12,10). Das ist die Frucht, 29


DIE ZEIT DER ZEICHEN

die nach dem Austreiben der Blätter wachsen wird, was bei der Wiederkunft geschehen wird. Wir finden in dieser Prophezeiung Daniels auch einen Beweis für die Notwendigkeit einer wiederhergestellten Nation Israel in den letzten Tagen: Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben. DANIEL 9,24 Daniel betete: „Herr, wir haben gesündigt, wir haben Unrecht getan, wir haben Frevel begangen“. Der Herr antwortet, dass er „den Sünden ein Ende machen ... die Schuld sühnen und ewige Gerechtigkeit bringen“ wird. In den Versen 25-27 teilt Gott Daniel mit, wann und wie Er diese Dinge durch die beiden Ankünfte Jesu tun wird. Diese Verse sind unter Gelehrten sehr umstritten – einige versuchen, sie auf die Gemeinde anzuwenden, andere sehen in ihnen Allegorien und wieder andere betrachten sie als rein historisch. Gabriels Worte in Daniel 9,24 beenden alle Debatten, wenn er sagt: Über dein [Daniels] Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, … Das hebräische Wort, das mit „bestimmt“ übersetzt wird, ist interessant – seine Grundbedeutung ist „abschneiden“. Das bedeutet, dass es am Ende der 70 Wochen einen Endpunkt gibt. Es kann auch mit „fertig werden“ oder „abgrenzen“ übersetzt werden. Es kann also nicht heißen, dass nach 69 Wochen die Gemeinde an die Stelle Israels tritt. Es kann auch nicht bedeuten, dass die ersten 69 Wochen wörtlich und die siebzigste Woche allegorisch zu verstehen ist. Gabriel sagte zu Daniel: „Als Antwort 30


Kapitel 1

auf dein Gebet für dein Volk ist für sie eine Zeit von siebzig Wochen bestimmt.“ Wenn wir von einer Woche sprechen, denken wir an sieben Tage. Für Daniel und sein Volk, die Juden, bedeutete das Wort, das mit „Woche“ übersetzt wurde – shabua – eine Periode von Siebenern, die Tage oder Jahre sein konnten. Um die Bedeutung dieser Prophezeiung über die siebzig Wochen besser zu verstehen, gehen wir zurück zu 3. Mose: Und der HERR redete zu Mose auf dem Berg Sinai und sprach: Rede mit den Kindern Israels und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern. Sechs Jahre lang sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre lang deinen Weinberg beschneiden und den Ertrag [des Landes] einsammeln. Aber im siebten Jahr soll das Land seinen Sabbat der Ruhe haben, einen Sabbat für den HERRN, an dem du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden sollst. Auch was nach deiner Ernte von selbst wächst, sollst du nicht ernten; und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks sollst du nicht lesen, weil es ein Sabbatjahr für das Land ist. 3. MOSE 25,1-5 Nach sechs Jahren des Pflanzens und Erntens sollten die Israeliten das Land ein Jahr ruhen lassen. Aber sie taten es nicht. Dies hilft uns, die 70 Jahre der Babylonischen Gefangenschaft zu verstehen, die aus dem Ungehorsam des Volkes und dem anschließenden Gericht Gottes resultierten: Und sie verbrannten das Haus Gottes und rissen die Mauer von Jerusalem nieder und verbrannten alle ihre 31


DIE ZEIT DER ZEICHEN

Paläste mit Feuer, sodass alle ihre kostbaren Geräte zugrunde gingen. Den Überrest derer aber, die dem Schwert entkommen waren, führte er nach Babel hinweg, und sie wurden ihm und seinen Söhnen als Knechte dienstbar, bis das Königreich der Perser zur Herrschaft kam. So wurde das Wort des HERRN durch den Mund Jeremias erfüllt: Bis das Land seine Sabbate gefeiert hat, soll es ruhen, solange die Verwüstung währt, bis 70 Jahre vollendet sind! 2. CHRONIKA 36,19-21 Israel hatte das Sabbatjahr 490 Jahre lang übertreten und missachtet, insgesamt 70 Sabbatjahre. Dies legte die Dauer der Babylonischen Gefangenschaft auf 70 Jahre fest. Daher beziehen sich die Wochen, von denen Daniel spricht, auf Jahreswochen, denn es waren Jahreswochen, die die Dauer der Gefangenschaft Israels bestimmten. Gabriel sagte, dass 490 Jahre bestimmt waren und dass die Übertretung ein Ende haben würde. Die Sünde würde ein Ende nehmen und die Versöhnung mit der Gerechtigkeit würde erreicht werden. Dies bezieht sich auf das vollendete Werk Christi am Kreuz bei Seiner ersten Ankunft. Erinnern wir uns daran, dass Jesus zunächst zu den Juden kam (Röm 1,16). Daniel wurde gesagt, dass die 70 Wochen in drei Teilen stattfinden würden: 7 Wochen, 62 Wochen und dann eine Woche. Jede Woche steht für einen Zeitraum von sieben Jahren. Dann wurden ihm diese Einzelheiten über den mittleren Abschnitt der 62 Wochen gegeben: Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteilwerden; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören, und sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es 32


Kapitel 1

Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen. Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Gräuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt. DANIEL 9,26-27 Der erste Abschnitt, 7 Wochen, endete mit dem Wiederaufbau der Mauer um Jerusalem, wie in Nehemia beschrieben. Die 69 Wochen enden mit dem triumphalen Einzug des Messias in Jerusalem. Dann wird uns von einem Bund berichtet, den das „Volk des kommenden Fürsten“ geschlossen hat. In Kapitel 7 werden wir sehen, auf wen sich das bezieht, aber jetzt müssen wir festhalten, dass es einen „Einwochenbund“ (oder Siebenjahresbund) gibt, der nicht nur erfüllt, sondern auch geschlossen werden muss. Wir müssen auch beachten, dass der Textzusammenhang derselbe ist wie in Vers 24, wo sich die bestimmten Wochen auf das Volk Daniels und auf die heilige Stadt beziehen, d. h. auf die Juden und auf Jerusalem, und daher muss der Bund mit ihnen geschlossen werden. Gabriel sagt nicht, dass der Messias kommen und Versöhnung bringen wird, wenn Gottes Volk die Herrschaft über die Erde übernimmt, wie manche lehren. Er sagt nicht, dass die Sünde ein Ende haben wird, wenn die Menschen endlich anfangen, das Richtige zu tun. Vielmehr sagt Gabriel, dass das Ende bereits feststeht und dass Israel das Uhrwerk ist, das diesen Zeitpunkt bestimmt. In Amos 9,14-15 sagt Gott: Und ich will das Geschick meines Volkes Israel wenden, und sie werden die verwüsteten Städte wieder auf bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und 33


DIE ZEIT DER ZEICHEN

deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Früchte genießen. Und ich werde sie einpflanzen in ihr Land; und sie sollen aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, nicht mehr herausgerissen werden!, spricht der HERR, dein Gott. Israel hat brachliegende Städte wiederaufgebaut und bewohnbar gemacht, Weinberge angelegt und Weinkellereien gebaut. Heute gibt es in Israel mehr als 35 kommerzielle Weinkellereien und mehr als 250 Boutique-Weinkellereien. Gottes prophetisches Wort über Israel erfüllt sich in und durch Israel vor unseren Augen.

Ist Israel eine Nation, die Früchte hervorbringt, wie es Amos prophezeite? Israel exportiert jedes Jahr Früchte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar, vor allem Zitrusfrüchte, und ist einer der weltweit größten Produzenten von Gewächshausfrüchten. Gottes prophetisches Wort über Israel erfüllt sich in und durch Israel vor unseren Augen. In seiner Rede auf dem Ölberg gab Jesus einen Ausblick auf das, was in der siebzigsten Woche geschehen wird: Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht (wer es liest, der achte darauf!), dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Bittet aber, dass eure Flucht nicht im 34


Kapitel 1

Winter noch am Sabbat geschieht. Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden. MATTHÄUS 24,15-22 Gott hat gesagt, dass die Sünde enden muss, und der Mensch kann und wird sie nie beenden, also wird Gott es tun. Alle 70 Wochen beziehen sich auf die Juden und Jerusalem, und nur 69 sind bisher erfüllt worden. Die siebzigste Woche liegt noch vor uns. Auch hier sind die Wochen festgelegt – sie sind gesetzt und abgegrenzt; es gibt keine andere Auslegung oder Verhandlung darüber, was das bedeutet. Die letzten Tage des irdischen Lebens, wie wir sie kennen, haben mit den Juden und mit Jerusalem zu tun. Das ist vorherbestimmt. Der Marsch zur Erfüllung aller Prophezeiungen über die letzten Tage, die das Tausendjährige Reich nicht einschließen, begann, als Israel Knospen trieb und Blätter hervorbrachte, was bedeutet, dass Israel innerhalb einer Jahreszeit fruchtbar werden würde. Und der HERR wird zuerst die Zelte Judas erretten, damit der Stolz des Hauses David und der Stolz der Bewohner Jerusalems sich nicht über Juda erhebt. An jenem Tag wird der HERR die Einwohner Jerusalems beschirmen, sodass an jenem Tag der Schwächste unter ihnen sein wird wie David und das Haus David wie Gott, wie der Engel des HERRN vor ihnen her. Und es wird geschehen an jenem Tag, dass ich danach trachten werde, alle Heidenvölker zu vertilgen, die gegen Jerusalem anrücken. Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den 35


DIE ZEIT DER ZEICHEN

Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen. SACHARJA 12,7-10 Dass die siebzigste Woche Daniels mit den Juden und mit Jerusalem zu tun hat, ist so sicher wie die Tatsache, dass es einen Gott im Himmel gibt – denselben Gott, der die siebzig Wochen in eine bestimmte Reihenfolge gebracht hat: sieben Wochen, dann 62 Wochen, dann eine Zeitspanne, dann eine Woche. Die siebzigste Woche ist die, von der Sacharja spricht und die Gabriel erwähnt. Es ist die Woche, die kein Mensch überleben würde, wenn sie nicht auf sieben Jahre begrenzt wäre. Es ist die Zeit der Drangsal Jakobs, der große und schreckliche Tag des Herrn, und es gibt keine Möglichkeit, diese Woche auf die Gemeinde anzuwenden. Erinnern wir uns daran, was wir bereits bei Amos gelesen haben Und ich will das Geschick meines Volkes Israel wenden, und sie werden die verwüsteten Städte wieder auf bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Früchte genießen. Und ich werde sie einpflanzen in ihr Land; und sie sollen aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, nicht mehr herausgerissen werden!, spricht der HERR, dein Gott. AMOS 9,14-15 Für das Verständnis der prophetischen Chronologie der letzten Tage ist der Schwerpunkt, auf den uns Amos hinweist, von entscheidender Bedeutung. Obwohl Amos ein Zeitgenosse von 36


Kapitel 1

Hosea und Jesaja war, wissen wir, dass das, was Amos in Kapitel 9 seiner Prophetie schreibt, nicht die Rückkehr der jüdischen Gefangenen von Babylon nach Jerusalem betrifft. Wir wissen das, weil das, was er beschreibt, nicht geschehen ist. Die Juden kehrten zwar aus der babylonischen Gefangenschaft zurück, bauten die verwüsteten Städte wieder auf, pflanzten Weinberge und Gärten, aßen und tranken, aber sie wurden für fast 2000 Jahre aus ihrem Land „herausgerissen“. Dies zeigt, dass sich die Prophezeiung des Amos in der Vergangenheit nicht vollständig erfüllt hat. Die vollständige Erfüllung liegt also noch in der Zukunft. Wir leben in den Tagen ihrer Erfüllung. Die nationale Gruppe mit der ethnischen Identität, der Sprache, dem Erbe und der Geschichte der biblischen Juden ist wieder im Land, und damit hat die Erfüllung dessen, was Amos geschrieben hat, begonnen. Das heißt, Gott selbst wird nicht zulassen, dass Israel aus dem Land vertrieben wird, egal wie sehr die verschiedenen Weltregierungen und die UNO dies versuchen. Der Grund, warum dies für den prophetischen Zeitplan entscheidend ist, liegt darin, dass die Verheißung einer identifizierbaren Volksgruppe gilt, die in der Schrift an zweiter Stelle steht: den Juden. Wenn die Juden nicht aus ihrer Zerstreuung unter die Völker zurückkehren und nicht in dieselbe geografische Region der Welt zurückgebracht werden, in der Jerusalem liegt, dann hätte Gott seine Verheißungen an sie nicht erfüllt, und das wäre eine Katastrophe für uns alle! Denen, die behaupten, das moderne Israel sei nicht das biblische Israel, möchte ich die Frage stellen: Warum ist dann alles, was die Propheten über das biblische Israel geschrieben haben, auf den modernen Staat Israel anwendbar? Warum versammelt sich die Welt gegen Israel? Warum gibt es Bestrebungen, die Stadt Jerusalem zu teilen? Warum ist die Stadt ein Stein des Anstoßes für alle Völker? Tatsache ist, dass die heutige Existenz Israels die Erfüllung von Prophezeiungen bestätigt. Diese sagen uns, dass Gottes prophe37


DIE ZEIT DER ZEICHEN

tisches Uhrwerk sich dem vorhergesagten Ende nähert. Israel ist das Uhrwerk, an dem die Ereignisse der letzten Tage gemessen werden können. Tatsache ist, dass die heutige Existenz Israels die Erfüllung von Prophezeiungen bestätigt. Diese sagen uns, dass Gottes prophetisches Uhrwerk sich dem vorhergesagten Ende nähert.

Gabriel sagte Daniel, dass für sein Volk und für Jerusalem eine siebenjährige Periode bevorstehe, die noch nicht erfüllt sei. Dazu müssten die Juden ein nationales Volk sein, in Israel leben und ganz Jerusalem besitzen. All dies sei in einer einzigen Generation geschehen, und diese Generation gehe nun zu Ende. „Wie lange dauert eine Generation?“ ist eine beliebte Frage und es gibt viele Antworten, die sich die Menschen ausgedacht haben, aber die Wahrheit ist, dass wir es nicht wissen. Wir wissen, dass es nur eine Generation gibt. Der Feigenbaum beginnt im selben Zeitraum zu sprießen und Früchte zu tragen. So wird es auch bei Israel sein. Ich möchte noch kurz auf einen Punkt eingehen, bevor wir fortfahren: Es gibt Leute, die behaupten, dass Gott Israel für immer verstoßen hat. Aber die folgenden Bibelstellen zeigen etwas anderes: Aber der HERR wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälf38


Kapitel 1

te des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden. SACHARJA 14,3-4 Und es wird geschehen, dass alle Übriggebliebenen von all den Heidenvölkern, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. SACHARJA 14,16 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. OFFENBARUNG 21,1-2 Wenn Gott das Volk Israel für immer verstoßen hat, wie manche sagen, warum kehrt Jesus dann auf den Ölberg zurück, der Jerusalem von Osten her gegenüberliegt? Warum wird Er im Tausendjährigen Reich von Jerusalem aus regieren und herrschen? Und warum wird die heilige Stadt, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind, das neue Jerusalem genannt werden? Wenn es wahr ist, dass Gott Israel verworfen hat, dann macht es keinen Sinn, dass der Herr nach Israel zurückkehren wird, dass Er während des Tausendjährigen Reiches von Israel aus regieren wird und dass Er die heilige Stadt, die vom Himmel herabkommen wird, das neue Jerusalem nennen wird. Das heutige Israel ist das biblische Israel. Es gibt keine andere Erklärung für die Existenz dieser Nation als die Erfüllung dessen, was in den Prophezeiungen über Gottes auserwähltes Volk, die Juden, noch unerfüllt ist. 39


DIE ZEIT DER ZEICHEN

Die Frage, die sich nun stellt, da es eine Nation Israel gibt und das auserwählte Volk Gottes in Rekordzahl in sein Land zurückkehrt, lautet: Wie geht es weiter? Das nächste Kapitel wird darauf näher eingehen. Für den Moment können wir jedoch sagen, dass wir in der Generation leben, die nicht vergehen wird, bis alle Weissagungen, die Jesus in der Ölbergrede darlegte, erfüllt sind.

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LEE W. BRAINARD

10 SCHLAGKRÄFTIGE ARGUMENTE Die Entrückung ist ein „explosives“ Thema und Gegenstand hitziger Diskussionen: Ist die Gemeinde während der Großen Drangsal noch auf der Erde? Oder wird sie bereits davor dem Herrn entgegengerückt? Lee Brainard war als junger Christ mehr als zehn Jahre lang überzeugter Anhänger einer Entrückung nach der Drangsal, weshalb er die Argumente dieses Standpunktes aus eigener Erfahrung kennt. Im Lauf der Zeit kam er anhand der Bibel jedoch zu einer anderen Überzeugung. In diesem Büchlein legt er zehn schlagkräftige Argumente dafür vor, dass sich die Entrückung noch vor der Drangsal (d.h. vor der 70. Jahrwoche) ereignen muss. Stets eng an die Heilige Schrift gebunden untersucht er unter Berücksichtigung von Kontext und Grundtext: • die eigenständige Zukunft und Rolle Israels; • biblische Verheißungen und Darstellungen bezüglich der Gemeinde; • eher unerwartete Typologien auf die Entrückung; • und einiges mehr. LEE W. BRAINARD (*1961) ist amerikanischer Bibellehrer; zu seinen Schwerpunkten gehören u.a. die Bibelsprachen (Griechisch und Hebräisch), Eschatologie und Apologetik. Er lebt mit seiner Frau in North Dakota, wo er in seiner Gemeinde zusammen mit anderen Brüdern am Wort dient. Die Brainards haben vier Kinder und 16 Enkelkinder. 223


DR. RENALD E. SHOWERS

MARANATHA UNSER HERR KOMME! Eine umfassende Studie zur Entrückung der Gemeinde mit erweiterten Beiträgen von Dr. Arnold G. Fruchtenbaum. Dr. Renald Showers hat über drei Jahre recherchiert, um das Buch Maranatha – Unser Herr Komme! zu verfassen. Das Buch beantwortet in über 460 Seiten praktisch alle Ihre Fragen über die Entrückung der Gemeinde sowie die wichtigsten Aspekte im Zusammenhang mit dem Thema der Entrückung. Der Theologe Thomas Ice schreibt: „Sein Abschnitt über die ‚Naherwartung‘ ist ein Klassiker, indem er aufzeigt, dass es sich um eine Lehre im gesamten Neuen Testament handelt ...“ Dieses Buch wird Ihr Wissen über Gottes Wort bereichern und Ihre Erwartung auf die Wiederkunft des Herrn stärken. DR. RENALD E. SHOWERS (1935–2019) war weithin anerkannt als einer der fundiertesten Theologen in den USA. Der Absolvent der Cairn University verfügte über einen Bachelorabschluss in Geschichte am Wheaton College, einen Masterabschluss in Kirchengeschichte am Dallas Theological Seminary sowie einen Doktortitel in Theologie am Grace Theological Seminary. Er war internationaler Konferenzsprecher für The Friends of Israel Gospel Ministry und Mitredaktuer der Zeitschrift Israel My Glory.

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AMIR TSARFATI & BARRY STAGNER

BIBLISCHE PROPHETIE: DIE GRUNDLAGEN DIE ZEIT UNSERER ERLÖSUNG NAHT In diesen unsicheren Zeiten ist es wichtiger denn je, dass Christen verstehen, was die Bibel über die Zukunft sagt. Die Autoren Amir Tsarfati und Barry Stagner sprechen regelmäßig auf Konferenzen über biblische Prophetie. Dabei sind ihre Frage-Antwort-Runden besonders beliebt. All dies verdeutlicht, wie hungrig Menschen nach einem tieferen Verständnis der endzeitlichen Ereignisse sind. Biblische Prophetie: Die Grundlagen beantwortet 70 der am häufigsten gestellten Fragen. In kurzen bibelorientierten Abschnitten werden sieben grundlegende Themenbereiche der biblischen Prophetie behandelt: – Israel – die Gemeinde – die Entrückung – die Trübsal – das Millennium – das Gericht am Großen Weißen Thron – der Himmel – Das vorliegende, gut strukturierte Frage-Antwort-Buch ist ein hilfreiches Nachschlagewerk, um im Verständnis der biblischen Prophetie zu wachsen. AMIR TSARFATI ist Bestsellerautor, gebürtiger Israeli und früherer Major der israelischen Armee. Er ist Gründer und Präsident von Behold Israel. BARRY STAGNER ist Gründer und leitender Pastor der Calvary Chapel in Tustin, Kalifornien. 227


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