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schlagkräftige
ARGUMENTE für die Entrückung vor der Drangsal
LEE W. BRAINARD
10 SCHLAGKRÄFTIGE ARGUMENTE für die Entrückung vor der Drangsal Lee W. Brainard
© 2025 Christlicher Medienvertrieb Hagedorn Postfach 300 430 40404 Düsseldorf www.cmv-duesseldorf.de ISBN: 978-3-96190-125-8 Übersetzung: Lars Kilian, Heidelberg Cover & Satz: Immanuel Stütz Druck: OSDW AZYMUT Sp. z o. o. | Polen Englischer Originaltitel:
Ten Potent Proofs for the Pretribulation Rapture © 2024 Lee W. Brainard Soothkeep Press (Veröffentlichungsorgan von Lee W. Brainard) Alle Rechte vorbehalten.
INHALT Kurzbiografie des Autors Einleitung
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Argument 1 Die eigenständige Zukunft Israels
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Argument 2 Die für Israel bestimmte 70. Jahrwoche
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Argument 3 Israel in der Drangsal
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Argument 4 Errettung vom Zorn
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Argument 5 Die Gemeinde im Himmel vor der Drangsal
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Argument 6 Typologische Darstellungen der Entrückung
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Argument 7 Das Kommen des Menschensohnes
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Argument 8 Die Wesensart der Siegel
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Argument 9 Entrückung und Zweites Kommen: Die Unterschiede
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Argument 10 Der Leib und die Braut Christi
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KURZBIOGRAFIE DES AUTORS Mein Geburtsname ist Lee William Brainard. Ich bin Bibellehrer und Autor; die Bibel ist bei Weitem mein Lieblingsbuch, und ich lese sie in den Ursprachen (Griechisch bzw. Hebräisch), in einigen wortgetreuen englischen Übersetzungen, auf Deutsch (normalerweise Elberfelder) sowie das AT auf Griechisch (Septuaginta). Zu meinen Studienschwerpunkten gehören die Bibelsprachen, Eschatologie (Prophetie), Apologetik, die theologischen Hauptkontroversen, Geschichte des Altertums (mit besonderem Schwerpunkt auf Katastrophen der Antike) sowie elektrische Kosmologie des Universums. Gegenwärtig wohnen meine Frau Nita und ich in Harvey (North Dakota), wo ich in der Harvey Gospel Chapel gemeinsam mit anderen Brüdern am Wort dienen darf. Wir haben vier Kinder (Josiah, Noah, Ezra und Lydia), die alle verheiratet sind, und derzeit 16 Enkel. Vieles habe ich in meinem Leben schon erlebt. Unter anderem war ich Airborne Ranger*, Zimmermann, Lkw-Fahrer, Arbeiter auf einer Farm, in einer Fabrik und in einem Sägewerk, Autoverkäufer, Versicherungsvertreter, Tageshändler, Techniker Mitglied eines Luftlande-Sonderkommandos der US-Armee (Anm. d. Übers.). *
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bei Jiffy Lube** und Fahrer eines Propangas-Lkws. Ich habe an meinen Autos gearbeitet, eine Menge Feuerholz gehackt und fleißig Dinge umgestaltet. In Wisconsin haben meine Jungs und ich auf gut 330 m 2 ein Blockhaus im Pfosten-Riegel-Profil gebaut. Ich bin ein Mann schlichter Freuden: Ich liebe Kaffee und dunkle Schokolade, Lesen und Gespräche mit Freunden – ganz besonders, wenn es um die Dinge Gottes geht. Ich genieße das Wandern und Klettern in den Bergen, Sonnenauf- und -untergänge, Gewitter, den Sternenhimmel, das Nordlicht und Lagerfeuer. Zu meiner Lieblingsmusik gehört das Wispern des Windes in den Kiefern, der Klageruf der Kanadagänse, der Schrei des Seetauchers, das Brunftröhren des Bullenelches, Choräle, Anbetungslieder und klassische Musik. Am 22. Juni 1961 erblickte ich in Valley City (North Dakota) das Licht der Welt. Als ich fünf Jahre alt war, zogen meine Eltern nach Helena (Montana). Dort verbrachte ich meine Kindheit und einen Gutteil meiner Teenager-Zeit in Jahren sorglosen Glücks – Campen, Angeln, Jagen, Rucksacktouren, Höhlenerkundungen, Beerenpflücken, Pilzesammeln, Gärtnern, Sport und Lesen. Im Sommer nach meinem zweiten Jahr an der weiterführenden Schule zog meine Familie nach Langdon (North Dakota), wo ich 1979 die Sekundarstufe **
Ölwechsel-Fachbetrieb für Automobile (Anm. d. Übers.).
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Kurzbiografie des Autors
abschloss. 1983-1984 besuchte ich die Oberstufe an der Universität von North Dakota in Grand Forks und absolvierte dort in zwei Sommern (1984/1985) ein linguistisches Aufbaustudium bei SIL***. Wiedergeboren wurde ich während meines letzten Jahres an der Sekundarschule (Dezember 1978) im Keller der Kathedrale von Helena (Montana) bei einer katholisch-charismatischen Versammlung. Allerdings wuchs ich nur sehr wenig, denn ich hatte kaum christliche Freunde, keine Gemeindefamilie oder pastorale Fürsorge. (Zum Teil mag das meine eigene Schuld gewesen sein.) Im Folgesommer erhielt ich während meiner Grundausbildung in Fort Leonard Wood (Missouri) durch einen Geistlichen etwas Nahrung aus dem Wort Gottes. In jenem Herbst wechselte ich von der US-Nationalgarde zur US-Armee mit dem Ziel, dem SEK der Airborne Rangers anzugehören. Mein aktiver Dienst begann im Januar 1980. Ich kam zur Grundausbildung für Infanterie- und Luftlandetruppen in Fort Benning und danach – im Mai 1980 – zum Ranger-Schulungs-Programm RIP in Fort Lewis (Staat Washington). An meinem ersten Tag dort begegnete ich einem Gläubigen, der beim RIP und auch später im Zweiten Ranger-Bataillon der Charlie Company mein Stubenkamerad wurde. Er hatte Akademisch-sprachwissenschaftlicher Arm der Wycliff-Bibelübersetzer (Anm. d. Übers.). ***
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überwältigenden Einfluss auf mein Leben, ermutigte mich zur täglichen Bibellese, nahm mich mit in die Gemeinde und stellte mich einer Bibelgruppe auf der Basis vor. Im Herbst 1980 kam es zu großen geistlichen Bewegungen durch die Bibel, was mich zu erheblichen Veränderungen in Herz, Leben und Prioritäten führte. Ich empfand deutlich, dass Gott mich zum Bibellehrer berufen hatte; so beschloss ich, das Leben für meine irdischen Träume (Bergsteigen, Sport und Karriere beim SEK) aufzugeben. Das ernsthafte Bibelstudium war mir dermaßen wichtig, dass ich es Anfang März 1981 beim Aufbruch Richtung Arktis-Training in Alaska irgendwie schaffte, meine Studienbibel, eine Strong-Konkordanz und das Buch Separation von John R. Rice in meinen Seesack zu stopfen. Kurz nach der Rückkehr aus Alaska wurde ich vor den Unteroffizier meines Zugs zitiert, der sich über mein lautstarkes Zeugnis beschwerte und mich vor die Wahl stellte: meine Bibel oder mein Barett! Beides gleichzeitig dürfe ich nur behalten, wenn ich den Mund hielte und das Thema Religion nicht mehr anspräche. Wäre ich zur Abmilderung meiner Ausdrucksweise aufgefordert worden, hätte ich das tolerieren können; mich einem unverhohlenen Verbot zu unterwerfen, war jedoch undenkbar. Ich wählte meine Bibel. Innerhalb weniger Wochen wurde ich in eine nicht-fliegende Einheit versetzt. Dort entdeckte ein freundlicher Offizier mein brennendes Verlangen, Prediger der Heiligen Schrift zu 14
Kurzbiografie des Autors
werden; er tat mir eine Tür auf, die Armee vorzeitig zu verlassen. Dank seiner Hilfe und einer Reihe weiterer Fügungen stand ich im August 1981 nach ehrenhafter Entlassung wieder in den Reihen der Zivilisten. GEISTLICHE IDENTIFIKATION Ich bin ein Jünger, ein Nachfolger Jesu. Idealerweise sollte das genügen. Doch leider leben wir in einer Zeit, da Jesu Name mit vielen ernstzunehmenden Irrtümern und Kompromissen in Verbindung gebracht wird. Der Transparenz halber gebe ich also meiner Leserschaft preis, dass ich in den Kreisen der Offenen Brüder verkehre; dass ich mich in erster Linie als konservativ-evangelikal und erst in zweiter Linie als Glied einer Brüdergemeinde betrachte; und dass ich mich des Etiketts „Fundamentalist“ nicht schäme (obwohl einige seiner Träger unausstehlich und kleinlich sind). Der Begriff sagt nämlich schlicht und einfach, dass jemand nicht bereit ist, die fundamentalen (= grundlegenden) Lehren des Glaubens zu kompromittieren. Es handelt sich also um ein ausdrücklich evangelikales Zeugnis. GEISTLICHE HÖHEPUNKTE MEINES LEBENS • Der Tag meiner Wiedergeburt • Die frühen Tage im Ranger-Bataillon: eine KJV-Studienbibel, eine Strong-Konkordanz, Keith Green, Charles Finney, John R. Rice • Mein erstes christliches Buch – die Pilgerreise 15
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Mein erstes Lehrbuch – Stepchildren of the Reformation**** von Leonard Verduin Der Tag meiner Taufe Der Tag, da ich mir ein griechisches NT, eine griechische Grammatik und Thayers Wörterbuch kaufte Der Tag, da ich durch Johannes 8,31 die Heilsgewissheit empfing Der Tag, da meinem Herzen das „Lass mein Volk ziehen“ als Lebensberufung zum Lehrer bestätigt wurde Der Tag, da ich die Brüdergemeinden kennenlernte Der Tag, da ich von Dispensationalismus und Vor-Entrückung überzeugt wurde Der Tag, da ich durch Johannes 10,27-28 der ewigen Sicherheit gewiss wurde
(Quelle: soothkeep.info/about/lee-brainard)
„Stiefkinder der Reformation“ (u.W. nicht auf Deutsch verfügbar, Anm. d. Hrsg.). ****
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>>> EINLEITUNG
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atan widersetzt sich jeder Einrichtung Gottes. Er hasst Israel, die Gemeinde, die Bibel, das Evangelium, die Ehe und die Familie. Er hasst den Unterschied der Geschlechter, den Verzehr von Fleisch und Milch, den gesunden Menschenverstand und jede andere gute Gabe, die Gott den Menschen gegeben hat. Er entstellt jede einzelne davon und schafft jeweils seine eigene pervertierte Version. Er füllt die Welt mit diesen Lügen und attackiert Menschen durch die Medien, das Bildungssystem, die Unterhaltungsindustrie, die TVSprecher der politischen Arena und die Experten der Kirchen- bzw. Gemeindewelt. Wo wir uns auch hinwenden, weht sein übler Hauch und verbreiten sich seine Lügen. Zu den von der Bibel gelehrten prophetischen Schlüsselereignissen gehört die Entrückung vor der Großen Trübsal. Diese Lehre sagt, dass Gott die Gemeinde im Vorfeld der Drangsal von der Erde wegnimmt – d.h. vor jener Gerichtszeit, die in den letzten Tagen über die Welt kommt. Dem Hohn und der Arglist des Teufels ist diese Wahrheit nicht entgangen. Weil sie von der Bibel gelehrt wird, hasst er sie. 17
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Satans Lieblingstaktik bei der Vor-Entrückung (und seine übliche Praxis bei aller Wahrheit) ist, sie zu beschmutzen und lächerlich zu machen. Er knüppelt die Leute lieber mit Schlagworten zur Herabsetzung der Wahrheit nieder, als Menschen mit soliden biblischen Argumenten zu überzeugen. „Die Beweise für eine Vor-Entrückung sind gleich null!“ „Kein Bibelvers lehrt eine Vor-Entrückung!“ „Der Dispensationalismus ist eine menschengemachte theologische Zwangsjacke, die der Bibel übergestülpt wird!“ „Jesus kommt nicht zweimal wieder! Entrückung und Zweites Kommen sind ein und dasselbe!“ „J.N. Darby hat die Vor-Entrückung erfunden!“ „Darby hatte die Lehre einer Entrückung vor der Trübsal von einer falschen Prophetin namens Margaret McDonald. Und die hatte das von einem trügerischen Geist, der sich als Heiliger Geist ausgab.“ „Warum sollte die letzte Generation der Gemeinde per Freikarte von Leiden und Bedrängnis ausgenommen sein?“ „Wer allein der Bibel und nicht Menschen folgt, wird die Vor-Entrückung nie in der Bibel finden.“ Doch solche Behauptungen legen nicht triftige Beweise vor, sondern attackieren das Gegenüber mit Scheinargumenten. Sie belaufen sich auf Anklagen der Unwissenheit, des Leichtsinns, der Pflichtscheu, der bloßen Menschenhörigkeit. Erst, wenn mögliche Überläufer durch diesen emotionalen Missbrauch weichgeklopft sind, legen Befürworter einer Entrückung nach der Drangsal ihre Argumente vor: Handverlesene Passagen werden entstellt, damit sie 18
Kurzbiografie des Autors
bedeuten, was Gott nie sagen wollte. Nicht wenige Menschen lassen sich durch diese Taktik davon überzeugen, die Vor-Entrückung sei ein Schwindel und sei der Gemeinde von Betrügern angedreht worden, welche vorsätzlich die Heilige Schrift verdrehen. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Angriffe stark zugenommen. Eine regelrechte Explosion an Websites, YouTube-Kanälen und weiteren sozialen Medien ist bemüht, die Vor-Entrückung als „Höllenlüge“ zu verleumden. Interessant ist folgende Beobachtung der Psychologie: Fürsprecher eines größeren Irrtums können sich nicht damit begnügen, einfach nur anderer Meinung zu sein. Sie fühlen sich verpflichtet, Anhänger der VorEntrückung als Betrüger und falsche Propheten zu verlästern. Nun liegt mein Glaube an die Vor-Entrückung nicht daran, dass ich die Gegenseite nie studiert und ihr kein Gehör geschenkt hätte. Weit gefehlt! Als junger Christ war ich fast zehn Jahre lang ein eifriger Anhänger der Entrückung nach der Trübsal. Von dieser Position war ich aus demselben Grund überzeugt, der auch heute viele Leute zum Glauben daran treibt. Beim Lesen von Matthäus 24 sah ich Heilige, die nach der Drangsal gesammelt wurden. Ich stärkte mich in dieser Ansicht, indem ich alle nur irgend greif baren Bücher für die Nach- und gegen die Vor-Entrückung las. Von diesen Bänden entflammt, entwickelte ich einen fanatischen Hass auf die Vor-Entrückung. Das führte zu großer 19
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Schroffheit, mit der ich meine von einer Vor-Entrückung überzeugten Freunde als gutgläubig, naiv und unwissend geißelte. Doch nach tausenden Forschungsstunden zum Zeitpunkt der Entrückung (auf neun Jahre verteilt) erfuhr ich im Herbst 1989 einen plötzlichen, kraftvollen Wandel. Ich hatte Briefe mit einem befreundeten Prediger gewechselt, der geduldig meine Stolpersteine demontierte. Aus der Bibel machte er mir überreichlich klar, dass es sich bei der Drangsals-Haushaltung um eine jüdische Haushaltung handelt. Die Drangsals-Passagen konzentrieren sich auf Jesus-gläubige messianische Juden, die den Sabbat und den Tempelgottesdienst halten. Mir dämmerte, dass ich schuldig war, den jüdischen Kontext von Matthäus 24 und weiteren Schriftstellen zur Bedrängnis der letzten Tage übersehen (oder ignoriert) zu haben. Warum also glaube ich heute an eine Vor-Entrückung? Weil eine unvoreingenommene, belastbare Untersuchung der biblischen Beweislage nachdrücklich und ausschließlich auf die Wahrheit der Entrückung vor der Drangsal hinweist. Auf den Folgeseiten lege ich zehn schlagkräftige Argumente vor, die überwältigende Beweise für die Vor-Entrückung liefern:
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Kurzbiografie des Autors
1. Die Bibel hält für Israel eine eigenständige Zukunft bereit. 2. Die Bibel sagt, dass es in der 70. Jahrwoche um Israel geht. 3. Die Bibel zeigt für die Drangsal ein Tempelzentriertes Israel, nicht die christliche Gemeinde. 4. Die Bibel verheißt der Gemeinde die Bewahrung vor der Drangsal. 5. Die Bibel zeigt die Gemeinde noch vor der Drangsal im Himmel. 6. Die Bibel zeigt Typologien für eine Rettung vor der Drangsal. 7. Die Bibel zeigt relative Normalität beim Anbruch vom Tag des Menschensohns (dem Tag des Herrn). 8. Die Bibel malt die Siegel als Heimsuchungen, die sich dermaßen von üblichen menschlichen Nöten unterscheiden, dass sie nur das Gericht am Ende des Zeitalters sein können. 9. Die Bibel macht einen klaren Unterschied zwischen Entrückung und Zweitem Kommen. 10. Die Bibel zeigt die Gemeinde als Leib und Braut Christi.
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Argument 1 DIE EIGENSTÄNDIGE ZUKUNFT ISRAELS ISRAELS VERWERFUNG UND ZERSTREUUNG Die Bibel lehrt, dass Israel aufgrund seines Unglaubens und seiner Übertretungen von Gott verstoßen wurde, wie wir in zahlreichen Abschnitten sehen. Zwei Beispiele sind Jeremia 23,39 und Hosea 5,14. Darum, siehe, werde ich euch ganz vergessen und euch und die Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, von meinem Angesicht verstoßen (Jer 23,39). Denn ich werde für Ephraim wie ein Löwe sein und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich, ich werde zerreißen und davongehen; ich werde wegtragen, und niemand wird erretten (Hos 5,14). Dieses Verwerfen hat dazu geführt, dass Israel unter die Völker zerstreut wurde – eine schmerzhafte Züchtigung, die an vielen Stellen des AT erwähnt wird. Musterbeispiele sind 5. Mose 28,64 und Jeremia 15,4. Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende 23
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der Erde; und du wirst dort anderen Göttern dienen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter – Holz und Stein (5Mos 28,64). Und ich will sie allen Königreichen der Erde zur Misshandlung hingeben, wegen Manasses, des Sohnes Jehiskias, des Königs von Juda, dessentwegen, was er in Jerusalem getan hat (Jer 15,4). Doch ist diese Verwerfung und Zerstreuung endgültig? Hat Gott das nationale Israel auf ewig verstoßen? Oder gilt das nur vorübergehend? Wird Gott eines Tages das Volk Israel als Nation wieder als sein Volk und sein Zeugnis hier auf Erden behandeln? Ein richtiges Verständnis dieser Fragen ist entscheidend, wenn wir Eschatologie und Ekklesiologie der Bibel richtig verstehen wollen. Viele Leute sind von der Theorie irregeführt worden, Israel sei dauerhaft (nicht nur vorübergehend) weggetan; Gott werde nie mehr zu Israel als seinem irdischen Zeugnis umkehren. Doch ob Gott sich Israel wieder zuwendet, ist eine Frage der Treue zu seinem Wort und der Erfüllung seiner Verheißungen. VERHEISSENE UMKEHR Die Verwerfung und Zerstreuung Israels ist eine schmerzliche Wahrheit für die Juden (und tatsächlich für alle, die Gott und seine Erlösung lieben). Doch Israels Sorgen der vergangenen 2000 Jahre sind nicht das Ende vom Lied. Gott hat verhei24
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ßen, zu ihnen umzukehren. Das wird in der Bibel so deutlich gelehrt, dass man kaum glauben mag, es könne jemandem entgehen. Hosea 3,4-5 und 5,15 – 6,2 bezeugen diese Wahrheit auf machtvolle Weise. Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten und ohne Schlachtopfer und ohne Bildsäule und ohne Ephod und Teraphim. Danach werden die Kinder Israel umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen; und sie werden sich zitternd zu dem Herrn und zu seiner Güte wenden am Ende der Tage (Hos 3,4-5). Ich werde davongehen, an meinen Ort zurückkehren, bis sie sich schuldig bekennen und mein Angesicht suchen. In ihrer Bedrängnis werden sie mich eifrig suchen. Kommt und lasst uns zu dem Herrn umkehren; denn er hat zerrissen und wird uns heilen, er hat geschlagen und wird uns verbinden. Er wird uns nach zwei Tagen wieder beleben, am dritten Tag uns aufrichten; und so werden wir vor seinem Angesicht leben (Hos 5,15 – 6,2). Man beachte die Kernaussagen dieses Abschnitts: 1. Die Verwerfung Israels. – Ich werde an meinen Ort zurückkehren. 2. Anhaltende Abwesenheit. – …bis sie sich schuldig bekennen. 25
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3. Drangsal. – In ihrer Bedrängnis werden sie mich eifrig suchen. 4. Buße. – Kommt, lasst uns zu dem Herrn umkehren. 5. Gottes Umkehr. – Er wird uns nach zwei Tagen wieder beleben. Zweifel an diesem Sachverhalt haben keinerlei Legitimation. Gott wird sich Israel wieder als sein irdisches Zeugnis zu eigen machen. Die 2000-jährige Verwerfung geht zu Ende; er gibt dem Volk eine zweite Chance, als Nation seinen Messias und den Neuen Bund in seinem Blut anzunehmen. Nur auf dieser Grundlage kann es seine alttestamentlichen Verheißungen empfangen. Und die wird es wahrhaftig bekommen – unfehlbar jede einzelne davon. Welch einem Gott wir doch dienen! Er streckt Juden wie Heiden seine unverdiente Gnade entgegen, wie lang und tief sie auch gefallen sein mögen. Er ist der Gott der zweiten Chancen. VOLLMÄCHTIGE ERWECKUNG In der Trübsal gibt Gott dem Volk Israel eine zweite Chance. Diese Zeit der Prüfung – auch bekannt als Zeit der Drangsal für Jakob (Jer 30,7) – zielt darauf, Israel zu Buße und Glauben an seinen Messias zu führen. Das wird tatsächlich geschehen, wie wir in Römer 11,26 lesen. Und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: Aus Zion wird der Erretter kom26
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men, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden. In der Drangsal werden die Schleusentore des Heils geöffnet. Sacharja teilt uns mit, dass ein Drittel der Nation an den Herrn glaubt und gerettet wird (Sach 13,9). Eine wahrhaft umwerfende Zahl! Inmitten der schlimmsten Abtrünnigkeit Israels in seiner ganzen Geschichte erlebt ein übergroßer Überrest die größte Erweckung aller Zeiten. Diese Segensausgießung strömt auch zu den Heiden – auf eine noch mächtigere Weise als jener Segen, den sie am Anfang des Gemeinde-Zeitalters empfangen haben. Klar bezeugt wird das von Römer 11,12.15. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt ist und ihr Verlust der Reichtum der Nationen, wie viel mehr ihre Vollzahl! … Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anderes sein als Leben aus den Toten? Wie wird dieses vollmächtige Werk ausgeführt? Mehrere Faktoren spielen mit. Der Herr gießt seinen Geist auf alle gläubigen Juden aus (Joel 3,1-4); analog zur Apostelgeschichte wird sich dieser Segen wohl auch auf die Heiden ausbreiten. Gott setzt seine 144000 geschützten Knechte ein (Off b 7,3-8). Er gebraucht die zwei Zeugen (meiner Schätzung nach Mose und Elia) mitsamt ihren Wundern, um viele für die wahre biblische Botschaft aufzurütteln. 27
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Letztlich bestellt Gott drei Engel, die jede Sprache fließend beherrschen; sie umrunden den Erdball in der Luft und warnen vor Babylon; warnen vor dem Tier und seinem Zeichen; und predigen das ewige Evangelium (Off b 14,6-11). HERRLICHE WIEDERHERSTELLUNG Wenn sich der Herr das Volk Israel reinigt und sein Reich mitten unter ihnen in Jerusalem aufrichtet, wird er sie segnen, wie er noch nie ein Volk gesegnet hat. Er wendet ihnen Frieden zu wie einen Strom und die Herrlichkeit der Nationen wie einen überflutenden Bach (Jes 66,12). Ihre Asche wird durch Schönheit und ihre Trauer durch Freudenöl ersetzt (Jes 61,3). Es gibt Wasser in der Wüste (Jes 35,6; 41,18-19), und das Tote Meer wimmelt von Fischen (Hes 47,8-12). Sie genießen die Reichtümer und die Herrlichkeit der Nationen (Jes 61,6). Völker und Reiche, die den Dienst für Israel verweigern, werden hart bestraft (Jes 60,12). Der Berg Zion wird zur Freude der ganzen Erde (Ps 48,3) und zur Vollendung der Schönheit (Ps 50,2). Bedeckt wird er von Rauch bei Tag und von flammendem Feuer bei Nacht (Jes 4,5) – eine Erinnerung an alle Welt, dass Zion die Gegenwart und den Schutz Gottes genießt. ISRAELS UNWIDERRUFLICHE ERWÄHLUNG Was steckt hinter Gottes Umkehr zu Israel? Souveräne Erwählung! Das wird überall in der Bibel gelehrt. In 5. Mose 7,6 etwa lesen wir: 28
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Denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott; dich hat der Herr, dein Gott, erwählt, ihm zum Eigentumsvolk zu sein aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Zwar spricht die Bibel ganz klar von Israels Erwählung; dennoch beharren viele Lehrer darauf, Gott hätte es wegen Ablehnung und Kreuzigung seines Messias dauerhaft verstoßen. Doch verneint Gott nachdrücklich den Gedanken, er habe Israel für immer abgetan; er macht deutlich, dass die Erwählung bestehen bleibt, obwohl das Volk den eigenen Messias mitsamt dem verheißenen Neuen Bund abgelehnt hat. Man bedenke folgende Aussagen aus Römer 11: Ganz Israel [wird] errettet werden … Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte, um der Väter willen (11,26.28). Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! … Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erkannt hat (11,1-2). Die Wahrheit lautet: Dass Gott verwirft, wen er zuvor erkannt oder erwählt hat, ist eine theologische Unmöglichkeit. Römer 8,29-30 macht dies hinreichend klar. Wer auch immer am ersten Schritt von Gottes Erlösungs-Kanal (Vorkenntnis) teilhat, wird zu seiner Zeit auch den letzten Schritt vollenden (Verherrlichung). 29
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Denn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt … Welche er aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. Das ist entscheidend. Gott kann nicht erkennen und dann „un-erkennen“. Er kann nicht erwählen und dann „un-erwählen“. Seine Wahl ist endgültig und unwiderruflich. Das ist eine theologische Konstante. Mit dem Anfechten dieser Aussage hinterfragt man seine Allwissenheit und Integrität. Er hat einen bedingungslosen Bund mit Abraham gewählt, ihn und seine Nachkommen (das Volk Israel) zu segnen (1Mos 15). Diese Erwählung kann durch Israels wechselvolle Geschichte des Unglaubens in Vergangenheit und Gegenwart genauso wenig rückgängig gemacht werden, wie unsere eigene Erwählung durch unser Versagen in Vergangenheit und Gegenwart rückgängig gemacht werden kann. Angesichts der biblischen Klarheit zu diesem Thema finde ich es verblüffend, dass die lautesten Befürworter einer bedingungslosen, unwiderruflichen Erwählung oft zugleich am lautesten gegen die bedingungslose, unwiderrufliche Erwählung Israels streiten. Und was ist jetzt mit Israel los? Paulus erklärt in Römer 11,4-7: Im jetzigen Gemeinde-Zeitalter wird ein Überrest errettet, während dem Volk insgesamt Blindheit widerfahren ist. 30
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Ich habe mir übrig bleiben lassen siebentausend Mann, die ihre Knie nicht vor dem Baal gebeugt haben. So besteht nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Auswahl der Gnade. … Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auserwählten haben es erlangt, die Übrigen aber sind [geblendet] worden. Dieser Überrest ist die Auswahl der Gnade, nicht die Erwählung Israels. Es geht um die Erwählung einzelner verstreuter Juden, nicht um die Erwählung Israels als Nation. Das sind zwei unterschiedliche Aspekte der Auswahl Gottes. Doch Israels nationale Blindheit währt nicht ewig. So erklärt es Vers 25: „…dass Israel zum Teil [Blindheit] widerfahren ist, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist.“ Man beachte das Wort bis! Es bedeutet, dass etwas aufhört und etwas anderes beginnt. Wenn Gottes jetziger Plan mit der nichtjüdischen Gemeinde vollendet ist, dann wird er sich Israel zuwenden und den Schleier von ihren Augen nehmen; wunderbare Dinge werden geschehen. Aber warum kehrt Gott zu dem Volk zurück, das den Messias – seinen eigenen Messias – abgelehnt hat? Weil er Gott ist! Er liebt mit einem unergründlichen Ozean der Liebe. Er vergibt mit Gnade jenseits des menschlichen Verstandes. Er hält sein Wort (Tit 1,2; Hebr 6,18). Paulus legt diese Argumentation in Römer 11,28-29 vor. Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber 31
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Geliebte, um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar . „Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar“ – das zitieren wir gern in Bezug auf unsere eigene Situation und wenden das Prinzip auf uns selber an, was nicht falsch ist. Man beachte jedoch: Vorgestellt wird diese herzerwärmende Wahrheit im Kontext von Israels künftiger Wiederherstellung. Es gefiel Gott, diese Einsicht in seine Unwandelbarkeit (Unveränderlichkeit) mit der zugespitzten Beobachtung vorzustellen, dass er seine Verheißungen an Israel niemals rückgängig machen wird. Er hat sich voll und ganz Israels Wiederherstellung verschrieben; er wird sie vollbringen und alle Pseudo-Evangelikalen beschämen, die sie mit ihren allegorisierenden Methoden heiß bestreiten. „Geliebte“ bedeutet: Gottes Herz steckt in dieser Umkehr zum Volk und der Nation Israel. Ob uns das in unser theologisches Konzept passt oder nicht, spielt keine Rolle. Es ist eine klare Aussage der Schrift; wir sind verpflichtet, sie zu empfangen und zu glauben. „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.“ „Unbereubar“ heißt so viel wie „unwiderruflich“. Gott kann und wird seine Meinung in dieser Sache nie ändern. Warum? Weil seine Wege rein und vollkommen sind. Er macht keine Fehler. Er braucht niemals seine Pläne zu ändern. Seine Pläne sind so unwandelbar wie er selbst. Er hat Israel für 32
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bestimmte Aufgaben mit einem bestimmten Segen in der bestimmten Zukunft erwählt. Diese Pläne sind nicht dauerhaft beiseitegelegt oder geändert worden. Sie sind immer noch am Laufen, und ihr Tag ist nicht mehr fern. Doch wenn der Herr zu Israel umkehrt und es segnet, geschieht das weniger um ihretwillen als um seinetwillen. Sein Name, seine Ehre und sein Wort stehen auf dem Spiel. Das wird in Hesekiel 36,22 und dem umgebenden Kontext verdeutlicht. So spricht der Herr, Herr : Nicht um euretwillen tue ich es, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, wohin ihr gekommen seid. DIE UMKEHR ZU ISRAEL VERLANGT EINE ENTRÜCKUNG VOR DER DRANGSAL Dass Gott zu Israel umkehren wird, verlangt eine Entrückung vor jener Zeit. Jakobus spielt in Apostelgeschichte 15,14-16 mit seinen Worten an die Jerusalemer Gemeinde darauf an. Bei diesem Konzil hatte Petrus zuvor erklärt, wie Gott ihn gebraucht hatte, das Evangelium erstmals zu den Heiden zu bringen. Dann berichteten Paulus und Barnabas der Jerusalemer Gemeinde, wie Gott durch sie Wunder unter den Heiden getan hatte. Als ihr Zeugnis beendet war, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Simon hat erzählt, wie zuerst Gott darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für 33
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seinen Namen. Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: Danach will ich zurückkehren und die Hütte Davids wieder aufbauen, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder aufbauen und sie wieder aufrichten. Hier gerät mancher Leser in Verwirrung und setzt Gottes Aufnahme der Heiden mit dem Auf bau der Hütte Davids gleich. Das ist jedoch ein Fehler. Jakobus vergeistlichte nicht den Tempel. Er setzte nicht die Sammlung der Heiden mit dem Bau des Tempels gleich, sondern er machte einen Unterschied zwischen beiden. Man beachte Jakobus’ „danach“. Gottes Umkehr zu Israel und sein Neubau des Tempels beginnt erst, nachdem er die Sammlung eines Volkes aus den Nationen beendet hat. Wir erfahren also: Erst geht das Gemeinde-Zeitalter zu Ende – danach kehrt der Herr zu Israel um, erbarmt sich über Jerusalem und baut den Tempel neu auf. Woher hatte Jakobus diese Reihenfolge? Er zählte zwei und zwei zusammen. Er wusste, dass Gott eine lange und schmerzhafte Verwerfung Israels sowie seine letztliche Umkehr zu Israel vorausgesagt hatte. Das sah er in Stellen wie Hosea 5,14 – 6,2 und Amos 9,9-11. Er wusste um die Verheißung der Schrift, dass durch Abrahams Samen alle Nationen gesegnet werden sollten (1Mos 18,18). Er wusste, dass der Name des Herrn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang gelobt werden sollte (Ps 113,3). Von den Lippen des Herrn hatte er den Mis34
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sionsbefehl an die Jünger gehört: die Ermahnung an Jesu Nachfolger, das Evangelium zu jeder Nation zu tragen (Mt 28,19-20). Aus dem Mund seiner MitApostel hatte er vom Werk des Herrn unter den Nationen gehört. Er wusste auch: Niemals unter der Sonne würde der Herr zwischen der Verwerfung Israels und Israels Wiederherstellung einfach nur „die Däumchen drehen“, „keinen Finger krumm machen“ und hier auf Erden mehr oder weniger gar nichts mehr tun. Aus dem allen folgerte Jakobus: Gottes gegenwärtiges Mühen der Sammlung von Heiden für seinen Namen ist die Erfüllung des verheißenen Segens für alle Nationen durch Abrahams Samen. Das gegenwärtige Programm einer nichtjüdischen Gemeinde verzahnt sich perfekt mit Gottes Verwerfung Israels, mit seiner anhaltenden Abwesenheit fern von ihnen und mit seiner Umkehr zu seinem Volk in den letzten Tagen. Und wie verweist jetzt die prophezeite künftige Wiederherstellung Israels auf eine Entrückung vor der Drangsal? Nun, der Herr kann nicht gleichzeitig zwei klar getrennte Zeugnisse auf Erden haben. Wenn der Herr zu Israel als seinem Zeugnis umkehrt, muss jene Zeit ein Ende haben, da die Gemeinde dieses Zeugnis trägt. Genau das sehen wir auf den Seiten der Heiligen Schrift. Gott wendet sich wieder Israel zu, nachdem er seine nichtjüdische Gemeinde vollständig gesammelt hat. In der Drangsal sehen wir Gott mit Israel handeln. Wir folgern also, dass die Gemeinde noch vor dieser Drangsal entrückt werden muss. 35