Harald EckErt mit Beiträgen von Rev. Willem Glashouwer, Derek Prince †, Dr. Wolfgang Schuler, Andrew Tucker, Philip Holmberg und Tobias Krämer
DeutschlanD, Israel und das
tal Der entscheIDung
ISBN 978-3-86098-206-8 Christliche Kommunikation und Verlagsgesellschaft mbH, Lübeck 1. Auflage 2014 © 2014 beim Herausgeber: Christen an der Seite Israels e.V. Ehlener Str. 1 34289 Zierenberg eMail: info@israelaktuell.de www.israelaktuell.de Umschlaggestaltung und Satz: Ewald Sutter, Azar Trostberg Druck: CPI books GmbH, 25917 Leck Alle Rechte vorbehalten. Die Übersetzung, Vervielfältigung, Speicherung oder Weitergabe dieses Buches in jedweder elektronischer, mechanischer, photo- oder tontechnischer Form ist, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. Soweit nicht anders angegeben, wurden die Bibelzitate der Schlachter-Übersetzung von 2000 entnommen. 2
Inhalt
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Teil 1: Bibelstudium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Kapitel 1: Einführung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Kapitel 2: Anfang und Ziel der biblischen Offenbarung . von den Völkern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Kapitel 3: Die Rolle Israels in der Heilsgeschichte . der Völkerwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Kapitel 4: Israel im Neuen Testament . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Kapitel 5: Die Völker im Neuen Testament . . . . . . . . . . . . . . 37 Kapitel 6: Israel und die Völker in der Kirchengeschichte. . . . 43 Kapitel 7: Das Völkergericht im Alten Testament – . eine Einführung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Kapitel 8: Das endzeitliche Völkergericht im Propheten Joel. . 53 Kapitel 9: Jerusalem rückt in das Zentrum des Konflikts. . . . . 59 Kapitel 10: Israel wird Erweckung und Rettung zuteil. . . . . . . 67 Kapitel 11: „Und seine Füße werden an jenem Tag . auf dem Ölberg stehen …“. . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 Kapitel 12: Das Endgericht über die Völker. . . . . . . . . . . . . . . 81 Kapitel 13: Was sagt die Bibel zum Gericht über Nationen?. . . 87 Kapitel 14: Wir Christen und das Gericht über die Nationen. . 91 Kapitel 15: Gericht über alle Völker oder einen Teil? . . . . . . . . 99 Kapitel 16: Gebet für unsere Regierungen . . . . . . . . . . . . . . 107 3
Teil 2: Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113 Anlage 1: Zeugnis und Vision . (von Harald Eckert) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Anlage 2: Israel und die UNO. (von Andrew Tucker) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Anlage 3: Vergäße ich Dein, Jerusalem. (von Willem Glashouwer) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 Anlage 4: Alijah – die Heimkehr des jüdischen Volkes . nach Israel. (von Philip Holmberg) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 Anlage 5: Antisemitismus heute – . Status quo, Erkennungsmerkmale, Ausstiegshilfen. (von Tobias Krämer) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 Anlage 6: Die Kraft des kollektiven Fastens. (von Derek Prince) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171 Anlage 7: „Die Sonne wird sich verfinstern, . und der Mond wird zu Blut“. (von Dr.Wolfgang Schuler) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183 Anlage 8: Deutschland auf dem Weg in das . „Tal der Entscheidung“. (von Harald Eckert). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 Anlage 9: Anmerkungen zum „Global Prayer Call 2015“ und . „Beten und Gedenken – 100 Tage für Deutschland und Israel“. (von Harald Eckert). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
Vorwort
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ieses Buch versteht sich in erster Linie als Aufruf und Ermutigung zum Gebet. Und zwar zum Gebet für das eigene Volk, die eigene Nation. Für mich als Deutscher heißt dies: Zum Gebet für mein deutsches Volk. Ich hatte lange ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Volk, wie so viele Deutsche, die bis heute kaum fassen können, wie es zum Alptraum der Nazizeit, des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust kommen konnte. Wie kann ich als Mensch, als Christ, ein gesundes, ein geklärtes, geistlich gesprochen: ein erlöstes Verhältnis zu meinem eigenen Volk bekommen? Und: Gibt es eine Chance auf Erlösung, auf eine hoffnungsvolle Zukunft für mein Volk in kollektiver Dimension? Gibt es zu diesen Fragen biblische Einsichten und Hinweise, die geistlich relevant und praktisch anwendbar sind? Als geistlich und historisch interessierter Mensch packten mich diese Fragen schon in meiner frühen Jugend – und ließen mich bis heute nicht mehr los. Das (Zwischen-)Ergebnis meiner tiefgreifenden Fragen und meines intensiven Suchens findet sich – auf alle Völker angewandt – in diesem Buch wieder. Auf dieser Suche entdeckte ich Überraschendes: • Zum einen, dass die Schrift von Anfang bis zum Ende von einer tiefen Liebe spricht, die Gott gegenüber allen Völkern hegt.
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Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
• Zum zweiten, dass aus Gottes Perspektive betrachtet Israel eine ganz besondere Rolle hat in dem, wie Gott die Völker anspricht und mit ihnen umgeht. Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute und bis zur Wiederkunft Jesu. Gemäß dem Zeugnis des Alten und des Neuen Testaments. • Zum dritten, dass es ein endzeitliches „Tal der Entscheidung“ gibt, in dem sich das letztendliche Schicksal aller Völker entscheidet – und zwar nach Jesu eigenen Aussagen dahingehend, ob ein Volk sich im Segen in Richtung der sprichwörtlichen „Schafnation“ oder im Gericht in Richtung „Bocknation“ entwickelt. Was heißt das für jedes einzelne Volk? Und wie können wir als Christen schriftgemäß beten, glauben und handeln? Viele Christen beten für Erweckung im eigenen Volk. Immer mehr Christen beten auch für Israel. Aber wie viele Christen beten auf biblischer Grundlage für das Verhältnis des eigenen Volkes, der eigenen Nation zu Israel? Genau dafür möchte dieses Buch biblische Grundlagen und ergänzende Hinweise vermitteln. Dabei teilt sich das Buch bewusst in zwei Teile: Der erste Teil ist ein reines Bibelstudium. Im zweiten Teil folgen Anlagen ganz unterschiedlicher Art: Mein Zeugnis als ergänzender Hintergrund und zum Verständnis des Aufrufs zum Gebet für Anfang 2015. Die Vertiefung relevanter historischer Ereignisse und die Vertiefung im Wort Gottes ergänzend zum Bibelstudium von Teil 1. Ich danke an dieser Stelle allen Autoren für ihre kostbaren Beiträge! Harald Eckert zum Holocaustgedenktag am 27.1.2014, dem 69. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz
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Teil 1
Bibelstudium
Kapitel 1
Einführung
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ie Frage nach dem, was die Bibel über das Verhältnis von Gott zu der Völkerwelt zu sagen hat, ist eine Frage von großer und weitreichender Bedeutung. Leider findet diese Frage bei gläubigen Christen viel zu wenig Beachtung. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Einige davon seien kurz aufgezählt: • Viele Christen glauben intuitiv, dass Gott nur im Alten Testament über (Israel und die) Völker spricht. Im Neuen Testament spricht er – so die gängige Meinung – nur über seine Absichten mit dem Einzelnen. • Im Verlauf der Kirchengeschichte gab es zur Frage der biblischen Bedeutung von Völkern, Regierungen und der Bedeutung kollektiver Größen sehr unterschiedliche, zum Teil sehr bizarre Mehrheitsmeinungen. • Das Buch der Offenbarung und andere endzeitliche Aussagen im Alten wie im Neuen Testament lösen bei vielen Christen mehr Fragen aus, als dass sie Antworten vermitteln. Die natürliche Reaktion vieler besteht darin, sich von diesen Themen fernzuhalten.
So verständlich diese Gründe sind, so ungerechtfertigt sind sie, wenn man sich genauer mit den angesprochenen Themen befasst.
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Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
Das Gleichnis Jesu vom Völkergericht Alleine das Gleichnis Jesu vom Völkergericht, von dem wir in Matthäus 25, 31ff lesen, sollte uns zum Nachdenken bringen. Dort heißt es in den Einleitungsversen: „Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ (Matthäus 25, 31-33) Wenn man diese Verse wörtlich nimmt, und so sind sie gemeint, dann lässt sich alleine daraus schließen, 1. dass Völker auch im Neuen Testament eine Rolle vor Gott spielen. 2. dass es ein Gericht nicht nur über Einzelne, sondern auch über Völker gibt. 3. dass dieses Gericht mit dem zweiten Kommen Jesu zusammenhängt – also noch in der Zukunft liegt. Und wenn dem so ist – kann uns das, ja darf uns das als Christ egal sein? Darf uns das künftige Schicksal unseres Volkes unberührt lassen? Ist es geistlich und menschlich irrelevant, ob unser Volk dermaleinst zu den „Schafen“ oder zu den „Böcken“ zählt? Und wenn nicht, wie kann ich darauf Einfluss nehmen? Was ist meine Verantwortung vor Gott und vor den Menschen?
Zwei Grundregeln des Bibelstudiums Um auf diese Fragen und auch auf die oben genannten Gründe für die große Verunsicherung zu diesen Fragen schrittweise
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Kapitel 1: Einführung
und systematisch eingehen zu können, möchte ich einige einleitende Hinweise zur Methodik dieser biblischen Untersuchung nennen: Zum einen: Wenn man sich einem etwas komplexeren Thema der Heiligen Schrift zuwendet, dann ist es oft eine große Hilfe, danach zu fragen, wo und in welchem Kontext dieses Thema in der Bibel zum ersten und zum letzten Mal angesprochen ist. Wenn man den Ursprung und das Ziel einer Offenbarungslinie kennt, dann tut man sich oft leichter, auch die dazwischenliegenden Offenbarungspunkte besser dem biblischen Gesamtzeugnis zuordnen zu können. Deshalb kommt dem Buch Genesis und dem Buch der Offenbarung eine so große Bedeutung zu. Viele Themen, die in Genesis, dem 1. Buch der Bibel, eröffnet werden, kommen im Buch der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, zu ihrem offenbarungsgemäßen Abschluss. Zum zweiten gibt es für das Verhältnis zwischen dem Alten und dem Neuen Testament eine entscheidende Grundsatzfrage:Welche Offenbarungslinien stehen in einer gesamtbiblischen Kontinuität und bei welchen Offenbarungslinien ist eine Diskontinuität festzustellen? Ein Beispiel für Diskontinuität ist der Tempelopferritus. Jesus hat die Zerstörung des Tempels und des gesamten damit verbundenen Ritus vorhergesagt – und so ist es auch eingetroffen. Er hat sowohl für den Tempel als auch für den Opferdienst eine Alternative angeboten: Wir als Gläubige sind der neue Tempel und er als Lamm Gottes ist das allumfassende und allgültige Opfer. Zwei Beispiele für Kontinuität sind die bleibende Gültigkeit der alttestamentlichen Offenbarung zur Schöpfung sowie der Zehn Gebote mit dem Liebesgebot als dessen Mitte (Zentrum). Im Neuen Testament wird zu beidem nicht viel erwähnt, aber die
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Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
wenigen Bestätigungen, die es neutestamentlich dazu gibt, genügen, um die bleibende Bedeutung der alttestamentlichen Offenbarung zu diesen Themen zu bestätigen und als selbstverständlich vorauszusetzen. Es fällt den meisten von uns nicht schwer, dies nachzuvollziehen.
Biblische Kontinuität am Beispiel „Israel“ Was nun das Thema Israel betrifft, gilt in dieser Hinsicht im Grundsatz das Gleiche. Einige Beispiele aus dem Römerbrief: In Römer 9, 4-5 zählt Paulus acht Gnadengaben auf, die dem Volk Israel von Gott gegeben sind und die ihm auch bleibend zugedacht sind: „... die Israeliten sind, denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen; ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobter Gott in Ewigkeit. Amen!“ Im gleichen Brief, Kapitel 15,Vers 8, sagt Paulus, dass einer der Gründe, warum Jesus auf die Erde gekommen ist, die Bestätigung der Verheißungen Gottes gegenüber dem jüdischen Volk ist: „Ich sage aber, dass Jesus Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen ...“ Deswegen konnte Paulus auch in Römer 11, 28 + 29 so eindeutig feststellen, dass Gott sein Volk Israel keineswegs verstoßen hat, sondern seine Gnadengaben an dieses Volk und die Berufung dieses Volkes vor ihm auch aus neutestamentlicher Sicht bleibende Gültigkeit haben:
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Kapitel 1: Einführung
„Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen. Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen ...“ Es sind nicht viele Aussagen – aber sie genügen, um deutlich zu machen, dass es in Bezug auf Israels Berufung, Israels Gnadengaben und die Verheißungen Gottes an Israel keinen Zweifel gibt: Hier handelt es sich um Dinge von gesamtbiblischer Kontinuität. In diesen Fragen gibt es keinen Bruch zwischen Altem und Neuem Testament. Vor dem Hintergrund dieser einleitenden Überlegungen wollen wir nun den Einstieg in die Völker-Thematik vornehmen, indem wir fragen: a) Wie ist in der Schrift zum ersten und zum letzten Mal von den Völkern die Rede? b) Sind die Völker ein Thema gesamtbiblischer Kontinuität oder Diskontinuität? c) Und welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus den jeweiligen Erkenntnissen?
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Kapitel 2
Anfang und Ziel der biblischen Offenbarung von den Völkern
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ann erwähnt die Bibel zum ersten Mal Völker? Wann zum letzten Mal? Wenn ich auf meinen Vortragsveranstaltungen diese Frage stelle und Raum für eine Antwortmöglichkeit gebe, ähneln sich die Antworten oft. Zur ersten Frage kommt oft die Antwort: „Beim Turmbau zu Babel“ (1. Mose 11), zur zweiten Frage heißt es in der Regel: „Irgendwo im Buch der Offenbarung.“ Beides ist nah dran. Sehen wir etwas genauer hin.
Die Entstehung der Völker auf der Grundlage des Noahbundes Zum ersten Mal tauchen in der Bibel die Völker in 1. Mose 10 auf. Dort wird berichtet, wie aus den drei Söhnen Noahs – Ham, Sem und Japhed – insgesamt 70 Völker hervorgegangen sind. Die Zahl 70 hat im Hebräischen eine besondere Bedeutung: Die Zahl 7 steht für innere Vollkommenheit, die Zahl 10 für äußere Vollkommenheit oder Vollständigkeit. 7 mal 10 oder 10 mal 7 ist eine Kombination beider Dimensionen. 70 ist also ein Hinweis auf die Gesamtheit der Völkerwelt, die aus der Nachkommenschaft Noahs entsprang.
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Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
„Das sind die Sippen der Söhne Noahs nach ihrer Abstammung in ihren Völkern; und von ihnen haben sich nach der Sintflut die Völker auf der Erde verteilt.“ (1. Mose 10, 32) Mindestens genauso bedeutsam wie dieser numerische Hinweis ist die Vorgeschichte zur Entstehung der Völkerwelt. Dieser voraus ging die Sintflut, die Vernichtung allen menschlichen Lebens, und der Neuanfang nach der Sintflut. Dieser Neuanfang war gekennzeichnet durch zahlreiche Gnadenverheißungen Gottes. Gott versprach Noah, dass er niemals mehr ein solch totales Gericht über die Menschheit bringen werde. Er versprach, dass er die Naturgesetze zur Versorgung der Menschen achten, ja darüber wachen werde. „Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter,Tag und Nacht, solange die Erde besteht!“ (1. Mose 8, 22) Und als Siegel auf diese gnädigen und gütigen Verheißungen setzte Gott als Bundeszeichen den Regenbogen. „Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich festsetze auf ewige Geschlechter hin zwischen mir und euch und allen lebendigen Wesen, die bei euch sind: Meinen Bogen setze ich in die Wolken, der soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde.“ (1. Mose 9, 12-13) Die Grundlage, aus der heraus die Völkerwelt entstanden ist, war also keine geringere als Gottes Liebe und Güte, die sich im Noahbund, einem ewigen Gnadenbund, manifestiert hat. Das war der Anfang von Gottes Geschichte mit der Völkerwelt.
Die Heilung der Völker in der Perspektive der Ewigkeit Das Ende, soweit es uns gezeigt wird, finden wir im letzten Kapitel des letzten Buches der Bibel. Hier befinden wir uns in den letzten
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Kapitel 2: Anfang und Ziel der biblischen Offenbarung von den Völkern
Zügen dessen, was uns die Schrift über das ewige Zeitalter offenbart, das Zeitalter des neuen Himmels, der neuen Erde und des neuen Jerusalems, das vom Himmel auf die Erde kommt. In diesem Zusammenhang heißt es mit Bezug auf die Völker (Offenbarung 22, 1-2): „Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, [war] der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.“ Im Buch der Offenbarung ist an vielen Stellen von Völkern und Königen (Herrschern) und (antichristlich geprägten) Völkerkonglomeraten die Rede. Es ist von der Hure Babylon die Rede als einem Bild für das ultimative antichristliche Reich, voller verführerischer Schönheit und Reichtum. Es ist in diesem Zusammenhang in dramatischen Beschreibungen viel von Kampf und Gericht die Rede. Doch das Letzte, das Allerletzte, was uns zu den Völkern genannt wird, ist durch und durch anders: Hier ist von Leben die Rede, von Heilung, ein Bild des Friedens und des Überflusses wird gezeichnet in der Erzählung von dem Baum am Wasser des Lebens, dessen Blätter zur Heilung der Völker dienen. Viel könnte zu der Symbolkraft der verwendeten Bilder gesagt werden. Das Bild vom Baum erinnert an die beiden Bäume im Paradies. Das, was ganz am Anfang mit der Erschaffung zweier Menschen begann, endet nun mit der Heilung vieler Völker. Der gesamtbiblische Kreis schließt sich. Die Heilsgeschichte kommt zu ihrem letztendlichen, uns geoffenbarten Schlusspunkt.
Anfang und Ende der Völkergeschichte: Gottes Liebe! Das Entscheidende wird deutlich. Das Erste und das Letzte, was in der Bibel zu den Völkern gesagt wird, lautet: Gott liebt die Völ-
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ker! Er will sie segnen. Er trifft Vorsorge dafür: Am Anfang der Noahbund, am Schluss der Baum des Lebens. Mit der gleichen Sicherheit, mit der man biblisch grundsätzlich feststellen kann, dass jeder Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist, daraus eine grundsätzliche, individuelle Würde bezieht und sich somit als persönlich von Gott geliebt begreifen darf, in gleicher Weise dürfen wir feststellen, dass dies auch für Völker gilt: Gott liebt jedes Volk! So wie er die unendliche Vielfalt individueller Ausdrucksformen von Gottes Ebenbildlichkeit geschaffen hat, ehrt und liebt, so gilt das auch für die kollektiven Ausdrucksformen von Gottes Ebenbildlichkeit: Jedes Volk hat seine eigene kollektive Persönlichkeit, seine spezielle Mentalität, sein kollektives Temperament, seine kollektive Kreativität. Der biblische Gott ist der Gott des Mikrokosmos wie auch der Gott des Makrokosmos. Der biblische Gott ist der Schöpfer und Gott des einzelnen Menschen und der Schöpfer und Gott jedes einzelnen Volkes. Das ist das Fundament und das ist das verheißene Ziel der Heilsgeschichte für die Völkerwelt: Gottes Liebe! Gottes gnädige Fürsorge! Gottes Bund im Zeichen des Regenbogens. Und Gottes Verheißung des Baumes des Lebens. Es ist mir sehr wichtig, diese zentrale Wahrheit am Anfang unserer Untersuchung mit dem nötigen Nachdruck zu betonen. Wir werden im weiteren Verlauf viel über Gerichte und tragische Dinge sprechen müssen. Manchmal erlebe ich in christlichen Kreisen fast so etwas wie eine heimliche (oder besser: unheimliche) Lust an den Gerichtsankündigungen Gottes. Das entspricht nicht dem Charakter Gottes. Er richtet niemals gerne und niemals ohne Ziel: So lang wie irgend möglich dienen alle Gerichte dem Wunsch, dass diese zur Umkehr führen. Bis es irgendwann zu einem letzten Gericht kommt. Dieses ist dann end-
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Kapitel 2: Anfang und Ziel der biblischen Offenbarung von den Völkern
gültig. Das gilt für Einzelne wie auch für Völker – wie wir noch sehen werden. Aber solange es irgend geht, möchte Gott nichts mehr, als dass sich Einzelne wie auch Völker für seine Liebe, seine Güte und sein Erbarmen öffnen. Dass sie umkehren von ihren bösen Wegen und ihre Zukunft aus der erfahrenen Liebe und dem Erbarmen Gottes heraus gestalten.
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Kapitel 3
Die Rolle Israels in der Heilsgeschichte der Völkerwelt
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m nun die Rolle Israels für Gottes Segensabsichten mit den Völkern zu verstehen, müssen wir wieder an den Anfang zurückkehren. In den Kapiteln 1. Mose 8 und 9 ist im Wesentlichen vom Noahbund die Rede. Im Kapitel 10 von der Entstehung der Völkerwelt aus der Nachkommenschaft Noahs heraus. Über einige Generationen hinweg lebten die Völker unter der gnädigen Fürsorge Gottes und ehrten ihn dafür. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie meinten, ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können – und hier kommen wir zum biblischen Bericht vom Turmbau zu Babel, 1. Mose 11.
Der Turmbau zu Babel Im Turmbau zu Babel wandten sich die Völker geschlossen gegen Gott und gegen seine guten Pläne und Absichten mit ihnen. Bis dahin lebten die Völker offenbar in guter Nachbarschaft zusammen. Sie sprachen eine gemeinsame Sprache. Sie blühten unter dem Segen des Noahbundes auf, vermehrten sich, es ging ihnen gut und sie wurden stark. Doch anstatt Gott zu danken und ihn zu ehren für diesen Segen, wurden sie von Stolz und Hochmut
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Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
ergriffen und rebellierten gegen Gott und seine Gebote, die sie als bleierne „Ketten“ missverstanden. Was im Garten Eden auf individueller Ebene geschah, wiederholte sich im Turmbau zu Babel in erstaunlicher Parallele nun auf kollektiver Ebene. „Und die ganze Erde hatte eine einzige Sprache und dieselben Worte. Und es geschah, als sie nach Osten zogen, da fanden sie eine Ebene im Land Sinear, und sie ließen sich dort nieder. Und sie sprachen zueinander: Wohlan, lasst uns Ziegel streichen und sie feuerfest brennen! Und sie verwendeten Ziegel statt Steine und Asphalt statt Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan, lasst uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, dass wir uns einen Namen machen, damit wir ja nicht über die ganze Erde zerstreut werden! Da stieg der Herr herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, den die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, sie sind ein Volk und sie sprechen alle eine Sprache, und dies ist [erst] der Anfang ihres Tuns! Und jetzt wird sie nichts davor zurückhalten, das zu tun, was sie sich vorgenommen haben. Wohlan, lasst uns hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, damit keiner mehr die Sprache des anderen versteht! So zerstreute der Herr sie von dort über die ganze Erde, und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Daher gab man ihr den Namen Babel, weil der Herr dort die Sprache der ganzen Erde verwirrte und sie von dort über die ganze Erde zerstreute.“
Der „Geist Babels“ in der Völkergeschichte Die Völker vereinten sich in Stolz und Hybris, in Rebellion und in Unabhängigkeit von Gott. Sie nahmen ihr Schicksal in die eigene Hand, stießen den Gott, der sie über Generationen hinweg segnete, der ihr Wohl im Sinn hatte und der Vorsorge dafür getroffen hatte, geradezu hasserfüllt von sich. Sie wollten sich, ihrem Genius, ihrer Tat- und Willenskraft ein Denkmal setzen. Sie
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Kapitel 3: Die Rolle Israels in der Heilsgeschichte der Völkerwelt
entfernten sich von einer Haltung der Dankbarkeit und der Zufriedenheit mit dem, was ihnen unter dem Segen Gottes zugedacht war, und wurden maßlos, gierig, über die Maßen stolz auf sich selbst und überheblich gegenüber ihrem Gott. Sie wurden ergriffen vom Geist Babels, einem dämonischen Geist, der sie zu Höchstleistungen anstachelte – Höchstleistungen ohne Gott, ja Höchstleistungen gegen Gott. Dieser babylonische Geist, der Geist der Hybris und der Rebellion, ist bis heute aktiv. Er ist bis heute Sinnbild für antigöttliche und antichristliche Ideologien und Weltmächte, die von einem Geist des Stolzes und der Rebellion durchdrungen sind. Als Deutscher kann ich sagen, dass mein Volk alleine zwei Ausdrucksformen dieser Gesinnung erlebt und erlitten hat: Die faschistische Variante unter der Nazi-Diktatur und die kommunistische, die unter Stalins Ägide nach dem 2. Weltkrieg halb Deutschland (Ost-Deutschland, DDR) in ihren eisernen Griff nahm. Die ideologischen Gewänder verändern sich im Laufe der Zeit, aber die Grundgesinnung und die dahinter liegende dämonische Inspiration ändern sich nicht. Die meisten großen Weltmächte der Vergangenheit waren von diesem Geist durchdrungen – und Israel war im Verlauf seiner Geschichte immer wieder mit ihnen konfrontiert: Die Babylonier, die Perser, die Griechen, die Römer. Auch die etablierte Kirche des Mittelalters hatte babylonische Züge. Und moderne Ideologien und Konglomerate waren oder sind gefährdet, sei es die militanthumanistische Aufklärung, der Kommunismus, der Faschismus, der entfesselte, ungezügelte Kapitalismus oder der radikale (das heißt der ursprüngliche) Islam. All diese Mächte und Konglomerate sind auf je unterschiedliche Weise von dem babylonischen Geist des Stolzes und der Rebellion gegen Gott und seine guten Gebote durchdrungen. Und die Bibel sagt voraus, dass diese Tendenz auf der Ebene von Völkern und Weltmächten sich weiter entfalten
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wird, bis zu einem letzten, antichristlichen Höhepunkt hin, ehe – siehe Offenbarung 19 – das finale Gericht über „die Hure Babel“ und den Geist, für den sie steht, kommt. Und dieses finale Gericht über „Babel“ geht einher mit dem (zweiten) Kommen des Messias und dem Anbruch des messianischen Königreichs mit Zion als Zentrum und Ausgangspunkt, wie schon der Psalmist vom Heiligen Geist inspiriert in erstaunlicher Präzision und Klarheit vorhergesehen hat (Psalm 2): „Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten: ‚Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!‘ Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm: ‚Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!‘ – Ich will den Ratschluss des Herrn verkünden; er hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!‘ So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde! Dient dem Herrn mit Furcht und frohlockt mit Zittern. Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg; denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! Wohl allen, die sich bergen bei ihm!“
Die Antwort Gottes auf die babylonische Rebellion Wie nun reagierte Gott auf die Ur-Manifestation, auf den Ausgangspunkt und den ersten Durchbruch des babylonischen Geistes? Was war seine Antwort? Bei genauerer Betrachtung und unter Einbeziehung des weiteren Zusammenhangs finden wir drei Reaktionen – zwei Reaktionen des Gerichts und eine Reaktion der Gnade:
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Kapitel 3: Die Rolle Israels in der Heilsgeschichte der Völkerwelt
1. Gott verwirrte ihre Sprache (1. Mose 11, 7) 2. Gott verstreute sie über die Erde (1. Mose 11, 8) 3. Gott berief Abraham (1. Mose 12, 1-3) An dieser Stelle sei einmal mehr – und etwas ausführlicher – auf die Parallelität des Geschehens im Garten Eden und im Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel hingewiesen. Das, was sich im Garten Eden auf individueller Ebene abspielte, fand in Babel gewissermaßen seine Wiederholung auf kollektiver Ebene, auf der Ebene der Völkerwelt. Im Garten Eden: Eva und Adam folgten der Versuchung der Schlange, weil ihr Stolz angesprochen wurde („sein wie Gott“, 1. Mose 3, 5). Gottes Reaktion – zwei Reaktionen des Gerichts und eine Reaktion der Gnade: 1. Er vertrieb sie aus dem Garten Eden und gab sie dadurch Sünde und Tod preis (1. Mose 3, 23f) 2. Er belegte Mann und Frau mit einem je eigenen geschlechtsspezifischen Fluch (1. Mose 3, 16-20) 3. Er gab ihnen und ihren Nachkommen die Verheißung eines Erlösers mit auf den Weg (1. Mose 3, 15) Es ist beide Male erstaunlich: Noch mitten im Geschehen von Sündenfall und Gericht eröffnete Gott schon wieder einen Erlösungsweg: Auf der individuellen Ebene die Verheißung des „Sohnes“, des Messias, des Heilands. Auf der kollektiven Ebene, der Ebene der Völkerwelt, die Berufung Abrahams und damit verbunden die einzigartige Berufung des jüdischen Volkes, wie sie in 1. Mose 12, 1-3 zusammengefasst ist: „Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines 25
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Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!“
Israel und die Völker: Zum gegenseitigen Segen berufen Entscheidend ist dabei, die Hauptbegründung, das Kernmotiv Gottes für die Berufung Abrahams zu verstehen: Er möchte die Völker weiterhin segnen! Er wirbt weiterhin um das Vertrauen der Völker, die sich in Stolz und Rebellion gegen ihn erhoben haben. Er liebt die Völker weiterhin – aber er muss ihnen eine Bedingung stellen: Sie können nur neu unter seinen Segen kommen, wenn sie bereit sind, ihren Stolz aufzugeben, und das heißt im Klartext: Wenn sie bereit sind, Gottes Wahl, das erwählte Volk, anzunehmen und zu „segnen“ (1. Mose 12, 3a). Und mit der demütigen Annahme dieser Wahl nehmen sie auch die einzigartige Berufung dieses Volkes (ein Segen für die Menschheit zu sein) und die einzigartige Bedeutung des Landes, das Gott Abraham und seinen Nachkommen zugewiesen hat, an. Diese drei Faktoren hängen in der Urberufung Gottes an Abraham (1. Mose 12, 1-3), an Isaak (1. Mose 26, 3-5) und an Jakob (1. Mose 28, 1314) untrennbar miteinander zusammen: 1. Die Volkswerdung 2. Das Land 3. Die Mission Israels Wenn es in Römer 11, 28 heißt: „Gottes Gnadengaben und Berufung“ gereuen ihn nicht, dann sind das die Ur-Gnadengaben
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und dann ist das die Ur-Berufung. Wenn es in Römer 15, 8 heißt, dass einer der Gründe, für die Jesus zum ersten Mal auf die Erde gekommen ist, darin besteht, dass er die Verheißungen an die Väter bestätigt, dann sind das die Ur-Verheißungen und die Ur-Berufung. Diese drei Verheißungen, versiegelt im Abrahambund (1. Mose 15, 18), bestätigt bei Paulus (Römer 11) und Jesus (Römer 15, 8), zu bejahen und als Segensgaben für die Menschheit anzunehmen – das ist die Bedingung, unter der sich die Völker zu beugen haben, damit sie wieder unter den Segen Gottes zurückkommen können: Die „mischpacha“, die Familie, der Clan, der Stamm, das Volk, das Israel segnet, kommt unter den Segen des Höchsten. Jene kollektiven Einheiten, die in Stolz, Hybris und Rebellion verharren, bleiben unter dem Gericht und dem Fluch Gottes. Damit ist das heilsgeschichtliche Fundament gelegt: Israels Herausforderung ist, auf Grundlage der Torah, der Gebote Gottes, die er durch Mose Israel zuteilwerden lässt, Gottes Stimme zu gehorchen und seinen Geboten zu folgen (siehe 5. Mose 28). Die Herausforderung für die Völkerwelt liegt darin, in Demut, Dankbarkeit und Gottesfurcht die besondere Wahl und Berufung Gottes in Israel anzuerkennen. Auf der kollektiven Ebene könnte man so das Alte Testament in seiner Grundaussage zusammenfassen. 5. Mose 28 (für Israel) und 1. Mose 12 (für die Völkerwelt) waren die beiden Kernbotschaften aller alttestamentlichen Propheten. Auf dieser Grundlage entwickelten sich dann nach und nach zwei weitere Hauptthemen: a) Die Verheißung des Messias und b) die Partnerschaft des (Messias-)gläubigen Israels mit den Gläubigen aus der Völkerwelt. Dies wurde dann zur Hauptbotschaft des Neuen Testaments – aber ohne deshalb das alttestamentliche Fundament von Gottes Heilsplan in Frage zu stellen, umzudeuten oder aufzulösen.
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Anlage 9
Anmerkungen zum „Global Prayer Call 2015“ und „Beten und Gedenken – 100 Tage für Deutschland und Israel“
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er Auslöser für dieses Buch waren die 100 Tage zwischen dem 27. Januar und dem 8. Mai 2015. Aus meiner Perspektive endet damit ein Zeitabschnitt von ca. 12 Jahren. Dieser begann am 70. Jahrestag der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 2003 mit einer Gedenk- und Gebetsversammlung bei den Evangelischen Marienschwestern. Im Geiste von Daniel 9 führte uns der Herr in diesem Geist durch die Tiefpunkte der 70-jährigen Vorgeschichte: 70 Jahre Rassegesetzgebung, 2005, 70 Jahre Kristallnacht, 2008, 70 Jahre Beginn des 2. Weltkrieges 2009/2010, 70 Jahre Wannsee-Konferenz, 2012. Einige dieser Ereignisse waren mit Initiativen zu kollektivem Fasten und Gebet begleitet. Und angesichts der letzten 100 Tage dieser Periode nun dieses Buch. Für den „Global Prayer Call 2015“ hat dieses Buch Kampagnecharakter. Der „Global Prayer Call“ ist eine Gemeinschaftsinitiative von Christians for Israel International, Ebenezer Operation Exodus International und European Coalition for Israel. Die drei Netzwerke dieser drei in Europa basierten Bewegungen sind das Grundgerüst für die Verbreitung dieses Gebetsaufrufes. 201
Deutschland, Israel und das Tal der Entscheidung
Dieser gipfelt in zwei „Global Days of Prayer“ am 27. Januar und 8. Mai 2015. Damit einher gehen jeweils eine Gebetskonferenz in Krakau/Auschwitz (Polen) vom 25.–29. Januar 2015 sowie in Jerusalem (Israel) vom 10.–13. Mai 2015. Insbesondere in den Erweckungsregionen dieser Welt (Teile Afrikas, Asiens und Südamerikas) erregen das Buch und der Aufruf unter den betenden Christen hohe Aufmerksamkeit. Es wird derzeit in ca. 10 Sprachen übersetzt und hat in Teilen dieser Erweckgungs- und Gebetsbewegungen einen Katalysatoreffekt. Mehr dazu unter www.100-days.eu. Die Aktion Beten und Gedenken – 100 Tage für Deutschland und Israel im deutschsprachigen Raum hat die gleiche Zielrichtung, ist aber vom Stil und von der Struktur her viel breiter angesetzt. Hier will man zwischen dem 27. Januar und dem 8. Mai 2015 möglichst viele betende Christen sowie deren Leiter und Netzwerke integrieren, im Gedenken abholen und ins Gebet hinein ermutigen. Das Christliche Forum für Israel, das nationale Gebetsnetzwerk Wächterruf sowie Ebenezer Emergency Fund International (Deutschland) e.V. sind, gemeinsam mit dem Runden Tisch Gebet der Lausanner Bewegung in Deutschland, diesbezüglich in eine Zusammenarbeit getreten. Die Details dieses Gebetsaufrufes sind noch in der Planung. Weitere Informationen dazu gibt es ab Herbst 2014 auf der Webseite von Christen an der Seite Israels unter www.israelaktuell.de.
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Harald Eckert
Gottes Weg mit Israel
Von Abraham bis zur Offenbarung ISBN 978-3-935703-55-0 Paperback, 104 Seiten. Preis: 9,80 €
Nicht als interessierter Zeitgenosse und schon gar nicht als Christ kann man sich vor einer Stellungnahme zu Israel drücken. Tragfähige Kriterien und Informationen bekommt man nur da, wo man den Konflikt um dieses Land (auch) als eine geistliche Auseinandersetzung begreift und dazu die Bibel befragt. Der Autor schreitet mit dem Leser eine Reihe von biblischen Meilensteinen ab und zeigt auf, wie und warum Gott, allen menschlichen Irrungen zum Trotz, zu seinen Verheißungen steht.
Harald Eckert
Die biblischen „Zeiten der Wiederherstellung“
und die Gemeinde Jesu in Deutschland ISBN 978-3-86098-201-3 Paperback, 168 Seiten. Preis: 6,95 €
Dieses Buch ist ein leidenschaftlicher Aufruf zum kollektiven Fasten und Gebet für Deutschland. Es bietet für das Gebet umfassende Einsichten in biblisch-prophetische Zusammenhänge für unsere Zeit. Was hat es mit dem biblischen „Tal der Entscheidung“ und den „Schafen und Böcken“ im Völkergericht auf sich? Welche Verheißungen hat die Gemeinde, welche hat Israel in den „Zeiten der Wiederherstellung“? Und wo stehen wir als Gemeinde in Deutschland - und wo möchte der Geist Gottes uns hinführen? 203
Tobias Krämer (Hrsg.)
Wozu Israel?
Historische, theologische und zeitgeschichtliche Zugänge zum Bundesvolk Gottes ISBN 978-3-000439-28-5 Paperback, 348 Seiten. Preis: 12,95 € Über zwei Jahre lang traf sich eine lebhafte Arbeitsgruppe, um über Israel zu diskutieren. Dabei trafen biblische, historische, systematisch theologische und geistlich-prophetische Perspektiven aufeinander – das Ganze auf dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen mit dem jüdischen Volk. Diese höchst unterschiedlichen Zugangsweisen sorgten für viel Gesprächsstoff. Das Ergebnis ist dieses Buch. Es ist der Grundbestand dessen, was das Autorenteam für unverzichtbar hält.
Willem J. J. Glashouwer
Warum immer wieder Israel?
Vision von der Zukunft Israels und der Welt ISBN 978-3-860981-74-0 Paperback, 200 Seiten. Preis: 11,50 € Wir leben in einer einzigartigen Epoche der Weltgeschichte. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Spannungen im Nahen Osten und der Rückkehr des Messias Israels, der Wiederkunft Jesu Christi? Warum ist Jerusalem so umstritten? Sind Antisemitismus und Judenhass in Wahrheit nicht ein abgrundtiefer Hass gegen Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Diese umstrittenen und aktuellen Fragen werden in gut verständlicher Weise in diesem Buch behandelt. Der Autor behandelt auch Themen wie „Ersatztheologie“, „Erwählung“ und „Bund“. 204
Willem J. J. Glashouwer
Jerusalem
Stadt des Herrn und Brennpunkt der Geschichte ISBN 978-3-86098-205-1 Paperback, 320 Seiten. Preis: 14,95 € Wir leben in einer einzigartigen Epoche der Weltgeschichte. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Spannungen im Nahen Osten und der Rückkehr des Messias Israels, der Wiederkunft Jesu Christi? Warum ist Jerusalem so umstritten? Wir werden herausgefordert, im Glauben die biblische Vision von der Zukunft Israels zu bekennen, um sie der wachsenden Ablehnung des Volkes Gottes in der Welt entgegenzusetzen.
Willem J. J. Glashouwer
Der Erste und der Letzte
In einem Jahr durch die Offenbarung ISBN 978-0-9569448-5-6 Paperback, 716 Seiten. Preis: 29,95 €
Das letzte Buch der Bibel – die Offenbarung von Johannes. Ein Buch mit sieben Siegeln, das nur studierte Theologen verstehen? Willem Glashouwer zeigt die Offenbarung in einem neuen Licht. Erforschen Sie Gottes Landkarte für die Zukunft. In überschaubaren Etappen. Ein bis zwei Verse pro Tag. Sie brauchen nur wenige Minuten täglich, um in einem Jahr die Offenbarung besser zu verstehen. Sie entdecken, dass Gott der Anfang und das Ende ist, der Erste und der Letzte.
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Christen an der Seite Israels Ziele: • Stärkung der christlich-jüdischen Beziehungen • Stärkung der Solidarität mit Israel • Humanitäre Hilfe für Juden und Araber
Durch: • Vortrags-, Informations- und Medienarbeit • Netzwerk-, Projekt- und Schulungsarbeit • Fundraising • Reisen nach Israel für Jugend und jedermann • Gedenk- und Solidaritätsarbeit
Mehr Infos: www.israelaktuell.de
Christen an der Seite Israels
HARALD ECKERT, Jahrgang 1960, verheiratet, vier Kinder, hat von 1982 bis 1989 die Zeitschrift „Wiederherstellung“ veröffentlicht. Von 1990 bis 1994 war er leitender Mitarbeiter bei Fürbitte für Deutschland und Gründer und Geschäftsführer des Internationalen Bibellehrdienstes von Derek Prince in Deutschland. Seit einigen Jahren leitet er die Arbeit von Christen an der Seite Israels in Deutschland und ist Vorstandsmitglied der Europäischen Koalition für Israel. Als Bibellehrer, geistlicher Pionier, Autor, Netzwerker und Impulsgeber ist er in den letzten Jahren in verschiedenen wegweisenden Initiativen und Projekten in Deutschland, Europa und Israel involviert gewesen.
„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ (Matthäus 25, 31–33)
Dies ist ein Buch für betende christen, die nicht nur eine biblisch verankerte liebe für Israel haben, sondern mindestens genauso sehr auch eine liebe und eine „last“ für das deutsche Volk. Hat die Beziehung Deutschlands zum jüdischen Volk und zu Israel eine geistliche Relevanz? Wenn ja, welche – und mit welcher biMehr Infos:Fundierung? www.aktion-wuerde-und-versoehnung.de blischen Wie ist das biblische „Tal der Entscheidung“
(Joel 4) und die Rede Jesu von den „Schafnationen“ und „Bocknationen“ (Matthäus 25) im Gesamtkontext des diesbezüglichen Schriftzeugnisses einzuordnen und zu verstehen? und was heißt das für unser Gebet und für unser Handeln im deutsch-israelischen Beziehungsgeflecht heute und angesichts möglicher endzeitlicher Entwicklungen? Diese und damit verbundene Fragen stellt das Buch rund 70 Jahre nach dem Ende des Holocaust. Dabei wird das Schriftstudium im ersten Teil ergänzt durch sehr passende und erhellende Kurzbeiträge von verschiedenen Autoren im zweiten Teil des Buches. Eine he-
„Jetzt sind wir die Zeugen der Zeitzeugen.
rausfordernde und wachrüttelnde Gesamtbotschaft, geboren aus einem uns von Gottes liebe erfüllten Herzen. Wenn unsere Enkelkinder eines Tages fragen,
gibt es viel, was wir ihnen erzählen können.“ (Bundespräsident Horst Köhler zitiert einen Berliner Schüler in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 27. Januar 2009.)
Christen an der Seite Israels
Mehr Infos: www.zeugen-der-zeitzeugen.de
Christen an der Seite Israels e. V. Ehlener Str. 1, 34289 Zierenberg Tel.: (0 56 06) 37 59 info@israelaktuell.de www.israelaktuell.de
ISBN 978-3-86098-206-8