Vorwort Neulich war ich in Südafrika. Wenn man dort alle Eindrücke auf sich einwirken lässt, so könnte man Land und Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Man könnte dies tun aus der Perspektive der Weißen, die das Land nach ihren Erkenntnissen im Laufe der Jahrhunderte aufgebaut und zur Entwicklung gebracht haben, jetzt aber ihrer Ansicht nach unter der Inkompetenz einer neuen Herrscherklasse ungebildeter schwarzen Mitbürger leiden. Man könnte aber auch ebenso gut ausgehen von der Perspektive jener schwarzen Mitbürger, die sich viele hundert Jahre ausgebeutet und diskriminiert gefühlt haben und sich heute sagen: ‚Endlich einmal Gerechtigkeit; irgendwie werden wir es schon schaffen.‘ In diesem Zuge wären da noch etliche andere Gruppen zu erwähnen, z. B. die Farbigen mit ihren eigenen Problemen; die Juden, die in zunehmendem Maße das Land verlassen und nach Israel, den Vereinigten Staaten und nach Australien auswandern; die Hindus, deren Glauben eine ganz eigene, viel weniger materialistische Sicht zur Umwelt bekundet. Ansichten in Hülle und Fülle, wobei eine christliche Theologie nicht vergessen werden sollte, die unverrückbar an ihrem Standpunkt festgehalten hat, Gott hätte die Schöpfungsordnung in dem Sinne gestaltet, dass ‚Ham‘ als Vater der schwarzen Rasse seinen Brüdern Sem und Jafet – den ‚Weißen‘ also – zu dienen habe. So ist es auch mit Israel und Jerusalem, wo es auch mehrere Perspektiven zu nennen gäbe. Da sind beispielsweise die jüdischen Zionisten, die links orientierten säkularisierten Juden, die palästinensischen, an die Ersatztheologie glaubenden Christen, die islamische arabisch-palästinensische Bevölkerung, der Islam überhaupt. Und und und ... Der Niederländer Floris Bakels, mit dem ich persönlich vor vielen Jahren eine Fernsehsendung gemacht und mit einem Kamerateam alle deutschen KZs besucht habe, in denen er im Zweiten Weltkrieg als Nacht-und-Nebel-Häftling gewesen war (im Lager Dachau wurde er schließlich von den Amerikanern befreit), hat einmal eine Frage, die man ihm gestellt hatte, folgendermaßen beantwortet: ‚Sie fragen mich, meine Antwort bekommen Sie!‘ Genauso ist es. Sie bekommen in diesem Buch meine Antwort. Und ich bin mir dessen sehr bewusst, dass es auch andere Ansichten gibt! Ich möchte mich jetzt aus der Perspektive von Gottes Wort, der Bibel, auseinandersetzen mit der Frage „Warum immer wieder Jerusalem?“, und zwar in einer zusammengeballten, historischen, theologischen, prophetischen Perspektive. Sie enthält Antworten, auf die ich kam, nachdem ich viele Jahre in der
7
Bibel gelesen und mich eingehend mit den Fragen um Israel befasst habe. Man sollte sich immer davor hüten, dass man sagt: so ist es, keine Diskussion! Wer sind wir denn überhaupt? Wohl könnte man sagen: ‚Aufgrund meines Verstehens von Gottes Wort glaube ich sagen zu dürfen, dass ...‘ In diesem Sinne sollte man daher mein Buch auch verstehen. Für Christen, Juden, gewissermaßen auch Moslems, hat Jerusalem einen hohen Stellenwert. Aus ihrer Glaubenssicht ist die Stadt von großer Bedeutung. Was dort vorzeiten geschah, alles, was heute in und um Jerusalem geschieht und in der (nahen) Zukunft noch geschehen wird, lässt viele auf Jerusalem blicken. In angespannter Erwartung lesen sowohl Juden als auch Christen ihre Bibel, besonders die Bücher der Propheten, denn nach Ansicht vieler nehmen die Zeiten nicht gerade eine günstige Wendung. Wenn man einen Blick auf die Zukunft wirft, kann einem angst und bange werden. Trotzdem aber: Israel und Jerusalem sind Zeichen der Hoffnung! Jan-ohne-Herz Rotterdam. Die Stadt mit dem Denkmal Zadkines: Jan-ohne-Herz, offizieller Name: Die zerstörte Stadt (1953). Das Bronzedenkmal eines Menschen, der in machtloser Geste die Arme zum Himmel emporhebt, mit herausgerissenem Herzen, einem gähnenden Loch. Rotterdam. Das Stadtzentrum im Zweiten Weltkrieg ausradiert. Das pochende Herz herausgerissen, der Leib in seinen letzten Zügen zurückgelassen. So ist heute eigentlich auch der Anblick Europas. Das Herz ist herausgerissen. Aus den Niederlanden sind mehr als 100 000 Juden verschwunden. Herausgerissen, nie mehr wiedergekehrt. Aus ganz Europa wurden Millionen herausgerissen. Damit hat Europa sein eigenes Herz herausreißen lassen und der Leib blieb in den letzten Zügen zurück. Es wurde in Europa ein Loch geschlagen. Die saftreiche Wurzel, Urquell jüdisch-christlicher Werte, geistliche Kraftquelle abendländischer Kultur, wurde größtenteils abgetrennt. Ein geistliches Vakuum blieb zurück, das sich immer mehr mit anderen ‚Inspirationsquellen‘ füllt. Wie Paulus uns in Römer 11 lehrt, ist die Kirche in den Stamm des edlen Ölbaums eingepfropft und wird durch den Saft der Wurzel genährt. Was aber, wenn wir die Wurzel durchtrennen? Dann verdorren die eingepfropften Zweige, die schließlich sterben. Schon früh in der Kirchengeschichte wurden die geistlichen Bande mit Israel und dem Judentum durchgetrennt. Durch alle Zeiten hindurch wurde ‚Israel‘ darauf verhöhnt, verspottet, verleumdet, geschlagen, boykottiert, ausgeplündert, verprügelt, vergewaltigt und schließlich buchstäblich ermordet.
8
Was ist überhaupt noch vom Christentum in Europa übrig? Es ist todsterbenskrank. Da und dort noch ein paar kleine Lichtblicke. Zum Glück aber sind auch noch nicht alle Juden verschwunden. Mir scheint, es gibt in tief geistlichem Sinne einen Zusammenhang zwischen der Präsenz der Synagoge unter den Völkern und der Geisteskraft der Kirche, die das Evangelium des jüdischen Erlösers nach wie vor in der polytheistischen Welt der Heiden verkünden darf, so dass die Anbetung des einen, wahrhaftigen, unsichtbaren Gottes ihre Ablösung bewirken kann. Anders gesagt: Hier geht es um die Anbetung des einen Schöpfers Himmels und der Erde, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs, des Gottes Israels mit den Zehn Geboten als Lebensnorm. Chronik der Judenverfolgung 1940–1945 Abel J. Herzberg hat in seinem beeindruckenden Werk ‚Kroniek der Jodenvervolging 1940–1945‘ (Chronik der Judenverfolgung 1940–1945, erste Auflage bereits 1950!) den tiefgreifenden Hintergrund der Beweggründe Hitlers und seiner Helfershelfer dargelegt. Zunächst erwähnt er mit großer Anerkennung das Buch ‚Edda en Thora‘ (Edda und Thora) des christlichen Professors Dr. K. H. Miskotte, das ‚sich auch für so viele Juden während der Besatzungszeit in allem Kummer als eine Kraftquelle erwiesen hat.‘ Das Buch ist ein Querschnitt von Vorträgen, die Miskotte seit 1934 in den Niederlanden und 1937 in Niederländisch-Indien gehalten hat. Veröffentlicht wurde das Buch im Jahre 1939. Dann gibt Herzberg weiter den Wortlaut einer Rede wieder, die Hauptbefehlsleiter Dr. Schmidt am 16. Mai 1941 in Den Haag gehalten hat. Darin erklärt dieser unverblümt, dass die „germanisch-deutsche Wiedergeburt erst dann vollendet sein wird, wenn keine jüdische Lehre, wie sie auch getarnt sein mag, in irgendwelcher Weise in das deutsche Volk einzudringen und ihm zu schaden vermag.“ Von welcher Tarnung ist hier die Rede, wenn die Deutschen fürchten, ‚die jüdische Lehre könne wieder in ihr Volk eindringen und ihm schaden‘? Hören wir uns einmal an, was Hitler dazu gesagt hat: „War nicht der ... Jude immer und überall ... der Todfeind des kommenden Zeitalters? War er nicht der Meister der verhassten Ratio, der Verwalter jener selbstsicheren Wissenschaft, die das Leben zerstört statt, es zu fördern? War nicht das ganze, verhasste Christentum, der Glaube an den Erlöser, die Moral, das Gewissen, der Begriff der Sünde auf das Judentum zurückzuführen ...?“ Man sieht, von welchen Feinden das deutsche Volk sein Herz zu reinigen habe. Die Ratio, zugleich auch die vom Juden- zum Christentum herübergekommene Moral nebst Gewissen, bilden den Charakter des ‚Dämons‘ ... So Herzberg. Wenn also ‚der Jude‘, ‚das Judentum‘, ‚die verhasste Ratio‘, ‚die Wissenschaft‘, ‚das verhasste Christentum‘, ‚die Moral‘, ‚das Gewissen‘, ‚der Begriff
9
der Sünde‘ und alles, was der Bibel, der Gottesoffenbarung an Israel, entstammt, verschwindet, so hält die Dämonie ihren Einzug. So war es damals, so ist es auch heute. Immer wieder lodert heute die Flamme des Antisemitismus hoch, eben auch in den Ländern Europas. Hass gegen Juden, Hass gegen bibeltreue Christen ... und die abendländische Kultur verkommt. Andere Götter füllen jetzt das Vakuum aus. Humanismus, Materialismus, Unmoral, Okkultismus, viele andere Religionen, Naturreligion, Mutter Erde, Evolutionismus, Individualismus, Ich-bin-mein-eigner-Gott (auch ein -ismus) und viele andere Götter der Urzeit sind wieder da. Und da ist ja auch noch der Islam, den wir nicht vergessen sollten! Könnte da etwa ein Gottesgericht über Europa im Gange sein? Es wäre nicht auszuschließen, dass der Allerhöchste uns heute gewissermaßen sagt: ‚Das jüdische Volk, das Ich euch zum Segen gesandt habe, habt ihr verachtet! Ihr habt es verspottet, verkannt, bestohlen, verprügelt, vergewaltigt, hingemordet! Deshalb sage Ich meinem Volk: Kehre heim in dein Land. Eure weltweite Mission ist fast zu Ende. Komm heim ins Gelobte Land, nach Israel. Ich will euch vorbereiten, zubereiten auf die nächste Phase der Weltgeschichte: Das Kommen meines Reiches, das Kommen des Königs dieses Reiches ist nahe. Und euch, Völker, euch sende Ich jetzt andere Fremdlinge, die einen anderen Gott haben. Mal sehen, wie euch das gefällt ...‘ Das Heidentum meldet sich wieder. Europa wünscht, dass in der Verfassung des neuen Europas der Name Gottes oder die jüdisch-christlichen Wurzeln, die Europa geprägt haben, nicht erwähnt werden. Eine neue Unternehmung im Namen des Menschen. Der Mensch ist aber ein gefallener Mensch. Er ist seinen eigenen Trieben und den Mächten der Finsternis ausgeliefert. Vieles wurde im Laufe der Geschichte zur Erschaffung eines Heilsstaats im Namen des Menschen ja schon unternommen. Französische Revolution, Kommunistische Revolution, Nationalsozialismus. Das Evolutionsgedankengut brachte den Optimismus zu hohem Aufschwung. Es hat nahezu alle Bereiche der Wissenschaft unterwandert. Zwei Weltkriege bereiteten diesem Treiben aber ein jähes Ende. Das postchristliche Zeitalter mit dem Postmodernismus und dem Nihilismus trat an seine Stelle. Nach der industriellen Revolution, der biologischen Revolution und der Informationstechnologie werden Wissenschaft und Technik zu neuen Göttern. Der Mensch kann sich aber nicht an den Haaren aus dem Sumpf ziehen. Eine wahre Kultur kann es erst geben, wenn man nach Gottes Geboten lebt, sich nach dem ersten Gebot ausrichtet, das da lautet: „... Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist der HERR allein und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen
10
Kräften. Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ...“ (Markus 12, 28–34). Das jüdische Volk, Träger der Gottesoffenbarung, spielt darin nach wie vor eine wesentliche Rolle. Wer Abraham segnet, der wird gesegnet. Wer Israel flucht, der wird verflucht. Dieses Buch Das Buch, das vor Ihnen liegt, enthält eine große Anzahl Themen, die aus biblischer, historischer, theologischer und prophetischer Perspektive mit Jerusalem – auch mit Israel – zusammenhängen. Es geht näher ein auf Problemstellungen, die in den rasanten Entwicklungen der Weltgeschichte, besonders aber im Nahen Osten, an der Tagesordnung sind. Jerusalem und Israel werden immer mehr zur Achse, um die sich die internationalen Entwicklungen drehen. Israel, das 2007/2008 sein 60-jähriges Bestehen feiert, und Jerusalem, das 2007 gefeiert hat, dass es 40 Jahre eine ungeteilte Stadt ist! Es enthält Aussagen, die bereits in meinen Büchern ‚WARUM IMMER WIEDER ISRAEL‘ und ‚DER ERSTE UND DER LETZTE‘ sowie anderweitig im Rahmen unserer Organisation Christians for Israel International erwähnt wurden. Viele neue Entwicklungen kommen dazu, denn die Zeit steht nicht still. Überhaupt: Im Hinblick auf Israel kann man mit dem rasanten Tempo kaum mitkommen! Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie da und dort auf Überlappungen, nach Ihrem Empfinden sogar auf Wiederholungen stoßen. Ich habe mich bemüht, dies so weit wie möglich zu vermeiden. Jedoch im Hinblick auf die jeweiligen Betrachtungswinkel (unterschiedliche Optik und Perspektive) zeigte sich dies doch nicht ganz vermeidbar. So halte ich mich eben an Luther, der einmal gesagt hat: ein gutes Liedel darf man schon zweimal singen! Möge der HERR dieses Buch segnen und zur weiteren Besinnlichkeit anregen. Pastor Willem J. J. Glashouwer Präsident von Christians for Israel International
11
Jerusalem hat Zukunft „Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht herein. Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen, und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind“ (Lukas 21, 20–24). Wiedervereinigung Jerusalems Nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde die Stadt Jerusalem am 27. Juni 1967 von Israel befreit und schließlich am 30. Juli 1980 von Israel zur legitimen Hauptstadt des jüdischen Staates ausgerufen. Der östliche Teil der Stadt war 19 Jahre lang von Jordanien besetzt gewesen: 1948–1967. In jenem Jahr 1967 hat Israel Ostjerusalem von der jordanischen Besatzung, unter der dieser Stadtteil seit der Ausrufung des Staates Israel 1948 gelitten hatte, befreit. In diesen 19 Jahren hat Jordanien sich in furchtbarer Weise an der Stadt vergangen, wobei zahllose Synagogen zerstört wurden. Es war die einzige Periode, in welcher Jerusalem während seines mehr als dreitausendjährigen Bestehens jemals kurzfristig eine geteilte Stadt war, so dass alle palästinensische Beanspruchung dieses Stadtteils jeder historischen Grundlage entbehrt. Am 30. Juli 1980 verabschiedet das israelische Parlament im Hinblick auf Jerusalem ein neues Gesetz. Paragraph 1 dieses Gesetzes erklärt, dass ‚das vereinte Jerusalem die Hauptstadt Israels ist’. Christen aus der ganzen Welt gründen 1980 in Jerusalem auf Anregung des engagierten niederländischen Predigers Jan Willem van der Hoeven die Internationale Christliche Botschaft als Zeugnis ihrer Solidarität mit dem jüdischen Volk, dem Staat Israel und der Stadt Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt des jüdischen Staates Israel. Damit bekunden sie ebenfalls nachdrücklich und bewusst das biblische Anrecht des jüdischen Volkes auf das Gelobte Land und die Stadt Jerusalem. Nahezu alle anderen Länder der Welt verlegen ihre Botschaft aber nach Tel Aviv. Obwohl die Vereinten Nationen, Europa und der Vatikan – und die gesamte Moslemwelt – behaupten, dass über den endgültigen Status Jerusalems noch entschieden werden müsse, hat Israel also Jerusalem zur ungeteilten Hauptstadt des unabhängigen jüdischen Staates ausgerufen. Deshalb nahmen schon
12
in dem Moment 1967 – oder nach Auffassung mancher Christen 1980 – ‚die Zeiten der Heiden‘ ein Ende. Denn seit diesem Moment werde Jerusalem nicht mehr von Heiden zertreten und sei es, wie man sagt, wieder die Hauptstadt des Landes und Staates Israel. Der Berg Zion Ist dem aber auch wirklich so? Regieren in Jerusalem denn keine Heiden mehr? Haben die Völker, die Heiden, dort nicht länger mehr das Sagen? Wie verhält es sich denn mit der Tatsache, dass Europa und die Vereinten Nationen zu Israel sagen, dass sie Israel noch vorschreiben werden, wie es mit dem Land und den ‚besetzten‘ = biblischen Gebieten Judäa und Samaria, Gaza und den Golanhöhen und mit seiner eigenen Stadt Jerusalem vorzugehen habe? Über den endgültigen Status Jerusalems sei immer noch nicht entschieden worden, behaupten die Völker. Überhaupt habe die arabische Welt die Verfügungsgewalt über die heiligste Stätte der Stadt, den Tempelberg, den Berg Zion, den Berg Morija. An dieser Stätte stand einst Gottes Tempel. An dieser Stätte war Abraham bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern (1. Mose 22, 1–19). Durch den Glauben und im Vertrauen auf den HERRN dachte er: „Gott kann auch von den Toten erwecken; deshalb bekam er ihn auch als Gleichnis dafür wieder“ (Hebräer 11, 17–19). An dieser Stätte wollte der HERR, dass sein Name daselbst wohne (5. Mose 12, 11). Diese Stätte hat sich David erwählt (1. Chronik 21, 22–22, 1). Dort hat sein Sohn Salomo den Tempel gebaut (1. Könige 5, 18). Dort wurde, nach der Babylonischen Gefangenschaft, der von König Nebukadnezar zerstörte Tempel unter der Leitung von Esra und Nehemia wiederaufgebaut. Viel kleiner zwar als der Tempel Salomos, so dass alte Menschen, die sich noch an diesen Tempel erinnern konnten, laut weinten (Esra 3, 12). Diesen Tempel, der von König Herodes (Herodes vom Kindermord zu Bethlehem aus Matthäus 2, 18) großartig ausgebaut und verschönert worden war, hat Titus 70 n. Chr. zerstört. Wo doch der HERR eben diese Stätte auserwählt hatte, damit Sein Name dort wohne. Diese Stätte, der Berg Zion, macht die Stadt Jerusalem zu Jerusalem, dem Herzen der Erde. Wir wollen uns in einem der nächsten Kapitel noch ausführlich damit befassen. Heute stehen an dieser Stätte zwei islamische Heiligtümer, Moscheen. Man könnte sagen: diese Stätte wird immer noch von Heiden (d. h. Nichtjuden) zertreten. Araber schwingen dort das Zepter. Also sollte man eines nicht aus dem
13
Auge verlieren: zur heiligsten Stätte Jerusalems im Herzen der Stadt haben Juden bis auf den heutigen Tag keinen Zutritt. Beten auf dem Tempelberg ist untersagt, auch für Christen. Über den Tempelberg führt die islamische Welt das Regiment. Dort heißt es: Juden haben keinen Zutritt. Dort haben Heiden nach wie vor das Sagen. So wird in dem Sinne Jerusalem auch heute noch von den Heiden zertreten. Zeiten der Heiden Wann haben die ‚Zeiten der Heiden‘ angefangen? Manche sagen, als der Tempel Salomos 586 v. Chr. von den Babyloniern unter Führung des Königs Nebukadnezar zerstört worden war. Seitdem war Israel niemals mehr wirklich unabhängig. Ein Weltreich nach dem anderen ist darüber hinweggewalzt. Gewiss hat es einen kleinen, zweiten Tempel gegeben, als ein Teil der Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt war. Israel blieb aber mehr oder weniger eine Region, eine Provinz, und war somit Teil eines viel größeren Reiches. Es hatte in beschränktem Maße Selbstverwaltung, bisweilen sogar mit einer gewissen Selbstständigkeit bzw. Unabhängigkeit, jedoch niemals mehr so mächtig wie in den Tagen Davids und Salomos. Daniel, der Prophet am Hof des Königs Nebukadnezar, Fürst der Babylonier, hatte vom HERRN Erlaubnis bekommen, dem König zu sagen, was dieser geträumt hat. Auch durfte er diesen Traum deuten. Der König sah in seinem Traum ein Bild. Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, seine Schenkel waren von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. Dann sah er einen Stein von einem Berg herabrollen, der das Bild an seinen Füßen traf und das ganze Bild zu Staub zermalmte und selber die ganze Welt füllte (Daniel 2). Daniel sagt: Diese vier bzw. fünf Reiche (denn das letzte Reich geht aus dem vorletzten Reich hervor, gewissermaßen als eine Fortsetzung desselben) sind aufeinanderfolgende Weltreiche. Das Haupt von Gold ist das babylonische Reich, Brust und Arme von Silber das Reich der Meder und Perser, Bauch und Lenden von Kupfer das griechische Reich Alexanders des Großen und seiner Nachfolger, die Schenkel von Eisen das römische Reich, später zweigeteilt ins west- und oströmische Reich. Letzteres Reich, das ‚fünfte‘, hat den Anschein eines wiederauferstandenen ‚römischen‘ Reiches, dann aber in Weltformat. Es handelt sich dabei also zuallererst um aufeinanderfolgende Weltreiche um das Mittelmeer herum. In nachfolgenden Gesichten darf Daniel mehr Einzelheiten erkennen. Das goldene Haupt, Babylon, sieht er dann als einen Löwen mit Flügeln; das Reich
14
der Meder und Perser (Brust und Arme von Silber) als einen Bären mit drei Rippen im Maul (Syrien, Babylonien und Ägypten, die ‚gefressen‘, etwa ausgeblendet wurden?); das griechisch-mazedonische Reich (der Bauch von Kupfer), das nach dem Tod Alexanders des Großen unter seinen vier/fünf Generälen aufgeteilt wurde (Ägypten, Syrien, Mazedonien und Kleinasien) wird dargestellt als ein Panther mit vier Flügeln und vier Köpfen; das vierte Reich, das römische Reich (Schenkel von Eisen), wird schlichtweg ein furchtbares, schreckliches und sehr starkes Untier genannt und findet seine Fortsetzung in einem ‚fünften‘ Reich. Das hat schließlich zehn Hörner (wie die zehn Zehen). Daraus ergibt sich ein kleines Horn, das die ganze Erde in Besitz nimmt (Daniel 7): der neue Weltleiter, der ‚Antichrist‘. Das Kommen des ‚Menschensohnes‘ bedeutet aber das Ende jenes ‚fünften‘ Reiches. Dann bricht die ewige Herrschaft jenes ‚Menschensohnes‘ an. Sein Kommen führt letzten Endes sogar zur Zerstörung des gesamten Bildes. Es sieht also danach aus, dass am Ende der Zeiten das gesamte Bild wieder auf den Füßen steht. Also einschließlich sowohl des Hauptes von Gold als auch der Arme und Brust von Silber, des Bauches von Kupfer und der Schenkel von Eisen und der Füße von Eisen und Ton, so dass letzteres Reich sozusagen alle Reiche zusammen in sich birgt, sie auch darstellt. Sie kommen alle mit ihren spezifischen Merkmalen wieder zum Leben, werden auch irgendwie alle gleichzeitig wieder in der Gestalt jenes letzten Reiches miteinander auf der Weltbühne erscheinen, wie uns Offenbarung 13 zu sagen scheint. Dann aber wird das Bild durch den ‚Stein vom Berg‘, durch Christi Kommen, zermalmt werden. Zeiten der Heiden heute Im Bibelbuch Offenbarung Kapitel 13 erkennen wir wieder die gleichen Bilder (und Tiere), von denen Daniel spricht. Es ist also bemerkenswert, dass in Offenbarung 13, 1–2 das Tier, das aus dem Völkermeer emporsteigt, aussieht wie alle Tiere aus dem Buch Daniel miteinander mit allen Merkmalen, die diesen Tieren eigen sind: Panther, Bär, Löwe und zehn Hörner usw. unter der Inspiration des Drachens. Die Inspirationsquelle kommt von unten, von den Mächten der Finsternis. Die Kombination der verfeinerten griechisch-hellenistisch-humanistischen Kultur mit der riesigen Heeresmacht als Merkmal des medo-persischen Reiches und dessen ehernen Gesetzen, verbunden mit der absoluten despotischen diktatorischen (All)macht des Mannes an der Spitze, wie Nebukadnezar sie innehatte, dazu im römischen Reich die ‚göttlichen‘ Kaiser, verbunden mit ‚Demokratie‘, der Macht des Volkes, der Macht der Massen: so, in dieser Gestalt sieht Johannes das letzte Reich der Endzeit emporsteigen.
15
Das Allerwichtigste aber ist: der Drache gibt ihm, dem Tier, seine Kraft und seinen Thron und große Macht. Dann vernichtet der ‚Menschensohn‘ schließlich das letzte Reich und mit ihm alle Reiche, wozu ‚der Mensch‘ als gefallener, sündiger Mensch unter der Leitung der Mächte der Finsternis im Laufe der Weltgeschichte imstande war. (Siehe zu weiteren Einzelheiten mein Buch „Der Erste und der Letzte – In einem Jahr durch die Offenbarung“, Hänssler Verlag, ISBN 978-3-7751-4157-4) Alles wird zu feinem Staub zermalmt und das Reich des ‚Menschensohnes‘ erfüllt die ganze Erde. Letzten Endes eine HERR-liche Zukunft! „... und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden ...“ Nach dem ‚Untergang’ des römischen Reiches, und vor dem Emporkommen jenes letzten (fünften) Reiches, hatten allerhand, namentlich post-römische, europäische Mächte im Gelobten Land das Sagen: Byzantiner, Perser, Araber, Kreuzfahrer, Mamelucken, Ottomanen (Türken) und Engländer. Viele heidnische Füße haben Jerusalem und das Heilige Land zertreten. Es waren also auch Araber darunter. Sogar Napoleon zog mit seinen Heeren dröhnend durch das Heilige Land! Auch heute will die Welt Israel und Jerusalem im Griff halten. Möglicherweise ein allerletztes Bemühen, das Kommen jenes HERR-lichen Reiches zu durchkreuzen bzw. es wenigstens möglichst lange aufzuhalten. Wer weiß? Wir leben heute in den Tagen, wo es danach aussieht, als würde die Europäische Union sich zu einem wiederhergestellten römischen Reich entwickeln – obwohl es diesmal Teil einer Welt ist, deren Einheit aus mehr, auch stärkeren Machtblöcken besteht als in biblischer Zeit. Die zehn Machtzentren, die zehn Hörner, die zehn Zehen des letzten Reiches der Endzeit könnte man sogar in konzentrischen Kreisen beobachten. Um Israel (denn darum geht es ja immer wieder) wäre da der Kreis der 10 mit Syrien, dem Libanon, Ägypten, Jordanien, dem Irak, dem Iran, Saudi-Arabien, dem Sudan, Libyen, Äthiopien zu ziehen. In einem größeren Kreis könnte es sich um Europa handeln, mit England, Frankreich, Deutschland, Skandinavien, den Benelux, Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei und Osteuropa. Macht man den Kreis der zehn noch größer, so könnte es sich um weltweite Blöcke handeln. In dem Falle wäre dann zu denken an die USA/Kanada (und Australien), Lateinamerika, Europa, die ehemalige Sowjetunion (mit ihren Republiken), China, Japan, Indien, Südostasien mit Indonesien und Afrika. Andere Möglichkeiten wären aber auch nicht auszuschließen! Wer weiß? Die Welt ist ja schließlich wie ein ‚global village‘ und steht letztendlich unter einer Weltregierung mit einem Weltdiktator an der Spitze: dem Primus inter pares, dem Ersten unter Gleichen.
16
In Russland kam der Kommunsmus zu Fall – aus prophetischer Sicht nach meiner Überzeugung, um die Juden heimkehren lassen zu können (Jeremia 16, 14–15). In immer stärkerem Maße bekommt die Landkarte dieses wiedererstandenen römischen Reiches (Europa) Ähnlichkeit mit dem einstigen Rom, sogar mit westlichem und östlichem Teil, zwei Beinen, wie damals, als es ein ost- und weströmisches Reich gab. Der Einfluss der Vereinten Nationen, einer Art Weltparlament, wächst. Weltweit sieht man immer mehr Blauhelme. Die wirtschaftlichen Entwicklungen, die Energie-, Umwelt- und Sicherheitsfragen machen in zunehmendem Maße weltweites Vorgehen erforderlich. Das Nahen des letzten Weltreiches hat ein rapides Tempo drauf. Der Weltfrieden scheint durch Computer und Satellitensysteme, Kabel, Massenmedien, Multinationals, miteinander verknüpften Finanzsystemen wie Banken und Investment- und Versicherungsgesellschaften in Reichweite zu liegen. Das ‚global village‘ (die Welt ist ein Dorf) wird zur Realität. Wir sollten uns aber nicht so bald zum Ruf ‚Friede, Friede‘ verführen lassen, denn es gibt keinen Frieden. Wir sollten da schon lieber alert und wachsam sein! Das Ende der Zeiten der Heiden Was das Ende der ‚Zeiten der Heiden‘ betrifft, dürfte die Schrift also in eine andere Richtung weisen: erst beim Kommen des Messias, der Wiederkunft Christi, sind die Zeiten der Heiden vorbei und wir gehen diesem herrlichen Augenblick entgegen! Denn Jerusalem hat (die) Zukunft. Es ist die Stadt des großen Königs, sagt uns der Herr Jesus (Matthäus 5, 35). Auf dem Ölberg an der Ostseite Jerusalems werden dereinst (wiederum) seine Füße stehen, lesen wir in Sacharja 14, 1–6 und in der Apostelgeschichte 1, 10–11. Die Zeiten der Heiden gehen allmählich ihrem Ende entgegen. Israel gibt es, trotz aller Proteste im Nahen Osten und auch weltweit, wieder als Nationalstaat. Israel gibt es nicht durch Güte der Vereinten Nationen. Auch nicht etwa weil Europa, die arabischen Fürsten des Nahen Ostens oder die Machthaber im Fernen Osten dem Staat Israel so wohlgesonnen sind. Israel gibt es nicht durch Güte des Christentums oder des Islam. Auch der neue Hellenismus/Humanismus und das Gedankengut des ‚New Age‘ strotzt nicht gerade vor Sympathie für Israel. Nein, Israel gibt es von Gottes Gnaden, und zwar auf der Grundlage eines ewigen Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hat (Psalm 105, 7–11). Er hat dabei einen teuren Eid geschworen. Lügen kann Er nicht. Manchmal wird in der Theologie die Bedeutung des irdischen Jerusalem heruntergespielt. Israels Rolle sei vorbei. Eigentlich gehe es doch um das himmlische Jerusalem (wobei dann hingewiesen wird auf Galater 4 und Offenbarung 21). Wir kommen später in diesem Buch noch einmal ausführlich
17
darauf zurück. Eigentlich gehe es doch um das wahrhaftige Gelobte Land, den Himmel und ganz gewiss nicht um irgendeinen Landstrich im Nahen Osten. Diese Rolle sei doch längst aus und vorbei. Wer sich damit noch allen Ernstes befasst, läuft schon bald Gefahr, dass man ihn ‚judaisierender Tendenzen‘ beschuldigt. Wie bedeutungsvoll, trostreich, wertvoll und echt Realitäten wie der Himmel, das himmlische Jerusalem, das Vaterhaus mit den vielen Wohnungen usw. auch sein mögen: es geht entschieden zu weit, wenn man diese Begriffe ausspielt gegen die Realitäten der Schöpfung, der Geschichte, der Natur, der Erde, der leiblichen Auferstehung der Toten, gegen das Reich des Friedens und der Gerechtigkeit, dem die Erde entgegengeht, gegen die Erneuerung aller Dinge, ja, gegen einen neuen bzw. erneuerten Himmel/Universum und eine neue bzw. erneuerte Erde. Irdische Realitäten einer herrlichen Zukunft, die der HERR sich für seine Schöpfung vorgenommen hat, so dass sogar das himmlische Jerusalem dereinst auf die Erde herabkommen wird. Als der HERR Himmel und Erde, eine materielle Wirklichkeit, geschaffen hatte, war Ihm kein Fehler unterlaufen. Er hat auch keinen Fehler gemacht, als Er den Menschen mit einem materiellen Leib schuf, so dass Menschen aus einem geistlichen und leiblichen Teil bestehen: Geist, Seele und Leib. Bürger zweier Welten sind wir: Bürger der geistlichen und Bürger der irdischen, materiellen Wirklichkeit. Anders als die Engel, die erschaffene geistliche Wesen sind. Um als geistliche Wesen weiterbestehen zu können, müssen Menschen nicht von ihrem Leib erlöst werden. Nein, der Leib selber muss erlöst werden. Dass Menschen letztendlich als eine Art Engel im Himmel leben, ist nicht geplant. Wenn der Herr Jesus davon spricht, dass wir im Himmel ‚wie Engel‘ sein werden, so meint Er das im Hinblick auf die Fortpflanzung, die Sexualität zwischen Mann und Frau. Er redet davon im Kontext von Fragen um die Ehescheidung (Matthäus 22, 23–33). Er sagt, dass wir in der Auferstehung ‚wie‘ Engel sein werden, nicht dass wir Engel sein werden. Die Engel wurden in ihrer Zahl endgültig erschaffen. Sie haben sich nicht fortgepflanzt. Die Zahl der Menschen hat sich durch Fortpflanzung vermehrt, wird aber in der Auferstehung endgültig sein. Dann ist die Zahl, die der HERR sich vorgenommen hat, eine endgültige Zahl. Eine weitere Fortpflanzung findet dann nicht mehr statt. Die endgültige Zahl ist dann erreicht. Es ist nicht biblisch zu glauben, dass Menschen dann Engel sein werden, geistliche Wesen, die von ihrem ‚irdischen‘ Leib erlöst seien. Das ist eine dualistische, griechische, heidnische Denkweise, bei der es um die Erlösung aus dem Kerker des Leibes oder durch Absterben aller leiblichen Lüste und Sehnsüchte um die geistliche Einswerdung mit der Gottheit geht.
18
Nein, in der Bibel geht es auch um die Erlösung des Leibes selber. Es geht um die Reinigung und Erlösung vom Todesprinzip, das durch die Sünde des Menschen in den menschlichen Körper und die materielle Wirklichkeit der Schöpfung eingedrungen ist, damit der Auferstehungsleib Jesu dereinst auch uns als erlöste Menschen zuteil werden kann. Ja, damit dereinst gar die Schöpfung selber erlöst werden kann und alles wieder Gottes Herrlichkeit atmen wird. Um dies alles zu erläutern, habe ich irgendwann einmal einen Gemeindeabend einberufen unter dem Thema: ‚Warum überhaupt noch Auferstehung der Toten, wenn wir ja sowieso in den Himmel kommen?‘ Biblische Denkweise unterscheidet sich von griechisch-philosophischer, heidnisch-dualistischer Denkweise. Wir wollen uns später noch einmal eingehend damit befassen. Jesus sagt aber: BIS ... dann nicht mehr. Jerusalem, das irdische Jerusalem, wird von den Heiden zertreten werden, BIS die Zeiten der Heiden erfüllt sind. Diese nehmen also irgendwann einmal ein Ende. Dann bricht für Jerusalem eine neue Phase in seiner Geschichte an. Dann kommt für die Stadt Jerusalem auf Erden die Zeit der vollkommenen Wiederherstellung und gehen auch die Prophetien u. a. von Jesaja 2 und Micha 4 in Erfüllung. Im Hinblick darauf gebe ich deshalb schließlich gerne den Wortlaut von Micha 4, 1–4 und 6–7 (mit der jeweiligen Überschrift aus der lutherischen Bibelübersetzung) wieder: Das kommende Friedensreich Gottes „In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über die Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass Er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat‘s geredet.“ Die Begnadigung des zerschlagenen Volkes „Zur selben Zeit, spricht der HERR, will Ich die Lahmen sammeln und die Verstoßenen zusammenbringen und die Ich geplagt habe. Und Ich will den Lahmen geben, dass sie viele Erben haben, und will die Verstoßenen zum großen Volk machen. Und der HERR wird König über sie sein auf dem Berge Zion von nun an bis in Ewigkeit.“
19