Benedikt Peters
DER PROPHET
SACHARJA
Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 1101 35 · 33661 Bielefeld
Anmerkung des Herausgebers: Es ist zu beachten, dass der Autor für den Text des Propheten Sacharja eine eigene Übersetzung verwendet. Soweit nicht anders vermerkt, sind die sonstigen Bibelzitate der Elb 2003 entnommen.
1. Auflage 2012 © 2012 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Internet: www.clv.de Satz: CLV Umschlag: Lucian Binder, Marienheide Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN 978-3-86699-314-3
Inhalt Einleitung
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I. Botschaften zur Gegenwart Jerusalems (Sacharja 1 – 8)
10
II. Botschaften zur Zukunft Jerusalems (Sacharja 9 – 14)
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I. Botschaften zur Gegenwart Jerusalems (Sacharja 1 – 8)
18
Sacharja 1
18
Sacharjas erste Botschaft (Kapitel 1,1-6)
18
Sacharjas zweite Botschaft (Kapitel 1,7 – 6,15)
22
Sacharja 2
36
Sacharja 3
55
Sacharja 4
68
Sacharja 5
81
Sacharja 6
90
Sacharjas dritte Botschaft (Kapitel 7 – 8)
106
Sacharja 7
108
Sacharja 8
117
II. Botschaften zur Zukunft Jerusalems (Sacharja 9 – 14) Sacharjas vierte Botschaft (Kapitel 9 – 11)
138 139
Sacharja 9
141
Sacharja 10
166
Sacharja 11
186
Sacharjas fünfte Botschaft (Kapitel 12 – 14)
207
Sacharja 12
208
Sacharja 13
227
Sacharja 14
242
Bibliografie
270
Abkürzungen
271
Über den Autor
272
»Dieser Teil des Alten Testaments ist dem Christen aus zwei Ursachen besonders kostbar: Erstens, weil er in so klarer und eindringlicher Weise von unserem Herrn Jesus zeugt; zweitens, weil er so viel Licht wirft auf die Geschehnisse der Letzten Tage, die dem großen und furchtbaren Tag des HERRN voraufgehen« (David Baron).
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Einleitung 1. Der Prophet und seine Zeit 537 v. Chr.: Rückkehr aus Babylon unter Serubbabel (Esr 1); Altar, Opfer, Laubhüttenfest (Esr 3,1-4). 536 v. Chr.: Grundsteinlegung des Tempels (Esr 3,10); Anfeindung; Tempelbau eingestellt (Esr 4). 520 – 519 v. Chr.: Weissagungen Haggais und Sacharjas; Tempelbau wieder fortgesetzt (Esr 5,1-2). 516 v. Chr.: Vollendung des Tempels durch die Weissagungen Haggais und Sacharjas (Esr 6,14-15). Sacharja weissagte nach der Rückkehr aus dem Exil. Folgende Daten bilden das zeitliche Gerüst seines Lebenswerkes: 538 v. Chr. erlässt Großkönig Kores das Edikt, das den Juden die Heimkehr aus Babylon gestattet (Esr 1,1); 537 wird der Altar errichtet (Esr 3,3), 536 der Grundstein zum Tempel gelegt (Esr 3,8.10); 522 kommt der Tempelbau wegen des Widerstandes der Feinde zum Stillstand1 (Esr 4). Haggai und Sacharja beginnen im Jahre 520 v. Chr., im zweiten Jahr des Darius (Esr 4,24), zu weissagen (Esr 5,1). Im gleichen Jahr gestattet das Edikt des Darius den Weiterbau (Esr 6,1); 516 wird der Tempel vollendet. Der Name Sacharja bedeutet »Jahwe gedenkt«: Er gedenkt seines Bundes mit den Vätern (Lk 1,72) und sendet daher in der Fülle der Zeit seinen Gesalbten (Sach 9,9). Daher wird er Israel nicht verstoßen (siehe Röm 11). Davon zeugen die Weissagungen Sacharjas. Diese Botschaft war für Israel, das gerade aus dem Exil zurückgekehrt war, besonders wichtig. Israel war nicht mehr das Haupt der Nationen, das es gewesen war, solange es sich auf das Gesetz des Herrn verpflichtet 1
A. d. H.: In Bezug auf den Zeitpunkt, zu dem der Tempelbau aufgrund des Widerstands der Feinde vorübergehend eingestellt wurde, gibt es unter den Auslegern verschiedene Ansichten. Der Wortlaut in Esra 4 (besonders V. 24) scheint darauf hinzudeuten, dass dies während der Regentschaft Artasastas geschah, der 523/522 v. Chr. regierte, als Thronräuber gilt und deshalb im Allgemeinen als »PseudoSmerdis« bezeichnet wird. (Es war üblich, dass ein persischer König mehrere Namen trug, denn auch Artasastas Vorgänger Ahasveros [Esr 4,6] ist bei Bibelauslegern und Historikern allgemein unter einem anderen Namen bekannt [Kambyses].) Obwohl eine ca. 14-jährige Tempelbauzeit (536 – 522 v.Chr.) bis zur Unterbrechung relativ lang erscheint, sei darauf hingewiesen, dass die personellen und materiellen Ressourcen der Zurückgekehrten äußerst begrenzt waren.
Einleitung
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hatte (5Mo 28,1.13). Nun war es zum Schwanz geworden, wie Mose in 5. Mose 28,44 geweissagt hatte. Israel hieß nicht mehr ‘Ammî, »mein Volk«, sondern lô ‘ammî, »nicht mein Volk« (Hos 1,9). Mit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier begann jene Zeit, die unser Herr in seiner Endzeitrede »die Zeiten der Nationen« nennt (Lk 21,24). Dass diese Zeiten nunmehr angebrochen waren, zeigt sich in diesem (wie auch im vorangegangenen Buch) daran, dass die Botschaften Sacharjas nicht nach judäischen, sondern nach heidnischen Königen datiert sind (1,1; 1,7; 7,1). Damit markierte der Prophet, dass nicht mehr Jerusalem Bezugspunkt der Geschichte war, sondern der Regierungssitz eines heidnischen Reiches. Jerusalem war nicht mehr der Mittelpunkt der Erde (vgl. Hes 38,12). Die nach Juda zurückgekehrten Juden hätten aufgrund der misslichen Umstände, in denen sie sich befanden, allen Glauben an die Zukunft ihres Volkes verlieren können. Gott aber sagt ihnen durch den Mund Sacharjas: »Wenngleich die Nationen jetzt Haupt sind und über euch herrschen, so wisst, dass mein Gesalbter kommen und euch retten und erhöhen wird« (siehe 9,9). Aus Nehemia 12,1.4.12.16 erkennen wir, dass Sacharja zum Priesterstand gehörte. Er wird hier als Sohn Iddos angegeben, obwohl er streng genommen dessen Enkel war, denn gemäß Kapitel 1,1 war Sacharja der Sohn Berekjas, des Sohnes Iddos. Damit war er wie Jeremia und Hesekiel beides, Priester und Prophet. Das erklärt, warum sein Dienst direkt mit dem Bau des Tempels zusammenhing und warum in seinen Weissagungen das Haus Gottes so häufig erwähnt (1,16; 2,17; 3,7; 4,9; 6,12.13.14.15; 7,3; 8,9; 9,8; 11,13; 14,20.21) bzw. wiederholt gesagt wird, dass Gott kommen und inmitten seines Volkes wohnen werde (2,14.15; 8,3; vgl. 2Mo 25,8). Man sieht an seinen Weissagungen auch, dass er ganz am Ende der langen Reihe von Propheten steht (auf ihn folgt nur noch Maleachi), die das Kommen des Gerechten angekündigt haben. Dies wird daran deutlich, dass er in seinen Weissagungen alles zusammenfassend darstellt, was die früheren Propheten angekündigt hatten. Darum ist sein Buch so reich an Weissagungen vom Ersten und vom Zweiten Kommen des Messias. Sacharja ist messianischer als alle übrigen der »Kleinen Propheten«. Es finden sich im Neuen Testament rund 40 Zitate oder Anspielungen, die aus seinen Botschaften stammen. Sacharja ist neben Hesekiel und Daniel derjenige Prophet, von dem sich im Buch der Offenbarung die meisten Parallelen finden. Sacharjas
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Botschaft besteht wie die Offenbarung aus Gesichten, die sich ausgesprochen symbolischer Sprache bedienen.
2. Thema Gott erfüllt seine Absichten mit Israel und mit Jerusalem. Die Nationen mögen mächtig und Juda mag schwach sein – Gott wird sein Volk bewahren, retten und vollenden. Israel war selbst verschuldet zu einem Volk geworden, das vom Wohlwollen heidnischer Könige abhängig war (Sach 1,1-6). Es hatte sich durch seine Sünde alle Vorrechte verscherzt, sodass es wenig Anlass gab, an kommenden Segen und an Wiederherstellung zu glauben. Aber gerade davon spricht Sacharja, und so leuchtet auf dem dunklen Hintergrund des Versagens und der Unwürdigkeit Israels die Gnade Gottes umso heller auf. Alle Heilsabsichten erfüllen sich in der Person Christi. Darum spricht Sacharja so häufig von ihm.
3. Der Name Gottes im Buch Sacharja 53-mal verwendet Sacharja den Titel »HERR der Heerscharen« (bzw. »Jahwe der Heerscharen«). Das ist der Titel, den die drei nachexilischen Propheten bevorzugen (14-mal in Haggai und 24-mal in Maleachi). Er ist der Herr der Sternenheere, der Engelsheere, der Heere Israels und auch der Lenker der Kriegerscharen der Nationen. Martin Buber übersetzt das hebräische Jahwæh Zeba’ót treffend mit »ER, der Umscharte«: Er ist umgeben von den ungezählten Engelsscharen, die rings um seinen Thron stehen, und von den verherrlichten Heiligen, die rings um ihn auf Thronen sitzen (Offb 4,4).
4. Christus im Buch Sacharja In diesem Buch finden sich sehr viele messianische Weissagungen, die sich auf sein Erstes und sein Zweites Kommen, auf seine Leiden und die Herrlichkeiten danach beziehen (1Petr 1,11). Wegen dieser zahlreichen Christusweissagungen nennt Luther Sacharja »einen Ausbund der Pro-
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pheten«. Sacharja bietet ein sehr umfassendes Bild von der Person und vom Werk des Messias: Er weissagt sein Kommen in Niedrigkeit (3,8; 9,9), seine Menschheit (3,8; 6,12), seine Gottheit (12,10; 13,7), seine Verwerfung und seinen Verrat um dreißig Silberlinge (11,12-13); Sacharja kündigt an, dass Gott selbst ihn schlagen (13,7) und dass er den Tempel des Herrn bauen werde (6,12-13). Der Prophet weissagt sein Priestertum (6,13) und sein Königtum (6,13; 14,9.16); sein Erstes (9,9) und sein Zweites Kommen (2,14; 14,4); seine weltweite Regierung (9,10); und seine Herrschaft des Friedens sowie des Wohlergehens (3,10; 9,10; 14,9-11). 1. Er ist der Mann auf dem roten Ross von 1,8. 2. Er ist der Mann mit der Mess-Schnur von 2,5. Dieser Mann kündigt Christus als den Kommenden an (Mt 11,3), der in Israels Mitte wohnen wird (Mt 18,20). 3. Er ist der Knecht des Herrn von 3,8 (Jes 42,1; Mt 12,18). 4. Er ist der »Spross« von 3,8 und 6,12; denn er ist »ein Mann«, ein Mensch, von einer Jungfrau geboren (Mt 1,21-23; Gal 4,4). 5. Er ist der Stein mit den sieben Augen von 3,9. 6. Er ist der Schluss-Stein von 4,7 (1Mo 49,24; Eph 2,20; Offb 5,6). 7. Er ist der Priester und König von 6,13 (Hebr 7,1; Offb 19,11-16). 8. Er ist der sanftmütige König (9,9), der auf einem Esel in Jerusalem einritt (Mt 21,5; 27,37; Lk 23,37; Joh 1,49). 9. Er ist der Friedefürst von 9,10 (Jes 9,5; Eph 2,14). 10. Er ist der universale Herrscher von 9,10; 14,9 (Ps 2,8; 8; 72; Offb 11,15). 11. Er ist der große Hirte von 10,3 (Mi 5,3; Hebr 13,20). 12. Er ist der Eckstein und Zeltpflock von 10,4 (Ps 118,22; 1Petr 2,6-7; Jes 22,23). 13. Er ist der um dreißig Silberlinge Verkaufte von 11,12-13 (Mt 26,14-16; 27,3-10). 14. Er ist der Durchbohrte von 12,10 (Joh 19,37). 15. Er ist in 13,1 der Quell, der von aller Sünde reinwäscht (1Jo 1,7; Offb 1,5). 16. Er ist der von Gott geschlagene Hirte in 13,7 (Jes 53,10; Mt 26,31).
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17. Er ist der Gefährte Jahwes von 13,7 (Spr 8,30; Joh 1,18; 10,30; 14,31). 18. Er ist der Kriegsmann von 14,3 (2Mo 15,3; Ps 24,7-8). 19. Er ist in 14,9.17 der von allen Völkern angebetete König (Ps 72,10-11; Offb 19,16; 21,24-26).
5. Ereignisse der Letzten Tage Es finden sich in Sacharja viele Weissagungen über das Erste und das Zweite Kommen des Messias: 3,8; 6,13-13; 9,9; 11,12-13; 12,10-14; 13,6-7; 14,3-4. Besonders zahlreich sind die Aussagen zu seinem Zweiten Kommen und zu den dazugehörigen Geschehnissen in Juda, Jerusalem und in der Welt. Sie werden zeitlich markiert durch den Ausdruck »an jenem Tag« (21-mal) oder »in jenen Tagen« (8,6.23). 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.
Die Rückführung Israels ins Land: 10,8-12 Der endzeitliche Pseudo-Hirte Israels, der Antichrist: 11,15-17 Die letzte Belagerung Jerusalems: 12,1-3; 14,1-2 Der anfängliche Sieg der belagernden Nationen: 14,2 Das Eingreifen des Herrn zur Rettung Jerusalems: 14,3-4 Der Messias gibt sich seinem Volk zu erkennen: 12,10. Die nationale Buße Israels: 12,10-14 Das Gericht über die Nationen: 12,9; 14,3.12-15 Topografische Veränderungen in Israel: 14,4-5.10 Das Ausgehen des Heiligen Geistes aus dem Tempel in Jerusalem: 14,8 Die endgültige und vollkommene Heiligung Israels und Jerusalems: 14,20-21 Die Abschaffung aller Kriege: 9,10 Die Bekehrung der Nationen: 2,13; 6,15; 8,23 Die Anbetung Jahwes durch die Nationen: 14,16
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6. Eine Gliederung Das Buch lässt sich grob in zwei große Teile unterteilen: I. Botschaften zur Gegenwart Jerusalems (Sacharja 1 – 8) II. Botschaften zur ferneren und fernsten Zukunft Jerusalems (Sacharja 9 – 14) Die Weissagungen der ersten Gruppe sind alles exakt datierte Botschaften, die während des Tempelbaus ergingen. Die Weissagungen der zweiten Gruppe sind nicht datiert; sie betreffen das Erste und Zweite Kommen des Messias und die Zukunft des Volkes. Die Botschaften der Kapitel 1 – 8 nehmen Bezug auf die Gegenwart Jerusalems, führen aber über diese hinaus in die Zukunft, in die Tage des Messias. Man kann das Buch aber auch nach den fünf Botschaften unterteilen, die Gott Sacharja gab. Diese umfassen die beiden genannten Teile des Buches: 1. Botschaft (1,1-6): Eine grundlegende, jeden prophetischen Dienst charakterisierende Botschaft 2. Botschaft (1,7 – 6,15): In acht Nachtgesichten schaut Sacharja die Befreiung und endgültige Wiederherstellung Jerusalems und Judas. 3. Botschaft (7 – 8): Eine Botschaft über rechten Gottesdienst und Wiederherstellung 4. Botschaft (9 – 11): Eine Botschaft über das Erste Kommen des Königs 5. Botschaft (12 – 14): Eine Botschaft über die Letzten Tage Jerusalems und das Zweite Kommen des Königs
I. Botschaften zur Gegenwart Jerusalems (Sacharja 1 – 8) Die ersten acht Kapitel enthalten Weissagungen, die Juda unter der Herrschaft der Medo-Perser betreffen (siehe Datierungen in 1,1.7 und 7,1). Die Kapitel 9 und 10 sprechen (hauptsächlich) über die Zeit, in der das Land Israel unter griechische Herrschaft kommen sollte, Kapitel 11 spricht von der Zeit, da Rom über Juda herrschen würde. Die
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Kapitel 12 – 14 handeln in der Zeit, da das römische Weltreich wiedererstanden sein und vom ewigen Reich des Menschensohnes vernichtet werden wird, das jenes Reich und mit ihm alle Reiche der Welt zertrümmern wird (Dan 2).
Sacharjas erste Botschaft (1,1-6) Sacharjas Botschaften hängen eng mit Haggais Botschaften zusammen; aufgrund von Esra 5,1 und 6,14 erwarten wir nichts anderes. Im siebten Monat des gleichen Jahres hatte Haggai das entmutigte Volk durch eine Weissagung ermutigt. Zwar würde der jetzt erstehende Tempel nicht so prächtig sein wie der siebzig Jahre zuvor zerstörte, aber der Herr würde ihn eines Tages mit Herrlichkeit füllen (Hag 2,1-9). Wenige Wochen danach, nämlich im achten Monat, ergänzt Sacharja diese Botschaft, indem er seinen Mitjuden sagt, es helfe nicht zu klagen, der neue Tempel sei viel kleiner als der alte. Man solle sich stattdessen fragen, warum der alte zerstört worden war, um daraus etwas zu lernen. Was sollte man lernen? Die Sünden und Torheiten der Väter durften nicht wiederholt werden. Die erste Botschaft Sacharjas ist ganz grundlegend. Es ist eine Botschaft, die alle Propheten, anfangend mit Mose, verkündigten. Hören auf Gottes Wort bringt Segen, Ungehorsam bringt Fluch (siehe 5Mo 28). Das hatte Gott an den Vätern dutzendfach demonstriert – zuletzt, als er Jerusalem und den Tempel den Babyloniern zur Zerstörung übergab. Sacharja und seine Generation sollten das an den Vätern lernen sowie sich hier und jetzt entschließen, es ihnen nicht gleichzutun. Wenn nicht, würden alle weiteren Weissagungen ihnen nichts zu sagen haben. Sind wir nicht bereit, uns Gott und seinem Wort im Gehorsam zu stellen, brauchen wir die Bibel gar nicht mehr zu lesen. Gott hat uns dann nichts mehr zu sagen. So ist es also äußerst angemessen, dass gerade diese Botschaft an der Spitze aller Botschaften Sacharjas steht.
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Sacharjas zweite Botschaft: Die acht Nachtgesichte (1,7 – 6,15) Erstes Gesicht (1,7-17): Zweites Gesicht (2,1-4):
Der Reiter im Tal der Myrten Die vier Hörner und die vier Werkleute Drittes Gesicht (2,5-17): Der Mann mit der Mess-Schnur Viertes Gesicht (Kapitel 3): Der Hohepriester wird gereinigt Fünftes Gesicht (Kapitel 4): Der Leuchter und die zwei Söhne des Öls Sechstes Gesicht (5,1-4): Die fliegende Buchrolle Siebtes Gesicht (5,5-11): Die Gottlosigkeit im Epha Achtes Gesicht (6,1-8): Die vier Wagen zwischen den ehernen Bergen
Inhalt und Bedeutung der acht Gesichte 1. Gesicht: Der Engel des Herrn führt Israel in Tiefen, aber er geht mit, und seine Fürbitte stellt das gute Ende Israels sicher. 2. Gesicht: Der Herr wird die Nationen richten, die Israel bedrängt haben. 3. Gesicht: Jerusalem wird von Leben überfließen und durch den Herrn selbst geschützt werden. 4. Gesicht: Bevor Jerusalem gesegnet werden kann, muss das Priestertum gereinigt werden. 5. Gesicht: Damit Gottes Absichten mit seinem Volk in Erfüllung gehen können, muss der Heilige Geist in und durch dasselbe wirken. 6. Gesicht: Gottes Gerechtigkeit richtet jede Sünde im Volk. 7. Gesicht: Gottes Gerechtigkeit schafft die Sünde fort aus seinem Volk. 8. Gesicht: Gottes Heilsabsichten bestimmen sein Handeln in der Vorsehung.
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Anhang zu den acht Nachtgesichten: Eine symbolische Handlung und ihre Deutung (6,9-15) Hier haben wir einen im Doppelsinn krönenden Abschluss der ganzen Reihe von acht Nachtgesichten, die Gott dem Propheten gab. Auf das achte Gesicht, das Gottes Gericht über Babylon und Ägypten ankündigt, folgt eine symbolische Krönung Josuas, des Hohenpriesters. Was diese bedeutet, sagen die Verse 6,12-14: Es wird ein Priester kommen, der anders als Josua auch König sein wird. Dieser König ist der Messias, der beides sein wird, Priester und König. Das achte Gesicht zeigt uns, wie Gott die Reiche der Welt lenkt; er lenkt dabei die Welt zum hier vorweggenommenen Ziel: zur Herrschaft des Messias. So wie sich diese symbolische Handlung an die Weissagung vom Untergang der Reiche der Welt anschließt, wird der Messias seine Herrschaft antreten, nachdem er die Reiche der Welt hinweggefegt hat. Das zeigt uns, dass das Gericht über die Nationen, womit das achte Gesicht schloss, nicht Selbstzweck ist, sondern einem höheren Zweck dient: Alle Reiche und jede Herrschaft müssen weichen, um der Herrschaft des Messias Platz zu machen. Und alle Gerichte, die Gott über die Menschen bringt, führen dazu, dass Menschen den Herrn gewissermaßen krönen, d. h. ihm Ehre, Macht, Stärke und Ruhm zuschreiben (siehe Offb 5). Im letzten Gesicht sehen wir, wie die Wagen zwischen ehernen Bergen fahren mussten. Sie werden durch Gottes Macht – sie ist unerschütterlich wie Berge – und durch Gottes Gerechtigkeit – sie ist unbeugsam wie Erz – gezwungen, das Kommen des von Gott erwählten und gesalbten Königs zu beschleunigen. Der König muss aber Untertanen haben. Zuerst sehen wir Rückkehrer aus Babylon, die ihr Silber und ihr Gold hergeben, um symbolisch den Messias zu krönen. Die Not des Babylonischen Exils hatte diese wunderbare Frucht gewirkt. Das gilt auch für uns: Leiden erzieht uns zur Hingabe und zum Gehorsam gegenüber dem Herrn. Am Schluss des Abschnitts sehen wir, wie Heiden sich zum Messias Israels bekehren und an seinem Tempel bauen. Das ist die zweite schöne Frucht der Drangsal Israels. Israel wird durch seinen Gehorsam (endlich!) so anziehend sein und so hell leuchten, dass die Nationen von weit her kommen, um seinen Gott kennenzulernen und um ihm zu dienen.
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Sacharjas dritte Botschaft (Sacharja 7 – 8) Die dritte Botschaft Sacharjas unterscheidet sich in der Form und in der Art ganz von der zweiten und von den beiden letzten Botschaften. Jene behandeln in Gesichten und in göttlichen Aussprüchen die großen heilsgeschichtlichen Ereignisse, die zur Wiederherstellung Israels führen und in der Regierung des Messias über alle Welt gipfeln. Die dritte Botschaft bezieht sich hingegen auf den gegenwärtigen sittlichen und geistlichen Zustand des Volkes. Zwei Jahre nach der Reihe von Nachtgesichten ergeht das Wort des Herrn erneut an Sacharja. Noch immer regiert der gleiche König Darius. Während seine Satrapen ihm aus jedem Winkel des Reiches ihre Meldungen überbringen und die Schreiber täglich an seiner Chronik weiterschreiben, redet Gott zu einem kleinen Untertanenvolk am westlichen Rand seines Reiches. Hier und in diesem Volk geschehen im Stillen Dinge, an denen sich das Schicksal aller Nationen wirklich entscheidet. Gott hat ein Volk unter allen Völkern, und durch dieses Volk macht er Geschichte – Heilsgeschichte, wie wir sie nennen dürfen. Der Anlass der dritten Botschaft war eine Anfrage einiger Bewohner aus Bethel. Auf ihre Frage gibt der Prophet vier Antworten, die alle sinngemäß mit dem Satz »Das Wort des HERRN erging« bzw. »Das Wort des HERRN der Heerscharen geschah« eingeleitet werden (7,1.8; 8,1.18). Die Fragesteller hatten natürlich die Botschaften des Propheten gehört; diese hatten sie zum Nachdenken über ihre gegenwärtige Lage gebracht. Dazu gehörte auch die Frage nach den Fastenzeiten, die man seit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels Jahr für Jahr regelmäßig einhielt. Gott antwortet durch den Propheten: Er wolle nicht ihre Fastenübungen, sondern Gehorsam (V. 8-10), und er erinnert sie daran, dass die ganze Not mitsamt ihren Verwüstungen von Stadt und Land nur deswegen über sie gekommen war, weil sie sich Gottes Wort verweigert hatten (V. 11-14). Dann folgt eine Ankündigung von kommender Wiederherstellung. Gott werde in seinem Eifer sein gutes Wort an Jerusalem erfüllen, und er werde in seinem Zorn die sicheren Nationen richten (8,1-8). Das erinnert an den Inhalt des zweiten Gesichtes (2,14-15). Das Wort der Verheißung sollte den Juden in ihrer gegenwärtigen Lage Trost und damit auch Kraft geben zum Arbeiten am Tempel, der erst zur Hälfte errichtet
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war (V. 9-10); denn nun würde Gott ihre Bemühungen und sie selbst segnen (V. 11-15). Als Folge der Gnade würde das Volk nun den Gehorsam lernen, den es zuvor nicht hatte leisten können und nicht leisten wollte (V. 16-17; vgl. 7,9-11). 1. Antwort: Die Fastenzeiten waren menschliche Einrichtungen (7,1-7). 2. Antwort: Gott will Barmherzigkeit, nicht Opfer (7,8-14). 3. Antwort: Gott wird nach Zion zurückkehren (8,1-17). 4. Antwort: Die Fastenzeiten werden zu Freudenzeiten werden (8,18-23). Diese vier Antworten bilden eine Botschaft, die den Inhalt der beiden ersten Botschaften bestätigt. Sie beginnt mit dem Hinweis auf den Ungehorsam der Väter mit den entsprechenden Folgen (vgl. 1,2-6), und sie endet mit Ausblicken auf kommende Segnungen. Kapitel 7 beschreibt den Ungehorsam und das darauffolgende Gericht durch Gott. Kapitel 8 beschreibt Gottes Gnade und den darauffolgenden Gehorsam durch das Volk.
II. Botschaften zur Zukunft Jerusalems (Sacharja 9 – 14) Mit Kapitel 9 beginnt der große zweite Teil des Buches. Er enthält lauter Weissagungen zur Zukunft Israels. Sie berichten vom Untergang der Reiche der Welt und von der Aufrichtung des Reiches des Messias. Sowohl die erste als auch die zweite Botschaft dieses Teiles (insgesamt die vierte und die fünfte im gesamten Buch Sacharja) berichten von Kriegen zwischen heidnischen Reichen und Israel. Beide haben die gleiche Überschrift (»Lastspruch: Das Wort des HERRN« bzw. »Lastspruch des Wortes des HERRN«). Zuerst erfahren wir, wie Israel gegen die griechische Weltmacht siegreich ist, um dann unter der Herrschaft der römischen Weltmacht moralisch den absoluten Tiefstpunkt seiner ganzen Geschichte zu erreichen: Es verwirft seinen Hirten und Messias bei seinem Ersten Kommen (Kapitel 9 – 11). Dann erfahren wir, wie derselbe Hirte und
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Messias ein zweites Mal kommt, Israel über seine Sünde an ihm Buße tut und von allen Bedrängern sowie auch von aller Sünde befreit wird, um fortan ganz dem Herrn geheiligt zu sein (Kapitel 12 – 14).
Sacharjas vierte Botschaft (Sacharja 9 – 11) Diese und die nächste Botschaft Sacharjas fallen beide in die Zeit nach dem Tempelbau. Sie heißen beide »Last« oder »Bürde«; denn das ist die wörtliche Bedeutung des hebräischen Wortes PDVVkŒ im Satz: »Lastspruch: Das Wort des HERRN …« (9,1). Sie sind nicht datiert, und darum wissen wir nicht, wie viel Zeit verstrich, bevor diese beiden Lastworte des Herrn an Sacharja ergingen. Es ist möglich, dass Sacharja sie erst empfing, nachdem der Aufstieg Griechenlands sich am westlichen Horizont langsam abzeichnete: Im Jahre 490 v. Chr. schlugen griechische Heere bei Marathon die persische Weltmacht; 480 zerstörten sie in der Bucht von Salamis die persische Flotte. Das würde bedeuten, dass Sacharja die Weissagungen der Kapitel 9 – 14 ganze 40 Jahre nach seiner ersten empfing und niederschrieb. Im Unterschied zur ersten Hälfte des Buches bezieht sich die zweite Hälfte nicht auf den Bau des Tempels (der inzwischen längst stand) oder auf damalige Ereignisse. Es geht um zukünftige Dinge: hauptsächlich um das Erste und Zweite Kommen Christi. Das erste Lastwort enthält drei zukünftige politische Ereignisse, die für das Volk Gottes von außerordentlicher Bedeutung werden sollten. Ihre wirkliche Bedeutung erkennen wir, indem der Prophet sie alle zum Kommen des Messias in Beziehung setzt. Das wiederum bedeutet, dass sie alle drei mit der Hoffnung Israels zusammenhängen. Das erste große Ereignis ist das Kommen Alexanders des Großen und die Bewahrung der Stadt. Das zweite große Ereignis sind die Makkabäerkriege; und das dritte Ereignis ist der Aufstieg Roms zur Herrin der Welt und auch des Volkes Gottes. 1 Alexander darf die Stadt Jerusalem nicht antasten, weil der Messias, der ihr König werden muss, in sie einziehen soll. 1 Die Makkabäerkriege sind ein Angeld und eine Verheißung auf den endgültigen Sieg des Volkes Gottes über die Heidenvölker.
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1 Das Kommen Roms ist der äußere Rahmen für das wichtigste Geschehen in der Geschichte der erwählten Nation: das Kommen und die Verwerfung des Messias. Das erste Lastwort (Kapitel 9 – 11) spricht am Schluss von der Verwerfung des vom Herrn gesalbten Königs; das zweite Lastwort (Kapitel 12 – 14) spricht am Schluss von der weltweiten Herrschaft des gesalbten Königs.
Sacharjas fünfte Botschaft (Sacharja 12 – 14) Die fünfte Botschaft ist wie die vierte ein »Lastspruch« des Herrn. Und wie die vierte handelt auch sie von Kriegen der Nationen gegen Israel und vom Kommen des Messias. Diesmal aber geht es nicht um Israels Sünde, die Verwerfung des Messias bei seinem Ersten Kommen, sondern um Israels Buße beim Zweiten Kommen des Messias (12,10-14). Dabei wird Israel geläutert und gesichtet (13,9), von allen Feinden befreit (14,3-15) und dem Herrn vollkommen geheiligt (14,20-21). Im ersten »Lastspruch« (Kapitel 9 – 11) wird zuerst von anmarschierenden heidnischen Heeren gesprochen, die Jerusalem verschonen; hier lesen wir von heidnischen Heeren, die Jerusalem belagern. In Kapitel 9 kommt der Herr in Menschengestalt; in Kapitel 12 kommt der Herr durch seinen Geist. In Kapitel 9 rottet der Herr Ross und Wagen in Israel aus; in Kapitel 12 schlägt Gott Ross und Reiter der Heiden. In Kapitel 11 verzehrt Feuer Jerusalem und den Tempel; in Kapitel 12 verzehren die Juden ihre Feinde wie Feuerfackeln. In Kapitel 11 sind es die Juden, die ihren Hirten preisgeben; in Kapitel 13 ist es Gott selbst, der den Hirten richtet.
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I. Botschaften zur Gegenwart Jerusalems (Sacharja 1 – 8) Die ersten acht Kapitel enthalten Weissagungen, die Juda unter der Herrschaft der Medo-Perser betreffen (siehe Datierungen in 1,1.7 und 7,1). Die Kapitel 9 und 10 sprechen (hauptsächlich) über die Zeit, in der das Land Israel unter griechische Herrschaft kommen sollte, Kapitel 11 spricht von der Zeit, da Rom über Juda herrschte. Die Kapitel 12 – 14 handeln von der Zeit, in der das römische Weltreich wiedererstanden ist, und vom ewigen Reich des Menschensohnes, das jenes Reich und mit ihm alle Reiche der Welt zertrümmern wird (Dan 2,44).
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Sacharjas erste Botschaft (Kapitel 1,1-6) Sacharjas Botschaften hängen eng mit Haggais Botschaften zusammen, wie wir aufgrund von Esra 5,1 und 6,14 erwarten. Im siebten Monat des gleichen Jahres hatte Haggai das entmutigte Volk durch eine Weissagung ermutigt. Zwar würde der jetzt erstehende Tempel nicht so prächtig sein wie der siebzig Jahre zuvor zerstörte, aber der Herr würde ihn eines Tages mit Herrlichkeit füllen (Hag 2,1-9). Wenige Wochen danach, nämlich im achten Monat, ergänzt Sacharja diese Botschaft, indem er seinen Mitjuden sagt, es helfe nicht zu klagen, der neue Tempel sei viel kleiner als der alte. Man solle sich stattdessen fragen, warum der alte zerstört worden war, um daraus etwas zu lernen. Was sollte man lernen? Es ging darum, die Sünden und Torheiten der Väter nicht zu wiederholen. Die erste Botschaft Sacharjas ist ganz grundlegend. Es ist eine Botschaft, die alle Propheten, anfangend mit Mose, verkündigten. Hören auf Gottes Wort bringt Segen, Ungehorsam bringt Fluch (siehe 5Mo 28). Das hatte Gott an den Vätern dutzendfach demonstriert – zuletzt dadurch, dass er Jerusalem und den Tempel den Babyloniern zur Zerstörung übergab. Sacharja und seine Generation sollten das an den Vätern lernen sowie sich hier und jetzt entschließen, es ihnen nicht gleichzutun. Wenn
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nicht, würden alle weiteren Weissagungen ihnen nichts zu sagen haben. Sind wir nicht bereit, uns Gott und seinem Wort im Gehorsam zu stellen, brauchen wir die Bibel gar nicht mehr zu lesen. Gott hat uns dann nichts mehr zu sagen. So ist es also äußerst angemessen, dass gerade diese Botschaft an der Spitze aller Botschaften Sacharjas steht. 1 Im achten Monat, im zweiten Jahr des Darius, geschah das Wort des HERRN zu Sacharja, dem Sohn Berekjas, des Sohnes Iddos, dem Propheten: Darius I. (auch »Darius der Große« genannt) regierte von 522 bis 485 v. Chr.; »im zweiten Jahr des Darius« war mithin im Jahre 521 v. Chr. »Sacharja, der Sohn Berekjas, des Sohnes Iddos«: Laut Nehemia 12,4.16 war Iddo Priester (vgl. auch Neh 12,1), und er war der Vater (oder genauer: Großvater) Sacharjas. Das bedeutet, dass Sacharja Priester und Prophet war, wie vor ihm Jeremia und Hesekiel. Andere waren wie David und Salomo2 König und gleichzeitig Prophet. Nur einer ist alles in einer Person gewesen (König, Priester und Prophet), nämlich der Messias, unser Herr Jesus. »Im achten Monat, im zweiten Jahr des Darius«: Gemeint ist hier nicht Darius der Meder (Dan 6), sondern Darius I. Hystaspes, der von 522 bis 485 v. Chr. über das Reich der Meder und Perser regierte. Zwei Monate, nachdem Haggai seinen Dienst angefangen hatte, begann Sacharja zu weissagen (vgl. Hag 1,1). Im siebten Monat des gleichen Jahres hatte Haggai seine zweite Botschaft an das Volk gerichtet (Hag 2,1-9). Die Tatsache, dass die Weissagungen Sacharjas nach heidnischen Königen datiert werden (im Gegensatz zu denen der vorexilischen Propheten; siehe Jes 1,1 usw.), erinnert an die heilsgeschichtlich entscheidende Wende, die mit dem Exil eingetreten war: Israel war nicht mehr wie einst Haupt und Mittelpunkt der Nationen (5Mo 28,13; Hes 38,12), sondern es war zum Schwanz geworden, während die Heiden jetzt Haupt waren (5Mo 28,44; siehe Kla 1,5 und Dan 2,38). Darum war Jerusalem nicht mehr der chronologische Bezugspunkt von Gottes Handeln in der Welt, wie es zuvor gewesen war (5Mo 32,8). 2
A. d. H.: Salomo gilt im erweiterten Sinne als »Schriftprophet«, weil er das Buch Prediger, einen Teil der Sprüche und zwei Psalmen geschrieben hat.
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2 Gezürnt hat der HERR über eure Väter mit Zorn. »Gezürnt«: Alle Not, die über die Juden gekommen war, ließ Gottes Zorn erkennen. Die Väter hatten Gottes Boten verhöhnt und damit Gottes Wort verachtet (2Chr 36,15-16). Es war nicht Missgeschick gewesen, dass es den Juden so schlecht ergangen war. Nein, die Hand des Herrn war gegen sie ausgegangen (siehe Jes 5,25). Und warum das? Wegen der Sünden Judas. Was hier in schlichten und für jeden verstehbaren Worten gesagt wird, ist uns dennoch meist verborgen. Wir sündigen und ernten, was wir gesät haben, aber wir wollen nicht sehen, dass das Unglück von Gott verhängt ist. Denn wir wollen auch nicht sehen, dass es Wiederherstellung nur geben kann, wenn wir uns neu und noch gründlicher unter Gottes Wort und Willen beugen. 3 Und sprich zu ihnen: So spricht der HERR der Heerscharen: Kehrt um3 zu mir, ist der Spruch des HERRN der Heerscharen, und ich kehre um zu euch, spricht der HERR der Heerscharen. »der HERR der Heerscharen«: Dies ist der von den nachexilischen Propheten bevorzugte Titel Gottes. Er kommt in Haggai 14-mal vor, in Sacharja 53-mal, in Maleachi 24-mal (in Amos neunmal4, in Nahum und Zephanja je zweimal sowie in Micha und Habakuk je einmal). Er ist der Herr der Sternenheere, der Engelsheere, der Heere Israels und auch der Lenker der Kriegerscharen der Nationen. Martin Buber übersetzt das hebräische -DKZ K =HED²yW mit »ER, der Umscharte«. »Kehrt um zu mir«: So hatte der Ruf des Herrn an sein Volk gelautet, den die Propheten vor dem Exil weitergaben: »Kehrt um, Kinder Israel, zu dem, von dem ihr so weit abgewichen seid!« (Jes 31,6). »Kehrt um zu mir!« So lautete sein Ruf abermals an die Angehörigen seines Volkes, die nunmehr aus dem Exil zurückgekehrt waren. Waren sie denn nicht umgekehrt, als sie sich aus Babel aufmachten und nach Jerusalem zurück3 4
Vgl. Jeremia 3,14; Hesekiel 14,6; Hosea 12,7; Joel 2,12. A. d. H.: In diesem alttestamentlichen Buch kommt der entsprechende Begriff in einer erweiterten Variante (»HERR, Gott der Heerscharen«) vor.
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kehrten? Doch, aber sie waren wieder vom Weg des Gehorsams abgekommen. Sie waren der Menschenfurcht (Esr 4) und der Trägheit (Hag 1,2), kurz: dem Unglauben, erlegen. Sie gingen wieder eigene Wege (Hag 1,9); sie mussten umkehren und wieder auf den Weg des Herrn treten. »und ich kehre um zu euch«: Nahen wir uns Gott, naht er sich uns (Jak 4,8); kehren wir ihm den Rücken zu, wird er uns den Rücken zeigen (Jer 7,24; 18,17). Siehe auch Ps 18,26-27. 4 Seid nicht wie eure Väter, denen die früheren Propheten zuriefen: So spricht der HERR der Heerscharen: Kehrt doch um von euren bösen Wegen und von euren bösen Handlungen! Aber sie hörten nicht und merkten nicht auf mich, ist der Spruch des HERRN. »Seid nicht wie eure Väter«: Sie hatten nicht auf »die früheren Propheten« gehört, auf die Propheten, die vor dem Exil weissagten. Das durfte sich nicht wiederholen. Der Appell erinnert an Psalm 95,7-9: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht, wie in Meriba, wie am Tag von Massa in der Wüste, als eure Väter mich versuchten, mich prüften, und sie sahen doch mein Werk!« »Kehrt … um von euren bösen Wegen und von euren bösen Handlungen!«: So hatte der Ruf der früheren Propheten gelautet; aber das Volk ließ sich nicht sagen, seine Wege seien böse und seine Handlungen ebenso: »… sie hörten nicht … auf mich«, die Angehörigen des Volkes verharrten auf ihrem bösen Weg und kamen zu einem bösen Ende. 5 Eure Väter – wo sind sie? Und die Propheten – leben sie ewig? 6 Doch meine Worte und meine Beschlüsse, die ich meinen Knechten, den Propheten, gebot – haben sie eure Väter nicht getroffen? Da kehrten sie um und sprachen: So wie der HERR der Heerscharen gedachte, uns zu tun nach unseren Wegen und nach unseren Handlungen, so hat er mit uns getan.
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»Eure Väter – wo sind sie?«: Die Väter waren verschleppt worden und waren in der Fremde gestorben und begraben – als Zeugnis gegen sie und gegen ihren Ungehorsam. Wollten die aus Babel zurückgekehrten Juden aber leben und nicht aus dem Erbe verstoßen werden, mussten sie gehorchen und – was dem gleichkommt – glauben. »… die Propheten – leben sie ewig?«: Nein, sie kommen und treten ab, nachdem sie ihren Auftrag erfüllt haben. Man musste also die Stunde der Heimsuchung nutzen, in der Gott seine Knechte, die Propheten, zu seinem Volk sandte. Sie würden nicht ewig zum Volk reden. Würde man ihre Predigt nicht annehmen, würde Gott sich vom Volk abwenden und schweigen. So geschah es in den nachfolgenden Jahrhunderten. Kurz nach Sacharja sandte der Gott Israels nur noch Maleachi zu seinem Volk, um danach 400 Jahre zu schweigen, bis das Wort des Herrn an Jochanan Ben Sacharja5 geschah (Lk 3,1-2). »… meine Worte und meine Beschlüsse … haben sie eure Väter nicht getroffen?«: Die Zeitgenossen Sacharjas wussten es nur zu gut, dass Gottes Gerichte über ihre Väter und damit über sie selbst gekommen waren. Die Katastrophe des Exils hatte sie weiser gemacht als ihre Väter: »… [sie] kehrten … um«.
Sacharjas zweite Botschaft (Kapitel 1,7 – 6,15) Sacharjas zweite Botschaft besteht aus acht Nachtgesichten, die er alle in der gleichen Nacht empfing. Diese Gesichte entstiegen nicht seinem Innern, sondern wurden ihm von Gott gegeben. Sie sind ein Teil der Gesamtbotschaft des Propheten an sein Volk, und diese heißt »das Wort des HERRN«, das an Sacharja erging (1,1.7). Damit ist gesagt, dass auch diese Gesichte Wort des Herrn sind. Die acht Gesichte haben folgenden Inhalt: Erstes Gesicht (1,7-17): Der Prophet sieht einen Reiter im Tal der Myrten: Der Engel des Herrn führt Israel in Tiefen, aber er geht mit, und seine Fürbitte sichert das gute Ende Israels. Zweites Gesicht (2,1-4): Der Prophet sieht vier Hörner und vier Werkleute, die diese zerschlagen: Der Herr wird die Nationen richten, die Israel bedrängt haben. 5
Jochanan lautete der Name des Täufers auf Hebräisch, der im NT in der gräzisierten Form Johannes wiedergegeben wird.
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Drittes Gesicht (2,5-17): Der Prophet sieht einen Mann mit einer Mess-Schnur: Jerusalem wird sein Erbe empfangen und damit das volle Maß der von Gott verheißenen Segnungen genießen. Es wird von Leben überfließen und durch den Herrn selbst geschützt werden. Viertes Gesicht (Kapitel 3): Der Prophet sieht den Hohenpriester Josua in unreinen Kleidern vor dem Herrn stehen: Bevor Jerusalem gesegnet werden kann, muss das Priestertum gereinigt werden. Fünftes Gesicht (Kapitel 4): Der Prophet sieht einen goldenen Leuchter, der durch zwei Ölbäume fortwährend mit Öl gespeist wird: Damit Gottes Absichten mit seinem Volk in Erfüllung gehen können, muss der Heilige Geist in ihm und durch dasselbe ohne Unterlass wirken. Sechstes Gesicht (5,1-4): Der Prophet sieht eine fliegende Buchrolle, d. h. den Fluch des Gesetzes, der über das ganze Land ausgeht: Selbstgericht muss die Antwort sein auf die im vierten Gesicht angekündigte Sühne der Sünde und auf die im fünften Gesicht verheißene Gabe des Heiligen Geistes. Siebtes Gesicht (5,5-11): Der Prophet sieht eine Frau, die in einem Epha verborgen ist und aus diesem entfernt wird: Gott schafft die Gottlosigkeit fort aus seinem Volk in ein fremdes Land, wo sie gedeiht und zu einem feststehenden System (einem »Haus«) wird. Achtes Gesicht (6,1-8): Der Prophet sieht vier Kriegswagen mit Rossen, die zwischen »den zwei Bergen« fahren: Gottes Heilsabsichten, die in den beiden Bergen Zion und Ölberg ihre Kristallisationspunkte haben, bestimmen sein Handeln in der Vorsehung. Die Gesichte sind eine Bestätigung und Erläuterung der dritten und der vierten Botschaft Haggais (Hag 2,10-19 und 2,20-23). In der dritten hatte Gott angekündigt, er werde fortan segnen (Hag 2,19), in der vierten hatte er angekündigt, dass er die Throne der heidnischen Könige stürzen und einen jüdischen Fürsten erhöhen werde. Wie er beides tut, legen die acht Nachtgesichte in vielen Einzelheiten dar.
Erstes Gesicht (1,7-17) In diesem Gesicht sollen die Juden damit getröstet werden, dass ihr Gott und Retter nicht nur den Weg und die Geschicke seines Volkes lenkt,
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sondern auch über die Wege der Völker wacht, die den Juden so sehr zugesetzt hatten und noch immer zusetzten. Alle Gesichte sind voller Symbole, die aber dem Propheten auf seine Bitte hin gedeutet werden. Die Deutung ist (im Ganzen) jeweils einfach zu verstehen; und haben wir diese verstanden, können wir die Symbole leichter deuten. In diesem ersten Nachtgesicht spielt »ein Mann« die Hauptrolle. Um diesen Mann dreht sich alles. Er ist der Engel des Herrn von V. 11 und 12. Die drei Gruppen verschiedenfarbiger Rosse, die diesem Mann folgen, stehen für Gottes Wirken in der Vorsehung. Die Reiter und ihre Reittiere sind von Gott gesandt (V. 10); die verschiedenen Farben stehen für die Mittel, die Gott in seinem Regiment über die Erde verwendet: Rot steht für Krieg, wie wir aus Offenbarung 6,4 verstehen, Weiß steht für Sieg (Offb 6,2). Gott gibt in seiner Weisheit und Souveränität verschiedenen Reichen oder Menschen für bestimmte Zeit Macht über andere Völker (Jer 27,4-6; Dan 2,21.37) sowie über Israel (Jer 27,12), und das geschieht eben durch siegreich geführte Kriege. Aber die Reiter folgen dem Engel des Herrn. Sie können ihn nicht überholen; sie können nur gehen, wohin er geht. Das bedeutet, dass sie unter seiner Führung und Anleitung handeln, obwohl sie es nicht wissen. Er regiert sie. Dieser Engel des Herrn ist der Messias Israels, unser Herr Jesus. Und er betet für sein Volk (V. 12). Wir können sagen, dass alles, was in diesem Buch folgt, Gottes Antworten auf die Fürbitte des Herrn ist. »Die ganze Erde sitzt still und ist ruhig« (V. 11), d. h. die Macht der herrschenden Völker ist fest gefügt und darum scheint es, als ob sich an Israels Erniedrigung nie etwas ändern werde. Aber der Herr hat andere Gedanken über die Nationen und über Israel: Er wird sich Israels annehmen und sich über Jerusalem erbarmen (3Mo 26,44). Das bedeutet gleichzeitig, dass er die sicheren Nationen erschüttern (Hag 2,6) und ihre Macht brechen wird (Hag 2,22); und dann wird es Israel sein, das ruhig und sicher wohnt und von niemandem aufgeschreckt wird (Sach 3,10; Jer 30,10).
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7 Am vierundzwanzigsten Tag, im elften Monat, das ist der Monat Schebat, im zweiten Jahr des Darius, geschah das Wort des HERRN zu Sacharja, dem Sohn Berekjas, des Sohnes Iddos, dem Propheten: Die Botschaft ist genau datiert. Der »vierundzwanzigste Tag im elften Monat … im zweiten Jahr des Darius« ist exakt zwei Monate nach den letzten zwei Botschaften Haggais (2,10-23). In diesen gab Gott zwei Verheißungen: a. »Von diesem Tag an will ich segnen« (Hag 2,19). b. »Ich werde den Thron der Königreiche umstürzen … ich [werde] dich nehmen, Serubbabel … und … dich wie einen Siegelring machen. Denn ich habe dich erwählt« (Hag 2,22-23). Die acht Gesichte, die Sacharja in einer einzigen Nacht gegeben werden, bestätigen diese beiden Verheißungen, indem sie diese erläutern und vertiefen. Im ersten Gesicht verheißt Gott, dass er sich nun Jerusalem wieder segnend zuwenden werde, und eine symbolische Handlung sowie die dazugehörige Deutung fassen das Ziel und Ergebnis seiner Zuwendung zusammen: Nicht mehr die Nationen werden über Juda herrschen, sondern einer aus Gottes Volk, der Messias, wird als Priester auf dem höchsten Thron sitzen und herrschen (6,9-15). »geschah das Wort des HERRN zu Sacharja«: Die Gesichte sind Wort des Herrn, d. h. von ihm gegeben, nicht aus dem Innern Sacharjas aufgestiegen.
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8 Ich schaute des Nachts6, und siehe: Ein Mann, der auf einem roten Ross reitet; und er hält zwischen den Myrten, die in der Schlucht waren, und hinter ihm erd-rote, rote und weiße Rosse. »Ich schaute des Nachts«: Dass Gott zu seinen Propheten durch Gesichte redete, gehört zu der mannigfaltigen Weise des Redens Gottes zu den Vätern (Hebr 1,1), wie wir auch in 4. Mose 12,6 erfahren. »… siehe: ein Mann«: Das ist das Erste, was Sacharja sieht; dieser Mann ist die Hauptsache im ganzen Gesicht. Er heißt »Mann«, ’isch, wie in 2. Mose 15,3 (wo der Herr und Retter Israels sowie Richter Ägyptens als »Kriegsmann«, ’isch milchamáh, bezeichnet wird7). Das gleiche Wort ’isch steht auch in 2,5; 6,12 und 13,7 (wo der »Mann« jedes Mal der Messias ist). Dem Herrn als Kriegsmann, der für sein Volk streitet, begegnen wir im letzten Kapitel dieses Buches (14,3). In V. 11 heißt dieser Mann »Engel des HERRN«, er ist also der Herr selbst. Somit bezeugt dieser kurze Abschnitt sowohl die wahre Menschheit als auch die wahre Gottheit des Messias. Wenn wir endlich in V. 12 vernehmen, dass der Engel des Herrn zum »HERRN der Heerscharen« betet, verstehen wir, dass Gott zu Gott betet, dass also in Gott eine Mehrzahl von Personen ist (siehe auch 10,12 und 12,10). Sacharja sieht wie Johannes in Offenbarung 6 vier Rosse und ihre Reiter. Anhand der letztgenannten Stelle können wir auf die Bedeutung der Rosse schließen: Sie symbolisieren wie in den Siegelgerichten von Offenbarung 6 Gottes Wirken in der Vorsehung. Das Gleiche gilt für die Rosse im achten Gesicht Sacharjas (Kapitel 6). Die roten Rosse stehen für Blutvergießen und Krieg (Jes 63,1-4; Offb 6,4), die weißen für Sieg (Offb 6,2). »Myrten«, hadassím, sind ein Zeichen der gnädigen Wiederherstellung Israels (Jes 41,19; 55,13). In Nehemia 8,15 erfahren wir, dass die nach Jerusalem zurückgekehrten Juden zum Laubhüttenfest als Zeichen der begrenzten Wiederherstellung Myrtenzweige brachen. Gott gibt hier
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Vgl. Daniel 2,19; 7,2.7.13. Zu dieser Stelle (Sach 1,8) sagt der Babylonische Talmud: »Dieser Mann ist kein anderer als der Heilige, gepriesen sei Er; denn es heißt: ›Der HERR ist ein Mann des Krieges‹« (siehe 2Mo 15,3).