Satz: Andre Dietermann, DTP-MEDIEN.DE, Haiger Umschlag:
Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck
Artikel-Nr. 256285
ISBN 978-3-86699-285-6
Gott im Alltag
Vorwort
Mit diesem Buch möchten wir den Lesern eine Hilfe bieten, die vielfältigen Erfahrungen und Befindlichkeiten des täglichen Lebens nicht als bloße Zufälle anzusehen, denen wir mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind. Vielmehr möchten wir deutlich machen, dass Gott, der Schöpfer der Welt, alles, was uns begegnet, so gefügt hat, dass es uns zu einem Hinweis auf unsere Abhängigkeit von ihm werden kann.
Auch soll uns klar werden, dass dieser allmächtige Schöpfer es gut mit uns meint. Er will uns von bösen Wegen auf die guten Wege seines Friedens hinüberziehen. Dass er es gut mit uns meint, hat er am deutlichsten darin gezeigt, dass er seinen Sohn, Jesus Christus, gesandt hat, um für unsere Schuld und Sünde zu sterben. So muss den Glaubenden alles zum Besten dienen.
Hätte ich doch ...!
2. Korinther 7,10
Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder empfange, was er in dem Leib getan hat, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses.
Zwei junge Leute steckten bis über die Ohren in Schulden und beschlossen dies Elend ein für alle Mal zu beenden und in eine Bankfiliale einzubrechen. Um an den Tresor zu kommen, mussten sie einen Tunnel graben, und weil sie dabei ins Schwitzen gerieten, zogen sie ihre Jacken aus und legten sie irgendwo da unten ab. Plötzlich klingelte es. Das musste die Alarmanlage sein. Panik ergriff sie, und Hals über Kopf stürzten sie ins Freie. Sie waren noch nicht weit gekommen, als auch schon die Polizei eintraf und den Tunnel mit den Jacken entdeckte, in denen ihre Führerscheine steckten. Schon bald saßen sie in Untersuchungshaft.
Der eine dachte dort: »Wie konnte ich nur so blöd sein, die Jacke dort liegen zu lassen!« Er war richtig traurig über seine eigene Dummheit.
Der andere aber hatte früher einmal etwas von Gott gehört und meinte bei sich: »Ich hätte nicht auf meinen Kumpel hören dürfen. Eigentlich muss ich mich freuen, schon am Anfang einer Verbrecherlaufbahn erwischt worden zu sein. Ich will Gott um Vergebung bitten und ein neues Leben anfangen.«
In unserem Tagesspruch werden diese beiden unterschiedlichen Haltungen als »Betrübnis der Welt« einerseits und als »gottgemäße Betrübnis« andererseits bezeichnet. Der eine denkt nur an Schadensbegrenzung und an Vorsichtsmaßnahmen für zukünftige Aktionen, ohne eine Sinnesänderung zu erwägen. Der andere freut sich, von Gott frühzeitig auf einem bösen Weg aufgehalten zu sein, und will zu ihm umkehren. Die eine Haltung endet im ewigen Verlorensein, während die andere bei Gott Vergebung sucht und auch findet. Das alles gilt nicht nur für Einbrecher, sondern auch für uns »anständigen« Menschen, weil in Wirklichkeit niemand ohne Sünde ist.
Gott kam, und fast keiner wollte ihn
Johannes 1,11-12
Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Können Sie sich noch an den Jubel erinnern, den die erste Mondlandung der Amerikaner auslöste? Manches irdische Leid wurde dadurch für eine Weile vergessen. Doch einer der Mondfahrer, James Irwin, wusste die Sache richtig einzuordnen, indem er sagte: »Der größte Tag der Menschheitsgeschichte war nicht, als die ersten Menschen den Mond betraten, sondern der größte Tag in der Geschichte war, als Gottes Sohn auf die Erde kam.«
Tatsächlich hat Gott vor rund 2000 Jahren seinen Sohn auf die Erde geschickt, nicht um die Menschheit für ein paar Tage über ihr Elend hinwegzutrösten, sondern um alle Last der Welt auf ihn zu legen, damit letztendlich für alle alles gut werden kann. Haben wir Menschen nun mit anhaltendem Jubel diese Rettungsaktion unseres Schöpfers begrüßt? Nein, nicht einmal die Türen haben wir ihm aufgemacht. Der Retter blieb als neugeborenes Baby buchstäblich draußen vor der Tür. Von einem Schafstall spricht nur die fromme Legende. Seine Mutter musste ihr Baby in einer Krippe ablegen. Ja, die Engel kamen alle, um dies Wunder der Menschwerdung Gottes zu bestaunen und zu bejubeln; aber sonst kamen nur einige sehr verachtete Hirten. Denn die Weisen aus dem Morgenland erschienen erst viel später.
Ein so kalter, ja, eiskalter Empfang wurde dem Sohn Gottes hier bereitet, und ich empfinde es fast als größtes Wunder, dass er nicht gleich wieder umgekehrt ist. Aber nein, er hat ein ganzes Leben der Verachtung und Niedrigkeit auf sich genommen, weil das zu unserer Rettung gehörte. Leider hat man die ernste Mahnung der »Weihnachtsgeschichte« erfolgreich mit dem Riesenrummel übertönt, den man heute an Weihnachten veranstaltet. Aber Gott wartet immer noch auf Leute, die sein gnädiges Angebot ernst nehmen und sich retten lassen.
Das beste Geschäft
Matthäus 13,45-46
Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Irgendwo in Italien steht eine völlig zerstörte Burgruine. Nur die kühlen Kellergewölbe bestehen noch. Dort haben die Weinbauern der Umgegend in großen Fässern ihre kostbaren Weine gelagert. Eines Nachts schlug der Blitz ein, und in der Ruine brannte alles, was noch brennen konnte. Die Bauern fürchteten um ihren Wein; aber da oben gab es kein Löschwasser. Um wenigstens die Kellerräume und die Fässer zu erhalten, blieb ihnen nichts übrig, als die Fässer zu öffnen, um mit dem Wein die verschiedenen Brände in der Ruine zu löschen.
Als sie am nächsten Morgen den Schaden besahen, entdeckten sie, dass eine der Kellermauern geborsten war. Dahinter fanden sie noch einen Raum. Sie stiegen hinein und fanden dort viele Altertümer und verborgene Schätze. Der Wert aller dieser Dinge überstieg bei Weitem den Wert des Weines, den sie zur Rettung des Gewölbes vergossen hatten.
Diese Bauern wollten nur ihren Keller retten und gewannen, ohne es zu ahnen, einen Schatz. In unserem Tagesvers weiß der Händler, für was er all seinen Besitz verkauft. So ist es auch, wenn wir der Bibel Glauben schenken. Dann mühen wir uns auch nicht ins Blaue hinein, sondern wissen, dass alle Güter der Welt nicht mit dem Schatz zu vergleichen sind, den jeder gewinnt, der wirklich an Jesus glaubt und daran, dass er der Retter der ganzen Welt, aber auch jedes einzelnen Gläubigen ist.
Ein schlechtes Gewissen
Jesaja 1,18
Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.
Vor einiger Zeit las ich von einem Dummejungenstreich in der Schweiz. Da hatten einige junge Leute Zettel gedruckt und in die Briefkästen vieler Bürger geworfen. Auf ihnen stand: »Jetzt ist alles herausgekommen!« Zwei Empfänger sollen daraufhin Selbstmord begangen haben und einige andere untergetaucht sein. Die Schreiber dieser Zettel wussten von nichts, sondern wollten nur einen Spaß machen. Sicher ahnten sie gar nicht, welchen »Erfolg« ihr »Spaß« haben würde.
Uns aber zeigt es wieder einmal, welch eine Last ein schlechtes Gewissen sein kann.
Sicher meinten alle, die so heftig reagiert hatten, ihre Schandtat, ihre »Leiche im Keller« sei so gut versteckt, dass niemand sie finden würde – und nun kam diese schreckliche Botschaft, dass alles »herausgekommen« sei.
Es gibt heute viele Leute, die sich vor Gottes Gericht nicht fürchten, weil sie meinen, alle Spuren zu ihren Schandtaten gründlich verwischt zu haben. Wie sollte je einer sie aufdecken können?
Diese Geschichte aber zeigt, dass Gott gar nicht weit zu suchen braucht. Sie, die Verursacher selbst, werden ganz schnell alles preisgeben müssen, was sie so gründlich zu verstecken verstanden, wenn sie vor Gottes Richterstuhl erscheinen müssen. Wie befreiend ist da die gute Botschaft von der Vergebung, die Gott allen anbietet, die heute zu ihm kommen und ihm ihre Schuld eingestehen. Es gibt wirklich keine Sünde, die Gott nicht vergibt, weil sein Sohn für alles ausreichend bezahlt hat. Das gilt für alle, die zum ersten Mal zu Gott kommen, genauso wie für alle, die wieder einmal in eine Schuld verstrickt wurden. Alle werden in Gnaden aufgenommen, weil Gott das Opfer seines Sohnes so über alle Maßen wertschätzt.
Auf Nachhaltigkeit kommt es an
Sprüche 11,14
Wo keine Führung ist, verfällt ein Volk; aber Rettung ist bei der Menge der Ratgeber.
Friedrich Nietzsche hat sinngemäß gesagt: »Wenn Gott tot ist, ist alles erlaubt!« Da er ja den Tod Gottes proklamiert hatte, weiß ich nicht, ob er froh darüber war, oder ob er genug Weitsicht bewies, die Folgen zu erkennen, die sich aus seiner These ergeben würden.
Jetzt, wo für die Mehrzahl der Europäer Gott tatsächlich tot ist, können wir jedenfalls die Folgen von Jahr zu Jahr deutlicher erkennen.
Weil es kaum noch eine Instanz gibt, die auf Einhaltung von Regeln bestehen kann, tut jeder immer häufiger, was er persönlich für richtig hält. Und weil die Regierungen selbst unsicher sind, ob sie das Recht zum Durchgreifen haben, kommt es nur noch auf die Durchsetzungsfähigkeit der Einzelnen oder Gruppen an, einerlei, ob sie die anderen an die Seite drängeln wollen oder ob sie Lust am eigenen Untergang haben.
Was vor einiger Zeit noch als selbstverständlich und unverzichtbar galt, wurde anfangs in Zweifel gezogen. Dann wird es als »alter Zopf« hingestellt und bekämpft. Und plötzlich blicken die Leidtragenden in eine völlig veränderte Welt, in der nichts mehr gilt, was sie früher für sicher hielten.
Ist das nicht genau die Aussage unseres Tagesverses? Erst hat Gott nichts mehr zu sagen, dann die Regierungen, dann die Eltern und Lehrer. Und was bleibt? Ein ratloses Volk, das sich selbst zugrunde richtet.
Umso wichtiger ist es für alle, die noch glauben können, auf Gottes Wegweisung zu achten; denn die gilt selbstverständlich immer. Sie wird auch noch gültig sein, nachdem dieses unser System längst zusammengebrochen ist. Wir möchten darum allen Mut machen, auf Gottes gute Gebote zu achten, auch wenn es zunächst immer unpopulärer wird.
Was ist Leben?
1. Johannes 5,20
Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
Es hat einmal jemand gesagt: »Jeder kleine Junge kann einen Käfer töten; aber alle Professoren der Welt können das Tier nicht wieder zum Leben erwecken.«
Der besagte Käfer mag noch alles in sich haben, was zu seinem Leben nötig war, trotzdem wird er nie wieder krabbeln, fliegen, Eier legen, fressen oder was er sonst noch alles konnte. Dabei hat er immer noch die Baupläne für seine Käferart in sich; aber auch die helfen nicht weiter. Das Leben ist aus ihm gewichen, und darum ist er nur noch eine kleine Leiche, die den Zerstörungskräften in unserer Natur ausgesetzt ist, gegen die sich der Käfer nicht mehr wehren kann. Schon bald nach seinem Tod wird er ganz verschwunden sein.
Nun wissen wir immer noch nicht, was Leben ist, wir konnten nur einiges von dem aufzählen, zu was der Käfer fähig war, als er noch lebte. Wir wissen also höchtens, dass das Leben jene geheimnisvolle Kraft ist, die in vorher totem Material biochemische und bioelektrische Wunder vollbringt, durch die Menschen, Tiere und Pflanzen nach jeweils vorgegebenen Plänen die erstaunlichsten Dinge tun können. Dieses Leben ist ein göttliches Wunder, das nie von selbst entsteht und immer nur aus Leben hervorgeht.
In unserem Tagesvers steht, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, das ewige Leben selbst ist. Die Bibel beschreibt ihn als den Ursprung allen Lebens. Durch ihn entstanden die ersten Lebewesen, und uns Menschen hat er sogar ewiges Leben gegeben, das wir aber nach eigenem Willen ewig in seiner Nähe oder ewig getrennt von ihm verbringen werden. Die Entscheidung darüber fällt in diesem irdischen Leben. Wir sollten es nutzen, um uns richtig zu entscheiden!
Auch ein Lösungsvorschlag
Psalm 139,5-6
Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt und deine Hand auf mich gelegt. Kenntnis, zu wunderbar für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen!
Da sitzen zwei Leute auf einer Parkbank am See und schauen einem Angler zu. Der fängt einen kleinen Fisch, macht ihn vom Haken los und legt ihn in seinen Eimer. Dann fängt er einen großen Fisch. Er macht auch ihn los, wirft ihn aber wieder in den See. Verwundert sehen die beiden auf der Bank einander an. Beim nächsten Mal hängt wieder ein großer Fisch an der Angel, und auch der wird in den See zurückgeworfen. Da halten es die beiden nicht mehr aus und fragen den Angler, warum er das macht. Und dieser antwortet: »Ja, wissen Sie, ich habe zu Hause nur eine Bratpfanne von 28 cm Durchmesser. Darum werfe ich alle Fische weg, die nicht hineinpassen.«
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich Ihnen eine so dumme Geschichte zumute. Das tue ich deshalb, weil die Mehrzahl der Menschen es genauso macht wie der Angler. Sie wollen nur akzeptieren, was sie begreifen können. Anstatt zugeben zu müssen, dass es Dinge gibt, die größer als ihr Verstand sind, ignorieren sie diese lieber und erklären: So etwas gibt es nicht, kann es einfach nicht geben, wird es auch nie geben.
Gibt es für diese Haltung irgendwelche unterstützenden Beweise? Natürlicher- und logischerweise nicht; denn wenn man Gott außer anhand seiner Schöpfung beweisen könnte, würde er ja in die Bratpfanne, Entschuldigung, in den Verstand der Leute passen, und das tut der allmächtige, allgegenwärtige und allwissende Gott nun wirklich nicht. Er hat von sich gesagt, dass er das ganze All ausfüllt, ja, es in seinen Händen hält. So bleibt er draußen; aber zu bedauern ist nicht Gott, sondern die große Masse der Leute, denen es so sehr darum geht, nichts und niemand über sich anerkennen zu müssen.
Ein Kompass für alle Fälle
Psalm 119,130
Die Eröffnung deiner Worte erleuchtet, gibt Einsicht den Einfältigen.
Die Bibel wusste schon seit Jahrtausenden, was unsere Wissenschaftler erst in den letzten zwei Jahrhunderten entdeckt haben. Wie viele Menschen haben wohl nach dem Genuss von rohem Schweinefleisch an Trichinose gelitten, bevor die »Fleischbeschau« obligatorisch wurde. Heute weiß man außerdem, dass Schweinefleisch auch im gekochten Zustand nicht das gesündeste Nahrungsmittel ist. Im Alten Testament war der Verzehr von Schweinen absolut verboten.
Ein weiteres Beispiel von vielen: Wenn ein Mensch einen Toten angefasst hatte, durfte er nach dem Gesetz Moses eine Woche lang keinen Menschen berühren. Noch 1846 starben in der Wiener Frauenklinik ein Drittel der Patientinnen an Kindbettfieber. Dr. Semmelweis vermutete, dass die Ärzte seines Instituts die Mütter mit Leichengift infiziert hatten, weil sie vorher Leichen sezierten und dann mit ungewaschenen Händen den Frauen bei der Geburt ihrer Kinder halfen. Er verlangte nun, dass sie eine gründliche Reinigung der Hände vornahmen, woraufhin die Sterblichkeit bei den Frauen drastisch sank. Weil man einen Skandal fürchtete, entließ man kurzerhand Dr. Semmelweis, der äußerst schwer unter diesem Unrecht gelitten hat. Er hat nicht mehr erlebt, dass Louis Pasteur und Robert Koch ihn großartig rehabilitierten.
Viele Entdeckungen auf den unterschiedlichsten Gebieten bestätigen heute, was das Volk Israel schon vor 3500 Jahren wusste oder wissen konnte. Die Bibel ist eben Gottes Buch an uns Menschen, durch das wir hier auf Erden besser zurechtkommen und darüber hinaus für ewig selig werden können. Sollten wir von dieser großartigen Erkenntnisquelle nicht viel intensiver Gebrauch machen?
Zwei »Weltanschauungen«
Lukas 21,28
Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.
Zwei blinde Passagiere hatten sich in den tiefsten Bauch eines Schiffes verkrochen, das in ihre Heimat fahren sollte. Da unten sahen sie nichts von der Welt als nur die riesigen Treibstofftanks für die Schiffsmotoren und eine Anzeige, wie viel Dieselöl noch vorhanden war. Eines Morgens wachten sie auf und sahen, dass der Zeiger beinahe bei null angekommen war. Der eine bekam schreckliche Angst, weil er dachte: Wenn die Maschinen nicht mehr laufen, kann das Schiff nicht mehr gesteuert werden. Dann ist es dem Wind und der Strömung ausgesetzt. Wie leicht kann es dann auf einem Korallenriff zum Schiffbruch kommen; oder es wird gegen einen Eisberg getrieben. Dann geht es diesem Schiff so wie der »Titanic«. Und wir müssen hier unten als Erste ertrinken!
Der andere aber dachte: Die Schiffsbauer sind kluge Leute, und sie haben eine jahrelange Erfahrung. Die wissen, wie groß die Tanks sein müssen, um sicher über den Ozean zu kommen. Und darum machte er seinem ängstlichen Kameraden Mut mit den Worten: »Wenn die Tanks fast leer sind, müssen wir schon bald zu Hause sein!«
Sehen Sie doch noch einmal auf unseren Tagesspruch! Da ist von »diesen Dingen« die Rede. Und die werden in den Versen davor und danach genannt. Einem kann dabei schon angst und bange werden. Wer aber auf Gott zu vertrauen gelernt hat, blickt nicht auf das immer wilder werdende Durcheinander und auf die immer schwerer lösbaren Probleme dieser Welt, sondern er erkennt darin die Zeichen für das Wiederkommen des Herrn Jesus Christus. Und dann kann er sich sogar freuen! Welch ein riesiger Unterschied besteht doch zwischen diesen beiden »Weltanschauungen«!
Alles muss neu werden!
Psalm 51,12
Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!
Wenn man einen Löwen und ein Lamm auf einer Wiese aussetzt, dann wird man nicht lange zu warten brauchen, bis das Lamm verschwunden und der Löwe satt ist. Wie kann man das verhindern?
Klar, man sperrt den Löwen in einen stabilen Käfig ein und lässt das Lamm frei laufen. Man hindert zwar durch den Käfig den Löwen am Lämmerfressen; aber man ändert durchaus nicht sein Verlangen danach.
So geht es auch uns Menschen. Weil wir so böse zueinander sind, haben wir viele Gesetze geschaffen, sodass auch die »Lämmer« unter uns einigermaßen sicher sind. Diese Gesetze sind der Käfig für die vielen Löwen unter uns. Leider werden die Menschen immer leichtfertiger und bauen die Käfige entweder immer weitmaschiger oder mit immer dünneren Stäben. Einigen Löwen gelingt es, durch die Maschen zu schlüpfen, und anderen, die Stäbe auseinanderzubiegen. Gewöhnen können sie sich ans Bravsein nicht, einerlei, wie lange sie »hinter Gittern« saßen.
Sie müssten erst eine andere Gesinnung, ein anderes »Herz«, bekommen. Das gilt für uns Menschen alle. Gott will jedem dieses neue Herz, diese neue Gesinnung, schenken, der ihn aufrichtig darum bittet, weil er eingesehen hat, dass er sich selbst nicht verbessern kann. Wäre das nicht großartig, wenn wir hier, ohne von Gesetzen bedroht zu werden, so miteinander umgingen, dass jeder an jedem seine Freude hätte? Wenn alle Eheleute sich lieb hätten und alle Kinder ihren Eltern folgten und es keine Diebe und Betrüger mehr gäbe?
Gott will seinen Leuten dazu verhelfen. Vollkommen wird das leider erst im Himmel sein. Aber dahin kommt man nun einmal nur mit dem erwähnten »neuen« Herzen.
Beziehungen – nichts geht über Beziehungen
Psalm 73,25
Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde.
Von manchen Kalifen und Sultanen wird erzählt, sie hätten sich oft unerkannt unter das Volk gemischt, um ihre Leute besser kennenzulernen.
So besuchte einer von ihnen eines der heißen Bäder, und als er eine Sklavenschürze an der Wand hängen sah, zog er sie über und stieg neugierig eine Treppe hinab, die in einen dunklen, nur von einem fernen Feuer erhellten Raum führte. »Ah, hier wird also das Wasser in den Bädern beheizt!«, dachte er, als er eine kleine Gestalt wahrnahm, die Holz für das Feuer herbeischleppte. Es war ein Kind, das in dem niedrigen Raum aufrecht gehen konnte. Der Kalif sprach den Jungen freundlich an, und der erzählte ihm seine ganze leidvolle Geschichte.
Der Kalif gewann den kleinen Sklaven lieb und sagte ihm, er könne sich etwas wünschen, es sei, was es wolle. Der Junge erhob sein rußschwarzes Gesicht, aus dem nur das Weiß der Augen hervorleuchtete, und blickte den Besucher dankbar an. Dann sagte er: »Ich wünsche mir nur eins, dass du nicht fortgehst; denn du bist der Einzige, mit dem ich hier unten reden konnte.«
Beinahe könnte man glauben, der Schreiber unseres Tagesverses sei dieser arme Sklavenjunge gewesen. Und wenn diese Geschichte auch nur Wunschtraum sein sollte, so ist sie doch ein sehr schönes Bild von der wahren Geschichte, dass Gott selbst in unser Elend herabgestiegen ist, um uns zu retten. Und wer das begreift, der weiß, dass es nichts Höheres gibt, als Gemeinschaft mit diesem liebenden Gott zu haben, einerlei, in welchen weiteren Umständen wir sonst noch stecken mögen.
Unser großer Retter ist genauso wenig wie der Kalif da unten geblieben, und auch er nimmt alle seine Freunde mit in sein herrliches Reich.
Den Klavierspieler sah sie nicht
Psalm 146,5-6
Reden will ich von der herrlichen Pracht deiner Majestät und von deinen Wundertaten. Und sie werden sprechen von der Kraft deiner furchtbaren Taten, und deine Großtaten werde ich erzählen.
Unter den Dielenbrettern eines alten Hauses wohnte schon lange eine Mäusefamilie. Dort war es abends immer am schönsten, wenn sie der Musik lauschten, die irgendjemand auf dem Klavier spielte. Die Mäuse wussten nicht, wie die Musik zustande kam. Manche meinten, ein großer Geist müsse sie hervorbringen, einer, der das Schöne liebt und Künste beherrscht, von denen sie keine Ahnung hatten.
Eines Tages machte sich eine besonders wagemutige, kleine Maus auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Sie knabberte ein Loch durch die Dielen und sah dort oben einen riesigen schwarzen Kasten. Sie kletterte hinein – gerade als die Musik wieder anfing. Da sah sie, wie es zu den Klängen kam. Eine verwirrende Maschine mit lauter Hämmern schlug auf Drähte, die den Ton von sich gaben.
Schnell lief sie wieder nach unten zu den anderen Mäusen und erzählte: »Das mit dem großen Geist stimmt überhaupt nicht. Ich habe es genau untersucht. Dort oben schlagen Hämmer ganz zufällig auf dicke und dünne Drähte, und das macht die Töne.« »Ja«, meinten die anderen, »aber wie kommt es, dass diese vielen Töne so schön zusammenpassen?« Darauf sagte unsere Forschermaus: »Wir müssen das noch genauer untersuchen. Sicher gibt es Naturgesetze, die alle diese Zufallsereignisse so harmonisch klingen lassen.«
Diese Maus hatte richtig beobachtet, aber doch nicht die eigentliche Ursache der Musik festgestellt. So geht es heute vielen, die das Schöne und Großartige der Schöpfung nur mit Chemie und Physik erklären wollen. Aber ohne den Klavierspieler gibt es keine Musik, und ohne den Schöpfer keine Schöpfung. Einmal werden alle Menschen diesen Schöpfer zu sehen bekommen.
Verräterische Spuren
Jeremia 29,23
weil sie eine Schandtat in Israel begangen und Ehebruch getrieben haben mit den Frauen ihrer Nächsten und in meinem Namen Lügenworte geredet haben, was ich ihnen nicht geboten hatte; und ich weiß es und bin Zeuge, spricht der HERR.
Es war noch in der »schlechten Zeit«, und der kleine Peter hatte genascht. Er war in die Speisekammer gegangen und hatte mit der Hand versucht, sich Zucker in den Mund zu schütten. Dabei blieben natürlich viele Zuckerkörner auf den Wangen kleben. Seine Mutter sah das und fragte ihn, wieso er Zucker genascht hätte. Ganz erstaunt fragte er: »Woher weißt du das?« Sie hatte es ihm nicht verraten, weil er sonst das nächste Mal bestimmt einen Teelöffel genommen hätte.
Wir Menschen meinen oft, etwas so heimlich gemacht zu haben, dass niemand etwas davon gemerkt hat; aber einer ist da, der in jedem Fall die verräterischen »Zuckerkörner auf unseren Wangen« sieht, ja noch viel mehr, der überall selbst dabei war, als wir unsere Heimlichkeiten ausführten. Wie unser Tagesvers sagt, ist der allwissende Gott Zeuge aller guten, aber auch aller bösen Taten. Er sitzt neben uns auf dem Sofa, wenn wir die bösen Bilder angucken, die man im Internet finden kann. Er sieht zu, wie wir bei der Mathearbeit abschreiben, und er weiß, wem das Portemonnaie gehört, das wir nicht zum Fundbüro brachten.
Selbst die Gedanken voller Rachgier oder Neid oder Hinterlist kennt er ganz genau, und er beurteilt uns nicht nach dem, was wir anderen Menschen vorgaukeln, sondern nach dem, wie es in unserem Inneren wirklich aussieht.
Wer es wagt, sich solchen Einsichten auszusetzen, und wer dann noch weiß, dass Gott ganz heilig ist, der muss doch wohl zutiefst erschrecken. Aber weil Gott nun schon seit Jahrtausenden Gnade angeboten hat, dürfen wir Hoffnung schöpfen. Er will allen alles vergeben, die ihn darum bitten. Davon sollte man allerdings so bald wie möglich Gebrauch machen.
Hoffnungslos?
Psalm 49,8-9
Keineswegs vermag jemand seinen Bruder zu erlösen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben (denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele, und er muss davon abstehen auf ewig).
Damit die Reptilien nach dem Winterschlaf etwas zu fressen vorfänden, setzte man in das Schlangengehege des Tierparks von Hangzhou in Ostchina einige weiße Mäuse aus. Schon bald kam eine giftige grüne Viper, tötete mit ihrem Biss eine der Mäuse und begann, sie zu verschlingen. Da rannte eine furchtlose Maus auf die Schlange zu und versuchte, ihr die Artgenossin aus dem Maul zu zerren. Als das nicht gelang, sprang sie der Schlange ins Genick. Dort bearbeitete sie mit ihren Nagezähnen die festen Schuppen des Reptils, konnte aber nichts ausrichten.
Diese Mäuse waren im Labor gezüchtet und hatten noch nie eine Schlange gesehen. Und doch muss das mutige Tier in dem schlängelnden Schleicher einen gefährlichen Feind erkannt haben. Leider nahm die Geschichte nicht einmal für diese tapfere Maus ein gutes Ende. Eine zweite Schlange tötete und verschlang sie.
Selten nur habe ich ein so eindrückliches und anrührendes Beispiel für die Wahrheit unseres Tagesverses gelesen. Aller Einsatz, aller Todesmut reicht nicht aus, um einen »Bruder« von dem Biss der bösen Schlange zu retten, die in der Bibel ein Bild des Teufels ist. Am Ende fällt man selbst diesem schrecklichen Feind zum Opfer.
Ja, muss man nun alles laufen lassen und abwarten, wann die uns Anvertrauten und am Ende wir selbst den tödlichen Biss erhalten? Keineswegs. Die Mäuse in Hangzhou konnten nicht fliehen, uns Menschen aber hat Gott eine Fluchttür aufgemacht. Sein eigener Sohn war hier und hat die Schuldfrage ein für alle Mal gelöst. Wer zum ihm flieht, ist in Sicherheit. Und von da aus kann man dann auch für alle, die wir lieben, Gott um Bewahrung bitten. Er »vermag zu erlösen«.
Eine Havarie kann teuer zu stehen kommen
Psalm 107,30
Und sie freuen sich, dass sie sich beruhigen, und er führt sie in den ersehnten Hafen.
Im Herbst 2011 konnten wir die Meldung lesen: »Containerfrachter Rena vor Neuseeland auf ein Riff gelaufen! Ölpest droht.«
Da wollte der Kapitän eine Abkürzung nehmen und hatte die Seekarten nicht gründlich genug studiert. Nun saß sein großes Schiff hoffnungslos auf einem Riff fest und wurde langsam von den Wellen zerbrochen, während die Container nach und nach über Bord gingen.
Das ist ein treffendes Bild für unser Leben. Die Menschen machen sich hoffnungsvoll auf den Weg, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Manche scheitern schon unterwegs, weil sie leichtsinnig auch die eindeutigsten Warnungen in den Wind schlugen. Andere scheinen mehr Erfolg zu haben; aber auch sie werden am Ende die furchtbare Entdeckung machen, dass es die erträumten Häfen am Ende der Reise gar nicht gibt.
Die einzige »Seekarte«, durch die man den letztlich richtigen Hafen findet, ist die Bibel, Gottes Handbuch für dieses Leben. Sie zeigt uns den Weg zu Gottes Ewigkeit, dem einzig sicheren Hafen. Und wir alle sind auf der Reise dorthin. In der Bibel hat Gott uns alles mitgeteilt, was wir brauchen, um dieses uns Menschen gesteckte Ziel zu erreichen, nämlich einmal bei ihm anzukommen, um für ewig bei ihm sein zu können.
Wenn Sie selbst schon auf dem richtigen Kurs sind, sollten Sie alles unternehmen, die Havaristen des Lebens, die Müden und Gescheiterten, auf die einzige Rettungsmöglichkeit hinzuweisen, damit sie auch nach Hause finden und nicht in der ewigen Finsternis umherirren müssen; denn Gott lädt heutzutage immer noch ein. Es kommt aber der Tag, an dem er die Tür zum Himmel zuschließt.
Dass doch keiner unserer Leser dann draußen vor der Tür stehen muss!
Nichts verdrängen!
Matthäus 11,28
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.
Edwin fragt seinen Sitznachbarn in der Schule: »Weißt du, wie man Löwen fängt?« – »Nö«, meint der. »Ganz einfach, wenn man Löwen in der Ferne erblickt, dreht man das Fernrohr um. Dann werden sie so klein, dass man sie in eine Streichholzschachtel stecken kann.« Das ist ein traurig einfältiger Scherz, der auch dadurch nicht besser wird, dass er schon uralt ist. Aber die Geschichte ist noch viel trauriger, weil die meisten Menschen meinen, so ähnlich mit den großen Fragen des Lebens umgehen zu können. Sie verdrängen sie einfach so weit, bis sie ihnen völlig harmlos und unbedeutend vorkommen.
Aber genauso wenig wie Löwen sich verkleinern lassen, indem man das Fernrohr umdreht, genauso wenig lösen sich die ernsten Fragen nach dem Woher, Wozu und Wohin unseres Lebens von selbst auf. Auch dann nicht, wenn man alles unternimmt, sie aus dem Bewusstsein zu verbannen.
So musste ich eine Zeit lang mein Zimmer mit zwei anderen Praktikanten teilen. Der eine konnte es nicht einen Augenblick ertragen, dass es still war. Tag und Nacht musste das Radio dudeln, und wir beiden anderen hatten uns daran zu gewöhnen. Heute frage ich mich, was ihn wohl umtrieb, dass er solche Angst vor der Stille hatte.
Mediziner und Psychologen wissen, dass mit Verdrängungen nichts, aber auch gar nichts aus der Welt geschafft wird, und dass sie schwere seelische und körperliche Leiden hervorrufen können. Und was wird erst sein, wenn wir vor Gottes Thron stehen? Darum ist unser Tagesvers so wichtig. Jesus Christus, Gottes Sohn, vergibt uns alle Schuld, sodass wir uns nicht mehr vor ihr zu verstecken brauchen. Er lädt noch heute ein, alle Mühseligen und Beladenen frei und froh zu machen.
Wenn man einfach nicht will ...
Lukas 16,31
Er sprach aber zu ihm: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.
Am 24. August 1981 flog Larissa Sawizkaja mit ihrem frisch vermählten Mann aus den Flitterwochen heim. Plötzlich gab es einen Knall. Es wurde taghell und auch sofort eisig kalt. Ein Militärflugzeug hatte die Verkehrsmaschine gerammt und Dach und Flügel abgerissen. Larissa blickte zu ihrem Mann. Er war tot. Dann fiel das Flugzeug auseinander. Ein Stück mit mehreren Sitzplätzen, von denen einer der ihre war, brach ab und stürzte oder segelte 5000 Meter tief zur Erde. Etwa acht Minuten soll es gedauert haben, bis dieses Teil äußerst unsanft aufschlug, wobei Larissa viele Knochenbrüche und den Verlust ihrer Zähne erlitt. Dort fand man sie zwischen all den anderen, von denen keiner überlebt hatte.
Weil die Sowjets dieses Unglück verschweigen wollten, durfte sie nicht darüber sprechen, auch wurde sie medizinisch kaum versorgt. Erst 21 Jahre später schrieb sie darüber.
Auf die Frage, ob sie an Gott glaubte, lachte sie nur und sagte: »Nein! Genauso wenig, wie ich Alkoholikerin bin.« Viele Leute glauben, dass die Worte der Bibel nicht ausreichen, um gläubig zu werden. Dafür müssten richtige Wunder geschehen. Das hier geschilderte Beispiel beweist aber, dass auch extreme Bewahrungen niemand überzeugen können, der sich dem Glauben absolut verweigert, genauso, wie es unser Tagesvers sagt.
Mir tut Larissa wirklich sehr leid. Hier führt sie ein durch viele Schmerzen eingeschränktes Leben und hat keinerlei Hoffnung für die Ewigkeit. Und doch ist es ihre freie Entscheidung. Gott ist ihr genauso nahe wie einem jeden von uns. Und Gott ruft und mahnt auf vielerlei Weise, dass doch seine armen, verlorenen Menschenkinder zu ihm zurückfinden möchten. Das gilt auch heute noch!
Wir sind ewige Geschöpfe
Prediger 3,11
Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, von Anfang bis Ende zu erfassen vermag.
Nachdem Gott die ganze Welt gemacht hatte, schuf er zum Schluss den Menschen, den er zum Herrscher über alles bestimmt hatte. Gott setzte ihn sozusagen als König über das zubereitete Reich ein. Aber er wollte noch mehr. Er wollte Gemeinschaft mit den Menschen haben, und darüber hinaus ehrte Gott ihn mit einer ewigen Existenz, wie unser Tagesvers sagt. Alles ringsumher muss vergehen, nur die Menschen leben ewig, einerlei, ob sie das abstreiten oder anerkennen. Und als Letztes gab er diesem hochgeehrten Wesen die Macht, sich für und gegen Gott zu entscheiden.
Denn was wären all diese großen Gaben wert, wenn der Mensch sie nur willenlos übergestülpt bekäme?
Weil sich schon unsere ersten Eltern gegen Gott und für Selbstherrlichkeit entschieden haben, hätten auch wir alle die uns geschenkte Ewigkeit ohne Gott zubringen müssen. Das ist die Hölle. Aber Gott hat uns viel zu lieb, um uns einfach abzuschreiben. Darum sandte er seinen Sohn, um an unserer Stelle unsere Schuld zu büßen und den Weg zur Rückkehr frei zu machen. Für jeden, der das annimmt, wird die Weiche gestellt, die den Lebenszug in die eigentlich vorgesehene Richtung fahren lässt. Darum ruft Gott seine verlorenen Menschenkinder wieder und wieder zur Einsicht und Umkehr.
Wenn die Menschen nur wüssten, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, so würden sicher die meisten dieses gnädige Angebot des Schöpfers annehmen, um dann ewig bei ihm zu sein. Wir werden dann erleben, was es bedeutet, den Sinn des Lebens zu begreifen und die Gemeinschaft mit Gott zu genießen. Er hat uns durch die wunderbare Schöpfung immer wieder eine Ahnung und einen Vorgeschmack davon erleben lassen.
Der Kompass muss funktionieren
Psalm 119,5
O dass meine Wege gerichtet wären, um deine Satzungen zu beachten!
Als ein Segelschiff auf ein Riff gelaufen war, gab man natürlich dem Kapitän die Schuld. Der war sich aber sicher, sein Schiff genau nach dem Kompass gesteuert zu haben. Schließlich entdeckte man eine Messerspitze, die hinter einer Schraube festgeklemmt war. Sie hatte die Kompassnadel abgelenkt, sodass sie nicht mehr richtig nach Norden zeigte. Ein Matrose hatte das Messinggehäuse des Kompasses putzen sollen. Er wollte alles ganz blank haben. Darum hatte er in den Ritzen mit dem Messer gearbeitet.
Wer hätte geahnt, dass man sich auf diesen Kompass nicht mehr verlassen konnte?
Gott hat uns Menschen auch einen sehr brauchbaren Kompass eingebaut: unser Gewissen. Es sollte ursprünglich auf jede Abweichung vom rechten Weg reagieren und uns zur Umkehr mahnen.
Betrachtet man die Welt etwas genauer, so muss man zugeben, dass sich viele Menschen heutzutage nicht mehr von Gott, sondern vom Teufel leiten lassen. Und der versucht alles, den eingebauten Kompass falsch ausschlagen zu lassen. Dabei ist es ihm einerlei, nach welcher Seite – Hauptsache, er zeigt falsch an. Da gibt es Leute, die reden sich ein: »Einmal ist keinmal!« Oder: »Man darf alles, man darf sich nur nicht erwischen lassen.« Und dann gibt es andere, die fürchten sich, überhaupt irgendetwas zu unternehmen, weil sie bei allem ein »schlechtes Gewissen« haben. Beide machen sich unglücklich. Die einen später, die anderen sofort.
Da hilft nur, Gott zu bitten, dass er den Kompass des Gewissens wieder justiert und »einnordet«. Das tut er gern, und er hat uns die Betriebsanleitung, die Bibel, gegeben, damit wir Kurs auf den großen Hafen der Ewigkeit nehmen können, für den wir bestimmt sind.
Gott wird in dem Erschaffenen erkannt
Psalm 19,2
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.
Ein kanadischer Theologe wurde einmal gefragt, ob man einen großen Glauben haben muss, um in den Himmel zu kommen. Darauf antwortete er: »Wir aus dem Norden kennen zwei Sorten Eis: dünnes und dickes. Der schwächste Glaube, dass das dicke Eis den Menschen trägt, wird damit belohnt, dass der Glaubende nicht einbricht. Glaubt aber jemand felsenfest, dass dünnes Eis ihn trägt, dann wird er trotz seines großen Glaubens einbrechen.«
Es kommt also nicht auf die Mächtigkeit des Glaubens an, sondern auf die Stärke dessen, worauf der Glaube beruht. Nicht unser Glaube trägt uns, sondern der, an den wir glauben, wenn er denn stark genug ist.
Und Gott stellt sich täglich in seiner großen Schöpfermacht vor. Da blicken wir nachts zum Sternenhimmel auf und staunen über die Weite und Schönheit des Universums, oder wir erleben, wie ein neues Menschenkind in die Welt geboren wird, oder wir lesen von den Geheimnissen des Allerkleinsten, die aber alle zusammentreffen müssen, damit die Erde ein Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen sein kann.
Zu allen Zeiten hat das zur Ehrfurcht vor dem Schöpfer geführt, es sei denn, dass man willentlich den Gedanken an einen Schöpfer ausschließt, wie es in unserer Zeit weithin geschieht. Dazu tauscht man den Glauben an Gott gegen den Glauben an Zufälle ein, die so schwindelerregend selten sind, dass ein Sechser im Lotto dagegen eine völlig sichere Sache ist. Warum das? Weil die Menschen nichts und niemand über sich anerkennen wollen. Auf diese Weise wird man zwar gottlos, aber man wird Gott nicht los. Er wird das letzte Wort behalten.
Darum laden wir immer wieder ein, diesem allmächtigen Gott zu vertrauen.
Vater ist mit an Bord
Psalm 121,7
Der HERR wird dich behüten vor allem Bösen, er wird behüten deine Seele.
Captain D. befehligte ein Segelschiff, das von Liverpool nach New York unterwegs war, und seine Familie begleitete ihn.
Eines Nachts, als alles ruhig schlief, kam plötzlich eine gefährliche Sturmbö auf, die das Schiff auf die Seite drückte, und schwere Brecher übers Deck jagte.
Die Menschen an Bord fuhren aus dem Schlaf und erkannten sofort, dass sie in höchster Gefahr waren. Auch die achtjährige Tochter des Kapitäns wurde wach. »Was ist los?«, fragte das Kind. Man berichtete ihr von der Sturmbö und den riesigen Wellen. Darauf fragte sie nur: »Ist Papa an Bord?« – »Ja, dein Vater ist an Bord!« Da ließ sich die Kleine auf ihre Kissen fallen und schlief fast augenblicklich wieder ein.
Kindliches Vertrauen ließ sie sorglos sein, obwohl ihr Vater gegen den Ozean machtlos gewesen wäre. Wer aber auf Gott sein Vertrauen setzt, hat realen Grund, beim schlimmsten Unwetter gelassen zu sein. Denn Gott hat nicht nur die Macht, den Sturm zu stillen. Er hat ihn sogar gerufen, um uns zu zeigen, wie hilflos wir gegen solche Naturgewalten sind. Und wer dann zu ihm seine Zuflucht nimmt, wird in jedem Fall innerlich zur Ruhe kommen, einerlei, ob es Naturkatastrophen oder Krankheiten oder seelische Nöte sind, in die wir geraten.
Natürlich kann man darauf erwidern, dass auch schon viele Christen ertrunken oder in Kriegen umgekommen sind. Aber das ändert nichts an dieser Wahrheit. Gott geht es bei allen seinen Maßnahmen immer um seinen großen Plan: Er will uns für seine Ewigkeit zubereiten. Sein Plan erfüllt sich nicht nur in kurzzeitigen irdischen Segnungen, sondern darin, dass er uns sicher nach Hause, in sein Himmelreich, bringt. Da will er uns alle haben.
Gott schläft nicht!
Psalm 121,4
Siehe, der Hüter Israels, er schlummert nicht und schläft nicht.
In einer orientalischen Geschichte wird von einer armen Witwe erzählt, die zum Sultan kam, um ihn zu bitten, den Verlust ihres Eigentums zu ersetzen. »Wie bist du um deinen Besitz gekommen?«, fragte der Herrscher. »Ich war eingeschlafen, da kam ein Einbrecher und hat alles geraubt«, antwortete sie. »Wie konntest du so unachtsam sein und einschlafen?«, fuhr sie der Sultan scharf an.
»Ich schlief ein, weil ich dachte, dass du über mir wachst«, erwiderte sie. Diese Antwort gefiel dem Sultan so gut, dass er anordnete, der armen Frau alles Gestohlene zu ersetzen.
Was in dieser Geschichte nur einer einfältigen Überschätzung des Herrschers oder aber kluger Schmeichelei entsprungen sein konnte, das ist große und Heil bringende Wahrheit, wenn man sie auf Gott bezieht. Er schläft tatsächlich nie. Seine Augen fallen niemals wegen Übermüdung zu, und er hat auf alle Menschen Acht, besonders aber auf solche, die ihr Vertrauen auf ihn setzen.
Das braucht nicht zu heißen, dass es den so besonders Bewachten zu aller Zeit besonders gut gehen müsste. Gott hat nämlich höhere Ziele mit seinen Leuten, als ihnen ein vordergründiges Schlaraffenland zu gewähren. Er weiß, was sie an Bewahrung und Zuwendung, aber auch an Erziehung brauchen, um immer mehr dem Ziel zu entsprechen, das Gott mit ihnen hat. Sie sollen nämlich dem Sohn Gottes immer ähnlicher werden. Was dazu nötig ist, können wir hier oftmals nicht erkennen. In der großen Ewigkeit aber wird es offenbar werden. Da werden wir sehen, wovor uns Gott im Durcheinander unserer Tage behütete und wie er uns vor vielen Übeln und Sünden bewahrt hat.
Die einzige Sicherheit
Psalm 62,8
Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott.
Bei einem Schiffsunglück kamen alle Besatzungsmitglieder um. Nur ein Schiffsjunge erreichte einen Felsen, an dem er sich die ganze Nacht über festhalten musste, bis ihn Rettungsmannschaften fanden.
Als er sich ein wenig erholt hatte, fragte man ihn: »Na, du hast wohl ganz schön gezittert, als du dich völlig durchnässt an den Felsen klammern musstest?« Darauf sagte er: »Das könnt ihr wohl annehmen! Zum Glück hat der Felsen kein bisschen gezittert.«
Die Erfahrung, dass sich ein Felsen nicht von Sturm und Wellen beeindrucken lässt, hat den Dichter unseres Psalmverses dazu veranlasst, Gott mit einem Felsen zu vergleichen, bei dem man Heil, Rettung, Sicherheit und Zuflucht finden kann.
Aber werfen wir noch einen Blick auf den Jungen zurück, der sich völlig durchgefroren an den Felsen klammern musste! Das war keine vergnügliche Angelegenheit. So kann es manchem Menschen in seinen Lebensumständen ebenfalls gehen. Da heult – im Bild gesprochen – auch ein schrecklicher Sturm. Die Wellen spritzen den Gischt bis zu ihm hinauf, und er kann nichts anderes tun, als sich an irgendeinem hervorspringenden Zacken des Felsens festhalten, immer nur festhalten – die ganzer Nacht hindurch. Gut, dass der Fels nicht auch noch ins Wanken gerät! Aber nein, der Fels ist die einzige Sicherheit in solchen Situationen.
Gott wird in der Bibel oft mit einem Felsen verglichen, zu dem man flüchten und auf den man sich verlassen kann, oder in dessen Schatten man geborgen ist. Wer diesen Gott kennt, wird mir Recht geben. Und alle, die ihn noch nicht als ihren Retter erfahren haben, laden wir ein, die Wahrheit dieser Botschaft auf die Probe zu stellen.
Noch ohne Fahrschein?
Johannes 1,12
So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, Man könnte das Leben mit einer Bahnfahrt vergleichen. Alle steigen in den Lebenszug ein; aber keiner hat eine Fahrkarte. Per Lautsprecher wird wieder und wieder davor gewarnt, ohne gültigen Fahrausweis angetroffen zu werden. Andererseits wird auch gesagt, man könne vorn im Zug eine Fahrkarte nachlösen. Wer allerdings trotzdem ohne sie erwischt wird, müsse mit den ernstesten Konsequenzen rechnen Einige geben daraufhin zu, dass sie Unrecht tun, wenn sie Schwarzfahrer bleiben und begeben sich in den angegebenen Wagon, um sich eine Karte zu besorgen. Die meisten Reisenden halten das Ganze aber nur für Bangemacherei und lachen alle aus, die das »Ammenmärchen« noch ernst nehmen. Da heißt es: »Kein aufgeklärter Mensch hört darauf, sollten etwa die ewig Gestrigen Recht haben? Unmöglich!«
Außerdem macht sich in letzter Zeit unter den Passagieren die Ansicht immer mehr breit, allgemein gültige Wahrheiten gebe es gar nicht. Jeder muss seine eigene Wahrheit selbst herausfinden.
Dabei merken die Leute nicht, dass sie das Schwarzfahren jetzt für allgemeine Wahrheit halten. Und wenn wieder einmal der Lautsprecher zum Nachlösen auffordert, fangen sie zu spotten an, oder sie prahlen damit, »die da vorne« einmal fragen zu wollen, warum der Zug im Winter nicht besser geheizt und im Sommer nicht angenehmer gekühlt worden ist. Andere wieder stöpseln sich die Ohren mit ihrem MP3-Player zu und hören sich ihre Lieblingsband an.
Die aber nach vorn gegangen sind, erleben die freudige Überraschung, dass es die Fahrkarte umsonst gibt, für alle, die ihrem Gewissen gefolgt sind. Wer das Gleichnis verstehen will, braucht nur noch einmal den Tagesvers zu lesen.
Umsonst
Matthäus 11,28
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.
»Nur Jesus heilt umsonst!« war auf einem Plakat zu lesen, das demonstrierende Ärzte im Mai 2010 in Karlsruhe zeigten. Dass sie für gerechte Bezahlung kämpften, ist verständlich, wenn man hört, dass viele Ärzte Woche für Woche stundenlang umsonst arbeiten müssen.
Aber sehen wir uns ihr Plakat doch noch einmal an! Es gab also einen, der alles umsonst machte. Das war Jesus, ein Wanderprediger aus Nazareth.
In der Bibel lesen wir, dass einige wohlhabende Frauen ihm und seinen Jüngern von ihrem Geld immer wieder etwas gaben; aber von seinen »Patienten« nahm er nie ein Honorar. Und er hat sehr vielen geholfen. Der Evangelist Matthäus schreibt, dass Jesus »alle« heilte, die zu ihm kamen. Und manchmal drängten sich Tausende zu seiner Botschaft. Und viele brachten ihre Kranken von weither mit.
Der Apostel Petrus fasste einmal die Wirksamkeit seines Meisters mit den großartigen Worten zusammen: »Jesus, der von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und heilend, alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm«.
Aber die Bibel sagt noch mehr von ihm. Sie nennt ihn den Sohn Gottes, ja, Gott selbst. Er kam zu den durch die Sünde heruntergekommenen Menschen, um sie zu erretten. Dabei waren die körperlichen Heilungen nur ein Zeichen für die viel bedeutendere Heilung der Seele; denn die war durch unsere Schuld rettungslos verdorben und verloren.
Sie zu retten, war sein Hauptwerk auf Erden. Und er hat es vollbracht, als er für unsere Sünden die göttliche Strafe auf sich nahm und am Kreuz starb. So ist alles für uns Menschen umsonst, ihn aber hat es alles gekostet. Dafür sollten wir ihm ewig dankbar sein.
Begnadigung
Römer 3,23-24
Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Im Jahr 1982 gab es im Bundesstaat Louisiana, USA, einen Prozess, der die ganze Nation erschütterte. Ein Mann war wegen der Ermordung einer ganzen Familie zum Tode verurteilt. Seine Rechtsanwälte aber versuchten unablässig eine Begnadigung beim Gouverneur zu erwirken, doch der reagierte nicht.
Dann endlich, eine halbe Stunde vor der beabsichtigten Hinrichtung, schickte der Gouverneur einen Brief, der eine volle Begnadigung enthielt. Voller Freude liefen die Anwälte ins Gefängnis. Doch mussten sie erleben, dass ihr Mandant dies Angebot ablehnte. Eine halbe Stunde später war er tot. Das hat eine hitzige Debatte über die Frage eröffnet, ob der Mann begnadigt war, weil der Gouverneur diese ausgesprochen hatte, oder ob er erst begnadigt war, als er die Begnadigung annahm? Im höchsten Gericht des Staates wurde das Thema behandelt, und man kam schließlich überein, dass die Begnadigung zwar existierte, dass sie aber nur wirksam werden konnte, wenn der Straftäter sie annahm.
Geht es uns Menschen nicht genauso mit der Begnadigung, die Gott für alle Menschen bereithält? Wir alle wollten von Gott nichts wissen und haben den Opfertod seines Sohnes entweder gelangweilt zur Kenntnis genommen oder ihn gar ins Reich der Fabeln verwiesen. Wir haben uns stattdessen unsere eigenen Götter gemacht, einerlei, ob sie nun aus Holz, Stein oder Gold gefertigt wurden, oder ob sie Geld, Macht und Eigenwille hießen.
Und Gott sagt uns durch die Bibel, dass er sein Gnadenangebot trotzdem aufrecht hält, wenn wir nur zugeben, ihn beleidigt zu haben. Welche Geduld hat doch der Allmächtige mit uns Menschen! Aber wir wissen nicht, wann sie zu Ende ist.
Dazzle-Effekt
1. Mose 3,8
Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN mitten unter die Bäume des Gartens.
Es war im ersten Weltkrieg. Den zur Marine eingezogenen englischen Kunstmaler Norman Wilkinson trieb die sehr berechtigte Furcht vor den deutschen U-Booten um.
Weil er etwas von der Wirkung von Farben verstand, erdachte er sich schrille Tarnmuster für alle möglichen Schiffe. Sie sollten durch abstrakte Muster so verfremdet werden, dass man ihre wahre Gestalt und nicht einmal ihre Fahrtrichtung mehr erkennen konnte.
Der britischen Admiralität gefiel angesichts der starken Bedrohung der Plan so sehr, dass am Ende mehr als 4 000 Schiffe in den bezarrsten Bemalungen herumfuhren.
Leider stellte eine unabhängige Untersuchung fest, dass die Verluste dadurch überhaupt nicht verringert wurden. Weil sich aber die Schiffsbesatzungen sicherer fühlten und darum die Moral der Truppe gestärkt wurde, hielt man an der Bemalung weiterhin fest.
Der Dazzle-Effekt täuschte also nicht den gefährlichen Gegner, sondern in Wirklichkeit nur die eigenen Leute.
Ob wir nicht auch oft Opfer solcher Machenschaften und Durchhalteparolen sind? Sie bewirken zwar objektiv nichts, lassen uns aber mutiger Dummheiten begehen, die uns schließlich teuer zu stehen kommen können.
Das gilt ganz gewiss auf dem Gebiet der Religion. Wenn es einen Gott gibt – und ich bin mir dessen sehr sicher – dann hat es doch keinen Zweck, sich wie kleine Kinder die Augen zuzuhalten und dabei zu meinen, er könne uns dann auch nicht mehr sehen.
Norman Wilkinson konnte zwar die Not wendende Alternative nicht verwirklichen und mit den Deutschen Frieden schließen. Uns aber bietet Gott diese großartige Chance an, weil er nicht will, dass wir umkommen. Wir sollten darauf heute noch eingehen!
Er glaubte den alten Steinen
Markus 1,15
Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Jetzt freuen sich alle Bewohner von Fudai in Japan, dass sie früher einmal einen so »verrückten« Bürgermeister hatten, der gegen den Willen der meisten Bürger eine fast 16 Meter hohe Schutzmauer gegen Tsunamis vor sein Fischerstädtchen bauen ließ. Fudai blieb weit und breit als einziger Ort nahezu unbehelligt von der Riesenflut am 11.3.2011, während alle anderen Orte in dieser Gegend völlig zerstört wurden.
»Viel zu teuer!«, »Geldverschwendung!«, hieß es damals; aber Bürgermeister Kotaku Wamura ließ sich nicht beirren. Er hatte von alten Gedenksteinen aus dem Mittelalter abgelesen, wie hoch damals die Fluten gestiegen waren. Darum ließ er die riesige Schutzmauer bauen.
Mit der Bibel geht es heute ähnlich. Warum muss denn immer noch von Sünde und von Gottes unerbittlicher Gerechtigkeit geredet werden? Geht es nicht billiger? Genügt es nicht, wenn wir vom Gott der Liebe sprechen? Warum muss man glauben, dass nur Jesus, der Sohn Gottes, das ewige Verderben von uns abwenden konnte? So hört man es weit und breit. Aber was interessiert den Tsunami das Geschwätz der Leute? Was ändert die modeme Theologie an Gottes Heiligkeit? Nichts, aber auch gar nichts.
Darum tun wir gut daran, unseren Stolz zu begraben und nachzuschauen, was denn Gott von Sündern verlangt, wie wir es sind. Und so wie der Bürgermeister von Fudai die alten Steine ernstnahm, sollten auch wir die alten Worte der Bibel eifrig untersuchen, um von dem möglichen Ausmaß der ewigen Katastrophe die richtige Vorstellung zu bekommen. Dann können auch wir gerettet werden, denn Gott will uns gern in ewige Sicherheit bringen. Es liegt an uns, ob wir ihm glauben oder nicht.
Wer ist eintrittsberechtigt?
1. Johannes 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Neulich bekamen wir ein hoch modernes Türschloss. Nachdem ein Code eingegeben war, mussten alle Hausbewohner mit ihren Zeigefingerkuppen über ein Fensterchen fahren. Danach brauchten wir nur noch auf einen Knopf zu drücken und den Finger auf das Fensterchen zu legen, und die Tür ging auf. Die Sorge um einen verlorenen Schlüssel gibt es jetzt für uns nicht mehr. Mir fielen die »Sieben Geißlein« ein. Denen wäre durch ein solches System allerhand Kummer erspart geblieben; denn der »böse Wolf« war nicht dabei, als sich die Hausbewohner durch den Eingangscode registrieren ließen. Aber noch etwas anderes fiel mir ein: Gott hat vor dem Tor zu seinem Himmelreich ebenfalls ein solches Schloss, das nur die hineinlässt, die auf den richtigen Code ihren Finger gelegt haben. Dieser Code ist unser heutiger Tagesvers. Es kommt nicht darauf an, wie ich mich gerade fühle, ob ich einen Glaubenssieg errungen oder eine Niederlage erfahren habe. Ich lege meine Hand auf das Versprechen, das Gott mir mit diesem »Code« gemacht hat. Es kommt nicht auf mich, sondern einzig auf den Wert an, den Christi Tod für Gott darstellt, wodurch er denen alle Schuld bezahlt hat, die sich darauf verlassen. Solch ein Schloss, wie wir es jetzt in unserer Tür haben, ist ganz schön teuer, und nicht jeder kann es sich leisten. Das Schloss vor dem Himmelstor kann jeder kostenlos benutzen. Da sollte man doch denken, es gebe dort ein schreckliches Gedrängel; aber das Gegenteil ist leider der Fall. Es heißt, der menschliche Stolz sei das größte Hindernis, das gnädige Angebot Gottes anzunehmen. Was aber kann unser Stolz für uns tun, wenn wir vor der Himmelstür stehen und können nicht hinein?
Man muss dem Navi folgen
Psalm 119,125
Dein Knecht bin ich; gib mir Einsicht, so werde ich deine Zeugnisse erkennen.
In Flugzeugen übernehmen die Autopiloten auch die Steuerung, wenn der Pilot es will. Ob es das allgemein auch für den Straßenverkehr geben wird, weiß ich nicht. Bisher jedenfalls muss der Fahrer, will er etwas von seinem Navi haben, tun, was der ihm rät. Überhört man ihn absichtlich, so gibt er uns nicht sogleich auf, sondern bittet uns höflich, wenn möglich und erlaubt, doch zu wenden. Das macht er einige Male. Gott ist auch so gnädig, uns immer wieder auf die richtige Spur zu bringen; aber schließlich hört er auf zu reden und überlässt uns den Folgen unseres Ungehorsams. Das tut er nicht, um uns zugrunde zu richten, sondern, damit wir klug werden. Doch das kann auf dieser Erde schlimme Folgen für uns haben, trotzdem ist er nicht ohne Ende bereit – wie der Navi – eine »neue Routenberechnung« für uns vorzunehmen. Das hängt mit der hohen Stellung zusammen, die Gott uns in seiner Schöpfung zugewiesen hat. Er nimmt uns nicht wie Pferde an die Kandare, dass wir gar nicht anders können, als gehorchen. Er will unseren freiwilligen Gehorsam als denkende Menschen, die er sich erschaffen hat, um ihm aus eigenem Antrieb zu folgen, wenn wir seine überragende Liebe und Freundlichkeit begriffen haben. Allein darum überlässt er uns unserer Torheit, wenn wir absolut nicht hören wollen. Das alles gilt natürlich nur für solche, die Jesus Christus grundsätzlich als Herrn und Retter angenommen haben. Die anderen sind – so wenig sie es hören mögen – immer noch Sklaven des Feindes Gottes, und sie tun, was der ihnen sagt. Darum auch der Hass auf die Christen. Aber das muss nicht so bleiben. Alle sind herzlich eingeladen, dem großen liebenden Gott zu dienen.
Der Ritt über den Bodensee
Psalm 25,4
Deine Wege, HERR, tu mir kund, deine Pfade lehre mich!
Die Geschichte ist schon Jahrhunderte her. An einem stürmischen und eiskalten Tag erkundigte sich ein Reiter in einem Dorf, wie er zum Bodensee kommen könne. Man zeigte ihm die Richtung und er machte sich auf den Weg. Es begann bereits zu dämmern, als er durch wild wirbelnde Schneeflocken eine weite Ebene zu erkennen meinte. Jetzt konnte er dem Pferd die Sporen geben. Die Ebene dehnte sich erstaunlich weit. Es wurde Nacht, und immer noch waren keine Berge oder Täler zu erkennen. Endlich sah er in der Ferne ein erleuchtetes Fenster. Er hielt drauf zu und erreichte es schließlich. Dort sprang er von seinem erhitzten Tier und klopfte an die Tür. »Wie komme ich zum Bodensee?« Der Hauswirt sah ihn an, als sähe er einen Geist. »Zum Bodensee? – Ja, da kommst du doch gerade her. Du musst die ganze Zeit übers Eis geritten sein.« Der Reiter sank vom Herzschlag getroffen tot zu Boden. Der Schreck, über den See geritten zu sein, war ihm zu groß gewesen. Wenn uns die tausend Gefahren bewusst wären, denen wir seit unserem ersten Erdentag ausgesetzt waren, müsste es uns so ähnlich ergehen. Insgesamt ist es doch erstaunlich, auf wie »dünnem Eis« wir so selbstverständlich dahin gegangen sind, als hätte es diese Gefahren nie gegeben. Manchmal, besonders in Krankheitstagen, lässt uns Gott ein wenig davon empfinden. Das tut er, um uns Gelegenheit zu geben, ihm endlich für alle bisherige Bewahrung zu danken und unsere Undankbarkeit und Selbstsicherheit zu bereuen. Dann sprechen einsichtige Leute dem Dichter nach: »In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über uns Flügel gebreitet!« Denn auch heute wieder sind wir auf Gottes Bewahrung angewiesen.
Gibt es überhaupt Gerechtigkeit?
Römer 14,10
Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.
Fromme Menschen wie Hiob mussten oft hart leiden, und große Halunken wurden nie erwischt, lebten bis ans Ende in Saus und Braus und bekamen nicht selten noch Orden und Titel dafür. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wohin wir auch blicken, sehen wir ungerechte Urteile und ungleiche Verteilung. Die Reichen werden immer reicher, und die Armen immer ärmer.
Und weil die Menschen nicht nur nach Geld, sondern auch nach Macht gierig sind, versucht einer den anderen zu beherrschen. Das gilt für Familien genauso wie für ganze Völker. Wie viel Herzeleid, wie viel Zerstörung und Blutvergießen entsprang der Gier der Menschen, den Menschen zu beherrschen.
Gott hatte das nicht so vor. Als er den Menschen die Erde übergab, war alles »sehr gut«. Doch dann sagten sich die Menschen von Gott los, und er überließ sie über weite Strecken ihrer Bosheit. Die Resultate sind überall sichtbar. Wenn es nur dies Erdenleben gäbe, wäre es schlecht um die Gerechtigkeit bestellt, aber Gott hat gesagt, er werde alle Taten der Menschen beurteilen und richten, auch die der Gläubigen. Er wird sie zwar um Christi willen nicht verdammen, sondern in den Himmel bringen, aber nicht bevor er alles richtig gestellt hat, wie unser Tagesspruch sehr deutlich sagt.
Unser Denken, Reden und Tun hat also Folgen für die Ewigkeit. Dort wird allen Leidenden, Verfolgten, Verleumdeten Recht werden und auch den Übeltätern, Verfolgern und Verleumdern. Wer das begreift, wird Gott auch heute wieder bitten, ein Leben nach seinem Willen führen zu können.
Ein zuverlässiger Halt
Psalm 31,15
Ich aber, ich habe auf dich vertraut, HERR; ich sprach: Du bist mein Gott!
Es war richtig spannend zu beobachten, wie ein Schlinggewächs täglich größer wurde und seine Ranken nach oben hielt. Es schien, als könne es den untersten Ast eines Baumes über ihm sehen, an dem es sich festhalten wollte. Tatsächlich, eines Tages hatte es ihn erreicht und schlang seine Tentakeln um das Holz. Doch in der nächsten Nacht schon kam ein heftiger Sturm auf, und am Morgen lag die Pflanze zusammengesunken auf dem Boden. Der Ast, an dem sie Halt gesucht hatte, war morsch gewesen und hatte dem Sturm nicht widerstehen können. Hätte sie das gewusst! »Ja, hätte ich das gewusst!«, sagen viele Menschen auch, die ihre Hoffnung auf etwas gesetzt hatten, was den »Stürmen des Lebens« nicht standhielt. Wie mancher hat Aktien eingekauft, die ihm hohe Zinsen versprachen, um für sein Alter Vorsorge zu treffen, und dann war plötzlich alles verloren. Tüchtige Sportler meinten, damit genügend Geld verdienen zu können, so dass sie auf anderweitige Berufsausbildung keinen Wert legten – und dann kam der Unfall. Unser Tagesvers sagt, auf wen der Psalmensänger David sein Vertrauen setzte. Ihm war klar, dass alles, außer dem Schöpfer des Weltalls selbst keinen zuverlässigen Halt geben kann, und darum versuchte er es auch gar nicht erst, sich daran zu klammern. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unseren Verstand und unseren Willen und auch unseren Fleiß nicht anzuwenden brauchen, um für uns zu sorgen; aber letztlich muss uns klar sein, dass es Gottes Güte ist, die uns schützend durch dies Leben trägt. Sie lässt uns so manches gelingen und nimmt uns wohl auch dies und jenes, weil es nicht gut für uns ist. Diesem Gott sollten auch wir uns anvertrauen!
Feindesliebe!
Matthäus 5,44
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hatten syrische Soldaten ein israelisches Dorf überfallen und ausgeraubt. Dabei kamen gewöhnlich die meisten Einwohner ums Leben, andere wurden als Sklaven mitgeschleppt. So ging es auch einem kleinen Mädchen. Sie landete schließlich bei der Frau des syrischen Generalissimus Naaman.
Bald darauf stellte sich heraus, dass dieser Aussatz, eine damals unheilbare Krankheit, hatte. Wir könnten verstehen, wenn sich das Mädchen die Hände gerieben und von göttlicher Rache geträumt hätte. Stattdessen erfasste sie solches Mitleid mit ihrem Sklavenhalter, dass sie seiner Frau verriet, wo Naaman Heilung finden könnte. Wie viel Nächstenliebe hatte dies Mädchen, aber auch wie viel Glaubensmut! Sie hätte auf keine in letzter Zeit geschehene Heilung verweisen können, sondern traute nur dem Gott Israels alles zu.
Die Feindesliebe gehört zur Grundausstattung der Gläubigen. Wir wissen, dass Gott seinen Sohn für uns gab, als wir noch seine Feinde waren, es war die Voraussetzung, dass Gott überhaupt etwas mit uns zu tun haben wollte. Wie sieht es aber mit der Feindesliebe bei uns aus? Wenn uns Rache-Fantasien umtreiben, so wäre das eine deutliche Mangelerscheinung, weil uns dann nicht gegenwärtig ist, was Gott mit uns hätten tun müssen, wenn es »nach Recht und Gesetz« gegangen wäre. Wie gnädig hat er sich zu uns herabgeneigt, wie hat er uns alle Schuld gegen ihn vergeben und arme Menschen zu Erben des Himmels gemacht! Wenn wir daran denken, können wir dem Gebot unseres Tagesspruchs folgen und auf eigenen Rache oder auch nur auf den Traum davon verzichten und Liebe üben, aber auch nur dann.
Es gibt nichts ohne einen Verursacher
Kolosser 1,16
Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen.
Kaum jemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, man solle technische Geräte möglichst nur zu dem Zweck benutzen, für den sie gebaut wurden. Bei Zuwiderhandlung macht man sich entweder strafbar, oder man beschädigt das Gerät nachhaltig. Und das gilt umso mehr, je komplizierter das Gerät gebaut ist. Kann man mit einer Kneifzange noch gefahrlos kleinere Nägel in die Wand schlagen, würde dasselbe bei einem Handy deutliche Schäden verursachen. Die komplizierteste Maschine des Weltalls ist nach einhelliger Meinung der Fachleute das menschliche Gehirn. Wenn es stimmt, was ich vorhin sagte, müssten bei dem menschlichen Gehirn die massivsten Schäden auftreten, wenn es unsachgemäß verwendet wird. Und ich denke, das ist auch so, trotz unzähliger Selbstregulierungsmechanismen, die der Schöpfer ebendieser elektronischen Wundermaschine eingebaut hat. Man kann es durch fortgesetztes Selbstbelügen dermaßen beschädigen, dass es die offensichtlichsten Dinge nicht mehr erkennt, obwohl es eigentlich gebaut wurde, um logische Zusammenhänge zu erfassen. So glaubt kein Mensch, dass Kneifzangen per Zufall entstehen; aber viele glauben, dass das Weltall, die Erde, das Leben und der menschliche Geist das Produkt von sinnlosen Zufällen und sich daraus ergebenden Notwendigkeiten sind. Und was sind die verheerenden Folgen dieser Fehlfunktion? Die Menschen mit solchem kaputten Denken verfehlen das eigentliche Ziel ihrer Existenz. Sie sind für ewig verloren. Schlimmeres gibt es nicht. Aber bis heute ruft der Schöpfer seine verirrten Geschöpfe zu sich zurück. Er kann sogar solchen Leuten den Weg zu sich zeigen, den sein Sohn, Jesus Christus, für uns freigemacht hat.
Frei sein heißt: Das Gute tun zu können
Galater 5,1
Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht; steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter einem Joch der Knechtschaft halten.
Lokomotiven sind so gebaut, dass sie sich auf Gleisen fortbewegen können. Alles an ihnen dient diesem Zweck. Früher wurden sie mit Dampfmaschinen und heute mit Diesel- oder Elektromotoren angetrieben. Dazu dienen auch ihre beweglichen Achsen. Damit sie schwere Lasten ziehen können, haben sie selbst ein enormes Gewicht. Allerdings ist ihre »Freiheit« auf die Gleise beschränkt. Nur da können sie sich bewegen und sinnvoll arbeiten und die gewünschten Ziele erreichen. Würden sie die »grenzenlose Freiheit« suchen, aus den Gleisen springen und querfeldein fahren wollen, wäre das ihr völliges Verderben. Wir Menschen sind Gottes Geschöpfe, die auch zu einem bestimmten Zweck gemacht wurden und dafür eine Menge von Gaben und Fähigkeiten erhielten: Wir sollen Gott durch unser Leben ehren. Und auf den Gleisen seiner Gebote können wir Gott zur Freude und Menschen zum Nutzen sein. Heute will man uns gern einreden, man dürfe die göttlichen Gebote gefahrlos missachten und die individuelle Freiheit suchen. Es heißt, jeder sei »seines Glückes Schmied«. Dazu beruft man sich sogar auf unseren Tagesvers, doch der ist ganz anders zu verstehen, nämlich so: Wer verstanden hat, dass Gottes Gebote uns zum Leben gegeben sind, merkt auch schnell, dass er diese Gebote nicht aus sich heraus halten kann, sondern sich selbst durch Ungehorsam zerstört – wie die Lok, die aus den Gleisen springt. Wahre Freiheit besteht darin, tun zu können, wozu uns Gott geschaffen hat. Das hat Gott denen versprochen, die sich seinem Willen unterstellen. Darin liegt unsere wahre Freiheit. Also: Wahre Freiheit liegt allein darin, tun zu können, wozu Gott uns geschaffen hat.
Ein Verbrecher im Himmel
Lukas 23,43
Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Als der Herr Jesus Christus den schrecklich schmerzhaften und schmachvollen Tod am Kreuz erlitt, wurden auch zwei Verbrecher links und rechts von ihm hingerichtet. Beide konnten entweder das Schild lesen, das über Jesus angebracht war: »Jesus von Nazareth, der König der Juden«, oder sie hatten vorher schon von ihm gehört. Jedenfalls forderten sie ihn beide zynisch auf, ihnen allen vom Kreuz zu helfen. Doch dann hörten sie, wie der Herr, anstatt seine Feinde zu verfluchen, für sie bat, Gott möge sie verschonen, weil sie nicht wüssten, was sie taten. Der eine Verbrecher lästerte weiter. Doch der andere kam zur Besinnung. Wenn jemand unter so furchtbaren Umständen für diejenigen bat, die die Kreuzigung zu verantworten hatten, dann konnte das wirklich nur der verheißene König Israels sein, obwohl sonst nichts darauf hinzuweisen schien. Zunächst verbot er dem anderen Räuber den Mund, indem er ihm zurief, sie beide würden nur die verdiente Strafe erleiden und ob er sich gar nicht vor Gott fürchten wolle. Dann aber wandte er sich an den Herrn und bat ihn: »Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.« Und wieder sehen wir, wie auf das Eingeständnis der Schuld und die Bitte um Gnade augenblicklich die Vergebung erfolgt. »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!« Der erste gerettete Mensch war ein Schwerverbrecher; aber er kam augenblicklich in Gottes herrliches Reich. So groß ist Gottes Gnade und so wertvoll ist das Opfer Christi, dass auch der Größte Schaden augenblicklich geheilt ist. Und im Himmel wäre auch für den anderen Räuber Platz gewesen, wenn er nur gewollt hätte.
Gute Fahrt ist nicht alles
Psalm 32,8
Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten. Der Pilot kommt zu den Passagieren und verkündet, dass die Motoren einigermaßen gut laufen. Nach kurzem Zögern fügt er hinzu: »Allerdings ist draußen dichter Nebel und bei Funkgerät und Autopilot ist der Strom ausgefallen. Wir wissen also nicht, wohin die Reise geht.« Dann bekäme wohl mancher der Passagiere ein mulmiges Gefühl. Hört man sich die verantwortlichen Politiker an, meint man, ihnen ginge es wie unserem Piloten. Vorwärts geht es noch einigermaßen; aber wohin, weiß keiner. Darum haben viele Menschen Zukunftsängste, nicht nur wegen zukünftigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sondern auch wegen der großen Fragen nach dem »Woher?« und »Wohin?« unseres gesamten Daseins. Eine riesige Unterhaltungsindustrie weiß daraus Gewinn zu ziehen. Aber dadurch wird der Schaden nicht behoben. Gott sagt uns in unserem Tagesvers, dass er uns den rechten Weg führen will. Dazu müssen wir allerdings unsere Hilfe von ihm erwarten. Ihm können wir uns getrost überlassen, weil er den Nebel durchschaut, der uns den Blick verstellt. Er kennt auch das Ziel und hat für uns die Landebahn bereits präpariert. Er meint es gut mit uns und hat unser Bestes im Sinn. Das hat er gezeigt, als er seinen Sohn für uns leiden ließ. Da wäre es doch eine große Dummheit, wenn wir die Lebensreise auf eigene Faust versuchten und den großen Absturz riskieren würden. Der ist nämlich ohne Gottes Hilfe unvermeidlich. So sollten wir unseren Blick zu ihm erheben und uns von ihm an die Hand nehmen lassen. Heute ist ein guter Tag, uns ihm auszuliefern. Dann haben wir die Garantie, heil nach Haus zu kommen.
Wahrer Gott und wahrer Mensch
Johannes 1,14
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater) voller Gnade und Wahrheit.
Als die Menschen den Mond betraten, waren sie in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. Ihr Gang war behindert. Sie konnten nicht frei atmen und essen, und sie wären sofort gestorben, hätten sie es gewagt, ihren Raumanzug auch nur ein wenig zu öffnen. Überhaupt war ihr Aufenthalt nur auf ein paar Stunden beschränkt. Als der Sohn Gottes auf diese Erde kam, war er als wahrer Mensch ebenfalls den Beschränkungen eines Menschen auf unsrem Planeten unterworfen. Er hatte Hunger und Durst, wurde müde und musste schlafen. Das Schlimmste für ihn war sicher die Finsternis und Bosheit in den Herzen der Menschen. Wiederholt lesen wir, dass er »innerlich bewegt« war über all das Elend, in das uns Menschen die Sünde gebracht hatte. Aber während die Mondfahrer nur tun konnten, was die Lebensumstände dort zuließen, war es mit Jesus Christus völlig anders. Er zeigte den Menschen, dass er in unsere Schwierigkeiten gekommen war, um uns die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen zu beweisen. Die Leute spürten etwas von der Herrlichkeit Gottes, die durch seine schlichte Hülle schimmerte. Und wer sich wirklich auf ihn einließ, der begriff schließlich, dass Jesus Christus Gott ist. Alle, die bei ihrem bösen Verhalten bleiben wollten, gaben nicht Ruhe, bis sie ihn ermordet hatten. Gott hat ihn aber wieder lebendig gemacht, und er ist in den Himmel zurückgegangen. Dieser Jesus wird wiederkommen, nicht als schlichter Mensch, sondern in seiner ganzen göttlichen Macht und Herrlichkeit.
Wie ist das eigentlich mit dem Himmel?
Matthäus 28,18; Lukas 12,5
Und Jesus trat herzu und redete zu ihnen und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde.
Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet.
Ja, das möchten manche frommen Leute gerne wissen. Doch wer nicht fromm ist, sucht lieber nach Beweisen, dass es den Himmel gar nicht gibt. Denn es ist nach Ansicht von Kennern dieses Themas durchaus nicht so sicher, dass jeder automatisch hineinkommt. Und da wäre es für einige das Beste, jemand könnte garantiert 100%ige Beweise liefern, dass es weder den Himmel, noch die dann auch unvermeidbare Hölle gibt. Denn wer an den Himmel glaubt, an die Hölle aber nicht, der sieht doch verdächtig nach einem Träumer aus. Anstatt mich auf menschliche Beweisführungen zu verlassen, würde ich lieber mit dem Schlimmsten rechnen und mich darauf einstellen und vorbereiten; denn man kann ja nie wissen ... Jesus Christus sagt, er sei der Einzige, der über alles Bescheid weiß, weil er selbst im Himmel war, bevor er auf unsere Erde kam. Und weil er weiß, wie rein und heilig dort alles zugeht, hat er auch viel von dem Ort gesprochen, wohin die gehen, die nicht in Gottes Gegenwart passen, eben von der Hölle. Das ist keine Angstmacherei, genauso wenig, wie wenn der Förster sagt, sein Gewehr sei kein Spielzeug für kleine Kinder. Nein, das ist eine todernste Angelegenheit. Die gute Botschaft ist nun die, dass Jesus Christus ausdrücklich deswegen gekommen ist, damit kein Mensch ewig verloren zu gehen braucht. Er selbst hat die Sünden aller Menschen getragen, als er am Kreuz gestorben ist. Angerechnet wird sein Rettungswerk allerdings nur denen, die es dankbar annehmen, weil sie merken, wie nötig sie es brauchen. Und die das annehmen, werden dann auch für ewig bei ihm im Himmel sein.
Die Barmherzigkeit in Person!
Markus 1,41
Und innerlich bewegt streckte er seine Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will; werde gereinigt!
Wieder lesen wir hier die nur für den Dreieinigen Gott gebrauchte Formulierung: »Er war innerlich bewegt.« Deshalb war Christus auf die Erde gekommen, weil der heilige Gott das Elend seiner Menschen nicht mehr ansehen konnte, obwohl diese in den weitaus meisten Fällen gar kein Gefühl für ihre schreckliche Situation hatten. Hier aber gab es einen, den seine Not zu Gott trieb, und der Herr war gleich zum Helfen bereit. Um zu zeigen, wie sehr er sich mit der Not des Aussätzigen identifizierte, tat er etwas, was keiner sonst getan hätte. Er streckte die Hand aus und rührte ihn an. Jemand die Hand auflegen, bedeutet, sich mit ihm eins zu machen. Das durfte nach Gottes Gebot bei Aussätzigen kein anderer tun. Man hätte nichts helfen können, sondern sich selbst noch angesteckt. Nur einer, der gänzlich ohne Schuld war und außerdem die Macht hatte, Sünde wegzuschaffen, hatte das Recht, sich mit dem Armen zu solidarisieren. Und er tat es auch. Können Sie sich vorstellen, dass Leute, die das erfahren haben, vor Freude zu singen anfangen? Blättern Sie einmal in christlichen Gesangbüchern, dann stoßen Sie sehr häufig auf Lieder, die von der Freude sprechen, diese Begegnung mit Jesus Christus erfahren zu haben. Ja, und wenn wir uns nicht freuen können, der ewigen Verdammnis entronnen zu sein und einmal im Himmel Gott schauen zu dürfen, ja, woran mag das liegen? Könnte es sein, dass Sie noch immer versuchen, irgendwie allein mit Schuld und Charakterschwächen fertig werden zu wollen? Wie mancher kämpft und müht sich sein Leben lang und kommt doch nicht zum Ziel. Ach, versuchen Sie es wie der Aussätzige in unserer Geschichte! Es ist der einzige Weg zur Seligkeit.
Aussatz!
Markus 1,40
Und ein Aussätziger kommt zu ihm, bittet ihn und kniet [vor ihm] nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. Heute ist diese Krankheit heilbar, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. In biblischer Zeit aber konnte ein Aussätziger davon ausgehen, dass er von der Gesellschaft ausgestoßen, elend zugrunde ging. Er galt als unrein und durfte nicht mit den anderen Volksgenossen zusammenleben. Vor allem aber war ihm verwehrt, an den Gottesdiensten teilzunehmen. Kam jemand in seine Nähe, so musste er ein Tuch über den Mund halten und »Unrein! Unrein!« rufen. Er war auf die Mildtätigkeit der Menschen angewiesen, die ihm an einen vereinbarten Ort zu essen brachten. Viele Ausleger sehen in dem Aussatz ein Bild von der Sünde, die manchmal langsam, aber in jedem Fall sicher den Kranken umbringt. So heißt es auch in der Bibel: »Der Lohn der Sünde ist der Tod.« Keine andere Krankheit wird im Alten Testament ausführlicher behandelt als der Aussatz. Und immer ist von Unreinheit, nicht von Krankheit die Rede. Und die Heilung wird dementsprechend »Reinigung« genannt. Dies Wort findet sich auch in unserem Tagesspruch. Sünde macht die Menschen unrein in den Augen des reinen und heiligen Gottes. Und weil alle eigenen Anstrengungen der Reinigung fehlschlagen, muss man sich an Gott wenden, an den Gott, der Sünde nicht ansehen mag. Das bedeutet eine schreckliche Demütigung für die stolzen Menschen. Doch nur so kann jemand rein werden. Gott will uns aber reinigen. Darum hat er auch für das Heilmittel gesorgt. Er ließ den einzig Reinen, der je über diese Erde ging, für die Unreinen als Schuldopfer sterben. Wer das anerkennt und daran glaubt, wird von Gott für rein erklärt und darf in seine Nähe kommen.
Er kommt wieder!
Offenbarung 22,20
Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. – Amen; komm, Herr Jesus!
In der Bibel steht eine Geschichte, in der von einem König die Rede ist, der außer Landes ging. Vorher aber beauftragte er seine Diener, für ihn tätig zu sein und seine Interessen zu verfolgen. Die maßgeblichen Leute aber schickten ihm eine Gesandschaft nach, die bestellen sollte, sie wollten sich von ihm nicht regieren lassen. Stellen Sie sich vor, in jenem Land käme das Gerücht auf, dass der König demnächst zurückkommt. Wie würden die Leute reagieren? Seine Diener, besonders die fleißigen, würden sich sicher von Herzen freuen. Man hatte sie lange genug als Sonderlinge behandelt, sie zurückgesetzt oder sogar tätlich angegegriffen. All das würde jetzt bald ein Ende haben. Und die anderen alle? Denen konnte das natürlich gar nicht gefallen. Entweder bringen sie die »Schwarzseher« zum Schweigen, oder sie versuchen, solche Gedanken zu verdrängen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der König wiederkommt. Das genaue Datum hat er nicht mitgeteilt, damit ganz klar sein wird, wer ihm gedient hat und wer nicht; aber er hat wohl Andeutungen darüber gemacht, wie die Zeitverhältnisse sein werden, wenn er erscheint. Wachsame Diener des Königs nehmen diese Zeichen gegenwärtig wahr, richten sich auf sein baldiges Kommen ein und laden noch andere ein, sich auf dieses große Ereignis einzustellen.
Gottes Meisterstück
Epheser 3,10
Damit jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die mannigfaltige Weisheit Gottes.
Als Gott die Welt erschuf, machte er den Menschen nach seinem Ebenbild. Er sollte Gottes Größe und Weisheit erkennen und sich bewusst an all dem Guten erfreuen, was Gott erschaffen hatte. Auch sollte er Umgang mit seinem Schöpfer pflegen und ihm dankbar sein. All das gefiel dem Teufel gar nicht, und er verführte die ersten Menschen zur Empörung gegen Gott. Sie wurden dadurch von Gott getrennt und rissen die gesamte Schöpfung mit sich in ihr Elend hinein. Die übrige Schöpfung war schuldlos an dem Jammer und weist bis heute noch deutliche Spuren ihrer ursprünglichen Schönheit auf. Die Menschen aber entfernten sich immer weiter von Gott in hoffnungslose Finsternis. Der Teufel schien sein Ziel vollständig erreicht zu haben. Gott aber hat die Menschen immer lieb gehabt und fand einen Weg zu ihrer Rettung, der die ganze Himmelswelt, alle Engel, aber auch den Teufel in größtes Erstaunen versetzte. Er selbst kam in der Person seines Sohnes zu uns und bezahlte an unserer Statt, was wir in Ewigkeit nicht hätten bezahlen können. So verstehen wir unseren Tagesspruch; denn alle Menschen, die dies große Werk Gottes im Glauben annehmen, fügt er seiner Gemeinde hinzu. Sie beweist mehr als alle Milchstraßen und als die Wunder der irdischen Schöpfung, wie groß Gottes Weisheit ist. Für diese Erneuerung der Beziehung zu uns Menschen musste ja nicht nur Vergebung ausgesprochen, sondern auch der göttlichen Gerechtigkeit Genüge getan werden. Wie sollten wahre Christen doch Gott wegen seiner Weisheit und Liebe jeden Tag dankbar sein!
Wehret den Anfängen!
Jakobus 4,8
Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen.
Antoine de Saint-Exupéry, der Dichter des »Kleinen Prinzen«, war von Beruf Pilot. Lange Zeit brachte er die Post in abgelegene Wüstenstädte irgendwo in der Sahara. Bei einer Zwischenlandung in Arabien geriet eine Ratte in seine Maschine. Als er sie erblickte, hatte er Angst, sie würde mit ihren scharfen Nagezähnen irgendwelche Kabel oder Leitungen anknabbern. Das könnte den Absturz bedeuten. Eigentlich sollte er landen. Aber wo? Weit und breit war keine geeignete Stelle zu erkennen. Da fiel ihm ein, dass in großer Höhe die Kälte und die dünne Luft dem Tier den Garaus machen würden. So zog er die Maschine steil nach oben; und tatsächlich, nachdem er gelandet war, fand er irgendwo die verendete Ratte. Wir fahren zwar nicht im Flugzeug; aber auf unserem Lebensweg nisten sich ebenfalls unliebsame Mitreisende ein, die uns schwer zu schaffen machen können. Das sind zum Beispiel hässliche Angewohnheiten, mit denen wir uns und anderen zur Last werden, oder es kommen Zweifel und Mutlosigkeit auf. Dann können wir so weitermachen wie bisher und hoffen, dass sich alles von selbst wieder bessert. Aber meistens ist es so, dass solche Passagiere gar nicht daran denken, auszusteigen. Eher kriegen sie noch Junge und füllen unser gesamtes Leben aus. Dann sollten wir es wie de Saint-Exupéry machen und uns »nach oben« wenden. Wenn wir wieder näher zu Gott kommen, unser Versagen eingestehen und neu die Gemeinschaft mit Gott pflegen, müssen solche Plagegeister zugrunde gehen; denn in Gottes Nähe wird ihnen die Luft zu dünn. Und je eher wir »zum Steigflug« ansetzen, umso leichter werden wir die »Ratten« los. Gott will uns dabei helfen.
Gottes Wort bleibt nicht folgenlos
Jesaja 55,11
So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.
Was wird in dieser Welt alles erzählt! Das Blaue wird vom Himmel heruntergelogen, und erinnert man die Leute an gemachte Versprechen, hat man das Gefühl, sie möchten gern mit einem bekannten Politiker sagen: »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?« Bei Gott ist das anders, ganz anders. Seine Worte sind keine leeren Vertröstungen, sondern voller Wahrheit und Kraft. Er hat im Laufe längst vergangener Jahrhunderte sogar bis in kleinste Details hinein Aussagen über die Zukunft gemacht, von denen sich viele schon erfüllt haben. Und die noch offenen werden ganz sicher auch noch ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Würden Sie ein solches »Risiko« eingehen und sich an so konkreten Aussagen »festnageln« lassen? Gott kann es, weil er allwissend ist. Jetzt werden vielleicht einige widersprechen und sagen, dass sehr viel gepredigt wird; aber nützen will es kaum etwas. Und wenn dann jemand einwendet, das sei die Schuld der Pastoren, könnte man darauf antworten: Was haben denn die Milliarden von Bibeln und Bibelteilen bewirkt, die im Lauf der Zeit unter die Leute gebracht wurden? Wem könnte man da die Schuld geben außer Gott selbst? Nun, zum Glück haben viele auf das Lesen der Bibel so reagiert, dass sie zu Gott zurückgekehrt sind. Und die anderen, die sie bekämpften oder auch nur im Schrank verstauben ließen oder als Zigarettenpapier benutzten? Alle diese Leute werden einmal große Augen machen, wenn Gott an ihnen genau das vollzieht, was er in seinem Wort vorhergesagt hat. Nein, das Wort Gottes bleibt niemals wirkungslos. Es rettet, die es glaubend annehmen, und es verurteilt seine Verächter.
So was gibt’s tatsächlich!
Titus 2,13
Indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus. Können Sie sich vorstellen, dass es Leute gibt, für die dieser Tagesvers Wirklichkeit ist? Sie freuen sich auf den Tag, an dem der Herr Jesus Christus wiederkommt. Er wird dann nicht wie vor 2000 Jahre als armer Leute Kind in irgendeinem versteckten Weltwinkel auftreten, sondern in der ganzen Pracht, die ihm als dem Schöpfergott und als dem Retter aus allem Erdenelend zusteht. Und weil sie nicht nur darauf hoffen, sondern sich dieser Erwatung völlig sicher sind, können sie auch mit den Erdenproblemen ganz anders umgehen als die anderen, die keine solche Hoffnung haben oder sie gar strikt von sich weisen und sie für »Jenseitsvertröstung« halten, mit der man sich nur etwas vormacht. Zwischen beiden Gruppen besteht ein Unterschied, wie wenn ein Kind an der Hand eines starken Vaters durch einen dunklen Wald geht, oder wenn es eben ganz allein seinen Weg suchen muss, selbst wenn es dabei alle »altmodischen« Gebote beiseite lässt uns sich wie ein Freistil-Ringer durchschlägt. Letztlich ist das ein bedauernswertes Unternehmen, das garantiert damit endet, dass der Tod auch dem verwegendsten Kämpfer die letzten Waffen aus der Hand schlägt. Wie schön ist es dagegen, wenn man weiß, mit dem großen Gott versöhnt zu sein und auf seine Gnade und Gerechtigkeit vertrauen zu können. Das gibt auch Kraft, mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt gelassen umgehen zu können. Christen sehen schon die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne und wissen, dass die Nacht nicht das letzte Wort behalten wird.
Theorie oder Phantasie?
Psalm 33,11
Der Ratschluss des HERRN besteht ewig, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.
Herr Meyer hatte sich ein Bett gekauft, ein sehr billiges aus einem verlockenden Angebot. Doch bald merkte er, dass es aus dem Leim zu gehen drohte, und er baute ein zusätzliches Bein ein. Als es wieder bedenklich krachte, kam das nächste hinzu. Erst war das Bett ein Vierbeiner, bald aber glich es immer mehr einem Tausendfüßler. So geht es vielen Menschen, nicht nur mit billigen Betten, sondern auch mit billigen Theorien. Solche Theorien oder Welterklärungsversuche zimmern sich die Leute nach ihren Anlagen und Bedürfnissen je nach ihrem Erkenntnisstand zurecht; und wenn sie sich als falsch erweisen, wird flugs eine Zusatztheorie erfunden, und dann wieder eine und dann wieder eine usw. Nun haben uns kluge Leute erklärt, eine Theorie habe diesen Namen nur verdient, so lange sie an keinem einzigen Punkt widerlegt wurde. Bei wie vielen unserer Theorien müssten wir dann zugeben: Dies war gar keine Theorie, wie sich aus ihrem Versagen leicht ableiten lässt, sondern ein Irrtum, ein gern gehätscheltes Hirngespinst, ein Wolkenkuckucksheim. Da ist einer, der es nirgends lange aushält, weil er leicht in Streit gerät. Seine Theorie lautet: Ich bin eben ein aufrichtiger Mensch, und die andern können die Wahrheit nicht ertragen. Für seine eigenen Empfindlichkeiten muss er sich dauernd neu passende Theorien basteln, wie Herr Meyer Beine für sein Bett. Das ist nur eins von tausend Beispielen. Wichtig ist, dass unsere Theorien nicht nur den irdischen Tatsachen standhalten müssen, sondern auch vor dem himmlischen Richter zu gelten haben. Nur wenn sie diesen Test bestehen, haben wir uns nicht selbst betrogen.
Die werden’s wohl verdient haben!
Lukas 13,4-5
Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete: Meint ihr, dass sie mehr als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen, schuldig waren?
Manche halten die Zunahme von Umweltkatastrophen für Zeichen des schrecklichen Endes unserer Weltzeit. Wer das natürlich laut sagt, gilt als Schwarzseher oder Sektierer und schweigt lieber. Aber die Frage muss doch erlaubt sein, ob die Unglücksmeldungen und ihre wachsende Häufigkeit am Ende etwas mit unserem Verhalten zu tun hat, oder nicht. Wie unser Tagesspruch zeigt, meinten die Leute früher ganz sicher, Katastrophen hätten etwas mit den Sünden der Menschen zu tun und wären die Strafen für ihre Gottlosigkeit und Bosheit. Der Herr Jesus Christus rückt diese falsche Ansicht zurecht. Falsch ist solche Meinung nicht, weil kein Zusammenhang zwischen unserem Verhalten und den Unglücksfällen bestünde; falsch ist sie deshalb, weil wir uns dann für besser halten als die Betroffenen, eben weil wir verschont geblieben sind. Christus ist aber in die Welt gekommen, weil wir alle »verloren« sind, d.h. den Ansprüchen Gottes nicht im Entferntesten entsprechen. Und wer ihnen nicht entspricht, wird am Ende umkommen. Also, dass wir noch so relativ vergnügt leben, hat nichts mit unserer Vortrefflichkeit zu tun, sondern mit der Geduld Gottes, der alles sieht und hört, was wir tun und reden und denken – ja, selbst das weiß er! Wenn er an alles seine absoluten Maßstäbe von 100%iger Wahrhaftigkeit und 100%iger Reinheit und Selbstlosigkeit anlegte, wem müssten dann keine Türme auf den Kopf fallen? Gott sei Dank hat uns der Herr Jesus Christus nicht nur darüber aufgeklärt, sondern uns auch vorgelebt, wie man Gott gefallen kann. Wer ihn um Vergebung seiner Schulden bittet, dem verzeiht er und lädt ihn ein, seinen Beispielen zu folgen.
Besonnen und gerecht
Titus 2,12
Und unterweist uns, damit wir, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnend, besonnen und gerecht und gottselig leben in dem jetzigen Zeitlauf.
Auf der Titanik ging es bis zu deren Untergang hoch her. Ein Ball folgte dem anderen, und die Reichen und die Schönen genossen das Leben. Wie hätte es dort wohl ausgesehen, wenn jemand am Tag vor der Katastrophe glaubwürdig prophezeit hätte, morgen würden 1500 Passagiere im eisigen Atlantik ertrinken? Wäre nicht ein großes Jammern, ja, eine Panik ausgebrochen und ein gnadenloser Kampf um die wenigen Plätze in den Rettungsbooten? Aber hätte jemand genauso glaubwürdig versichert, die Titanik gehe zwar unter; aber es würden genügend weit komfortablere Schiffe zur Stelle sein, um alle Leute an Bord zu nehmen, was wäre dann die Folge? Die Tanzvergnügen hätten sicher auch aufgehört; aber die Leute hätten ruhig ihre Koffer gepackt, hätten zugesehen, dass alle Bekannten ebenfalls bereit sind, und dann hätten sie gespannt zwar, aber ruhig der Dinge geharrt, die da kommen sollten. Die ganze Welt gleicht einem Schiff, das einmal untergehen wird. Das ahnen heute viele Menschen; aber die meisten versuchen, solche Gedanken oftmals durch die albernste Unterhaltung zu übertönen. Leute, die von drohenden Katastrophen, von Hunger und Seuchen und erbitterten Kriegen um die letzten Wasserreserven reden, können uns angst und bange machen, weil wir spüren, dass sie Recht haben könnten. Wer aber glauben kann, dass Jesus Christus für jeden, der ihn hier als Herrn und Retter annahm, eine wunderbare Wohnung vorbereitet hat, der hat sozusagen seine Koffer gepackt und wartet getrost. Er legt auf flache Lustbarkeiten keinen großen Wert mehr, möchte aber gern alle seine Lieben mitnehmen. So sollten Christen leben.
Ist das so?
Johannes 15,5
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun. Was, bitteschön, können wir ohne Christus nicht tun? Stellen Sie sich vor, jemand hielte ein Plakat mit unserem Tagesspruch vor dem Eingang eines Fußballstadions hoch. Er stieße auf bares Unverständnis. Ein paar nette Leute würden ihn vielleicht fragen, ob er wirklich glaubte, dass sie ohne Gott nicht »Olé« schreien und Bockwürste essen könnten. – Wer weiß heute überhaupt noch, woher der Spruch kommt? Stände auf dem Plakat auch noch, dass Jesus Christus das gesagt hat, so würde der Plakatträger bestenfalls Kopfschütteln ernten. Genauso erginge es ihm mit diesem Plakat in der Schule oder am Arbeitsplatz. Wie ist es denn nun? Kann man nicht ohne Jesus Christus eigentlich alles tun? Wo wird er noch gebraucht? So denken die Menschen, weil sie sich so weit von Gott entfernt haben. Die Bibel sagt, dass Jesus, der Sohn Gottes, die Welt und alle Menschen geschaffen hat, und dass sie mit jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag von ihm abhängig sind. Alles funktioniert nur so lange, wie er will und solange er es für jeden Menschen festgelegt hat. Alles, was wir sind, haben und können, ist uns also von unserem Schöpfer geliehen, und eines Tages werden wir dafür Rechenschaft geben müssen. Aber auch, wenn wir etwas tun wollen, was Gott wohlgefällt, können wir das nur, wenn wir uns von Christus das Richtige zeigen lassen. Ohne ihn machten wir alles falsch, oder brächten nichts zuwege. Denken wir ein wenig darüber nach, so merken wir schnell, wie nötig wir ihn haben, auch im Umgang mit unserer Familie, und das jeden Tag aufs Neue.
Gibt es Gewissheit?
Hiob 19,25
Und ich, ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen.
»Ich weiß, dass ich nichts weiß«, diesen Satz des weisen Sokrates kennen viele Leute, die sonst von dem alten Griechen nichts wissen. Ich muss da an einen Schulkameraden denken, der auf diese Weise »klassisch gebildet« kundtat, dass er seine Vokabeln nicht gelernt hatte. Aber so hat es der Philosoph aus Athen nicht gemeint. Er hatte viel nachgedacht und geforscht und war schließlich zu diesem Ergebnis gekommen, weil alle Erkenntnis in dieser Welt ihm die eigentlichen, die wesentlichen, die entscheidenden Fragen nicht beantworten konnte. Was ist eine Antwort wert, die beim Grab nicht mehr gilt? Wer ist der wahre Schöpfer des Himmels und der Erde? Interessiert ihn mein kleines Leben? Und wenn nicht, warum quält mich dann mein Gewissen und warum habe ich Sehnsucht, ihn zu kennen? Gibt es wahre Gerechtigkeit? Auf all diese Fragen hatte er keine befriedigende Antwort. Ja, war er es nicht, der sogar gesagt hat: »Es müsste einer kommen, der uns von unserer Schuld erlöst«? Ach, wären doch viele Menschen so fragend wie der alte Sokrates! Denn Gott hatte all diese Fragen schon angefangen zu beantworten, als der Philosoph von 469-399 vor Christi Geburt in Griechenland lebte – im schon damals bestehenden Alten Testament, in dem Gott sich nicht nur als Schöpfer, sondern auch als der lebendige Retter offenbart hatte. Unser Tagesvers ist das jubelnde Bekenntnis eines Menschen, der begriffen hatte, dass sein Erlöser lebt und ihn auferwecken würde. Hiob ging es damals grausam schlecht; aber diese Hoffnung ließ ihn aushalten und auf seinen Erlöser vertrauen. Und dieser Erlöser lebt auch heute noch und ist auch noch so mächtig wie damals.
Die einzige Chance!
Lukas 18,39
Und die Vorangehenden fuhren ihn an, dass er schweigen solle; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
»Jetzt oder nie!«, so wird der blinde Bettler vor dem Stadttor von Jericho gedacht haben, als er hörte, Jesus von Nazareth käme dorthin. »Wenn einer mir helfen kann, dann ist er es«, sagte er sich, und so saß er und lauschte aufmerksam. Als er dann die Schritte und das Reden vieler Leute hörte, fing er gleich zu schreien an. Immer wieder rief er dasselbe. Das fiel den Leuten, die den Zug anführten, auf die Nerven. Sie waren gerade so schön in Hochstimmung, weil sie doch den Wundertäter aus Nazareth nach Jerusalem begleiteten. Heute war ihr Tag. »Was werden die Jerusalemer für Augen machen, wenn wir ihn bringen!« Und nun dies elende Geschrei! »Hör doch endlich auf!« Aber der Blinde schwieg nicht, es war seine einzige Chance, geheilt zu werden, die wollte er sich auch nicht von diesen zornigen Leuten verderben lassen. Und dann kam der Herr und redete freundlich mit ihm und machte ihn gesund und sagte sogar, der Glaube des Blinden habe ihn geheilt. Es muss für einen Blinden furchtbar schwer sein, sich gegen einen Haufen wütender Sehender durchzusetzen. Das tut nur einer, bei dem die Chance seines Lebens auf dem Spiel steht. Auch für Sie geht es darum, zu begreifen, dass Christus vielleicht das letzte Mal freundlich an Ihnen vorübergeht, um sie vom ewigen Untergang zu retten. Damals war es so, denn der Herr Jesus Christus wurde in Jerusalem gekreuzigt. Es war die letzte, vielleicht einzige Chance der Heilung für diesen Blinden – aber er ergriff sie. Heute noch bietet der Herr Gnade und Vergebung an. Keiner sollte achtlos daran vorübergehen oder sich vom Drohen und Spotten der Mitmenschen aufhalten lassen.
So wichtig, und so leicht verspielt!
Matthäus 16,26
Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?
Sehen Sie sich einen i-Punkt auf dieser Seite an. Er soll unser Erdendasein darstellen. Wie groß müsste man dann die Ewigkeit malen, wenn sie im gleichen Maßstab gezeichnet werden soll? Natürlich, für die Ewigkeit reichen alle Blätter der Welt nicht aus. Die Ewigkeit ist grenzenlos. Und doch sagt uns die Bibel immer wieder, dass hier in unserem Erdenleben, also auf dem i-Pünktchen, die Entscheidung fällt, durch welche Tür wir in die Ewigkeit eintreten. Ist es die Tür, die in den Himmel, zu Gott, ins Licht führt, oder ist es die Tür zur Finsternis ewiger Gottesferne? Alles, selbst die gängige Theologie, ist darauf angelegt, solche Gedanken als Bangemacherei zu verscheuchen; aber sind sie darum überflüssig? Manche haben schon an den Rändern ihres »i-Pünktchens« gestanden und erschreckt die nahende Ewigkeit wahrgenommen. Dann waren sie froh, wenn sie Gottes rettende Hand ergreifen konnten und nun keine Angst mehr zu haben brauchen. Meistens brauchen wir ein solches heilsames Erschrecken. Wir müssen erst wachgerüttelt werden, damit wir die Augen öffnen, die uns – wie die Bibel sagt – der Teufel gern verschlossen halten will. Das kann durch Krankheiten geschehen, aber auch dadurch, dass wir mit den Gesetzen in Konflikt geraten und erkennen, zu was wir fähig sind. Angenehmer wäre es sicher, wenn wir uns bei guter Gesundheit und im Wohlleben zu Gott bekehrten, doch ist das leider die Ausnahme. Aber später danken wir Gott von Herzen dafür, dass er unsere Augen öffnete. Noch einmal: Unser kurzes Erdendasein ist, völlig unabhängig von seinem Verlauf, von allergrößter Wichtigkeit für uns, und das für alle Ewigkeit.
VIP für Gott!
Jesaja 43,4
Weil du teuer, wertvoll bist in meinen Augen und ich dich lieb habe, so werde ich Menschen hingeben an deiner statt und Völkerschaften anstatt deines Lebens.
Ja, die gibt es wirklich, die VIPs, die Very Important Persons, die ganz wichtigen Persönlichkeiten. Das sind die Leute, die Hotelbesitzer flitzen und Polizisten schwitzen lassen. Man bevorzugt sie, man reicht sie herum, und mancher möchte am liebsten seine rechte Hand nicht wieder waschen, wenn ihm ein VIP die seine gereicht hatte. Man könnte richtig neidisch werden; denn wer bin ich z.B. dagegen? Nach mir dreht sich keiner um, keiner will ein Interview oder mein Autogramm, keiner brät mir eine Extrawurst. Nun aber sehen wir uns einmal unseren Tagesvers an. Da sagt der allmächtige Gott von jedem seiner Leute, er oder sie wäre ihm teuer und wertvoll. Wenn man dann fragt, warum der große Gott solch Interesse an einfachen Christen hat, so antwortet die Bibel, dass er uns um einen ganz ungeheuren Preis vom ewigen Verderben losgekauft hat. Er ließ nämlich seinen unschuldigen Sohn für unsere Schulden leiden und sterben. Und weil jetzt die Schuld bezahlt ist, sind alle Gläubigen bei Gott gern gesehene, liebe Kinder. Ihnen gönnt er nur alles Gute, und er sorgt für sie. Dazu gehört natürlich auch, dass er sie zurechtweist, wenn sie ihm davonlaufen wollen; aber alles dient nur zu ihrem Besten. Diese VIPs Gottes mögen hier auf der Erde nichts Hervorragendes leisten, oder auch nur durch ihr Talent auffallen; aber sie wissen, dass Gott ihnen längst eine Luxuswohnung in seinem ewigen Reich eingerichtet hat. Das tröstet sie auch, wenn sie manchmal traurig sind, weil sie sich wieder einmal nicht wie eine VIP aufgeführt haben. Aber alles können sie mit ihrem Vater im Himmel bereden.
Was ist gut? Wer ist gut?
Markus 10,18
Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott.
Sich darüber Gedanken zu machen, lohnt sich schon; denn wie gut wäre es, wenn wir alle gut wären und nur Gutes täten und es uns allen gut ginge! Manche meinen, alles sei gut, wenn wir möglichst viel Hab und Gut besäßen, oder gar das Gut des Grafen Sowieso; aber davon will ich nicht reden; denn abgesehen davon, dass das doch nur Wunschdenken bliebe, hat es noch keinem gutgetan, allzu sehr hinter irdischem Gut her zu sein. Im Neuen Testament ist das Eigenschaftswort »gut« die Übersetzung von zwei verschiedenen Wörtern. Das eine bedeutet, dass man einem Ideal nahe gekommen ist, wie ein Schüler, der eine Zwei in einer Arbeit erhalten hat, weil er ziemlich alles so gemacht hat, wie es die Aufgabe oder der Lehrer verlangt hatten. Das ist natürlich ein lohnendes Ziel. Wie gut wäre es, wenn unser Handeln dem Ideal der Nächstenliebe entspräche, wenn wir anderen Menschen Freude machten, oder das Richtige zur rechten Zeit täten! Das andere Wort für »gut« meint das moralisch Gute. In diesem Sinn ist nur das gut, was mit Gottes Geboten übereinstimmt, weil einzig Gott gut ist. In unserem Tagesspruch steht genau dieses Wort. Und der Herr Jesus Christus sagt damit, dass alles Gute von Gott kommt. So kann in diesem Sinn niemand etwas Gutes tun, wenn er nicht vorher nach Gottes Willen und Absichten gefragt hat. Wie gut, dass wir die Bibel haben, die uns sagt, was der gute Gott von uns haben will; so können auch wir etwas wahrhaft Gutes tun, wenn wir Gott wirklich kennen.
Nichts bleibt verborgen!
Psalm 139,12
Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, die meinen, sie könnten nachts ihre Schandtaten ungesehen ausführen. Gott sieht in der Dunkelheit genauso deutlich wie am helllichten Tag. Wie werden die Menschen am großen Gerichtstag Gottes erschrecken, wenn ihnen klar wird, dass Gott alles gesehen hat, dass er immer dabei war, wenn es auf Raub oder Betrug ausging, und dass er sich auch noch an jede Kleinigkeit erinnert. Aber nicht nur die Dunkelheit der Nacht durchblickt er, sondern auch die Finsternisse unserer Heimlichkeiten und unsere Lügengebäude werden von ihm durchschaut. Jede noch so schlau eingefädelte Gemeinheit, hinter die zeitlebens kein Mensch kommt, ist für Gott so offensichtlich, als hätte man sie am hellen Tag direkt vor seinem Richterstuhl ausgeführt. Wie sollte etwas ungestraft bleiben, was man unter den Augen eines unbestechlichen Richters ausübt? Das gilt aber nicht nur für die großen Halunken, nein, auch für uns, die kleinen, die so brav aussehen und noch nie etwas mit einem Strafprozess zu tun hatten. Es ist wahr: Alle haben gesündigt. Aber genauso wahr ist es, dass alle, die an Christus glauben, umsonst gerecht gesprochen werden. Gott ist gerecht, und wenn etwas bezahlt ist, dann ist es bezahlt und wird nicht noch einmal gefordert, und Jesus Christus hat für alle Glaubenden die Strafe für alle Schulden bezahlt. So begnadigte Menschen bitten Gott aber, dass er sie jetzt bewahren möge, damit sie weder bei Nacht, noch am Tage etwas tun, was Gott verboten hat. Das tun sie nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit.
Ein Bündnis, auf das Verlass ist
1. Mose 9,13
Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er soll das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde.
Sicher saß dem Noah immer noch der Schreck in den Gliedern, war er doch eben gerade einer Riesenkatastrophe entkommen. Nun versicherte ihm Gott, er werde niemals wieder eine solche Flut über die Erde bringen. Als Bundeszeichen setzte er den Regenbogen ein. Daran können wir immer denken, wenn wir dies schöne Himmelsschauspiel erleben. Gott hat zu seinem Wort gestanden, jahrein, jahraus, bis zum heutigen Tag. Und er wird auch weiterhin dazu stehen, solange es die Erde gibt. Natürlich können Sie antworten, das sei doch bloß ein vorwissenschaftlicher Deutungsversuch. Als man noch nichts von Lichtbrechung wusste, hat man solche Naturerscheinungen den »Göttern« in die Schuhe geschoben. Doch lesen sie weiter: Das Wort für »Regenbogen« heißt einfach »Bogen« und bezeichnet in der Bibel sonst fast immer das in der Antike gefürchtete Schießgerät. Auch dieser Gedanke ist schön: Gott hat seinen Schießbogen aus der Hand gelegt und in die Wolken gesetzt. Noah hatte erlebt, was es bedeutet, wenn Gott Krieg führt, und er hatte seine eigene Ohnmacht erfahren. Nun sagte ihm Gott, er habe den Bogen beiseite gelegt. Das bedeutete zumindest einen Waffenstillstand. Wirklicher Frieden bestand noch nicht. Die Menschen hatten sich auch nach dieser Katastrophe nicht gebessert. Frieden kam erst, als der Sohn Gottes, Jesus Christus, durch sein Leiden und Sterben und Auferstehen die Grundlage für wahren Frieden gelegt hatte (siehe Bibellese). Aber jeder Tag, den wir einigermaßen gesund und friedlich verbringen, ist ein neuer Beweis für die Bündnistreue Gottes mit uns, die wir uns so wenig bündnisfähig zeigen.
Raus mit der Sprache!
Jakobus 5,16
Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel.
»Warum siehst du seit Tagen so trübselig aus?«, wurde ein Bauer von seinem Nachbarn gefragt.
»Dir kann ich es ja sagen. Ich habe so ein schlechtes Gewissen, weil ich eine Kette geklaut habe.« –
»Na«, meinte der freundliche Nachbar, »da gibt’s doch nur eins: bring die Kette gleich zurück, und alles ist wieder gut!« Nach einiger Zeit trafen sich die beiden wieder. »Du siehst ja immer noch so kläglich aus!«, rief der Nachbar erstaunt, als er in das trübe Gesicht blickte. »Hast du die Kette nicht zurückgebracht?« – »Doch, wohl, aber es will nichts helfen.« Dann schwieg er lange Zeit. Endlich raunte er dem Nachbarn ins Ohr: »Es hing noch eine Kuh daran!« Wir wollen gern so manche Sachen in Ordnung bringen, scheuen uns aber, die ganze Wahrheit zuzugeben, weil sie uns in ein zu schlechtes Licht rücken würde, oder weil wir die Sache selbst nicht herausgeben wollen. Dann wird es mit dem guten Gewissen nichts. Gott lässt sich nicht mit Halbwahrheiten abspeisen, und unser Gewissen spürt das sehr deutlich, wenn es noch richtig funktioniert. Wer nämlich Unrecht tun kann, ohne dass es ihn belastet, der ist nicht etwa »fein raus«, sondern steckt ganz schön tief drin. Oder ich sollte besser sagen, er ist ganz furchtbar arm dran. Denn was kann ihn nun noch aufhalten auf dem Weg, der immer weiter von Gott weg führt und bestimmt in der ewigen Gottesferne endet? Möge Gott uns davor bewahren! Da ist doch die Erfahrung des Königs David zu empfehlen, wie sie in unserer heutigen Bibellese zu entdecken ist. Und vor Gott zu unserer Schuld zu stehen, sollte nicht schwer fallen, wenn wir bedenken, dass er sowieso alles weit besser kennt als wir selbst.
Wer hat wen im Griff?
Römer 5,21
Damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.
In der Bucht von Neapel gibt es eine Quallenart, die gerne eine bestimmte Sorte Schnecken frisst. Aber weil die Schnecken eine so harte Schale haben, können die Quallen viele von ihnen nicht verdauen. Dann saugen sich diese Tiere von innen an den Quallen fest und fressen sie ihrerseits von innen her auf. Der Leckerbissen entpuppt sich als tödliche Falle. Die Quallen bezahlen ihren Appetit buchstäblich mit dem Leben. Und wie ist das mit uns, ach, so schlauen Menschen? Wir lassen uns doch nicht etwa von unseren Trieben verleiten, etwas Schädliches zu tun!? Leider gibt es aber Dinge, bei denen wir es genauso machen wie die Quallen. Da sind so viele Verlockungen auf unserem Lebensweg, und es scheint töricht, darauf verzichten zu sollen. Also nimmt man, was man kriegen kann: Alkohol und andere Drogen, genauso wie Sex und Gier nach Geld und Macht. Viele sind auch dem Fernsehen und den Computerspielen verfallen. Wir meinen zunächst, die Dinge zu beherrschen; aber bald beherrschen die Dinge uns und bringen uns schließlich um. Die Bibel nennt solche Abhängigkeiten Sünde. Wir werden zu Sklaven der Sünde. Aus diesem jammervollen Zustand kann sich kein Mensch selbst befreien. Gott aber bietet uns Befreiung und darüber hinaus ewiges Leben an. Aber dazu müssen wir Jesus Christus an die »inneren Schnecken« heranlassen. Das heißt: Wir müssen ihm bekennen, wie es um uns steht. Wenn Jesus Christus die Sache in die Hand nimmt, werden wir wirklich heil. Da gibt es Befreiung, da können wir ein gelingendes Leben unter Gottes Augen führen und anderen ein Segen sein. Und am Ende schenkt er uns das ewige Leben in seiner Herrlichkeit.
Trotz allem!
Matthäus 5,45
Damit ihr Söhne eures Vaters werdet, der in den Himmeln ist; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Tag für Tag werden Millionen von Euro, Dollar, Yen, Rubel usw. ausgegeben, nur um zu beweisen, dass der Zufall das All entstehen ließ. Wenn es aber doch Gott war, kann er solches Treiben der Menschen anders denn als Kriegserklärung auffassen? »Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!« ist der gemeinsame Tenor aller Anstrengungen der Menschen, die beweisen wollen, dass es außer ihnen selbst im ganzen Universum niemand gibt, der über sie zu bestimmen hat. Inzwischen ist es auch im »christlichen Abendland« so weit, dass Gott fast nirgends mehr zu finden ist. Medien, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Erziehung, Kunst, alles kommt ohne ihn aus; aber was ist, wenn Gott doch da ist und nur beinahe grenzenlose Geduld hat, wie unser Tagesvers anzudeuten scheint? Wie groß muss er sein, wenn er dies rebellische Treiben nun schon so lange ansieht! Er lässt nicht nur die Sonne Tag für Tag aufgehen, sondern gibt den Aufrührern auch noch täglich, was sie zum Leben brauchen. Und wenn es überall im menschlichen Zusammenleben knirscht und kracht, weil jeder sein eigener Gott sein möchte, dann ermahnt er uns auf diese Weise, doch zu ihm umzukehren, Predigen hilft ja offensichtlich nichts mehr. Wenn Ihnen nichts fehlt, Sie gut geschlafen und gefrühstückt haben, gesund sind und arbeiten können, dann danken Sie doch dem, der alles so geführt hat und es leicht, ganz leicht, anders werden lassen kann. Es hat zum Glück auch immer wieder Menschen gegeben, die durch Gottes Freundlichkeit zur Besinnung kamen. Warum sollte man ihn herausfordern?
Leitplanken
Jesaja 48,18
O dass du geachtet hättest auf meine Gebote! Dann wäre dein Frieden gewesen wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie Meereswogen. Haben Sie schon einmal von einem Autofahrer gehört, dass er sich über die Leitplanken an den Straßen beschwert hätte? Ich kenne keinen, der sich dadurch eingeengt fühlte und von der grenzenlosen Freiheit jenseits von ihnen schwärmte. Natürlich sieht das jeder schnell ein; denn hinter den Leitplanken kann der Absturz ins Bodenlose drohen. Oft hat man die Zehn Gebote mit Leitplanken verglichen, die uns vor zeitlichen und ewigen Unfallfolgen schützen sollen. Und weil sie von den meisten Menschen in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten als die Leitplanken eines gütigen Gottes verstanden wurden, war man auch eher bereit, sie zu beachten, selbst wenn man ihren Sinn nicht immer gleich verstand. Je blasser die Vorstellung von Gott bei uns wurde, umso weniger wollte man sich durch die Gebote »fremdbestimmen« lassen, wie man das heute nennt. Das einzige Gebot, was man tunlichst noch respektiert, ist ein selbst erdachtes: »Du sollst dich nicht erwischen lassen.« Hauptsache, die Polizei merkt nichts. Aber abgesehen davon, dass Gott alles sieht, gleichen solche Leute doch dem Trucker, dessen Fahrzeug 4m hoch war und der vor einer Überführung stand, die nur 3,80 m zuließ. Nach einem kurzen Blick in den Rückspiegel sagte er sich: »Kein Polizist weit und breit, also durch!« Da musste er schnell feststellen, dass die Beachtung dieses Gebots ihn vor großem Schaden bewahrt hätte. Und so geht es über kurz oder lang auch mit Gottes Geboten. Wie viele zahlen ein Leben lang dafür, dass sie einmal so gedacht haben wie unser LKW-Fahrer. Gott lädt uns immer wieder ein, seine Gebote zu beachten. Darin besteht letztlich unser Glück in Gegenwart und Zukunft.
Woran erkennt man einen Christen?
Apostelgeschichte 9,11
Der Herr aber sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Gasse, die »die Gerade« genannt wird, und frage im Haus des Judas nach jemand mit Namen Saulus, von Tarsus, denn siehe, er betet. Schön wär’s, wenn man auf diese Frage antworten könnte: Die lügen nie, sind immer freundlich, drängeln sich nicht in den Vordergrund, ehren ihre Eltern, zahlen ehrlich ihre Steuern, helfen, wo sie können usw. usw. Aber nicht einmal das ist alles. Vielleicht wundern Sie sich, wenn ich sage, dass all das zwar einen prächtigen Zeitgenossen, aber noch keinen Christen kennzeichnet. Das, was den ausmacht, ist eine gelebte Beziehung zu Gott. Dem Ananias gab der Herr vom Himmel her dies Erkennungszeichen für einen früheren Mörder und Christenquäler: »Siehe, er betet!« Da konnte Ananias von der Tatsache ausgehen, dass Saulus zum Paulus geworden war. Diese Wandlung muss jeder durchmachen, der im Sinn der Bibel ein Christ sein will. Denn solche Leute haben erkannt, dass sie vor Gott nicht bestehen können. Das einzugestehen und dann an die Versöhnung durch den Opfertod Jesu Christi zu glauben, macht den wahren Christen aus. Beinahe von selbst ergibt sich daraus eine Beziehung der Dankbarkeit, die nicht nur gefühlt, sondern auch ausgesprochen wird. Das nennt man beten. Genau übersetzt heißt dies Wort denn auch: »Zu (Gott ein) gutes (Verhältnis) haben.« Man traut ihm nur Gutes zu und spricht mit ihm über alles, über die Nöte, in denen man steckt, aber auch über die Freude, die man an Gott und seinen Gaben und an seinem Wort hat. Von all dem wusste man früher gar nichts. Da war Gott höchstens einmal der »Feuerwehrmann«, der einem aus der Patsche helfen sollte, weiter nichts. Hinterher war er dann schnell wieder vergessen. Wäre das nichts, den Allmächtigen zum Vater zu haben, mit dem man reden kann?
Total vergessen!
1. Korinther 1,30
Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung.
Anne van der Bijl, besser bekannt als »Brother Andrew«, war während des Kalten Krieges der »Schmuggler Gottes«. Er hat unzählige Bibeln hinter den Eisernen Vorhang gebracht, also in den Machtbereich der früheren Sowjetunion. Das geschah oft auf atemberaubend abenteuerliche Weise; aber Gott hatte ihm Mut und Bewahrung geschenkt. Heute ist seine Organisation weltweit tätig, um Christen zu helfen. Aber auch denen, die nichts von Gott wissen, möchte er helfen. So buchstabiert er das Wort »Islam« so: »I sincerely love all Muslims« (ich liebe alle Muslime von Herzen). Einmal unterhielt er sich im Nahen Osten mit einem Hisbolla-Anführer, also mit einem, der Israel von der Landkarte wischen möchte. Dieser Mann sagte ihm: »Ihr Christen habt ein Problem, ihr folgt nicht mehr Jesus Christus.« Der Muslim hatte zweifach Recht. Erstens hat die »Christenheit« Jesus Christus und seine Lehre weitgehend vergessen, und zweitens ist das der Grund für unsere Probleme. Dem Hisbollakrieger konnte das im Grunde nur Recht sein. Aber wir sollten uns seinen Gedanken doch zu Herzen nehmen und ihn in Verbindung mit unserem Tagesspruch bringen. Da sehen wir, was Gott uns in Christus geschenkt hat, wenn wir ihn als unseren Herrn und Retter wirklich ernstnehmen. Da finden wir Weisheit und Erlösung für alle irdischen Probleme, und darüber hinaus gibt Gott den Glaubenden auch noch die Gerechtigkeit und Heiligkeit, die Gott von uns verlangen muss, wenn wir einmal ewig bei ihm sein wollen. Was hätte Gott uns dann in Christus nicht geschenkt? Aber muss uns das erst einer sagen, der einen »heiligen Krieg« gegen Christen und Juden führt?
Es wird alles neu und alles wieder sehr gut!
2. Petrus 3,13
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Gott hat uns in der Bibel versprochen, dass sein Sohn Jesus Christus noch einmal wiederkommt, dann aber in großer Pracht und Herrlichkeit. Er wird sein Reich aufrichten und zeigen, was es heißt, dort zu leben, wo Gerechtigkeit herrscht. Und am Ende, nach dieser Zeit des Friedensreiches Christi, wird er alles neu machen, den Himmel und die Erde. Wie das sein wird, können wir uns höchstens ausmalen; aber bestimmt wird es alle unsere begrenzten Vorstellungen weit übertreffen. Da wird die Gerechtigkeit zu Hause sein, wie unser Bibelvers voraussagt, und die düstere Decke, die uns von Gott trennte, gibt es dann nicht mehr. Alles Leid wird für ewig zu Ende sein, und auch wir werden nichts Dummes, Böses, Ichsüchtiges mehr tun. Wie viele Leidtragende haben in der Finsternis dieser Welt aus dieser Hoffnung schon Kraft gewonnen und neuen Mut gefasst! Wie viel Ungerechtigkeit konnte so ertragen werden! Denn sie wussten: Gott hat alles gesehen, er »hat alle Tränen in seinen Krug gesammelt«, wie es in Psalm 56 heißt. Er hat versprochen, Gerechtigkeit zu schaffen. So besteht für alle Gläubigen die gewisse Hoffnung, dass alles gut wird. Aber das sagt Gottes Wort genauso eindeutig: All dies Gute gilt nur denen, die jetzt mit Gott ins Reine gekommen sind. Wer es auf eigene Rechnung versucht, wird dies wunderbare Ziel nie erreichen. Wäre es nicht zum Heulen, wenn man nur für ein paar in Selbstherrlichkeit hingebrachte Jährchen das Verdammungsurteil des ewigen Richters zu gewärtigen hätte und die große Ewigkeit bei Gott verspielte? – Heute bietet Gott noch Gnade an.
»Glück« gehabt!
Jesaja 38,17
Siehe, zum Heil wurde mir bitteres Leid: Du zogst liebevoll meine Seele aus der Vernichtung Grube; denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen.
Sonntagnachmittag. Die Familie machte einen Spaziergang; dabei spielten die Kinder Fangen. Die Älteste lief voraus und blickte sich immerzu nach ihren Verfolgern um. Dabei achtete sie nicht auf den unbeschrankten Bahnübergang. Als sie sich beim Laufen wieder einmal umwandte, stolperte sie über einen Knüppel und fiel heftig auf den Schotter des Weges. Im gleichen Augenblick donnerte ein Zug vorüber. Die Eltern stürzten entsetzt herbei; aber während sich das Mädchen schluchzend über die blutenden Wunden beklagte, blickten die Eltern nur dankbar auf den Knüppel, der ihrer Tochter das Leben gerettet hatte. Oft schickt Gott kleinere oder auch schwerwiegende Schwierigkeiten, die uns zum Nachdenken bringen sollen, oder er lässt uns etwas misslingen, was wir bisher immer spielend gemeistert hatten, oder ein großer Herzenswunsch bleibt unerfüllt. Er quält die Menschen aber nicht unnötig, sondern will sie davon abhalten, in ihr ewiges Verderben zu rennen. Leider verstehen das viele Leute nicht und hadern mit ihrem »Schicksal«, wie sie das nennen, was Gott ihnen geschickt hat. In unserem Tagesspruch zeigt der König Hiskia, dass er verstanden hatte, warum er von einer Krankheit heimgesucht wurde. Das war sicher kein Vergnügen gewesen; aber wenn sie ihn Gott näher gebracht hat, war sie tatsächlich »zum Heil« für ihn geworden. Am Ende kommt es bei uns allen auf das Endergebnis an, nicht auf die Zwischenstationen. Und Gott hat für uns alle ein Ende vorgesehen, das eines so großen, gnädigen Schöpfers würdig ist. Es wäre doch schade, wenn wir uns nicht zu ihm rufen ließen, weil unser Stolz uns daran hindert. Was gewännen wir damit?
Alles war einmal sehr gut
Psalm 19,2
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.
An schönen Frühlingstagen wird uns manchmal bewusst, wie schön die Welt ist und mit welcher Vielfalt an Gestalten, Farben und Düften sie unser Staunen erregt. Unser Tagesvers drückt aus, was gläubige Menschen seit eh und je gewusst haben. Und das führt immer wieder zu dem Gedanken: Wie großartig muss der Schöpfer einer so wunderbaren Schöpfung sein! In einem bekannten Kirchenlied wird der Himmel als der prächtig mit Sternen übersäte Thron Gottes beschrieben. Und im nächsten Vers heißt es von der Erde, sie sei sein reich geschmückter Fußschemel. Darauf lautet die letzte Strophe: »Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solch ein Schein, ach, was muss an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein!« Die Bibel sagt, Gott habe die Welt geschaffen, um Freude daran zu haben. Das liest man schon auf dem ersten Blatt, wo es heißt: »Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.« Die Tiere und Pflanzen mögen den Segen genossen haben; aber darüber nachdenken und dem Schöpfer dankbar sein, das konnten sie nicht. Darum erschuf sich Gott den Menschen, ein Wesen, das die große Güte und den Reichtum seiner Gaben dankbar anerkennen und Gott dafür loben konnte und es auch tat. Leider hat dieser glückliche Zustand nicht lange angehalten. Die Sünde kam dazwischen, und nun begann ein langer, schmerzhafter, dunkler Weg durch eine von Gott abgefallene Welt. Aber Gott wäre nicht Gott, wenn er kein Mittel gewusst hätte, alles doch noch zu einem guten, ja noch weit besseren Ende zu bringen, für alle, die ihm glauben werden.
Stoßgebete
Nehemia 2,4
Und der König sprach zu mir: Um was bittest du denn? Da betete ich zu dem Gott des Himmels;
Das war eine brenzlige Situation. Bei persischen Königen war ein trauriges Gesicht bei Todesstrafe verboten, weil diese Herrscher nicht an das Leid der Welt erinnert werden wollten. Nun waren ausgerechnet dem Mundschenk »die Gesichtszüge entgleist«, weil er an das Elend seines Volkes denken musste, von dem man ihm berichtet hatte. Aber ein Mundschenk mit bösem Gesicht? Der konnte ja Gift in den Kelch des Königs getan haben. Und der König hatte Nehemias Gesichtsausdruck bemerkt. Was hätten wir gemacht? Schnell krampfhaft gegrinst? Nehemia fasste sich trotz seiner Angst ein Herz und sagte dem König, worum es ging. Anstatt zornig die Wachen zu rufen, fragte ihn nun der König sogar, um was er bitten möchte. An dieser Stelle zeigt sich, woher Nehemia seinen Mut nahm. Er pflegte Umgang mit Gott. Gott fiel ihm nicht nur bei der Morgenandacht und beim Tischgebet ein. Er war sein ständiger Begleiter. So schickte er schnell ein stilles Stoßgebet zum Himmel hinauf, vielleicht mit diesem Inhalt: »Danke für die gute Laune des Königs, und gib, dass er meine Wünsche erfüllt!« Beides kann man in zwei Sekunden denken. Aber man muss eben darauf kommen. Und das geht nur, wenn man es geübt hat. Im Nehemiabuch kommen noch einige solcher Stoßgebete vor. Wäre es nicht gut, wenn man vor Entscheidungen erst Gott um Rat bitten würde? Oder wenn einer von uns einen Rat haben will? Wer dann gewöhnt ist, schnell zu bitten: »Gib mir, dass ich ihm wirklich helfe!«, der kann dann auch wirklich helfen; denn Gott konnte nicht nur dem Perserkönig, sondern er kann auch uns selbst die richtigen Gedanken eingeben.
Geld regiert die Welt!
Markus 8,36
Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?
Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich so zu sein. Hat man genügend Geld in der Tasche oder verfügt man über ein gut gefülltes Bankkonto, dann braucht man sich kaum Beschränkungen aufzuerlegen. Alles ist dann machbar und erreichbar. Schon Israels König Salomo, der klügste Mann seiner Zeit, meinte das, als er sagte: »Das Geld gewährt alles« (Prediger 10,19). Geld ist aber nicht nur deshalb so begehrt, weil man sich damit jeden materiellen Wunsch erfüllen kann, sondern weil man dadurch auch Macht über andere Menschen gewinnt. Habsucht und Machtgier sind die großen Antreiber in dieser Welt. Sie sind auch Schuld an dem namenlosen Elend der Mehrzahl der Menschen, an Kriegen und Betrügereien und dem dadurch verursachten Herzeleid. An allem merkt man, dass nicht die Menschen das Geld regieren, sondern das Geld regiert die Menschen. Es hat nämlich in uns einen mächtigen Verbündeten, und das ist unser gottloses Herz. Das will immer nur haben und herrschen, und unser Wille wird zum willfährigen Diener unserer Herzenswünsche. Aber all das gilt höchstens bis zu unserer Beerdigung. Und was dann? Gottes Wort sagt uns heute, dass es etwas Wichtigeres gibt, nach dem wir trachten sollen: das ewige Leben. Es wäre wunderbar, wenn alle Leser das so deutlich begreifen wollten, dass sie vor allem anderen danch trachten, dies Leben zu gewinnen, das über den irdischen Tod hinausreicht. Gott will es uns geben, wenn wir ihm bekennen, was uns bisher so viel wert war. Er schenkt uns dann eine ganz neue Sicht, für die es wirklich zu leben lohnt.
Wie immer?
Matthäus 24,38-39
Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: Sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten – bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging und sie es nicht erkannten –, bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.
Vierzehn Tage vor der Sintflut. Es war wie immer herrlich laues Wetter. Die große Wasserdampfwolke über der Stratosphäre sorgte für ein angenehmes Treibhausklima. Alles wäre prima gewesen, wenn da nicht Noahs riesiger Kasten gestanden hätte, der immer an die penetrante Predigt des Erbauers erinnerte, die ganze Welt solle eines Tages absaufen. Bloß nicht bange machen lassen! Einer kann ja unmöglich Recht behalten gegen alle anderen. Woher sollte auch so viel Wasser kommen? Eine Woche später wunderten sich die Leute, dass so viele Tiere von überall herkamen und in die Arche liefen. »Was es nicht alles gibt?«, sagten sie sich. »Man müsste einen Experten fragen.« Doch dann gingen sie wieder zur Tagesordnung über. In der Bibel heißt es nicht, Noah habe die Tiere alle zusammengetrieben, sondern Gott brachte sie herbei. Es war eine überschaubare Anzahl, aus deren Genpool seitdem all die vielen 1000 Arten und Rassen hervorgingen. Denken wir nur an die über 400 Hunderassen, die alle vom Wolf abstammen. Als die Tiere drin waren, gingen auch Noah und seine Familie hinein, und dann fiel mit lautem Krach die Tür zu, und alles war still. Doch dann brach das Unheil herein. Die Erde riss auf, und Vulkane schleuderten Unmengen an Staub in die Luft, an dem sich der Wasserdampf kondensierte und sich als Sturzregen auf die Erde ergoss. Der Meeresboden hob sich, und alles ging im Wasser unter. Der Apostel Petrus sagt, die Welt werde das nächste Mal in Feuer untergehen. – Wir können es natürlich wie die Leute damals machen; aber um welchen Preis!
»Vorsicht, frisch gestrichen!«
Jakobus 1,13-14
Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht; denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand. Jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird.
Dies Schild reizt einige Leute geradezu, auszuprobieren, ob es zurecht dort hängt. Die Folgen sind nicht sonderlich tragisch; die Angelegenheit weist aber auf ein altes Menschheitsproblem hin: Gebote reizen zum Übertreten. Adam hatte es zusammen mit seiner Eva so gut im Paradies, und doch gelang es dem Teufel, ihn zum Übertreten des einzigen, ihn beschränkenden Gebots zu verführen. Von da an trug er zwar keinen Farbklecks mit sich herum, aber stattdessen das Stigma des Sünders, der von Gott getrennt und dem Tod verfallen war. Er und mit ihm das nachfolgende Menschengeschlecht geriet samt der ganzen Schöpfung unter einen Fluch, den nur Gott selbst abwenden kann. Gehen wir als Christen mit offenen Augen durch die Welt, so merken wir, wie oft wir vor die Entscheidung gestellt werden, Gott zu gehorchen oder dem Eigenwillen und der Selbstsucht Raum zu geben. Gott hindert uns nicht, unserem Willen zu folgen, so wenig wie das Menschenbild uns hindert, in die nasse Farbe zu fassen. Gottes Gebote sind keine eisernen Schranken, sondern nur ein Appell an unser Herz. Wie hoch schätzt doch der Allmächtige unsere menschliche Entscheidungsfreiheit! Allerdings haben wir nur die Freiheit zum Gehorsam. Nehmen wir uns die Freiheit, ungehorsam zu sein, ist das immer mit Folgen verbunden, die außerhalb unserer Reparaturmöglichkeiten stehen – ob wir es glauben wollen oder nicht. Darum, wenn heute eine Entscheidung ansteht, bei der wir wissen, was wir tun sollten, bitten wir Gott, er möge uns helfen, seinen Willen zu tun!
Unser Leben gleicht einem Flug
Johannes 5,24
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.
Am 1. Juli 2002 stießen in 11.000 m Höhe über dem Bodensee bei Überlingen ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Tupolew und eine Frachtmaschine vom Typ Boeing 757 zusammen und stürzten ab. Es müssen schreckliche Sekunden gewesen sein, die der russische Pilot erlebte, bevor der Zusammenprall erfolgte. Der Fluglotse befahl den Sinkflug und das automatische Warnsystem den Steigflug. Der gefundene Flugschreiber zeigte, wie der Pilot verzweifelt einmal dem einen, dann dem anderen zu folgen versuchte. Damals gab es 71 Tote. Unser aller Leben gleicht einem Flug durch die uns zugemessene Zeit. Auch wir sind von Gefahren bedroht und möchten ihnen gern ausweichen, nur wissen wir nicht, welchem Rat wir folgen sollen. Die einen raten zum Sinkflug und sagen: Lass dich treiben, tu, was dir gerade gefällt und genieße das Leben! Die anderen raten zum Steigflug, zu Einsatz und Kampf, um »vorwärts« zu kommen. Für beides gibt es die unterschiedlichsten Begründungen und Wege. Ein Gang über den Friedhof zeigt uns aber, dass alles schließlich mit einem »Absturz« endet. Viele sagen sich daher, dass es einerlei ist, was man treibt. Aber das nimmt ganz gewiss ein böses Ende, wenn es nämlich stimmt, dass Gott uns zur Verantwortung zieht. Wir können das nicht intellektuell beweisen; aber wir haben das Zeugnis von Millionen Menschen, die Gott geglaubt haben und durch ihr Verhalten zeigten, dass sie ganz sicher sind, den Weg zum wahren Leben gefunden zu haben. Darum raten wir dringend dazu, mit Gott ins Reine zu kommen, damit auch Sie die Erfahrung machen, Sicherheit zu haben, dass am Ende nicht der Untergang, sondern ein ewiges Leben bei einem versöhnten Gott ihm Himmel steht.
Und wo war Gott?
Lukas 13,4-5
Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete: Meint ihr, dass sie mehr als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen, schuldig waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.
So fragten die Boulevardblätter nach der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004. Ja, wo war er da? Natürlich, wie immer, an den Schalthebeln des Universums und auf dem Thron unumschränkter Macht. Ihm war nichts entgangen, auch hatte ihm der Teufel kein Schnippchen geschlagen, denn das kann er nicht, weil er auch nur ein Geschöpf Gottes ist.
Gestern noch provozierten die gleichen Blätter den Höchsten mit Bildern und Texten, die klar zeigten, dass sie sich keinen Deut darum scherten, was ein solcher Gott davon hält. Und heute soll er so mächtig sein, dass er den Tsunami verhindern könnte. Seine gerechten Forderungen, etwa in den Zehn Geboten, spielten gestern überhaupt keine Rolle, und heute klagt man ihn wegen Tatenlosigkeit an.
Dies zeigt: Die Haltung der meisten Leute ist, dass Gott – wenn es ihn denn geben sollte – für ein angenehmes Leben zuständig ist, sonst hat er sich bitteschön im Hintergrund zu halten.
Lesen Sie den Tagesspruch, so ergibt sich ein völlig anderes Bild: Da ließ Gott 18 Menschen von einem Turm erschlagen. Das sollten sich die anderen Sünder zu Herzen nehmen und Gottes Vergebung suchen. Gott will nämlich nicht, dass alle umkommen, sondern dass sie umkehren zu ihm, damit sie gerettet werden. Katastrophen sind also ein dringender Appell an alle, Gottes Drohungen ernst zu nehmen. Er muss leider so deutlich werden, weil wir Menschen auf Freundlichkeiten nicht sachgerecht reagieren. – Wenn alles Elend dieser Welt nur ein mahnender Vorgeschmack der endgültigen Katastrophe sind, wie schrecklich muss diese dann sein!
Versenkung
Jeremia 17,9
Arglistig ist das Herz, mehr als alles, und verdorben ist es; wer mag es kennen?
Der Buddhismus, besonders in seiner tibetischen Spielart, dem Lamaismus, wirkt auf viele Leute heute sehr anziehend. Nachdenklichen Menschen ist krasser Materialismus genauso unerträglich wie ein Christentum, das keinerlei Weisung mehr bietet und bei dem alles gleich gültig, also gleichgültig, ist. Sie suchen nach »höheren Werten« als sie in der völligen Beliebigkeit ringsumher finden.
»Dürstendes Begehren ist allen Leides Kern«, sagte Buddha, um 560 v.Chr. in Nepal als Sohn eines Kleinfürsten geboren. Wäre es nicht schön, wie ein buddhistischer Mönch frei zu werden von irdischen Begierden nach Lust , die doch am Ende mehr Herzeleid als Freude bringt, und vom Besitzstreben, durch das einer des anderen Feind wird? Muss das nicht der Weg zu dauernder Zufriedenheit und zur Aussöhnung mit den Mitmenschen und der ganzen Schöpfung sein? Der Weg dahin, so sagte Buddha, ist die Versenkung in sich selbst, das völlige Ausschalten aller bösen Einflüsse bis hin zum Zustand endgültigen Erlöschens, in den man eingeht, das so genannte Nirwana.
Viele haben so versucht, zu einem höheren, besseren Leben zu gelangen, bis sie feststellten, dass das Böse in ihnen selbst steckt, genau wie es die Bibel in unserem Tagesspruch sagt. Wenn man das zuerst vor sich selbst und dann vor Gott eingesteht, vergibt er uns alle Schuld und hilft uns zu einem Leben, das ihm und unseren Nächsten wohlgefällt, wenn wir uns nicht in uns, sondern in ihm und in seine Vorstellungen vom Leben versenken, wie Gerhard Tersteegen sagt: »Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.«
Wo ist der Haken an der Sache?
Matthäus 11,28
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.
Eigentlich sollte man annehmen, bei Jesus Christus würden die Leute Schlange stehen, wo es doch so viele »Mühselige und Beladene« auf der Welt gibt.
Warum sind die Gottesdienste oft schlecht besucht? Warum verstauben die Bibeln in den Regalen? Warum laufen die Menschen für viel Geld zu Wahrsagern und Geistheilern? Warum kommen die Elenden nicht zu dem, der sie so freundlich einlädt, alles bei ihnen ganz kostenfrei in Ordnung zu bringen? Das muss doch eine Ursache haben.
C. S. Lewis erzählt, er hätte seiner Mutter nie sagen mögen, wenn er Zahnschmerzen hatte, weil sie ihm keine Schmerztabletten gab, sondern ihn zum Zahnarzt brachte. Und da war es oft schmerzhaft, und außerdem besah sich der Doktor das ganze Gebiss und fand noch andere »wunde Punkte«. Genau das ist es. Die meisten Menschen lassen sich – sagen wir es ruhig deutlich – vom Teufel bange machen, bei Jesus Christus bliebe es nicht bei einer Reparatur des akuten Schadens, nein, man müsse sich ganz aufgeben und hätte nichts mehr selber zu bestimmen. Wie immer sind Halbwahrheiten schlimmer als reine Lügen. Der Herr Jesus Christus will alles neu machen, aber nicht, um uns zu entmündigen, sondern damit wir endlich frei werden, das tun zu können, was Gott wohlgefällt und für uns selbst das Beste ist. Was wir aufgeben müssen, ist bei Licht betrachtet all das, was vor Gott keinen Bestand hat, was Sünde ist. Wir sollten eigentlich froh sein, zornige Gedanken loszuwerden, und wir sollten uns freuen, schlechte Angewohnheiten ablegen zu können und mitfühlend statt selbstsüchtig zu sein.
Etwas für Bankrotteure
Psalm 107,13
Da schrien sie zu dem HERRN in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Drangsalen rettete er sie.
Warum werden Leute im Gefängnis eher Christen als im Spielcasino von Monte Carlo? Na ja, im Gefängnis wird eher deutlich, wie nötig man einen Helfer, einen Retter braucht, als in der Glitzerwelt der Superreichen. Gestrauchelte Leute sehen eher ein, dass ihr Lebenshaus von Gott her betrachtet eine Bruchbude und vom Einsturz bedroht ist, obwohl das eigentlich für alle gilt. Auch der Gesündeste, der Reichste, der Mächtigste, der Berühmteste könnte wissen, wie brüchig, kurzlebig und risikoreich seine Existenz ist. Aber sie können solche Gedanken durch ihre Erfolge leichter verdrängen als gescheiterte Leute. Die hören schon eher auf die Botschaft, ein vermögender Investor interessiere sich dafür, ihr Lebenshaus zu übernehmen. Wenn sie klug sind, übergeben sie ihm die Sache. D.h., sie wenden sich an Gott und geben ihr Versagen zu. Wenn sie ihm freie Hand lassen, bessert er die Schäden aus und macht das Haus bewohnbar. Vertrauen sie ihm noch weiter, so sehen sie und die Familienangehörigen mit Staunen, wie nacheinander ganze Flügel, Säle und Türmchen angebaut werden. Es wird ein richtiges Schloss, weil der Herr des Himmels vorhat, dort selbst zu wohnen. Leider kommt es bei den meisten Christen nicht so weit, weil wir immer noch unsere eigenen Pläne verwirklichen wollen, und dann hört Gott auf, seine Pläne auszuführen. Aber es gab und gibt Leute, die unter der Leitung des Herrn Jesus Christus wirklich völlig verändert wurden, so dass sie Gott zur Freude und den Nächsten zum Segen sind. Wäre das nichts für Sie?
Überholt?
Psalm 119,176
Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn ich habe deine Gebote nicht vergessen!
In diesem Kalender steht Seite für Seite etwas über Gott, doch blicken Sie ins Fernsehen oder in die Zeitung oder hören Sie Nachrichten, so ist von Gott überhaupt nicht die Rede. Er scheint völlig überflüssig zu sein. Da kann schon der Gedanke aufkommen, die Kalenderschreiber hätten den Anschluss an die Wirklichkeit verpasst und wissen gar nicht, was gegenwärtig abläuft. Sie wirken wie ein vergessener Strandkorb im Dezembersturm, hoffnungslos deplatziert und beinahe Mitleid erweckend.
Sehen wir aber genauer hin, so erblicken wir rings um uns her tausendfach verzagte Hilflosigkeit, die man durch pausenlose Horrormeldungen noch verzagter macht. Als Gegenmittel bietet man immer flachere Unterhaltung an – weiter nichts. Und weil das auf die Dauer nicht tröstet, flüchten immer mehr junge Leute in die Betäubung durch Drogen usw.
Wir aber möchten einen Ausweg zeigen, indem wir auf den Gott hinweisen, der früheren Geschlechtern vielfach Trost und wirkliche Hilfe gewesen ist und es auch uns sein will, wenn wir mit unserem Versagen und mit unserem so unberechtigten Stolz zu ihm kommen und ihn bitten, uns zu vergeben, dass wir als seine Geschöpfe es gewagt haben, ohne ihn, unseren Schöpfer, auskommen und fertig werden zu wollen.
Er allein ist der Ausweg aus den immer bedrückender werdenden Lebensumständen und aus aller Hoffnungslosigkeit. Er selbst hat all dies entstehen lassen, weil er die Menschen lieb hat und sie überzeugen will, dass wir ohne ihn in der Sackgasse sitzen, damit wir umkehren.
SOS!
Lukas 18,13
Der Zöllner aber, von fern stehend, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Im Jahre 1906 einigte man sich auf ein für alle Schiffe gültiges Seenotzeichen. Weil die Engländer die Meere beherrschten, war es natürlich ein englisches Kürzel: SOS – Save Our Souls! – Rettet unsere Seelen! Es eignete sich auch gut für die damals vorherrschende Morsetelegraphie, weil es leicht zu lernen war: … _ _ _ …! Das konnte man auch blinken oder klopfen. Manchem hat es das Leben gerettet, wenn ein Taucher in gesunkenen Schiffen hörte: … _ _ _ …!
»Rettet unsere Seelen!« Müssten wir Menschen das nicht alle rufen angesichts der Tatsache, dass wir uns von Gott, der Quelle des Lebens, entfernt haben und uns auf Kollisionskurs mit seiner Gerechtigkeit befinden? Was soll das geben, wenn wir mit ihm zusammenprallen? Aber nicht nur jeder Einzelne, sondern die ganze Welt gleicht einem untergehenden Schiff. Da helfen alle Mut machenden Parolen nichts und auch kein »positives Denken«. Wer die Zeichen der Zeit nicht wahrnimmt, kneift die Augen fest zu. Aber das war noch nie eine hilfreiche Methode. »Vogel- Strauß-Politik« nennt man so etwas wohl, und man kennzeichnet damit nicht nur Dummheit, sondern auch Verantwortungslosigkeit. Besser ist es, wir sehen den Tatsachen ins Auge und senden SOS, damit der Einzige, der helfen kann, uns hört. Die biblische Version von SOS lautet: »Gott sei mir Sünder gnädig!« Wer das ernsthaft ruft, wird erhört und gerettet, mag auch sonst alles untergehen.
Das klingt so hoffnungslos, ist es aber nur für die, die meinen, kein SOS, keine Rettung, nötig zu haben.
Kalter Krieg
Matthäus 7,3
Was aber siehst du den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
Die meisten wissen noch, was dieses Wort ursprünglich bedeutete. Damals wussten Amerika und die Sowjetunion noch nicht, wer der Stärkere war, und rüsteten auf und belauerten sich und suchten eine Möglichkeit, den Gegner zu überwältigen. Zum Glück kam es nicht so weit, sonst wäre aus dem kalten ein heißer, ein atombombenheißer Krieg geworden. Was sich damals zwischen den Großmächten abspielte, sehen wir in kleinerem Ausmaß überall auf der Welt zwischen Völkern, Geschäftsleuten und sogar in den Familien. Überall kann es zu Konkurrenzdenken kommen, aus dem sich immer wieder heiße, blutige Kämpfe entwickeln.
Weil dies Verhalten so weit verbreitet ist, haben wir keine Chance, dafür einige wenige Bösewichter verantwortlich zu machen. Wir müssen mit Rilke sagen: »Und sieh dir andre an: es ist in allen.« Schon auf den ersten Seiten der Bibel sagt Gott von uns Menschen, dass unsere Herzen böse sind, und zwar von Jugend an und auch noch von früh bis spät. Das ist ein niederschmetterndes Urteil und passt so gar nicht in die menschliche Ansicht, in jedem stecke doch noch ein guter Kern. Zu der Meinung kommt man nur, weil auch noch unser Tagesvers die Wahrheit sagt. Man sieht einfach den Balken im eigenen Auge nicht, hat aber einen scharfen Blick für die Schwächen der anderen. Unter solchen Umständen ist es noch ein Segen, wenn die Kriege kalt bleiben und nicht heiß werden.
Und in diese Welt ist nun Jesus Christus gekommen und hat Frieden gemacht, indem er erlitt, was wir verdient hätten, damit Gott uns Gnädig sein kann, ohne »alle Fünfe grade sein zu lassen«. Das kann er nämlich nicht, weil er heilig und wahrhaftig ist.
Schon wieder!
Psalm 90,12
So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen!
Ein Chinese hatte für den Kaiser eine neuartige Uhr erfunden. In eine große Kerze hatte er in Abständen Goldstücke eingeschmolzen. Brannte sie bis zu einem Goldstück hinunter, so fiel es mit lautem Klang auf einen großen Gong, der unter der Kerze aufgestellt war. Der Kaiser belohnte den findigen Mann. Doch als erst ein Goldstück herabfiel, und dann noch eins, und schon wieder eins, wurde er zornig, dass ihn jemand an seine Vergänglichkeit erinnert hatte. Das Licht wurde gelöscht, und dem Unverschämten der Kopf abgeschlagen! So!
Wir schlagen niemandem den Kopf ab, weil er uns an unser Ende erinnert, aber hören wollen die meisten Menschen genauso wenig davon wie der Chinesenkaiser. Jeder weiß natürlich, dass er einmal sterben muss, doch man verdrängt den Gedanken daran, so gut es geht. Das war früher etwas anders. Bauern zimmerten sich an Wintertagen ihre eigenen Särge und stellten sie auf den Boden; Segelschiffkapitäne meißelten sich ihren eigenen Grabstein, und überhaupt erlebten die Leute in den Großfamilien den Tod häufiger als jetzt, da das Bestattungsinstitut die Sache so diskret wie möglich erledigt.
Eigentlich dient die gesamte Unterhaltungsindustrie dazu, uns vor unangenehmen Grübeleien zu schützen, und sie verdient gut daran. Doch ändert das etwas an den Fakten? Wäre es nicht besser, sich auf sein »letztes Stündlein« einzurichten? Ich meine, wir müssen die Stille aushalten und uns fragen, ob wir mit Gott im Reinen sind, ob wir wissen, dass unsere Schuld vergeben ist und wir einen Platz im Himmel haben. Allein der Herr Jesus Christus kann uns das alles geben.
Stumpf gemacht
Hebräer 4,12
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens.
In mittelalterlichen Kirchenportalen finden sich manchmal schmale Schlitze in der Mauer, in denen die Besucher ihre Waffen stumpf machen mussten. Man fürchtete selbst in der Kirche, dass dieser oder jener mit einer scharf geschliffenen Waffe auf dumme Gedanken kommen könnte.
Leider hat man sich heutzutage auch gegen das scharfe Schwert aus unserem Tagesspruch Methoden ausgedacht, wie man es stumpf und unwirksam machen kann. Das geht natürlich in Wirklichkeit nicht, aber es reicht ja, wenn die Leute glauben: »Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird«. Auch kann man sich darauf beschränken, nur tröstliche Texte zu lesen, ohne die Bedingungen zu nennen. Andere wieder rauben der Bibel die Durchschlagskraft, indem sie verkünden, vieles darin sei überholt oder einfach falsch und im Stil orientalischer Fabeln geschrieben, richtig könnten wir die Bibel nur verstehen, wenn sie »entmythologisiert« sei usw.
So ist es kein Wunder, dass die Bibel zwar viel verkauft, aber wenig gelesen wird. Wer sich aber der Botschaft der Bibel stellt, wird erfahren, dass sie auch heute noch Menschenherzen und -leben verändern kann. Vor allem aber begegnen wir in ihr dem Herrn Jesus Christus, ohne den wir alle ewig verloren wären. Eigentlich müsste das reichen, nichts höher zu schätzen als dies Wort des lebendigen Gottes.
Wer klug ist, versucht nicht, Gottes Wort stumpf zu machen, sondern setzt sich ihm ehrlich aus. Das mag manchmal wehtun, aber am Ende kommt etwas dabei heraus, an dem wir selbst und Gott und Menschen Freude haben.
Wichtig für Gott!
Hiob 7,17
Bin ich ein Meer oder ein Seeungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst?
Der Mensch ist ein Staubkorn auf einem winzigen Planeten, der um eine kleine Sonne kreist, die mit ihm um die Milchstraße rast, einen von Milliarden Spiralnebeln des Universums. Was sollte dem Schöpfer des Ganzen an solch einem »Nichts« gelegen sein? So denken viele, besonders wenn sie in ein Unglück geraten sind. Sie fühlen sich völlig allein und verlassen.
Hiob ging es auch schlecht, sehr schlecht sogar, aber er dachte anders über die Angelegenheit. Er wunderte sich nur, dass sich ein so großer Gott dauernd mit dem kleinen Hiob beschäftigte. Für ihn war es ein Rätsel, warum Gott ihn unablässig leiden ließ. Sollte er ihn doch endlich in Ruhe lassen! Dann sind da heutzutage noch die vielen, die überhaupt nicht mit dem Dasein Gottes rechnen.
Alle drei Ansichten sind falsch. So wahr, wie die Schöpfung existiert, gibt es auch einen Schöpfer; und wir Menschen sind Gott weder zu unbedeutend, als dass er sich mit uns abgeben möchte, noch hat er daran Wohlgefallen, uns wie ein Tyrann zu quälen. Ihm ist im Gegenteil viel an uns gelegen. Das hat er gezeigt, als er seinen Sohn wegen unserer Schuld hat sterben lassen. Nun will er uns durch alles, was geschieht, einfach auf den Boden der Tatsachen stellen. Wir sind nicht die Herren unseres Geschicks, sondern in allem völlig auf ihn angewiesen. Das gilt für unser irdisches Leben und auch für unser ewiges Schicksal. Am Ende hat Hiob das verstanden. Dazu musste er allerdings noch kleiner werden, als er sich in unserem Tagesvers schon fühlte. Dann erst konnte Gott ihm zeigen, wie viel er ihm wert war. Wir sollten uns auch ganz und gar Gott übergeben, weil er nur unser Bestes im Sinn hat.
Zum Staunen!
Psalm 139,14
Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.
Scheußlich, diese Fliegen! Im Mistberg geboren und voller Bakterien und Pilzsporen setzen sie sich überall hin. Da, schon wieder auf der Torte! Jetzt kann man noch nicht einmal die Klatsche nehmen! Aber wenn wir gerade nicht böse auf sie sind, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Was für Wundermaschinchen sind sie doch! Sie sehen die Hand schnell auf sich zukommen. In Millisekunden laufen zahlreiche komplizierte chemische und viele elektrische Prozesse ab, die das winzige Gehirnchen anregen, schnell die Flugmotoren ebenfalls in wenigen Millisekunden von Null auf »volle Kraft« zu bringen. Gleichzeitig bekommen die sechs Beinchen Befehl, den Körper nach rückwärts in die Höhe zu katapultieren, damit die Flügel freie Bahn haben. Dabei ist wieder sehr viel Chemie und Elektrik im Spiel. Und all das geschieht, während der ungeschickte Mensch so schnell er kann auf die – meist leere – Tischplatte haut. Wahrhaftig, das ist Nanotechnik vom Feinsten; denn außer uns entwischen kann die Fliege natürlich noch viel mehr: Sie kann phantastisch gut Bewegungen erkennen und Entfernungen berechnen. Sie riecht von weitem, wo etwas Essbares ist, und beim Landen schmeckt sie mit ihren Füßen, was es heute Schönes gibt. Weiter kann sie ihresgleichen finden, Eier an die richtige Stelle legen usw. Wer sagt, das habe alles der Zufall gemacht, nennt entweder Gott so, oder er hat aufgegeben, nachzudenken. Denn mit »Zufall« kann man alles, und darum gar nichts erklären. Wir sehen nun den Tagesspruch an und freuen uns, dass ein so großer Gott um seines Sohnes willen unser Freund sein will. Welch andere Perspektive gewinnt dadurch unser Leben!
Barmherzigkeit
Psalm 145,8
Gnädig und barmherzig ist der HERR, langsam zum Zorn und groß an Güte.
Sie kennen doch sicher die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Darin stellt Jesus Christus sich selbst dar und beschreibt, was er auf dieser Erde für Menschen getan hat, die nicht nach ihm gefragt hatten, die ihn verachteten und denen er doch alles gegeben hat, was sie brauchten, um leben zu können. Barmherzig ist einer, den das Elend anderer Menschen bewegt und der ihnen hilft, egal, ob der Betreffende es wert ist und ob er die Hilfe hinterher bezahlen kann!
Im Gleichnis war es ein Jude, der von Banditen ausgeraubt und halb totgeschlagen war. Den erblickte ein Samariter, der vorrüberritt. Er sah das Elend und eilte sofort zur Hilfe. Selbstverständlich war ihm klar, dass der Jude ihn unter normalen Umständen keines Blickes gewürdigt und sich die Hände gewaschen hätte, wäre er mit dem Samariter in Berührung gekommen. Doch das hielt ihn nicht ab, alles Notwendige zu tun. Nicht einmal die Nähe der Räuberbande hinderte ihn an seinem Werk der Barmherzigkeit. Er verband ihn und brachte ihn in eine Herberge, die für solche Fälle eingerichtet war.
Das beschämt mich sehr. Wie leicht lasse ich mich davon abhalten zu helfen. Da sind keine drohenden Räuber oder aufwendige Kosten nötig, mich abzuhalten. Bequemlichkeit und die Ausrede, in Zeitdruck zu sein, genügen schon, an der anderen Seite vorüber zu gehen. Dann muss ich mir aber eingestehen, dass ich nicht barmherzig bin. Und doch fordert Jesus Christus uns auf: »Seid nun barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist.« Auch hat er gesagt: »Lernt von mir!« Weil Gott so gnädig und barmherzig gegen uns gewesen ist, als er uns alle Schuld vergab, sollen wir auch so handeln. Heute ist ein guter Tag dafür.
Gott ist heilig
1. Samuel 2,2
Keiner ist heilig wie der HERR, denn keiner ist außer dir; und kein Fels ist wie unser Gott.
Der Prophet Jesaja war schon früh ein Kämpfer für Gerechtigkeit und Gesetzestreue. Er sah deutlich, was bei seinen Mitmenschen nicht in Ordnung war und drohte mehrere Male: »Wehe!« Dann aber sah er im Tempel den »Herrn der Heerscharen«, also Gott selbst, auf seinem Thron sitzen. Die Engel um ihn her riefen unablässig: »Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen!« Da erkannte der Prophet, wie rein und völlig abgesondert von jeglicher Art des Bösen Gott ist. In diesem Licht sah er sich nun selbst und rief aus: »Wehe!«
Im Licht der Heiligkeit Gottes erkennen wir uns erst richtig. Vorher haben wir uns mit anderen Menschen verglichen und schnitten vielleicht ganz gut dabei ab; aber angesichts der Heiligkeit Gottes wird auch der Frömmste zu einem Bettler, und das beste Verhalten gleicht nur einem »schmutzigen Kleid«, verglichen mit der Reinheit, mit der Heiligkeit Gottes. Und doch brauchen wir, um einmal bei Gott sein zu dürfen, ein »Kleid«, das so rein ist wie Gott selbst. Alles andere hat im Himmel keinen Platz.
Die gute Botschaft des Neuen Testaments ist nun, dass Gott selbst dafür sorgte, dass sündige Menschen heilig werden können. Dazu kam Gottes Sohn auf diese Erde und führte als wirklicher Mensch ein wahrhaft heiliges Leben. Das erregte alle Scheinheiligen dermaßen, dass sie ihn umbrachten. Eigentlich schien nun alles verloren zu sein; aber Gott hatte es so gewollt, dass der Gerechte für die Ungerechten, der Heilige für die Heiligen die gerechte Strafe trug. Allen, die das glauben können, wird die Gerechtigkeit des Sohnes Gottes zugerechnet, und sie sind vor Gott so heilig wie er selbst. Wenn das keine gute Nachricht ist!
Gott weiß alles
Matthäus 6,7-8
Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, um ihres vielen Redens willen erhört zu werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiß, was ihr nötig habt, ehe ihr ihn bittet.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten erfahren, dass Ihr Sohn beim Fußballspielen das Kellerfenster des Nachbarn zerbrochen hat und Sie hätten bereits Kenntnis davon. Jetzt kommt er zu Ihnen nach Hause. Was erwarten oder erhoffen Sie von ihm? Würden Sie sich freuen, wenn er Ihnen etwas von plötzlichen Windstößen oder unberechenbaren ballistischen Kurven oder arglistigen Spielkameraden erzählte? Sicher nicht. Sie hätten gern ein ehrliches Geständnis. Das würde den Weg zur »Begnadigung« eröffnen, alles andere nicht.
So sollen auch Christen nicht versuchen zu »plappern«, sondern aufrichtig bekennen, was sie falsch gemacht haben. Dann wird Gott ihnen ihre Schuld vergeben. Die Regelung des Schadens mit dem Nachbarn ist dann eine zweitrangige Angelegenheit, wenngleich sie natürlich auch geschehen muss. Es ist schön, einen so zuverlässigen Vater zu haben, der zwar Sünde Sünde nennt, sie aber für immer »vergisst«, sobald man ehrlich zu ihr steht.
Auch mit allen anderen Anliegen können Gläubige täglich zu ihrem himmlischen Vater kommen. Wie unser Tagesspruch sagt, weiß er längst, was wir nötig haben und wird es uns geben. Und wenn er uns etwas nicht gibt, so nicht aus Geiz oder Unvermögen – denn er hat uns lieb und ihm steht alles zur Verfügung –, sondern weil er sieht, dass wir es nicht nötig haben. Manchmal können wir das nicht gleich einsehen. Aber das geht Kindern oft so. Sie begreifen nicht, warum sie dies oder jenes nicht haben dürfen. Eltern aber – wenn sie klug sind – geben ihnen alles, was für die Kinder gut ist, und Schädliches halten sie von ihnen fern.
Es wird der Tag kommen, an dem wir erkennen werden, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten gedient haben.
Verblendete Augen
2. Korinther 4,3-4
Wenn aber auch unser Evangelium verdeckt ist, so ist es in denen verdeckt, die verloren gehen, in denen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, der das Bild Gottes ist.
Immer tiefer dringen die Forscher in die Geheimnisse der Naturgesetze ein. Sie kennen die Quarks und auch die Quasare, also die Bausteine der Protonen und die strahlungsintensiven Sonnen entferntester Galaxien und bauen Maschinen im Mikrometerbereich und andere, die die haushohen Schrauben der Supertanker antreiben. Dabei können sie sich immer auf die Naturgesetze verlassen, wenn sie diese richtig geplant in ihren Dienst stellen. Der ärgste Feind der Ingenieure und Chemiker ist der Zufall. Der muss unbedingt ausgeschaltet werden, sonst misslingt alles. Umso erstaunlicher erscheint es, dass die weitaus größte Zahl dieser Leute die Entstehung der Welt eben diesem Zufall und den sich daraus ergebenden Notwendigkeiten zuschreiben. Unseren Schulbüchern –selbst denen für den Religionsunterricht – reichen Urknall und Zufall als Gründe für alles Vorhandene. Manche lassen Gott noch irgendwie als Zünder des Urknalls zu. Verstehen können wir diese Unlogik nur mit dem obigen Bibelwort. Dann aber erkennen wir, dass es sich bei die¬ser Angelegenheit nicht um Mangel an Intelligenz oder Auffassungsgabe handelt, betrifft es doch gerade die klügsten Leute, sondern dass hier eine geistliche Dimension im Spiel ist. Der Teufel wird »der Gott dieser Welt« genannt. Er hält alle unter seinem Bann, die nicht zu dem »Gott des Himmels« gehören und zwingt ihnen Unverständnis auf, damit sie in seiner Gewalt bleiben. Wir wissen, dass am Ende Jesus Christus den Sieg behalten wird, und wir danken ihm, dass Er uns erlaubt hat, die entscheidende Wahrheit über alles jetzt schon erkennen zu können.
Eine Quizfrage
Psalm 14,1
Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott! Sie haben Böses getan, sie haben abscheuliche Taten verübt; da ist keiner, der Gutes tut.
Was ist das? Es ist größer als ein Elefant, hat lange Zottelhaare und riesige, gebogene Stoßzähne und frisst mindestens ein halbes Jahr nur Eis und Schnee. Man würde auf ein Mammut tippen, wenn die letzte Aussage nicht wäre; denn jeder weiß: Ein so großes Tier braucht täglich zentnerweise vegetarische Nahrung. Doch die gab es im eiszeitlichen Winter nicht. Auch fehlte dem armen Vieh die für arktische Warmblüter unerlässliche dichte Unterwolle unter den langen Grannenhaaren. Es ist, als sollte ein Elefant – wenn auch behaart – in der Tundra Sibiriens überleben. Man könnte über diese Geschichte lachen, wenn sie nicht wie viele andere Ungereimtheiten zu einem Denksystem gehörte, das bitterernst gemeint ist, und für das auch heute noch täglich viele Millionen rings um den Globus ausgegeben werden. Man möchte beweisen, dass die Schöpfung ohne einen Schöpfer entstehen konnte. Und das deshalb, weil der Mensch seit Evas Tagen selbst Gott sein will. Lieber schreibt man der Natur göttliche Eigenschaften zu, indem man sie »schaffen«, »höher entwickeln«, »Tricks anwenden«, »Nischen entdecken und ausfüllen« lässt, usw. Und was ganz und gar unerklärlich bleibt, wird eisern totgeschwiegen, und wagt einer, davon zu reden, so wird er boykottiert und aus der Gilde der »ernstzunehmenden Wissenschaftler« ausgestoßen. Wir sehen daran, welch verbissenen Kampf unsere alte Natur gegen das Licht der Erkenntnis Gottes führt und welche Gnade es bedeutet, in dies Licht treten zu dürfen.
Gib Gott ’ne Chance
Jesaja 57,15
Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.
Diesen Satz liest man heute des Öfteren, genauso wie andere »evangelistische« Aufforderungen: »Nimm Jesus an!«, »Nimm Jesus in dein Leben auf!«, »Erlaube ihm, dir zu helfen!« und Ähnliches. Gegen solche Reden habe ich etwas, aber nicht, weil ich ein zu negatives Menschenbild mit mir herumtrage, sondern weil die Bibel ganz anders von Gott und unserem Verhältnis zu Ihm, dem Schöpfer, redet. Gott wohnt »in der Höhe«, in einem »unzugänglichen Licht«. Er ist der absolute Herr, der schon vor aller Welten Anfang in sich selbst volles Genüge hatte und uns nicht braucht, sondern alles viel besser selbst tun könnte. Allein »wegen Seiner vielen Liebe« lässt Er sich zu uns herab; aber nur, wenn wir Ihm gegenüber die richtige Haltung einnehmen. Und diese Haltung zeigt sich bei sündigen Menschen, die Gottes Ehre tausendmal mit Füßen getreten haben, nur in einem »zerschlagenen und gebeugten Geist«. Wer dem heiligen Gott dreist ins Angesicht schauen will, oder meint, Gott einen Gefallen zu tun, wenn er Gott erlaubt, ihm aus der Patsche helfen zu dürfen, wird Gott nie finden. Nein, wir müssen uns schon auf die Bedingungen des ungleich Stärkeren einlassen, und die lauten: demütig sein und die Schuld eingestehen. Dann will Er sich zu uns herabneigen und uns die unbeschreibliche Gnade erweisen, uns um Seines Sohnes willen als Seine lieben Kinder anzunehmen. Also nicht: »Gib Gott ’ne Chance!«, sondern: Bitten Sie Gott, dass Er Ihnen noch eine Chance gibt, dem ewigen Verderben zu entrinnen!«
Wenn plötzlich alles vorbei ist
Lukas 12,40
Auch ihr, seid bereit! Denn in einer Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen.
Im Jahre 79 n. Chr. wurde Pompeji zerstört. Pompeji, die Sommerresidenz reicher Römer, war eine Stadt des Luxus und der Annehmlichkeiten – und dann ging sie im Jahre 79 plötzlich im Lava-, Gesteins- und Aschenregen des Vesuvs unter. Niemand war darauf vorbereitet, obwohl schon sechzehn Jahre zuvor ein Erdbeben die Stadt schwer heimgesucht hatte. Wir leben in ungleich größerem Luxus, und unsere Annehmlichkeiten übertreffen bei weitem alles, was selbst Kaiser und Königen vergangener Jahrhunderte zur Verfügung stand, denken Sie nur an elektrische Geräte, an Autos, Telefon, Arzneimittel und ärztliche Hilfen. Kann damit nicht auch plötzlich Schluss sein? Werden uns nicht auch die Vorboten eines solchen Untergangs in vielfältiger Weise durch die Medien vor Augen geführt, wenn wir selbst auch glücklicherweise schon seit über einem halben Jahrhundert im Frieden und Wohlstand leben? Weil wir als Christen um die Vergänglichkeit der Welt und um das Wiederkommen des Herrn Jesus wissen, sollten wir so leben, dass wir uns bei Seiner Ankunft nicht schämen müssen. Ich kannte einen alten Christen, der immer, auch wenn es ganz spät geworden war, das benutzte Geschirr abwusch und alles in Ordnung brachte. Er sagte dazu: Wenn heute Nacht der Herr Jesus kommt – was sollen dann die Weltmenschen von uns Christen sagen, wenn alles unordentlich aussieht! Überlegen Sie einmal: Haben Sie vielleicht jetzt im Augenblick etwas zurückzugeben, um Entschuldigung zu bitten oder etwas Nötiges zu regeln? Niemand weiß, ob er morgen noch dazu kommt.
Überall herrscht Freud
Markus 2,17
Und als Jesus es hörte, spricht er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.
Im September 1939, starb in London ein Mann, von dem man sagt, er habe zusammen mit Darwin und Marx eine kopernikanische Wende des Bildes vom Menschen herbeigeführt: Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse. Das allein hätte ihm diesen Ruhm nicht eingebracht; vielmehr war es sein aggressiver Atheismus, der im Verein mit den beiden anderen Gott aus dem Zentrum gerückt und den Menschen an Gottes Stelle gesetzt hat. Gott war in seinen Augen nur die »Projektion« der Wünsche und Vorstellungen der menschlichen Seele; diese steht über dem Ich und bedrängt, ängstigt oder treibt die betreffende Person an, die nach Freud selbst nur von animalischen Begierden gesteuert wird. Seelisches Fehlverhalten resultiert danach aus der Unterdrückung solcher Begierden durch die herrschenden Gesellschaftsnormen. Der eine machte den Menschen zum Tier, der andere zum willenlosen Sklaven der herrschenden »Arbeiterklasse« und der dritte zu einem, der nur von seinen Trieben gejagt wird. Und das alles tauschte die Mehrheit der Menschen gegen die hohe Wertschätzung ein, die Gott jedem Einzelnen zuerkennt, z.B. indem er ihn verantwortlich handeln lässt. Als der Mensch versagte, kam Gott selbst in der Person Jesu Christi und zeigte seine Menschenliebe am Kreuz von Golgatha, wo er unsere Sünde auf sich nahm und für uns starb, damit wir frei und ewig glücklich werden können.
Immer der Sonne entgegen?
Jesaja 31,6
Kehrt um, Kinder Israel, zu dem, von dem ihr so weit abgewichen seid!
Als Adam das Paradies verlassen musste, zog er ostwärts. Sein Sohn Kain rannte in die gleiche Richtung, nachdem er seinen Bruder erschlagen hatte. Beide wollten nach ihrem Versagen einem neuen Anfang, einem »neuen Morgen«, dem Beginn eines besseren Zeitalters entgegengehen. Seither versuchen alle Menschen für eine bessere Zukunft zu arbeiten, oder zumindest von ihr zu träumen. Ohne Gott im Blick zu haben – dem hat man ja den Rücken zugekehrt –mag das auch sinnvoll erscheinen, weil die augenblickliche Lage der meisten Menschen überaus verbesserungsbedürftig ist. Man hofft auf »Fortschritt« und weiß nicht, dass dieser Weg nur ein stetiges Fortschreiten von der Quelle wahren Lebens in immer tiefere Finsternis ist. Heute wissen wir, dass kein Jahrhundert barbarischer war als das 20. Jahrhundert; aber immer noch stürmen die Leute vorwärts in die Gottesferne! Um ein anderes Bild zu gebrauchen: Die Menschen drängen sich in einen immer enger werdenden Tunnel, weil sie am Ende ein Licht sehen, und wissen nicht, dass es die Flammen des Infernos sind. Gott aber hat die Welt so geliebt, dass Er sogar seinen Sohn für ihre Erlösung am Kreuz hat sterben lassen. Jeder, der umkehrt, der umdenkt, kann wie der verlorene Sohn in Lukas 15 in Gottes offene Arme laufen. Darum stand auch in Gottes Heiligtum im Alten Testament, in der Stiftshütte wie auch im Tempel, das Tor nach Osten hin für die Heimkehrenden sperrangelweit offen. Und jeder, der eintrat, sah auf dem Brandopferaltar das für die Sünden des Volkes dargebrachte Opferlamm, aufgrund dessen Gott dem reumütigen Sünder vergeben konnte.
Unaufhaltsam – beinahe unaufhaltsam
Lukas 7,14
Und er trat hinzu und rührte die Bahre an; die Träger aber blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf!
Da gehen sie hin, die Leute, die den Jungen zum Grab schleppen. Der aber fühlt nichts, sieht nichts, hört nichts, und seiner Mutter bleibt nichts, als weinend hinterherzulaufen. Das gibt es aber nicht nur bei Beerdigungen wie damals in der Stadt Nain, als Jesus diesem Trauerzug begegnete und den toten Jungen wieder zum Leben erweckte. Wie viele Eltern können bloß noch weinend hinter den Totengräbern ihrer Kinder herziehen? Sie sehen, was ihr Kind nicht sieht, nicht sehen kann, weil es geistlich tot ist, wie die Bibel es nennt. Diese Totengräber können Einzelpersonen sein, aber auch Gruppen, denen sich die Jugendlichen angeschlossen haben, oder Ideologien, denen die jungen Leute ins Garn gegangen sind. Da hilft kein Weinen, kein Betteln, kein Schimpfen, kein Drohen. Unaufhaltsam geht es dem Verderben der Seele entgegen. Nur einer kann noch helfen. Er kann den makabren Zug zum Stehen bringen und den Fortgeschleppten auferwecken, damit er zuerst einmal einen Schrecken bekommt, wenn er wahrnimmt, dass seine vermeintlichen Freunde mit Grabschaufeln bewaffnet sind und er selbst im Sarg liegt. Aber dann heißt ihn der Herr Jesus aufstehen, sich von diesem tödlichen Gefährt herabzubegeben und selbständige Schritte zu tun. Und wie bei jeder echten Bekehrung kommt auch das Verhältnis zu den gläubigen Eltern in Ordnung; denn der Herr gibt den jungen Mann seiner Mutter zurück. Ob Sie nun »Mutter« oder »Jüngling« sind, beiden kann nur der Herr Jesus helfen; aber er will es auch.
Licht bringt es an den Tag
Daniel 2,22
Er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht.
Könnten andere Menschen unsere Gedanken auf der Stirn lesen, gäbe es sicher breite Stirnbänder in jeder Preislage und Ausführung zu kaufen. Aber nun heißt es hier, dass Gott alle Geheimnisse kennt, dass er jede Finsternis durchdringt.
Meine Eltern hatten mir von frühster Kindheit an Geschichten aus der Bibel erzählt und auch von der wunderbaren Herrlichkeit des Himmels. Wenn auch niemand die passenden Worte für die Großartigkeit dessen findet, was die an Christus Glaubenden dort zu erwarten haben, so hatte vor allem meine Mutter mir doch soviel Schönes davon gesagt, dass ich schon als kleiner Junge eine intensive Vorstellung von dem dort herrschenden Licht und Glanz in mir trug. Eines Nachts nun hatte ich Gelegenheit, einen klaren Sternenhimmel zu sehen, und für mich war augenblicklich klar, dass all die Sterne Löcher im »Himmelsfußboden« waren, durch die das Licht von Gottes Thronsaal zu uns herabschien.
Naturwissenschaftlich betrachtet war das natürlich Unsinn; aber wie gut wäre es doch für uns Erwachsene, wenn wir uns stets bewusst wären, dass der Himmel voller Licht ist, und dass dies Licht auch alle Finsternis um und in uns durchleuchtet. Gott ist Licht, sagt die Bibel, und Gott ist überall. Wäre uns das deutlicher bewusst, würden wir ihn bitten, unser Leben immer in seinem Licht zu führen und nichts im Dunkeln zu verbergen, was letztlich unmöglich ist. Denn Gott hat einen Tag bestimmt, an dem »alles Verborgene des Herzens ans Licht gebracht« wird. Diesen Tag brauchen wir allerdings nicht zu fürchten, wenn wir Gott schon vorher unsere Sünden bekannt und seine Vergebung in Anspruch genommen haben.
Alles ist relativ (Herr Meyer 1)
Jeremia 50,34
Ihr Erlöser ist stark, HERR der Heerscharen ist sein Name; er wird ihre Rechtssache gewiss führen, damit er dem Land Ruhe verschafft und die Bewohner von Babel erzittern macht.
Herr Meyer hat seinen Kleinwagen in den Graben gefahren, in einen richtig tiefen Graben. Zum Glück ist kein Wasser darin. Gleich macht er sich daran, das Auto wieder auf die Straße zu bringen; aber das will ihm nicht gelingen. Schließlich findet er eine große, stabile Stange. In der Schule hat er etwas über Hebelkraft gelernt. Das muss es bringen! Tatsächlich bewegt sich was, doch als er genau hinsieht, erkennt er, dass sich nur das Blech am Kotflügel kräftig verbogen hat. Er könnte heulen.
Plötzlich taucht oben am Grabenrand ein Junge auf, der ihm rät, zum nächsten Telefon zu gehen, um den Abschleppdienst anzurufen. Das ist die Idee! Beim nächsten kann er telefonieren. Er ist kaum zurückgelangt zu seinem Unglücksauto, da hält auch schon der große Kranwagen bei ihm an. Vorsichtig werden die Haltegurte befestigt, damit kein weiterer Schaden entsteht. Der Fahrer betätigt einige Knöpfe und Hebel, und das Auto kommt aus dem Graben. Alles ist so leicht wie ein Kinderspiel.
Ob ein Problem ein Problem ist, hängt davon ab, wie schwach oder wie stark die Beteiligten sind. Was für Herrn Meyer ein unlösbares Problem darstellte, war für den großen Kran so gut wie nichts. Unsere Sorgen, Nöte und Befürchtungen drohen uns manchmal über dem Kopf zusammenzuschlagen. Wir haben keine Mittel, um ihrer Herr zu werden; aber für Gott ist all das kein Problem. Er lässt es zu, damit wir die richtige Einschätzung für unsere Kräfte bekommen. Und damit wir endlich »telefonieren« gehen. Er hat gesagt: »Rufe mich an am Tage der Not, ich will dich erretten« (Psalm 50,15).
Pleite (Herr Meyer 2)
Epheser 2,5
(Gott) hat auch uns, als wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet.
Herr Meyer ist pleite. Seine schöne Firma, für die er so hart gearbeitet hat, ist bankrott. Er hat darum viele schlaflose Nächte. Die unbezahlten Rechnungen, die leeren Kassen, die Mahnungen der Gläubiger – alles raubt ihm den Schlaf.
Immer wieder hat er versucht, sich selbst aus dem Schlamassel herauszubringen; aber alles war vergebens. Ja, ja, er hat einen reichen Freund; aber zu dem mochte er nicht gehen, weil er dann sein Versagen hätte eingestehen müssen; aber nun hilft alles nichts, er muss klein beigeben. So geht er hin und klagt ihm seine Not.
»Na, endlich kommst du. Denkst du, ich wüsste nicht, wie es bei dir aussieht? Es ist noch weit schlimmer, als du selbst bis heute weißt. Aber weil du ehrlich bist, dein Versagen eingestehst und nicht anderen die Schuld zuweist, will ich dir ein Angebot machen: Ich übernehme deine Firma mit allen Schulden und saniere sie, wie ich es für angemessen halte.«
Herr Meyer ist glücklich. Was war er doch für ein Dummkopf!
Dass sein Freund reich ist, wusste er; aber dass er auch so gut ist, hat er sich nicht träumen lassen. Schon am nächsten Tag ist alles geregelt. Alle Schulden werden beglichen, der Betrieb wird in Ordnung gebracht. Der Freund versteht sich drauf. Und Herr Meyer ist frei!
So ist es auch mit uns, wenn der Herr Jesus Christus unser »bankrottes« Leben übernimmt. Alle unsere Schulden hat er längst bezahlt, als er für uns am Kreuz starb. Wir müssen nur zu ihm kommen.
Frei! (Herr Meyer 3)
Kolosser 3,3
(Gott) hat auch uns, als wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr errettet.
Eines Tages läuft Herr Meyer doch wieder ganz bedrückt umher. Sein Freund trifft ihn und fragt:
»Was ist denn mit dir los, neulich warst du noch so vergnügt und froh, dass du keine Schulden mehr hast, und nun dies Gesicht?«
»Ach,« antwortet er, »heute ist eine Mahnung gekommen über eine uralte Rechnung, an die ich gar nicht mehr gedacht habe. Darum habe ich sie dir auch nicht mit all den anderen übergeben, damals, als du mir alle Schulden abgenommen hast.«
»So, und jetzt sorgst du dich?«, meint sein Freund. »Weißt du nicht, dass ich dir versprochen habe, für alle deine Schulden aufzukommen? Warum übergibst du die Rechnung samt Mahnung nicht mir?«
Herr Meyer ist erneut froh. Schnell holt er das belastende Schreiben und übergibt es seinem Freund. Der sagt daraufhin: »Du hast ganz vergessen, dass ich jetzt der Firmeninhaber bin. Du hast mit allem, was mit der alten Firma zusammenhängt, nichts mehr zu tun. Wenn du noch weiter sorgenvoll herumläufst, mischst du dich in meine Angelegenheiten. Begreif das doch!«
Auch Christen werden von alten Sünden immer wieder eingeholt. Was macht man dann? Man bringt sie zu dem, der alle anderen Sünden auch für ewig ausgelöscht hat und lässt sich nicht mehr von dem alten Lügner und Verkläger ins Bockshorn jagen.
Er hat keine Ansprüche mehr an solche, die die Firma ihres Lebens Christus übergeben haben.
Wohnung oben! (Herr Meyer 4)
Hebräer 11,16
Jetzt aber trachten sie nach einem besseren, das ist himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
Herr Meyer macht eine Hafenrundfahrt. Dabei beobachtet er einen Taucher, der in das schmutzige, ölige Wasser steigt. Er fragt jemanden: »Was sucht der Mann da unten in dem Dreck?«
»Natürlich keine Fische«, bekommt er zur Antwort. »Er arbeitet da unten. Aber er ist von der oberen Welt nicht abgeschnitten. Er hängt an starken Seilen und seine Atemluft bekommt er durch Schläuche, die zu dem Schiff über ihm führen. Außerdem steht er in direktem Sprechkontakt mit seiner Einsatzleitung und hat Lampen und Werkzeuge für seinen Auftrag.«
Herr Meyer überlegt: »So ist das mit mir auch. Gott hat mir hier unten auf der Erde eine Arbeit zugewiesen, die ich tun muss, ob die Umstände ansprechend sind oder unangenehm; aber ich habe als Christ Verbindung nach . Ich hänge an festen Seilen: den Verheißungen Gottes; und ich habe Atemluft: die Verbindung mit dem lebendigen Gott; und Licht: sein Wort; und Werkzeuge: die Mittel, um meine Arbeit zu tun; und ich kann jederzeit mit ihm reden im Gebet.«
Noch lange denkt er an das Gehörte und fragt sich, ob er wohl ein guter »Taucher« für seinen himmlischen Arbeitgeber war, und was er besser machen sollte. Dabei fällt ihm das verwaschene Schild eines alten Schuhmachers ein: »Werkstatt unten, Wohnung oben.« Der arbeitete nämlich in einer Kellerwerkstatt und wohnte unter dem Dach. Wenn alle Christen so dächten, würden sie ihrem Herrn viel eifriger zu Gebote stehen; denn Gott hat uns eine herrliche Wohnung bei sich bereitet.
Unaufhaltsam
Hiob 16,22
Denn die zählbaren Jahre gehen vorüber, und ich werde einen Weg gehen, auf dem ich nicht wiederkehren werde.
Alles ist im Fluss, ob man’s wahrhaben will oder nicht. Und alle Flüsse fließen bergab. Seit dem Sündenfall herrschen Tod, Untergang und Verderben über allem Geschaffenen. Alles, was wir sind und was uns umgibt, steht sozusagen auf einer ständig weiter abwärts fahrenden Rolltreppe. Man braucht gar nichts zu tun, unentwegt geht es bergab. Die Leute blicken gewöhnlich in Fahrtrichtung, in die immer dichter werdende Finsternis; denn mit jedem vergangenen Tag kommt das Unausweichliche näher.
Solche Gedanken sucht man auf vielerlei Art zu verdrängen. Davon lebt eine ganze Multimedia-Industrie.
Wenn Gott einen Menschen »bekehrt«, so bedeutet das, Gott dreht ihn um, damit der Mensch nach oben, ins Licht blickt. Selbstverständlich stößt er dann bei seinen Mitfahrern auf der Rolltreppe auf Unverständnis, besonders, wenn er anfängt, von seinem neuen Ziel zu erzählen. Und ganz ärgerlich werden sie, wenn er beginnt, gegen den allgemeinen Trend nach oben zu laufen. Da tritt er ungewollt dem einen auf die Füße und den anderen bringt er aus dem Gleichgewicht; kein Wunder, wenn sie sich gegen ihn zusammenrotten!
Der Apostel Paulus bezeichnet sich als Läufer in »Himmelsrichtung« (vgl. Philipper 3,13-14), und er beschreibt auch, wie die Umwelt darauf reagiert hat, nämlich mit Hass und Schlägen. Die Kirchengeschichte ist deshalb eine Leidensgeschichte. Wer selbst noch nichts davon gemerkt hat, sollte sich fragen, warum niemand etwas von einer Kehrtwendung bei ihm bemerkt hat, oder ob sie überhaupt stattfand!
Hölle oder Himmel?
Johannes 3,13
Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist.
»Ich brauche nicht zu beten und werde es auch nie tun!«, sagte ein amerikanischer Farmer im vorigen Jahrhundert. »Top!«, antwortete ihm darauf der Evangelist, der in dem Dorf predigte. »Hier sind 10 Dollar, die bekommen Sie, wenn Sie versprechen, nie wieder zu beten.«
»So leicht habe ich noch nie 10 Dollar verdient«, meinte der Bauer auf dem Heimweg. Doch abends, im Bett, kamen ihm Bedenken: »Wenn’s nun aber brennt, oder meine Kühe sterben oder meine Frau oder die Kinder werden krank? Oder wenn ich alt bin und Angst kriege, dass ich in die Hölle komme?« Er konnte nicht wieder einschlafen.
Nach mehreren Tagen kam der Evangelist in das Dorf zurück und der Bauer stürzte mit dem Geldschein in der Hand auf ihn los: »Hier nehmen Sie das, nehmen Sie das, ich muss beten, damit ich nicht in die Hölle komme!« Beide beteten und wieder war einer für den Himmel gewonnen.
Im ersten Augenblick mag einer denken: »Der war aber gottlos!« Aber heute, wo selbst von vielen Kanzeln die ewige Verdammnis als mittelalterliches Drohmärchen dargestellt wird, ist die Gottlosigkeit noch viel größer. Die meisten hätten sich heute für das Geld Bier und Zigaretten gekauft, und damit wäre die Sache für sie erledigt gewesen. Gottes Sohn, Jesus Christus, aber hat mehr vor der Hölle gewarnt als alle seine Apostel im Neuen Testament zusammen genommen. Und er muss es wissen. »Augen zu und weitermachen!« ist keine brauchbare Methode, um durchs Leben zu kommen, und noch viel weniger, wenn es darum geht, wo man die Ewigkeit zubringt.
Niemals enttäuscht!
Psalm 65,3
Hörer des Gebets! Zu dir wird kommen alles Fleisch.
Georg Müller (1805-1898) hat sein Glaubenswerk mit dem Vorsatz begonnen, seinen Zeitgenossen zu zeigen, dass der Gott der Bibel noch heute wirkt und Gebet erhört. Daraus sind im Laufe der Zeit große Waisenhäuser entstanden, in denen zu seinen Lebzeiten 20.000 Kinder aufwuchsen und die heute noch bestehen. Auch unterstützte er in erheblichem Umfang Bibelgesellschaften und Missionswerke.
All das geschah, indem er die Anliegen intensiv und vertrauensvoll vor Gott brachte, während er niemals einen Menschen um Geld gebeten hat. Als es einmal finanziell sehr kritisch aussah, gab er nicht einmal den Jahresbericht heraus, weil dessen Bilanzen als Hilferuf verstanden werden konnten. Erst als die Geldquellen wieder flossen, wurde der Bericht nachgereicht.
Einmal hatte er buchstäblich nichts für die Kinder zu essen. Trotzdem ließ er sie sich an die Tische setzen, während er Gott um Hilfe anflehte. Da kam der Bäcker. Er habe nicht schlafen können und deshalb sei er um zwei Uhr aufgestanden, um für die Waisenkinder Brot zu backen. Gleich danach hielt der Milchmann vor der Tür. Weil ihm eine Achse gebrochen war, wollte er den Kindern die Milch schenken, um sein Gefährt zu erleichtern. Wir erfahren Gottes Durchhilfe vielleicht nicht so spektakulär. Aber wir haben den gleichen Gott, der uns viel bequemer durch die Welt kommen lässt als einen Georg Müller. Leider nehmen wir alles Gute wie selbstverständlich hin, anstatt ihm für seine Wohltaten zu danken. Und auch bei Schwierigkeiten will er uns helfen, wenn wir unser Vertrauen auf ihn setzen.
Alles geht den Bach runter!
Römer 3,16-17
Verwüstung und Elend ist auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt.
Am 14. Juli 1900 begannen in Paris die zweiten Olympischen Spiele der Neuzeit. Damals wurden Wettkämpfe ausgetragen, über die wir uns heute wundern mögen, wie das Schießen auf lebendige Tauben und den Hoch- und Weitsprung aus dem Stand, die beide Ray Ewry mit 1,65m bzw. 3,21m gewann. Die Sportler aber kämpften als reine Amateure. Es ging nur um die Ehre, mitgemacht oder gar einen Sieg errungen zu haben, um das Ideal der die Kontinente verbindenden fünf Ringe.
Was ist daraus geworden? Ungeheure Summen sind heute im Spiel, und man versucht, auf alle Weise, auch auf Kosten der Gesundheit der Athleten, ans große Geld zu kommen.
Vieles, was die Menschen angefangen haben, war von hohen Idealen getragen; aber nach einiger Zeit fiel und fällt alles solchen Leuten in die Hände, die ein Geschäft daraus zu machen verstehen oder die als Gewaltmenschen eine Idee an sich reißen, um sie zu einem Unterdrückungsmittel zu missbrauchen.
Dass es immer diesen Weg gehen muss, braucht uns nicht zu wundern, wenn wir der Bibel Glauben schenken. Sie sagt, dass die Menschen von Natur aus böse sind und weder Gott, noch ihren Nächsten lieben, sondern nur sich selbst. Alles verdirbt unter unseren Händen, die Natur, die Gemeinschaft unter den Völkern, die Familie – alles. Weil wir uns selbst nicht aus diesem Elend retten können, hat Gott uns seine Liebe gezeigt, indem er durch seinen Sohn uns unversöhnlichen Geschöpfen Versöhnung anbot.
Hätte man das bloß vorher gewusst!
Sprüche 3,7
Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.
Endlich war das Jahrhundertwerk, der Assuan-Staudamm, fertig!1970 wurde die letzte von zwölf Kraftwerksturbinen in Anwesenheit des Sowjetbotschafters Serge Winogrado angeschaltet. Von jetzt an würde es mit der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung Ägyptens vorangehen ...
Seit vielen Jahren schon weiß man, dass die Schäden den Nutzen des Staudammes bei weitem übertreffen. Zwar werden jetzt bisher unerreichte Gebiete bewässert; aber das uralte Kulturland versalzt allmählich, weil die jährliche Flutwelle ausbleibt, die auch die Überträger der Wurmkrankheit Bilharziose immer wieder ins Meer spülte. Jetzt leiden 80% der Bevölkerung an dieser Krankheit. Die Kleinbauern können die Kosten für Elektropumpen und Kunstdünger nicht aufbringen, und die meisten leben seither arbeitslos in Kairo. Früher düngte der Nilschlamm die Felder in ausreichendem Maße. Heute lagert er sich vor dem Staudamm ab (50 Mill. m³ jährlich). Der Stausee erreicht bei weitem nicht die errechnete Höhe, weil das Wasser in dem porösen Untergrund versickert. Im Nildelta fängt man nur noch 500 t Fische, früher waren es 20.000 t usw. Manches, auch im Leben der Einzelnen, war gut gemeint; aber man hat die Folgen nicht übersehen können. Der Tagesvers fordert dazu auf, in allen Belangen des Lebens Gottes weisen Rat mit einzubeziehen. Niemand sollte so vermessen sein, ohne ihn etwas zu beginnen. Mit ihm aber darf man getrost etwas wagen, weil er alles überblickt und denen, die ihm vertrauen, mit seiner Allmacht zur Seite steht.
Klein, kleiner, am kleinsten
Psalm 139,16
Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war.
Suchen Sie einmal einen i-Punkt auf dieser Seite. Drei von seiner Sorte passen auf einen Millimeter.
27 Kügelchen von dieser Größe hätten in einem Kubikmillimeter Platz. Aber in eine dieser Kugeln passen etwa 40.000 menschliche Genome hinein. Ein Genom ist die Summe aller Erbinformationen, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben. Darin ist unsere ganze körperliche und psychische Ausstattung aufgeschrieben. Ausgedruckt wären das 5.000 Lexikon-Bände.
Heute weiß man, wie in den Zellen nach der Erbvorschrift Eiweiße gebildet werden. Wie aber in der Erbschrift der Bau und der Sitz des Auges notiert wurden, oder gar, wie dort Musikalität oder Aggressivität aufgeschrieben sind, wird uns sicher immer ein Rätsel bleiben. Und doch steht alles darin.
Das Wort »Urform« im obigen Bibelwort bedeutet eigentlich »Ungeformtes« oder »Knäuel.« Hier ist also von dieser Erbschrift die Rede. Und Gott hat sie geschrieben und liest darin sogar, wie wir durch unsere körperlichen und seelischen Fähigkeiten oder Defizite das Leben gestalten werden. Welchen Zweck sollte es dann haben, vor einem solchen allwissenden Schöpfergott etwas verbergen zu wollen, noch dazu, wo er uns versichert hat, dass er uns liebt!
Darum ist es das Beste, sich der Barmherzigkeit dieses Gottes anzuvertrauen und rückhaltlos alles beim Namen zu nennen. Er hat versprochen, um seines Sohnes willen uns alles zu vergeben und nie wieder darauf zurückzukommen.
Evolution ist Religion
1. Mose 1,1
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Seit Jahrzehnten wird einer Schülergeneration nach der anderen beigebracht, man wisse, wie die Welt und das Leben entstanden seien, es gehe nur noch um Klärung der Details. Mit großem Hurra wird dann jedes Forschungsergebnis gefeiert, das sich als Mosaiksteinchen in diesem gewaltigen Puzzlespiel verwenden lässt. Passt es dann doch nicht, lässt man es einfach unter den Tisch fallen, und wenn es den bisher gedachten Rahmen sprengt, zögert man nicht, diesen anders zu gestalten. Dieser Rahmen ist die Theorie, alles sei ohne Plan und Absicht entstanden.
Den meisten Menschen bleibt verborgen, dass die Einzelergebnisse der Forschung und der Rahmen, in den sie gestellt werden, Dinge völlig unterschiedlicher Natur sind. Ihnen wird suggeriert, der Rahmen sei ebenfalls Naturwissenschaft. Und gegen Beweise aus der Naturwissenschaft kann man nichts machen, man will ja weder als Dummkopf noch als ideologisch verbogen gelten.
Der Grund, weshalb man sich selbst und andere täuscht, liegt darin: man hätte nur allzu gern, dass es so sei. Seit dem Betrug der Schlange im Paradies wollen die Menschen sein wie Gott. Der Gedanke ist ihnen unerträglich, sie seien einem Höheren verantwortlich und nicht die Herren ihres Schicksals. Christen wissen, dass es der Teufel ist, der die Augen der Erkenntnis verblendet, damit ihm seine Beute nicht entrinnt, sondern bis zuletzt im Aufstand gegen den Schöpfer verharrt und so ewig verloren geht. Der Rahmen also ist nicht Naturwissenschaft, sondern Religion, Religion ohne Gott, den Schöpfer; aber mit dem sich selbst vergottenden Menschen als Mittelpunkt.
Die neuen Götter
2. Petrus 3,5
Denn nach ihrem Willen ist ihnen dies verborgen, dass von alters her Himmel waren und eine Erde, entstehend aus Wasser und im Wasser durch das Wort Gottes.
Urknall und Zufall, dies dubiose Götterpaar ist an allem schuld. Hinter der ganzen Vielfalt des Lebendigen, hinter der grandiosen Ordnung des Weltalls, hinter allem minutiösen Timing steht nach Meinung der Atheisten niemand als diese beiden, höchstens noch unterstützt durch die sich aus den Zufällen ergebenden Notwendigkeiten.
Die Naturgesetze lehren uns, dass Wasser immer nach unten fließt, dass Warmes kälter und Hohes niedriger wird, und dass es darin keine Umkehr gibt. Um so bewundernswerter ist der Zufall, der gerade das schafft! Er macht aus Primitivem Komplexes und aus Einfachem das Spezielle. Dabei hatte er zu einer bestimmten Zeit nur den Wasserstoff, das einfachste Element, zur Verfügung. Welch ein Wunder, dass nicht nur die belebte und unbelebte Natur aus ihm hervorgegangen sind, sondern – man staune – auch die Neunte Symphonie und die Liebe! Das hat natürlich gedauert. So ließ man großzügig dem Zufall 15 Milliarden Jahre Zeit dazu. Ein Russe schlug sogar vor, die Zeit auf 72 Milliarden Jahre zu erhöhen. Naturwissenschaftlich sind diese Zeiträume keineswegs bewiesen, im Gegenteil weisen alle echten Messungen auf weit kürzere Spannen hin.
Wir wollen uns nicht irremachen lassen. Nicht nur weisen alle Wahrscheinlichkeitsberechnungen auf die Unmöglichkeit der Zufallsentstehung der Welt hin, auch die Evolutionsforscher selbst unternehmen alles, um bei ihren Laborarbeiten den Zufall auszuschalten. Sie beweisen mit ihrer akribischen Denkarbeit nur, dass allem Seienden Planung, Denken und Information vorausgehen. Welch besseren Beweis für die Existenz Gottes könnten sie uns liefern?!
Gute und schlechte Tage
Römer 8,18
Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Wenn es Ihnen gerade schlecht geht, ärgern Sie sich vielleicht über diese Seite, überschlagen Sie sie einfach! Wenn Sie aber ganz gut drauf sind, dann tippen Sie doch mal: Stellen Sie sich einen Globus von 1,27m Durchmesser vor. Wie hoch müsste nach Ihrer Meinung der Mount Everest darauf maßstabsgerecht gebaut werden? 0,8mm, 8mm, 2cm? Natürlich, Sie haben recht, es sind 0,8mm. Man könnte also den Mount Everest samt dem ganzen Himalaja kaum mit den Fingern fühlen. Vom Mond aus betrachtet unterscheidet er sich nicht von einem Maulwurfshügel.
Nach unserem Bibeltext werden alle unsere Sorgen und Probleme unter dem Blickwinkel der Ewigkeit ganz klein. Verglichen mit der Tatsache, dass Christen das ewige Reich ererben, ist alles nur geringfügig und vor allem von kurzer Dauer, selbst wenn es Jahrzehnte lang anhält. Sitzt man aber gerade in einer finanziellen oder seelischen oder körperlichen Notlage, will einem diese Sicht nur sehr mühsam oder gar nicht gelingen. Es wäre auch unklug, einen Tieftraurigen gleich damit »aufmuntern« zu wollen. Trotzdem ist es so, und wir sollten uns an guten Tagen nicht einfach treiben lassen, sondern die Zeit, wenn Körper und Seele frei von schweren Belastungen sind, nutzen, um unser Gottvertrauen zu vertiefen und fester zu machen. So bekommen wir »geübte Sinne,« die auch dann alles richtig einschätzen, wenn die Turbulenzen einsetzen. In guten Tagen lernt man dankbar zu werden und zu erkennen, dass Gott nur Gedanken des Friedens mit denen hat, die zu ihm gehören. Er will uns erziehen und näher zu sich bringen.
Health and Wealth (Gesundheit und Wohlstand)
Römer 10,12
Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche, denn derselbe Herr von allen ist reich für alle, die ihn anrufen.
Besonders in Amerika gibt es eine Reihe von Evangelisten, die verkündigen, weil Gott so reich sei, müssten auch seine Kinder wohlhabend sein, und weil Gott der Heiland ist, müsse bei Gläubigen ebenfalls alles heil und gesund sein, wenn sie nur den richtigen Glauben hätten.
Durch intensives Betteln und psychotechnisch ausgefeilte Methoden haben es manche dieser Prediger auch zu Millionären gebracht, was ihre Thesen vordergründig zu beweisen scheint. Aber ist es richtig, dass richtige Gläubige weder arm noch krank sein können? Schon im Neuen Testament lesen wir von kranken und notleidenden Christen. Und viele sind schon in die schrecklichsten Seelennöte geraten, denen man den rechten Glauben absprach, weil sie nicht geheilt wurden.
Bei all diesen Behauptungen wird eins völlig vergessen: Krankheit und Armut sind nicht ohne Gottes Zulassung entstanden. Er hat also jeweils eine Absicht damit. Hat er diese erreicht, kann er wohl Gesundheit und genügendes Auskommen geben. Wenn man aber meint, Krankheit und Armut wegglauben zu können, maßt man sich an, Gottes Pläne unterlaufen zu können.
Gottes Absichten mit den Schwierigkeiten liegen in erster Linie darin, dass er uns zeigen will, wie recht er hat, wenn er von dieser Welt sagt, sie sei dem Bösen verfallen. Wir sollen unsere Hoffnung auf ihn setzen. Er hat verheißen, in allem Kummer ganz nahe bei uns zu sein, uns Kraft zum Tragen zu geben und uns durch alles hindurch in sein ewiges Reich zu führen, wo es nie mehr Mangel oder Krankheit geben wird.
Handwerk
2. Mose 20,9
Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun.
Handarbeit ist nicht sehr gefragt. Viele Lehrstellen bleiben im Produktionsbereich unbesetzt, während sich bei den Bürostellen Hunderte um zwei oder drei Plätze reißen. Sicher ist auch daran das Fernsehen schuld, das den Eindruck erweckt, die elegante Welt der feingekleideten Leute sei das Normale, auf das jeder Anspruch hat. Und wenn man auch als Angestellte(r) nicht alle Welt verdient, so bleiben doch Frisur und Anzug bei der Arbeit schick, und man muss nicht im öligen Blaumann rumlaufen.
Dabei leben wir alle davon, dass die Arbeit im Produktionsbereich getan wird, einerlei, ob es sich dabei um die Küche, ein Krankenhaus, einen Bauernhof oder eine Autofabrik handelt.
Im alten Judentum musste jeder Rabbi ein Handwerk beherrschen. Paulus war dadurch in der Lage, sich und seine Begleiter über Wasser zu halten, wenn man ihm für seine Predigten nichts geben wollte. Unser Herr Jesus Christus hat bis zu seinem 30. Lebensjahr als Zimmermann gearbeitet, und schon Adam hatte den Auftrag, den Garten Eden zu bebauen.
Niemand sollte daher so dumm sein, auf einen Handarbeiter herabzusehen, weil dieser letzten Endes die Grundlagen unserer Existenz schafft und erhält. Gott hat jedem eine Aufgabe in dieser Welt zugeteilt. Es kommt darauf an, diese in dem Bewusstsein zu erfüllen, nicht nur im Dienst eines Chefs, sondern im Auftrag Gottes zu stehen.
Heiligabend
Lukas 2,7
Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum für sie war.
Da hat Gott nun seinen Sohn gesandt, weil er das Elend der Menschen nicht mehr ansehen mochte; aber anstatt den Retter freudig und ehrfürchtig zu erwarten und alles zu seinem Empfang bereit zu stellen, lesen wir, dass für ihn kein Platz bei uns war. Maria musste ihren Erstgeborenen in eine Krippe legen.
Fromme Legende hat einen Stall, Heu, Ochs und Esel dazu erfunden, weil wir Menschen uns soviel Hartherzigkeit und Dummheit gar nicht eingestehen mögen. Aber in der Bibel steht: »Es war kein Raum in der Herberge«, auch keine Notunterkunft, nichts als eine Krippe. So lag er denn, vom Himmel her unter dem Lobgesang der himmlischen Heerscharen, aber was uns angeht, draußen vor der Tür.
Betrachtet man den immer früher anbrechenden Weihnachtsrummel der Christenheit, so ist auch da für einen Sünderheiland, für einen Retter vom ewigen Verderben, für einen, der die Menschen aus der Sklaverei Satans befreien will, kein Platz. Alles dreht sich bei den einen ums Geldverdienen und bei den anderen um ein bisschen sentimentales Gefühl, das sie mit vielen Geschenken, gutem Essen, Kerzenglanz und Alkohol hervorzaubern möchten.
Dabei hätten wir tatsächlich starken und realen Grund zum Freuen, dass Jesus Christus auf die Welt gekommen ist. Denn sein Kommen hatte einen Zweck und geht jeden etwas an. Paulus schreibt den Korinthern: »Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, der reich war, um euretwillen arm wurde, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.«
Erstaunlich beharrlich!
Hebräer 1,2
Er hat am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat.
Für mich ist es erstaunlich, mit welcher Geduld und mit wie großem Aufwand Gott sich um uns Menschen müht. Am Anfang hatte er den Menschen geschaffen und ihn mit körperlichen, seelischen und geistigen Kräften dazu ausgerüstet, ein dankbares und gehorsames, aber auch verständiges und liebendes Gegenüber zu seinem Schöpfer zu sein.
Dieses Verhältnis wurde sehr bald durch Ungehorsam und Eigenwille zerstört. Doch Gott hat seine Menschen nicht ihrer Torheit überlassen, die sie allesamt in die Verdammnis der ewigen Gottesferne gebracht hätte. Immer neue Wege beschritt Gott, um an die Herzen der Menschen zu appellieren.
120 Jahre predigte Noah, ehe die große Flut kam. Dann berief er Abraham, um den Menschen durch ihn ein Beispiel gehorsamen Glaubens zu geben. Später gab er das Gesetz vom Sinai, das allen, die es kannten, vor Augen führte, wie unmöglich es sündigen Menschen ist, die gerechten Forderungen Gottes zu erfüllen. Und das brachte schon manchen dazu, sich nicht auf die eigene Gerechtigkeit, sondern allein auf Gottes Barmherzigkeit zu verlassen.
Am Ende nun, so sagt unser Bibeltext, hat er in seinem Sohn zu uns geredet. War alle Erkenntnis Gottes bisher wie das Licht der Sterne und des Mondes, so ging jetzt die Sonne auf. »Gott war in Christus«, »in ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig«, sind einige Aussagen der Bibel über den Herrn Jesus Christus, die uns nicht nur Gottes Heiligkeit, sondern auch seine unvorstellbare Liebe zeigen, indem er unsere Schuld für uns trug und uns zu Gott zurückbrachte, die wir an ihn glauben.
2. Korinther 3,17
Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
Im Jahr 1950 starb George Orwell, der besonders durch seine Schreckensvision »1984« berühmt wurde, die er zwei Jahre vor seinem Tod verfasste. Darin schildert er aufgrund seiner genauen Kenntnisse der kommunistischen Unterdrückungsmethoden, wie ein zukünftiger Weltherrscher mit Hilfe ausgeklügelter Überwachung die Menschen völlig beherrscht und in ihre intimsten Lebensbereiche eindringt. Wie furchtbar Orwells Szenario wohl ausgesehen hätte, wenn er die elektronischen Gerätschaften von heute gekannt hätte!
Wir sollten tatsächlich Gott sehr dankbar sein, dass das Jahr 1984 in einer Zeit vorüber gegangen ist, in der unsere Regierenden dem Datenschutz größte Bedeutung beimessen! Allerdings werden immer mehr Stimmen laut, die erklären, die zunehmenden Weltprobleme (Hunger, Überbevölkerung, Rohstoffmangel usw.) seien nur durch eine einheitliche Weltregierung zu lösen. Das würde zu einer alles regulierenden Zwangsherrschaft führen, die alle verfügbaren Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele anwenden wird. Dazu können wir nicht nur sagen: »Orwell lässt grüßen!«, sondern finden auch auf den letzten Seiten der Bibel beschrieben, wie einmal »jeder Stamm, jedes Volk, jede Zunge und jede Nation« einen Machtmenschen anbeten wird, von dem alle ihre Rettung erwarten.
Doch sagt die Bibel weiter, dass dann der Herr Jesus Christus wiederkommen und sein Friedensreich aufrichten wird, nachdem er alle Unterdrücker und alle ihre Anbeter beseitigt hat. Wir leben tatsächlich in einer höchst wechselvollen Zeit, und es ist gut, sich rechtzeitig auf die Seite des endgültigen Siegers zu stellen.
Gerechtigkeit und Frieden
2. Petrus 3,13
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Heute vor 70 Jahren wurde Gandhi wieder aus dem Gefängnis entlassen, in das er wegen seines »Feldzuges des Ungehorsams« gegen die Kolonialmacht England gekommen war. Gandhi propagierte den absolut gewaltfreien Kampf und hat damit am Ende Erfolg gehabt – wenn man von den schweren Kriegen nach der Befreiung absieht (12 Millionen Tote). Weltweit vereinte sein Vorgehen viele Kriegsgegner unter dem Slogan: Frieden schaffen ohne Waffen! Sie wollen an das Gute im Menschen appellieren, an das sie trotz aller Enttäuschungen glauben; aber hat im Falle Gandhis oder Martin Luther Kings das Gute im Menschen gesiegt? Wie wäre es beiden ergangen, wenn sie es mit Hitler, Stalin oder Mao zu tun gehabt hätten?
Vielmehr waren es in beiden Fällen die rudimentären Reste der christlichen Ethik, das puritanische Erbe in England und Amerika, das diese Staaten vor der äußersten Gewalt zurückschrecken ließ. Dem haben wir in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg auch die Möglichkeit zum »Wirtschaftswunder« zu verdanken. Nein, auf das Gutsein der Menschen kann man nur setzen, wenn man erstens sich selbst nicht kennt und zweitens die Augen vor den Gräueln des 20. Jahrhunderts verschließt und vor allem, wenn man Gott leugnet, der die Quelle alles Guten ist und der von uns Menschen gesagt hat, dass in uns nichts Gutes wohnt (Psalm 14). Das ist nicht sehr schmeichelhaft, aber leider wahr. Was können Christen nun für den Frieden tun? Gott sagt, wir sollen für die Obrigkeiten beten. Darüber hinaus können wir in unserem Wirkungskreis Frieden stiften, wenn dadurch nicht Gottes Gebote übertreten werden.
Von der Dienststruktur des Lebens
Markus 10,43
Aber so ist es nicht unter euch; sondern wer irgend unter euch groß werden will, soll euer Diener sein.
Fast jeden Augenblick kommen wir in Situationen, wo wir bei genauerem Nachdenken sagen müssen: Hier haben Menschen »gedient«, damit ich jetzt leben, arbeiten, mich erholen oder mit anderen planen kann. Wir leben vom Tun, von dem »Dienst« anderer Menschen, die wir oft gar nicht kennen. Selbst wenn an der Tankstelle »Selbstbedienung« steht, können wir nur tanken, nur uns selbst bedienen, weil andere vorher »gedient« haben, indem sie Öl gefördert, transportiert und riesige Kraftstofftanks gefüllt haben.
Es gehört zur Struktur des Lebens, dass Menschen einander zuarbeiten, einander helfen, einander dienen. Wer aus dieser Dienststruktur »aussteigt«, wird zum »Schädling«. Wer sich nur bedienen lassen will, macht Leben kaputt.
Das Dienen können wir auch aus dem Erdenleben des Herrn Jesus Christus lernen. Er war nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Vor allem, um uns zu erlösen, aber auch, um uns zu zeigen, wie wir als Menschen miteinander umgehen sollen. Wir sollen die Bedürfnisse unserer Mitmenschen als Aufforderungen betrachten, ihnen zu dienen, ihnen mit unseren Gaben, Begabungen und Mitteln zur Seite zu stehen.
Diese Gedanken sollten uns auch in unserer Berufsarbeit leiten.
Dann hätten wir manchen Stress weniger und der Neid würde manches Herz nicht zerfressen, wenn nicht die Karriere das oberste Ziel ist, sondern die Frage, wie ich das Gebot der Nächstenliebe erfüllen kann. Dann bringen wir unserer Frau auch gern einen Blumenstrauß mit, weil sie uns so freundlich tagein, tagaus bedient.
Ostern
1. Korinther 15,20
Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen.
Die meisten Theologieprofessoren gehen heute davon aus, das Zeugnis der Bibel von der Auferstehung Jesu sei nur bildhaft zu verstehen. Er lebt sozusagen in unserer Mitte, wenn wir von ihm reden, so wie bei einer Feier im Goethejahr 2000 dieser wieder »unter uns lebendig wird«. Das kommt natürlich daher, weil man die Bibel nicht mehr für das Wort Gottes, sondern für das Werk eifriger Verfechter des Christentums hält, die in ihrer orientalischen, bildhaften Sprache eben so gleichnishaft geredet haben. Wenn Christus tatsächlich nicht auferstanden wäre, so bestünde das ganze Christentum samt allen Verheißungen des Neuen Testaments aus nichts als hohlen, leeren Versprechungen. Bemerkenswert ist aber allein schon dies, dass alle Evangelien aufgeschrieben wurden, als noch Augenzeugen lebten, die alles genau bestätigt haben. Außerdem hat Gottes Geist im Laufe der seither vergangenen fast 2000 Jahre Millionen von Menschen, kluge und einfache, so sehr von der Wahrheit des auferstandenen Christus überzeugt, dass sie für diese Gewissheit freudig in den Tod gingen.
Und auch wir können dem auferstandenen Herrn, Jesus Christus, begegnen, wenn wir bereit sind, uns nicht hinter den mehr oder weniger plausiblen Vermutungen der Professoren zu verstecken, sondern zugeben würden, dass uns ein auferstandener Christus deshalb nicht gefällt, weil dann auch das letzte Gericht stattfinden würde. Aber beides ist der Fall; und damit das Gericht uns nichts anhaben kann, sollten wir eilig die Gnade in Anspruch nehmen, die Gott uns durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes anbietet.
Unkontrollierbare Kräfte
Offenbarung 21,4
Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Als am 06.08.1945 um 8.16 Uhr Ortszeit in Hiroshima die erste Atombombe explodierte, war bald der Zweite Weltkrieg zu Ende. Das gab ein weltweites Aufatmen; denn viele erhielten damit die Gewissheit, tatsächlich mit dem Leben davongekommen zu sein. Zugleich war aber allen nachdenklichen Menschen klar, dass Bedrohungen vorher nie gekannten Ausmaßes auf die Menschheit zukommen würden.
Ältere Menschen erinnern sich noch der Schrecken des »atomaren Wettrüstens«, weil besonders Deutschland wegen seiner strategischen Lage sowohl den Russen, als auch unseren »Freunden« als Ziel für ihre Raketen galt.
Diese Bedrohung scheint einigermaßen gebannt zu sein, wenn man auch nicht weiß, was vor allem aus den rostigen Raketen und den schlecht gewarteten Reaktoren im Osten wird, ganz abgesehen davon, dass die Menschen noch nie zum dauernden Frieden bereit oder in der Lage waren. Panikmache ist fehl am Platze; aber ein Tag wie heute ruft uns doch ins Gedächtnis, wie wenig wir selbst für uns tun können. »Augen zu und durch!« ist auch kein gutes Rezept. Vielmehr sollten wir Gott bitten, unser Leben, ja uns selbst in die Hand zu nehmen. Er will es gerne tun, wenn wir eingestehen, es nicht verdient zu haben, und wenn wir unsere Schuld vor ihm bekennen. Dann will er um seines Sohnes willen nicht nur hier auf Erden unser Vater sein, sondern uns auch in sein ewiges Reich bringen, wo alle Bedrohungen zu Ende sind. Wäre das nicht wunderbar – wie es der Vers oben verspricht –, für alle Ewigkeit alle Trauer, alle körperlichen und seelischen Schmerzen los zu sein?
Multikulti
2. Mose 20,2-3
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
»Am Freitag geh’ ich in die Moschee, am Sonnabend in die Synagoge und am Sonntag – wenn ich noch Lust habe – in die Kirche. Warum eigentlich nicht? Glauben wir nicht alle an einen Gott, nur mit unterschiedlichen Ausprägungen?« Das meinen heute manche, die sich über das buntscheckige Miteinander der vielen Weltanschauungen in unserem Land ihre Gedanken machen.
Wie viele Religionen gibt es doch! Und alle haben ihre Götter. Andere glauben nur an das, was sie sehen und messen können. – Ob es überhaupt einen Gott gibt? Wenn man so denkt, hält man sich nicht für oberflächlich, sondern für tolerant und meint, dem allgemeinen Frieden zu dienen. Leute mit festen Überzeugungen kann man da nicht gebrauchen, die stören bloß. Aber das Leben ist kein Hallenbad, in dem alles fröhlich durcheinander schwimmt, sondern ein reißender Strom, der am Ende alles fortschwemmt, was nicht das rettende Ufer erreicht. Ein Blick in die Geschichte sollte das genügend deutlich machen.
Wirklich zum Frieden in unserer Gesellschaft können wir nur beitragen, wenn wir selbst festen Grund unter den Füßen haben. Wer Gottes Vergebung wirklich erfahren hat, kann anderen vergebungsbereit und selbstlos begegnen. Wer Gott zum Freund hat, kann auch zu anderen freundlich sein. Ein solcher Mensch lebt in einem Licht, dessen Glanz vielleicht auch anderen aufgehen mag. Alle anderen haben genug mit sich selbst, mit ihren dauernd wechselnden Standpunkten und ihrer Selbstverwirklichung zu tun. Sie drehen sich selbst im Strudel, wie könnten sie jemand einen Ort der Sicherheit zeigen!
Das Bilderbuch zum Neuen Testament
Lukas 24,27
Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn selbst betraf.
So wird oft das Alte Testament genannt, weil es zu den eigentlich abstrakten Begriffen der Lehren des Neuen Testaments Geschichten und Beschreibungen liefert, durch die sie uns erklärt und verdeutlicht werden. Solche Begriffe sind Gehorsam, Geduld, Wachsamkeit, Treue, Hingabe, Liebe, Barmherzigkeit und noch viele mehr, dazu auch jeweils deren Gegenteil, also: Ungehorsam, Ungeduld usw.
Wenn wir z. B. wissen wollen, was Gehorsam bedeuten kann, so lesen wir in 1. Mose 22, dass Abraham seinen einzigen Sohn opfern sollte. Am Ende brauchte er es nicht zu tun; aber erst, als er zu diesem Opfer bereit war. Und wenn man wissen möchte, was Gott unter Geduld versteht, so hat er uns das im Buch Hiob beschrieben. Genauso sehen wir, was Wachsamkeit ist, wenn Abraham in der Hitze des Tages am Eingang seines Zeltes Wache hält oder wenn David seine Herde vor Raubzeug bewacht. Unzählig sind die Beispiele für treue und untreue Menschen, wenn wir nur an Mose und Uria, aber auch an Absalom und Gehasi denken.
Es ist derselbe Geist, der in den Schreibern des Alten und des Neuen Testaments wirksam war, so dass alle zusammen ein Buch wie aus einem Guss geschrieben haben. Gott zeigt uns im Alten Testament die gleichen moralischen Grundsätze wie im Neuen. Er bleibt sich immer treu und wir tun gut daran, ihn und seinen Willen auch im Alten Testament kennen zu lernen. Dabei werden wir immer wieder auf Bilder und Vergleiche stoßen, die die Fähigkeiten und die Tugenden der Menschen weit übersteigen. Dann redet Gott nämlich von seinem Sohn, dem einzig Vollkommenen.
An der Umwelt liegt es nicht
1. Mose 6,5
Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf der Erde, und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
Ganz nahe an der italienischen Grenze, versteckt hinter dem Gabarogno, liegt das schweizer Dörfchen Indemini. Dorthin hatte sich ein junges Paar aus Zürich zurückgezogen. Sie hatten den Unfrieden und die Hetze der großen Stadt satt und wollten in der Abgeschiedenheit ein Leben im Einklang mit der Natur, ohne Wasserleitung und Elektrizität, ganz oben am steilen Berghang führen.
Als ich den jungen Mann traf, erzählte er mir, er habe damals nicht gewusst, dass alle Flucht aus der »bösen Welt« nichts genutzt habe, weil er sein böses Herz mit in die Waldeinsamkeit gebracht hatte. Sein Bruder, ein gläubiger Christ, war zu ihm gezogen, um ihm drei Jahre lang zu helfen, einigermaßen das Überleben zu gewährleisten. All sein Reden aber blieb vergeblich. Erst als er zum Militärdienst eingezogen wurde und vom Fehlschlag seines Bemühens überzeugt war, bekehrte sich nicht nur mein Gesprächspartner, sondern auch dessen Frau. Von da an war es ihnen eine Freude, ihr Leben so führen zu können, dass sie genug Zeit hatten, um nach Gott zu fragen und ihren Nachbarn um Gottes willen eine Hilfe zu sein.
Nicht die Umwelt ist schuld an unserem Versagen und an unseren Sünden, sie liefert höchstens die Form, in der die Schlechtigkeit unserer Herzen Gestalt gewinnt, bei dem einen so, bei dem anderen etwas anders. Das Herz muss geändert werden und das kann nur Gott. So hat er es auch bei diesen jungen Leuten getan. Gott vergibt die Sünden und füllt dann das Herz mit Gedanken, die ihm wohlgefallen und den Mitmenschen zum Segen sind. Das wirkt sich auch auf die Gesellschaft aus.
Toleranz
Römer 1,22
Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Toren geworden.
Toleranz – auf deutsch »Duldsamkeit« – ist etwas Großartiges. Wer möchte nicht, dass andere tolerant mit den Schwächen und Mängeln und Behinderungen umgingen, die man so an sich hat. Sie ist also etwas sehr Gutes, wenn sie dem Mitgefühl und der Nächstenliebe entspringt. Die moderne Toleranz kommt aber aus einer ganz anderen Ecke. Weil man Gottes Gebote für überholt und moralische Maßstäbe für Privatangelegenheiten hält, will man sich kein Urteil erlauben und ist daher gezwungen, jedes Verhalten für gleich richtig zu halten. Praktisch funktioniert das natürlich nur, solange man sich selbst nicht durch die Wertvorstellungen des anderen bedroht fühlt. Das Christentum hat es in solchem gesellschaftlichen Klima schwer, weil der Absolutheitsanspruch Jesu Christi und der Bibel nicht ins moderne Bild passt. So ist es mit der sonst geübten Toleranz schnell vorbei, wenn es um den Glauben an Christus als den alleinigen Retter geht. Da wird gespottet und das Evangelium mit immer ausgesuchterer Blasphemie möglichst mundtot gemacht.
Obwohl der Islam (zu deutsch: Unterwerfung) ganz und gar nicht tolerant ist, begegnet man ihm gewöhnlich mit Verständnis, Vorsicht oder gar Hochachtung. Ob das wohl mit dem Thema Salman Rushdy zu tun hat? Oder merkt man vielleicht, dass man eigentlich im Islam einen starken Verbündeten gegen den Gott der Bibel gefunden hat?
So sind wir Menschen leider; aber Gottes Herrschaft wird dadurch nicht angetastet. Zu seiner Zeit wird er zeigen, was er von unserem Treiben hält. Wie gut ist es dann, sich jetzt schon auf seine Seite gestellt zu haben. Auf seine Toleranz alleine kommt es schließlich an!
Schon verloren …!
Sprüche 15,5
Ein Narr verschmäht die Unterweisung seines Vaters; wer aber die Zucht beachtet, ist klug.
Ein kleines, etwa vierjähriges Mädchen sah ich aus einem Haus kommen. Es ging die Straße hinab. Sogleich erschien ihr Vater und rief: »Claudia, komm zurück!« Sie ging völlig unbeeindruckt weiter. »Claudia, komm!« Auch das half nicht, auch nicht, als er mit aller Macht schrie: »Claudia, komm jetzt sofort zurück!« Er hatte verloren und rief der Kleinen noch nach: »Bleib aber nicht zu lange!«
Wie, so frage ich mich, sah es in dem kleinen Mädchen aus? Ihre Eltern waren viel größer als sie und hatten ihr alles gezeigt, was sie bis jetzt wusste. Und doch beherrschte sie zumindest ihren Vater völlig. Wie viel fürsorgliche Lenkung wäre noch nötig gewesen, ehe Claudia selbstverantwortlich für sich eintreten konnte, fehlten ihr doch noch die meisten »Messdaten«, aus denen man sinnvolle Entscheidungen ableiten könnte. Und außerdem, wenn sie mit vier Jahren schon stärker als ihr Vater war, zu wem könnte sie gehen, wenn sie einmal Kummer haben und in Schwierigkeiten geraten wird? Weit und breit gibt es ja nur sie selbst!
Fast folgerichtig ist dann in der Pubertät die Flucht in die Clique. Um dort anerkannt zu werden, tut man alles, was die Clique fordert; denn da ist man anfangs das schwächste Glied. So geraten manche jungen Leute in die Kriminalität und den Drogenmissbrauch.
Eltern haben nicht das Recht, sondern die Pflicht, ihren Kindern liebevoll Leitlinien zu geben, die »Gummiwand« zu sein, an der sie sich nicht verletzen, wenn sie »mit dem Kopf durch die Wand wollen«, die aber doch genügend Widerstand bietet, so viel zu lernen, dass sie nicht an den »Betonwänden« der kalten Außenwelt zerbrechen.
Wem soll man noch trauen?
Lukas 15,20
Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr.
Am Jahresanfang 2000 wurde es immer klarer: Die Leute, die sich vorgenommen hatten, eine »moralische Wende« in Deutschland heraufzuführen, hatten sich in dunkle finanzielle Machenschaften größten Ausmaßes verstrickt und Gesetze übertreten, die sie als Regierende und Parlamentarier selbst beschlossen hatten.
Wer sich allerdings gar nicht vorstellen kann, wie man so etwas tun mag, verrät, dass er noch keinen ehrlichen Blick in seine eigene Seele gewagt hat. Tut man das nämlich, entdeckt man auch bei sich diverse Geheimfächer, sozusagen »schwarze Konten«, deren Inhalt nicht nur von Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und sorglosem Umgang mit anderer Leute Eigentum handelt, sondern auch von manchen Heimlichkeiten, die, kämen sie heraus, unser Image ähnlich gründlich ruinieren würden wie das jener Politiker, zumindest vor dem Ehepartner und den Bekannten, vielleicht auch in der christlichen Gemeinde, zu der man gehört.
Immer wieder fordert die Presse bei den Verfehlungen der Politiker »rückhaltlose Offenheit«, aber das ist eine fast unerfüllbare Forderung. Die Schande wäre zu groß, die grinsende Schadenfreude zu gemein, der Fall zu tief; darum wehrt man sich seiner Haut, so gut es geht, und gibt immer nur das zu, was schon bekannt geworden ist.
Man kann sich nur völlig ausliefern, wenn man weiß: Da ist einer, der mich auffängt, der mir nichts vorwirft, wenn ich zu meiner Schuld stehe. Und nun steht in der Bibel, dass Gott so sei. Er weiß ja längst, was wir so ängstlich unter dem Deckel halten wollen, und doch bietet er uns seine Vergebung an. Lesen Sie einmal in Lukas 15! So ist Gott!
Christsein – ein Full-Time-Job
Offenbarung 3,20
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
Wenn es mit dem Christsein richtig gelaufen ist, hat man nicht nur die Vergebung seiner Sünden erhalten, sondern auch den Schlüssel zu seinem ganzen Lebenshaus dem Herrn Jesus Christus ausgeliefert.
Viele räumen ihm allerdings nur irgendeine wenig benutzte Bodenkammer oder die gute Sonntagsstube ein. In Küche, Schlafzimmer und Büro, eben da, wo sich das Leben abspielt, wo es sich entscheidet, wer das Sagen hat, möchte man doch lieber noch sein eigener Herr bleiben. Das geht natürlich nicht, wie sich auch schnell bei der ersten ernsthaften Bewährungsprobe für den Glauben herausstellen wird.
Nein, Gottes Sohn klopft zwar nur an und wir müssen die Tür öffnen; aber er ist der himmlische Herr, dem alle Macht gegeben ist, und die will er sich von uns nicht beschneiden lassen.
Öffnen wir darum alle Türen! Er meint es gut mit uns, wenn er auch manches Bild von der Wand unserer Einbildung reißt und Licht in Ecken bringt, die vor Dreck und Unrat starren. Er zeigt uns, wo etwas in unserem Denken morsch ist und schleunigst ausgebessert werden muss. Er weiß, wem manches gehört, was dort herumliegt, damit wir es dem Besitzer zurückbringen, nicht nur geliehene Bücher, auch manche Bitte um Verzeihung, die einem Mitmenschen zusteht. Er kennt unseren Umgang mit Ehepartner und Kindern und zeigt uns, wie er es haben möchte. Und abends setzt er sich zu uns aufs Sofa. Wenn wir dann einen Spielfilm genießen wollen, sehen wir die Wunden in seinen Händen, die ihm geschlagen wurden für das, woran wir uns gerade amüsieren wollen …
Wie sieht’s im Keller aus?
Offenbarung 3,20
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
»Wie konnte er das nur tun?!« »Was muss in ihm vorgegangen sein, dass es soweit kommen konnte?« So fragen wir manchmal, wenn wir vor dem Trümmerhaufen eines Lebens stehen, das uns sehr solide und gegründet erschien.
Nun müssen wir wissen, dass unser Lebenshaus, von dem wir gestern sprachen, nicht nur einen bewusst wahrgenommenen, oberirdischen Teil hat, sondern auch einen Keller, in den alles hinabfällt, was wir erlebt haben und dort ist es aufbewahrt, auch wenn wir uns dessen gar nicht mehr erinnern können.
So erleben wir, dass ein Mensch plötzlich hart und ungerecht wird, wenn sich das Gespräch auf eine bestimmte Person oder eine gewisse Situation richtet. Dann ist es, als stiegen aus dem Keller der Seele faulige und giftige Gase auf, die durch alle Ritzen des Bewusstseins dringen und das freie Atmen und den klaren Blick trüben.
Wenn wir Jesus Christus die Tür geöffnet haben, wird er mit uns auch bald in den Keller hinabsteigen, weil er gekommen ist, um uns heil zu machen. Früher glaubte ich, er werde alles Giftige, Brodelnde, Schwärende einfach in nichts auflösen; aber die Erfahrung hat mir gezeigt, dass er es anders macht. Er sperrt alles in ein sicheres Loch und versiegelt die Klappe, mit der es verschlossen ist durch seinen Heiligen Geist. Dann bekommt man viel Platz in der Seele für alles Gute, was in der Gemeinschaft mit Christus zu erleben ist. Wagt man aber nach gewisser Zeit, ohne ihn auszukommen, so fliegt sehr bald die Klappe auf und das Elend fängt wieder an, auch bei Christen!
Das Maß ist voll!
Offenbarung 3,20
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
Jeder hat im tiefen Keller seines Lebenshauses ein Fass stehen, in das aller Ärger, alle Aufregung, alles Unverstandensein gefüllt wird. Gesunder Schlaf und erfreuliche Nachrichten lassen über Nacht viel aus dem Fass verdunsten, wie v. Eichendorff sagt: »Was mich noch gestern wollt erschlaffen, des schäm ich mich im Morgenrot.«
Aber besonders heutzutage ist das Fass meistens randvoll, weil es einerseits sehr hektisch zugeht, andererseits durch die Philosophie der Selbstverwirklichung die Bereitschaft zur Duldsamkeit immer mehr sinkt. Da gibt es in der Ehe Streit wegen der Erziehung; da fühlt sich einer als Verlierer, weil er immer nur das tun muss, was ein anderer will; da sind missgünstige Kollegen, finanzielle Sorgen und vieles mehr. So genügt der berühmte »Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt«. Der eine »rastet aus«, der andere verschließt sich und weint, und wieder ein Dritter muss Psychopharmaka nehmen, um überhaupt weiterleben zu können.
Wenn wir dem Herrn Jesus Christus die Tür öffnen, wird er auch in den Keller gehen. Dort schlägt er dem Fass den Boden aus, dann versickert der ganze Inhalt in der Barmherzigkeit unseres Gottes, auf die wir unser Leben gegründet haben, und nie mehr kann es überlaufen. Gottes Erbarmen ist dann der Ort, wohin wir alles bringen können, was uns sonst unglücklich machen würde. Natürlich klopft bald der Teufel an unsere Tür und bietet uns seine Dienste als Klempner an, um das Fass zu reparieren. Das dürfen wir auf keinen Fall zulassen.
Vogel-Strauß-Politik
1. Johannes 1,9
Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Wenn auch die Strauße höchstamtlich, nämlich von Gott selbst in der Bibel, bescheinigt bekommen haben, sehr dumm zu sein, so tun sie in Wirklichkeit doch nicht, was ihnen nachgesagt wird. Danach sollen sie nämlich bei Gefahr den Kopf in den Wüstensand stecken, um die Feinde nicht sehen zu müssen, die dann natürlich leichtes Spiel mit ihnen haben.
So dumm sind nur wir Menschen. »Verdrängen« nennt das der Fachmann. Und wir sind sogar Meister auf diesem Gebiet. Man weigert sich bewusst oder unbewusst, einen gefährlichen Zustand –etwa ernste Krankheitsanzeichen – zur Kenntnis zu nehmen, oder man vertreibt die Erinnerung an eine oder an viele blamable Episoden oder an schlechte Taten aus dem Gedächtnis. So wirken alle diese Dinge in unserem Unterbewusstsein und machen uns krank oder sie treiben uns plötzlich zu Reaktionen, deren zerstörerische Kraft uns selbst erschreckt. Wie kommt es, dass wir uns der Wahrheit nicht stellen mögen? Ich glaube, das liegt daran, dass wir im harten Konkurrenzkampf dieser Welt meinen, uns gegenüber anderen keine Schwäche erlauben zu dürfen. Aber auch uns selbst gegenüber mögen wir nur ungern zugeben, etwas aus Selbstsucht oder Eitelkeit oder Missgunst getan zu haben. Die Fassade muss heil erscheinen.
Weil Gott aber sowieso alles weiß und uns lieb hat, können wir es wagen, mit all dem zu ihm zu kommen wie der »verlorene Sohn« und ihm zu sagen: »Vater, ich habe gesündigt« oder: »Ich trage diese Verletzung mit mir herum.« Gott nimmt uns um seines Sohnes willen gnädig auf und versichert uns durch sein Wort, dass alles in Ordnung ist.
Technical Readiness
Philipper 4,8
Lasst eure Milde kundwerden allen Menschen; der Herr ist nahe.
Wenn ich meine Enkel am Computer hantieren sehe, beschleichen mich Minderwertigkeitsgefühle. Ich meine doch, wahrhaftig nicht dummer zu sein als sie und meine Sinne noch einigermaßen beieinander zu haben; aber ich muss mir jeden Schritt überlegen, und weiß ich Bescheid, vergesse ich auch alles schnell wieder, wenn ich es nicht immer wieder anwende. Die Kinder aber fingern fröhlich herum, und es dauert nicht lange, bis sie das Gewünschte aus den abgründigen Tiefen der Festplatte ans Licht des Bildschirms gebracht haben.
»Technical readiness« nennt man das wohl. Die haben sie wirklich; aber nun kommt das Problem: Wozu gebrauchen sie diese Fähigkeit? Skrupellose Programmierer haben einen riesigen Haufen der grausigsten Spiele mit den perversesten Szenen zusammengeschrieben und unsere Kinder stürzen sich darauf, begegnen dem Teufel und schrecklichen Geistern, morden und brandschatzen, quälen – und werden gequält von all den finsteren Bildern, die sich ihrer empfänglichen Phantasie einprägen.
Es ist gerade so, als sollten die Kinder auf eine vom Bösen beherrschte Gesellschaft eingeschworen werden, als sollten sie sich an die Finsternis, an die Unbarmherzigkeit des Kampfes jedes gegen jeden, an den Untergang alles Guten und Schönen gewöhnen. –Und Gott, wo kommt der noch vor? Was muss wohl in den Kinderherzen vorgehen, wenn sie nach einer Woche Computerspielen am Sonntagmorgen von einem gnädigen, menschenfreundlichen Gott des Lichts und der Liebe hören? Können sie das noch glauben? Sind ihre Herzen überhaupt noch aufnahmebereit?
Jeder glaubt – nur was?
Hebräer 11,6
Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner ist.
Als ich einmal zu einer Frau sagte, dass jeder an irgendetwas glaubt, wurde sie sehr ungehalten und meinte, ich schwatze nur die Torheiten anderer Leute nach, sie jedenfalls glaube an nichts.
Das stimmt aber nicht; denn ohne an etwas zu glauben, könnten wir gar nicht leben. Man glaubt an die Treue des zukünftigen Partners, man glaubt den Lebensmittelherstellern, dass ihre Produkte ungefährlich sind und weder schädliche Mikroben noch Gifte enthalten; man glaubt, dass im Fahrstuhl die Bremsen greifen und dass das Flugzeug, das man besteigt, sicher am Zielort landet. Nirgends hat man eine Sicherheitsgarantie; denn was bedeutet es schon, wenn alles bisher hundertmal gut gegangen ist? Und wie gern glauben wir unseren Sinnen! Davon leben Wahlstrategen, Werbefachleute und Illustriertenschreiber.
Es hat mal einer gesagt: »Die Leute glauben alles, es darf nur nicht in der Bibel stehen!« Eigenartig! Gott bietet uns als Beweis seiner Existenz die unzähligen Wunder der Schöpfung an, wir finden immer wieder, persönlich und in der Gesamtheit der Menschen, das Zeugnis der Bibel über unseren Charakter und unsere Gesinnung bestätigt. Was da zu lesen ist, ist nicht sehr schmeichelhaft: »Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.« Und schließlich haben Millionen Gläubige in der Geschichte gezeigt, dass ihnen Gott so gegenwärtig war, dass sie für ihre Überzeugung freiwillig den Märtyrertod erlitten haben.
In der Bibel steht von einem geschrieben, der den Menschen die Augen zuhält, damit sie das Licht Gottes nicht sehen können. Wer das glaubt, kann sich alles erklären.
Weltumspannend
Jeremia 22,29
O Land, Land, Land, höre das Wort des HERRN!
Am 12.12.1901, gelang es dem Italiener Guglielmo Marconi von Südengland aus zum 3.600 Kilometer entfernten Neufundland die drei kurzen Signale des Morsezeichens für »s« zu senden (…). Damals also fing es an, das Radio und der ganze elektronische Informationsrummel. Wer hätte diesem schüchternen Anfang innerhalb weniger Jahrzehnte einen solchen gewaltigen Aufschwung zum weltweit größten Wachstumsmarkt zugetraut? Und nun sitzen wir da, sehen stundenlang fern, telefonieren wie wild und lassen uns von morgens bis abends bedudeln (manche machen das Radio gar nicht aus, weil sie sich vor der Stille fürchten, wenn sie nachts aufwachen). Viele surfen täglich im Internet und unsere Kids laden sich die schrecklichsten Spiele von irgendwoher auf ihren PC. Haben Marconi und seine Nachfolger schuld daran? Sind wir ihre Opfer? Ich glaube nicht. Wer beruflich »am Ball bleiben« will, wird sich schon mit den Medien befassen müssen; aber wenn wir alles Unnötige wegließen, bliebe noch Zeit, um mit den Kindern zu spielen, oder einen Familienausflug zu machen; und es bliebe noch Zeit für das Wichtigste – für den Umgang mit Gott, und der ist tatsächlich lebensnotwendig, jetzt schon und bald in Ewigkeit. Wäre es da nicht schön, wenn wir uns weder von den Medien noch von der vorweihnachtlichen Hetze anstecken ließen und wieder auf das Wort des Herrn hören könnten? »Advent« heißt ja »Ankunft«. Wir sollten mehr damit rechnen, dass der Herr Jesus Christus tatsächlich wiederkommt!
Zum Verhungern!
Johannes 7,37
An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus da und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!
Kennen Sie Impatiens glandulifera? Das ist das Indische Springkraut. Manche mögen’s gar nicht leiden, weil es an passenden Standorten alles andere überwuchert. Ich finde es sehr hübsch mit seinen glasigen Stängeln, großen Blättern und den vielen ansehnlichen rosa Blüten. Böse Nachrede aber bekommt es vor allem, weil in seinen Blüten kein Nektar ist. Es sollen schon Hummeln regelrecht verhungert sein, weil sie unentwegt – von den großen Blüten immer neu eingeladen – vergeblich nach Nahrung suchten.
Da muss ich an die Vielen denken, die tagein, tagaus nach Nahrung für ihre Seele Ausschau halten und sie nicht finden. Manche haben aus der Not eine Tugend gemacht, indem sie behaupten, der Weg zum Ziel, das endlose Suchen, sei viel interessanter und befriedigender, als das Ziel zu erreichen. Ob ein Durstender in der Wüste, der hinter Sanddünen eine Oase erblickt, auch so redet? Um den Durst zu löschen, stürzt man sich von einem Nervenkitzel in den nächsten, um wenigstens für Augenblicke das Sinnlose des ganzen Treibens, den Durst der Seele, zu vergessen. Milliarden fließen dadurch in die Taschen derer, die es verstehen, diesen allgemeinen Durst für sich auszunutzen.
Der Herr Jesus Christus bietet uns in dem obigen Bibelvers etwas zu »trinken« an, was den »Durst« wirklich löscht und unserem Leben Sinn und Bestand verleiht, weil wir dadurch mit dem ewigen Gott, dem Geber aller guten Gaben in Verbindung kommen. Dadurch finden wir auch zu dem uns vom Schöpfer zugedachten Sinn: Wir sollen uns seiner in alle Ewigkeit freuen, und ihm die Ehre geben, der sie allein verdient.
Ausreden
Epheser 4,25
Deshalb, da ihr die Lüge abgelegt habt, redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander.
»Wie groß bist du doch!« sagte die Maus zum Elefanten. Der antwortete: »Wie klein bist du doch!«
»Ich bin ja auch vierzehn Tage lang krank gewesen«, gab sie als Entschuldigung zurück.
Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht mit mehr oder weniger großem Unbehagen feststellen musste, dass es andere gibt, die besser, tüchtiger, klüger und auch fleißiger sind als man selbst.
Dann versuchen wir durch Entschuldigungen unsere Mankos kleinzureden und unsere Minkos irgendwie auszugleichen, indem wir Dinge sagen, die jedem Eingeweihten mehr über uns verraten als uns lieb sein kann.
Wenn wir doch einsehen wollten, dass Gott uns mit unseren angeborenen Unzulänglichkeiten so gewollt hat wie wir nun einmal sind und uns mit unseren erworbenen Mängeln nicht abweisen will, sobald wir sie ihm bekennen! Dann brauchen wir uns weder vor uns selbst, noch vor anderen dauernd zu rechtfertigen oder ihnen ein falsches Bild von uns zu malen, sondern können zu unserer Persönlichkeit stehen; denn wenn wir den höchsten Gott zum Freund haben, was könnte uns ein Mensch tun?
Natürlich, darauf kommt es an, dass man Gott zum Freund hat, und das geht nur zu Gottes Bedingungen; denn er legt die Spielregeln fest, nicht wir. Und er hat gesagt, wir passten allesamt nicht in seine Nähe, weil er heilig und wir sündig sind. Aber er will uns einen Neuanfang mit ihm gewähren und uns zu seinen Kindern machen, wirklich zu Kindern, für die er wie ein Vater aufkommt, der für uns sorgt, nachdem wir ihm unsere Schuld bekannt haben. Deshalb brauche ich mich nicht schönzureden, sondern kann mein Versagen eingestehen.
Political correctness
Psalm 116,11
Ich sprach in meiner Bestürzung: Alle Menschen sind Lügner!
Dies Wort bedeutet nicht, hier würde korrekte Politik gemacht, eher ist das Gegenteil der Fall. Dieser Ausdruck besagt, dass man sagt und tut, was die tonangebenden Leute unserer Gesellschaft gesagt und getan haben wollen und dass »man« nicht sagt und tut, was »man« nicht sagen oder tun darf.
So war es vor einigen Jahren »in«, über die Rassendiskriminierung in Südafrika furchtbar empört zu sein. Kirchen hielten bei uns Bußgottesdienste, Regierungen verhängten Sanktionen, Verbände sammelten Geld, um den Widerstand zu ermuntern, und die Medien waren sich alle einig, den größten Feind der Menschheit entdeckt zu haben. Genauso gehörte es aber zur political correctness zu verschweigen, dass während dieser Zeit jährlich 100 000 Einwohner Schwarzafrikas aus dem weitaus grausameren Terror in ihren Heimatländern nach Südafrika flohen. Und wer über die wahren Verhältnisse unter der Sowjetdiktatur sprach, wurde als »kalter Krieger« ins moralische Abseits gedrängt.
Andere Beispiele für das, was augenblicklich »political correct« ist, erkennen wir im Umgang mit der Abtreibung und der Homosexualität. Nur Zustimmung und Verständnis sind gefragt. Wer auf die Meinung der Bibel hinweist, wird mehr und mehr als Fundamentalist gebrandmarkt.
Wir wollen uns den Blick für die Wahrheit nicht trüben lassen: Vor Gottes Richterstuhl wird nicht nach political correctness, sondern nach den altbekannten Geboten des Allerhöchsten beurteilt, was wir hier getrieben, gesagt und gedacht haben, was wirklich gut und was böse war. Gut, wer dann den richtigen Fürsprecher hat!
Grenzen
Psalm 104,9
Du hast ihnen eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten werden; sie werden nicht zurückkehren, die Erde zu bedecken.
Wir trocknen gern Äpfel im Umluftherd. Das dauert eine ganze Zeit, und so meinte ich einmal, ich könne den Prozess beschleunigen, indem ich den Thermostaten auf über 100 einstellte. Das Ergebnis waren aber keine Trockenäpfel, sondern Apfelmus; denn bei solchen Temperaturen kochen die Äpfel.
Es gibt auf vielen Gebieten Grenzen, die man einfach nicht ungestraft überschreiten darf oder auch gar nicht überschreiten kann. Das sind nicht nur physikalische Grenzen wie bei den Äpfeln oder im Sport. So mancher hat sich schon Ziele gesetzt, die ihm durch die Grenzen seiner Kräfte und Begabungen unerreichbar waren. Wie oft wollen Eltern aus ihren Kindern mehr herausholen, als von den Anlagen her möglich ist!
Aus dem, was die Bibel uns mitteilt, können wir folgern: Gott hat uns so geschaffen wie wir sind und verlangt nichts Unmögliches von uns. Wir sollen unseren von Gott gesteckten Rahmen als vollgültige Möglichkeit anerkennen, ihm wohlzugefallen und mit seiner Hilfe zu handeln suchen. Wer ohne Gott fertig werden will, muss sehen, wie er sich ins rechte Licht rückt, seine Mängel kaschiert und mit erlaubten und unerlaubten Mitteln seine Ziele erreicht. Wenn alles nichts hilft, so weiß man heute, hat die böse Gesellschaft die Schuld daran. Wer sich aber als Gottes Kind weiß, hat in der Bibel gelesen: Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Zu allen Dingen gehört auch unsere Unfähigkeit, jemals »groß rauszukommen.« Sie wirft uns immer wieder auf Gott zurück. Welche Erleichterung bietet uns diese Erkenntnis!
Einer für alle
Jesaja 53,8
Er ist weggenommen worden aus der Angst und aus dem Gericht. Und wer wird sein Geschlecht aussprechen? Denn er wurde abgeschnitten aus dem Land der Lebendigen: Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Die Weltgeschichte wird oft dargestellt, als sei sie die Ruhmeshalle großer Namen, der Kaiser, Päpste und Eroberer, der genialen Staatsmänner, Forscher und Entdecker.
Viel näher kommen wir der Wirklichkeit, wenn wir sie als eine schier endlose Kette von Gewalttaten, Angst, Blut und Tränen betrachten, von Unrecht, das Menschen an Menschen verübten, von Hass und Bosheit und schwerem Kampf ums Überleben. All das sind Folgen der großen Sünde unserer Voreltern, der wir uns ebenso schuldig gemacht haben: Wir wollten selbst sein wie Gott.
Es ist als schleppten wir, einer hinter dem anderen her, eine schweren Eisenbahnschiene, die uns fast zu Boden drückt, eine unendliche Schiene, unter der alle Geschlechter seufzen, die je diese Erde bewohnten.
Aber das ist glücklicherweise nicht die ganze Geschichte. Gott selbst nahm wegen seines tiefen Erbarmens über unser Elend diese große Schiene und stellte sie hochkant auf einen Menschen, den er zum Opfer ausersehen hatte, auf Jesus Christus, seinen Sohn. Wäre Jesus Christus aber nur ein Mensch, so hätte ihn diese Last zweifellos zermalmt, doch er ist gleichzeitig der hochgelobte Gott selbst, der unsere Schuld wirklich tragen konnte. Danach schleuderte er sie ins Meer des Vergessens, so dass selbst Gott sich nicht mehr daran erinnert. Das gilt für jeden, der nicht mehr selbstherrlich sein will, sondern sich vor Gott demütigt, indem er seine Schuld bekennt und die angebotene Gnade annimmt.
Der Kreuzestod Jesu ist die Antwort Gottes auf unsere Feindschaft gegen ihn. Wie hätte Gott mehr zeigen können, dass er Liebe ist?
Sie wollten’s nicht glauben
1. Korinther 13,4
Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf.
Es war schon nach Mitternacht. Die Drei hatten wieder tüchtig gezecht, doch nun mussten sie nach Hause. Bei zweien von ihnen machte sich in ihrem dumpfen Schädel ein unangenehmes Gefühl breit. Sie wussten, was sie zu Hause erwartete, und als sie darüber zu klagen begannen, sagte der Dritte: »Meine Alte empfängt mich immer freundlich und macht mir sogar noch einen Kaffee.«
Das wollten die beiden anderen nicht glauben. »Kommt mit, dann seht ihr es selbst«, sagte der Dritte.
Tatsächlich machte die Frau freundlich die Tür auf und leitete die späten Gäste ins Wohnzimmer. Dann bot sie ihnen an, Kaffee zu machen, was sie verwundert und dankbar annahmen.
Als sie eingeschenkt hatte, konnte der eine der Gäste nicht anders, er musste fragen, warum sie das tat. Sie antwortete: »Ich glaube an Gott, und wenn ich nicht mehr hier bin, so werde ich im Himmel sein. Ihr aber werdet, wenn ihr euch nicht ändert, nach dieser kurzen Erdenzeit für immer in der Hölle sitzen. Da will ich euch, und vor allem meinem Mann, das bisschen Leben noch so schön wie möglich machen.«
Ich hätte gern gewusst, ob die Drei zur Einsicht gekommen sind; aber so viel ist sicher: Diese Frau lebte in der Hoffnung des ewigen Lebens. Dadurch konnte sie die Mühsal ihres Erdendaseins nicht nur ertragen, sondern sogar auf berechtigte Ansprüche verzichten. Sie konnte entspannt und freundlich sein, wo andere zornig oder depressiv reagiert hätten, weil sie wusste, dass »die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll« (Römer 8,18).
Auf wen kann ich mich verlassen?
1. Johannes 5,19
Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.
»Das Leben ist ein Kampf!«, stöhnte mein Kollege voller Verzweiflung, wobei er das vierte Wort lang und betont aussprach. Er war von den Menschen enttäuscht. Ihre Bekundungen von Freundschaft und Solidarität hatten sich ihm als leeres Geschwätz erwiesen, und er sah sich völlig allein in einer kalten und feindlichen Welt, in der die Gesetze des Dschungels regieren. Schon die alten Römer sagten, der Mensch sei der Wolf des Menschen. Jeder versucht, sich auf Kosten des Nächsten durchzusetzen, der Stärkere frisst den Schwächeren, der Brutalere den Sensibleren, der Listige den Einfältigen.
Echte Evolutionisten müssen das so in Ordnung finden; denn ihrer Ansicht nach ist es durch das Überleben des Stärkeren zur Höherentwicklung alles Lebendigen gekommen.
Aber Gott ist ganz anders. Das hat er bewiesen, als er seinen Sohn auf die Erde sandte, nicht nur, um für die Schuld der Menschen zu sterben, sondern auch um zu zeigen, wie Gott wirklich ist. Vielleicht sagen Sie jetzt: »Aber ihr Kollege hatte doch Recht und die alten Römer auch; denn jeder frisst jeden. Das merkt man am Arbeitsplatz und in der Geschäftswelt. Überall muss man kämpfen um ›über Wasser zu bleiben‹, selbst in der Familie, im Verein, ja, sogar in der Gemeinde. Ich sehe so wenig Liebe und Barmherzigkeit.«
Allerdings ist das so, seit sich die Menschen von Gott losgesagt haben. Aber das muss nicht so bleiben, wenigstens nicht im persönlichen Leben. Wer wirklich an Gott glaubt, kann ihm vertrauen, dass er uns bewahrt und durchbringt, auch wenn wir keine unrechten Mittel anwenden, um unseren Vorteil zu sichern.
Gegenfeuer
Römer 5,6
Denn Christus ist, da wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben.
Sie waren auf Fotosafari in der Savanne. Durch das hohe Gras gedeckt, versuchten sie ganz nahe an die prächtigen Tiere heranzukommen. Eben hatte die Gnuherde noch friedlich gegrast, doch jetzt entstand Unruhe unter den Tieren und bald darauf rasten sie in wilder Flucht davon. Und mit ihnen all die anderen Tiere: Gazellen, Zebras und Giraffen. Selbst einzelne Hyänen und Löwen konnten sie erkennen. Alles dachte nur an Flucht.
Der einheimische Führer der Gruppe blickte umher und sah, dass der Horizont in Rauch gehüllt war. Ein Steppenbrand raste auf sie zu. Er machte die Leute darauf aufmerksam, die in panische Angst gerieten. Der Jeep war unerreichbar, sie hatten ihn vor Stunden unten am Flussbett stehen lassen. Immer näher rauschte das Feuer heran, da entfachte der Führer zum Entsetzen der Reisenden seinerseits ein Feuer. Nun schien alles in Flammen aufzugehen, doch bald war ringsumher alles Brennbare zu Asche geworden. Die Gruppe stellte sich mitten auf die schwarzgraue Fläche, um die bald darauf das große Feuer im weiten Bogen herumlief, es war nichts mehr da, was hätte brennen können. Die Leute waren gerettet!
Das Strafgericht Gottes über all unsere Gottlosigkeit gleicht einem riesigen Steppenbrand, dem einmal alles zum Opfer fällt, was nicht zu der Tatsache Zuflucht genommen hat, dass einer die Strafe zu unserem Heil längst getragen hat. Jesus Christus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben. Das stellvertretende Leiden des Gottessohnes gleicht dem Gegenfeuer in unserer Geschichte. Gottes Gerechtigkeit findet nichts Strafbares mehr an denen, die glauben und Gott um Vergebung bitten.
Haaranalyse
Markus 10,45
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Sie kennen doch Ötzi, den Menschen, der rund fünftausend Jahre im Eis der Ötztaler konserviert war, bis er vor einigen Jahren wieder zum Vorschein kam. Man hat in ihm einen steinzeitlichen Bauern oder Hirten, Jäger, Händler oder Schamanen gesehen, bis jetzt endlich Forscher der Grazer Universität durch eine Haaranalyse feststellten, dass Ötzi mit dem gefährlichen Geschäft der Metallverarbeitung zu tun hatte; denn seine Haare enthalten drei bis fünfzehnmal mehr Arsen, Nickel und Mangan als unseres heutzutage.
Das ist eine der dunklen Seiten des Fortschritts unserer Zivilisation. Seit jenen fernen Tagen haben die Menschen teils unwissend, teils gezwungenermaßen die gefährlichen Dämpfe und Stäube in Bergwerken und an Schmelzöfen eingeatmet. Wie viele Schmerzen und Krankheiten hatten sie zu erdulden, und wie kurz war die Lebenserwartung dieser Leute!
Zu allen Zeiten mussten Menschen leiden und wurden erniedrigt und gequält, damit andere wohlhabend und sorglos leben konnten. Zu allen Zeiten haben Menschen über Menschen zu deren Unglück geherrscht. Denken wir nur an die bis heute nicht ausgerottete Sklaverei oder an die Kinderarbeit in Indien und an vielen anderen Orten.
Wie anders war doch der Herr Jesus Christus, der nicht gekommen war, um bedient zu werden, sondern um selbst zu dienen und sogar sein Leben für andere, für uns, hinzugeben. In seiner Nachfolge ist viel entsagungsvoller Dienst an Bedürftigen getan worden. Wohl alle sozialen Einrichtungen auf dieser Erde hatten wahre Nachfolger Christi zu Gründern. Wer dem Herrn Jesus Christus heute folgen will, kann Licht und Wärme um sich herum verbreiten.
Aberglaube
Römer 14,23
Wer aber zweifelt, wenn er isst, ist verurteilt, weil er es nicht aus Glauben tut. Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.
»Ob eine schwarze Katze Unglück bringt, hängt davon ab, ob man ein Mensch oder eine Maus ist.« Diese gesunde Einstellung wird längst nicht von allen geteilt. Auch im Christentum wimmelt es von Aberglauben. Viele Gebräuche bei Geburt, Hochzeit und Beerdigung entspringen dem Wunsch, ja nichts zu tun, was Schaden bringen könnte und nichts auszulassen, womit Unheil abzuwenden ist. Dem Aberglauben wimmelt die Welt voller rachsüchtiger, feindseliger Geister, die man zufriedenstellen muss, indem man bestimmte, von den Voreltern übernommene Formeln murmelt oder bestimmte Handlungen ausführt oder andere wieder unter allen Umständen zu vermeiden sucht.
Die meisten abergläubischen Praktiken lassen sich durch die Jahrhunderte auf unsere heidnische Vergangenheit zurückführen. Da wimmelte es nur so von Geistern, Göttern und Dämonen, die im Grunde alle menschenfeindlich waren.
Aberglaube entspringt aber auch einem verzerrten Gottesbild. Entweder meint man, Gott habe Spaß daran, die Menschen zu quälen, und nur feste Formulierungen und geweihte Handlungen könnten ihn an solchem Treiben hindern; oder man hält ihn für zu schwach, um mit den Mächten des Bösen fertig zu werden, deshalb muss man ihm mit Beschwörungen zur Hilfe kommen. Beides ist eines Christen unwürdig, weil durch beides Gott, der allmächtige Schöpfer, zutiefst entehrt wird.
In unserem persönlichen täglichen Leben sollten wir allem Aberglauben einen entschiedenen Abschied geben und obigen Bibelvers ernst nehmen und unser Vertrauen fest auf den Gott der Bibel richten.
Milliarden Götter?
Jesaja 44,6
So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.
Tatsächlich, bei den Mormonen gibt es so viele, und die Hindus denken ähnlich. Aber auch bei den Griechen, Babyloniern und Ägyptern wimmelte es von Göttern, die genauso boshaft waren wie die Menschen, deren Hirn sie entsprungen waren – kein Wunder!
Da kann man nur in dauernder Angst leben oder alles als bloße Gedankenspielerei ansehen. Wie anders ist da der Gott der Bibel! Er ist der Einzige, der Ewige, der Allmächtige und Allwissende, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er liebt die Menschen und nimmt sich ihrer an, um sie zu erlösen und zu befreien. Er sandte seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben bekommt.
Wer die Feindschaft gegen diesen Gott aufgegeben und sich ihm unterworfen hat, wer ihm seine Sünde bekannte und nun im Frieden mit ihm leben darf, der kann froh sein; denn was oder wer könnte ihm jetzt noch schaden? Alles, was uns hier begegnet, muss dann letztlich zu unseren Gunsten ausschlagen. Das versichert uns auch die Bibel immer wieder. Solche Leute freuen sich über einen liebenden Vater im Himmel, den sie einmal in Ewigkeit ohne irgendwelche Behinderungen loben und anbeten werden.
Ja, aber wer in der ablehnenden Haltung gegen den Allmächtigen verharrt, der muss sich natürlich darauf gefasst machen, dem Zorn des Schöpfers des Welltalls ausgesetzt zu sein. Wer könnte das aushalten? Auch da ist die Bibel sehr deutlich, um uns zu warnen, denn trotz seiner Größe liebt Gott die kleinen Menschen und hat sogar seinen Sohn für sie sterben lassen.
Tolle Burschen!
Kolosser 1,12
… danksagend dem Vater, der uns fähig gemacht hat zu dem Anteil am Erbe der Heiligen in dem Licht.
Wir kennen alle die Golden Gate Brücke, die sich über die Einfahrt zur Bucht von San Francisco schwingt. Zwischen zwei leuchtend roten Türmen, die jeder fast hundert Meter höher sind als die Türme des Kölner Doms, spannt sich 67 Meter über dem Wasserspiegel eine mehr als 1.300 Meter lange Fahrbahn. Bei der Eröffnung am 27.04.1937 war sie die größte Hängebrücke der Welt.
Solch ein Bauwerk erfordert nicht nur tüchtige Ingenieure, sondern auch unerschrockene Männer, die in schwindelnder Höhe mit schwerem Werkzeug und noch viel schwereren Materialien zu hantieren wissen. Damit nun keiner von ihnen in die grausige Tiefe stürzen konnte, hatte man unter der Baustelle Fangnetze ausgespannt. 27-mal haben sich diese Netze als Lebensretter bewährt. Von welchem Schlage aber die Abgestürzten waren, zeigt sich an dem Namen, unter dem sie sich zu einem Verein zusammengeschlossen haben. »Half Way to Hell Club« nannten sie ihn. In Deutschland hätten sie ihren Verein sicher »Schon halbwegs in der Hölle« genannt.
Sicher fanden sie das äußerst witzig; das ist es aber beileibe nicht. Nicht nur die tollen Burschen von der Golden Gate Brücke, sondern alle Menschen, die die Hälfte der ihnen zugemessenen Zeit schon verlebt haben, gehören zu diesem Klub, wenn sie nicht inzwischen Gottes Vergebung empfangen haben. Und wer weiß schon, wann für ihn Halbzeit ist! Es kann schon viel später sein als wir ahnen. Da ist es doch eine gute Nachricht, dass Gott Leute, die schon »half way to hell« sind, zur Umkehr einlädt und sie in die Vereinigung bringt, die nicht mit jedem Tag der Hölle, sondern dem Himmel näherkommen.
Wunder
Klagelieder 3,22
Es sind die Gütigkeiten des HERRN, dass wir nicht aufgerieben sind; denn seine Erbarmungen sind nicht zu Ende; Wunder geschehen heute noch; aber sie sind fast immer von anderer Art als damals, als der Herr Jesus Christus Tote auferweckte, Tausende speiste und unheilbar Kranke mit einem Wort gesund machte. Solche Wunder konnte man nicht rational erklären, man konnte sie schlimmstenfalls totschweigen. Sie waren die öffentliche Legitimation für den Anspruch Jesu, der Sohn Gottes zu sein.
Das ist heute anders. Erlebt einer etwas, was er persönlich für ein Wunder hält, so kommt sehr schnell ein anderer, der ihm erklären kann, dass alles ganz »natürlich« zugegangen ist.
Und wie ist es, wenn einer Gott für das Wunder der Bewahrung dankt, dass er den Zug verpasste und dadurch nicht das Flugzeug erreichte, das kurz nach dem Start abgestürzt ist? Hatte Gott die dreihundert Passagiere nicht im Blick? Und vielleicht war einer darunter, der Gott für »das Wunder« dankte, das Flugzeug noch erreicht zu haben? Oder was ist, wenn ein unheilbar krankes Kind gesund wird, und zwei Straßen weiter stirbt eines an derselben Krankheit?
Heutige Wunder sind fast immer subjektiver Natur und können nur dem eine himmlische Botschaft sein, der sie so verstehen will. Warum ist das so? Gott will von uns Menschen, dass wir ihm glauben. Er lässt sich nicht zwingen, uns hochmütigen Menschen immer wieder einen von uns akzeptierten Daseinsbeweis zu liefern. Außerdem hat er uns zwei untrügliche Zeugen seiner Existenz und seines Wesens gegeben: die Schöpfung und die Bibel. Wer diese Zeugen verwirft, wird Gott nirgends finden, und wer sie annimmt, entdeckt ihn überall und in allem, einerlei, ob er Gottes Tun begreifen kann oder nicht.
Auf das Fundament kommt es an
1. Korinther 3,11
Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Bei uns an der Nordsee haben die Bauern des Mittelalters ihre Kirchen oft auf selbst aufgehäuften Erdhügeln erbaut. Dorthin wollte man sich mitsamt dem Vieh vor den Sturmfluten in Sicherheit bringen.
Die Kirchen haben dicke und stabile Mauern. Sie stehen heute noch; aber manchmal war die Erde noch nicht fest genug. Dann gab sie unter der Last der Steine nach, und die Mauern wölbten sich nach außen. Der Kirchturm in Suurhusen bei Emden z.B. ist noch 2 Grad schiefer als der berühmte Turm in Pisa.
Es kommt also nicht allein auf das Bauwerk, sondern zunächst einmal auf das Fundament an. Das gilt genauso für gedankliche Konstruktionen. Sie mögen in sich stimmig, logisch und plausibel sein, wenn aber die Grundvoraussetzungen falsch sind, wird alles keinen Bestand haben.
Das Paradebeispiel ist der Marxismus! Er lehrt, der Mensch werde, wenn er erst von den Ausbeutern befreit ist, alle »Produktionsmittel« als Allgemeingut betrachten, die er dann zum Nutzen aller mit Freuden zu mehren sucht. Die klügsten Köpfe haben diese Lehren bis ins Letzte ausgefeilt und ihre Allgemeingültigkeit zu beweisen versucht. Weil aber das zugrundeliegende Menschenbild falsch ist, konnte dies System nur mit brutaler Gewalt für eine Zeit lang aufrecht erhalten werden, um dann zu zerbrechen, nicht ohne das Gebiet seiner Herrschaft wirtschaftlich und moralisch zugrunde gerichtet zu haben.
Das biblische Menschenbild sieht so aus: Alle sind egoistische und stolze Sünder und brauchen dringend ein »neues Herz«, wenn sie miteinander in Frieden und Gott wohlgefällig leben wollen.
Buße tun?
Apostelgeschichte 3,19
So tut nun Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden.
Das erinnert doch ans Mittelalter, wo Menschen im »Bußgewand« zu irgendwelchen »Gnadenbildern« oder Wallfahrtskirchen wanderten oder auf den Knien dorthin krochen. Oder man denkt an die Buße, die einem im Beichtstuhl auferlegt wird, vielleicht auch an das Bußgeld für ein »Knöllchen«.
Büßen hat immer mit einem Schuldeingeständnis zu tun, und dagegen sträuben wir uns heute mit aller Kraft. Erzieher und Psychologen haben uns ja auch klar gemacht, dass an unseren Defiziten und Bosheiten im Grunde »die Gesellschaft«, die Eltern, Schulen, Chefs und die Lebensumstände schuld sind. Also, warum Buße tun?
Gott verlangt es von uns. Daraus spricht im Grunde eine hohe Wertschätzung des Menschen. Gott sagt: Du hast ein Gewissen, du hast ausreichend Verstand, um beurteilen zu können, was gut und was böse ist, du bist das einzige Geschöpf auf Erden, das nachdenken kann, und darum erwarte ich, dass du es auch tust.
Verstecken wir uns nicht hinter Ausreden, so müssen wir bekennen, dass wir selbst für unsere Taten verantwortlich sind. »Mildernde Umstände« weiß Gott schon zu würdigen. Er ist gerecht in seinem Urteil über uns. Buße tun vor Gott heißt: Ihm unser Schuldigsein zu bekennen. Tun wir das aufrichtig, so öffnet uns Gott den ganzen Reichtum seiner Gnade. Lesen Sie doch noch einmal den obigen Bibelvers! Wenn man bedenkt, was dort versprochen wird, lohnt es sich dann nicht – Buße zu tun?
Reich – und weiß es nicht
2. Korinther 8,9
Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.
Die Oma war arm, bettelarm sogar. Oft hatte sie nur Kartoffelschalen im Topf, die sie irgendwo gefunden hatte. Das ging schon jahrelang so; aber sie nahm ihr Schicksal geduldig an, ohne ihre Umwelt mit Klagen zu behelligen. Eines Tages bekam sie Besuch von dem neuen Gemeindepfarrer. Ihm sprang der Mangel und die Bedürftigkeit aus allen Ecken entgegen, und die Alte tat ihm herzlich leid. Er erkundigte sich nach ihrer Verwandtschaft und ob sie Kinder habe.
»Ja,« sagte sie, »ich habe einen Sohn, der ist Arzt in Amerika!«
»Schreibt der Ihnen denn gar nicht? Der könnte doch ein wenig für Sie sorgen,« meinte der Seelsorger. »Doch, doch« sagte die alte Frau ganz eifrig: »Er schreibt mir jeden Monat und legt mir zu jedem Brief ein Bild dazu, mal rot, mal grün, mal blau.« Daraufhin holte sie einen Schuhkarton aus dem Schrank, der voller Dollarscheine war. Sie war also eine reiche Frau – und aß Kartoffelschalen!
So geht es vielen Christen. Sie schleppen sich mühsam, still vor sich hinklagend durchs Leben, haben weder Mut zu festem Glauben, noch können sie den täglichen Versuchungen widerstehen, dabei steht ihnen der ganze Reichtum ihres himmlischen Vaters zur Verfügung, wenn sie es nur im Glauben annehmen wollten!
Und was sollen die Menschen ohne Glauben von solchen Christen denken? Lohnt es sich, die Hoffnung auf irdische Güter, irdisches Glück zugunsten eines solchen Jammerdaseins dranzugeben? Nietzsche, der große Philosoph, hat einmal sinngemäß gesagt: »Wenn ich an einen Erlöser glauben sollte, müssten seine Nachfolger erlöster aussehen!« Er hatte Recht! Aber der Fehler liegt nicht bei Gott, sondern bei uns.
Gott kennen
1. Mose 18,3
Abraham sprach: Herr, wenn ich denn Gnade gefunden habe in deinen Augen, so geh doch nicht an deinem Knecht vorüber!
Na, das wäre doch einmal etwas, wenn Gott zu uns zu Besuch käme, wie damals bei Abraham!
Ja, aber wollten wir das wirklich? Wäre uns die Sache nicht viel zu riskant? Stehen wir mit ihm auf so gutem Fuß, dass wir ihm zwar ehrerbietig, aber doch vertrauensvoll entgegengehen könnten?
Oder wäre uns ein solcher Besuch höchst unangenehm, weil wir vieles in unserem Umfeld lieber vor ihm verborgen halten wollen?
Nun kann man solche Fragen als gegenstandslose Spinnerei abtun, weil es derartiges gar nicht gibt – wenigstens nach Meinung der meisten Menschen. Doch hat es seit den grauen Tagen der Urzeit bis zum heutigen Tage immer wieder Männer und Frauen gegeben, denen der Allmächtige begegnet ist, zwar nicht so »handgreiflich« wie Abraham; aber genauso wahr und überwältigend und gleichzeitig Furcht und Vertrauen erweckend. Dann wurde aus einem »Saulus ein Paulus,« aus einem verzagten Menschen ein mutiger Bekenner und aus einem gleichgültigen Christen einer, den Gott gebrauchen konnte. Wie anders sähe doch unsere Welt aus, wenn es noch mehr davon gäbe! Wie würde das auch Ihr Leben zum Positiven für Sie selbst und für Ihre Umgebung verwandeln! Eine solche Begegnung verändert nämlich unser Denken und bringt unsere Prioritätenlisten ganz und gar durcheinander. Auf einmal begreifen wir, wie vage alle irdische Hoffnung begründet ist, wie wenig es sich lohnt, um eines Vorteils willen die Hände und das Gewissen zu besudeln und welchen Wert stattdessen die gute Beziehung zu dem ewig unwandelbaren Schöpfer hat. Das müssen auch Christen immer wieder lernen, wenn sie ihr Denken zu sehr auf das Diesseitige gerichtet haben.
Auf nichts ist mehr Verlass!
1. Johannes 2,17; Haggai 1,6
Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.
Ihr habt viel gesät und wenig eingebracht; ihr esst, aber nicht zur Sättigung; ihr trinkt, aber nicht zur Genüge; ihr kleidet euch, aber es wird keinem warm; und der Lohnarbeiter erwirbt Lohn für einen durchlöcherten Beutel.
»Das Mistding hat ja Löcher!«, schrie der kleine Junge, der sich vor einem Schneeschauer retten wollte. Eigentlich gebrauchte er einen noch etwas derberen Ausdruck, der sich in diesem Kalender aber nicht wohlgefühlt hätte. Was er so bezeichnete, war der 83 Meter hohe Kolossalbau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica. Tatsächlich hat dieses nicht nur weiträumig durchbrochene Wände, sondern auch ein ebensolches Gewölbe, durch das die Schneeflocken nahezu ungehindert hineinwirbeln konnten. Von Weitem betrachtet schien das Denkmal mit seinen gewaltigen Ausmaßen allerdings ein guter Schutz gegen die Unbilden des Wetters zu sein.
Geht es uns Erwachsenen nicht oft genauso wie dem Jungen? Da meint man, gegen alles und jedes versichert zu sein, und dann passiert ein Unglück, für das alle unsere Versicherungen eben nur ein Loch haben. Oder man schmiedet Pläne, und dann kommt eine Krankheit, oder die Firma geht pleite, oder – was heute sehr vielen tüchtigen Menschen passiert – alles, was man gelernt hat, wird einfach nicht mehr gebraucht. Dann erleben wir, dass unser, uns selbst großartig erschienener Lebensbau nur ein riesiges Loch statt eines sicheren Daches hat.
Andere haben sich auf großmächtige Ideologien verlassen, wie z. B. den Kommunismus und hinterher standen sie im Schneegestöber eines gewaltigen Zusammenbruchs. Gott lässt all solche Dinge geschehen, damit wir lernen, was unsere Pläne und die irdischen Hoffnungen wert sind. Wir sollen fragen, was denn wirklich bleibt, was Bestand hat, auch wenn hier alles wankt und bricht, und was über den Tod hinaus Schutz und Geborgenheit bietet.
Homo zappiens
1. Mose 1,27
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie.
Sie wissen doch, dass die Zoologen uns Menschen mit dem Namen Homo sapiens bedacht haben, um uns ins »Tierreich« einzuordnen und uns einen Platz bei den Menschenaffen zu geben, seien es noch lebende oder solche, die schon lange ausgestorben sind.
Die Bibel sagt uns nun, dass die Menschen tatsächlich »sapiens«, d.h. weise sind und unter allen Lebewesen eine Sonderstellung einnehmen, weil sie zur Erkenntnis ihres Schöpfers und zum Nachdenken über sich selbst und ihre Mitgeschöpfe befähigt sind.
Allerdings messen die wenigsten Menschen der Verbindung zu Gott große Bedeutung bei. Statt dessen benutzen sie die ihnen verliehene »Weisheit« dazu, sich gegenseitig auszutricksen und Gewalt über einander zu gewinnen, so, als sei das Fressen und Gefressenwerden der Sinn des Daseins. Im tiefsten Inneren befriedigt das allerdings die wenigsten, und so versuchen die Menschen von heute dem Augenblick Sinn zu verleihen, indem man möglichst viel Spaß erlebt. Wie man sich beim Kabelfernsehen durch dreißig und mehr Programme »zappen« kann, versucht man es auch im täglichen Miteinander. Alles ist erlaubt, es muss nur Spaß machen; wenn dies nichts bringt, muss etwas anderes her. So »zappt« man sich durchs Leben. Aus dem Homo sapiens ist der Homo zappiens geworden, der nichts als den augenblicklichen Spaß für erstrebenswert hält. Nur – was sagt Gott dazu? Er ist noch immer so heilig und gerecht wie am Anfang und fordert uns auf, unser Leben mit seinen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Wenn wir unsere geistliche Antenne auf ihn ausgerichtet haben, hört das Zappen auf und wir werden wahrhaft weise.
Regeln müssen sein
Psalm 119,98
Weiser als meine Feinde macht mich dein Gebot, denn immer ist es bei mir.
Das weiß jeder Sportler, jeder, der Mühle oder Schach spielt, oder der etwas tut, wobei man gewinnen oder verlieren kann.
Stellen Sie sich vor, das Schachbrett würde einheitlich übermalt, so dass keine schwarzen und weißen Felder mehr zu erkennen sind; dazu würde man noch abwechselnd und nach Belieben Bauern zu Läufern und Türmen, und den König zur Dame (oder umgekehrt) machen. Schachspielen wäre so unmöglich gemacht. Die beiden Spieler könnten nur noch mit den Fäusten entscheiden, wer »gewonnen« hat.
Das Gleiche gilt im Zusammenleben der Menschen. Wenn keine Gesetze mehr verbindlich gelten, wenn keine Maßstäbe für richtig und falsch anerkannt werden, dann dauert es nicht lange, bis die nackte Gewalt regiert. Mir sagte einmal einer: »Die Zehn Gebote sind abgeschafft, jetzt gilt nur noch eins: Du sollst dich nicht erwischen lassen!« Leider hatte dieser Junge den rechten Durchblick. Wenn eine Gesellschaft sich nicht mehr unter Gottes Leitung weiß, machen alle ihre Mitglieder, was ihnen gerade am besten in den Kram passt, und das geht meistens auf Kosten des Nächsten. Appelle an die Vernunft gibt es heutzutage genug, nur verhallen sie fast alle ungehört, besonders bei denen, an die sie eigentlich gerichtet sind. Die ganze Angelegenheit ist nämlich kein rationales Problem, sondern eines unseres Willens, der leider von der Ichsucht beherrscht wird.
Viele beklagen die zunehmende soziale Kälte. Ob das die Vorboten der Eiszeit einer neuen Gewaltherrschaft sind? Wie sollten doch alle, die noch beten können, Gott darum bitten, dass wir selbst und unsere Mitmenschen zu Gott umkehren und seine heilsamen Gebote wieder ernstnehmen – zu unser aller Heil.
Einmal ist keinmal
Psalm 139,2
Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von fern.
Ja, wenn das so wäre! Als gestern das Ei vom Tisch gerollt war, galt das ja auch nicht. Eher hätte dahin gepasst: Hin ist hin!
Wie oft trösten wir uns mit dem Gedanken, ein einmaliges Versehen sei nicht so schlimm, und wir reden uns ein: »Jeder macht mal einen Fehler!« So, als sei damit die Sache aus der Welt geschafft. Stimmt das aber? Weil viele versagen, ist mein Fehlverhalten noch lange nicht in Ordnung; denn Gott ist davon berührt worden. Seine absolute Gerechtigkeit und Heiligkeit wurde dadurch beleidigt. Wenn Gott nun allwissend und allmächtig ist, kann das nur zur Katastrophe führen, sogar schon beim erstenmal.
Was hatten denn Adam und Eva eigentlich verbrochen? Was war schon der einmalige Diebstahl eines Apfels (oder was es sonst war) verglichen mit den Scheußlichkeiten, die später verübt wurden?! Und doch hat diese eine Tat so schreckliche Folgen nach sich gezogen. Alle Gemeinheiten, alles Fressen und Gefressenwerden, all die millionenfache, himmelschreiende Not, lässt sich auf den »Sündenfall« unserer Voreltern zurückführen. Dort wurde das Freundschaftsverhältnis zwischen Gott und seinen Menschen in einem einzigen Akt der Auflehnung und des Ungehorsams zerstört.
Denn Gott lässt sich nicht spotten, das hat er selbst gesagt. Weil er aber seine Geschöpfe liebt, hat er uns auch die Chance gegeben, die Sache wieder in Ordnung zu bringen. D.h., Gott bietet allen Vergebung an, die zu ihrer Schuld stehen. Ihnen lässt er sagen, dass er seinen Sohn für uns hat büßen lassen. Ihm hat er alle Sünden der Menschen aufgeladen, und jeder kann jetzt Vergebung finden, der ihn darum bittet.
Der Rat des Fachmanns
Daniel 2,20-21
Daniel hob an und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn Weisheit und Macht, sie sind sein. Und er ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit, und Verstand den Verständigen;
»Wegen Lawinengefahr muss jeder auf den vorgeschriebenen Loipen bleiben.« »Niemals im Dunkeln im Hochgebirge herumklettern!« »Bei Ebbe darf man in der Nordsee nicht baden!« – Solche Hinweise sind immer ernst zu nehmen, weil ein Missachten tödliche Folgen haben kann. Wer klug ist, befolgt sie auch, selbst wenn er den Grund nicht einsieht. Man sollte lieber so denken: »Die das anordnen, kennen sich aus. Ich darf nicht auf das gute Wetter vertrauen und mich auch nicht durch Tatendrang und gute Freunde verleiten lassen.«
Wie ist das nun auf der moralischen oder der religiösen Ebene? Heute heißt es zwar, dass jeder seinen Glückes Schmied ist, und dass jeder selbst weiß, was er verantworten kann; aber gibt es auf diesen Feldern niemand, der Bescheid weiß, wie die Bergwacht in Garmisch oder der Bademeister auf Sylt? Kann man da nirgends in tödliche Gefahr geraten? Besteht hier nicht auch die Gefahr, einen guten Rat oder eine Warnung leichtfertig zu missachten?
Ja, es gibt einen, der uns warnt, und der hat uns die Zehn Gebote gegeben, damit wir uns danach richten. Und wenn wir merken, die können wir alle nicht halten, oder wenigstens längst nicht alle, dann sagt er uns, dass er uns trotzdem nicht zum Tode verurteilt, wenn wir unser Versagen zugeben und daran glauben, dass er, Gott, seinen Sohn sandte, um die Schuld zu bezahlen.
Der ist wirklich weise und einsichtig, der sich so beraten lässt, denn immerhin geht es um die Ewigkeit bei Gott – oder ohne ihn.
Ganz vergessen!
Johannes 15,5
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun.
Eine Spinne hatte sich an einem Faden von einem Zweig hinab auf die Erde gelassen. Dort wollte sie zwischen Gräsern und Halmen ihr Netz bauen. Doch immer wenn sie Gefahr witterte, lief sie schnell nach oben, an diesem Faden entlang, und brachte sich in Sicherheit. Inzwischen wuchs das Netz. Es wurde schön rund und gleichmäßig. An den klebrigen Fäden blieb so manches Opfer hängen; es lebte sich gut dort unten. Auch war die Spinne bald stark und groß geworden, so dass sie sich vor niemand mehr fürchtete.
Eines Tages, bei einem Rundgang um ihr Netz, entdeckte sie den Faden, der nach oben führte. Wohin er führte, hatte sie inzwischen ganz vergessen, auch wozu er ursprünglich diente.
»Überflüssig! Der kann weg!«, dachte sie und biss ihn ab. Da fiel ihr ganzes stolzes Netz in sich zusammen.
So geht es manchem Christen. Früher, als er sich schwach fühlte, flüchtete er sich im Gebet »nach oben« zu Gott; aber dann gelang ihm manches in Geschäft und Familie. Es ging ihm gut, er fühlte sich stark und er vergaß schließlich seine Abhängigkeit von seinem Schöpfer so sehr, dass er die Verbindung zu ihm einfach abbrach, vergaß und für überflüssig hielt. – Dann lässt Gott, weil er uns lieb hat, oftmals erleben, was wir ohne ihn können. Oft müssen wir erst durch Krankheiten, Geldeinbußen, menschliche Enttäuschungen und Unfälle lernen, wie abhängig wir »von oben« sind.
Durchgehalten!
Lukas 19,1
Und Jesus kam hinein und zog durch Jericho.
Die Stadt Jericho durfte es gar nicht mehr geben; denn Gott hatte nach ihrer Zerstörung verboten, sie wieder aufzubauen. Man hätte verstehen können, wenn der Herr Jesus Christus gesagt hätte: »Diese Stadt voller ungehorsamer und empörerischer Leute existiert für mich nicht!«
Aber das hat er glücklicherweise nicht gesagt, sonst hätte er auch nicht in diese Welt der Feinde Gottes kommen dürfen. Aber genau das hat er getan, obwohl sich die Feindschaft gegen ihn sofort zeigte. Man hatte keinen Raum in der Herberge in Bethlehem, als er geboren wurde, und schon bald kamen die Mörder des Herodes, die ihn umbringen wollten. Darum war er ein Flüchtling in Ägypten und später wohnte er in Nazareth, einem entlegenen Nest im Norden Galiläas, von dem man nichts Gutes erwartete, und schon gar nicht den Messias.
Wir hätten auch versehen können, wenn er gesagt hätte: »Vater, ich habe es versucht; aber sie sind es nicht wert.« Auch das sagte er nicht, sondern er ging seinen Weg weiter. Man wollte ihn in Nazareth ermorden, in Jerusalem steinigen, man versuchte, ihn schlecht zu machen und Anklagepunkte gegen ihn zu finden. Er aber ging durch das ganze Jericho, durch diese Welt, bis zum Ende, zum bitteren Ende am Kreuz. Und warum? Weil er wusste, in Jericho wohnt ein Zachäus und in dieser Welt wohnen Leute, die Gott liebt und die sich nach Rettung sehnen. Da hat er durchgehalten, bis er sagen konnte: »Es ist vollbracht!«
Merken Sie? In dem einen Satz da oben liegt das ganze Evangelium verborgen.
Menschenopfer
Hebräer 10,12
Jesus aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht hat, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes,
Im Januar 2002 erregte ein Prozess gegen ein junges Satanistenpaar bundesweites Aufsehen. Die beiden hatten einen Bekannten brutal ermordet, weil – wie sie sagten – Satan dies von ihnen gefordert hatte. Getrieben vom Hass auf alles menschlich Normale und im Bewusstsein ihrer Erwählung durch Satan, planten sie die Ermordung ihres Bekannten und führten diese in kaum vorstellbarer Brutalität durch. Insgesamt 66 Verletzungen durch Messerstiche und Hammerschläge wurden bei der Obduktion festgestellt. Dies Ereignis und zahlreiche ähnlich gelagerte Vorfälle zeigen deutlich, wie töricht es ist, den Teufel als mittelalterliches Gruselwesen abzutun; denn zu allen Zeiten wurden den »Göttern« Menschen geopfert, und die Bibel sagt: »Was die Heiden opfern, das opfern sei den Teufeln.« Weil die »aufgeklärten« Menschen den Teufel ignorieren, hat er leichtes Spiel, sie für seine Zwecke einzusetzen. Nie sind von Menschen mehr Menschen mutwillig umgebracht worden, als im gerade vergangenen 20. Jahrhundert. Denn der Herr Jesus Christus sagte, dass der Teufel von Anfang an und grundsätzlich ein Menschmörder ist. Er hat nicht nur die Nazis, die Kommunisten und die Warlords in der dritten Welt verführt, sondern treibt auch uns »Friedliebende« an, Ungeborene und in zunehmenden Maße »Lebensunwerte« wie Erbkranke und Altersschwache einfach umzubringen.
Wie anders ist Gott. Anstatt die Menschen, die ihn beleidigt haben, totzuschlagen, hat er seinen Sohn gesandt, um ihn an unserer Statt sterben zu lassen, damit er uns gnädig sein kann, ohne gegen die Gerechtigkeit zu verstoßen; denn durch das Opfer am Kreuz wurden die Sünden aller bezahlt, die es dankbar annehmen.
Immer dasselbe!
Jeremia 15,16
Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens; denn ich bin nach deinem Namen genannt, HERR, Gott der Heerscharen.
»Oma, warum liest du immer nur in der Bibel? Gibt es nicht viele andere schöne Bücher?«, fragte der zehnjährige Enkel, als er die alte Frau wie jeden Tag in ihrer dicken Bibel lesen sah. Er kannte das ja und wusste auch, dass sie oft versucht hatte, ihm ein wenig daraus vorzulesen oder ihm diese oder jene Geschichte zu erzählen. Manches fand er auch ganz interessant, etwa die Geschichte von Mose oder von David, wie er den Riesen Goliath mit seiner Steinschleuder besiegt hat. Und auch aus dem Neuen Testament kannte er so einiges; aber es gab doch so viel anderes, Abenteuerbücher, Mickymaus und Fußballmagazine.
»Ja«, sagte sie nach einer Weile, »das andere habe ich auch gelesen, aber eines Tages hat mir Gott gezeigt, dass er eine Rechnung mit uns Menschen offen hat und dass er einmal Rechenschaft über alles fordern wird, was ihm an uns nicht gefallen hat. Und da habe ich in diesem Buch die Lösung für dieses Problem gefunden, und darum freue ich mich so sehr darüber, dass ich nicht genug darin lesen kann.«
»Du meinst also, wenn man gern in der Bibel liest, dann tut man das, weil man weiß, dass Gott nicht mehr böse über einen ist?« »Genau! Alle anderen hören bald auf mit dem Bibellesen, auch wenn sie es sich fest vorgenommen haben. So weit weg von Gott sind die Menschen leider.«
Der Junge sagte nichts mehr, aber jetzt war ihm gar nicht mehr so wohl zumute. Hatte er denn Lust zum Bibellesen? Und was bedeutete es dann für ihn?
Im Himmel
Jesaja 35,10
Und die Befreiten des HERRN werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.
»Im Himmel? Was soll ich denn da? Ich kann mir nichts Langweiligeres als das ewige Hallelujasingen vorstellen!« Wenn einer so spricht, können wir ihn beruhigen, dass er sicher nicht in diese Verlegenheit kommen wird; denn im Himmel sind nur Freiwillige – und ebenso in der Hölle. Ein anderes Argument, was oft genannt wird, ist die Eintönigkeit des Himmels: Nur brave Leute, da gibt es weder Abenteuer noch Spannung noch etwas zum Lachen.
Solche Gedanken verraten, dass Gott dieses Herz noch nicht erreicht hat. Ein solcher Mensch kennt einfach Gott nicht. Er hat noch keine Bekanntschaft mit dem »Gott der Herrlichkeit« gemacht wie andere, die geradezu darauf brennen, endlich mit ihren Augen den zu sehen, der die Quelle alles Schönen, Guten, Wahren und Edlen ist. Wem einmal klargeworden ist, dass alles, was hier das Herz mit Glück und Freude erfüllen kann, von Gott kommt und dass alle staunenerregenden Erkenntnisse von eben diesem Gott im Voraus gedacht wurden, der sucht die Nähe zu ihm und möchte in möglichst ungetrübter Gemeinschaft mit ihm sein. Das Größte erscheint aber solchen Menschen, dass sich Gott nicht endgültig von uns abgewandt hat, obwohl wir ihn oft missachtet und beleidigt haben. Statt dessen hat er einen Weg gefunden, auf dem er gerecht und gleichzeitig gnädig mit uns verfahren kann, indem er seinen Sohn, Jesus Christus, unsere Schuld tragen ließ.
Wer das glaubt, ist Gottes Kind geworden und wird einmal ein unbeschreiblich prächtiges Erbteil von Gott empfangen, das alle unsere höchsten Wünsche und kühnsten Träume bei weitem übertreffen wird. Das wird für uns ein Übermaß nie endender Glückseligkeit sein.
Leben ist mehr!
Matthäus 16,26
Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?
»Was kann ich mir noch Gutes tun?«, so überlegte der König Salomo in seinen jüngeren Jahren. Und weil er nicht dumm war, fiel ihm natürlich auch so manches ein. Allerdings waren es nur Dinge, auf die wir bei genügend dickem Portemonnaie auch gekommen wären. Ein Vergnügen sollte das andere jagen, natürlich mit reichlich viel »Stoff«. Dann meinte er, schöne Häuser und Gärten, die brächten’s. Das wurden bei ihm dann richtige Parks mit Teichen und schattigen Wäldern. Natürlich wollte er nicht nur Geld ausgeben, sondern auch für sichere Kapitalanlagen sorgen. Was heute Wertpapiere sind und Aktien einmal waren, das steckte man damals in Ackerbau und Viehzucht. Dazu kamen dann noch die künstlerischen Ambitionen mit Theatern und Galerien; und weil er es sich meinte erlauben zu können, verfügte er auch über einen riesigen Harem! Er wurde berühmter und reicher als jeder, der vor ihm in Jerusalem regiert hatte. Na prima, Salomo! Aber dann wurde er älter. Hier tat es ihm weh, dort hatte man ihn enttäuscht, und er sah auch, wie alles immer weniger Spaß machte; und wenn er nun sterben sollte? Als er das erkannte, begann er zu verzweifeln. Alle Mühe war letztendlich sinnlos gewesen, denn alles zerrann für ihn mit dem Tod wieder zu nichts.
Wir haben es alle zu weit weniger als Salomo gebracht, obwohl auch manche von uns »nichts als Mühe« davon hatten. Und doch hängen viele krampfhaft am Erreichten, das doch alles verloren ist, wenn wir von hier fort müssen. Da ist es wahrlich klug, auf Jesus Christus zu hören, der allen, die an ihn glauben, ein ewiges Haus im Himmel gebaut hat. Das bleibt!
Warum trifft uns die Bibel nicht?
2. Könige 22,11
Und es geschah, als der König die Worte des Buches des Gesetzes hörte, da zerriss er seine Kleider.
Ja, warum eigentlich nicht? Die meisten, auch die, die sich für Christen halten, wissen kaum noch, worum es bei der Bibellese im Gottesdienst ging, sobald sie wieder auf dem Heimweg sind. Alles rauschte nur so vorbei. Auch die meist kurz abgehandelte »Stille Zeit« hinterlässt bei den meisten keine Spuren. Woran liegt das?
Dabei haben wir gehört, wie durch das Wort der Bibel Millionen im Laufe der Geschichte völlig verändert wurden. Rücksichtslose Egoisten wurden zu liebevollen Helfern, Raffgierige gaben allen Besitz für wohltätige Zwecke weg und brutale Schläger verwandelten sich in fürsorgliche Familienväter. Ängstliche gewannen Mut und Verzagte konnten anderen eine Hilfe sein. Und das alles, weil sie aufgrund ihres Bibellesens Gott ihr Leben übergaben mit all dem Bösen, was darin war, und er gab ihnen dafür ein Wesen, das ihm und den Menschen wohlgefiel.
Was also machen wir falsch, wenn uns die Bibel kalt lässt? Es mag viele Gründe geben; aber der wichtigste und allgemeinste ist der, dass Gott uns durch die Bibel auf etwas aufmerksam gemacht hat, was wir aber nicht ändern wollten, weil es unseren Stolz oder unsere Bequemlichkeit oder Eigenliebe gekränkt hätte. Dann redet Gott eine Weile nicht mehr mit uns. Sagt er nach einiger Zeit wieder etwas und wir hören nicht darauf, gelingt es uns schon besser, eine Ausrede zu finden. Schließlich bleibt er stumm.
Wie schrecklich! Weil er nämlich am Ende der Tage gerade das zur Sprache bringen wird. Und das wird uns dann ganz sicher treffen!
»Was halten Sie vom Christentum?«
1. Petrus 2,5
… werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus.
Auf diese und ähnliche Fragen bekommt man oft die Antwort: »Ach hören Sie mir mit dem Christentum auf! Was haben die Kirchen im Lauf der Geschichte für Schandtaten begangen!« Aber Kirchen wurden von Menschen gemacht, die Fehler haben wie wir alle, und vieles ist sicher völlig indiskutabel, was da abgelaufen ist; das Christentum aber kam in der Person Jesu Christi vom Himmel zu uns herab und ist etwas ganz anderes. Selbst die ärgsten Feinde haben an Jesus Christus keine Sünde oder Schlechtigkeit gefunden, so sehr sie auch suchten. Wenn die Christen ernsthaft diesem Vorbild nacheiferten, gäbe es auch über die Kirchen weit weniger zu klagen. Das möchte ich mit einem Gleichnis verdeutlichen: Wenn eine Pyramide gebaut werden soll, braucht der leitende Baumeister nur den Schlussstein zu formen und anzugeben, wie hoch dieser am Ende über dem Boden stehen soll. Alle Winkel und Verhältnisse leiten sich daraus zwanglos ab. Folgen die Bauleute dem Vorbild, wird ein Bau entstehen, der – nur vergrößert – genauso aussieht wie der Schlussstein. Dafür tragen allerdings die Bauleute die Verantwortung. Unvermögen, Nachlässigkeit oder gar böser Wille verunstalten die Pyramide und fordern je nach Interessenlage den Spott oder den Zorn der Betrachter heraus. Mit dem »Schlussstein« Jesus Christus als Vorbild baut Gott auch heute noch seine Kirche; und es wird der Tag der »Endabnahme« kommen. Dann wird aller eigenwillige Murks beseitigt und alle Lücken, die aus Unvermögen entstanden sind, werden ausgeglichen, so dass am Ende ein vollkommenes Bauwerk dasteht, ein Tempel, gut genug, dem Allmächtigen zur Wohnung zu dienen.
Vorurteil
1. Korinther 13,6
Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, Den Ronny mochte niemand in der Schule leiden. Die Lehrer fürchteten seine Störmanöver, und die Schüler hatten vor seinen Fäusten Angst. Immer wieder beklagten sich die Kleineren, Ronny habe sie gequält. So wurde ihm verboten, die Räume der unteren Klassen zu betreten. Das wussten die Schüler auch, und nun lauerten sie darauf, dass Ronny dies Gebot übertrat, um etwas gegen ihn vorbringen zu können.
Eines Tages kamen sie angestürzt: »Ronny war bei uns in der Klasse!« Als sein Klassenlehrer musste ich ihn jetzt bestrafen, doch er leugnete, dort gewesen zu sein. Ich ging durch drei dieser Klassen. In allen wurde behauptet, Ronny habe sich dort herumgetrieben. Knapp einhundert Zeugen konnten dies also bestätigen. Wieder zur Rede gestellt, blickte mir Ronny offen in die Augen und sagte: »Ich war bestimmt nicht dort.« Ich antwortete ihm darauf, dass ich ihm glaube und fragte einzelne Kinder: »Hast du ihn in deiner Klasse gesehen?« Keine konnte das bestätigen, alle hatten es –nur allzu gern – von anderen gehört und beteiligten sich jetzt an der Hetzjagd auf Ronny. Wie viele Freundschaften und ganze Existenzen sind schon zugrunde gegangen, weil wir Dinge verbreitet haben, die »wir gehört haben«. Jegliche Resozialisierung wird dadurch sehr effektiv unterbunden, wo Leute wie Ronny es sowieso schon schwer haben, sich einzuordnen.
Ja, und wenn Gott mit dieser Haltung uns Menschen gegenübertreten wollte? Was wäre dann mit uns? Statt dessen hat er diese böse Menschheit so geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für sie alle Schuld büßen ließ!
»Wenn es Gott gäbe …«
Jesaja 45,5
Ich bin der HERR, und sonst ist keiner, außer mir ist kein Gott; ich gürtete dich, und du kanntest mich nicht: –
»Was wäre für Sie das größte Unglück?«, wurde einmal ein Prominenter gefragt. Seine Antwort war kurz und verblüffend: »Wenn es Gott gäbe.«
Verblüffend ist diese Frage allerdings nur deshalb, weil man bei den Menschen von heute, besonders bei denen, die etwas gelten, alles andere erwartet als das. Man würde meinen, sie fürchteten ein »Null-Wachstum«, einen Börsenkrach, Krieg, Krebs oder den Tod –aber Gott? Dabei hatte dieser Mensch ja so recht. Wenn es Gott gäbe, nicht irgendeinen der vielen Naturgötter Afrikas oder einen der unzählichen Hindu-Götter, sondern den Gott der Bibel, ja, dann wäre das wirklich das größte Unglück für alle, die ihm dreist ins Gesicht gelogen, betrogen, die Ehe gebrochen und andere um Hab und Gut gebracht haben. Das kann ja nur schiefgehen; denn so viel weiß jeder, dieser Gott ist gerecht und wird einmal Rechenschaft fordern. Und welche Strafe wäre der Beleidigung des Allmächtigen angemessen, wenn nicht die ewige Verdammnis!? Ja, das wäre allerdings das größte Unglück!
Nun aber weiß Gott das auch, und weil er seine Geschöpfe liebt, hat er selbst für einen Rettungsweg gesorgt. Er ließ seinen Sohn, Jesus Christus, an unserer Stelle seinen Zorn tragen. Er nahm am Kreuz alle Schuld und Sünde auf sich und starb dafür einen qualvollen Tod. Wer Gott nun um Vergebung bittet, dem schenkt er sie. Darum heißt diese Nachricht auch die Gute Botschaft – das Evangelium. So ist Gott gleichzeitig furchtbar gerecht und wunderbar gnädig.
Despoten
Markus 10,45
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Bei diesem Wort fallen einem gleich Namen ein wie Nero, Dschingis Khan oder Iwan der Schreckliche, alles Leute, denen nichts wichtiger war, als andere vor sich zittern zu lassen und das auch überall durchzusetzen.
Wie weit solche Leute und ihre kleinen Gesinnungsgenossen im Betrieb und sogar in der Familie von Gottes Denkungsart entfernt sind, zeigt nicht nur unser Tagesspruch, sondern auch ein Blick auf die Sprache des Neuen Testaments. »Despot« heißt nämlich wörtlich: »Dem zu tränken bindend ist.« Gott sagt damit, dass jede Herrschaft nur dazu dienen darf, den anvertrauten Menschen zu trinken zu geben, d.h. für ihr Wohl zu sorgen. Ein wenig klingt das aus dem Motto Friedrichs des Großen heraus, der behauptete: »Ich bin des Staates erster Diener.« Naja, wir wollen ihn nicht zu sehr beim Wort nehmen …
Gott wird im Neuen Testament auch »Despot« genannt, und an ihn wenden sich die von irdischen Despoten verfolgten Gläubigen (Apostelgeschichte 4). Sie wissen, dass Gott nur Gutes für sie im Sinn hat, darüber hinaus aber auch über die Macht verfügt, ihnen alles Notwendige zu geben und tiefen Herzensfrieden dazu.
Im Judasbrief wird auch Jesus Christus als »Despot« bezeichnet. Er hat nicht nur der Frau am Jakobsbrunnen »lebendiges Wasser« (Johannes 4), also ewiges Leben, angeboten, sondern tut es auch heute noch. Man muss es nur annehmen wollen. Er hat sich durch sein eigenes Wort daran gebunden, uns »auf grüne Auen und an stille Wasser« (Psalm 23,2) zu führen, wenn wir sein Herrsein anerkennen und uns seiner Führung anvertrauen.
Champignons im Schnee?
Psalm 51,12
Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!
»Bei mir im Garten wachsen das ganze Jahr über Champignons«, sagte ein Bekannter. Auf die Frage: »Auch jetzt im Schnee?«, antwortete er: »Na klar, ich sagte doch: Das ganze Jahr hindurch.« Sein Freund wollte dies Wunder nun aber auch gleich besehen. »Nun, mit dem Sehen ist das so eine Sache im Winter, da stecken sie nur als ein dünnes Fadengeflecht im Erdboden. Erst wenn es richtig warm wird und feucht dazu, kommen die Sporenträger – man könnte sie auch beinahe Früchte nennen – als Pilze aus der Erde. Das wird aber erst im Spätsommer soweit sein.«
So wie das Pilzmyzel im Boden steckt und nur auf günstige äußere Verhältnisse wartet, um sich vor aller Welt zu zeigen, so wartet auch im Herzen jedes Menschen das Myzel von allerhand Giftpilzen, die bloß auf eine günstige Gelegenheit lauern, ihre heillosen Früchte zu zeigen.
Man kann nur staunen, wie wenig dazu genügt, dass sich alte Freunde in der Wolle liegen, dass Habgier und Missgunst das Klima in der Verwandtschaft, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft und unter ganzen Völkern vergiften kann, so dass es zu Krieg und Mord kommt und keiner mehr dem anderen über den Weg traut.
Der Herr Jesus Christus sagt, unser Herz ist mit allem möglichen Bösen erfüllt; aber er hat auch den Weg gezeigt, wie wir dies gefährliche Pilzgeflecht steril halten können. Wer Gott um Vergebung seiner Schuld gebeten hat, den erinnert er durch seinen Geist an seine Gebote, und gleichzeitig gibt er auch die Kraft und den Willen, sie zu halten. Da hat das Böse keine Chance – aber auch nur dann!
Die Ewigkeit
Prediger 3,11
Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, das Gott gewirkt hat, von Anfang bis Ende zu erfassen vermag.
Am Sarg eines Bekannten kommen auch hartgesottenen Atheisten manche Fragen. Sollte der Tote von allem, was er getan und bewirkt hat, nichts mehr haben? Sind alle seine Leiden, seine Kämpfe und Siege, all sein Lernen und Reifen völlig bedeutungslos für ihn geworden? Und alle Schuld, die er auf sich geladen hat? Sollte das jetzt alles endgültig im Nichts versunken sein? Wird es niemals Gerechtigkeit für die geben, die seinetwegen gelitten haben?
All dies Fragen schreien förmlich nach einer Fortsetzung des Lebens im Jenseits, und so zeigt sich, dass auch den schärfsten Gottesleugnern »die Ewigkeit in ihr Herz gelegt« wurde, wie unser Bibeltext sagt. Wären wir nur für diese Welt geschaffen, kämen wir weit einfacher zurecht, wenn wir wie Tiere ohne solche Gedanken, ohne Selbst-Bewusstsein, unser Leben verbrächten.
Einen Ausweg bieten fernöstliche Religionen an, indem sie von Reinkarnation, vom Immer-wieder-Geboren-werden, reden; aber selbst wenn es diese Chance zur Wiedergutmachung gäbe, könnte sie doch niemand nutzen, weil wir immer von Neuem schuldig werden.
Gott hat uns einen anderen Weg gewiesen: Seitdem der Sohn Gottes für unsere Schuld bezahlt hat, will er jedem, der an ihn glaubt, ewiges Leben bei ihm selbst, in seinem himmlischen Reich, schenken. Dort wird alle Sehnsucht gestillt, die in uns ist, seit Gott den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat. Unsere Lebenszeit aber ist damit auch die Entscheidungszeit, um die Schritte auf den von Gott gewiesenen Weg zu lenken und die Bezahlung unserer Schuld durch Jesus Christus dankbar anzunehmen.
Ein seltener Fall
Lukas 19,6
Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden.
Von Zachäus haben viele schon als Kind gehört. Das war doch der Zöllner in Jericho, sogar der Oberzöllner, also nicht nur ein Betrüger, sondern ein Oberbetrüger. – So jedenfalls ist seit fast 2000 Jahren über ihn hergezogen worden. Aber in Wirklichkeit war er längst anders geworden. Er sagt selbst – so steht es zumindest ursprünglich in der Bibel – dass er regelmäßig die Hälfte seines Einkommens für die Armen weggab. Und sollte er jemals jemanden betrügen, so werde er dies vierfach erstatten. Das alles macht ein Gauner nicht. Und haben Sie schon einmal von einem praktizierenden Spitzbuben gehört, er hätte Jesus gern kennen gelernt? Mir ist so etwas noch nicht begegnet. Solche Leute sind gewöhnlich äußerst lichtscheu und meiden das helle Licht Gottes, das jeden durchleuchtet, der sich ihm aussetzt.
Ja, und als der Herr Jesus Christus ihn von dem Baum rief, auf den er sich der besseren Aussicht wegen gesetzt hatte, da rutschte er eilig herunter, weil der Herr gesagt hatte, er müsse ihn unbedingt heute noch besuchen. – Und nun kommt das Tollste: Er nahm ihn auf mit Freuden! Das wäre selbst bei frommen Leute keine Selbstverständlichkeit.
Stellen Sie sich vor, Jesus Christus wollte Sie heute besuchen. Wäre Ihnen das so ohne weiteres angenehm? Hätte man nicht gern so einiges beiseite geräumt? Etwa den Thriller auf dem Nachttisch gegen eine Bibel ausgetauscht? Oder jenes freizügige Bild an der Wand gegen Dürers »Betende Hände«? Oder hätte man nicht gern, dass zuvor die Frau zu heulen aufhört, die man so tief gekränkt hatte? Zachäus hatte alles in Ordnung. Glücklicher Mann!
Zwei Narren
Apostelgeschichte 16,31
Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus.
Wen halten Sie für vernünftiger, einen Menschen, der sein Geld spart, um auf dem Mars ein Haus zu bauen, oder einen, der es zusammenhält, weil er eins an der Costa Brava kaufen möchte? Natürlich halten wir den zweiten für klüger; denn erstens sind wir noch weit davon entfernt, Materialien in größeren Mengen auf unseren Nachbarplaneten zu bringen, und außerdem herrschen selbst auf den abgelegensten Polarinseln mit ihrer armseligen Vegetation und den bitterkalten Stürmen noch paradiesische Verhältnisse, wenn wir sie vergleichen mit der Trostlosigkeit und der fast luftleeren Eiseskälte auf dem Mars.
Wie gesagt, der zweite denkt realistischer. Er hat gewisse Aussichten, sein Ziel verwirklichen zu können.
Aber wir brauchen nur sechzig, siebzig Jahre weiterzudenken. Dann sind beide tot. Haben sie bis dahin nicht an die Ewigkeit gedacht und ihre Sachen mit Gott in Ordnung gebracht, sind sie dann gleichgroße Narren. Die paar Jahrzehnte sind unter dem Blickwinkel der Ewigkeit eine »zu vernachlässigende Größe«.
Was hilft es, hier auf Erden vernünftig und erfolgreich gewirtschaftet zu haben, wenn man die zwei wichtigen Fragen außer Acht ließ: Was denkt Gott von mir? und: Was erwartet er von mir?
Gott lässt sich durchaus nicht davon beeindrucken, dass man ihn heutzutage »abgeschafft« hat. Das Gott-ist-tot-Geschrei wird sofort verstummen, wenn wir in die Ewigkeit eintreten und begreifen, dass wir lebenslang einem grandiosen Irrtum aufgesessen waren. Heute haben wir noch Zeit und Gelegenheit vorzusorgen. Nicht für ein Haus auf dem Mars oder an der Costa Brava, sondern für den Himmel.
Außerirdische
Römer 1,20
… denn das Unsichtbare von ihm wird geschaut, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden –, damit sie ohne Entschuldigung seien,
Ein Dauerbrenner in der Unterhaltungsbranche sind außerirdische Zivilisationen, mit denen man Kontakt aufnehmen möchte – oder lieber doch nicht? Man kann ja nie wissen, was die mit uns anstellen. Zwar steht im Augenblick die Ufologie nicht so hoch im Kurs, dafür mühen sich die »ernsthaften« Wissenschaftler um so eifriger, Kontakt zu fernen Lebewesen aufzunehmen. Z.B. horchen sie mit riesigen Parabolantennen den Weltraum nach Funksignalen der Außerirdischen ab. Woran erkennen sie nun, dass die vielleicht einmal aufgefangenen Radiowellen nicht von einem Quasar oder einer Sternexplosion, sondern von intelligenten Wesen stammen?
Man geht davon aus, dass Radiosendungen, einerlei ob von der Erde oder aus dem All, eine Botschaft enthalten, und dazu bedarf es einer Sprache, eines Codes, den andere verstehen. Solche Signale werden also immer ein Muster enthalten. Und nach solchen Mustern sucht man. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob man dies Muster auch »lesen«, also verstehen kann. Es ist den Forschern klar, dass es ohne Intelligenz keine solchen Muster gibt, und dass umgekehrt solche Muster auf Intelligenz schließen lassen. Erstaunlich ist nun, dass die meisten dieser Forscher meinen, der universelle Code des Lebens auf dieser Erde, der in den Genen von Menschen, Tieren und Pflanzen festgehalten wird, sei ohne Intelligenz, durch reinen Zufall entstanden.
Dabei hat Gott ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man ihn, seine Weisheit und seine Schöpferkraft aus dem Erschaffenen erkennen kann. Lesen Sie noch einmal unseren Tagesspruch! Wir haben also keine Entschuldigung für unseren Unglauben.
Himmel
Galater 6,2
und Hölle –
gibt’s das denn wirklich?
Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und den Begierden.
Nun, die Bibel redet sehr deutlich davon. Und auch hier auf Erden können wir uns einen Vorgeschmack von beiden bereiten, wie in Folgendem erzählt wird. Der alte Rabbi hatte so viel über Himmel und Hölle nachgedacht, dass er sogar davon träumte. Zuerst kam er in einen Raum, in dessen Mitte ein Topf mit leckerem Essen war. Rings an der Wand standen Leute, die mit riesig langen Löffeln etwas aus dem Topf holten und doch sehr elend aussahen und fast verhungert waren, weil sie den langen Löffel nicht zum Mund führen konnten.
Dann gelangte er in einen anderen Raum, der eigentlich genauso aussah, auch mit einem Essenstopf in der Mitte und Leuten mit langen Löffeln an den Wänden, nur sahen sie alle gut genährt und fröhlich aus; denn sie fütterten sich gegenseitig.
Tatsächlich liegt es oft nicht an den Verhältnissen, ob wir ausgehungert oder satt, ob wir traurig oder vergnügt sind, sondern daran, was wir aus einer Situation machen, ob wir nur an uns denken oder das Wohl des anderen im Auge haben. Dadurch können die gleichen Umstände einmal zur »Hölle« und ein anderes Mal zum »Himmel auf Erden« werden.
Ob wir aber in den wirklichen Himmel kommen, das hängt davon ab, ob wir durch Jesus Christus Frieden mit Gott bekommen haben. Er hat uns eine Last abgenommen und getragen, unter der jeder zerbricht und zugrundegeht, weil sie immer größer wird: unsere Sünde und Schuld. Dafür hat Jesus am Kreuz mit seinem Leben bezahlt, damit uns vergeben werden kann und der Weg zum Himmel frei wird. Das Erstaunliche dabei: Wer von seiner Schuld befreit ist, der trägt bereitwillig Lasten, die anderen zu schaffen machen.
Freundschaft
Johannes 15,14
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
Es war wohl in der 9. Klasse, als wir Oscar Wildes »Devoted Friend« (der ergebene Freund) lasen. Da verstand es ein reicher Mann, seinen armen Nachbarn durch herablassende Gesten dermaßen an sich zu binden, dass dieser für die ihm erwiesene »Freundschaft« zu jedem meist unbezahlten Dienst bereit war. Ich weiß noch, dass ich damals aufatmete, als ich las, der Arme sei im Dienst des Reichen im Moor ertrunken. So scheußlich fand ich diese »Freundschafts«-Beziehung.
Wie anders sieht doch wahre Freundschaft aus. Da findet ein gleichwertiges Geben und Nehmen statt. Und wenn sich zwei ungleiche Partner in Freundschaft finden, so muss der Schwächere sich der Obhut und Führung des Stärkeren sicher – ganz sicher sein. Wahre Freundschaft muss wie die Liebe gepflegt werden, sonst verwelkt sie. Haben Sie in diesem Punkt Defizite? Rufen Sie heute noch an, oder schicken Sie eine Kleinigkeit an Ihren Freund! Gott hat auch Freunde. In der Bibel werden Abraham (Jakobus 2,23) und Mose (2. Mose 33,11) ausdrücklich so bezeichnet. Was zeichnete sie aus? Sie glaubten Gott und gehorchten seinem Wort bedingungslos. Im Laufe ihres Lebens wurde ihre Beziehung zu Gott immer enger aufgrund der Erfahrungen, die sie mit ihm machten. Sie erlebten: Gott ist vertrauenswürdig und lässt seine Leute nicht im Stich. Und wer sind heute Gottes Freunde? Das sind Leute, die ihre Schuld vor ihm bekannt haben, und die nun Gottes Wege gehen wollen. Solche Menschen sind sich sicher, dass ihnen nichts Böses geschehen kann, weil sie einen allweisen, allmächtigen und allgegenwärtigen Freund haben, bei dem ihr Geschick bestens aufgehoben ist.
Weg, Wahrheit und Leben
Johannes 14,6
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Ein Bekannter meinte: »Dieser Anspruch ist viel zu radikal. Es mag ja sein, dass Jesus Leben bietet, aber andere Religionen bieten doch auch ihre Wege.« Ja, Wege schon, aber wohin führen sie? Christus ist der Weg. Durch unsere Sünden ist uns der Zugang zu dem heiligen Gott versperrt. Eine tiefe Schlucht (ein Sund = daher das Wort Sünde) liegt zwischen ihm und uns. Wir hätten diese Kluft nie überwinden können; aber da sandte Gott seinen Sohn. Er hat für Versöhnung gesorgt und ist dadurch für alle, die an ihn glauben, der Weg zu Gott – der einzige.
Christus ist die Wahrheit. Abgesehen davon, dass heutzutage die Pilatusfrage: »Was ist Wahrheit?« den meisten Menschen nur dazu dient, eine absolute Wahrheit zu verneinen, stehen heute auch früher für felsenfest gehaltene Naturgesetze im Verdacht, nicht wirklich unerschütterliche Wahrheit zu sein. Christus aber ist der Schöpfer aller Dinge. Aus dem Grund ist klar, dass alles so ist, wie er es gesagt hat, – alles ist Ausdruck seines Wortes, alles ist Wahrheit. Damit ist er aber auch der Maßstab, an dem man alles, was vom Menschen kommt, messen muss – auch sich selbst in moralischer Hinsicht.
Christus ist das Leben. Der Schöpfer ist der Spender des Lebens. Er hat das Leben in sich und teilt es den Lebewesen der materiellen Schöpfung wie auch den unsichtbaren Wesen der Himmelswelt mit. Ohne ihn kann es kein Leben geben, aber mit ihm stehen sogar Tote wieder auf und geistlich Tote werden zu einem wahren Leben mit Gott erweckt. Jesus Christus ist alles – und ohne ihn ist alles nichts. Und da er alles ist, gibt es nichts dringenderes als ihn kennen zu lernen.
Was ist der Mensch?
1. Mose 1,26
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt!
Ein Engel, wie manche Eltern von ihren Kindern meinen; ein Raubtier, wie der Philosoph Oswald Spengler sagt, oder vielleicht beides zugleich? Ein rätselhaftes Wesen auf jeden Fall, denn im Grunde weiß der Mensch nur wenig über sich und ist bis in unsere moderne Zeit sich selbst ein Geheimnis. In Psalm 8,5-7 heißt es: »Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt.« Tatsächlich hat sich der Mensch in Gottes Auftrag die Erde untertan gemacht. Er hat das Gesicht der Erde verwandelt, stieß in den Kosmos vor, betrat den Mond und möchte die Gestirne erreichen. Der emsige immer forschende und tätige Mensch prägte die geschichtlichen Epochen und liefert auch die Vorgaben für die Zukunft.
Leider hat sich dieses reich begabte Geschöpf von Gott losgesagt. Längst ist bei den Vordenkern und ihren »Jüngern« die Aufbruchstimmung des frühen 20. Jahrhunderts verflogen und hat einer resignierenden Haltung Platz gemacht. Gleichwohl ist der Mensch immer gottloser geworden und versucht sich in Krisenbewältigung auf eigene Faust. Terror, Kriegen, Hungersnöten und Naturkatastrophen, ob selbstverschuldet oder nicht, stemmt er sich verzweifelt entgegen und baut in Gedanken weiter seine »babylonischen Türme«. Gott sieht sich das alles noch an, hat aber versprochen, seine Rechte wahrzunehmen.
Noch bietet er jedem die Möglichkeit zur Besinnung und Umkehr an. Lassen wir die Chance nicht verstreichen!
Bloß nicht zu nahe herankommen lassen!
Psalm 33,13
Der HERR blickt von den Himmeln herab, er sieht alle Menschenkinder.
Sie stehen morgens vor dem Spiegel. Gefällt Ihnen das, was Sie da zu sehen bekommen? Und wenn man einen Vergrößerungsspiegel nimmt und sich noch genauer betrachten kann? Ja, kommen Sie ruhig einmal ganz nahe heran, damit Sie alles, jede Narbe, jeden Pickel und die weiten Poren genau sehen können! Eigentlich gefällt man sich von weitem meistens wesentlich besser.
Genauso ist es, wenn man in den Spiegel Gottes sieht, in die Bibel. Von weitem betrachtet und »aufs Allgemeine« bezogen ist alles noch gut auszuhalten; aber wenn man diesen Spiegel dicht an sich herankommen lässt, so dass er einem die eigenen Fehler, die eigene Erbärmlichkeit vor Augen führt, das kann ganz schön ungemütlich werden.
Gott kennt sogar unsere Gedanken, auch was wir sagen, weiß er, bevor wir es ausgesprochen haben; und ebenso kennt er die Orte, die wir aufsuchen, selbst wenn niemand sonst davon erfährt. Auch wenn es dunkel ist, sieht er alles wie am hellen Tag. Fällt Ihnen vielleicht jetzt etwas ein, was er da zu sehen bekommen hat, von dem Sie gern hätten, es bliebe unentdeckt? So wird es sonnenklar:
Alle haben gesündigt, und die Strafe für Sünden ist der Tod.
Das alles wäre völlig unerträglich, wenn Gott nicht auch den Ausweg geliefert hätte. Er hat den von uns verdienten Tod auf sich selbst genommen, indem er seinen Sohn all unsere Schuld büßen ließ. Er ist gestorben, damit wir leben bleiben können. Auch das steht in der Bibel, und wenn wir das glaubend annehmen, können wir wieder in diesen Spiegel blicken, und sehen, dass wir jetzt so schön aussehen, dass wir sogar Gott gefallen – um seines Sohnes willen.
In den Tagen Noahs
Lukas 17,26
Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein.
Ja, wie war es denn in den Tagen Noahs? Die Bibel sagt, die Erde war von Gewalttat erfüllt. Man hatte also Gott völlig vergessen; nicht einmal in den Präambeln der Grundgesetze wurde er erwähnt. Er kam einfach nirgends mehr vor. Natürlich gab es Grausamkeiten auf dem Schulhof, Bestechung bei der Ämtervergabe, Rücksichtslosigkeit gegen Hilfsbedürftige, und alle wollten aus ihrem Leben so viel Spaß herausschlagen, wie nur möglich. Dabei mussten sie natürlich die Konkurrenten aus dem Feld schlagen, wenn nötig mit dem Beil.
Da war es schon ein richtiges Wunder, dass ein Mann wie Noah, der als einziger an Gott glaubte, unbehelligt seine Arche bauen konnte.
Der Herr Jesus Christus sagt, so werde es auch sein bevor er wieder auf diese Erde kommt. Sehen wir uns die Welt an, so müssen wir annehmen, dass er bald erscheinen wird; denn auch heute kommt Gott in den Medien, in Wirtschaft und Politik, in Erziehung und Wissenschaft so gut wie nicht mehr vor. Und scheint es nicht so, als ob die Erde mehr denn je mit Gewalttat erfüllt ist? Damals wurde nur gerettet, wer bzw. was in der Arche war. Jetzt wird nur gerettet, wer zu Jesus Christus mit der Bitte gekommen ist, er möge ihm seine Gottlosigkeit vergeben. Solche Bitte erhört er , wenn sie aufrichtig ist, und dann ist man gerettet vor dem Strafgericht, das Gott allen Verächtern seiner Majestät angedroht hat und das mit 100%iger Sicherheit über diese Erde und über aller Gottlosigkeit hereinbrechen wird.
Fast geschafft ist auch daneben!
Römer 3,23-24
denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist;
Beim Spielen hatten die beiden die Zeit aus den Augen verloren. Nun aber schnell, querfeldein nach Haus! Plötzlich standen sie vor einem breiten Graben. Auch das noch! Und nirgends eine Brücke, nicht einmal ein einzelner Balken!
»Wir springen einfach hinüber!« Gesagt, getan. Der Erste nahm Anlauf und landete mitten im Graben. Mühsam rettete er sich ans andere Ufer. Aber wie sah er aus! Und wie stank er nach Faulschlamm! Sein Bruder sprang hinterher, und viel weiter, erreichte aber auch die andere Seite nicht und sah ungefähr genauso aus wie sein Kamerad.
Auf dem Heimweg gerieten die beiden noch in Streit, weil der Zweite behauptete, es besser gemacht zu haben und fast hinüber gekommen zu sein. Das ärgerte den Ersten natürlich, und er verwies auf die triefende Kleidung des anderen.
Dieser Heimweg gleicht dem Lebenslauf der Menschen. Solange sie unterwegs sind, können die einen sich über die anderen erheben, weil sie es weiter gebracht haben, nicht so leicht und so schnell und nicht so offensichtlich versagt haben. Sie halten sich daher für besser.
Aber letztlich spielt das keine Rolle. Es kommt einzig darauf an, was »zu Hause« gilt, was im Fall dieser beiden Jungen der Vater und in Bezug auf uns Gott dazu sagt. »Ich bin aber weiter gesprungen als er«, wird da nicht als Rechtfertigung oder Entschuldigung gelten.
Gott kennt jeden. Er hat uns schon zugeschaut, als wir Anlauf nahmen, um uns selbst zu retten, und weiß, was daraus geworden ist; aber er hat uns lieb und will nichts, als das Eingeständnis unseres Versagens. Dann ist alles gut. Lesen Sie den obigen Bibelvers noch einmal!
Wer weiß Bescheid?
Matthäus 22,21
Da spricht er zu ihnen: Gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Da hatten sie ihm eine todsichere Falle gestellt – so meinten sie wenigstens, doch war ihnen der Herr Jesus Christus mit der Antwort unseres Tagesspruches entkommen. Schon manches Mal hatte seine Weisheit über die Bosheit seiner Gegner triumphiert. Darüber haben sich Christen zu allen Zeiten gefreut. Und doch werden die Liebhaber philosophischer Schriften dazu neigen, die Weisheit der Heiligen Schrift für vergleichsweise schlicht zu halten, wenn sie an die hoch intellektuellen Auseinandersetzungen ihrer großen Dichter denken. Ist man vielleicht seither so viel klüger geworden, oder ist die Bibel eben doch nur ein »Buch fürs Volk«? Solche Gedanken können einem schon ganz schön zu schaffen machen. Was aber haben die skeptischen und sophistischen Spekulationen unserer Denker und Philosophen bewirkt? Haben sie Licht ins Dunkel unserer Lebenswirklichkeit gebracht? Statt klarer wurde alles rings umher dunkler und der Nebel immer dichter, aus dem dann hier und da Irrlichter blitzten, denen viele nachliefen, bis sie erloschen und alle im Finsteren stehen ließen. Bestenfalls sind diese Werke als Spielwiese für Grübler zu gebrauchen, die aus der »Geistverwandtschaft« intellektuellen Honig saugten. Welche Klarheit hat dagegen die Bibel in das Leben von Millionen gebracht, die sich der darin verkündigten Wahrheit öffneten! Auch hochbegabte Menschen waren und sind darunter. Wir brauchen keine Vermutungen von Menschen, die selbst im Nebel des Nichtwissens herumstochern, sondern das Licht Gottes, das uns den rechten Weg zeigt. Gott allein weiß für einen jeden den Weg durch diese Welt und nach Haus zu ihm.
Keiner ist zu schlecht
1. Johannes 1,8
Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
Ein junger Mann sitzt im Knast. Fünf Jahre haben sie ihm aufgebrummt. Er selbst erzählt:
»Neben der Arbeit im Gefängnis hatte ich noch Zeit, manches zu lesen. Bald hatte ich die gesamte Gefängnisbibliothek durch, bis auf ein Buch: die Bibel. Immer wieder hatte man mich vor diesem Buch gewarnt. Aber jetzt ließ es mir keine Ruhe mehr. Der Gefängnisseelsorger hatte mich oft auf Gott und die Bibel aufmerksam gemacht. Ich fühlte: Dieser Mensch ist von dem überzeugt, was er sagt. So beschloss ich zu lesen. Und da fand ich die Stelle, in der Jesus Christus sagt: ›Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich will euch Ruhe geben!‹
Doch ich konnte nicht glauben, dass diese Worte für mich persönlich gelten sollten. Aber nach Vergebung meiner Schuld sehnte ich mich sehr. Wenn ich daran dachte, plötzlich mit der unvergebenen Schuld sterben zu müssen, überfiel mich schreckliche Angst. Dann wäre ich für immer verloren gewesen! – So viel hatte ich inzwischen schon gelernt.
Trotz meines trostlosen Zustands las ich weiter, bis ich zu der Kreuzigungsgeschichte des Herrn Jesus und zur Bekehrung des mitgekreuzigten Räubers kam. Ich begriff: Ich war auch nicht besser als der. Wenn Jesus Christus dem Gnade schenkte, dann gab es auch für mich noch Hoffnung auf Begnadigung. So betete ich dieselben Worte wie dieser Räuber: ›Herr, gedenke an mich!‹ Im gleichen Augenblick konnte ich mir die Worte des gekreuzigten Gottessohnes zu eigen machen. Ich konnte glauben, dass alle meine Sünden vergeben waren, weil Christus für mich gestorben und sein Blut vergossen hatte.«
Trauer verwandelt sich in Freude
Lukas 24,36
Und sie standen zu derselben Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Und sie fanden die Elf und die, die mit ihnen waren, versammelt,
Es war vor knapp 200 Jahren, als es noch kein Radio gab. Auf dem Turm der Kathedrale von Winchester las ein Mann, was ein aus Frankreich kommendes Schiff ihm per Flaggensignalen meldete: »Wellington besiegt ...« Plötzlich kam eine Nebelwand auf und behinderte die Sicht. Wie ein Lauffeuer breitete sich die Schreckensmeldung aus und stürzte alle in Mutlosigkeit und Trauer. Doch als der Nebel sich gelichtet hatte, konnte die Botschaft vollständig gelesen werden:
»Wellington besiegt den Feind!« Aller Kummer war plötzlich durch diesen großen Sieg in Freude verwandelt: Napoleon war bei Waterloo geschlagen und gefangen genommen worden!
Das erinnert an einen anderen Kampf, der vor etwa 2000 Jahren stattfand: Jesus Christus starb am Kreuz auf Golgatha vor den Toren Jerusalems. Gott hatte seinen Sohn für unsere Sünden mit dem Tode bestraft. Für seine Nachfolger sah es an diesem finsteren Tag so aus, als sei Jesus Christus fürchterlich gescheitert.
Zwei Tage später, an einem Sonntag, aber stand er leibhaftig von den Toten wieder auf. Heute, zu Ostern, erinnern wir uns in besonderer Weise an diesen größten Sieg der Menschheitsgeschichte.
Was wie eine schreckliche Niederlage aussah, verwandelte sich in eine Freudenbotschaft: Jesus hat Sünde, Tod und Teufel besiegt!
Dass der Herr Jesus Christus vor 2000 Jahren den Tod besiegte, war nicht nur damals eine gute Nachricht; sie ist auch eine frohe Botschaft für uns alle. Durch seinen Tod sind alle, die an ihn glauben, von dem ewigen Verderben befreit. Er hat gesagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.
Warum bloß?
1. Mose 3,4-5
Und die Schlange sprach zu der Frau: Ihr werdet durchaus nicht sterben, sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.
Der Vater saß abends am Bett seiner Kinder und erzählte ihnen die Geschichte von der Schlange im Paradies, die unsere ersten Eltern so schrecklich betrog. Plötzlich sagte der kleine Junge: »Warum hat Gott die Schlange in den Garten gelassen?«
Diese Frage eines Fünfjährigen gehört zu den ganz großen Menschheitsfragen, die wir hier auf Erden nie lösen werden; denn jede Antwort führt in eine Sackgasse. Entweder kommt heraus, dass Gott nicht allmächtig und nicht allwissend ist, weil die Schlange ihn ausgetrickst hat; oder dass Gott es mit den Menschen nicht wirklich gut meint, sondern auf deren Kosten ein wenig mit ihnen experimentierte.
Wir wissen, dass beides nicht stimmen kann, weil selbst der Teufel »Gottes Teufel« ist (Martin Luther) und weil Gott uns so lieb hat, dass er sogar seinen Sohn für uns sterben ließ. Natürlich wissen wir das nur durch den Glauben, aber diese Möglichkeit ist uns ja gnädigerweise eröffnet worden. Man kann sie mutwillig ausschlagen; aber dann ist man auf seine menschliche Wenn-dann-Logik angewiesen und wird sich je nach Temperament und Erziehung für das eine oder das andere entscheiden, wenn man nicht alles als überflüssige Grübelei abtut. Oft wird ärgerlich argumentiert:
»Wir haben doch schließlich auch unseren Verstand von Gott bekommen, um ihn zu gebrauchen, und nicht, um ihn an den Nagel zu hängen. Natürlich! Aber unser Verstand ist zum Begreifen der sichtbaren Welt geschaffen. Gott sagt ausdrücklich, dass man mit ihm Gott nicht erkennen kann.
Die Gotteserkenntnis ist ein Gnadengeschenk, um das wir bitten dürfen. Wer das überflüssig findet, wird einmal erschrecken, wenn er dem lebendigen Gott gegenübersteht.
Vom Aussterben bedroht
Jeremia 23,29
Ist mein Wort nicht so – wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?
Es gibt sie tatsächlich noch, wenn auch höchst selten. Sie denken vielleicht, ich will jetzt über Pandabären oder Steinadler sprechen, die arg vom Aussterben bedroht sind. Nein, ich meine Christen, die an die Unfehlbarkeit der Bibel glauben.
Sie halten sie für Gottes Wort und wundern sich über obigen Bibelvers überhaupt nicht; denn wie sollte das Wort des Allmächtigen sonst sein, etwa lauwarm, unverbindlich, oder voller Irrtümer?
Genau der Eindruck aber entsteht, wenn man das Interesse, oder besser das Desinteresse vieler Christen an der Bibel ansieht. Sie ist zwar immer noch ein Bestseller; aber leider ein ungelesener, über den manche abwertenden Meinungen im Umlauf sind, die meist nur nachgeplappert werden (und aller Grundlage entbehren).
Viele Gläubige sind von der Idee infiziert, es sei die Aufgabe der Theologie, herauszufinden, was Gott gesagt haben könnte und was menschliches Beiwerk ist, mit allen Unzulänglichkeiten, die damit verbunden sind. Dann fährt man mit dickem Rotstift über Weissagungen und Wunder hin; denn die kann es nach Meinung solcher Menschen nicht wirklich geben.
So vollzieht sich ein monströser und todgefährlicher Wandel: Anstatt, dass uns Gottes Wort beurteilt, beurteilen wir Gottes Wort.
Anstatt dass Gottes Wort ein Hammer ist, zerbröseln wir es mit unseren Hämmern, bis man nichts Gefährliches mehr erkennen kann. Was Gott davon hält, hat er auf der letzten Seite der Bibel, sozusagen, als Schlusswort, selbst gesagt (Offenbarung 22, 18 und 19).
Unverletzlich!
1. Petrus 2,23
Jesus, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet.
»Er hat mich so schrecklich verletzt und sieht es noch nicht einmal ein!« So klagen auch Christen immer häufiger, nicht nur, weil die Mitmenschen von Jahr zu Jahr rabiater werden, sondern auch, weil die Leidensfähigkeit in unserer Spaßgesellschaft rapide abgenommen hat.
Sehen wir uns aber den Tagesvers an, so steht da einer vor uns, der nicht nötig hatte, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und sich auf andere – vielleicht heimliche Art – zu rächen.
»Ja,« heißt es dann, »das kann für uns nicht gelten. Wenn ein Mensch immerzu gedemütigt wird, bekommt er am Ende Magengeschwüre oder verfällt in Depressionen.« Das stimmt leider, solange wir auf unsere Möglichkeiten angewiesen sind und uns nichts anderes übrig bleibt, als dauernd das Genick einzuziehen, wenn andere auf uns rumtrampeln. Der Rat, sich zur Wehr zu setzen, ist gerade für die hier angesprochenen Menschen gar nicht durchführbar. Und dem Frieden dient er auch nicht, wenn aus Angegriffenen Angreifer werden.
Aber wozu haben Gläubige das Evangelium und die Verheißung, dass Gott auf unserer Seite ist? In Psalm 56 steht, dass Gott unsere Tränen aufhebt. In diesem Bewusstsein können wir auch beten lernen: »Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!« Dann lebt man bei äußerem Sturm in innerem Frieden. Anstatt depressiv zu werden, gewinnt man aus der Erfahrung Hoffnung und die Hoffnung wird uns nicht enttäuschen, weil man Gott immer besser kennen lernt. Das wünsche ich jedem, der jetzt gerade durch ein »dunkles Tal« zu gehen hat.
Na, das wäre doch die Lösung!
Matthäus 7,24
Jeder nun, der irgend diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
Wie oft habe ich schon sagen gehört, die Bergpredigt, aus der unser Tagesvers stammt, sei das Größte, was je an staatsmännischer Weisheit geredet wurde. Richteten sich die Menschen danach, wären alle schmerzlichen Weltprobleme gelöst und der Weg zum Paradies stünde offen. Richteten sich die Leute danach, gäbe es nur sanftmütige Friedensstifter, Gerechte und Barmherzige. Keiner würde mehr stehlen, morden, die Ehe brechen oder fromme Heuchelei betreiben. Alle würden den anderen von Herzen vergeben und am Ende durch die enge Pforte ins Himmelreich gelangen. Wenn das nichts wäre?!
Warum klappt es denn damit nicht? Die Antwort darauf ist einfach und niederschmetternd zugleich: Die Bergpredigt ist nicht für Menschen, wie wir von Natur sind, gedacht. Sie ist – man verzeihe mir den Vergleich – wie der Vorschlag an Raupen, doch einfach die Flügel auszubreiten und fortzufliegen, wenn Feinde sie bedrohen. Das hilft nicht; denn Raupen haben keine Flügel.
Genauso wenig können wir Menschen von uns aus die Forderungen der Bergpredigt erfüllen. Es muss etwas mit uns geschehen, wie bei den Raupen. Die müssen sich verpuppen, dann wird aus ihnen ein Schmetterling, und der kann fliegen.
Bei den Raupen geht das von selbst, bei uns Menschen gehört die Einsicht in diese Notwendigkeit dazu. Die bewirkt Gott oft dadurch, dass er »Fressfeinde« auf uns hetzt. Dann rufen wir um Hilfe:
»Gott, sei mir Sünder gnädig!« Solchen Leuten schenkt Gott die Flügel des Glaubens. Dann kann man mit Gottes Hilfe tun, was die Bergpredigt fordert. Sonst bleibt sie rosarote Utopie.
Dem Verfall ausgeliefert
Offenbarung 21,5
Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht [zu mir]: Schreibe, denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.
Drei Wochen waren sie am Gardasee. Es war herrlich; aber nun sind sie wieder zu Hause. Kaum zu glauben, was die Spinnen aus dem Wohnzimmer und die Unkräuter aus dem Garten gemacht haben. Im Badezimmer ist der Gully an der Badewanne ausgetrocknet. Bloß schnell das Fenster auf, nicht auszuhalten der Gestank! Auch die Blumen scheinen es übelgenommen zu haben, dass man sie wochenlang anderen Leuten überließ.
So ist es überall; wenn man nicht die Hand dran hält, versinkt alles langsam aber sicher im Chaos. Die Bibel sagt, dass nach dem Sündenfall die gesamte Schöpfung dem Verfall ausgeliefert ist, wenn nicht von außen immer wieder neue Ordnung und frische Energie hinzugefügt wird.
Diese Auflösung wird auch im geschichtlichen Rahmen deutlich, wenn man zum Beispiel die Gemälde der »alten Meister« mit denen moderner Künstler vergleicht. Die Gegenüberstellung hat nichts mit der Beurteilung des künstlerischen Wertes zu tun, sondern zeigt nur, wie verunsichert die Menschen heute im Bezug auf die darzustellende Wirklichkeit sind. Sie sind gezwungen, es dem Betrachter selbst zu überlassen, ob er etwas erkennt oder was er zu erkennen glaubt.
Auch im Bezug auf die Wahrheitsfrage ist alles ins Schwimmen geraten. »Absolute Wahrheit gibt’s nicht, das ist die absolute Wahrheit.« Vor dem Hintergrund solcher Sprüche ist es ein Trost, dass es nicht so bleibt, sondern dass Gott einen Tag gesetzt hat, an dem er alles neu macht, ohne Tod, Vergänglichkeit und Verderben. Darauf können Christen sich freuen.
»Nimm mich mit nach Marrakesch!«
Psalm 126,1
Als der HERR die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie Träumende.
Das sagte stets ein afrikanischer Sklave zu dem Piloten des Postflugzeugs, sooft es in der Oase gelandet war. Leider konnte dieser lange Zeit nicht helfen; doch bei seiner letzten Tour für die Postfirma nahm er ihn mit in seine Heimat. Bald konnte man überall in der Stadt bunte Luftballons sehen. Man feierte ein riesiges Fest, weil der längst Totgeglaubte wieder heimgekommen war. Der Dichter Antoine de Saint-Exupéry – er selbst war der Pilot – vergleicht das geduldig abwartende Vertrauen dieses Sklaven mit dem Verhalten eines Beters, der gläubig zu Gott ruft und auf seine Hilfe hofft.
Beter haben oft die Erfahrung machen müssen, dass Gott sie lange Zeit nicht erhörte, so dass ihr Vertrauen auf manche harte Probe gestellt wurde. Die Bibel zeigt viele solcher geduldig wartenden Menschen. Sie sind uns als Vorbild und zum Trost gegeben, damit wir nicht so schnell aufgeben. Gottes Uhren gehen anders als unsere eigenen, doch lässt er uns nicht zum Spaß warten, oder gar um zu sehen, ob wir »die Flinte ins Korn werfen.« Nein, er hat nur gute Gedanken für uns. Er will uns aber erst helfen, wenn wir aufgehört haben, Gott um Hilfe zu bitten, damit wir unseren eigenen Kopf durchsetzen können. Das ist sehr häufig der Fall. Und dann wäre ein hilfreiches Eingreifen nicht nur für uns, sondern auch für die uns Anvertrauten kein Gewinn. Auch vieles andere lernen wir beim Warten über Gott, uns selbst und über diese Welt. Wir werden auf diese Art wahrhaft weiser, als durch irgendeine andere Methode. Ja, und wenn dann die Befreiung, die Hilfe, die Heilung kommt, sind wir wahrhaft wie Träumende, und das je mehr, je finsterer es lange Zeit ausgesehen hat.
Ja, hätt’ ich das gewusst!
Sprüche 14,12
Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.
Ein alter Karpfen sieht vor sich einen fetten Regenwurm. Er wird richtig froh und beißt sofort zu. – Aber was, wenn der Wurm an einer Angel hängt? Nun kann sich der Angler freuen. – Aber was, wenn der Teichpächter ihm aufgelauert und nun flagranti erwischt hat?
Der Teichpächter ist einen Fischdieb los und hat einen dicken Karpfen obendrein – prima! – Aber was, wenn er sich an einer Gräte verschluckt und eine saftige Krankenhausrechnung auf ihn wartet?
Wir neigen alle dazu, den schnellen Erfolg zu suchen, ohne den nächst größeren Rahmen zu bedenken, in den unser Tun eingebettet ist, und dann den noch größeren und schließlich den größten, der in die Frage mündet: Was sagt Gott zu all unserem Treiben? Was bliebe alles ungetan, wenn wir wirklich alles in dem größten Rahmen sähen! Etwa der Spickzettel in der Englisch-Arbeit, die Fälschung der Steuererklärung, der »kleine« Betrug, der niemand auffällt, der heimliche Seitensprung. Und was würde dann alles getan! Kinder würden den Eltern gehorchen, Angestellte treu arbeiten, Chefs nichts Ungebührliches fordern usw. usw. Erst »unter dem Blickwinkel der Ewigkeit« sehen wir, ob unser Tun und Lassen wirklich und in letzter Konsequenz zu unserem Nutzen war oder nicht. Denn erst wenn wir Gott lieben, können wir wissen, dass uns alles zum Besten dienen wird. Dabei ist zu bedenken, dass im Gegensatz zu Wurm und Karpfen wir Menschen für ein Leben nach dem irdischen Tod geschaffen sind. Noch heute sollten wir uns von einem »Weg des Todes« abwenden und Gott bitten, Dinge tun zu können, die vor ihm Bestand haben und durch die wir etwas von dem Heil sehen lassen können, das er für uns bereitet hat.
Lässt Gott etwas Böses geschehen?
Amos 3,6
Oder wird die Posaune in der Stadt geblasen, und das Volk sollte nicht erschrecken? Oder geschieht ein Unglück in der Stadt, und der HERR hätte es nicht bewirkt?
Auf diese Fragen werden die meisten Frommen empört mit »Nein!« antworten. Aber wie steht es in unserem Tagesspruch?
Um die Frage richtig zu verstehen, kommt es auf den Betrachterstandpunkt an. Der notorische Straßenräuber findet es sehr böse, wenn er ins Gefängnis muss, während seine Opfer erleichtert aufatmen.
So bewirkt Gott das in unseren Augen Böse, wenn er uns ernten lässt, was wir gesät haben. Leider werden dadurch auch »Unschuldige« in Mitleidenschaft gezogen. Und schon sitzt Gott wieder auf der Anklagebank: »Wie konnte er das zulassen?«
Aber erstens gibt es vor Gott keinen Unschuldigen; denn »alle haben gesündigt«, so sagt es uns der Römerbrief. Und zweitens will Gott uns vor Augen führen, wie er über unsere Beziehung zu ihm denkt. Alle Katastrophen unseres Lebens sind nichts als warnende Hinweise auf die ganz große Katastrophe, die jeden ereilt, der sich nicht warnen lässt. Gott will nämlich nicht, dass wir ewig verloren gehen, und darum ruft er uns zur Umkehr.
Der nach unseren Maßstäben unschuldige König Hiskia hatte das verstanden, als er sagte: »Zum Heil wurde mir bitteres Leid. Du, du hast liebevoll meine Seele von der Grube der Vernichtung zurückgehalten; denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen« (Jesaja 38,17). Gott hat nur Gedanken des Friedens mit uns und schickt uns manches, was uns nicht gefällt, damit wir zu überlegen anfangen, in welche Richtung unser Leben eigentlich läuft. Er will uns am Ende wohl tun (5. Mose 8,15-16).
Nie den Hals vollkriegen!
Matthäus 16,26
Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?
Der galizische Fischer saß an der Hafenmole und blinzelte in die Nachmittagssonne. Ein Tourist setzte sich zu ihm und fragte ihn, warum er nicht bei einem so schönen Wetter zum Fischen hinausführe. »Ich war schon,« gab der kurz zur Antwort. – »Ja, aber sie hätten doch noch einmal fahren können?!« – »Warum?« – »Weil sie dann doppelt so viel verdient hätten.« – »Wozu?« –»Dann könnten Sie bald ein zweites Boot kaufen und wohlhabend werden, und später könnten Sie dann in aller Ruhe Ihr Leben genießen.« – »Das tu ich doch jetzt schon!« Recht hat er!
Natürlich sollen wir unsere Gaben anwenden und fleißig sein; falsch wird die Sache nur, wenn wir in jedem erreichten Ziel nur die Sprosse sehen, die uns dem nächst höheren Ziel entgegenbringt. Dann bleibt keine Zeit zum Nachdenken, und wir können das Gewonnene nicht dankbar genießen. Wir treiben uns selbst unaufhörlich vorwärts, um künftig »leben« zu können, während das Leben an uns vorübergeht. Eigentlich ist es auf der Karriereleiter doch ziemlich ungemütlich.
Vor allem aber will Gott, dass wir uns Zeit nehmen, über ihn und unser Verhältnis zu ihm nachzudenken. Das mag dazu führen, dass es andere in dieser Welt weiter bringen als wir. Aber was wird das in hundert Jahren ausmachen? Da zählen andere Werte.
»Na, mich kann er mit diesem Text nicht meinen«, denkt vielleicht mancher, der gar keine Arbeit hat und schon lange meint, dass für ihn der »Dampfer längst abgefahren« ist. Aber auch solchen Leuten geht es seltsamerweise so, dass sie keine Zeit zur Besinnung haben. Immer ist etwas los. Immer dudelt irgendetwas. Möge Gott uns zeigen, was wirklich nötig für uns ist!
Es geht alles vorüber …
Amos 4,12
Darum werde ich dir so tun, Israel. Weil ich dir dies tun will, so schicke dich an, Israel, deinem Gott zu begegnen!
»Es geht alles vorbei«, so hieß es vor Jahrzehnten schon in einem Schlager; und weiter ging’s: »Auf jeden Dezember folgt wieder ein Mai.« Damit tröstet man sich über die Widrigkeiten des Daseins hinweg. »Es wird schon wieder werden!« ist auch so ein billiger Trost, der uns zum Zorn reizen kann, wenn wir vor den Scherben unseres bisherigen Lebens stehen, weil er so gar keine Hilfe bietet, und nur davon zeugt, dass der Tröster sich überhaupt keine Gedanken über unser Elend zu machen bereit ist.
Während also die ersten beiden Sätze unseres Schlagers die reine Wahrheit sind, bietet der Rest nur eine äußerst wage Hoffnung. Es kann ja auch alles noch viel schlimmer werden, oder ganz zu Ende gehen; denn wer garantiert einen schönen Mai?
An was muss eigentlich einer denken, der nicht an Gott und an ein ewiges Leben glaubt, wenn er singt: »Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei …«? Müsste er nicht auch die übelsten Zustände dem kommenden Nicht-mehr-Sein vorziehen? Denn das bedeutet dieser Text für ihn ja am Ende. Da helfen auch die sinnigen Sprüche in den Traueranzeigen nicht weiter, in denen es heißt, der Verstorbene lebe in den Herzen seiner Lieben fort. Und die Wirklichkeit ist noch schlimmer; denn Gott hat gesagt, er werde die Verächter seiner Gnade verurteilen, in Ewigkeit von ihm getrennt zu sein.
Welch ein Unterschied besteht da zu solchen Leuten, die nach dem Dezember des irdischen Lebens wirklich den Mai der ewigen Geborgenheit bei Gott erwarten dürfen, den Gott ihnen um seines lieben Sohnes willen bereiten will! Möchten wir doch alle dazu gehören!
»Da hilft nur noch beten!«
Psalm 50,15
Rufe mich an am Tag der Bedrängnis: Ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen!
Den Spruch kann man nicht nur häufig hören, sondern auch in »Bild« oder »Kicker« lesen. Natürlich meinen solche Blätter nicht, man solle Gott um Hilfe anrufen. Für sie ist das nur ein anderer Ausdruck für: »Dies ist ein hoffnungsloser Fall.«
Dabei liegen sie gar nicht so verkehrt, wie verkehrt sie es auch verstehen. Es ist wie bei einem Computerprogramm. Man müsste nur die richtigen Daten eingeben.
Wir Menschen sind alle hoffnungslose Fälle. Wer’s nicht glaubt, braucht nur die Nachrichten einzuschalten. Keiner glaubt mehr, was ein anderer sagt; da entstehen Kriege im Großen und schlimme Streitereien im Kleinen; die Reichen nutzen die Armen aus, bis die zur Gewalt greifen usw. usw. Wir haben uns schon ganz schön –oder soll ich sagen, schlimm – festgerannt. Und das alles spielt sich vor Gottes Augen ab. Wie könnten wir vor einem Gott bestehen, dem nicht einmal die Engel rein genug sind? Und am Ende bekommen wir es allesamt mit ihm zu tun.
Da hilft wirklich nur noch beten. Aber das hilft auch wirklich! Gott selbst hat uns nämlich eine Hotline geschaltet mit der Nummer 5015 (siehe Tagesspruch und wo er steht). Das tat er, weil er viel deutlicher als wir selbst gesehen hat, wie hoffnungslos wir dran sind. Aber weil er uns liebt, hat er selbst für das Heilmittel gesorgt, indem er seinen Sohn unsere Schuld tragen ließ.
Warum die Leute bei Gott nicht Schlange stehen, begreift man nicht; aber sicher wollen sie lieber in ihrem Stolz zugrunde gehen, als ihre Not einzugestehen. Wir sollten so dumm nicht sein!
Wie redet man mit Gott?
Hiob 42,5-6
Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche.
»Man darf Gott Wut, Verzweiflung und Enttäuschung entgegenschreien!« Ratschläge dieser Art liest man in letzter Zeit immer häufiger. Gott hätte Verständnis dafür, heißt es, und er würde darauf mit Trost und Hilfe antworten. Es komme nur darauf an, ehrlich zu sein.
Natürlich kann man von Gott enttäuscht sein, wenn man meint, er sei dazu da, unsere Wünsche zu erfüllen, und man kann an ihm verzweifeln, wenn man lange für die Gesundheit eines lieben Menschen gebetet hat, und der stirbt dann trotzdem. Man kann auch die Wut kriegen, wenn man seine Arbeit verliert. Aber welch ein Bild von Gott hat man dann? Hiob hatte auch getobt, nachdem ihn seine »Freunde« auf die Palme gebracht hatten und bis er begriff, wie groß und allmächtig Gott ist. Als ihm das gezeigt wurde, blieb ihm nichts als unser Tagesspruch zu sagen übrig.
Christen, die um die Vergebung ihrer Schuld wissen, sollten sich nicht wie ungezogene, schreiende Kinder aufführen, sondern wie besonnene Erwachsene, denn die wissen, dass ihr himmlischer Vater ihnen jetzt und in Ewigkeit gnädig ist und ihnen nur das zufügt, was sie brauchen, um von ihrer Ich-Verliebtheit und Weltseligkeit loszukommen. Gott will sie stets nur glücklicher machen, als sie vorher waren.
Ja, und wer Gott noch nicht kennt? Auch für ihn hält der gnädige Gott bis heute die Tür offen. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und nicht in der ewigen Gottesferne verloren gehen. Aber auch diese Menschen müssen zunächst ganz klein vor Gott werden und wie Hiob in unserem Tagesspruch sprechen lernen. Dann zeigt ihnen Gott, dass schon alles für ihre Rettung vorbereitet ist, alle Schuld bezahlt ist. Welch Aufatmen gibt das!