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Warren W. Wiersbe

Teuflische Strategien ‌ und wie man sie durchschaut

Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld


Falls nicht anders vermerkt, sind die Bibelzitate der Elberfelder Übersetzung 2003, Edition CSV Hückeswagen, entnommen.

Originally published in the U.S.A. under the title: The Strategy of Satan, by Warren W. Wiersbe Copyright © 1979 by Warren W. Wiersbe German edition published with permission of Tyndale House Publishers, Inc. All rights reserved. 1. Auflage 2015 © der deutschen Ausgabe 2015 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Internet: www.clv.de Übersetzung: Hermann Grabe, Meinerzhagen Satz: CLV Umschlag: typtop, Andreas Fett, Meinerzhagen Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck Bestell-Nr. 256.271 ISBN 978-3-86699-271-9


Zur Erinnerung an Peter Deyneka sen.


Inhalt Einführung Worum geht es in diesem Buch, und wie sollte man es anwenden?

9

1 Der Verführer 1.1 Satans Zielscheibe: Unser Geist 1.2 Satans Waffe: Lügen 1.3 Satans Absicht: Er will, dass wir Gottes Willen nicht mehr erkennen können 1.4 Unsere Verteidigung: Das inspirierte Wort Gottes

12 13 16

2 Der Zerstörer 2.1 Satans Zielscheibe: Unser Körper 2.2 Satans Waffe: Leiden 2.3 Satans Absicht: Er will, dass wir uns gegen Gottes Willen auflehnen 2.4 Unsere Verteidigung: Die uns verliehene Gnade Gottes

31 31 37

3 Der Herrscher 3.1 Satans Zielscheibe: Unser Wille 3.2 Satans Waffe: Stolz 3.3 Satans Absicht: Er will, dass wir uns von Gottes Willen unabhängig machen 3.4 Unsere Verteidigung: Der in uns wohnende Geist Gottes

49 51 53

4 Der Verkläger 4.1 Satans Zielscheibe: Unser Herz und unser Gewissen 4.2 Satans Waffe: Anklagen 4.3 Satans Absicht: Er will, dass wir uns von Gott verurteilt fühlen 4.4 Unsere Verteidigung: Der Sohn Gottes, der sich für uns verwendet

68 69 71

22 24

41 44

57 60

72 74


5 Das Leben im Glauben an Gott

80

6 Lassen Sie den Satan keinen Brückenkopf gewinnen!

87

7 Wenn Satan zur Gemeinde geht

96

8 Was zieht man für den Kampf an?

104

9 Satans Heer

116

10 Satan und die Familie

123

Abkürzungen

128


Einführung Worum geht es in diesem Buch, und wie sollte man es anwenden? Dieses Buch handelt vom Satan und von seiner Strategie, unser Leben als Christ Schiffbruch erleiden zu lassen und (wenn möglich) uns selbst zu verderben. Vier Menschen im Alten Testament erlebten einen direkten Zusammenstoß mit dem Satan. Von ihren Erfahrungen wollen wir lernen, – – – –

welche Zielscheiben er in unserem Leben sucht; welche Waffen er benutzt, um uns anzugreifen; was er bei uns erreichen möchte; und welche Waffen Gott uns bereitgestellt hat.

Denken Sie bitte immer daran, dass dies ein Handbuch für die Waffen eines Soldaten Christi ist. Es ist kein Andachtsbuch für einen Gläubigen, der sich unerlaubt von der kämpfenden Truppe entfernt hat. Es ist vielmehr ein überaus wichtiger Führer für hingegebene Christen, die auf dem Schlachtfeld stehen und wissen möchten, wie sie Sieger werden können. Überfliegen Sie bitte diese Seiten nicht. Lesen Sie diese sorgfältig, besonders die vielen Zitate aus Gottes Wort. Bitten Sie den Herrn darum, dass der Heilige Geist Ihnen Verständnis gibt und dass Sie diese Wahrheiten wirklich in sich aufnehmen! In diesen Kapiteln ist nirgends bloßes »Füllmaterial« zu finden. Im Gegenteil: Was hier steht, ist das Allerwesentlichste – sozusagen die tiefste Grundlage und das wahre Fundament dessen, was Gott mir in vielen Jahren des Studierens und Kämpfens über die Kriegsführung des Christen beigebracht hat. Und ich habe diese Wahrheiten in meinem eigenen Leben und Dienst erprobt. 9


Zweifellos wird Satan alles daransetzen, Sie davon abzuhalten, dass Sie einen Segen aus diesem Buch gewinnen. Er wird Sie ablenken und auf andere Gedanken bringen. Er wird Sie zu verwirren trachten oder Ihnen vielleicht eine kritische Haltung einreden. Er wird für Unterbrechungen sorgen. Darum rate ich Ihnen, den Herrn um Hilfe und Bewahrung zu bitten, wenn Sie diese Seiten durcharbeiten. »Der in euch ist, [ist] größer … als der, der in der Welt ist« (1Jo 4,4). Was Ihre Stellung angeht, so sind Sie in Christus und damit von der Macht Satans befreit. … der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe (Kol 1,13). Ich möchte mit diesem Buch erreichen, dass Sie diesen Sieg, diese »Versetzung« praktisch erleben. Die Wahrheiten in diesem Buch werden Ihnen allerdings nur von Nutzen sein, wenn Sie diese praktisch anwenden. Satan findet Gefallen daran, Christen zu sehen, die in ihrem Kopf von diesem Sieg wissen, ihn aber in ihrem Herzen nie erfahren haben, denn das wiegt die Gläubigen in falscher Sicherheit, und so werden sie für den Satan eine leichte Beute. Nicht dadurch, dass Sie von diesen Wahrheiten lesen, erfahren Sie den damit verbundenen Segen. Ja, nicht einmal dadurch, dass Sie sich darüber freuen, wird er Ihnen zuteil. Er wird Ihnen nur geschenkt, wenn Sie diese Wahrheiten tun. Darum nehmen Sie sich mithilfe des Heiligen Geistes vor, diese Wahrheiten in die Praxis umzusetzen. Denken Sie immer daran: Sie kämpfen nicht, um zu siegen, sondern Sie kämpfen vom Sieg her, denn Jesus Christus hat den Satan bereits besiegt! … als er die Fürstentümer und die Gewalten ausgezogen hatte, stellte er sie öffentlich zur Schau, indem er durch dasselbe1 über sie einen Triumph hielt (Kol 2,15). 1

A. d. H.: D. h. durch das Kreuz (vgl. 2,14).

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Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden (Joh 12,31). Und sie haben ihn [Satan] überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod! (Offb 12,11). Nun, vorwärts zum Sieg!

11


1 Der Verführer Ein Beispiel aus dem Alten Testament: Eva Er war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und ihr Vater (Joh 8,44). Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt (Offb 12,9). Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so euer Sinn verdorben und abgewandt werde von der Einfalt gegenüber dem Christus (2Kor 11,3). Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen (2Jo 7). Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr sollt nicht essen von jedem Baum des Gartens? Und die Frau sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir; aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt. Und die Schlange sprach zu der Frau: Ihr werdet durchaus nicht sterben, sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. 12


Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze (1Mo 3,1-7).

1.1

Satans Zielscheibe: Unser Geist2

Als Satan das erste Menschenpaar zur Sünde verleiten wollte, begann er damit, den Geist der Frau anzugreifen. Das wird uns in 2. Korinther 11,3 deutlich gemacht: Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so euer Sinn verdorben und abgewandt werde von der Einfalt gegenüber dem Christus. Warum liegt Satan daran, unseren Geist anzugreifen? Weil unser Geist derjenige Teil des göttlichen Ebenbildes ist, durch den Gott mit uns kommuniziert und uns seinen Willen offenbart. Es ist ein großes Unglück, dass manche Christen die Bedeutung des Geistes mit all seinen Fähigkeiten (auch auf intellektuellem Gebiet) sehr weit heruntergespielt haben, während doch die Bibel dessen Bedeutung hervorhebt. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der

2

A. d. H.: Im Original findet sich der Begriff mind, der mit verschiedenen Ausdrücken übersetzt werden kann (Geist, Verstand, Sinn, Gesinnung, Gedanken, Denken usw. [sogar mit Herz, Seele, Gemüt]). Diese Bedeutungsvielfalt entspricht in etwa dem biblischen Sprachgebrauch. Daher ist im Folgenden das Wort mind je nach Kontext unterschiedlich wiedergegeben worden, wobei am häufigsten der Begriff Geist erscheint. Stets ist dabei der menschliche Geist vom Heiligen Geist zu unterscheiden.

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erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat (Kol 3,9-10). Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, dass ihr fortan nicht wandelt, wie auch die Nationen wandeln, in Eitelkeit ihres Sinnes, verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens, die, da sie alle Empfindung verloren, sich selbst der Ausschweifung hingegeben haben, um alle Unreinheit mit Gier auszuüben. Ihr aber habt den Christus nicht so gelernt, wenn ihr wirklich ihn gehört habt und in ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Begierden verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 4,17-24). Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist (Röm 12,2). Gott erneuert unser Leben, indem er unseren Geist bzw. unsere Gesinnung erneuert, und dies geschieht durch seine Wahrheit. Diese Wahrheit ist das Wort Gottes. Heilige sie durch die Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit (Joh 17,17). Wenn Satan uns dazu bringt, einer Lüge zu glauben, dann kann er in unserem Leben darauf hinarbeiten, uns in eine Sünde zu führen. Darum greift er als Erstes unseren Geist an, und deshalb müssen wir unseren Geist vor den Angriffen des Bösen schützen. 14


Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt (Phil 4,8). »Wenn etwas nicht wahr ist«, so schreibt Paulus im Grunde, »dann lasst es nicht in euren Geist kommen!« In den letzten Jahren hat die Wissenschaft viele faszinierende Dinge über den menschlichen Geist entdeckt. Unser Geist kann wie ein Computer Fakten und Eindrücke – ja, sogar Gefühle – sammeln und sich noch Jahre später an sie erinnern. Ihr Geist kann dadurch, dass Sie sich etwas ins Gedächtnis rufen, in die Vergangenheit zurückgehen. Und dadurch, dass Ihr Geist sich der Vorstellungskraft bedient, können Sie sich in die Zukunft vortasten. So beeinflusst das menschliche Denken unser Fühlen und Wollen. Denn wie einer in seiner Seele berechnend denkt, so ist er (Spr 23,7; Schlachter 2000). Der Arzt sagt: »Du bist, was du isst«, und der Psychologe sagt: »Du bist, was du denkst.« Satan kennt die überragende Kraft unserer Gedanken und will sie für seine Ziele gewinnen. Den festen Sinn bewahrst du in Frieden … denn er vertraut auf dich (Jes 26,3). Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden (Röm 8,6). Ihr Geist beeinflusst Ihr gesamtes Sein. Obwohl ich in etlichen Punkten mit der modernen »Erfolgs-Psychologie« oder mit der das »Heilwerden« propagierenden Psychologie unserer Tage nicht übereinstimme, muss ich zugeben, dass unsere Einstellungen wichtig für Gesundheit und Erfolg in unserem Leben sind. Das völlig neue Gebiet der »ganzheitlichen Medizin« zielt auf die Einflüsse unseres 15


Geistes, um dadurch die Selbstheilungskräfte des Patienten zu fördern. Verkaufsmanager »stärken ihren Verkäufern den Rücken«, indem sie deren Geist mit Gedanken daran erfüllen, wie überlegen ihr Produkt und wie sicher der Erfolg ist. Einer ähnlichen Methode bedienen sich Fußballtrainer in der Arbeit mit ihren Mannschaften. Nur so zu denken, genügt natürlich nicht, aber es hat ganz bestimmt einen gewissen Einfluss!

1.2 Satans Waffe: Lügen Satan kam zu Eva in Gestalt einer Schlange – als der schlaue Verführer. [Dies ist] der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt (Offb 12,9). … weil keine Wahrheit in ihm ist … denn er ist ein Lügner und ihr Vater3 (Joh 8,44). Es ist wichtig, dass wir uns die Schritte anschauen, die Satan unternahm, um Eva seine Lügen glaubhaft zu machen. Er stellte Gottes Wort infrage. »Hat Gott wirklich gesagt …?« Er leugnete nicht, dass Gott geredet hatte; er zog lediglich in Zweifel, ob Gott das wirklich so gesagt hatte. »Vielleicht hast du ja Gottes Wort missverstanden«, redete er ihr ein. »Du weißt es ja nur aus deiner Erinnerung, was Gott gesagt hat.« Es ist bemerkenswert, dass Satan mit dieser »Vermutung« auch Gottes Güte infrage stellte. »Hätte Gott dich wirklich lieb, würde er dir nichts vorenthalten.« Die gleiche Methode benutzte er bei unserem Herrn in der Wüste: »Wenn du Gottes Sohn bist, warum bist du dann hungrig?« 3

A. d. H.: D. h. der Vater der Lüge, von der zuvor in diesem Vers die Rede ist (so auch später).

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Er leugnete Gottes Wort. »Ihr werdet durchaus nicht sterben!« Von der Infragestellung des göttlichen Wortes bis zu dessen Leugnung ist es nur ein kleiner Schritt. Natürlich waren weder Adam noch Eva jemals dem Tod begegnet. Alles, worauf sie sich verlassen mussten, war Gottes Wort, aber das war alles, was sie brauchten. Wenn Eva nicht auf Satan gehört hätte, als er Gottes Wort infrage stellte, wäre sie niemals in seine Falle geraten, als er Gottes Wort leugnete. Er setzte seine eigene Lüge an die Stelle des Wortes Gottes. »Ihr [werdet] sein … wie Gott!« Adam und Eva waren bereits im Bild Gottes erschaffen, aber Satan führte sie mit einem noch größeren Privileg in Versuchung: Gott gleich sein! Das war tatsächlich Satans größter Ehrgeiz, als er noch Luzifer, Gottes mächtiger Engel, war. Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte; zur Erde gefällt, Überwältiger der Nationen! Und du sprachst in deinem Herzen: »Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über die Sterne Gottes meinen Thron erheben und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten« (Jes 14,12-14). Satan ist ein erschaffenes Wesen, ein Geschöpf, aber er wollte wie der Schöpfer angebetet und als Gott bedient werden. Es war diese Haltung, aufgrund derer er gegen Gott rebellierte und seine eigene Weltherrschaft aufrichten wollte. »Ihr [werdet] sein … wie Gott«, das ist die eine gigantische Lüge, von der seit dem Sündenfall des Menschen alle Zivilisationen beherrscht werden. … die die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauscht und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben anstatt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit (Röm 1,25). Satan wollte angebetet und als Gott bedient werden, aber Jesus Christus tat weder das eine noch das andere, als Satan ihn versuchte. 17


Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: »Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen« (Mt 4,8-10). Satans Lüge (»Ihr [werdet] sein … wie Gott!«) motiviert und beherrscht in hohem Maße auch unsere heutige Zivilisation. Der Mensch versucht, sich am eigenen Schopf emporzuziehen. Er versucht, ein Utopia auf Erden zu errichten, um es – wenn möglich – sogar in den Weltraum mitzunehmen. Durch säkulare Bildung, Psychologie und mancherlei Religionen (von denen die meisten die Göttlichkeit Jesu Christi, die Sünde und die Notwendigkeit der Errettung leugnen) sowie durch Umweltverbesserungen bieten die Menschen Gott die Stirn und schaden sich damit selbst. Ja, sie spielen dadurch Satan direkt in die Hände. Wie antwortete Eva auf Satans Verführungsstrategie? Sie reagierte darauf mit drei Fehlern, durch die sie sich in die Sünde verstrickte. Sie nahm etwas von Gottes Wort weg. In Vers 2 ließ Eva das Wort »nach Belieben« aus. Ursprünglich hatte Gott in Kapitel 2,16 gesagt: »Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen.« Wir haben den Eindruck, dass Satans listige Einflüsterung (»Gott enthält euch etwas vor!«) einen Widerhall in Evas Herzen gefunden hatte. Sobald man anfängt, Gottes Gnade und seine Güte infrage zu stellen oder sie zu vergessen, gelingt es viel leichter, dem Willen Gottes ungehorsam sein. Sie fügte Gottes Wort etwas bei. Die Worte »nicht anrühren« finden sich in dem göttlichen Gebot nicht. Dadurch machte Eva Gottes ursprüngliche Aussage nicht nur weniger großzügig, indem sie die Worte »nach Belieben« wegließ, sie ließ auch den Befehl bedrückender erscheinen, indem sie »nicht anrühren« hinzufügte. 18


»Seine Gebote sind nicht schwer« (1Jo 5,3). Satan möchte uns glauben lassen, Gottes Gebote seien eine schwere Last, und er hätte etwas Besseres anzubieten. Sie veränderte Gottes Wort. Gott hatte nicht gesagt: »… damit ihr nicht sterbt«. Er sagte vielmehr: »… denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben« (1Mo 2,17). Die für den Fall des Ungehorsams angekündigte Strafe, die Eva dem Satan nannte, schien längst nicht so hart, wie Gott sie verstanden wissen wollte. So konnte Eva es wagen, Gottes Willen zu missachten und Satans Willen zu tun. Wenn Sie mit Gottes Wort auf derartige Weise umgehen, ist Ihr Herz sperrangelweit offen für den abschließenden teuflischen Trick: Er brauchte jetzt Eva nur noch zu erlauben, den Baum losgelöst von Gottes Wort zu betrachten. »Sieh ihn dir doch nur einmal an! Betrachte ihn, wie er wirklich aussieht!« Jetzt sah sie, dass er »gut zur Speise … eine Lust für die Augen und … begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben« (1Mo 3,6). Sie musste jetzt eine Wahl treffen – entweder Gottes Wort oder Satans Wort. Sie verwarf Gottes Wort, glaubte dem Teufel und sündigte. Sie und ich, wir müssen unter den Folgen ihrer Entscheidung leiden, wie auch das gesamte Menschengeschlecht. Gott führt seinen Willen auf Erden durch Wahrheit aus; Satan versucht, seine Ziele durch Lügen zu verwirklichen. Wenn ein Kind Gottes der göttlichen Wahrheit vertraut, dann kann der Geist Gottes mächtig in ihm wirken, denn der Heilige Geist ist »der Geist der Wahrheit« (Joh 16,13). Wenn aber ein Mensch der Lüge glaubt, dann beginnt der Satan, in seinem Leben zu wirken, »denn er ist ein Lügner und ihr Vater« (Joh 8,44). Der Glaube an die göttliche Wahrheit führt zum Sieg; der Glaube an Satans Lügen führt ins Verderben. Allerdings kündigt Satan niemals an: »Dies ist eine Lüge!« Er ist eine Schlange, ein Verführer. Dabei gibt er stets vor, seine Lügen entsprächen Gottes Wahrheit.

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Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen. Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an (2Kor 11,13-14). Satan nahte Eva nicht in seinem wahren Wesen: Er maskierte sich und benutzte dazu eine Schlange. Satan ist ein Fälscher und ein Täuscher. – Es gibt unter den Christen Täuscher: … [ich war] in Gefahren unter falschen Brüdern (2Kor 11,26). Das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen (Mt 13,38). Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel (Joh 8,44). – Es gibt ein falsches Evangelium: Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! (Gal 1,8; Schlachter 2000). – Es gibt falsche Diener des Evangeliums: Der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an; es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener die Gestalt als Diener der Gerechtigkeit annehmen (2Kor 11,14-15). – Es gibt auch eine falsche Gerechtigkeit: Denn da sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkannten und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen (Röm 10,3). 20


– Es gibt sogar eine falsche Kirche – eine »Synagoge Satans«: Ich kenne deine Drangsal und deine Armut (du bist aber reich) und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden4, und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans (Offb 2,9). – Und diese falsche Kirche hat falsche Lehren: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen (1Tim 4,1). All das wird natürlich auf das Erscheinen eines falschen Christus – des Antichrists – hinauslaufen, der im Namen Satans auf der ganzen Welt Anbetung und Verehrung entgegennehmen wird. Und dann wird der Gesetzlose offenbart werden … dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge und in allem Betrug der Ungerechtigkeit denen, die verlorengehen (2Thes 2,8-10). Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten (Offb 13,8; RELB). Satans Zielscheibe ist unser Geist, und seine Waffen sind Lügen. Was beabsichtigt er damit?

4

A. d. Ü.: D. h. Gottes Volk.

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1.3 Satans Absicht: Er will, dass wir Gottes Willen nicht mehr erkennen können Satan bekämpft Gottes Wort, weil Gottes Wort Gottes Willen offenbart. Dein Wort ist Leuchte meinem Fuß und Licht für meinen Pfad (Ps 119,105). Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens (Ps 40,9). Außerhalb des Wortes Gottes haben wir kein sicheres Verständnis für Gottes Willen. Und der Wille Gottes ist der Ausdruck der göttlichen Liebe zu uns. Der Ratschluss des HERRN besteht ewig, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht (Ps 33,11). Gottes Wille entspringt seinem Herzen. Er ist nichts Unpersönliches, im Gegenteil. Was er will, ist immer eine ganz persönliche Angelegenheit für den Herrn. Er kennt jedes seiner Kinder mit Namen und versteht es ganz persönlich – seine Wesensarten, seine Nöte und dergleichen –, und er gestaltet seine Pläne dementsprechend. Gott will, dass wir seinen Willen erkennen. Der Gott unserer Väter hat dich dazu bestimmt, seinen Willen zu erkennen (Apg 22,14). Gott will auch, dass wir seinen Willen verstehen. Darum seid nicht töricht, sondern verständig, was der Wille des Herrn sei (Eph 5,17).

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Er will, dass dieses Verständnis seines Willens uns erfüllt und regiert. Deshalb hören auch wir nicht auf … für euch zu beten und zu bitten, damit ihr erfüllt sein mögt mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlicher Einsicht (Kol 1,9). Das Ergebnis von dem allen ist, dass wir … … den Willen Gottes von Herzen [tun] (Eph 6,6). Gottes Willen zu tun, ist keine Pflicht, sondern eine Freude. Der Christ findet Gefallen daran, den Willen Gottes herauszufinden und dann von Herzen zu gehorchen. Seine Speise ist, dass er den Willen Gottes tut. Davon nährt er sich. Der Herr Jesus sagte: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe (Joh 4,34). Sie und ich, wir müssen wie Epaphras bitten, damit wir … … vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes [stehen] (Kol 4,12). Wenn Satan erreichen kann, dass wir den Willen Gottes nicht mehr erkennen, wird er uns all der herrlichen Segnungen berauben, die Gott für unser Leben geplant hat. Er wird es schaffen, dass wir schlechte Entscheidungen treffen, in sündige Aktivitäten verwickelt werden und unser Leben ganz falsch aufbauen. Und man muss leider sagen, dass wir dadurch andere zum falschen Handeln beeinflussen werden! In meinem Dienst am Wort habe ich an vielen Orten die tragischen Folgen gesehen, die ein Leben außerhalb des göttlichen Willens hervorgerufen hat. Christen, die Gottes Willen nicht kennen, werden den Genuss des göttlichen Friedens und seiner Kraft verlieren. Sie werden ihr volles Potenzial nie ausschöpfen können und dadurch nicht fähig sein, 23


das auszurichten, was Gott mit ihnen vorhatte. Anstatt erster Klasse zu reisen, fahren sie zweiter oder dritter Klasse und bejammern ihr Dasein. Sie leben wie Bettler, weil sie sich selbst von Gottes großem Reichtum abgeschnitten haben. Sie verbringen irgendwie ihr Leben – ja, noch schlimmer, sie vergeuden ihr Leben –, während sie doch ihr Leben für die Ziele des Himmels nutzen könnten. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit (1Jo 2,17).

1.4 Unsere Verteidigung: Das inspirierte Wort Gottes Nur das inspirierte Wort Gottes kann die Lügen des Teufels offenbaren und besiegen. Mit Satan kann man nicht diskutieren; man kann sich mit ihm nicht einmal sicher unterhalten, wie Eva erfahren musste. Menschliche Weisheit reicht nicht aus, um Satans List zu überwinden. Unsere einzige Verteidigungswaffe ist das inspirierte Wort Gottes. Es war die Waffe, die unser Herr benutzte, als er in der Wüste versucht wurde. Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden; und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn schließlich. Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine zu Broten werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.« Dann nimmt der Teufel ihn mit in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.« 24


Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: »Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.« Dann verlässt ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herzu und dienten ihm (Mt 4,1-11). Unser Herr benutzte nicht seine göttliche Gewalt, den Satan in die Flucht zu schlagen. Er benutzte die gleiche Waffe, die auch uns heute zur Verfügung steht: das Wort Gottes. Jesus wurde von Gottes Geist geleitet und war von dem Wort Gottes erfüllt. Wie wir in einem späteren Kapitel sehen werden, ist das Wort Gottes »das Schwert des Geistes« (Eph 6,17); und der Heilige Geist kann uns befähigen, dieses Schwert effektiv einzusetzen. Wenn wir – Sie und ich – losziehen, um Satans Lügen zu bekämpfen, müssen wir uns auf Gottes Wort stützen. Diese Tatsache erlegt uns mehrere Verantwortlichkeiten auf. Wir müssen Gottes Wort kennen. Es gibt keinen Grund, weshalb ein Gläubiger seine Bibel nicht kennen sollte. Das Wort Gottes ist für uns in vielen Übersetzungen erhältlich. Wir haben den Heiligen Geist, der in uns wohnt und der uns die Wahrheiten des Wortes lehren will (Joh 16,13-15). Es gibt zahlreiche Hilfen für das Studium der Bibel. Wir können das Radio anstellen und ausgezeichneten Predigern und Bibellehrern zuhören, die uns Gottes Wort auslegen. In den örtlichen Gemeinden gibt es überall Leute, die uns biblische Lehre weitergeben können, und an vielen Orten gibt es Seminare und Bibelstudiengruppen, wo man sich weiter unterweisen lassen kann. Wenn ein intelligenter Gläubiger heutzutage seine Bibel nicht kennt, ist das einzig seine eigene Schuld! 25


Um Abhilfe zu schaffen, muss man sich selbstverständlich Zeit zum Lesen und Studieren der Bibel nehmen. Niemand wird alles in der Bibel erkannt haben, auch wenn er sein ganzes Leben daran arbeitet, aber jeder sollte lernen, so viel er kann. Wir müssen uns Zeit nehmen, nicht warten, bis wir Zeit finden, um Gottes Wort zu lesen und zu studieren. So wie ein Maschinist die Gebrauchsanweisung studiert und ein Arzt medizinische Bücher liest, so muss ein Christ das Wort Gottes studieren. Bibelstudium ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen das Wort Gottes auswendig lernen. Unser Herr hatte keine Konkordanz bei sich, als er in der Wüste war! Er dachte an die Mosebücher und wählte dann das fünfte Buch. Daraus zitierte er drei Stellen, um Satan zum Schweigen zu bringen. Die meisten Erwachsenen meinen, das Auswendiglernen von Bibelsprüchen sei etwas für Sonntagsschulkinder, doch in Wirklichkeit sollten alle Gläubigen es tun. Erwachsene Christen brauchen die Bibel viel nötiger als Kinder. Natürlich ist es trotzdem gut, wenn Kinder etwas aus der Bibel auswendig lernen. In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige (Ps 119,11). Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Schritte werden nicht wanken (Ps 37,31). Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens (Ps 40,9). Wer kein Programm zum systematischen Auswendiglernen von Bibelversen hat, der sollte sich ein solches besorgen. In Ihrer Gemeinde gibt es bestimmt Leute, die wissen, woher man derartiges Material bekommen kann. In jedem örtlichen christlichen Buchladen gibt es Bibel-Lernhilfen. Zumindest können Sie dort solches Material bestellen. 26


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