Janet und Geoff Benge
Eric Liddell Mehr als olympisches Gold
Christliche Literatur-Verbreitung e.V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
Die Bibelzitate sind der Elberfelder Übersetzung 2003, Edition CSV Hückeswagen, entnommen. Alle Fotos (außer S. 51): Mit freundlicher Genehmigung des Eric Liddell Centre. Das Foto auf S. 51 steht als lizenzfreie Bildquelle zur Verfügung unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Liddell (Stand: 20. 1. 2014).
1. Auflage 2014 © der amerikanischen Ausgabe 1998 by YWAM Publishing, originally published under the title Christian Heroes: Then and Now – Eric Liddell, all rights reserved. © der deutschen Ausgabe 2014 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Internet: www.clv.de Übersetzung: Jutta Göderle-Odenwald, Chemnitz Satz: CLV Umschlag: typtop, Andreas Fett, Meinerzhagen Druck und Bindung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm Bestell-Nr. 256.256 ISBN 978-3-86699-256-6
Inhalt Das Unmögliche schaffen
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Die Heimkehr
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Ein aufstrebendes Talent
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Wichtigere Dinge
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Gegen alle Erwartungen
46
Local Hero
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Ein Land voller Unruhe
65
Der fliegende Schotte
76
Es gab nur ein einziges Problem
85
Endlich vereint
96
Li Mu Shi
105
Mehr Kohle
116
Über den Ozean
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Feinde
133
Der Weg zum Hof der Glückseligkeit
144
Onkel Eric
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Ein ganz besonderer Mensch
165
Quellenangaben
171
Die Autoren
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Eric Liddells Wirkungsstätten in China
175
Eric Liddell (Aufnahme aus den 1920er-Jahren).
Das Unmögliche schaffen Peng! Das Geräusch der Startpistole hallte im gesamten Stadion von Colombes1 wider. Das Finale über 400 Meter hatte begonnen. Eric Liddell stürmte vorwärts. Die Spikes seiner schwarzen Lederlaufschuhe griffen in die glatt gewalzte Oberfläche der Aschenbahn. Graue Aschewolken erhoben sich bei jedem Schritt unter seinen Schuhen. Eric lief auf der äußersten Bahn, der ungünstigsten, auf der man laufen konnte. An seiner Seite lief der US-Amerikaner Horatio Fitch, der Favorit für die Goldmedaille. Fitch hatte gerade bei seinem Qualifikationslauf für das Finale einen neuen Weltrekord über diese Distanz aufgestellt. Neben Fitch rannte Joseph Imbach, der Schweizer Läufer, der ebenfalls den Weltrekord in seinem Qualifikationslauf gebrochen hatte. Jeder erwartete den Kampf um die Goldmedaille zwischen diesen beiden Männern. Der Applaus der Menge steigerte sich erwartungsvoll. Als das Läuferfeld auf die Gegengerade einbog, lag allerdings Eric Liddell in Führung. An der Kurve bei der 200-Meter-Marke, der halben Strecke des Laufes, war Eric die erste Hälfte des Rennens in der erstaunlich guten Zeit von 22,2 Sekunden gelaufen. Eric konnte das Stampfen der Füße der anderen Läufer auf der Aschenbahn hören, wie sie versuchten, ihn einzuholen. Die Menge konnte sehen, dass Guy Butler, der andere britische Läufer, drei Meter hinter Eric war. Horatio Fitch holte ebenfalls schnell auf, aber ohne zurückzuschauen, konzentrierte sich Eric voll und ganz auf seinen Lauf.
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Anmerkung des Herausgebers: Das Stadion der im Großraum Paris gelegenen Stadt diente als Austragungsstätte der Olympischen Sommerspiele 1924.
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Als die Menge erkannte, dass Eric nicht wie erwartet auf den dritten oder vierten Platz zurückfiel, wurde sie seltsam still – zu erstaunt, um zu applaudieren. Diejenigen, die sich mit Lauftechniken auskannten, schüttelten nur ihre Köpfe. Ein Läufer konnte nicht über die gesamten 400 Meter eines Rennens sprinten. Für sie war offensichtlich: Eric Liddell war ein 100-MeterLäufer, der überhaupt keine Ahnung hatte, wie man ein 400-Meter-Rennen läuft. Ein Läufer, der von Beginn eines solchen Rennens an läuft, als wäre es ein 100-Meter-Sprint, würde alle seine Energie aufbrauchen und keine Reserven mehr für den Endspurt des Rennens haben. Die Menge wartete still darauf, dass Eric langsamer wurde. Als Eric aus der Kurve gekommen war, hatte Horatio Fitch auf zwei Meter aufgeschlossen, um die Führung zu übernehmen. Eric konnte fühlen, wie nah er war. In der Erwartung, dass Fitch Eric überholen würde, erwachte die Menge wieder zum Leben. Gerade als jeder dachte, Horatio Fitch würde an Eric vorbeilaufen, ging ein Aufschrei durch die Menge: Das konnte nicht sein! Das war doch unmöglich! Niemand war je zuvor die 400 Meter so gelaufen. Aber es war wahr. Genau in dem Moment, als sich die Menge sicher war, dass er schwächer wurde, warf Eric seinen Kopf zurück und schleuderte mit seinen Armen herum wie ein Ertrinkender. Dadurch brachte er einen Spurt zustande und entfernte sich wieder von Horatio Fitch. Anstatt langsamer zu werden, rannte Eric die zweite Hälfte des Rennens schneller als die erste. Eine Sensation witternd, brach die Menge in Applaus für Eric aus. Viele winkten ihm überschwänglich mit Union Jacks. Als er das Ende der Bahn erreicht hatte, warf er sich mit fünf Metern Vorsprung vor Horatio Fitch über die Ziellinie! Er lief noch einige Schritte weiter, um abzubremsen, und stürzte in die Arme des britischen Trainers. Eric sog die Luft in seine Lungen, so schnell und so viel er konnte, als er rücklings auf der Laufbahn lag. 10
Tosender Applaus brach im Stadion aus. Der Lärm war ohrenbetäubend. Später wurde berichtet, dass man den Jubel überall in Paris gehört hatte. Eric Liddell hatte das Unmögliche geschafft, und die Menge hatte ihm dabei zugesehen. Jetzt wollten die Menschen jubeln und den Sieg mit ihm feiern. Nach einigen Minuten wurde es schließlich so leise, dass man bei der offiziellen Durchsage hören konnte, dass Eric nicht nur das Rennen gewonnen hatte, sondern auch den alten Weltrekord um zwei Zehntelsekunden unterboten hatte. Die Menge geriet wieder außer Rand und Band. Einige Mitglieder des britischen Olympiateams kamen aufs Feld und hoben Eric auf ihre Schultern. Sie trugen ihn die Laufbahn entlang – bis vor die offizielle Loge, wo der Prinz von Wales, der zukünftige König von England, stehend applaudierte. Der Prinz grüßte Eric, der im Gegenzug seinen Kopf als Zeichen des Respekts neigte. Überall um Eric herum applaudierten die Menschen, schwenkten Union Jacks, schüttelten Erics Hand und klopften dem Läufer auf den Rücken. Erics Körper war ausgepumpt. Emotionen schlugen in seinem Inneren hoch. Eric fühlte sich stolz und glücklich zugleich. Er lächelte zufrieden in sich hinein und wunderte sich darüber, wie sehr sich die Situation von jenen Träumen unterschied, die er als kleiner Junge gehabt hatte, als er in der Küstenebene von Nordchina aufgewachsen war.
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Die Heimkehr Der vierjährige Eric Liddell hatte ein wunderbares Leben. Er wohnte auf dem weitläufigen Gelände der Londoner Missionsgesellschaft in Siao Chang in der Großen Ebene von Nordchina. Eric hatte zusammen mit seinem sechs Jahre alten Bruder Robert und Jenny, seiner drei Jahre alten Schwester, eine ganze Menge Auslauf. Es gab vier große Häuser innerhalb der Grundstücksmauern sowie zwei Schulen (eine für Jungen und eine für Mädchen) und eine Kirche. Erics Vater, James Liddell, predigte in der Kirche, und seine Mutter Mary half als Lehrerin in der Schule aus. Als Krankenschwester kümmerte sich Erics Mutter auch um viele Kinder aus der Umgebung, wenn sie krank waren. Manchmal dachten Besucher des Geländes von Siao Chang, der kleine Eric sei ein chinesischer Junge. Er trug eine blaue wattierte Jacke und Hosen wie die anderen Kinder aus dem Dorf auch, und unterhielt sich mit seinen Freunden in perfektem Chinesisch. Aber wenn er seine Mütze abnahm, war deutlich zu sehen, dass er kein Chinese war. Ungeachtet seiner einheimischen Kleidung hatte er nämlich glattes blondes Haar und große blaue Augen. »Der Bursche hat einen ordentlichen schottischen Teint«, erzählte seine Mutter Besuchern, wenn sie Eric leicht auf die Mütze klopfte und ihn zum Spielen mit seinen Freunden oder seinem Haustier, einer Ziege, hinausschickte. Eric hörte seine Eltern oft über die Hügel des »hübschen Schottlands« sprechen, und er versuchte, sich vorzustellen, wie das Land wohl aussah. Seine Mutter sagte ihm, dass es in Schottland nie zu kalt oder zu heiß wurde – nicht wie in China, wo es im Winter bis unter die Frostgrenze abkühlte und im Sommer bis über 40 Grad Celsius heiß wurde. Sie erzählte Eric auch von riesigen Gebieten dort, wo man kein Haus oder Gehöft sehen 12
konnte, so weit das Auge reichte. Eric konnte das kaum glauben, besonders wenn er auf die knapp zwei Meter hohe Lehmmauer kletterte, die das Missionsgelände umgab. Die Große Ebene von Nordchina umgab Siao Chang, und in diesem ganzen Gebiet lebten 10 Millionen Menschen in 10 000 Dörfern und Städten, die dicht beieinanderlagen. Zwischen den Dörfern zog sich ein endloser Flickenteppich von Weizen- und Hirsefeldern hin, durchzogen von sich schlängelnden schlammigen Bächen und Wasserstraßen, die schon seit Jahrhunderten zur Bewässerung des Landes genutzt wurden. Eric konnte in dieser Landschaft nirgendwo hinsehen, ohne Menschen, Häuser und Gehöfte zu erblicken. Das war die einzige Landschaft, die er bisher in seinem jungen Leben kennengelernt hatte, und es fiel ihm schwer, sich irgendetwas anderes vorzustellen. Erics Eltern waren nach China gekommen, bevor Eric geboren wurde. James Liddell war 1898 als Missionar nach China gekommen, und kurze Zeit später kam auch Mary, seine Verlobte, nach. 1899 heirateten die beiden in Schanghai und wurden durch die Londoner Missionsgesellschaft (London Missionary Society [LMS]) zum Dienst in der Inneren Mongolei ausgesandt. Bald nach ihrer Ankunft in der Inneren Mongolei brach allerdings ein furchtbarer Aufstand in China aus. Eine Gruppe von Männern, die sich selbst »Fäuste der Gerechtigkeit und Harmonie« oder kurz »Boxer« nannten, schürten im chinesischen Volk Hass gegen alle Ausländer. Die Boxer waren der Ansicht, dass sie magische Kräfte besaßen. Sie glaubten, dass ihre Körper Geschosse und Kanonenkugeln aufhalten und dass sie Schwertstreiche mit bloßen Armen abwehren könnten. Viele der ungebildeten Bauern in China glaubten den Boxern und hatten Angst vor ihnen. Der Boxeraufstand brach im Juni 1900 aus. Das chinesische Volk wurde aufgefordert, sich zu erheben und alle Ausländer zu töten, die ihr Land für so lange Zeit gedemütigt hatten. Die 13
Boxer wollten, dass ausländische Missionare getötet wurden, weil sie dem chinesischen Volk »eine andere Religion« brachten. Daraufhin schlossen sich viele Menschen den Boxern an und ermordeten Missionare sowie viele chinesische Christen. Im Verlauf der Unruhen wurde auch der deutsche Gesandte in Peking erschossen. Als der Aufstand letztendlich durch die vereinten Kräfte von über 20 000 ausländischen Soldaten niedergeschlagen wurde, waren etwa 200 Missionare und deren Angehörige, darunter Frauen und Kinder, und über 30 000 chinesische Christen getötet worden. Die Innere Mongolei war eines der ersten Gebiete, die die Boxer angriffen. James Liddell war gemeinsam mit Mary, die gerade ihr erstes Kind erwartete, von der Missionsstation geflohen. Das Paar hatte all seine Habseligkeiten zurückgelassen außer einem kleinen Koffer mit Kleidern. In ständiger Angst um ihr Leben wagten die Liddells die lange und turbulente Reise einige Hundert Kilometer Richtung Süden bis nach Schanghai. Dort warteten sie auf dem LMS-Gelände, bevor sie nach Tianjin (Tientsin)2 weiterreisen wollten. Während sie auf das Ende des Aufstands warteten, fuhr James Liddell in die Innere Mongolei zurück, um zu sehen, was aus der Missionsstation und den chinesischen Christen geworden war, die sie hatten zurücklassen müssen. Er fand die Station zerstört vor, während die Christen vor Ort untergetaucht waren. Die Region war noch nicht sicher genug für die Rückkehr der Missionare. Nachdem James Liddell seinen Bericht denjenigen vorgetragen hatte, die von der Londoner Missionsgesellschaft als Verantwortliche für China berufen worden waren und als Feld2
Anmerkung des Herausgebers: Die Schreibweise mancher chinesischer Orts- und Eigennamen variiert je nach Quelle. Im vorliegenden Buch wird in der Regel jene Namensform verwendet, die in deutschsprachigen Veröffentlichungen und InternetQuellen benutzt wird (also z. B. Tianjin statt Tientsin). Gelegentlich wird bei der Ersterwähnung die sonst ebenfalls übliche Variante in Klammern eingefügt.
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leitung vor Ort arbeiteten, sandte die Missionsgesellschaft das Ehepaar in eines ihrer bestehenden Missionszentren in Siao Chang – einem kleinen, in der Zentralregion der Großen Ebene gelegenen Dorf. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Paar bereits zwei Söhne. Am 16. Januar 1902, 18 Monate nach der Geburt ihres ersten Sohnes Robert, gebar Mary Liddell einen blonden Jungen mit blauen Augen und einem Kinngrübchen. Er bekam den Namen Eric Henry Liddell. Eigentlich sollte das Baby Henry Eric Liddell heißen, bis ein befreundeter Missionar darauf hinwies, dass die Initialen »H. E. L.«3 lauteten. Sofort vertauschte James Liddell die Vornamen seines neugeborenen Sohnes. Obwohl der Boxeraufstand niedergeschlagen war, schwelten in vielen Teilen Chinas weiterhin Zorn und Hass gegen Ausländer unter der Oberfläche. Das war allerdings in Siao Chang nicht der Fall. Die chinesischen Christen, die dort lebten, wünschten sich die Missionare zurück. Als Erics Eltern zum ersten Mal auf das Gelände kamen, hing ein Schild über dem Dorfeingang. Darauf war »Chung Wai I Chai« geschrieben, und die Missionare wussten, was das bedeutete: »Ein gemeinsames Zuhause für Chinesen und Fremde«. Wie glücklich waren James und Mary Liddell, irgendwo endlich wieder sicher zu sein! Nachdem James und Mary Liddell neun Jahre in China gewesen waren, beschloss die Londoner Missionsgesellschaft, dass die Familie für ein Jahr nach Schottland zurückkehren sollte – auf Heimaturlaub, wie es offiziell genannt wurde. »Wir fahren nach Hause«, rief Robert, als er durch die Tür in den Hof rannte, wo Eric und Jenny mit einem neuen Wurf Kätzchen spielten. »Nach Hause?«, fragte der fünfjährige Eric. »Wir sind zu Hause.« 3
Anmerkung der Übersetzerin: Sie erinnern an den englischen Begriff für »Hölle« (»hell«).
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»Nein, unser anderes Zuhause, Dummerchen, in Schottland«, antwortete sein älterer und klügerer Bruder, der selbst noch nie dort gewesen war. An diesem Nachmittag begannen die Liddells, zu packen und ihre Heimreise vorzubereiten. Einige Tage später machten sie sich auf den Weg von Siao Chang nach Tianjin, wo sie ein Schiff nach Schanghai nahmen. Eric war mit seiner Familie schon an der Küste gewesen, aber mit einem Schiff war er noch nie gefahren. Er stand ganz erstaunt da und starrte über den Rand, bis Tianjin ganz außer Sicht war. In Schanghai gingen sie für die sechswöchige Reise von Schanghai nach Southampton an Bord eines deutschen Dampfers. Nach ihrer Ankunft in England nahm die Familie einen Zug nach London, wo James und Mary Liddell mit den Leitern der Londoner Missionsgesellschaft zusammentrafen und ausführlich über ihre Arbeit berichteten. Dann bestiegen sie einen anderen Zug für die letzte Etappe auf ihrem Weg heim nach Schottland. Während der Zug nach Schottland rollte, wurden Erics Augen groß, als er aus dem Fenster sah. Es gab so viel leeres Land. Schafe grasten zwischen Burgruinen, und in den weiten grünen Tälern standen viele kleine Steinhäuschen. Alles entzückte Eric; Schottland war so anders als China und so anders als alles, was er sich vorgestellt hatte. Schließlich hielt der Zug an jener Bahnstation, die dem Dorf Dryman unweit des Loch Lomond am nächsten lag. James Liddell sagte seinem kleinen Sohn, dass sie nun »zu Hause« wären. Eric liebte Dryman. Seine Eltern mieteten dort ein Haus, und so konnte er dieselben Plätze erkunden, die schon sein Vater als Kind ausgekundschaftet hatte. Erics Großvater besaß einen kleinen Lebensmittelladen in Dryman. Es dauerte nicht lange, bis Eric herausfand, dass ihm Aniskugeln, Lakritzkonfekt und englische Sahnebonbons gut schmeckten. Großvater Liddell führte im Nebenerwerb noch ein kleines Fuhrunternehmen, indem er 16
Leute und Pakete von und zur Bahnstation beförderte. Das Dorf und der Bahnhof lagen ungefähr eineinhalb Kilometer voneinander entfernt. Viele Male saß Eric mit seinem Großvater oben auf dem Pferdewagen und schaute wichtigtuerisch auf die Welt hinunter, wenn sie zur Bahnstation fuhren. Der einjährige Heimaturlaub ging schnell vorbei, und am Ende der Zeit hatte Erics Mutter etwas Wichtiges mit ihren Söhnen zu besprechen. Die beiden Jungen würden nicht mit dem Rest der Familie nach China zurückkehren. Es war nun an der Zeit, ihre Schulbildung an einer geeigneten englischen Schule zu beginnen. Im Jahr 1908 war es für Missionarskinder üblich, ein Internat in England zu besuchen, während ihre Eltern in Übersee in fremden Ländern dienten. Der sechsjährige Eric klammerte sich an seinen Bruder, als die beiden Jungen ihrer Mutter die Treppen hinauf in das triste steinerne Verwaltungsgebäude der Londoner Schule für Missionarssöhne folgten. (1912, als Eric und Robert immer noch dort eingeschrieben waren, wurde die Schule in »Eltham College« umbenannt.) Die Schule war 1842 von der Londoner Missionsgesellschaft gegründet worden, und alle 150 Jungen, die dorthin gingen, waren Söhne von Missionaren, wie das Schild am Eingang besagte. Sofern alles gut ging, würden Robert und Eric die Schule bis zu ihrem Abschluss besuchen und dann an die Universität wechseln können. Eine Stunde nach ihrer Ankunft waren die Jungen mit grauen Flanellhosen, Jacke, Krawatte und Mütze ausgestattet, genau wie die anderen Jungen. Dann wurden ihnen ihre Betten am Ende einer langen Reihe von engen Pritschen gezeigt, die sich über die gesamte Länge des Schlafsaals im Obergeschoss zog. Neben jeder Pritsche befand sich ein Waschtisch mit einer Waschschüssel und einem Wasserkrug darauf. Die Jungs sollten ihre Sachen an den Haken neben ihrer Pritsche hängen und sich der übrigen Klasse anschließen, weil gleich die Kricketstunde auf dem hinteren Feld 17
Rob (links) und Eric Liddell vor dem Eltham College im Jahr 1908.
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beginnen würde. Mary Liddell schlüpfte leise zur Schultür hinaus, während ihre Jungen eine Einführung in die Bedeutung eines Wickets (Ausscheiden des Schlagmanns), eines Maiden Over (Serie von sechs Würfen ohne erzielten Lauf) und anderer Dinge beim Kricketspiel erhielten. Es sollte sieben Jahre dauern, bis Eric und Robert ihre Mutter wiedersehen würden, und 13 Jahre, bis ihr Vater zurückkehren würde. Nachdem er in China sorglos gelebt und etwa ein Jahr in der Wildnis des schottischen Hochlands verbracht hatte, war es für Eric schwierig, sich an das Leben in diesem grauen Steingebäude in London anzupassen. Er vermisste seine Eltern, seine jüngere Schwester Jenny sowie die Ziegen und Kätzchen, die er in China hatte. Weil er klein für sein Alter und sehr schüchtern war, überließ Eric das Reden seinem Bruder Robert. Er hatte schreckliche Angst davor, dass ihn jemand etwas fragte, wenn Robert nicht in seiner Nähe war. In der Schule wurde jeder Teil von Erics und Roberts Leben, wie das der anderen Schüler, von jemand anderem organisiert. Die Schüler saßen bei den Mahlzeiten in langen Reihen, während ein Lehrer darauf achtete, dass sie sich ordentlich benahmen. Die Liddell-Brüder vermissten das chinesische Essen sehr. Sie waren an das Schmalzbrot und die Schüssel mit grauem Haferbrei, die es jeden Morgen zum Frühstück gab, nicht gewöhnt. Eric sehnte sich nach einer Schüssel mit Sojabohnen oder Hirse. Alle Jungen der Schule marschierten in Reihen in ihre Klassen und saßen anschließend still auf ihren Plätzen, während ihr Lehrer den Unterricht hielt. Nach dem Unterricht gingen alle in den Studiersaal, wo sie ihre Hausaufgaben erledigten, wieder in Reihen sitzend. An jedem Donnerstagnachmittag schrieben sie unter der Aufsicht eines ihrer Lehrer Briefe an ihre Eltern. Diese ganzen Aufgaben waren anstrengend für einen kleinen Jungen, der es nicht gewohnt war, eine Schule zu besuchen.
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Wie in den meisten Schulen des frühen 20. Jahrhunderts gingen die Stunden harten Lernens Hand in Hand mit einer Vielzahl von Möglichkeiten intensiver körperlicher Ertüchtigung. Sport war nichts, was ein Junge zusätzlich als Hobby betreiben konnte; Sport nahm einen beträchtlichen Teil des Schulalltags ein. Alle Jungen lernten im Winter Rugby spielen. Im Sommer spielten sie Kricket und nahmen an vielen Lauf-, Sprung- und Wurfwettbewerben teil. Dieser hohe Stellenwert des Sports hatte den Zweck, britische Jungen zu lehren, nach Regeln zu spielen, Autorität zu respektieren und Teil einer Mannschaft zu sein. Während Eric an den Schulstunden keinen Spaß hatte, genoss er den Sport. In einem seiner Briefe an seine Familie in China schreibt Eric als Zehnjähriger: »Ich denke nicht viel über die Schulstunden nach, aber ich kann gut laufen.« Und wie er das konnte! Beide – Eric und Robert – waren hervorragend in jeder Sportart, die sie ausprobierten. Eine andere Beschäftigung, an der alle Schüler teilnehmen sollten, war die Schulaufführung. Der dafür verantwortliche Lehrer präsentierte jedes Jahr stolz ein neues Stück, und die Hauptrollen waren hart umkämpft. Auch die weiblichen Rollen wurden von den Jungen gespielt. In einem Jahr war die Wahl auf das Stück Alice im Wunderland gefallen. Eric wollte keine Hauptrolle; eigentlich wollte er überhaupt keine Rolle spielen. Für ihn war es eine Qual, daran zu denken, vor so vielen Menschen aufzustehen. Also gab der Lehrer, der die Aufführung mit den Schülern einstudierte, ihm die Rolle der Haselmaus – ein schüchternes kleines Tierchen, das kaum ein Wort zu sagen hatte. Das war genau das Richtige für Eric, der die Rolle ganz wunderbar spielte. Eric musste nicht einmal vorgeben, schüchtern zu sein! Nach diesem Stück und bis zu der Zeit, als er das Eltham College mit 19 Jahren verließ, war sein Spitzname »die Maus«.
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In den Sommerferien fuhren die beiden Jungen mit dem Zug nach Dryman und blieben dort bei ihrem Großvater. Wenn sie nur wenige Tage freihatten, blieben sie entweder in der Schule oder verbrachten die Zeit bei Freunden. Eric wäre eigentlich gern mehr in die Aktivitäten in der Schule einbezogen gewesen, aber er war einfach zu schüchtern. Einmal gab es ein Tennisturnier gegen eine benachbarte Mädchenschule, aber Eric machte in letzter Minute einen Rückzieher. Er konnte sich nicht vorstellen, worüber er mit einem Mädchen sprechen sollte, wenn er in die betreffende Schule kam. Es gab auch einen Bibelkreis, den die Jungen besuchen konnten, wenn sie wollten. Eric ging gern hin, aber er saß immer ganz hinten. So konnte er schnell den Raum verlassen, wenn er aufgerufen wurde, weil er eine Frage beantworten oder ein paar Sätze zu dem sagen sollte, worum es gerade ging. Die Schuljahre gingen vorbei, kein neues Jahr unterschied sich wesentlich von dem davor. 1914, als Eric 12 Jahre alt war, geschahen jedoch zwei Dinge, an die sich Eric für den Rest seines Lebens erinnern würde. Das erste war ein schönes Ereignis. Erics Mutter brachte noch einen kleinen Jungen zur Welt: Ernest. Eric wartete ungeduldig darauf, seinen neuen kleinen Bruder zu sehen, und seine Mutter versprach ihm, 1915 für einige Wochen nach London zu Besuch zu kommen. Dann würde neben Jenny auch Ernest dabei sein. Das zweite Ereignis war ein schreckliches und furchterregendes: Ein großer Krieg begann in Europa, der später der Erste Weltkrieg genannt wurde. Deutschland und die österreichisch-ungarische Monarchie standen auf der einen Seite, Frankreich, Großbritannien und Russland auf der anderen. Viele der älteren Schüler meldeten sich freiwillig, um für die Briten zu kämpfen. Bevor sie auf das Schlachtfeld zogen, besuchten sie das Eltham College stolz in ihren neuen khakifarbenen Uniformen, und jeder Junge trug ein modernes Lee-Enfield-Gewehr.
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Von links: Rob mit Jenny, Ernest und Eric im Jahr 1915.
Innerhalb weniger Wochen wurden viele dieser neuen Rekruten auf den Schlachtfeldern in Flandern und in Frankreich getötet. Wie die übrigen Jungen in der Schule begann auch Eric, die tägliche Zusammenkunft zu fürchten, wo die aktuelle Liste der getöteten und verletzten »großen Jungen« vorgelesen wurde. Es war nicht einfach zuzuhören, wenn die Namen verlesen wurden. Es ging bei diesen toten und verwundeten Soldaten nicht nur um Namen, es ging um Menschen – Freunde, mit denen die Jungen Kricket und Rugby gespielt hatten, Freunde, die den jüngeren Schülern im Studiersaal geholfen hatten. Es war, wie wenn man einen großen Bruder nach dem anderen verliert, und das dauerte vier Jahre lang. Der Sport schien Eric jedoch aufzumuntern. Wie sein älterer Bruder ließ Eric viel Potenzial erkennen. Zu dieser Zeit absolvierte Robert sein letztes Schuljahr am Eltham College, und Eric erwies sich für ihn als einziger echter Konkurrent im Sport. 22
Im Jahr 1918, als Eric 16 und Robert 18 war, galten die Brüder als die beiden Leichtathletikstars der Schule. Die Sportseite im Schulrekordbuch von 1918 liest sich folgendermaßen: »Erster beim Querfeldeinlauf, Hochsprung und Hürdenlauf: Robert Liddell. Erster beim Weitsprung, 100-Yard-Lauf4 und Viertelmeilenrennen: Eric Liddell.« Wenn der eine Bruder Erster war, kam der andere immer an zweiter Stelle! Nicht nur das, Eric und Robert spielten auch Rugby für die First Fifteen und Kricket für die First Eleven (d. h. für die Spitzenmannschaften der Schule in den jeweiligen Sportarten). Robert und Eric (etwas später) wurden zum Kapitän fast aller Sportmannschaften der Schule gewählt. 1918 war Robert gerade alt genug, darüber nachzudenken, sich freiwillig für einen Kampfeinsatz zu melden. Doch weil in diesem Jahr der Erste Weltkrieg endete, verließ Robert, anstatt an die Front zu gehen, das Eltham College und zog nach Edinburgh, um dort Medizin zu studieren. Edinburgh, an der Ostküste von Schottland gelegen, sollte für die nächsten Jahre auch in Erics Leben eine wichtige Rolle spielen. Das erste Mal in seinem Leben war Eric ganz allein, getrennt von allen Familienmitgliedern. Aber er hatte wenig Zeit, einsam zu sein. Er hatte für einige schwierige und wichtige Prüfungen am Ende des Schuljahres 1919 zu lernen. Und wie gewöhnlich hielten ihn auch seine sportlichen Aktivitäten auf Trab. Eric war bei beiden Herausforderungen erfolgreich. Er schaffte seine Prüfungen und stellte mit 10,2 Sekunden einen neuen Schulrekord im 100-Yard-Lauf auf. Ein Jahr später verließ Eric das Eltham College und fuhr mit dem Zug nordwärts nach Edinburgh, um sich an der dortigen Universität einzuschreiben. Es war eine sehr aufregende Zeit für 4
Anmerkung der Übersetzerin: Bis Ende der 1970er-Jahre waren neben den MeterDistanzen auch Yard-Strecken üblich (1 Yard = 0,9144 Meter). Bei der später im Buch erwähnten 220-Yard-Distanz handelt es sich um eine Strecke, die 201,168 Meter lang ist.
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ihn. Seine Mutter kam heim nach Schottland, gemeinsam mit der 17-jährigen Jenny und dem sechsjährigen Ernest. Sie würden wieder alle zusammen in Edinburgh leben, und Erics Vater sollte ein Jahr später nachkommen. Endlich würde die ganze Familie wieder zusammen sein. 1921 kehrte dann auch James Liddell tatsächlich nach Schottland zurück. Eric war sechs Jahre gewesen, als er seinen Vater das letzte Mal gesehen hatte. Nachdem sie sich gegenseitig über ihr Leben ausgetauscht hatten, fragte James Liddell seinen Sohn, was er denn machen wolle, wenn er sein Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften beendet hätte. Eric musste zugeben, dass er sich darüber nicht im Klaren war. Allerdings hätte er sich in seinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, dass er noch vor seinem Studienabschluss der berühmteste Mann Schottlands seiner Zeit sein würde.
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Ein aufstrebendes Talent Eric liebte es, an der Universität zu sein. Er konnte kommen und gehen, wann er wollte, und am Ende jedes Tages kam er nach Hause, wo ihn eine hausgemachte Mahlzeit erwartete, die er mit seiner Familie gemeinsam genießen konnte. Er war ein fleißiger Student und erhielt gute Noten, besonders in Chemie und Mathematik. Wenn er eine Lernpause brauchte, kam er mit einigen Freunden zusammen und beteiligte sich an einem freundschaftlichen Rugbymatch oder warf ein paar Stunden einen Kricketball herum. Es dauerte nicht lange, bis diese Freunde bemerkt hatten, dass Eric ein sehr schneller Läufer war. Einer von ihnen, Bill Harvey, der selbst Läufer war, lud Eric ein, am Sportwettbewerb der Universität teilzunehmen. Zunächst lehnte Eric ab; er war schließlich an der Universität, um eine Ausbildung zu absolvieren, und konnte es sich nicht leisten, zu lange auf einer Laufbahn zu üben. Aber Bill Harvey suchte jemanden, an dem er seine Trainerfähigkeiten ausprobieren konnte, und am Ende gelang es ihm, Eric zur Teilnahme am 100-Yard-Lauf und 220-Yard-Lauf zu überreden. Obwohl Eric zugesagt hatte, am Wettbewerb teilzunehmen, hatte er nicht vor, sich durch das Laufen von seinen sonstigen Aktivitäten abhalten zu lassen. Gemeinsam mit vier anderen Studenten hatte er während der Osterferien eine sechstägige Fahrradtour geplant – von Edinburgh zum Ben Nevis und zurück. Der Ben Nevis ist der höchste Berg in Schottland. Eric wollte ihn besteigen und die Aussicht vom Gipfel genießen. Aber Bill Harvey war dagegen, dass Eric mitfuhr. Es waren nur noch sechs Wochen bis zum Wettbewerb, und Bill hatte gelesen, dass beim Radfahren andere Muskeln beansprucht werden als beim Laufen. Eric glaubte ihm nicht und fuhr los. Eine Woche nach der Rück25
kehr von der Tour entdeckte Eric, dass Bill Harvey recht gehabt hatte. Wenn er zu laufen versuchte, verhärtete sich seine Beinmuskulatur, und er wusste, dass es schwierig werden würde, für das Rennen wieder in Form zu kommen. Die fünf Wochen bis zum Wettkampf waren ausgefüllt. Bill Harvey nahm seine Aufgaben als Trainer ernst und verbrachte viele Stunden mit Eric, indem er seine Beinmuskeln massierte, um die Verspannung zu lösen. Als der Wettkampftag immer näher rückte, begann Eric, nervös zu werden. Es war eine Sache, am Eltham College zu laufen, wo ihn jeder kannte und sein eigener Bruder der Hauptkonkurrent war. Doch es war eine andere Sache, vor tausend fremden Menschen zu laufen! Im Mai 1921 war es dann so weit. Bill Harvey hatte sich sehr bemüht, um Eric für seinen ersten Wettkampf in Schottland fit zu machen. Natürlich glaubte Eric nicht, dass er seine Läufe gewinnen könnte. Der beste Läufer Schottlands, Innes Stewart, trat in beiden Disziplinen gegen ihn an. Eric hoffte, zumindest unter den ersten drei zu landen. Eric Liddell und Innes Stewart waren gemeinsam im ersten Vorlauf des 100-Yard-Sprints. Nervös trabte Eric zur Startlinie. Es war ein heißer Tag, und er wischte seine Stirn an seinem weißen Trikot ab, bevor er sich an der Startlinie neben den anderen Läufern in der Hitze niederhockte. Die Startpistole gab einen lauten Knall von sich, und die Läufer schnellten vorwärts. Die Menge jubelte Innes Stewart zu, und in weniger als 11 Sekunden war alles vorüber. Erwartungsgemäß hatte Innes Stewart gewonnen, aber dicht gefolgt von Eric Liddell. Das Finale fand später an diesem Nachmittag statt. Was Rennverlauf und Hitze anging, war es fast so wie am Vormittag, doch einen Unterschied gab es: Dieses Mal war es Eric Liddell, der das Zielband zerriss und das Rennen gewann, während Innes Stewart dicht dahinterlag. Eric hatte den 100-Yard-Sprint gewonnen. Die Menge spendete lauthals Beifall. 26