William MacDonald
Das tat
Gott
Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
Soweit nicht anders vermerkt, sind die Bibelzitate der Elberfelder Übersetzung 2003, Edition CSV Hückeswagen, entnommen.
1. Auflage 1995 2. Auflage 1997 3. Auflage 2005 4. überarbeitete Auflage 2013 Originaltitel: The Grandeur Of God’s Grace © 1994 by William MacDonald © der deutschen Ausgabe 1995 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung ˜œ••ŠŒ‘1WW9VW9Y[1 1YY\\W1 ’ޕޕޕ• Internet: www.clv.de Übersetzung: Hermann Grabe Umschlag: Lucian Binder, Marienheide Satz: CLV Druck und Bindung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm 1_]^,Y,^\\__,W[[,X
Inhalt Die Größe der göttlichen Gnade
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Eine einzigartige Lösung
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Jetzt die gute Botschaft
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Gottes unfassbare Gnade
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KAPITEL 1
Die Größe der göttlichen Gnade John Newton verbrachte eine traurige Kindheit und Jugend. Er heuerte auf einem Handelsschiff seines Vaters an und versank dabei in die Tiefen von Betrug, Perversion und Gottlosigkeit. Angeblich konnte er zwei Stunden lang fluchen, ohne sich zu wiederholen. Nachdem ihn sein Vater gefeuert hatte, begann er auf einem Sklavenschiff. Dort fiel er in Ungnade und wurde selbst ein Sklave der afrikanischen Frau seines Chefs. Als er bei einem schrecklichen Sturm beinahe umgekommen wäre, bekehrte er sich und wurde später ein Prediger des Evangeliums, das er bis dahin so verachtet hatte. In dem beliebten Lied »Amazing Grace« hat er dieses Erlebnis seiner Rettung für uns festgehalten. Durch eine eigenartige Fügung führte dieses Lied zeitweise die Pop-Hitlisten an, die doch von Leuten zusammengestellt werden, die wahrscheinlich die hier besungene wunderbare Gnade Gottes nicht selbst erfahren haben.
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O große Gnade, die mich rief Und mich Verlor’nen fand, Als blind ich ins Verderben lief, Ergriff mich Deine Hand! Die Gnade hat mich frei gemacht Von Sünde, Nacht und Tod Und mich ans helle Licht gebracht, Zu Dir, mein Herr und Gott! Die Gnade zeigt’ mir meine Schuld, Mein Ganz-Verlorensein, Doch auch zugleich des Heilands Huld, Des darf ich mich stets freu’n. War oft in Angst und Irrtumsnacht, Wusst’ weder ein noch aus, Die Gnade hat mich durchgebracht Und bringt mich auch nach Haus. Dann werden wir im Himmelslicht Anbetend vor Ihm steh’n Und schauend in Sein Angesicht Die Gnade Selber seh’n.
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KAPITEL 2
Ein unlösbares Problem Gott stand vor einem Problem. Na ja, das ist nicht ganz richtig ausgedrückt. Gott ist zu mächtig und zu weise, um wirklich Probleme zu haben. Er löst sie höchstens. Aber von unserem Blickwinkel aus erscheint es so, als ob Gott vor einem unlösbarem Problem stand, um einen Weg zur Erlösung der Menschen zu finden. Nachdem wir das richtiggestellt haben, können wir fragen, worin das Problem besteht. Soviel ich sehe, liegt es darin, dass wir einen scheinbaren Widerspruch zwischen den beiden großen Eigenschaften Gottes erkennen. Einerseits ist Gott Liebe. Er liebt die Menschen leidenschaftlich. Sie sind die Krone seiner Schöpfung. Unter all den Wundern, die er schuf, fand er ein besonderes Wohlgefallen an den Menschen. Er wünscht sich die Gemeinschaft mit jedem Mann, mit jeder Frau, mit jedem Jungen, jedem Mädchen, und zwar für alle Ewigkeit. Gott ist gerecht, und wir alle sind Sünder. Daraus entsteht das Problem. Er kann Sünde nicht dulden. Er kann keine einzige Sünde übersehen oder entschuldigen. Sünde muss bestraft werden, und die Strafe für Sünde ist der Tod. Wenn Sünder in Ewigkeit bei Gott wohnen sollen, müssen ihre Sünden auf irgendeine Weise ausgelöscht werden. Die Strafe muss bezahlt werden, und die Menschen müssten \
rein und ohne Sünde sein, bevor sie bei Gott wohnen könnten. Daraus ergibt sich dieses gewaltige Problem. Einerseits ist Gott Liebe, und seine Liebe will nicht, dass auch nur ein Mensch verlorengeht. Er will niemand in die ewige Verdammnis schicken. Er will, dass alle mit ihm die Pracht und die Freude des Himmels ewig erleben. Aber Gott ist Licht. Seine Gerechtigkeit verlangt, dass die Sünden der Sünder bestraft werden. Er fordert volle Vergeltung für jede Bosheit, mag sie in Worten, Taten oder Gedanken geschehen sein. Ohne Vergebung kann kein Sünder jemals in den Himmel gelangen. Wie kann Gott einen Plan zu unserer Rettung entwerfen, der seiner Liebe entspricht und von seiner Gerechtigkeit keine Kompromisse verlangt? Wie kann er gleichzeitig ein gerechter Gott und ein Retter sein? Wie kann er gottlosen Sündern vergeben, ohne ungerecht zu sein? Das ist das Problem. Einst sagte der berühmte griechische Philosoph Sokrates zu seinem Schüler Plato: »Es könnte sein, dass Gott Sünden vergeben kann, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie.«
Sieben Voraussetzungen, die ein Rettungsplan erfüllen muss Es war ein Akt unbeschreiblicher Gnade, als Gott beschloss, die gefallene Menschheit zu retten. Aber mit dieser Entscheidung entstand die Notwendigkeit, 7
einen Plan zu entwerfen, der den Anforderungen seiner Liebe und seiner Heiligkeit völlig entspricht. Weil er alle liebt, muss die Erlösung folgende Voraussetzungen erfüllen: 1. Sie muss allen offenstehen. Niemand darf ausgeschlossen bleiben. 2. Sie muss unerschöpflich sein und für alle ausreichen. Sie muss größer sein als jede nur denkbare Not irgendeines Menschen. 3. Sie muss für alle geeignet sein. Wie böse und schlimm das Leben eines Menschen auch sei, das darf niemand von der Erlösung ausschließen. 4. Sie muss so einfach sein, dass jeder sie begreift. Es hat keinen Zweck, ein Angebot zu machen, das man nicht verstehen kann. 5. Sie muss für jeden erreichbar sein. Sie darf also keine Bedingungen stellen, die irgendjemand nicht erfüllen kann. \ï1 ’Ž1 •Š›•1 ”Ž’—Ž1 ã••’Œ‘”Ž’•1 £ž–1 —•ދޗ1 ‹’ޕޗï1 Stolz ist die Wurzel aller Sünden, und niemand, der stolz ist, wird in den Himmel kommen. Um Angeberei auszuschließen, muss jeder die gleichen Voraussetzungen für den Himmel mitbringen. 7. Und doch muss dieser Plan dabei so beschaffen sein, dass Gott ihn niemand gegen seinen Willen aufzwingt.
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KAPITEL 3
Eine einzigartige Lösung Um all diesen Voraussetzungen gerecht zu werden, ist nur eine Lösung denkbar. Irgendwo muss ein passender Stellvertreter gefunden werden, der die Strafe für die Sünden der Menschen auf sich nimmt. Sicher wissen die meisten, was es mit einer Stellvertretung auf sich hat. Zum Beispiel schickt in manchen Sportarten der Trainer einen Ersatzmann aufs Feld, damit dieser für einen anderen spielt. Zur Zeit des Alten Testaments wusste jeder gläubige Israelit, was ein Stellvertreter ist. Damals brachte man ein Opfertier zum Altar und legte die Hände auf den Kopf des Tieres. Das bedeutete die Übertragung der Schuld auf den Stellvertreter, der dann an seiner Stelle starb. Darin lag die Lösung von Gottes Problem. Ein Stellvertreter stirbt anstelle der sündigen Menschen.
Aber auch dieser Stellvertreter musste eine Reihe von Bedingungen erfüllen: 1. Er muss Mensch sein, sonst wäre der Tausch weder gerecht noch gleichwertig. 2. Er muss sündlos sein, weil er sonst wegen seiner eigenen Sünde sterben müsste. 3. Er muss Gott gleich sein. Nur eine in jeder Beziehung unendlich große Person kann für die unzähligen Sünden der Menschen bezahlen. Der Wert 9
des Stellvertreters muss ausreichen, alle Sünden der Menschheit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auszugleichen. 4. Er muss sein Blut vergießen, weil Gott bestimmt hat, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung gibt. Das Leben ist im Blut, und darum gilt: Leben für Leben. 5. Er muss es freiwillig tun. Sonst könnte Satan Gott vorwerfen, dass er ungerecht ist und ein Opfer gegen seinen Willen gezwungen hat, anstelle der gottlosen Sünder zu sterben.
Jesus genügt all diesen Anforderungen Die einzige Person im ganzen Universum, die diese Voraussetzungen erfüllt, ist Jesus Christus. 1. Er wurde Mensch in Bethlehem, geboren von der Jungfrau Maria. Er war durch und durch Mensch.1 Es bleibt uns immer unbegreiflich, dass der ewige Gott als kleines, hilfloses Baby zu uns kam und Mensch wurde. 2. Er ist sündlos. Das kann niemand bestreiten. Er beging keine Sünde, er kannte keine Sünde, und in ihm war keine Sünde.2 3. Er ist Gott.3 Er besitzt alle Eigenschaften Gottes. Die ganze Fülle der Macht Gottes ist in ihm, und er ist in allem dem Vater gleich. 4. Am Kreuz von Golgatha vergoss er sein Blut für W1 X1 3
Wï9 ’–˜•‘Žžœ1Xð[ï Xï9 ˜›’—•‘Ž›1[ðXWò1Wï9 Ž•›žœ1XðXXò1Wï9 ˜‘Š——Žœ1Yð[ï Johannes 1,1.
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Sünder. Unzählige sind durch das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, von all ihren Sünden gereinigt worden.4 5. Er hat dieses Werk der Erlösung freiwillig auf sich genommen. Da gab es kein Widerstreben, kein Zurückschrecken. Im Gegenteil! Wir sehen nur ein freudiges Befolgen von Gottes Willen.5 Die Lehre von der Stellvertretung Christi kann man in der ganzen Bibel finden. Jesaja wagte zu sagen: »Doch er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen … um unserer Übertretungen willen war er verwundet … Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden … und der HERR hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit.«\ Johannes der Täufer rief: »Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!«7 Tief ergriffen sagte der Apostel Paulus: »… [der] Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.«8 Und Petrus fügte hinzu: »… der selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat …«9 Hierher gehört auch unbedingt noch, was Johannes, der Apostel der Liebe, uns versichert: »… und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht aber allein für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.«10
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Wï9 ˜‘Š——Žœ1Wð]ï œŠ•–1ZVð_ò1 Ž‹›§Ž›1WXðXï ŽœŠ“Š1[YðZ,\ï Johannes 1,29. Galater 2,20. Wï9 Ž•›žœ1XðXZï Wï9 ˜‘Š——Žœ1XðXï
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Gottes Rettungsplan genügt allen Anforderungen Weil der Herr Jesus allen Bedingungen für ein stellvertretendes Opfer vollkommen entspricht, kann Gott jetzt seinen wunderbaren Plan der Erlösung, die gute Botschaft, das Evangelium, verkünden. Er kann das Heil als Geschenk jedem anbieten, der seine Sünden bereut und in einem bewussten Akt des Glaubens seinen Sohn als Herrn und Retter annimmt. 1. Das Heil ist für alle da. Der Herr selbst sagt: »Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht.«11 Wenn es von Geld abhinge, müssten die Armen draußen bleiben. 2. Es reicht auch für alle aus.12 Der Tod dieses großen Erretters ist so wirksam, dass die Sünden der ganzen Welt dadurch gesühnt werden können. Es ist der große Ozean, in dem alle Sünden für ewig verschwinden. 3. Jeder kann gerettet werden, denn alle sind Sünder.13 Gerade unser Unvermögen qualifiziert uns für das Heil Gottes. Ist es nicht großartig, dass die Gabe des ewigen Lebens nicht nur für die Klugen, die Reichen, die Schönen oder die Berühmten ist? Einige von uns würden dann ganz sicher nicht dazugehören. Ja, wenn man dafür auch nur lesen, klettern, reden oder sehen können müsste, so wären immer noch einige ausgeschlossen. Nun aber gilt das Evangelium für die ganze Welt! 11 Johannes 5,24. 121 Wï9 ˜‘Š——Žœ1XðXï 13 Römer 3,23.
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4. Das Heil ist so einfach, dass jeder es verstehen kann. Niemand ist dafür zu primitiv oder zu unterentwickelt. Im Evangelium sagt der Herr Jesus: »Komm!«14 – ohne jede erschwerende Bedingung. William Cowper staunte: »O, der himmlische Plan ist ganz anders als die komplizierten Konstruktionen der Menschen: ungekünstelt und befreiend!« 5. Jeder kann das Heil annehmen.15 Man bekommt es durch Umkehr, und jeder kann umkehren. Man bekommt es durch Glauben, und jeder kann an den Herrn Jesus Christus glauben. Niemand ist glaubwürdiger als er. Und es gibt nichts Vernünftigeres für ein Geschöpf, als seinem Schöpfer zu vertrauen. Die Gnade verhindert Stolz. Der Betreffende sagt: \ï1 »Ich habe all die Sünden getan, und Christus hat alles für die Errettung getan. Ich berufe mich auf seine Taten, nicht auf meine eigenen. Ich habe kein Recht auf den Himmel durch das, was ich habe oder bin. Christus allein ist mein Pass dorthin.« Wenn wir auf irgendeine Weise durch eigene Anstrengungen den Himmel verdienen könnten, vielleicht durch unseren guten Charakter, dann hätten wir Grund, stolz zu sein. Jeder würde versuchen, den anderen zu übertrumpfen. Sogar noch im Himmel würden wir dauernd versuchen, die anderen zu überbieten. Er wäre voll von Neid, Eifersucht und Rivalität. Chuck Smith drückt das so aus: »Ich würde dort sitzen und deinen Geschichten zuhören und dabei denken: Wie langweilig! Wenn er doch endlich still wäre, damit ich 14 Matthäus 11,28. 15 Offenbarung 22,17.
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anfangen kann zu erzählen, wie toll ich bin! Das wäre doch kein Himmel!«W\ 7. Die Menschen werden nicht zu Gottes Heil gezwungen.17 Der Schöpfer gab uns Willensfreiheit. So eigenartig es klingt, es wollen tatsächlich nicht alle errettet werden, und Gott drängt niemandem den Himmel auf. Niemand – ob Mann oder Frau – wird gegen seinen Willen dorthin gebracht. Sie können ganz sicher sein: Eine Religion, die sich durch Zwang, Gewalt und Terror ausbreitet, stimmt nicht. So sehen wir, dass Gottes Rettung vollkommen ist. Sie entspricht auf der ganzen Linie den göttlichen Anforderungen und ist doch gleichzeitig von jedem Menschen zu erlangen. Christi Werk am Kreuz versetzt Gott in die Lage, völlig seiner Liebe entsprechend zu handeln, ohne dass seine Gerechtigkeit Kompromisse machen muss. Der Psalmist drückt das in dichterischer Sprache so aus: Güte und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst.18 Weil nun Gott so ist, wie er ist, und der Mensch voll Sünde steckt, ist es klar, dass dies der einzige Weg zur Rettung ist. Auf keinem anderen Weg gibt es Erlösung für uns Menschen. W\ Chuck Smith, His Workmanship, Servants of the King, Bromley, Kent, England: STL Books, 1989, S. 139-140. 171 ˜‘Š——Žœ1YðW\ï 18 Psalm 85,11.
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Max Lucado sagt dazu: Keine andere Religion der Welt bietet so eine Botschaft an. Alle anderen verlangen die starre Einhaltung festgelegter Regeln, das jeweils richtige Opfer, die richtigen Gesänge, ein bestimmtes Ritual, die richtigen Beschwörungen oder emotionalen Erfahrungen. Sie sind nichts als ein Geschäft, ein guter Tausch: Sie tun dies, und Gott tut dann das dafür. Das Ergebnis? Entweder Arroganz oder Angst. Arroganz, wenn man meint, die Anforderungen erfüllen zu können, und Angst, wenn man glaubt, dass man versagt hat. Das Reich Gottes ist genau das Gegenteil. Es ist ein Reich für die Armen, wo man die Zugehörigkeit verliehen, nicht verkauft bekommt. Man wird in Gottes Reich versetzt und als Sohn angenommen. Und dies geschieht nicht, weil wir genug getan hätten, sondern weil wir zugegeben haben, niemals genug tun zu können. Man kann es nicht verdienen, man muss es einfach wie ein Geschenk annehmen. Das Ergebnis davon ist, dass man Gott dienen will, nicht aus Arroganz oder aus Angst, sondern aus Dankbarkeit.19 John MacArthur bestätigt uns, dass es auf der Welt letztlich nur zwei Möglichkeiten gibt, wie sich Menschen in glaubensmäßigen Dingen verhalten können: Jede falsche Religion, sei sie nun von Menschen oder vom Satan erfunden, ist eine Religion der mensch19 The Applause of Heaven, Dallas: Word Publishing, 1993, S. 99.
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lichen Anstrengung. Heidnische Religionen, Humanismus, Animismus und auch das falsche Christentum fallen unter diese Kategorie. Sie konzentrieren sich alle auf das, was der Mensch tun soll, um gerettet zu werden oder diesem Gott zu gefallen. Das biblische Christentum ist die einzige Glaubensrichtung, in der Gott alles tut. Die anderen Religionen sagen: ›Vollbringe es!‹ Im Christentum heißt es: ›Es ist vollbracht!‹ (Joh 19,30). In anderen Religionen müssen die Gläubigen irgendwelche Werke aufweisen, um ihre Sünden zu tilgen, die Götter zu besänftigen oder auf andere Weise von ihnen angenommen zu werden. Die Bibel sagt, dass Christi Werk dem glaubenden Sünder angerechnet wird.20 Spurgeon fragt: Wer wäre je auf den Gedanken gekommen, dass der sündlose König für die rebellischen Sünder stirbt? So etwas kommt weder in den Lehren der Religionsstifter und Mythologen noch in den kühnsten Träumen oder der Fantasie der Dichter vor. Den Menschen wurde dieser Weg der Vergebung nur bekannt, weil er eine Tatsache ist. Unsere Vorstellungskraft hätte nie so weit gereicht. Gott selbst hat es so gefügt. Es ist weit mehr, als wir uns vorstellen können.21
20 John F. MacArthur, Faith Works, Dallas: Word Publishing, 1993, S. 99. 21 Zitiert aus: Baptist Biblical Heritage, April 1994, S. 1.
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KAPITEL 4
Jetzt die gute Botschaft Die Tatsache, dass wir nur durch Gnade und nicht durch Werke gerettet werden können, wird wohl am kürzesten und deutlichsten in Römer 4,4-5 beschrieben: Dem aber, der wirkt, wird der Lohn nicht nach Gnade zugerechnet, sondern nach Schuldigkeit. Dem aber, der nicht wirkt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Achten wir im Folgenden auf die Aussagen über Gnade und Glauben: Wenn jemand arbeitet und dafür Lohn empfängt, so erhält er nur, was sein Arbeitgeber ihm schuldet. Das ist sein Verdienst. Es ist keine Gnade. Aber Gottes Rettung sieht anders aus, auch wenn es uns widerstrebt. Gott rettet nur solche, die keine Werke dafür tun, sondern das Heil als Geschenk annehmen. Nur wenn man den Versuch aufgibt, sich das Heil zu erarbeiten, kann man in Gottes Ruhe gelangen.22
22 Hebräer 4,10.
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Viele stoßen sich auch daran, dass Gott nur schlechte Menschen rettet, keine guten. Nicht diejenigen, die ihr Bestes geben, sondern nur die, welche bereitwillig zugeben, dass sie nichts taugen. Mit anderen Worten: Leute, die umkehren. Beachten wir besonders das Wort »glauben«. Darum geht es vor allem. An Jesus Christus zu glauben, heißt, ihn als Herrn und Heiland anzunehmen. Es bedeutet, dass ich ihn als den anerkenne, der die Strafe für meine Sünden getragen hat. Glauben bedeutet auch, dass meine ganze Hoffnung, in den Himmel zu kommen, sich nur auf ihn stützt. Das eindeutige Zeugnis der Bibel lautet: Die Errettung kommt durch den Glauben an Christus.23 Wenn jemand an ihn glaubt, ist er gerettet. Und man kann es wissen, dass man gerettet ist – nicht wegen bestimmter Gefühle, sondern weil Gottes unveränderliches Wort es sagt.
Kommen Sie mit leeren Händen Um errettet zu werden, muss man jede andere Hoffnung aufgeben. Nicht nur die Hoffnung, dass man sich selbst erlösen kann, sondern sogar die, dass man auch nur ein wenig dazu beitragen kann. Viele Liederdichter drücken das aus. Als Beispiel soll das weitverbreitete Lied »Fels des Heils« von Toplady dienen. Da heißt es in der zweiten und dritten Strophe: 231 ˜‘Š——Žœ1 WðWXò1 YðW[,W\ò1 YðY\ò1 [ðXZò1 \ðZVïZ]ò1 ]ðY],Y^ò1 WWðX[,X\ò1 XVðYWò1 ™˜œ•Ž•, •ŽœŒ‘’Œ‘•Ž1W\ðYWò1 ã–Ž›1WVð_ò1 ЕЕޛ1YðXX,X\ò1 ™‘ŽœŽ›1Xð^ò1Wï9 ˜‘Š—1— 1 Žœ1[ðWV,WYï
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Dem, was Dein Gesetze spricht, Kann mein Herz genügen nicht. Mag ich ringen, wie ich will, Fließen auch der Tränen viel, Tilgt das doch nicht meine Schuld, Herr, mir hilft nur Deine Huld. Da ich denn nichts bringen kann, Schmieg’ ich an das Kreuz mich an. Nackt und bloß, o, kleid’ mich doch! Hilflos, ach, erbarm’ Dich noch! Unrein flieh’ ich, Herr, zu dir, Wasche mich, sonst sterb’ ich hier. übersetzt von E. Gebhardt Ein Prediger wurde einmal von einer Dame in ein Gespräch verwickelt. Bald merkte er, dass es ihr darum ging, Gott durch gute Werke gnädig zu stimmen, aber sie konnte dadurch nicht froh werden. Schließlich sagte er: »Wissen Sie was? Wir beschreiten zwei verschiedene Wege in glaubensmäßigen Dingen.« Sie sah ihn erstaunt an, weil sie das nicht verstehen konnte, bis er fortfuhr: »Ihr Weg hat drei Buchstaben, und meiner hat fünf. – Ihr Weg heißt TUN, und mein Weg heißt GETAN. Alles, was Gott von uns verlangt, hat der Herr Jesus schon längst für uns getan.«
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KAPITEL 5
Gottes unfassbare Gnade Wir singen oft über die wunderbare Gnade. Aber ist uns überhaupt klar, was uns damit geschenkt ist? Zunächst: Was ist Gnade? Man könnte zuerst sagen, dass Gott uns seine Gunst schenkt. Aber sie ist noch mehr. Diese Gunst ist unverdient. Lassen Sie uns noch einen Schritt weitergehen: Es ist unverdiente Gunst gegenüber denen, die genau das Gegenteil verdient haben. Sie zeigt, wie groß die Freundlichkeit und das Entgegenkommen unseres Gottes ist: ein unergründlicher Ozean. Die Wörter Gnade und Gabe hängen eng zusammen. Gnade ist eine Gabe, und deshalb kann sie nicht erarbeitet oder verdient werden. Sobald Schuldigkeit und Verdienst eine Rolle spielen, handelt es sich nicht mehr um Gnade. Außerdem hat die Gabe der Gnade Gottes so ungeheure Ausmaße, dass jeder Gedanke, sie jemals verdienen zu können, völlig absurd ist. Ihre Größe ist unbeschreiblich und niemals ganz zu erfassen. Die frohe Botschaft lautet nun: Rettung kommt allein durch Gnade,24 und zwar durch Glauben! Glauben heißt: Man muss die Gnade durch einen eindeutigen Willensakt annehmen. Niemand wird je begreifen, was das Evangelium wirklich ist, wenn er
24 Epheser 2,8-9.
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nicht auf diese Weise mit der Gnade Bekanntschaft gemacht hat. Die Gnade Gottes ist wunderbar. Sie kann bußfertigen Prostituierten vergeben, sie reinigen und neue Menschen aus ihnen machen, die dazu bestimmt sind, in der ewigen Herrlichkeit bei Jesus zu sein. Sie kann einen sterbenden Verbrecher im letzten Augenblick seines Lebens erretten und ihn noch am selben Tag ins Paradies begleiten. Die Gnade bevölkert den Himmel mit bekehrten Mördern, Ehebrechern, Trinkern, Dieben und Lügnern. Sie kann jeden Sünder retten. Die Gnade hat Millionen aus den schrecklichsten Tiefen und dem ekligsten Schlamm der Sünde gezogen. Sie hat ihre Füße auf einen Felsen gestellt und ihren Weg bewahrt. Sie hat ein Lied in ihr Herz gegeben, um Gott zu verherrlichen, und wenn es so weit ist, dann bringt sie uns in die Wohnungen des Vaterhauses.25 ï9 ï1 Ž ’œð1 •Ž›1 ‹Ž”Š——•Ž1 ›˜•Žœœ˜›1 Ÿ˜—1 ¡•˜›•1 und Cambridge, erzählt, wie er sich gegen Gott gewehrt hat, wie er schrie und zappelte. Er sei der widerspenstigste Bekehrte im ganzen Land gewesen, aber der Herr habe ihn einfach durch Gnade überwältigt. Dann fügt er hinzu: »Wer kann diese (Gnade) gebührend bewundern, welche die hohen Pforten (des Himmels) für einen armen Sünder öffnet und ihn hereinschleppt, während er vor Wut um sich tritt und schlägt und in jede Richtung späht, um eine Fluchtmöglichkeit zu entdecken?«X\ 25 Psalm 40,2-4. X\ Surprised by Joy, New York: Harcourt Brace Jovanowich Publishers, 1984, S. 229.
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Der Liederdichter Haldor Lillenas schlägt den rechten Ton an, wenn er von der wunderbaren Gnade Jesu sagt, sie sei »weiter, als die Übertretung reicht, viel größer noch als Sünd’ und Schande«. Jeder wahre Gläubige muss immer wieder sagen: »Ich weiß nicht, warum der Herr gerade mir seine Gnade erwiesen hat. Ich bin diese Gunst überhaupt nicht wert. Der Preis, den er bezahlt hat, ist entschieden zu hoch.« Die Gnade übersteigt die Grenzen der Vernunft ž—•1•Ž›1 ˜•’”ò1Ћޛ1œ’Ž1ŸŽ›•Ž•£•1œ’Ž1—’Œ‘•ï1 ’Ž1 Ž›—ž—••1 hätte nie den Hirten für die Schafe, den Richter für die Verurteilten und – ganz unvorstellbar – den Schöpfer für die Geschöpfe sterben lassen. Die Logik würde fordern, dass die Sünder für die Sünde sterben und die Strafe für die Übertretung des Gesetzes tragen müssen. Die Gnade tut das Undenkbare. Jemand hat das Wunder der Gnade so beschrieben: »Gnade sucht nicht nach guten Menschen, die einen Anspruch auf sie haben. Dann wäre es auch nicht mehr Gnade, sondern ein gerechter Lohn für gute Werke. Nein, sie sucht Verurteilte, Schuldige, Hilflose und solche, die es nicht verdient haben, um sie dann zu retten, zu heiligen und zu verherrlichen.«
Gnade ist besser als Milde Wenn ein verurteilter Verbrecher Strafmilderung erhält, sagen wir, der Richter sei mild verfahren. Gefängnisarrest statt der Todesstrafe gilt als mildes Urteil. Der Schuldige erhält weniger, als er verdient hat. 22
Die Gnade ist mehr. Sie entlässt den schuldigen Sünder. Sie erklärt ihn für gerecht. Sie bringt die verurteilende Stimme des Gesetzes zum Schweigen.
Gnade ist besser als Gerechtigkeit Gnade und Gerechtigkeit sind völlige Gegensätze. Ein Mensch wünscht sich Gerechtigkeit, wenn er sich für gut hält. Dann verlangt er, was er für sein Recht hält. Wir haben alle nur die Hölle verdient. Bitten Sie Gott niemals um Gerechtigkeit! Wenn es um Gnade geht, sagt man: »Ich bin schul•’•ò1Ћޛ1’Œ‘1••Šž‹Žð1•Šœœ1 ‘›’œ•žœ1œ•Š›‹1ž—•1•’Ž1 •›Š•Ž1 für meine Sünden getragen hat, und ich nehme ihn als meinen Herrn und Erlöser an.« Jesus erzählte ein Gleichnis, das den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Gnade illustriert:27 Ein Gutsbesitzer suchte Tagelöhner für seinen Weinberg. Früh am Morgen boten sich einige an, um für einen Denar, den üblichen Tageslohn, zu arbeiten. Der Vertrag wurde abgeschlossen. Im Laufe des Tages stellte er noch andere an, die bereit waren, für das zu arbeiten, was auch immer der Gutsherr ihnen geben würde. Am Abend erhielten die ersten Arbeiter ihren Denar. Alle anderen erhielten dieselbe Summe. Aber das war ein viel höherer Stundenlohn. Die ersten Arbeiter erhielten ihren gerechten Lohn, die anderen empfingen Gnade. Gnade ist besser als Gerechtigkeit. 271
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Gnade ist ein besserer Grundsatz als die Gebote Die Gebote sagen, was wir tun müssen, damit Gott uns nicht verurteilt. Die Gnade spricht die Schuldigen vor Gott frei, und dann sagt sie, dass wir uns dieser Stellung entsprechend verhalten sollen. Die Gebote sagen: »Tun Sie das Richtige, dann werden Sie nicht verurteilt.« Die Gnade sagt: »Ich spreche Sie frei, dann können Sie das Richtige tun.« Die Gebote befehlen uns, was wir tun sollen, geben uns aber nicht die Kraft dazu. Und wenn wir es nicht erfüllt haben, verurteilen sie uns. Die Gnade lehrt uns, was wir machen sollen, gibt uns dazu die Kraft und belohnt uns noch, wenn wir danach gehandelt haben. Die Gebote drohen uns also mit Gericht, und die Gnade verspricht uns Belohnung. Die Gebote verurteilen sogar die Besten von uns, weil auch sie die Zehn Gebote nicht halten können. Die Gnade spricht den allerschlimmsten Sünder, der umkehrt, frei. Die Gebote fördern den Stolz. Die Gnade nimmt ihm die Grundlage. Die Gebote sagen: »Sie müssen … Sie sollen … Sie dürfen nicht …!« Die Gnade sagt: »Sie sollten nun … Sie müssten eigentlich!« Das eine sagt, was von mir verlangt wird, das andere sagt, was meine neue Natur gern tun würde. Durch die Gebote hört das Arbeiten für die Erlösung nie auf. Die Gnade erzählt von dem, der alles für mich getan hat.
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Die Gebote fordern: »Sie sollten lieben!« Die Gnade erinnert Sie: »So sehr hat Gott die Welt (und auch Sie) geliebt …« Die Gebote legen den Menschen schwere Lasten auf. Die Last der Gnade ist leicht. Das Gesetz ist ein System, das Fesseln anlegt. Die Gnade führt in die Freiheit. Das ist der Unterschied zwischen dem, der unterdrückt ist, und demjenigen, der privilegiert ist. Das Gesetz kennt keine Barmherzigkeit. Es ist kalt, hart und fragt nicht nach unseren Fähigkeiten. Die Gnade sagt uns, dass Gott reich an Barmherzigkeit ist.
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KAPITEL 6
Wie kann man die Gnade richtig schätzen? Niemand wird die Gnade wirklich zu schätzen wissen, bevor er nicht vier große Tatsachen erkannt hat: 1 Ž›1 Žœžœ1’œ•ò1 1 Šœ1Ž›1•ޕЗ1‘Š•ò1 1 •û›1 Ž—1Ž›1Žœ1•ޕЗ1‘Š•ò1ž—•1 1 was dies für den Empfänger bedeutet.
Wer ist Jesus? Er ist nicht nur ein Mensch wie wir, sondern … … er ist gleichzeitig der allmächtige Gott, der das Universum mit zahllosen Wundern geschaffen hat. … er ist der Schöpfer, der auch unseren komplizierten Körper gebildet und uns Verstand verliehen hat. Durch ihn besteht alles, und er erhält alles. … ihm ist alle Macht und alle Weisheit gegeben. Und er ist allgegenwärtig. … er ist der Heilige, dem die Sünde völlig fremd ist. … er ist reich an Herrlichkeit, Majestät und Ehre, und zwar von Ewigkeit an. In seiner Gegenwart bedecken die Engel ihr Angesicht. Er hält die Ozeane in seiner hohlen Hand, misst den Himmel mit der Spanne seiner Hand ab und den Staub der Erde mit
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