Roger Liebi
Sprachenreden oder Zungenreden?
Christliche Literatur-Verbreitung e.V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
1. Auflage 2006 © by CLV • Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 110135 • 33661 Bielefeld Umschlag: OTTENDESIGN.de, Gummersbach Satz: CLV Druck und Bindung: Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 3-89397-556-X
Inhaltsverzeichnis Abkürzungen der Bibelbücher .............................................. 7 Einleitung .............................................................................. 9 1. Wesen und Wirkung des Zungenredens aus der Sicht der Charismatiker .................................... 13 4 Aspekte des Zungenredens ......................................... 13 Wunderwirkungen des Zungenredens ........................... 14 Auslegung der Zungenrede ........................................... 16 2. 30 Thesen zum Thema »Sprachenreden in der Bibel« .. 17 3. Der biblische Befund in der Übersicht .......................... 21 a) 1. Mose 2 ................................................................... 22 b) 1. Mose 11,1-9 .......................................................... 24 c) Jesaja 28,11-12 .......................................................... 26 d) Markus 16,15-20 ....................................................... 28 e) Apostelgeschichte 2,1-21 .......................................... 28 f) Apostelgeschichte 10,44-48 ....................................... 32 g) Apostelgeschichte 19,1-7 .......................................... 33 h) 1. Korinther 12-14..................................................... 35 4. Sprachliche und exegetische Hinweise ......................... 47 »Sprachenreden« kontra »Zungenreden« ...................... 47 »Neue Sprachen«........................................................... 48 Menschliche Sprachen und Dialekte ............................. 49 Engelsprachen ............................................................... 57 Erbauung durch Sprachenreden .................................... 66 Sprachverständnis und Sprachbeherrschung ................. 69 Eine Gabe für alle Christen? ......................................... 71 Verantwortlichkeit beim Sprachenreden ....................... 71 »Geist« kontra »Verstand«? .......................................... 72 Quellen falscher Sprachenrede ...................................... 75 Sprachenrede wozu?...................................................... 78 Die Sprachenrede sollte einmal abklingen .................... 80 5. Schlussfolgerungen und Konsequenzen ........................ 85 Bibliographie....................................................................... 87 Bücher von Roger Liebi ...................................................... 93 Der Autor ............................................................................ 95
Abkürzungen der Bibelbücher Altes Testament
1Mo 2Mo 3Mo 4Mo 5Mo Jos Rich Ru 1Sam 2Sam 1Kön 2Kön 1Chr 2Chr Esr Neh Est Hi Ps Spr Pred Hld Jes Jer Klgl Hes Dan Hos Joel Obd Jon Mi
1. Mose (Genesis) 2. Mose (Exodus) 3. Mose (Levitikus) 4. Mose (Numeri) 5. Mose (Deuteronomium) Josua Richter Ruth 1. Samuel 2. Samuel 1. Könige 2. Könige 1. Chronika 2. Chronika Esra Nehemia Esther Hiob Psalmen Sprüche Prediger Hoheslied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Obadja Jona Micha
Nah Hab Zeph Hag Sach Mal
Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja Maleachi
Neues Testament
Mat Matthäus Mark Markus Luk Lukas Joh Johannes Apg Apostelgeschichte Röm Römer 1Kor 1. Korinther 2Kor 2. Korinther Gal Galater Eph Epheser Phil Philipper Kol Kolosser 1Thess 1. Thessalonicher 2Thess 2. Thessalonicher 1Tim 1. Timotheus 2Tim 2. Timotheus Tit Titus Phlm Philemon Heb Hebräer Jak Jakobus 1Pet 1. Petrus 2Pet 2. Petrus 1Joh 1. Johannes 2Joh 2. Johannes 3Joh 3. Johannes Jud Judas Off Offenbarung
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Bibelzitate
Die Bibelzitate erfolgen nach der alten Elberfelder Übersetzung (Wuppertal-Elberfeld 1905), jedoch in einer durch den Autor leicht revidierten Form. Im NT wurde der Mehrheitstext in der Bearbeitung von Robinson und Pierpont verwendet.1 Eckige Klammern innerhalb des Bibeltextes bezeichnen einen Einschub, der nicht Teil des Bibeltextes ist. Im Gegensatz dazu gehören Sätze bzw. Satzteile, die zwischen runden Klammern stehen, zum Bibeltext.
1
ROBINSON, M.A. / PIERPONT, W.G.: The New Testament in the Original Greek: Byzantine Textform, compiled and arranged by Maurice A. Robinson and William G. Pierpont, Southborough 2005.
Einleitung Das Zungenreden ist eines der auffälligsten Kennzeichen der VR JHQDQQWHQ ª3¿QJVWOLFK &KDULVPDWLVFKHQ %HZHJXQJ© 'LHV gilt für alle drei Phasen ihrer Geschichte. Die Perioden dieser religiösen Erscheinung lassen sich wie folgt umschreiben: DE GLH =HLW GHU 3¿QJVWJHPHLQGHQ LQ DOOHU :HOW 2. ab ca. 1960: die Charismatische Bewegung innerhalb der Volks- und Freikirchen 3. ab ca. 1980: die Gemeindewachstumsbewegung mit ª3RZHU (YDQJHOLVP© XQG LKUHP VWDUNHQ (LQÀXVV DXI die bisher noch nicht charismatisch gewordenen Gemeindegruppen2 Die Beurteilung dieser Strömung hat seit ihrem Beginn vor etwa 100 Jahren zu starken Kontroversen unter Christen geführt. Es stellt sich daher die Frage: Handelt es sich hier um eine von Gott gewirkte Erweckung oder um eine endzeitliche Verführung im Sinn von Mat 24,11.24 und 7,21-23? »… [11] und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen; … [24] Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.« »[21] Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. [22] Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? [23] Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!« 2
Vgl. ausführlicher zur Geschichte der drei Phasen dieser Bewegung: BÜHNE: Spiel mit dem Feuer, S. 11-165.
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,P 1HXHQ 7HVWDPHQW ¿QGHQ ZLU GLH %HVFKUHLEXQJ GHU YRQ Gott gewirkten Fähigkeit, fremde Sprachen zu sprechen, ohne sie zuvor gelernt zu haben. Charismatiker und Nicht-Charismatiker, welche die Wahrheit der göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift festhalten, sind sich darin völlig einig, dass im Zeitalter der Apostel dieses Sprachenwunder tatsächlich stattgefunden hat. Es stellt sich aber die Frage, ob das heutzutage von Millionen (!) Menschen praktizierte Zungenreden3 dem einstigen biblischen Phänomen entspricht oder nicht. Im Folgenden versuche ich darzulegen, dass das heute weithin ausgeübte Zungenreden etwas ganz anderes ist als das, ZDV ZLU LQ GHU %LEHO ¿QGHQ 'DGXUFK VROO GHXWOLFK JHPDFKW werden, dass sich die Erscheinungen von damals bzw. heute grundsätzlich voneinander unterscheiden, und zwar so grundsätzlich, dass es sich eigentlich lohnen würde, sie auch EHJULIÀLFK VFKDUI JHJHQHLQDQGHU DE]XJUHQ]HQ =XU VSUDFKlichen Differenzierung schlage ich vor, dass man im Zusammenhang mit dem Sprachenwunder im Neuen Testament von »Sprachenreden« spricht, während man die Erscheinung von heute im Gegensatz dazu konsequent als »Zungenreden« bezeichnet. Auf diesem Hintergrund erklärt sich denn auch die Titelformulierung der vorliegenden Ausarbeitung: »Sprachenreden oder Zungenreden?«. Beim Sprachenreden handelt es sich um die von Gott durch seinen Geist geschenkte Fähigkeit, eine Fremdsprache – ohne sie zu lernen – einwandfrei zu beherrschen, so wie Adam am Tag seiner Erschaffung sogleich die Ursprache der Menschheit sprechen und auch verstehen konnte (1Mo 2), so wie die verschiedenen Menschengruppen beim Turmbau von Babel aufgrund der Sprachenverwirrung die von Gott geschaffenen neuen Sprachen perfekt anwenden und verstehen konnten (1Mo 11). Beim heutigen von Millionen praktizierten Zungenreden handelt es sich im Gegensatz dazu um Lautäußerungen, die dem Redenden als Lautäußerungen unverständlich sind. Der Zungenredner ist lediglich Lautvermittler. Zungenreden in diesem Sinn umfasst eine riesige Bandbreite: von platter Ei-
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genproduktion bis hin zu übernatürlicher Inspiration. Wenn ich hier den Ausdruck »Inspiration« verwende, so habe ich damit aber im Moment noch nichts über die Quelle der Eingebung ausgesagt. Die Feststellung, dass das verbreitete Zungenreden von heute nicht dem Sprachenreden der Bibel entspricht, birgt im ZuVDPPHQKDQJ PLW GHU JDQ]HQ .RQWURYHUVH XP GLH 3¿QJVWlich-Charismatische Bewegung große Konsequenzen in sich. Wenn sich das Zungenreden, das ja ein derart auffälliges Kennzeichen dieser Bewegung ist, als ein völlig unbiblisches Phänomen entpuppen sollte, dann ist man doch konsequenterweise gezwungen, auch hinter alle weiteren Sondererscheinungen und ebenso hinter alle Sonderlehren dieser Bewegung ein Fragezeichen zu setzen, und zwar indem man diese Dinge neu anhand der Bibel hinterfragt und die Geister prüft.4 Die vorliegenden Ausführungen gehen im Kern auf einen Teil meiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit über die Entstehung der Sprachen zurück, die ich im Jahr 2000 bei einer amerikanischen Hochschule eingereicht hatte.5 Zum Schluss noch ein praktischer Hinweis zum Lesen dieses Buches: Neben Literaturangaben enthalten die Fußnoten des Öfteren wichtige Zusatzinformationen, die jedoch, um den 3 4
5
HINN: Gottes Salbung für Sie, S. 93. %HLVSLHOH I U 6RQGHUHUVFKHLQXQJHQ XQG 6RQGHUOHKUHQ GHU 3¿QJVWlich-Charismatischen Bewegung sind: Geistestaufe als zweites Erlebnis, Toronto-Segen, Geistliche Kriegsführung, Ruhen im Geist (»Slain in the Spirit«), Lachen im Geist, Tanzen im Geist, Proklamation mit Fahnen und Bannern, Visualisierung, ShepherdDiscipleship-Bewegung, Vermittlung des Heiligen Geistes, Gabentransfer, Innere Heilung, Wohlstandsevangelium, KönigreichsTheologie (»Dominion Theology«), Charismatische Spiritualität und Ökumene, Geistlicher Tod Jesu, Wiederherstellung des Apostel- und des Prophetenamtes etc. (vgl. dazu folgende aufklärende Arbeit zu den meisten der genannten Punkte: STADELMANN: 1HXH 3UDNWLNHQ LQQHUKDOE GHU S¿QJVWOLFK FKDULVPDWLVFKHQ %HZHgung). LIEBI: Herkunft und Entwicklung der Sprachen, Sprachwissenschaft kontra Evolution. Kapitel 10 behandelt das Sprachenreden.
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*HGDQNHQĂ€XVV QLFKW ]X XQWHUEUHFKHQ QLFKW LQ GHQ +DXSWWH[W aufgenommen werden konnten. Es ist daher wichtig, dass man beim Durchlesen stets auch ein Auge auf die FuĂ&#x;noten richtet.
1. Wesen und Wirkung des Zungenredens aus der Sicht der Charismatiker 4 Aspekte des Zungenredens 1. Erweis der Geistestaufe
,Q GHU 3ÂżQJVWOLFK &KDULVPDWLVFKHQ %HZHJXQJ ZLUG GDV =XQgenreden von vielen als Erweis der Geistestaufe angesehen.6 Wer den Heiligen Geist in einem angeblich zweiten Erlebnis nach der Bekehrung empfängt (im Gegensatz zu Eph 1,13 PXVV JHPl‰ NODVVLVFKHP 'RJPD GHU 3ÂżQJVWEHZHJXQJ in Zungen reden. GemäĂ&#x; den Charismatikern, die nicht diesem Dogma folgen, ist das Zungenreden nur ein mĂśgliches, jedoch nicht ein zwingendes Zeichen der Geistestaufe.7 2. Reden, ohne zu verstehen
Charismatiker erleben das Zungenreden als ein Sprechen, bei dem der Verstand oder der Intellekt des Redenden ausscheidet.8 Der Zungenredner versteht seine sprachlichen Artikulationen nicht.9 3. Zungengebet
Das Beten in Zungen wird von Charismatikern als besonders wirksame Form des Gebets angesehen. Es sei ein Mittel zur Selbstauferbauung im Sinn von kÜrperlicher, seelischer und geistlicher Stärkung – obwohl man selbst nicht versteht, was 6
7 8
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So z.B.: DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 48; HORTON: Die Gaben des Geistes, S. 180; YONGGI CHO: Die vierte Dimension, S. 70. SMITH: Charisma und Charismanie, S. 105. HORTON: Die Gaben des Geistes, S. 178; HAINEBACH: Betet im Geist, S. 32. HORTON: Die Gaben des Geistes, S. 178; HAINEBACH: Betet im Geist, S. 32; CHRISTENSON: Segen und Sinn des Zungenredens, S. 12.
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man sagt.10 Das Zungengebet sei gegeben zur wirkungsvollen Fürbitte – selbst für unbekannte Anliegen,11 zur eigenen Erfrischung und Erholung,12 zum Schutz gegen den Schmutz der Welt,13 ferner zur »geistlichen Kriegsführung«.14 Es wird betont, Zungenreden versetze in das Reich des Übernatürlichen.15 Im persönlichen Gebetsleben eines Charismatikers kann das Zungenreden einen großen Teil der Zeit in Anspruch nehmen.16 4. Zungenbotschaften
In der Auslegung von Zungenbotschaften glauben Charismatiker, besondere Offenbarungen und Mitteilungen Gottes in der heutigen Zeit zu empfangen.17
Wunderwirkungen des Zungenredens ,Q GHU 3¿QJVWOLFK &KDULVPDWLVFKHQ %HZHJXQJ ZLUG GHP =XQgenreden, wie bereits ein wenig angedeutet, eine Vielzahl von wunderbaren Wirkungen zugeschrieben. Nachfolgend seien die wichtigsten von ihnen unter drei Punkten zusammengefasst: 1. Segenswirkungen auf den Zungenredner
Das Zungenreden soll eine tiefe und umwandelnde Wirkung auf das geistliche Leben dessen haben, der es ausübt. Es lade die geistlichen Batterien auf, und man werde bereichert im Glauben, in der Vollmacht, im Frieden, in der Freude und im Segen.18 10 11
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13 14 15 16 17 18 19
HAGIN: Herr, lehre uns beten, S. 54, 60-61. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 54-55; HAGIN: Das Sprachengebet, S. 22ff. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 55-56; HAGIN: Das Sprachengebet, S. 25-26. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 56-57. ALVES: Herr, lehre mich beten, S. 136ff. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 55. HAGIN: Herr, lehre uns beten, S. 62. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 51. DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 58-59. HAINEBACH: Betet im Geist, S. 21
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Durch das Zungenreden sollen die Einfallstore des Feindes wie Sßchte und dergleichen geschlossen werden kÜnnen.19 Gestaute Spannungen, Zorn, Groll, Bitterkeit, Rachegefßhle, Angst, Neid, Ärger, Launen, bÜse Begierden, Eifersucht, Depressionen, Sorgen, seelische Qualen, Belastungen, ja, alles Negative kÜnne durch das Zungenreden fÜrmlich weggeschwemmt werden.20 2. Vermittlung von Vollmacht
Die Vollmacht der eigenen WortverkĂźndigung werde durch das Zungenreden erhĂśht.21 Das Zungengebet sei eine besonders mächtige Waffe im Kampf gegen Dämonen. Abwehr der Finsternismächte und Austreibung von Dämonen kĂśnne ZLUNXQJVYROO VWDWWÂżQGHQ ZHQQ GDV ,QVWUXPHQW GHV =XQJHQgebets angewendet werde.22 Die Zungenrede sei im Kampf gegen Dämonen eine Art ÂťWasserwerferÂŤ der Feuerwehr, mit dem man die Dämonen fĂśrmlich zu Boden reiĂ&#x;en vermĂśge und das hĂśllische Feuer lĂśschen kĂśnne.23 3. Vollkommene Kommunikation
Das Zungengebet sei das vollkommene Gebet,24 weil es zu 100% vom Heiligen Geist inspiriert sei – im Gegensatz zu dem gewÜhnlichen Gebet in der eigenen Sprache. In Zungen kÜnne man sich viel besser ausdrßcken als in seiner eigenen Muttersprache.25 Im Zungengebet erreiche die Anbetung ihren HÜhepunkt.26 Der menschliche Geist sei nicht mehr an den Verstand gefesselt. Er kÜnne sich aufschwingen und alle Begrenzung des vom Verstand kontrollierten Sprechens hinter sich lassen.27 Der Verstand werde beim Zungenreden aus20 21 22 23 24 25 26 27
HAINEBACH: Betet im Geist, S. 23 DORNFELD: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen?, S. 51. ALVES: Herr, lehre mich beten, S. 136ff. HAINEBACH: Betet im Geist, S. 49-51. ALVES: Herr, lehre mich beten, S. 137. HORTON: Die Gaben des Geistes, S. 181-182. HAGIN: Herr, lehre uns beten, S. 61. HAGIN: Herr, lehre uns beten, S. 62.
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geschaltet.28 Es sei möglich, mit Gott auf einer höheren Ebene zu kommunizieren, von Geist zu Geist.29 Man könne mit Gott Kontakt in einer neuen Dimension erreichen und sich in geistlicher Stärke in der Liebe Gottes bewahren.30
Auslegung der Zungenrede Die Auslegung der Zungenrede geschehe nicht durch den Verstand des Auslegers, sondern durch direkte Inspiration des Geistes Gottes. Der Ausleger verstehe niemals die Zunge, von der er die Auslegung gibt. Es sei auch nicht seine Aufgabe, gleichwertige Ausdrücke in seiner eigenen Sprache I U GLH EHUQDW UOLFKHQ :RUWH ]X ¿QGHQ %HL GHU =XQJHQUHGH handle es sich um völlig unbekannte Worte. Die Auslegung sei in demselben Maß ein Wunder wie die ursprüngliche Äußerung in Zungen.31 Im Folgenden wollen wir dem Sprachenreden in der Bibel auf den Grund gehen. Wir untersuchen genau, was die Heilige Schrift über das Wesen und die Wirkungen des Sprachenredens aussagt. Dadurch werden wir schließlich in die Lage versetzt werden, das biblische Sprachenreden und Sprachenauslegen mit dem charismatischen Zungenreden und Zungenauslegen von heute zu vergleichen und zu kontrastieren.
28 29 30 31
MARGIES: Geistestaufe?, S. 108. HAGIN: Das Sprachengebet, S. 13. HAGIN: Herr, lehre uns beten, S. 62, 117. HORTON: Die Gaben des Geistes, S. 200.
2. 30 Thesen zum Thema »Sprachenreden in der Bibel« Worum handelte es sich eigentlich beim Sprachenreden zu biblischen Zeiten? Wie geschah das Sprachenreden? Nachfolgend stelle ich 30 Thesen zu dieser Thematik auf. Es handelt sich zunächst einfach einmal um unbewiesene Behauptungen. Gewisse Thesen können Charismatiker problemlos nachvollziehen und bestätigen, doch einen Teil der nachfolgenden Aussagen werden sie entschieden verwerfen. Wie dem auch sei: Wir werden im Anschluss daran alle Thesen näher erläutern und anhand des Bibeltexts untersuchen. 1. Gott ist der Urheber aller natürlichen menschlichen Sprachen, von denen es übrigens – heutzutage – ohne die Dialekte zu zählen – mindestens ca. 6800 gibt (vgl. 1Mo 2 und 11).32 2. Da menschliche Sprachen eigentlich Gottessprachen sind (Folgerung aus These 1), eignen sie sich alle dazu, Träger des Wortes Gottes zu sein. Dies gilt sowohl für die Sprachen des inspirierten und vollkommenen biblischen Urtextes (Hebräisch, Aramäisch und Griechisch) als auch für die natürlichen Sprachen der Bibelübersetzungen in aller Welt. (Heutzutage gibt es Übersetzungen der Bibel bzw. von Bibelteilen in über 2300 Sprachen.) 3. Die Sprachen der biblischen Sprachenredner waren im Vergleich zu den Sprachen, die Gott Adam bei seiner Erschaffung und den verschiedenen Sippen anlässlich der Sprachenverwirrung zu Babel eingab, keine höheren Kommunikationsmittel. 4. Bei der Gabe der Sprachenrede in der Bibel handelte es sich um eine übernatürliche Gabe von Gott. 32
Vgl. dazu ausführlich: LIEBI: Herkunft und Entwicklung der Sprachen, Sprachwissenschaft kontra Evolution.
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5. Der Heilige Geist vermittelte die Fähigkeit zur Beherrschung von Fremdsprachen. 6. Die Sprachenredner beherrschten diese Fremdsprachen, ohne sie sich je zuvor in einem Lernprozess angeeignet zu haben. 7. Die biblischen Sprachenredner beherrschten ihre jeweiligen Fremdsprachen aktiv. Ihr menschlicher Geist wirkte aktiv bei der Sprachproduktion. 8. Die Beherrschung schloss selbst die korrekte Aussprache mit ein. 9. Die biblischen Sprachenredner beherrschten nicht nur bestimmte Hauptsprachen, sondern sogar verschiedene Dialekte. 10. Beim Sprachenreden in der Bibel handelte es sich nicht um ein Gestammel, um unartikulierte Laute oder um einen Schwall von Lauten mit fehlender Prosodie,33 sondern um wirkliche Sprachen. 11. Die biblischen Sprachenredner wirkten nicht als Medien. Ihr Bewusstsein bzw. ihr Verstand / Intellekt war nicht passiv, eingeschränkt oder gar ausgeschaltet. 12. Die biblischen Sprachenredner waren sich daher auch immer dessen, was sie sagten, voll und ganz bewusst. Sie waren ja die Redenden, mit Hilfe des Heiligen Geistes. 13. Die biblischen Sprachenredner waren beim Sprechen in einem nüchternen Zustand der völligen Selbstkontrolle. 14. Die Selbstkontrolle beinhaltete insbesondere auch die sprachliche Selbstkontrolle. 15. Der Inhalt der Sprachenrede sollte den Zuhörern Auferbauung vermitteln. 16. Die Aussage der Sprachenrede bewirkte Auferbauung, nicht das übernatürliche Phänomen an sich. 33
Die Prosodie beinhaltet den rhythmischen und metrischen Aspekt der Sprache im Zusammenhang mit Ton, Intonation, Akzent und Länge. In der Prosodik, einem Teilgebiet der Phonologie, beschäftigt man sich mit diesem Gebiet.
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17. Die Sprachenrede hatte nur einen Sinn, wenn die anwesenden ZuhĂśrer den Inhalt verstehen konnten. Falls die Anwesenden die jeweilige Fremdsprache nicht verstanden, musste fĂźr Ăœbersetzung gesorgt werden. 18. Der Sprachenredner wurde immer geistlich erbaut (genauso wie beim Beten oder Predigen in der Muttersprache34), weil er stets wusste, was er sagte. 19. Nicht alle Christen der Anfangszeit konnten in Sprachen reden, sondern nur gewisse, die in Gottes souveräner Auswahl diese Gabe bekommen hatten. 20. Es gab nur einen Typ von Sprachenrede im NT. Bei der Sprachenrede von Apg 2 handelte es sich um dasselbe Phänomen wie in 1Kor 12-14. 21. In Sprachen konnte geredet, gesungen oder gebetet werden. 22. Sprachenredner durften sich nur einer nach dem anderen äuĂ&#x;ern, niemals mehrere gleichzeitig. 23. In einer Gemeindezusammenkunft durften hĂśchsten drei Sprachenredner einen Dienst tun. 24. Die ĂźbernatĂźrliche Sprachengabe sollte insbesondere GHP 9RON ,VUDHO EH]HXJHQ GDVV PLW 3ÂżQJVWHQ $SJ ein neues Zeitalter, das Zeitalter der Weltmission, begonnen hatte: Gott spricht seitdem nicht mehr Ăźberwiegend lediglich in einer Sprache (Hebräisch) zu einem Volk (Israel) – sondern in vielen Sprachen zu allen VĂślkern. 25. Obwohl die Gabe des Sprachenredens in erster Linie fĂźr das ungläubige Israel gegeben wurde, durfte diese Gabe auch zum Nutzen der Gläubigen in den GemeindezusammenkĂźnften verwendet werden. 26. Die biblische Sprachenrede sollte allmählich verklingen und – im Gegensatz zu verschiedenen anderen 34
Beim Predigen kann man oft die Erfahrung machen, dass man YRQ GHQ HLJHQHQ 'DUOHJXQJHQ JHLVWOLFK QRFK PHKU SUR¿WLHUW DOV die ZuhÜrer. Durch das Beten in der Muttersprache erfährt man in der Gemeinschaft mit Gott stets Stärkung und Auferbauung, weil man dadurch immer wieder ganz neu auf den HERRN ausgerichtet wird.
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Gaben – nicht bis zur Wiederkunft Christi bestehen bleiben. 27. Das heutzutage vielfach propagierte und von Millionen praktizierte Zungenreden entspricht nicht dem biblischen Phänomen der Sprachenrede. 28. Bei der vielfach verwendeten Bezeichnung »Zungenreden« handelt es sich um eine falsche Wiedergabe der griechischen Wendung en glossais lalein. Korrekt muss man diese verbale Wortkette im Deutschen mit »Sprachenreden« bzw. »Fremdsprachenreden« übersetzen. 29. Diejenigen, welche die Gabe der Auslegung / Übersetzung erhalten hatten, waren von Gott befähigt worden, die fremde Sprache des Sprachenredners wirklich zu verstehen. Sie besaßen ein solches Sprachverständnis wie Adam, der nach seiner Erschaffung Gottes Sprache sogleich verstehen konnte (1Mo 2), und wie die Menschen nach der Sprachenverwirrung, die jeweils ihre neue Sprache verstehen konnten, ohne sie gelernt zu haben (1Mo 11). 30. Die Ausleger der Sprachenreden übersetzten das Gesprochene. Sie brauchten keine spezielle Offenbarung darüber, was die Sprachenrede bedeutet haben soll, da sie die zu übersetzenden Fremdsprachen real verstanden.
3. Der biblische Befund in der Ăœbersicht In der Bibel gibt es acht eindeutige Abschnitte, in denen das Phänomen des Sprachenredens behandelt wird.35 Drei StelOHQ ÂżQGHQ VLFK LP $7 GLH I QI ZHLWHUHQ VWHKHQ LP 17 (V ist wichtig, alle Abschnitte genau zu untersuchen, um den biblischen Befund zu dem vorliegenden Thema vollständig Ăźberblicken zu kĂśnnen. Es handelt sich um folgende Texte: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
1Mo 2,16-17.19-20.23 1Mo 11,1-9 Jes 28,11-12 Mark 16,15-20 Apg 2,1-21 Apg 10,44-48 Apg 19,1-7 1Kor 12-14
Nachfolgend seien sie zunächst im Sinn einer Bestandsaufnahme zitiert, verbunden mit einer Charakterisierung und Umschreibung ihres jeweiligen Kontexts:
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In gewissem Sinn gehÜren die Heilungen von Tauben und Stummen durch den Messias Jesus (Jes 35,4-6) auch in die Nähe dieser Thematik. Die Evangelien bezeugen eine Reihe von solchen Fällen, in denen Menschen nach der Heilung ohne Lernprozess plÜtzlich sprechen konnten: vgl. Mat 9,32-33 (Stummer); Mat 11,5 (Tauber); Mat 12,22 (Stummer); Mat 15,30-31 (Stumme); Mark 7,32-37 (Tauber, der schwer redete); Mark 9,17.25 (Taubstummer); Luk 7,22 (Taube); Luk 11,14 (Stummer). Diese Stellen unterscheiden sich graduell abgestuft von der vorliegenden Thematik. Deshalb habe ich sie nicht unter die acht klassischen Abschnitte ßber das Sprachenreden aufgenommen.
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a) 1. Mose 2 Sprachverständnis von allem Anfang an
In 1Mo 2,16 und 17 wird davon berichtet, wie Gott mit Adam, gleich nach dessen Erschaffung, einen Bund geschlossen hat:36 »[16] Und der HERR, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen. [17] Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, da du davon issest, wirst du gewisslich sterben.«
Adam war gemäß dieser Stelle von Beginn seiner Existenz an in der Lage, Gottes Sprechen zu verstehen, ohne dass er dies zuerst hätte lernen müssen. Hier haben wir den ersten Fall von biblischem Sprachenreden vor uns. Adam konnte Gottes Rede sofort verstehen. Sein Sprachzentrum – das Wernickesche Zentrum im Temporallappen – war seit Anbeginn bereits vorprogrammiert und voll funktionsfähig. Zum ersten Mal sehen wir hier in der Bibel, dass Gott dem Menschen die Fähigkeit geben kann, eine Sprache, die er nie gelernt hat, sofort zu verstehen. Diese Feststellung wird noch wichtig werden, wenn wir uns im NT mit der Gabe der Auslegung bzw. der Übersetzung des Sprachenredens beschäftigen werden.37 Übersetzung einer Sprachenrede bedeutet, dass der Übersetzer durch Gottes Wunderwirkung die fremde Sprache tatsächlich versteht und sie in seine eigene Sprache übertragen kann!
36 37
Vgl. Hos 6,7. Vgl. diermêneuô (= »auslegen«, »übersetzen«): 1Kor 12,30; 14,5.13.27; hêrmeneia (= »Auslegung«, »Übersetzung«): 1Kor 12,10; 14,26; diermêneutês (= »Ausleger«, »Übersetzer«): 1Kor 14,28.
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Sprechfähigkeit von allem Anfang an
Gemäß 1Mo 2,23 war Adam von seiner Entstehung an auch fähig, sich durch eine artikulierte Sprache aktiv auszudrücken. Nach der Erschaffung Evas durch eine Art »Klonen« aus einer Rippe artikulierte sich Adam in einem romantischen, in Verszeilen gepackten Ausspruch: »Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin [hebr. ’ishah] heißen, denn vom Mann [hebr. ’ish] ist sie genommen.«
Dies geschah noch am selben Tag, an dem Adam ins Dasein gekommen war (vgl. 1Mo 1,26-31).38 Daraus lässt sich schließen, dass das motorische Sprachzentrum – das Brocasche
Brocasches Feld (Sprachproduktion)
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Wernickesches Zentrum (Sprachverständnis)
Eva wurde ja auch am sechsten Schöpfungstag erschaffen. Dass eine saubere Bibelauslegung zur Auffassung führen muss, dass die Schöpfungstage normale Tage, d.h. keine ausgedehnten Zeitperioden waren, wird z.B. in folgender Publikation nachgewiesen: OUWENEEL: Gedanken zum Schöpfungsbericht, S. 65-79.
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Feld – im Gehirn des ersten Menschen vorprogrammiert war und so ohne Lernprozess Sprechakte produzieren konne. Befähigung zur Neubildung von WÜrtern
Aus 1Mo 2,19-20 geht ebenso hervor, dass Adam vom Tag VHLQHU (UVFKDIIXQJ DQ LQ GHU /DJH ZDU QHXH :|UWHU ]X HUÂżQden und somit sein Vokabular durch so genannte Neologismen zu erweitern und zu bereichern: Âť[19] Der HERR, Gott, hatte ja aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle VĂśgel des Himmels gebildet, und so brachte er sie nun zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen wĂźrde. Und wie irgend der Mensch ein lebendes Wesen nennen wĂźrde, so sollte sein Name sein. [20] Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den VĂśgeln des Himmels und allen Tieren des Feldes.ÂŤ
b) 1. Mose 11,1-9 1DFK GHU 6LQWÀXW KDWWH GLH 8UJHVHOOVFKDIW LQ %DEHO HLQH HLQzige gemeinsame Sprache. Infolge ihres Hochmuts und ihrer Rebellion gegen Gott verwirrte der HERR ihre Sprache, indem er verschiedenen Sippen neue Sprachen eingab. Alle Sippen, die eine neue Sprache bekamen, verloren ihre ursprßngliche. Dafßr beherrschten sie die jeweils neue Sprache ohne vorangegangenen Lernprozess. Das war nichts anderes als ein von Gott gewirktes Sprachenreden. Wie bei Adam und seiner Frau in 1Mo 2, so erhielten die Menschen auch in Babel durch gÜttliche Eingebung ein komplettes Sprachsystem geschenkt, das sie selbstständig einsetzen konnten, ohne dass irgendwie ihr Wille, ihr Verständnis, ihre Selbstkontrolle eingeschränkt wurde. Sie erhielten von Gott zweierlei: die Fähigkeiten zum Sprachverständnis und zur Sprachproduktion im Rahmen eines Sprachsystems, das sie nie zuvor gelernt hatten. Sowohl das Wernickesche Zentrum im Gehirn als auch das Brocasche Feld wurden von Gott vÜllig neu programmiert. Dies geschah so, dass die PersÜnlichkeit der Menschen zu 100% gewahrt blieb.
Sprachenreden oder Zungenreden?
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Durch das Sprachenwunder von Babel sollte die Menschheit in verschiedene Nationen aufgeteilt und ßber das ganze Erdenrund hinweg zerstreut werden. 1Mo 2 zufolge gab Gott dem Menschen anfänglich eine Sprache. Der Bericht, wie Gott der Menschheit weitere Sprachen YHUPLWWHOWH ¿QGHW VLFK LQ 0R [1] Und die ganze Erde hatte die gleiche Sprache und die gleichen WÜrter.39 [2] Und es geschah, als sie nach Osten40 zogen, da fanden sie eine Ebene im Land Sinear41 und wohnten dort. [3] Da sprachen sie einer zum andern: Auf,42 lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Der Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalt diente ihnen als MÜrtel. [4] Sie sprachen: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Namen, dass wir nicht zerstreut werden43 ßber die ganze Erde! [5] Da fuhr der HERR herab, um die Stadt und den Turm zu besehen, welche die MenschensÜhne bauten. [6] Darauf sprach der HERR: Siehe, sie sind ein Volk, und haben alle eine Sprache, und dies haben sie angefangen zu tun; und nun wird ihnen nichts verwehrt werden, was sie zu tun ersinnen. [7] Auf, lasst uns hinabfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass sie einer des andern Sprache nicht verstehen! [8] Da 39
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WĂśrtl. Âťeine Sprache und einerlei WorteÂŤ. Zur äquivalenten Wiedergabe Âťdie gleiche Sprache und die gleichen WĂśrterÂŤ vgl. JOĂœON/MURAOKA: A Grammar of Biblical Hebrew, §142b. 0R EHVDJW GDVV GLH QDFKVLQWĂ€XWOLFKH 8UPHQVFKKHLW GDVVHObe Sprachsystem und dasselbe Vokabular besaĂ&#x;. Hebr. miqedem = Âťdas Land von Osten herÂŤ. Vom Ararat-Gebirge aus liegt Babylonien im SĂźden. Diese geographische Angabe in 1Mo 11,1 ist aus der Sicht von Mose zu verstehen. Er schrieb das 1. Buch Mose ja in Ă„gypten und/oder in der WĂźste Sinai. Der hebräische Name ĹĄin’ar (= Sinear) entspricht dem keilinschriftlichen Begriff ĹĄanhar in den Texten der hetitischen und syrischen Schreiberschulen des 2. Jahrtausends v.Chr. (WISEMAN: Shinar). Dem rebellischen ÂťAuf!ÂŤ der Urgesellschaft in 1Mo 11,3.4 entspricht das trinitarische ÂťAuf!ÂŤ zum Gerichtshandeln in 1Mo 11,7. Od. dass wir uns nicht zerstreuen. Vgl. LANGE: Theologisch-homiletisches Bibelwerk, Die Genesis, S. 184.