Denk an deine Zukunft
William MacDonald
Denk an deine Zukunft
Christliche Literatur-Verbreitung e.V. Postfach 110135 ¡ 33661 Bielefeld !
1. Auflage 1985 2. Auflage 1990 3. Auflage 2001 4. Auflage 2009 © 1985 by CLV · Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Internet: www.clv.de Satz: CLV Umschlag: Lucian Binder, Marienheide Druck: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 978-3-89397-460-3
INHALTSVERZEICHNIS Wahrheiten, die das Leben verändern können ............... 6 Nur ein Leben ....................................................................... 9 So kurz nur .......................................................................... 13 Ewigkeit ............................................................................... 16 Die goldene Zeit ................................................................. 18 Ein Bildungsweg, der für die Ewigkeit von Wert ist .... 23 Du selbst bestimmst deine Zukunft ................................ 27 Ehrgeizige Pläne: Klug oder unklug? ............................. 30 Die Grundprinzipien des Lebens .................................... 35 Die große Verpflichtung des Lebens ............................... 43 Die Bedeutung unseres Berufes ....................................... 49 Entschuldigungen .............................................................. 55 Ein Leben der leidenschaftlichen Hingabe .................... 59
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Denk an deine Zukunft
WAHRHEITEN, DIE DAS LEBEN VERÄNDERN KÖNNEN Eine große Wahrheit beeinflusst oft den ganzen Lebensweg eines Menschen. Ein Mensch mag viele Jahre lang gewohnheitsmäßig seinen Weg gegangen sein. Dann stößt er, vielleicht rein zufällig, auf einen ihn begeisternden Gedanken oder Satz, und er ist von diesem Tag an nicht mehr der gleiche. Sein Leben hat eine völlig andere Richtung genommen. So war es mit Hudson Taylor. Er blätterte ziellos in den Büchern seines Vaters und stieß zufällig auf den Ausdruck »das vollbrachte Werk Christi«. Dieser Ausdruck faszinierte ihn. Wenn Christus das Werk der Versöhnung vollbracht hatte, so blieb auch für Hudson Taylor nichts anderes übrig, als Christus zu vertrauen. Als er es konnte, wurde seine Seele von Licht und Freude durchflutet. Einige Jahre später verließ er seine Heimat, um China für das Evangelium zu öffnen. So war es auch mit Graf Zinzendorf. Als junger Mann stand er eines Tages vor dem Bild des gekreuzigten Christus. Unter dem Bild standen die Worte: »Siehe! Das tat ich für dich.« Diese Wahrheit drang wie ein Pfeil in seine Seele. Als er noch einmal auf den Gekreuzigten blickte, fand er unter dem Kreuz folgende Worte: »Was tust du für mich?« Von dieser Frage tief bewegt, übergab er Jesus Christus aufs Neue in liebender Hingabe sein Leben. Sein Name ist in die Geschichte der mährischen Missionsbewegung eingegangen. $
Wahrheiten, die das Leben verändern können Bei Dwight L. Moody griff Gott in ähnlicher Weise ein. Als er in England gerade einen evangelistischen Feldzug zu Ende geführt hatte, verabschiedete er sich von Henry Varley, einem berühmten englischen Prediger. Moody empfand Varleys Abschiedsworte als eine Herausforderung: »Herr Moody, die Welt müsste einmal sehen, was Gott durch einen Menschen tun kann, der sich ihm ganz ausgeliefert hat, um ausschließlich seinen Willen zu tun.« Diese Worte blieben Moody im Gedächtnis haften. Sie verfolgten ihn bei Tag und Nacht. »Sie schienen ihm auf die Wellen des Ozeans geschrieben, als er heimwärts segelte, auf die Pflastersteine von New York, über die er ging, und mitten in die Landschaft hinein, als er mit dem Zug nach Chicago fuhr.« Varleys Abschiedsworte prägten Moodys ganzes späteres Leben. Heute spricht die von Moody geleistete Arbeit für sich selbst. Gewiss könnten noch Hunderte von Menschen eine ähnliche Geschichte erzählen. Sorglos sind sie durch das Leben gewandert, bis sie plötzlich, rein zufällig, auf eine der großen, grundlegenden Wahrheiten stießen, die den Weg ihres Lebens völlig veränderten. Sie wurden von der überzeugenden Kraft der Wahrheit ergriffen. Herz und Gemüt dieser Menschen wurden entflammt. Sie wurden völlig verändert. Sie bekamen einen Blick für neue Wege und machten Geschichte im Reich Gottes. Warum sollte das nicht auch mit uns geschehen? Die göttliche Wahrheit ist nicht zeitlich, sondern ewig. Die gleichen tiefen Erfahrungen, die das Leben anderer Menschen völlig umgestalteten, können auch uns vor Mittelmäßigkeit bewahren und uns zu wahrem Erfolg für Zeit und Ewigkeit verhelfen.
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Denk an deine Zukunft Wenn wir nur wollten! Wenn wir nur lange genug stille sein wollten, um zu lauschen! Wenn wir nur diese Wahrheiten ehrlich und tapfer ins Auge fassen wollten! Wenn wir sie nur folgerichtig bis zum Ende durchdenken wollten! Wenn wir nur die richtigen Schlüsse ziehen und das als richtig Erkannte leidenschaftlich ausführen wollten! Davon hängt alles ab. Sind wir bereit, diese herrliche Möglichkeit auszunutzen? Bevor wir weiterlesen, sollten wir in der Gegenwart Gottes die folgenden Fragen beantworten: Bin ich bereit, den Herrn Jesus Christus zu mir reden zu lassen? Bin ich bereit, ihm bedingungslos zu gehorchen? Gibt es irgendetwas in meinem Leben, das ich für ihn aufzugeben nicht bereit bin?
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NUR EIN LEBEN Jeder Versuch, über unser Leben auf dieser Erde ernsthaft nachzudenken, muss von der erschreckenden Tatsache ausgehen, dass wir nur einmal hier leben. Wir wollen deshalb unsere weiteren Ausführungen unter das alle mit schmerzlicher Gewissheit erfüllende Thema stellen: Nur ein Leben. Diese Tatsache war schon eine der großen, bewegenden Kräfte im Leben des Herrn Jesus. Das lässt sich in seinen Worten erkennen: »Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann« (Johannes 9,4). »Solange es Tag ist – es kommt die Nacht.« Nur ein Leben! Möchten doch diese Worte wie mit einem Brenneisen in unsere Seelen gebrannt sein, dass wir sie nie mehr vergessen können! Nur ein Leben! Nur ein Leben! Wie unsagbar ernst! Wir sollten jetzt unbedingt über den Wert unseres Lebens nachdenken. Wie viel ist mein Leben für mich wert? Für wie viel würde ich es hergeben? Es ist augenscheinlich, dass niemand von uns sich ein Preisschildchen anhängen könnte, denn unser Leben ist für uns von grenzenlosem Wert. Wir sollten auch an die vielen Möglichkeiten denken, die das Leben jedem Menschen bietet. Jeder Junge, der in die Welt hineingeboren wird, kann ein Johannes, aber auch ein Judas werden, ein Paulus, aber auch ein Pilatus. Er ist '
Denk an deine Zukunft mit unbegrenzten inneren Kräften für Gutes und Böses, für gute und schlechte Taten, für Glück und Elend ausgestattet. Werden wir von diesen Erkenntnissen wirklich in unserem Herzen erfasst, dann erkennen wir, dass unser Leben ein uns anvertrautes, heiliges Gut ist, das nicht vergeudet werden darf. Unser Leben sollte dem Bestmöglichen geweiht werden. »Nicht viele Leben! Eines, nur eines! – Diese kurze Spanne Zeit!« Diese Verse von Horatius Bonar erinnern mich an eine Illustration, die C.E. Tatham oft gebraucht, wenn er die Heiligkeit und Einmaligkeit des Lebens erläutern will: Eine Mutter nahm ihre kleine Tochter zum Einkaufen mit und erlaubte ihr, sich einige Süßigkeiten auszusuchen. Sie stand vor dem Glaskasten und betrachtete nachdenklich die verlockende Auswahl in den verschiedenen Gläsern. Zuerst zeigte sie auf ein Glas und sagte: »Ich will eins von diesen.« Noch bevor der Verkäufer das Gewünschte geholt hatte, zeigte das Mädchen auf ein anderes Glas und sagte: »Nein, ich will lieber eins aus diesem Glas da.« Noch mehrmals zeigte sich ihre Unentschlossenheit, bis sie von ihrer ungeduldig wartenden Mutter mit den Worten getadelt wurde: »Mein liebes Kind, beeile dich doch, und entscheide dich endlich!« Darauf antwortete das Mädchen mit zwingender Logik: »Aber Mutter, ich habe doch nur einen Pfennig auszugeben!« Nur einen Pfennig! Nur ein Leben! Wir sollten uns beständig daran erinnern. König Georg V. von Großbritannien hatte im Blick auf diese Tatsache einen besonderen Wahlspruch auf seinem
Nur ein Leben Schreibtisch stehen. Dieser stammte von Stephen Grellet, einem amerikanischen Quäker, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts lebte. Er lautete: »Durch diese Welt werde ich nur einmal gehen. Lass mich deshalb alles Gute, was ich tun kann, jede Güte, die ich Menschen erweisen kann, jetzt tun. Lass es mich nicht aufschieben oder vernachlässigen, denn ich werde diesen Weg nicht wieder gehen.« Avis B. Christiansen spricht von den Folgerungen, die sich aus der Tatsache der kurzen Erdspanne für uns ergeben, in einem ihrer Gedichte: Nur ein Leben hab’ ich dir anzubieten, Jesus, mein Herr und König; nur eine Zunge, um dich zu preisen und von deiner Gnade zu singen. Nur eines Herzens Hingabe – o Heiland, möge es allein geweiht sein deiner unvergleichlichen Herrlichkeit, dir völlig ausgeliefert. Nur diese Stunde ist mein, o Herr; Lass sie mich brauchen für dich. Lass jeden vergehenden Augenblick ausgenutzt werden für die Ewigkeit. Ringsherum sterben Menschenseelen. Sie sterben in Sünde und Schande. Hilf mir, ihnen die Botschaft von Golgathas Erlösung zu bringen in deinem herrlichen Namen. Nur ein Leben hab ich dir anzubieten. Nimm es an, lieber Herr, ich bitte dich darum. Nichts will ich dir vorenthalten. Deinem Willen gehorche ich jetzt. Du, der du bereitwillig dein Alles
Denk an deine Zukunft für mich gegeben hast: Nimm dieses Leben ganz für dich und gebrauche es, mein Heiland, in jedem Augenblick. Wir wollen dieser ersten großen, lebensverändernden Wahrheit »nur ein Leben« ehrlich ins Auge sehen und uns fragen, ob unser gegenwärtiges Tun und Lassen wertvoll ist, wenn wir es im Lichte dieser Wahrheit besehen.
SO KURZ NUR Wenn schon die nüchterne Überlegung der Tatsache, dass wir unser Leben nur einmal leben, auf uns wie ein Schock wirkt, wie viel mehr wird es dann der Fall sein, wenn wir daran denken, wie kurz unser Leben ist. Die Tatsache, dass wir nur ein Leben haben, wäre nicht so erregend, wenn sich dieses Leben über ein Jahrtausend oder über fünf oder auch nur zwei Jahrhunderte erstrecken würde. Wenn wir aber bedenken, dass keiner von uns in hundert Jahren noch auf dieser Erde sein wird, ja dass die meisten von uns nicht einmal mehr 50 Jahre leben werden – wer könnte bei dem Gedanken, wie schnell diese wenigen Jahre verflogen sein werden, gleichgültig bleiben? Was meinst du wohl, wie viele Jahre du noch zu leben hast? Die Bibel sagt uns, dass die durchschnittliche Lebenslänge 70 Jahre beträgt (Psalm 90,10). Nimm einmal an, dass du dieses Alter erreichen wirst. Dann solltest du zunächst einmal dein gegenwärtiges Alter von dieser Zahl abziehen, dann kommst du auf die Anzahl der Jahre, die für dich noch zu leben übrig bleiben. Von dieser Zeit solltest du aber dann noch die Zeit, die du zum Schlafen und zur Erfüllung notwendiger Pflichten benötigst, abziehen; ferner solltest du Krankheitstage und all die Tage, an denen du einfach unfähig bist, irgendetwas zu »tun«, berücksichtigen. Wie viel Zeit bleibt dir dann noch übrig, in der du dem Herrn Jesus Christus frei und ungehindert dienen kannst? Die Antwort wird leider lauten: »Nicht sehr viel!« Die Heilige Schrift verwendet verschiedene Ausdrücke, um die Kürze und Flüchtigkeit unseres Lebens zu beschreiben. !
Denk an deine Zukunft Mose vergleicht das Leben mit einem Schlaf. David spricht von unserem Leben als von einem Schatten. Hiob vergleicht das Leben mit einem Weberschifflein. Jakobus vergleicht unser Leben mit einem Dampf. Petrus sieht das Leben an wie Gras, das verwelkt. Schnell und unbarmherzig wird das Leben oft abgebrochen und mit ihm unbegrenzte Möglichkeiten. Die Trauerhalle, der Leichenwagen und der Friedhof sind ein Beweis dafür, dass wir auf dieser Erde keine bleibende Stätte haben. Es vergeht kein Tag, ohne dass wir daran erinnert werden, dass Wiege und Sarg aus demselben Holz gezimmert sind. Sollte jemand einwenden, dass ein Christ nicht den Tod, sondern den Herrn erwartet – vielleicht sehr bald –, so kann das sehr wohl ein Hinweis darauf sein, dass unser Leben auf der Erde unter Umständen noch kürzer ist, als wir annehmen. Wenn einige von uns auch denken, dass sie bis zu ihrem Tod bei einer normalen Lebenserwartung von einigen Jahrzehnten noch viel Zeit haben, so weiß doch niemand, ob nicht schon vor Ablauf der nächsten Stunde die Stimme und der Trompetenstoß Gottes erschallen werden, um das Kommen des Herrn Jesus anzuzeigen. Die politische Entwicklung und der sittliche Verfall der Menschheit deuten in Übereinstimmung mit dem prophetischen Wort darauf hin, dass seine Erscheinung nahe bevorsteht. Was hat das alles zu sagen? Es bedeutet, dass jeder, der für "
So kurz nur Gott dasein möchte, keine Zeit zu verlieren hat, dass er jede Minute als ein heiliges Vermächtnis ansehen sollte. Jede Stunde ist für uns von unermesslichem Wert. Wir sollten jeden Tag bereit sein, dem Herrn Jesus Christus vor dem Preisrichterstuhl zu begegnen. Jeden Morgen ließ sich Philipp von Mazedonien von einer Sklavin sagen: »Philipp, bedenke, dass du sterben musst!« Jeden Morgen will uns der Heilige Geist daran erinnern, dass wir »sterbliche Wesen sind, geboren für einen kurzen Tag«. Wir sollten unser Leben im Licht der Ewigkeit leben. »Hilf mir, den Wert dieser Stunden zu erkennen! Hilf mir, die Torheit jeglicher Zeitvergeudung zu erkennen. Hilf mir, dir, Herr Jesus Christus, zu vertrauen, der du meine Schmerzen auf dich nahmst. Hilf mir, mich dir auf Leben und Tod auszuliefern. In allen meinen Tagen seist du verherrlicht, Herr Jesus, auf all meinen Wegen führe du mich. Gebrauche mich, Herr Jesus, wann und wie du willst. Für dich, Herr Jesus Christus, will ich leben oder sterben.« Wie lauten deine Pläne für den heutigen Tag, für den morgigen Tag und für die folgenden Tage? Und was dann?
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EWIGKEIT Wenn es schon eine erschreckende Wahrheit ist, dass die Zeit kurz ist, wie viel mehr die Tatsache, dass die Ewigkeit unendlich ist. Nur wenige Wörter in unserer Sprache sind so schwer zu verstehen wie die Wörter Endlosigkeit, Unendlichkeit, Ewigkeit. Um dir diese Begriffe vorstellen zu können, solltest du einmal an die Zeit zurückdenken, die vor der Erschaffung der Welt und vor der Erschaffung der Engel liegt, zurück an die Zeit, wo nichts und niemand existierte außer Gott. Geh dann in deinen Gedanken immer noch weiter und weiter zurück, zurück an den anfanglosen Anfang, zurück, zurück, zurück. Gott war immer da. Er fing niemals an zu sein. Wandere dann mit deinen Gedanken vorwärts in die Zukunft, in die zukünftige Zeit, wo diese Erde zerstört sein wird. Vorwärts, vorwärts, vorwärts. Immer weiter, immer weiter. Endlos, endlos, endlos.Wenn sich dann dein Verstand gegen die ihm zugeteilte enge Begrenzung zu wehren beginnt, dann erinnere dich daran, dass du selbst ewig leben wirst. Immer und immer. Ein endloses Leben. Ewigkeit! Oft haben es die Menschen versucht, den Sinn der Ewigkeit nur ein wenig zu verstehen! So gab uns zum Beispiel Hendrik van Loon folgende klassische, obwohl unzulängliche Beschreibung: »Hoch oben im Norden, im Land Svithjod, steht ein Felsen. Er ist hundert Meilen hoch und hundert Meilen breit. Einmal in tausend Jahren kommt ein kleiner Vogel und wetzt an diesem Felsen seinen Schnabel. Wenn einst der Felsen durch das Wetzen des Schnabels abgetragen sein wird, ist ein Tag der Ewigkeit vorbei!« $
Ewigkeit Rowland Dixon Edwards versuchte die Ewigkeit auf folgende Weise darzustellen: »An Bord eines Ozeandampfers nehmen wir einen Fingerhut, lassen ihn an einem Faden ins Meer herab und ziehen ihn dann, gefüllt mit Salzwasser, aus dem Ozean wieder herauf. Dies ist ein Bild von der Zeit, die aus dem Meer der Ewigkeit herausgenommen ist.« Die Ewigkeit gleicht einem uferlosen Ozean. Sie ist Zeit ohne Ende. Sie ist der immerwährende Augenblick. Sie ist die Lebenszeit Gottes. Ein Mensch ist erst dann weise, wenn er die überwältigende Tatsache in Betracht zieht, dass sein Leben nur ein Sandkörnchen an dem zeitlosen Ufer der Ewigkeit ist. Seine ganze Laufbahn sollte er in diesem Blickwinkel sehen. Die Kathedrale von Mailand hat drei aneinandergrenzende Türen. Über der ersten Tür ist ein Kranz von Rosen eingekerbt mit der Inschrift: »All dies gefällt uns nur für einen Augenblick.« Die dritte Tür ist mit einem Kreuz gekrönt und trägt die Inschrift: »All dies betrübt uns nur für einen Augenblick.« Über der mittleren Tür findet sich die Mahnung: »Das nur ist wichtig, was ewig ist.« Als Christen müssen wir uns unbedingt mit der Tatsache der Ewigkeit auseinander setzen. Wir sollten mit dieser erschreckenden Wirklichkeit unbedingt rechnen und unser Leben darauf einrichten. Wenn wir so auf unserem Lebensweg voranschreiten, wird ein seltsames Leuchten in unseren Augen und eine merkwürdige Entschlossenheit in unseren Herzen sein, weil unsere Pläne nicht in der Zeit enden. Wir leben für ein Dann, nicht für ein Jetzt.
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DIE GOLDENE ZEIT Junge Christen, die versuchen, das Ende ihres Lebens aufrichtig ins Auge zu fassen, müssen erkennen, dass die Jugend in jeder Beziehung die goldene Zeit ist. Sie ist die Lebenszeit, in der die Kräfte des Menschen am stärksten sind, in der sein Verstand am schärfsten und seine Begeisterung am echtesten ist. Dass Gott eine Vorliebe für die Jugend hat, wird deutlich in Jeremia 2,2, wo es heißt: »Ich denke noch an deine jugendliche Zuneigung, an die Liebe deiner Brautzeit, da du mir nachzogest in der Wüste, in einem unbebauten Lande.« Es ist etwas Besonderes um die Jugendzeit. Ganz natürlicherweise ziehen wir das ausgelassene Kätzchen einer alten, mageren, herumirrenden Katze vor. Das Füllen auf der Weide erregt mehr Aufmerksamkeit als die alte ausgemergelte Stute. Wo immer du auch sein magst – fühlst du dich nicht immer zu den Kindern hingezogen? Ebenso hat Gott im geistlichen Bereich einen besonderen Blick für die heranwachsende Jugend, für die Glut und Inbrunst ihrer ersten Liebe. Er liebt die Stärke, den Eifer und den Wagemut der Jungen. Er freut sich darüber, dass sie in ihrer Aufopferung nicht berechnend sind, er freut sich über ihre leidenschaftliche Anhängerschaft und ihre willige Hingabe an ihn. »Ich denke noch an deine jugendliche Zuneigung, an die Liebe deiner Brautzeit.« Jugend ist die Zeit der Leistung. Vergil stand an der Spit &
Die goldene Zeit ze der lateinischen Dichter. Luther führte die Männer der Reformation an, und Newton war in der vorderen Reihe unter den Entdeckern. Sie alle waren noch nicht 30 Jahre alt. Bevor Herodot 28 Jahre alt war, hatte er schon bei den Olympischen Spielen seine neun Geschichtsbücher vorgetragen. Hannibal hatte in diesem Alter bereits Spanien unter die Herrschaft von Karthago gebracht. Im Alter von 25 Jahren war Demosthenes der goldene Mund von Griechenland und Cicero die silberne Zunge von Rom. Raphael stand im gleichen Alter, als er von Julius II. aufgefordert wurde, mit seinen unsterblichen Gemälden die Wände des Vatikans zu schmücken. Galilei betrachtete, auf der Suche nach unentdeckten Sternen, bei Nacht die Pfade der glänzenden Gestirne am Himmel. Shakespeare stand im gleichen Alter an der Spitze aller dramatischen Schriftsteller. Mit 22 Jahren hatte Alexander das Reich der Perser besiegt, und Napoleon und Washington waren in diesem Alter bereits vorzügliche Generale. Als 20-Jähriger war Plato der vertraute Freund von Sokrates und ihm ebenbürtig. Er berief den 17-jährigen Aristoteles zu sich, der als das geistige Haupt seiner Schule galt. Pascal war schon mit 19 Jahren ein großer Mathematiker, und Bacon war nicht älter, als er das Fundament zu seiner induktiven Philosophie legte. Mit 25 Jahren waren Jonathan Edwards und George Whitefield Fürsten unter den Predigern, und 30-jährig ließ Jesus Christus seine frohe Botschaft erschallen. Im Greisenalter hingegen sind unsere besten Kräfte verbraucht. Die Hände beginnen zu zittern, und die Beine krümmen sich unter der Last des Körpers. Vielleicht sind nur noch ein paar Zähne übrig geblieben, und die Augen sehen durch Brillengläser. Die Ohren brauchen ein Hörgerät, und die Sprache wird schwach und krächzend. Im hohen Alter melden sich Schlaflosigkeit, Furchtsamkeit, '
Denk an deine Zukunft Mangel an Appetit und eine allgemeine Schwäche. Das hohe Alter ist eine Last. Wie passend sind die Worte des Predigers: »Und gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herzutreten, da du wirst sagen: Sie gefallen mir nicht« (Prediger 12,1). In der Jugendzeit soll man des Herrn gedenken, und zwar nicht nur im Blick auf die Errettung, sondern auch im Blick auf einen willigen Dienst für ihn. Wenn junge Christen nur einsehen möchten, dass sie bestimmte Dinge nur als junge Menschen tun können, aber nie mehr, wenn die Jugend vorbei ist. Das Zeugnis eines Jugendlichen hat besondere Kraft bei Gleichaltrigen. Weltlich gesinnte Menschen werden gefesselt durch das männliche Zeugnis und den Ernst eines jungen Zeugen Jesu, während sie das Zeugnis eines älteren Menschen leicht als fanatisch abtun. Junge Menschen sind bereit, sich Gefahren auszusetzen, sind bereit, für ihren Herrn zu kämpfen, während bei den älteren Menschen oft Furcht vor Widerspruch besteht und sie zu allzu großer Vorsicht neigen. Viele Gläubige planen ihre Laufbahn unter den verschwommenen Gedanken, irgendwann später einmal für Jesus Christus zu leben und zu arbeiten, nachdem sie ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Später, wenn sie sich vom Berufsleben zurückgezogen haben, wollen sie aktiv werden, mit anderen Worten: wenn sie alt geworden sind. Gott will nicht die Neige, das heißt den letzten Rest eines vertrödelten Lebens haben. Er wünscht das Beste: Er will uns ganz und will alles haben. Im Alten Testament ver
Die goldene Zeit langte er vollkommene und vollständige Opfer. Seine Ansprüche haben sich nicht geändert! Können wir ihm mit gutem Gewissen das anbieten, was runzelig, abgelebt und abgenutzt ist? Nein, unsere Vernunft verlangt, dass wir ihm unser Bestes geben. Unser Bestes ist unsere Jugend! Jesus Christus wünscht das Beste. In weit zurückliegenden Zeiten beanspruchte er die Erstlinge der Herde, das Feinste des Weizens. Auch heute bittet Jesus seine Jünger in seiner Freude und in seinem Frieden, ihm ihre großen Hoffnungen und ihre großen Begabungen zur Verfügung zu stellen. Er wird den schwächsten Dienst, den geringsten Liebesbeweis nicht vergessen. Er bittet, dass wir ihm das Beste geben, das wir haben. Jesus Christus selbst gibt das Beste, was er hat. Er nimmt unser Herz an, wenn wir es ihm anbieten, und füllt es mit seiner Herrlichkeit, mit seiner Freude und mit seinem Frieden. Wenn wir in seinem Dienst zunehmen, werden auch die Anforderungen zu größerer Leistung zunehmen. Die reichsten Geschenke hier auf dieser Erde oder im Himmel droben sind verborgen in Jesus Christus. In Jesus bekommen wir das Beste, was wir uns denken können. Ist unser Bestes etwa zu viel? Freunde, wir wollen nicht vergessen, wie unser Herr einst sein Leben für uns in den Tod gab! Im besten Mannesalter seines geheimnisvollen Menschseins gab er sein kostbares Leben für uns am Kreuz hin. Der Herr aller Herren, durch den die Welten entstanden sind – durch bitteren Kummer und durch Tränen gab er uns das Beste, das er hatte. Von diesem Wunsch, sein Bestes herzugeben, war Peter Fleming beseelt. Er starb im Alter von 27 Jahren am 8. Januar 1956 als christlicher Märtyrer in Ekuador. Es war seine heilige Entschlossenheit, das Beste und Feinste seiner
Denk an deine Zukunft Jugendkraft, seiner Begabung, seiner Liebe und seines Lebens für Jesus Christus hinzugeben. Sein edler Entschluss kommt in folgender Hymne – es war eins seiner liebsten Lieder – am besten zum Ausdruck. »Herr, im Vollbesitz meiner Kräfte möchte ich für dich stark sein. Wenn meine Seele überfließt vor Wonne und Glück, soll mein Lied sich zu dir erheben. Der Welt möchte ich mein Herz nicht schenken, um dann erst deine Liebe zu bezeugen. Meine Kraft möchte ich nicht dahinschwinden sehen, um mich dann erst in deinem Dienst zu erproben. Nicht möchte ich mit schnell beschwingtem Eifer auf den Wegen der Welt gehen, um danach mit müdem Fuß und großer Anstrengung den himmlischen Hügel zu besteigen. O, nicht für dich mein spätes schwaches Begehren, meine ärmlichen, nicht wertvollen Anlagen! O, nicht für dich mein schwindendes Feuer, die Asche, den kärglichen Rest meines Herzens! O, erwähle mich in meiner goldenen, in meiner Jugendzeit! An meinen Jugendfreuden nimm du Anteil! Für dich meine ganze, schöne Jugendzeit, mein überquellendes Herz!« (Thomas H. Gill) Die Tragödie einer vertanen Jugend kann durch nichts wieder gutgemacht werden. Deshalb sollte sich jeder heute noch fragen: Wie wird die Biografie meiner Jugendjahre aussehen? Wird sie ein trauriger Bericht sein von Lauheit in den Dingen Gottes? Oder wird sie der Bericht eines leidenschaftlichen Lebens sein, das dem Herrn Jesus Christus vollkommen ausgeliefert war? Bedenke, dass deine Biografie heute geschrieben wird!
EIN BILDUNGSWEG, DER FÜR DIE EWIGKEIT VON WERT IST In einer Zeit, wo man viel zu viel Gewicht auf Ausbildung und Vorwärtskommen legt, sollten junge Christen unbedingt mit einigen grundlegenden Wahrheiten vertraut gemacht werden, die ihnen in ihrem Forschungs- und Wissensdrang als Wegweiser dienen können und die sie befähigen, den verschiedenen Studiengängen den Platz zuzuweisen, der ihrem wirklichen Wert entspricht. Vor allem sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass wir nie zu einem vollkommenen Wissen gelangen können. Allwissenheit ist allein Gottes charakteristische Eigenschaft. Wir selbst werden nie wie Gott sein; wir werden niemals aufhören zu lernen. Wenn wir das einmal einsehen, dann kann das unsere Vorbereitung für die Ewigkeit sehr stark beeinflussen. Die Heilige Schrift weist darauf hin, dass der Lernprozess aber auch im Himmel nicht aufhören wird. Im Epheserbrief, Kapitel 2, Vers 7, sagt Paulus, dass Gott »in den darauffolgenden Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade erzeigte durch Güte gegen uns in Christus Jesus«. Wenn uns Gott auch in der Ewigkeit noch etwas offenbaren will, dann ist es doch klar, dass wir auch dort unaufhörlich zu lernen haben. Das kann wohl auch gar nicht anders sein, denn der Lehrstoff ist so unerschöpflich, dass Gott uns niemals vollständig all seine Herrlichkeit lehren kann. Während Satan alles, was die Welt zu bieten hat, in einem Augenblick zeigen konnte, wird Gott den unerforschlichen Reichtum Christi auf immer, also !
Denk an deine Zukunft ewiglich, zum Erforschen anzubieten haben. Er wird seinen Schülern niemals akademische Grade erteilen! Es wird eine unaufhörliche Entfaltung einer wundervollen Liebe sein. Wir werden zu seinen Füßen sitzen voller Entzücken und unaufhörlich mehr und mehr lernen. In der Heiligen Schrift gibt es zwei oder drei Stellen, die dem zu widersprechen scheinen. Diese Worte besagen, dass wir im Himmel alles wissen werden. So sagt Johannes zum Beispiel in seinem ersten Brief, dass wir Christus gleich sein werden. Darunter sollte man aber weder eine äußere noch eine geistige Ähnlichkeit verstehen, sondern vielmehr eine sittliche. Wir werden ihm darin gleich sein, dass wir für immer von der Gegenwart der Sünde befreit sein werden. Auch Paulus führt in 1. Korinther 13,12 aus, dass wir erkennen werden, gleichwie auch wir erkannt worden sind. Das kann aber nicht bedeuten, dass wir einmal eine allumfassende Kenntnis besitzen werden. Wir werden immer Geschöpfe bleiben, die hinter ihrem Schöpfer zurückstehen. Wir werden immer nur ein begrenztes Wissen haben. Wenn wir nun zugeben, dass wir im Himmel Lernende sein werden, ergibt sich folgende Frage: Welches Wissen, welche Erkenntnis werde ich in dem Augenblick haben, wo ich in den Himmel eingehe? Folgende Antwort ist naheliegend: das Wissen, das wir in dem Augenblick gehabt haben, wo wir die Erde verlassen haben. Wenn das wirklich so ist, könnte es von der allergrößten Bedeutung für uns sein. Es lässt uns erkennen, dass es töricht wäre, wenn wir unser Leben ausschließlich dem Erwerb umfassender irdischer Kenntnisse widmeten, die im Himmel verhältnismäßig wertlos sind. Du magst den Ehrgeiz haben, dich auf gewissen Gebieten der Wissenschaft, der Litera"
Ein Bildungsweg, der für die Ewigkeit von Wert ist tur oder der Politik besser auszukennen als alle anderen. Du magst dieses Ziel auch erreichen, aber was wird es dir im Himmel nützen? Eine bedeutende irdische Laufbahn sieht sich unbedeutend, flach und seicht an, wenn wir sie im Lichte der Ewigkeit betrachten. Dagegen ist die gründliche Kenntnis des Wortes Gottes von ewigem Wert und von ewiger Bedeutung. Was wir hier aus der Heiligen Schrift in uns aufnehmen, ist eine Anlage für die Ewigkeit, denn auch im Himmel wird das Wort Gottes weiter gelten. Jesus sagte: »Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.« Und der Psalmist schrieb: »Auf ewig, o Herr, steht dein Wort im Himmel fest.« Daraus folgt, dass jeder Vers der Heiligen Schrift, den wir auswendig lernen, dass jedes Kapitel, das wir zu erforschen suchen, ja, dass alles, was wir aus der Bibel in uns aufnehmen, für das vor uns liegende jenseitige Leben nützlich ist. Die Meinung, dass wir im Himmel alle gleich sein werden, ist gewiss nicht schriftgemäß. Gottes Wort lehrt deutlich, dass es für die Erretteten unterschiedliche Belohnungen gibt, wie es auch für die Verdammten verschiedene Grade von Strafe geben wird. Obgleich alle im Himmel glücklich sein werden, dürften doch einige eine größere Fähigkeit im Genuss der Herrlichkeit haben als andere. In Wirklichkeit werden wir den Herrn Jesus in dem Verhältnis würdigen und wertschätzen, wie wir ihn hier durch das Wort Gottes kennen gelernt haben. Jedermanns Becher wird bis zum Rand gefüllt sein, aber einige werden größere Becher haben als andere. Es ist natürlich für jeden von uns notwendig, sich ein ausreichendes »weltliches« Wissen anzueignen, um einen passenden Beruf ergreifen und ausüben zu können. Aus die#
Denk an deine Zukunft sem Grunde besuchen einige eine Hochschule, während sich andere in Spezialfächern ausbilden. Es ist aber wichtig, sich immer zu vergegenwärtigen, dass diese Art von Ausbildung nicht das Wesentliche im Leben bleiben darf. Sie kann nur ein Meilenstein auf dem Weg sein, ein Mittel, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, während für uns im Vordergrund als höchstes Ziel stehen sollte, Jesus Christus immer mehr zu erkennen und ihn den Menschen bekannt zu machen. Für einen Christen ist es unentschuldbar, wenn er die Ausbildung als höchstes Ziel betrachtet und das ewige Wort Gottes vernachlässigt. Es gibt nur wenige Tatsachen, die eine so tiefe Wirkung auf die Ausrichtung des Lebens eines Menschen haben können wie die, von denen wir eben sprechen. Wenn wir auch beim Eingang in den Himmel nicht alles wissen werden, so können wir doch mit Sicherheit annehmen, dass wir so viel an Wissen mitbringen werden, wie wir hier auf der Erde gelernt haben. Darum ist es so wichtig, dass wir darauf bedacht sind, uns für die himmlische Wirklichkeit vorzubereiten. Wir sollten uns fortwährend dagegen wehren, dass wir unser Leben einer irdischen Gelehrsamkeit öffnen, die im Himmel von wenig Nutzen sein wird. Akademische Grade sollten wir an ihren richtigen Platz stellen. Sie sollten lediglich als Werkzeug gebraucht werden, um dem Herrn wirksamer dienen zu können. Wir sollten die Heilige Schrift in unserem Leben an den ersten Platz stellen, um mit ihrem Autor wie auch mit ihrem heiligen Inhalt besser bekannt zu werden. Ja, es wird im Himmel ein weiteres Lernen, ein weiteres Erkennen und Wachsen geben! Und unsere Freude an diesem himmlischen Lehrgang wird davon abhängen, ob wir auf der Erde mit der Bibel richtigen Umgang gehabt haben. $