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William MacDonald

… und führte ihn zu Jesus Eine Anleitung zur persönlichen Evangelisation

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Bibelzitate folgen der Elberfelder Bibel, unrevidierte Fassung.

1. Auflage 1998 Originaltitel: Winning Souls the Bible Way © by William MacDonald © der deutschen Ausgabe 1998 by CLV · Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Übersetzung: Andreas Lindner, Verse: H. Grabe Umschlag: Dieter Otten, Gummersbach Satz: CLV Druck und Bindung: Ebner Ulm ISBN: 3-86397-408-3

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Inhalt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Vorbereitung des Seelengewinners . . . . Die Waffe des Seelengewinners . . . . . . . . . . Das Wirken des Heiligen Geistes . . . . . . . . . Was wir aus den Evangelien und der Apostelgeschichte lernen . . . . . . . . Von Sünde überführt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Das wahre Evangelium . . . . . . . . . . . . . . . . . Glaube und Bekenntnis . . . . . . . . . . . . . . . . . Heilsgefühl oder Heilsgewissheit ? . . . . . . . . Weitere Probleme beim Evangelisieren . . . . Nacharbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jüngerschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Wenn ich einst bin im Himmelslicht Und alle Heiligen mit mir, Wär’s herrlich, wenn dann einer spricht: »Durch dich fand ich hierher.«

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Kapitel 1

Einführung Eines der größten Vorrechte für den Gläubigen ist, dass er gemeinsam mit Gott an der wichtigen Aufgabe arbeiten kann, Seelen für den Herrn Jesus Christus zu gewinnen (Spr 11,30). Nur weniges, was ein Mensch tun kann, hat so weitreichende Folgen. Der Seelengewinner hat tatsächlich einen Einfluss auf die Ewigkeit und er wird ewigen Lohn erhalten (Dan 12,3). Gott identifiziert sich so eng mit den Seelengewinnern, dass Er ihnen sogar erlaubt, so von sich zu reden, als ob sie selbst in der Lage wären jemanden zu retten. In Römer 11,14 spricht Paulus davon, einige aus seinem eigenen Volk zu erretten: »… ob ich auf irgendeine Weise … einige aus ihnen erretten möge.« Auch in 1. Korinther 9,22 schreibt er: »Ich bin allen alles geworden, auf dass ich auf alle Weise etliche errette.« Wir alle wissen, dass Paulus selbst niemand retten konnte. Doch in Seiner Gnade erlaubt Gott Paulus, solche Worte zu gebrauchen, weil Er sich derart eng mit den menschlichen Werkzeugen verbindet, durch die Er Sein Werk ausführt. Aber diese persönliche Arbeit ist nicht nur ein großes Vorrecht, sondern sie ist auch eine ernstliche Verpflichtung. Wir führen nur drei der Abschnitte aus dem Neuen Testament an, die die Verantwortung jedes Christen in dieser Aufgabe beschreiben. Sie zeigen auch Gottes Plan, die Evangelisation der ganzen Welt durch das Zeugnis von einzelnen Gläubigen durchzuführen. Die erste dieser drei Bibelstellen ist der Missionsauftrag Matthäus 28,19-20. Hier befiehlt der Herr Seinen Jüngern: 1. Gehet hin und macht alle Nationen zu Jüngern, 7


2. tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, 3. lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Es wäre ein nutzloser Einwand, dass dieser Befehl nur für gewisse Leute oder für eine gewisse Zeit bestimmt sei. Es ist der gültige Befehl des auferstandenen Herrn für jeden, den Er mit Seinem Blut erkauft hat. Auch die zweite Bibelstelle in Epheser 4,11-12 lehrt den wichtigen Grundsatz, dass alle Gläubigen evangelisieren sollen. Der Gedankengang in diesen Versen besagt Folgendes: 1. Vers 11. Er, der aufgefahrene Christus, gab den Menschen Gaben. Was waren diese Gaben? Es waren Menschen, die Gott mit besonderen Fähigkeiten ausgerüstet hat, um den christlichen Glauben zu verbreiten. Einige von ihnen waren Apostel, einige Propheten, einige Evangelisten und einige Hirten und Lehrer. 2. Vers 12. Warum hat der Herr diese begabten Männer gegeben? Die Antwort lautet: Damit durch sie alle Gläubigen aufgebaut werden, um das Werk des Dienstes auszuführen und infolgedessen der Leib Christi aufgebaut wird. Das ist ein entscheidender Punkt. Die Gaben wurden nicht gegeben, damit die Gläubigen sich zurücklehnen, den Gottesdienst genießen und für immer von diesen Gaben abhängig sind. Im Gegenteil haben die Gaben das Ziel, dass alle Gläubigen für das Werk des Dienstes ausgebildet werden. (Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Gläubigen von der Kanzel predigen sollen, aber es bedeutet, dass es Gottes Wille für jeden Gläubigen ist, selbst aktiv in der Verkündigung Christi mitzuarbeiten.) Deshalb sind die Gaben in gewissem Sinn abkömmlich. Sie dienen dazu, jedes Gotteskind zum aktiven Dienst für Christus auszurüsten. Das schließt nicht aus, dass man einem normalen Beruf nachgeht, aber man muss die Interessen Christi an die erste Stelle setzen. Unser Beruf ist nicht 8


das Wichtigste, aber er ermöglicht uns, aktive Zeugen für den Herrn zu sein. Die letzte Bibelstelle ist 2. Timotheus 2,2. Der Apostel Paulus wendet sich an Timotheus und schreibt: »… was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren.« Dieser Vers ist wichtig, weil darin Gottes Plan enthalten ist, dem wir in der persönlichen Evangelisation folgen sollten. Jeder von uns sollte die Wahrheit an andere weitergeben und ihnen beibringen dasselbe zu tun, damit die Erkenntnis Christi sich in immer größeren Kreisen ausbreitet, wie die Wellen auf einem Teich. Jemand hat darauf hingewiesen, dass in diesem einen Vers vier Generationen von Christen vorkommen. Wie schnell eine Familie doch wachsen kann! Wenn man mit einem einzelnen Menschen beginnen würde und dann die Anzahl der Christen jedes Jahr verdoppeln könnte, so wären es nach 33 Jahren 8.589.934.592 Gläubige. Dieses Gesetz der Fortpflanzung beobachten wir das ganze Jahr über in der Natur. In fünf Jahren entsteht aus einem Weizenkorn oder einem Reiskorn durch Vermehrung eine gewaltige Menge Reis, nämlich mehrere Tausend Zentner. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Bibel diesen Prozess des Säens benutzt, um das Evangelisieren zu illustrieren (Ps 126,6; Pred 11,6; Mt 13,1-23). Zusammenfassend können wir sagen, dass wir über den persönlichen Dienst Folgendes gelernt haben: 1. Er ist ein unvorstellbares Vorrecht und beeinflusst die Ewigkeit. 2. Er ist eine ernste Verantwortung, die jeden Christen einbezieht. 3. Er ist die Methode Gottes, mit der Er in der kürzesten Zeit die größte Zahl von Menschen erreicht. Die Frage, der sich jeder von uns stellen muss, lautet: Was werde ich nun tun? Wer dabei mit seiner Antwort zögert, 9


dem empfehlen wir einfach den folgenden Absatz zu lesen, der von einem Atheisten geschrieben wurde: Wenn ich wirklich glauben würde, dass die Kenntnis und die Ausübung meiner Religion in diesem Leben das Schicksal im nächsten beeinflusst, wie es Millionen von sich behaupten, dann würde die Religion mir alles, wirklich alles bedeuten. Irdische Freuden würde ich als wertlosen Plunder zur Seite schieben. Irdische Sorgen wären in meinen Augen Narrheiten, irdische Ziele und Pläne wären wertlos. Meine ersten Gedanken am Morgen würden sich um die Religion drehen, und auch meine letzten Gedanken, bevor der Schlaf mich überwältigt, würden sich damit beschäftigen. Ich würde nur noch dafür arbeiten. Eine einzige Seele für den Himmel zu gewinnen, wäre mir ein ganzes Leben voller Leiden wert. Irdische Folgen sollten weder meine Hand jemals ruhen lassen noch meine Lippen verschließen. Die Erde mit ihren Freuden und Kümmernissen würde meine Gedanken auch nicht einen Moment beschäftigen. Ich würde mich bemühen, nur die Ewigkeit und die Seelen um mich herum vor Augen zu haben, die bald, sehr bald, ewig glücklich oder ewig verloren wären. Ich würde in die Welt hinausgehen und ihr zu gelegener und ungelegener Zeit predigen, und mein Predigttext wäre: »Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei seine Seele verliert?« Ein Atheist Das Letzte, was der Teufel will, das du tust, ist eine Seele mit Gewissheit für Christus zu gewinnen. Wenn du das nicht glaubst, versuche es. Der Teufel wird dich zu Gebetsversammlungen gehen, über religiöse Themen reden und mächtige Taten vollbringen lassen, wenn du nur eines nicht tust: Menschen zu überreden, Christus als Herrn anzunehmen und sich öffentlich vor den Menschen zu Ihm zu bekennen. Charles M. Alexander 10


Gott, lass nicht zu, Dass wer mich heut’ um Weisung fragt, Einst durch die Ewigkeiten klagt, Ich hätt’ ihm nichts vom Heil gesagt.

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Kapitel 2

Die Vorbereitung des Seelengewinners Der wichtigste Grundsatz für Christen, die anderen mit dem Evangelium weiterhelfen wollen, wird in den Worten unseres Erlösers ausgedrückt: »Folgt mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen« (Mt 4,19). Man kann den Vers oberflächlich lesen, ohne die Bedeutung zu erfassen. Wie wir sehen, sagt Er nicht: »Folgt diesen Regeln und ihr werdet zu Menschenfischern werden.« Wir werden aufgefordert, Christus nachzufolgen. Wenn wir das tun, wird Er uns zu Menschenfischern machen. Mit anderen Worten: Wenn wir nah beim Herrn leben, wenn wir in Gemeinschaft mit Ihm sind, wird Er dafür sorgen, dass wir Menschen erreichen. Unsere Verantwortung ist es, Ihm zu folgen; es ist Seine Verantwortung, uns zu Menschenfischern zu machen. Fast derselbe Gedanke wird in Johannes 15,4 ausgedrückt: »Bleibt in mir, und ich in euch. Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir.« Die einzige Möglichkeit, wie eine Rebe jemals Frucht hervorbringen kann, ist so eng mit dem Weinstock verbunden zu bleiben, dass sie all ihre Nahrung und all ihre Kraft aus dem Weinstock bezieht. Genauso können wir nur in dem Maße für Gott fruchtbar sein, wie wir zulassen, dass das Leben des Herrn Jesus in unser Leben fließt und durch uns zu anderen. Diese Tatsache muss unbedingt betont werden. Obwohl das kein beliebter Weg ist, so ist es doch der biblische Weg. Wer Menschen für den Herrn gewinnen will, ist heute einer großen Versuchung ausgesetzt. Statt auf seine eigene Beziehung zum Herrn zu achten, kann man einfach auf eine besondere Formel vertrauen oder auf eine Reihe von Routi12


nefragen, auf Überredungskunst, auf freundliches Verhalten oder gute Argumente. Scheinbar sind Leute dadurch angesprochen und es sieht so aus, als habe man Erfolg, aber es gibt keinen Ersatz für geistliches Leben und echte Heiligkeit. Hier müssen wir beginnen, weil Gott hier den Anfang setzt. Wenn nun ein Christ dem Herrn folgt oder in Ihm bleibt, wird sich sein Leben durch bestimmte Besonderheiten auszeichnen. 1. Zuerst einmal wird er ein Beter sein. Er wird erleben, was es heißt, jemanden durch Gebet zur Errettung zu führen (Röm 10,1). Er wird jeden Tag damit beginnen, sich dem Herrn im Gebet ganz zur Verfügung zu stellen – Geist, Seele und Leib. Er wird sich zur täglichen Gewohnheit machen, den Herrn um Gelegenheiten zum Zeugnisgeben zu bitten. Er wird um Führung bitten, mit wem er reden soll. Er könnte z. B. beten: »Herr, führe mich heute zu jemandem, mit dem ich reden kann. Zeig mir, was ich sagen soll. Mach mein Herz weich und fülle mein Leben. Hilf mir die Menschen so zu sehen wie Du sie siehst.« Herr, lass mich eine Seele finden Und lehre mich Dein Mund zu sein; Ich kenn’ so viele, tief in Sünden, Sie wissen weder aus noch ein. Doch keiner scheint sich zu erschrecken, Nur wenige die schrei’n zu Dir. Du woll’st mir Herz und Leben wecken: Gib heute eine Seele mir! 2. Zum Zweiten wird er demütig sein. Anstatt zu versuchen, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen um von anderen gesehen zu werden, wird er danach streben, dass Christus in ihm gesehen wird. Johannes der Täufer hat dies wunderbar vorgelebt. Als er gefragt wurde, wer er sei, antwortete er: »Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste« (Joh 1,23). Eine Stimme wird nicht gesehen, son13


dern nur gehört. Johannes wollte nicht gesehen werden. Er wollte nur, dass die Menschen das Lamm Gottes sehen, das die Sünde der Welt wegnimmt (Joh 1,29). 3. Außerdem wird er freundlich sein (1Kor 13,4). Er wird nach Gelegenheiten Ausschau halten um anderen Gutes zu tun, damit er sie besser mit dem Evangelium erreichen kann. Es ist gewiss ein sehr einseitiges Zeugnis, wenn unser Interesse an unseren Bekannten lediglich darin besteht, mit ihnen über den Herrn zu reden. Statt dessen sollten wir ihnen helfen, wo sie Hilfe brauchen, sollten sie in ihren Sorgen trösten, ihre Lasten mittragen und ihnen selbstlos dienen. Dann werden sie viel mehr Interesse haben, etwas von dem Heiland zu erfahren, den wir vertreten. 4. Er wird zugunsten der Verbreitung des Evangeliums ein opferbereites Leben auf sich nehmen. Der Apostel Paulus spricht davon, dass er gerne alles verwenden will und selbst verwendet werden möchte (2Kor 12,15). Wir sollten auch bereit sein, uns in den täglichen Bedürfnissen einzuschränken – ganz zu schweigen vom Verzicht auf Bequemlichkeit und Luxus –, damit keine Seelen verlorengehen, weil sie Christus nicht kennen, und damit wir eine reiche Ernte erwarten können (Ps 126,5-6). 5. Er wird darauf vertrauen, dass Gott Seelen retten kann und will. Wie Paulus wird er davon überzeugt sein, dass das Evangelium Gottes Kraft ist, »zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen« (Röm 1,16). Wie Petrus wird er wissen, dass Gott nicht will, dass irgendjemand verloren geht (2Petr 3,9). 6. Schließlich wird er sich bemühen, mit seinem ganzen Benehmen und mit all seinen Worten Christus zu zeigen. Die Welt braucht heute das Vorbild eines veränderten Lebens und das Bekenntnis veränderter Lippen. Es sollte unser Wunsch sein, dass Christus durch uns groß gemacht wird (Phil 1,20). 14


Dadurch entsteht eine wichtige Frage. Nehmen wir an, ein Christ lebt nicht mit dem Herrn. Er ist zurückgefallen und sein Herz ist kalt. Sollte er die Ungläubigen wissen lassen, dass er ein Christ ist, oder soll er lieber nichts davon sagen? Ist es möglich, dass so jemand dem Evangelium mehr schadet als nützt, wenn er versucht Zeugnis zu geben? Wir meinen, dass wir auch nur die geringste Möglichkeit, Anlass zur Lästerung des Namens des Herrn zu geben, vermeiden sollten (Röm 2,24), indem wir täglich, stündlich, jeden Augenblick in enger Gemeinschaft mit dem Herrn leben. Sicherlich sollte kein Christ seinen schlechten geistlichen Zustand als Vorwand heranziehen, um sein fehlendes Zeugnis zu rechtfertigen. Seine unausweichliche Pflicht ist es, Sünde zu bekennen und zu lassen und so wieder zum Herrn zurückzukehren und ein Leben zu führen, dass Er gebrauchen kann. Zum Schluss möchten wir nur wiederholen, was das große Geheimnis des Seelengewinnens ist: So nahe beim Herrn zu bleiben und Ihm so ausgeliefert zu sein, dass Er Sein Werk durch uns tun kann. Es ist eine Sache, wenn wir beten: »Herr, lass mich Seelen für Dich gewinnen.« Eine ganz andere Sache ist es zu beten: »Herr, lebe Dein Leben durch mich, und ziehe so Seelen zu Dir.«

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Kapitel 3

Die Waffe des Seelengewinners Es ist fast nicht möglich, die wichtige Rolle der Bibel für die herrliche Aufgabe des Seelengewinners zu stark zu betonen. Sie spielt für den Seelengewinner dieselbe Rolle wie das Schwert für den Krieger (Eph 6,17) und die Saat für den Sämann (Lk 8,11). Kurz gesagt ist die Heilige Schrift das Instrument, das Gott benutzt, wenn Sünder sich bekehren. »… die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes« (1Petr 1,23). Lies dazu auch Epheser 5,25-26. Im Gegensatz zu jedem anderen Buch der Welt ist das Wort Gottes »lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens« (Hebr 4,12). Es kann das bewirken, was menschliche Worte niemals bewirken können. Wie gebraucht Gott Sein Wort in der Rettung der Verlorenen? Zuerst hört der Sünder das verkündete Wort, oder er liest es, oder er kommt auf andere Weise damit in Berührung. Der Heilige Geist benutzt dann das Wort auf folgende Weise: 1. Er überzeugt dadurch den Verlorenen, dass es sich wirklich um die inspirierte, fehlerlose Offenbarung Gottes handelt. 2. Er überführt ihn damit, und der Mensch erkennt, dass er verloren ist und die ewige Verdammnis verdient hat. 3. Er zeigt ihm damit, dass Christus der Retter ist, den er 16


braucht. (In einem der folgenden Kapitel werden wir erklären, warum das so ist.) 4. Er bringt den Verlorenen durch das Wort dazu, dass er seine Sünde bekennt, jede andere Hoffnung auf Rettung aufgibt und ausschließlich auf den Herrn Jesus vertraut. So lesen wir in Römer 10,17: »Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.« Es ist unnötig zu erklären, warum der Mitarbeiter den Wert von Gottes Wort richtig erkennen muss, um verständig mit Menschen umgehen zu können. Wir möchten aber Folgendes nahelegen: 1. Zuerst muss er erkennen, dass Gottes Wort nicht nur seine beste, sondern auch seine einzige Waffe ist. Bei verschiedenen Gelegenheiten wird er versucht sein, Philosophie, Vernunft oder Logik zu benutzen, um die Einwände seiner Bekannten zu widerlegen. Damit würde er sein Schwert wegwerfen und sich selbst den gefährlichen Schlägen des Feindes aussetzen. Oft können Menschen aus der Welt besser mit wissenschaftlichen Argumenten umgehen als der Christ (Lk 16,8). Der Seelengewinner muss einsehen, dass »ein einziger Vers der Bibel mehr wert ist als tausend Argumente«. In diesem Zusammenhang sollten wir uns daran erinnern, dass dem Volk im Alten Testament verboten wurde, ihre Felder mit gemischten Samen zu besäen (5Mo 22,9). Wir sollten daraus lernen, dass wir nur das reine, unverfälschte Wort Gottes benutzen sollten, wenn wir die Verlorenen erreichen wollen. Wir sollten das Wort nie mit philosophischen oder wissenschaftlichen Argumenten vermischen. Es ist völlig unnütz, über das Evangelium hinauszugehen und tiefe geistliche Wahrheiten mit den Verlorenen zu erörtern, die sie gar nicht verstehen können (1Kor 2,14). Anstatt über solch tiefe Wahrheiten wie Auserwählung, Dreieinigkeit usw. zu strei17


ten, müssen wir dem Sünder zeigen, dass er gerettet werden muss. Die Verlorenen sind geistlich blind (2Kor 4,4) und können den Wert der tiefen Dinge Gottes nicht verstehen. Sie brauchen zuerst geistliches Augenlicht, und das bekommen sie, wenn sie Christus durch den Glauben annehmen. 2. Als Zweites sollte ein Mitarbeiter lernen, das Wort in jeder passenden Gelegenheit zu benutzen. Der weise König Salomo schrieb: »Am Morgen säe deinen Samen und des Abends ziehe deine Hand nicht ab; denn du weißt nicht, welches gedeihen wird: Ob dieses oder jenes oder ob beides zugleich gut werden wird« (Pred 11,6). Lies dazu auch Jesaja 32,20. Er sollte nicht zulassen, dass widrige Umstände ihn zurückhalten. »Wer auf den Wind achtet, wird nicht säen, und wer auf die Wolken sieht, wird nicht ernten« (Pred 11,4). Er sollte auch nicht aufhören, Gottes Wort zu zitieren, wenn jemand einwendet: »Ich glaube nicht, dass die Bibel Gottes Wort ist.« Was sollte ein Soldat tun, wenn der Feind sagt: »Ich glaube nicht, dass dein Schwert aus echtem Stahl ist.« Er würde ihm einfach einen weiteren Stoß versetzen und so beweisen, dass es echt ist. Erinnere den Widersprechenden, dass sein Unglaube nichts an der Wahrheit der Bibel ändert. Fahre dann fort, unter der Leitung des Geistes das Wort zu benutzen. 3. Außerdem sollte er lernen, das Wort weise zu benutzen, in Abhängigkeit vom Heiligen Geist. Der Vers, den Gott in einer Situation benutzt hat, kann in einer anderen völlig unpassend sein. Der Geist Gottes sollte uns dazu benutzen können, genau den Abschnitt der Bibel zu zitieren, den Er benutzen will. Das erinnert uns sehr daran, wie wertvoll es ist, wenn wir Bibelverse auswendig lernen. Der Heilige Geist kann »euch an alles erinnern« (Joh 14,26), was ihr vorher gewusst habt, und nur daran. Wie kann ich erwarten, dass der Herr mich benutzt, wenn ich Sein Wort nicht in mei18


nem Herzen verwahrt habe? Andererseits ist es wunderbar, wenn man zur richtigen Zeit den passenden Vers zitieren kann, der jemandem Leben und Frieden und bleibende Freude bringt. 4. Dann müssen wir noch lernen, Gottes Wort im völligen Vertrauen darauf zu benutzen, dass Er es segnen wird. Das ist eine der großen Ermutigungen im Dienst für den Herrn: Das Wort Gottes, in der Kraft des Geistes weitergegeben, wird nie ohne Frucht für Herz und Gewissen bleiben. Gott hat verheißen, Sein Wort zu ehren. »Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel herabfällt und nicht dahin zurückkehrt, er habe denn die Erde getränkt und befruchtet und sie sprossen gemacht, und dem Sämann Samen gegeben und Brot dem Essenden: Also wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht; es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe« (Jes 55,10-11). Da Sein Wort so unwiderstehlich ist, so unbesiegbar und so erfolgreich wie Regen oder Schnee, lasst es uns doch voller Vertrauen und so viel wie möglich benutzen und uns dabei daran erinnern, dass unseren eigenen Worten kein solcher Erfolg versprochen wird. Aus all dem ist offensichtlich, dass wir Gottes Wort immer bei uns haben sollten, weil es so unersetzlich ist. Der christliche Soldat sollte nie ohne ein Schwert sein. Eine Taschenausgabe des Neuen Testaments ist klein und leicht, und doch ist es so wichtig, es zur Hand zu haben, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Zuletzt möchten wir sagen, dass man auch gute Traktate dabei haben sollte. Man kann sie weitergeben, wenn ein Gespräch unmöglich ist. Die Rolle, die Traktate bei der Bekehrung von heute lebenden Christen gespielt haben, ist unschätzbar. Verpasse nicht den Segen dieses wirksamen Dienstes! 19


Kapitel 4

Das Wirken des Heiligen Geistes Die Rolle des Heiligen Geistes bei der Errettung muss uns deutlich sein, wenn wir vernünftig mit Menschen umgehen wollen. Dieses Bewusstsein wird uns vor zwei Gefahren bewahren. Wir werden keine falschen Bekehrungen erzwingen und wir werden nicht mit den Ergebnissen unserer evangelistischen Arbeit prahlen. Die Schrift lehrt immer wieder, dass die neue Geburt ein Wunder, ein übernatürliches Wirken Gottes ist (Joh 1,13; 1Kor 3,6), und dass der Heilige Geist sie bewirkt (Joh 3,5). Der Geist Gottes ist souverän; das heißt Er tut was Er will und gibt niemandem über irgendetwas Rechenschaft (Hiob 33,13). Als der Herr Jesus mit Nikodemus redete, erinnerte Er ihn daran, dass »der Wind weht, wo er will« (Joh 3,8) und betonte so das souveräne und unvorhersehbare Handeln des Geistes. Das ist von Gottes Seite aus der Grund, warum oft ein Familienmitglied gerettet ist und die anderen verloren. Es erklärt, warum ein Mensch wie Paulus von Tarsus dann gerettet wird, wenn er es selbst am wenigsten erwartet (Apg 9,1-31). Es erklärt, warum ein Bibelvers, der für die eine Person vielleicht nichts bedeutet, genau der Vers sein kann, durch den sich ein anderer bekehrt. Es erklärt, warum der Seelengewinner im Voraus nie sagen kann, welche Seele gerettet werden wird und welche nicht. Die Souveränität des Geistes bedeutet nicht, dass der Mensch bei seiner Bekehrung keine Rolle spielt. Die Bibel lehrt mit ebenso großer Deutlichkeit, dass ein Mensch dafür verantwortlich ist an Christus zu glauben (Apg 16,31). Gott bietet die Errettung jedem an, der Seinen Sohn durch Glauben aufnimmt (Joh 1,12). 20


Auch wenn wir die Souveränität Gottes und den freien Willen des Menschen in unserem Denken nicht miteinander vereinen können, sollten wir dennoch beide Lehren in vollkommener Ausgewogenheit glauben, weil beide deutlich in der Bibel gelehrt werden. Man kann unmöglich genau beschreiben, wie der Heilige Geist die neue Geburt bewirkt. »Du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht woher er kommt und wohin er geht; also ist jeder, der aus dem Geist geboren ist« (Joh 3,8). Jedoch können wir allgemein sagen, dass Er zuallererst einem Menschen seine Not deutlich macht. (Weil das Thema der Sündenerkenntnis bei der Bekehrung so wichtig ist und weil es offensichtlich heute vernachlässigt wird, werden wir es später in Kapitel 6 behandeln.) Danach macht Er ihm deutlich, wie nutzlos eigene Anstrengungen sind. Und schließlich offenbart Er ihm den Herrn Jesus als Retter, der in seiner Not helfen kann. Ein Seelengewinner sollte sich immer daran erinnern, dass er das Wirken des Geistes nicht an sich reißen kann. Die Aufgabe des Christen ist, den Samen zu säen und mit Gebet zu bewässern. Die Aufgabe des Geistes ist es, zu überführen und zu bekehren. In seinem Eifer, dem Herrn zu dienen und seinen Nächsten zu helfen, steht der Christ häufig vor der Versuchung, den Interessierten ein Bekenntnis abzulocken. Einen solchen Versuch könnte man durch folgenden Dialog illustrieren: Frage: Glaubst Du, dass die Bibel Gottes Wort ist? Antwort: Ja! Frage: Ist dir bewusst, dass Du ein Sünder bist? Antwort: Ja, alle Menschen sind Sünder. Frage: Glaubst Du, dass Jesus Christus für Sünder gestorben ist? Antwort: Ja, das glaube ich. Folgerung: Dann bist Du gerettet. Die Bibel sagt, dass alle, die das glauben, gerettet sind. 21


Aber ist er wirklich gerettet? Hat der Heilige Geist wirklich in seinem Leben gewirkt? Oder handelt es sich nur um eine Zustimmung zu bestimmten Tatsachen? Ist es nur ein falsches Bekenntnis? Ein falsches Bekenntnis bringt drei ernste Gefahren mit sich: 1. Die Person könnte sich selbstsicher für gerettet halten, obwohl sie sich in Wirklichkeit noch in der Gefahr befindet, auf ewig verdammt zu werden. 2. Sie könnte als Unerretteter in die Gemeinschaft der Gemeinde aufgenommen werden und dem Volk Gottes dann unnötige Probleme verursachen. 3. Ihre ungläubigen Bekannten erwarten ein verändertes Leben von ihr, aber sie hat keine Kraft zu einem solchen Leben. Durch falsche Bekenner kann viel Schande auf den Namen Christi gebracht werden. Deswegen sollte der Seelengewinner vermeiden, jemanden unter Druck zu setzen, damit er sich bekehrt. Der bekannte Evangelist Moody schrieb: »Sage niemals zu jemandem, er sei bekehrt. Sag ihm niemals, er sei gerettet. Der Heilige Geist soll ihm das offenbaren.« Das gilt besonders, wenn man es mit Kindern zu tun hat. Sie sind sehr empfänglich für emotionale Einladungen oder kräftige Aufforderungen. Im Neuen Testament finden wir kein Beispiel, wo jemand sich längere Zeit bemüht, einem anderen ein Bekenntnis abzuringen. Dort finden wir eher, dass ein Christ treu und unter Gebet das Wort vorbringt und dann auf den Heiligen Geist vertraut, dass dieser die Wiedergeburt bewirkt. Leider müssen wir befürchten, dass viele moderne Evangelisationsmethoden dem Wunsch entspringen, große Zahlen von Bekehrten vorzuweisen. Das ist sicherlich ein schlechtes Motiv. Einige Punkte sollte der Seelengewinner sich stets vor Augen halten: 1. Als die Jünger zum Herrn zurückkehrten und prahlten, dass sogar die Dämonen ihnen untertan seien, antwor22


tete Er: »Darüber freut euch nicht … freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind« (Lk 10,20). 2. Wir können unmöglich die Ergebnisse unseres Dienstes beurteilen. Was nützt es, sich über viele Bekehrte zu rühmen, wenn keiner von ihnen wirklich gerettet ist? Jemand sagte einmal: »Der Himmel ist der beste und sicherste Ort, um die Ergebnisse unseres Dienstes zu erfahren.« 3. Sehr wenige werden nur durch einen einzelnen Seelengewinner gerettet. Meistens besteht die Kette, die zur Errettung führt, aus vielen Gliedern. Einer sät und ein anderer erntet. Manchmal ernten wir, wo wir nicht gearbeitet haben (Joh 4,37-38). 4. Und schließlich ist die Zahl der Seelen, die durch uns gerettet wurde, nicht der einzige Maßstab unserer Treue. »Den einen ein Geruch vom Tode zum Tode, den anderen aber ein Geruch vom Leben zum Leben« (2Kor 2,16). Mit anderen Worten: Einige hören das Evangelium aus unserem Mund und werden gerettet. Andere hören die Botschaft, lehnen sie ab und gehen verloren. Zweifellos beurteilt der Herr unseren Erfolg sowohl durch das Erstere wie durch das Letztere (obwohl wir das Erstere bevorzugen). Zusammenfassend würden wir sagen, dass nur Gottes Heiliger Geist die neue Geburt bewirken kann, dass man nicht versuchen sollte, Seine Rolle zu übernehmen, indem man zur Bekehrung drängt, und dass man sich nichts auf seinen Erfolg einbilden sollte. Wir sollten kein bisschen Eifer verlieren, wenn wir erkennen, welche Schlüsselrolle der Geist bei der Bekehrung spielt, aber wir sollten uns sicherlich mehr bemühen, abhängig von Ihm zu sein und Seiner Führung zu gehorchen.

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Kapitel 5

Was wir aus den Evangelien und der Apostelgeschichte lernen Eine Abhandlung über persönliche Evangelisation ist unvollständig, wenn sie nicht den Meister der Seelengewinner bei der Arbeit betrachtet. Wenn wir uns zu den Evangelien wenden, können wir mit dem Heiland reisen, Seine Barmherzigkeit miterleben und von Ihm viel Wertvolles darüber lernen, wie Er mit Seelen umgeht. Die Apostelgeschichte bietet ebenfalls lohnende Lektionen, wie man Seelen gewinnen kann, denn hier sehen wir den Auferstandenen, wie Er durch Seine Apostel in der Kraft des Heiligen Geistes wirkt. Dieses Kapitel kann natürlich nur wenige der vielen Punkte hervorheben, die man dort findet. Wir hoffen, dass der Leser dadurch angeregt wird, weitere Wahrheiten selbst zu entdecken. Zuerst wollen wir einmal die Botschaft studieren, die der Herr Jesus Christus den Menschen gebracht hat. Wir möchten folgende fünf Punkte vorschlagen: 1. Er betonte die Tatsache der Sünde (Joh 4,16-18). Er berührte das Gewissen der Frau am Jakobsbrunnen mit der direkten Feststellung: »Der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.« 2. Er betonte die hoffnungslose Lage des Sünders: »Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch« (Joh 3,6). »Die aber, welche im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen« (Röm 8,8). Deshalb geht der Mensch, auf sich allein gestellt, verloren. 3. Er betonte die Notwendigkeit der neuen Geburt. Zweimal in Johannes 3 bestätigt der Heiland, dass man nur 24


mittels einer neuen Geburt ins Königreich gelangen kann. (Das Wasser kann in diesem Vers nicht buchstäbliches Wasser sein. Das würde der übrigen Lehre des Neuen Testamentes widersprechen.) 4. Er betonte, dass der menschliche Verstand nicht ausreicht (Joh 3,12). Die Wahrheit des Evangeliums kann nur durch den Glauben aufgenommen werden. Sie widerspricht dem Verstand nicht, aber sie geht über den Verstand hinaus. 5. Er zeigte, wie man von neuem geboren werden kann (Joh 3,15-16). Der Herr Jesus hat Nikodemus nicht den Prozess erklärt, wie der Geist die neue Geburt bewirkt, sondern hat ihm vielmehr erklärt, wie er diese herrliche Wahrheit selbst bekommen konnte – nur durch den Glauben an den Sohn Gottes. Er hat immer gesagt, dass Er es ist, an den der Sünders glauben muss. Es genügt nicht, einfach irgendetwas zu glauben. Wenn wir die Methoden des guten Hirten studieren, finden wir weitere Hinweise für die, welche Ihm auf der Suche nach verlorenen Schafen folgen wollen. Dazu wollen wir die folgenden fünf Beispiele zitieren. 1. Er war immer höflich und liebenswürdig. Er zerbrach kein geknicktes Rohr (ein bedrückter Mensch) und löschte keinen glimmenden Docht (jemand mit einem Funken Glauben) – Mt 12,20. Es stimmt, dass Er nicht die faule Neugier zufrieden stellte, und auch nicht alle Argumente der Heuchler beantwortete, doch war Er für jeden erreichbar, der eine wirkliche Not hatte. 2. Er beugte sich zu den Unangesehenen und Niedrigen hinab (Röm 12,16). Wenn es darum ging, den Durst einer Seele zu stillen, ließ Er sich nicht von nationalen oder sozialen Grenzen abhalten, denn die Frau in Johannes 4 war sowohl eine Samariterin als auch eine von ihrer eigenen Gesellschaft Ausgestoßene. Obwohl Er Reichen und Armen gedient hat, sehen wir, dass die Armen 25


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