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Watchman Nee

In Hingabe leben

Christliche Literatur-Verbreitung e.V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld ďœł


. Auflage  (Paperback) . Auflage  (Hardcover) ©  by CLV · Christliche Literatur-Verbreitung Postfach    ·  Bielefeld Umschlag und Satz: CLV Druck und Bindung: Graphische Großbetriebe Pössneck ISBN ---


Inhaltsverzeichnis Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Lektion : Taufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Lektion : Mit der Vergangenheit abschließen . . . . . . . . . . . . . . . .



Lektion : Loslassen . . . . . . . . . . . . . . . . . .



Lektion : Weihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  Lektion : Bibelstudium . . . . . . . . . . . . . . .  Lektion : Gebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  Lektion : Früh aufstehen . . . . . . . . . . . . . 



Vorwort Mit einer Last auf dem Herzen für die Notwendigkeit einer festen Grundlage des christlichen Lebens hielt Bruder Watchman Nee eine Vortragsreihe über grundlegende Lektionen des praktischen Christenlebens. An dieser Schulungskonferenz für Mitarbeiter im Jahre  in Kuling, Foochow (China) brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass diese entscheidenden Lektionen vom Volk Gottes treu gelernt würden, damit so eine gute Grundlage für die Auferbauung des Leibes Christi gelegt würde. »Übe dich zur Gottseligkeit!« (. Tim. ,) lautet die Ermahnung des Apostels Paulus. Möge doch unser Herz durch Gottes Wort geübt werden, dem Heiligen Geist Raum und Gelegenheit zu geben, die neue Schöpfung zu vervollkommnen. Alle Bibelstellen aus dem NT sind der revidierten Elberfelder-Übersetzung und die aus dem AT der Schlachter-Übersetzung entnommen.



Lektion 

Taufe In der Erkenntnis, dass der Begriff Taufe in der Bibel sehr umfassend ist, wollen wir uns lediglich auf zwei konzentrieren, von denen wir überzeugt sind, jeder Gläubige müsse sie kennen: . Was bewirkt die Taufe am Gläubigen? und . Welches ist die wahre Bedeutung der Taufe? Bevor der Gläubige getauft wird, sollte er nach vorn blicken und sich fragen: Was wird die Taufe an mir bewirken, jetzt da ich ins Wasser steige? Hier betrachten wir die Taufe im voraus. Doch nach der Taufe muss der Gläubige zurückschauen und sich die zweite Frage stellen: Welches ist die Bedeutung der Handlung, die an mir soeben vollzogen wurde? Das erste ist eine Vorschau, ein Verständnis vor der Taufe; Letzteres ist ein Rückblick, eine Feststellung nach der Taufe.

Zwei Reihen von Schriftstellen über die Taufe Reihe : Markus ,: »Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden.« 


Apostelgeschichte ,: »Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.« Apostelgeschichte ,: »Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.« . Petrus ,-: »Die einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden. Das Gegenbild dazu errettet jetzt auch euch, das ist die Taufe – nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen –, durch die Auferstehung Jesu Christi.« Reihe : Römer ,-: »Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.« Kolosser ,: »Mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mitauferweckt durch den Glauben an die 


wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.« Die erste Reihe befasst sich mit dem, was durch die Taufe am Täufling geschieht, während die zweite Reihe die Bedeutung der Taufe erklärt. Die erste Gruppe spricht davon, was der Gläubige diesseits des Wassers – d.h. vor der Taufe – wissen sollte; die andere legt dar, was er jenseits des Wassers – nach der Taufe – wissen sollte. Wir wollen uns die beiden Reihen einzeln anschauen.

Was bewirkt die Taufe am Gläubigen? »Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden« (Mark. ,).

. Wird errettet werden Wahrscheinlich stehen die meisten Protestanten diesem Vers ein wenig befangen gegenüber. Sobald sie ihn sehen, ändern sie ihn in Gedanken ab und lesen: »Wer glaubt und errettet ist, soll getauft werden.« So hat es jedoch der Herr nicht gesagt. Um nicht dem Irrtum der römisch-katholischen Kirche zu verfallen, verändern die Evangelikalen (engl. »protestants«) Gottes Wort und erliegen dabei einem anderen Irrtum. Der Herr sagt klar: »Wer gläubig geworden und 


getauft worden ist, wird errettet werden.« Niemand hat Vollmacht, dies abzuändern und zu sagen: »Wer glaubt und errettet ist, soll getauft werden.« Die Errettung befasst sich mit der Welt Wir wollen uns über den Begriff »Errettung« oder »Heil« (Luther übersetzt »Seligkeit«) in der Bibel Klarheit verschaffen. Womit befasst sich die Errettung? Das ist für Neubekehrte wahrscheinlich nicht leicht zu verstehen, weil ihnen die klare Erkenntnis dessen, was Errettung ist, fehlt. Gemäß der Bibel hat die Errettung in erster Linie etwas mit der Welt zu tun. Das Gegenteil ewigen Lebens ist die Verdammnis, während das Gegenteil der Errettung die Welt ist. Wir sollen aus der Welt herausgerettet werden. Solange wir zur Welt gehören, befinden wir uns im Zustand der Verdammnis. Es ist für uns unerlässlich, den Stand des Menschen vor Gott zu erkennen. Die Menschen, die heute in der Welt sind, brauchen nichts zu tun, um verloren zu gehen. Man braucht niemand zu ermorden, damit man verlorengehe; man wird aber auch nicht davor bewahrt, wenn man niemanden getötet hat. Die ganze Welt geht ins Verderben, doch Gott entreißt einige denen, die verloren gehen. Was die ganze Welt betrifft, ist sie bereits verdammt; was jedoch einzelne angeht, wird der eine und der andere gerettet. Dies ist nicht ein Trennen einer Herde von hundert Tieren in fünfzig Schafe und fünfzig Ziegen; vielmehr ist es ein Fangen einiger Fische aus einem ganzen Meer. Die 


im Netz gefangen werden, sind die Erretteten; die im Meer zurückbleiben, die Verlorenen. Ob jemand errettet oder verloren ist, ist nicht eine Frage des persönlichen Benehmens des Betreffenden; es hängt davon ab, wo der Mensch sich befindet. Wenn er im Boot ist, ist er errettet, wenn er noch im Meer ist, verloren. Es kommt nicht darauf an, ob jemand höflich oder grob ist, gut oder schlecht, ob er ein Gewissen hat oder nicht. Solange er sich in der Welt befindet, ist er verloren. Wenn er daraus nicht heraustritt, wenn er diesen Ort nicht verlässt, bleibt er ein Sünder, der unter dem Gericht Gottes steht. Das Heil ist eine Sache der Stellung »Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind …« (Röm. ,). Diese Worte zeigen, dass ein Mensch nicht sündigen muss, um als Sünder eingestuft zu werden. Wegen der Sünde eines Menschen, sind alle zu Sündern geworden. Solange sich ein Mensch in Adam, in der Welt, befindet, steht er mit Gott im Widerstreit und ist daher ein Feind Gottes. Seine Stellung ist falsch, denn es ist die Stellung des Verlorenen. Dies ist die Lage der nicht Erretteten. Brüder, wir wollen diesen Begriff »Errettung«, ganz klar fassen. Dieses Wort wird sehr häufig, doch oft ungenau, verwendet. In Bezug auf unseren heutigen Zustand, umfasst der Begriff »ewiges Leben« nicht ein gleich weites Gebiet, wie der Begriff »Errettung«. Ewiges Leben zu haben ist heute eine persönliche 


Angelegenheit, aber errettet zu sein bedeutet beides: sowohl aus einer bestimmten Gemeinschaft herauszukommen, als auch ewiges Leben zu empfangen. Ewiges Leben ist rein persönlich, während errettet sein beides – persönlich und gemeinschaftlich – ist. Das Heil spricht davon, dass ich eine Gemeinschaft verlasse und einer anderen beitrete. Ewiges Leben sagt aus, welcher Gemeinschaft ich mich angeschlossen habe, doch es erwähnt nicht meine Herkunft. Heil umfasst sowohl Verlassen als auch Eintreten, während ewiges Leben bloß vom Eintreten spricht. Daraus ersehen wir, dass im gegenwärtigen Zeitalter Heil mehr in sich schließt als ewiges Leben, da es die Angelegenheit des Befreitwerdens von der Welt, des Verlassens der Welt, behandelt. Wir wollen die vier wichtigsten Aussagen beachten, die uns die Bibel über die Welt macht: a) Die Welt ist von Gott verdammt und gerichtet. b) Die Welt liegt in dem Bösen. c) Die Welt kreuzigte den Herrn Jesus. d) Die Welt ist ein Feind Gottes. Merkt euch bitte, dass die Welt nicht nur sündigt, sondern auch den Herrn Jesus kreuzigte. Daher ist sie Gottes Feind. Dies sind die vier Hauptfakten betreffend der Welt, so wie Gott sie sieht. Alle, die sich in der Welt befinden, sind, ungeachtet ihres persönlichen Benehmens, bereits gerichtet und daher im Zustand der Verdammnis. Die Not der Menschen in dieser Welt geht weit 


über persönliche, ungerechte Handlungen hinaus. Ihre ganze Stellung ist verkehrt vor Gott. Wie kann ein Mensch die Welt auch verlassen, wenn er deren Reize noch tief verspürt? Doch eines Tages werden ihm die Augen geöffnet, dass er die falsche Stellung der Welt vor Gott erkennen kann. Wie reizvoll die Welt auch sein mag, man muss sie verlassen. Daher befasst sich die Errettung mit der Befreiung aus der Welt – aus einer ungebührlichen Verbindung und Stellung. Einst schrieen die Juden: »Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!« Obwohl ich für den Mord des Herrn Jesus nicht unmittelbar verantwortlich bin, waren es meine Vorfahren, die ihn umbrachten. Obwohl ich nicht persönlich an der Tat beteiligt war, so gehöre ich doch jener Gemeinschaft an, die den Herrn tötete. Diese Gemeinschaft ist Gottes Feind und ist daher verdammt. Ob ich selbst verkehrt bin oder nicht, ist eine andere Frage. Doch Gott muss mich erleuchten, damit ich erkenne, dass die Gemeinschaft, der ich angehöre, verkehrt ist. Das Unrecht der Welt, in der ich bin, liegt darin, dass sie den Herrn Jesus umbrachte und daher als Feind Gottes feststeht. Sie ist bereits von Gott gerichtet. Aus solchem Verhältnis muss ich erlöst, aus dieser Stellung befreit werden. Was bedeutet nun Errettung? Errettet werden heißt, aus dieser Gemeinschaft, dieser Stellung und aus dieser Beziehung zur Welt befreit zu werden: Ich komme aus der Welt heraus. Gewöhnlich kümmern sich die Leute am meisten um die persönliche Recht


fertigung; sie müssten aber erinnert werden, von welchem Ort sie errettet worden sind. Errettung befreit uns von der Welt, nicht allein von der Hölle – denn die Welt steht unter dem Gericht Gottes. Die Taufe folgt dem Glauben Wer an den Herrn Jesus glaubt, hat – ohne den geringsten Zweifel – ewiges Leben. Seit mehreren Jahren predigen wir diese frohe Botschaft. Sobald jemand an den Herrn Jesus gläubig wird, empfängt er ewiges Leben und geht damit auf ewig unter Gottes Gunst. Doch erinnern wir uns daran: Glauben ohne getauft zu werden ist noch nicht Errettung. So wahr du geglaubt hast, besitzest du ewiges Leben, doch in den Augen der Welt giltst du noch nicht als gerettete Person. Solange du nicht getauft worden bist, wirst du nicht als errettet anerkannt werden. Warum? Weil niemand weiß, worin du dich von der übrigen Welt unterscheidest. Du musst dich aufmachen, dich taufen lassen und den Abbruch deiner Beziehungen zur Welt bekunden. Dann, und nur dann, bist du errettet. Was ist nun Taufe? Es ist dein Freiwerden von der Welt. Sie befreit dich von der Gemeinschaft, zu der du einst gehörtest. Die Welt wusste, dass du eins mit ihr warst; nach deiner Taufe aber anerkennt sie die Tatsache, dass du mit ihr gebrochen hast. Deine langjährige Freundschaft zu ihr ist jetzt beendet. Du wurdest begraben, damit schlossest du deine Laufbahn in der Welt ab. Vor der Taufe wusstest du, dass du ewiges Leben hattest; nach der 


Taufe weißt du, dass du errettet bist. Jedermann anerkennt, dass du des Herrn bist, denn du gehörst ihm. »Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden.« Warum? Da du – gläubig geworden – dich hast taufen lassen, ist es eine offene Tatsache, wo du stehst. Wäre kein Glaube vorhanden, fehlte diese innere Wirklichkeit, die allein die Dinge echt macht. Doch mit dieser inneren Wirklichkeit versetzt dich die Taufe außerhalb des Bereiches der Welt und macht so dem früheren Verhältnis zu ihr ein Ende. Taufe ist daher Absonderung. Keine Taufe – kein Zeugnis »Wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden.« Unglaube genügt schon zur Verdammnis. Solange jemand noch zur Weltgemeinschaft gehört, besiegelt sein Unglaube seine Verdammnis. Demgegenüber muss der Gläubige getauft werden, denn solange er noch nicht getauft ist, hat er seinen Austritt aus der Welt nicht öffentlich bezeugt. Wir entdecken drei erstaunliche Tatsachen in der religiösen Welt des Judentums, des Hinduismus und des Islam: a) Das Judentum verfolgt die Getauften. Unter Juden kann jemand im Geheimen Christ sein, ohne verfolgt zu werden. Die größte Schwierigkeit für Hunderte, ja Tausende von Juden ist es nicht, an den Herrn Jesus zu glauben, sondern getauft zu werden. Wer sich taufen lässt, läuft Gefahr, verstoßen und enteignet zu werden. 


b) Hinduismus ächtet Getaufte. In Indien wird dich niemand antasten, solange du dich nicht taufen lässt. Doch als Getaufter, wirst du ausgestoßen. Es sieht aus, als ob die Welt es dir erlaubte, ewiges Leben zu haben, aber sich gegen jedermann stellte, der sich taufen lässt. c) Der Islam ermordet Getaufte. Die Reaktion des Islam ist schärfer, trifft man doch selten einen lebenden Moslem, der Christ wurde, denn die Moslems töten Bekehrte. Einer der erfolgreichsten Arbeiter unter Moslems, Dr. Zwemer, erklärte einmal, seine Arbeit würde nie groß werden, da die Auswirkungen seiner Bemühungen alle im Tode endeten. Keiner lebte weiter. Unter Moslems müssen Bekehrte sogleich weggesandt werden, ansonsten sie innerhalb zweier oder dreier Tage nach der Taufe umgebracht würden. Die Taufe ist ein öffentliches Zeugnis: »Ich bin aus der Welt ausgetreten.«

. Zur Vergebung der Sünden »Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden« (Apg. ,). Klingen die Worte des Apostels seltsam in unseren Ohren? Wiederum scheinen viele Evangelikale Schwierigkeiten mit diesem Vers zu haben, den der Apostel so unmissverständlich ausspricht. Wie führt denn die Taufe zur Vergebung der Sünden? Ist es nicht son


derbar, dass der Apostel in seiner Botschaft nicht den Glauben stärker betont? Versucht Petrus mit dieser Botschaft aus Apostelgeschichte  die Zuhörer zum Glauben zu bewegen? Ganz und gar nicht. Widerspiegelt dies die Fähigkeit des Petrus zu predigen? Ist sein Predigen dem unsrigen unterlegen? Ist seine Darlegung ungenügend? Gemäß der Bibel ist der wichtigste Punkt des Evangeliums der Glaube. Wie kommt es dann, dass Petrus diesen hervorragendsten Wesenszug übersieht? Er mag andere, weniger bedeutende Gesichtspunkte auslassen, doch bestimmt nicht diesen. Und trotzdem spricht er – seltsam genug – von Taufe anstatt von Glauben, und der Heilige Geist durchbohrt die Herzen der Zuhörer. Nach orthodoxer Lehre würden wir behaupten, Glaube allein sei notwendig; doch Petrus erklärt, dass seine Zuhörer im Namen Jesu Christi getauft werden müssen. Warum spricht Petrus hier nur von Taufe? Weil alle seine Zuhörer teilgenommen hatten am Mord Jesu Christi. Fünfzig Tage zuvor hatten sie geschrieen: »Hinweg mit diesem!« (Luk. ,). Sie waren in der Menschenmenge gewesen, die ihn mit lauten Schreien verworfen hatte. Jetzt jedoch wünschten etliche aus ihnen von der Menge abgesondert zu werden. Wie konnte das geschehen? Durch Taufe – denn durch die Taufe würden sie die Welt verlassen und von jener Gemeinschaft getrennt werden, zu der sie einst gehörten. Daher ruft Petrus die Zuhörer der Pfingstpredigt auf, sich im Namen des Herrn Jesus taufen zu lassen, damit ihnen die Sünden vergeben 


werden. Einzig die Handlung der Taufe lässt sie aus der Welt herauskommen. Erkennt ihr jetzt, dass ihr, die ihr vormals als Feinde des Herrn der Welt angehörtet, errettet werdet, wenn ihr sie verlasst? Ihr müsst vor Gott und den Menschen bekennen, dass ihr die Welt verlassen habt und ihr nicht mehr angehört. Das ist die größte Lehre von Pfingsten. Gottes Bericht soll unser Denken formen, nicht irgendein System evangelikaler Theologie.

3.

Die Sünden abwaschen

Als nächstes wollen wir Paulus betrachten. »Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen« (Apg. ,). Allgemein wird Paulus als der vornehmste Lehrer, Prophet und Apostel des Christentums angesehen. Was wäre nun, wenn seine Erfahrungen oder seine Lehre irgendeinen Mangel aufwiesen? Ihm wird geboten, nicht zu warten, sondern aufzustehen und sich taufen zu lassen. Warum? Um seine Sünden abzuwaschen. Die römisch-katholische Kirche irrt darin, dass sie diesen Vers zu einer persönlichen Erfahrung vor Gott gemacht hat. Sie erkennen nicht, dass dieser Vers etwas mit der Welt zu tun hat. Demzufolge taufen sie Sterbende, um ihre Sünden abzuwaschen, weil sie nicht verstehen, dass Taufe in Beziehung zur Welt und nicht zu Gott steht. Aber Protestanten begehen gleicherweise einen Irrtum, indem sie versuchen, diesen Vers zu unterschlagen. 


Als früherer Weltmensch soll Paulus jetzt, da er an den Herrn geglaubt und ihn auch gesehen hat, aufstehen und sich taufen lassen. Derart getauft, werden seine Sünden abgewaschen, da er seine Beziehung zur Welt abgebrochen hat. Wenn jemand insgeheim Christ wird, ohne sich taufen zu lassen, wird die Welt ihn immer noch als einen der Ihren betrachten. Der Gläubige mag sagen, er sei errettet, doch wird die Welt seine Aussage nicht ernst nehmen. Erst wenn er getauft worden ist, zwingt er die Welt dazu, seine Errettung anzuerkennen. Wer wäre so töricht, ins Wasser zu steigen, es sei denn, er hätte guten Grund dazu? Ja, sobald ein Christ sich hat taufen lassen, ist er von der Welt befreit worden. Daher hat dieses Wasser etwas mit der Welt zu tun. Die Welt wird einen Gläubigen noch immer zu den Eigenen zählen, wenn er nicht seinen inwendigen Glauben äußerlich zum Ausdruck bringt. In Kuling, Futschau, findet jeden Herbst ein Götzenfest statt. Es wird von jedem Bewohner erwartet, dass er dazu beiträgt. Wenn einer einfach sagt, er sei an den Herrn Jesus gläubig geworden und könne daher nicht teilnehmen, lässt man ihm das nicht als Entschuldigung gelten. Lässt er sich aber taufen, wird er den andern sogleich als einer bekannt sein, der die Welt verlassen hat. Daher ist Taufe der beste Weg zur Absonderung. Durch die Taufe bezeugt der Gläubige der ganzen Welt, dass er sein Verhältnis zu ihr aufgelöst und sie verlassen hat. Die Taufe ist ein öffentliches Zeugnis – darum sollte sie auch offen vollzogen werden. Oft werden Un


gläubige an einem Taufgottesdienst erscheinen. Nun schlagen gewisse Gläubige vor, bei einer Taufe sollten nicht allzu viele Zuschauer zugegen sein, damit keine Verwirrung verursacht werde. Bedeutet das, dass Johannes der Täufer noch etwas zu ihren Füßen zu lernen hätte? Denn zweifellos war das Geschehen am Jordan nicht eben organisiert! Nein, die Welt soll Zeuge unseres Handelns sein!

4.

Durch Wasser gerettet

Gottes Wort wahrt die Einheit eines Gedankens. In . Petrus ,- heißt es: »… in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurch gerettet wurden.« Das gibt der Errettung einen etwas anderen Gesichtspunkt. Der Herr sagt: »Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden.« An Pfingsten ruft Petrus aus: »Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.« An Paulus ergeht die Weisung: »Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.« Hier aber zeigt uns Petrus, wie wir durch (griech. »dia«) Wasser gerettet werden. Was nicht durch das Wasser hindurchgeht, ertrinkt ausnahmslos. Zur Zeit Noahs wurden alle getauft, doch nur acht Seelen kamen wohlbehalten aus dem Wasser heraus. Außer den acht wurden alle in die 


Tiefe gespült und kamen nicht mehr hoch: Ihnen wurde das Wasser zu Wasser des Todes. Für uns ist dies Wasser jedoch Wasser der Errettung. Sie tauchten im Wasser unter und sanken ab, doch wir sind wieder aufgetaucht. Merkst du, dass in den Worten des Petrus etwas Positives liegt? Es stimmt völlig, dass durch die Flut die ganze Menschheit ertränkt wurde, doch waren acht Menschen da, die aus dem Wasser auftauchten. Diese acht wurden errettet, der ganze Rest ging unter. Heute steht die ganze Welt unter dem Zorn Gottes. Als Getaufter jedoch bin ich durch Gottes Zorn hindurch gegangen, bin herausgekommen aus dieser Welt, die verdammt ist. Das ist die Bedeutung der Taufe.

Fortan sind wir aus der Welt herausgenommen Aus dieser ersten Reihe von vier Schriftstellen sollte uns klar geworden sein, was die Taufe an uns vollzieht. Als Getaufte sind wir von der Welt befreit. Wer zum Glauben gekommen ist, sollte nicht viele Jahre verstreichen lassen, bis er von der Welt befreit wird. Als erstes sollte er sich taufen lassen. Er muss verstehen, wie die Welt vor Gott steht. Was heißt es, errettet zu werden? Es bedeutet, dem früheren Zustand enthoben zu werden; das Verhältnis zur Welt wird gründlich aufgelöst. Fortan steht der Gläubige jenseits der Welt. Den Neubekehrten muss dieser Weg gezeigt werden. 


Bald nachdem jemand zum Glauben an den Herrn gekommen ist, sollte ihm klargemacht werden, dass er jetzt außerhalb der Welt steht. Seine Taufe ist ein entschiedener Ausdruck der Tatsache, dass er von der Welt befreit worden ist. Fortan lebt er in der Arche und ist daher auf die andere Seite hinübergeschritten. Viele Dinge kann er nicht tun – nicht nur weil er an den Herrn Jesus gläubig geworden ist, sondern auch weil er getauft wurde. Er hat eine Brücke zur anderen Seite überquert. Das macht die Taufe äußerst bedeutungsvoll.

Taufe bedeutet, dass es mit dir zu Ende ist Der Irrtum des Protestantismus liegt darin, die Bedeutung der Taufe zu übersehen, wenn er versucht, die Lehre der Errettung zu vervollkommnen. Wir müssen heute die Bedeutung der Taufe wiederherstellen: Es ist ein Verlassen der Welt; es ist das rechte Vorgehen, um aus der Welt befreit zu werden. Wenn sich jemand taufen lässt, bezeugt er der Welt, dass er sie verlassen hat. Miss M. E. Barber hat es in dichterischer Form festgehalten: »Then the grave, with dear ones weeping, knowing that all life has fled.« (Dann das Grab mit weinenden Lieben, da sie wissen, dass alles Leben entflohen ist.) Diese Lieben wissen, dass es mit dir ein Ende genommen hat, dass du am Ende deiner Straße angelangt bist. Solche Taufe ist äußerst wirksam. Was darüber hinausginge, wäre unnütz. Du musst aus deinem alten Bereich herauskommen. Ewi


ges Leben zu haben bezeichnet das Verhältnis unseres Geistes vor Gott; aber errettet zu sein ist dein Zeugnis vor der Welt, das besagt, dass du an ihr keinen Anteil mehr hast.

Was ist die eigentliche Bedeutung der Taufe? Nachdem der Christ getauft worden ist, soll er rückblickend die wahre Bedeutung der Taufe erfassen. »Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?« (Röm. ,). »Mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mitauferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat« (Kol. ,). Hier blicken wir zurück – nicht vorwärts. Merkt euch, dass die Worte aus Markus , Apostelgeschichte  und  und . Petrus  vor der Taufe, jene aus Römer  und Kolosser  nach der Taufe ausgesprochen wurden. Nach der Taufe macht uns Gott darauf aufmerksam, dass wir eigentlich in den Tod des Herrn getauft und mit ihm begraben wurden und wir gleicherweise auch mit ihm auferstanden. Römer  legt das Gewicht auf Tod und Begrabensein, obwohl auch die Auferstehung berührt wird. Kolosser  jedoch betont Begrabenwerden und Auferstehung. Das führt uns einen Schritt weiter, ist doch hier der Schwerpunkt die Auferstehung. Dass Wasser dient als Grab. Was begraben wird, muss tot sein, 


aber was auftaucht, muss lebendig sein in der Auferstehung. Römer , beschreibt den ersten, Kolosser , den zweiten Teil derselben Wahrheit.

. Ein solch großes Evangelium Vielleicht hast du zu einer Zeit, als du die schwere Bürde deiner Sünden verspürtest, vom Tod des Herrn Jesus gehört. Solche Nachricht bedeutete wahrlich Evangelium für dich. Als dir klar wurde, wie böse du bist, und deine bestgemeinten Bemühungen, dich von der Herrschaft der Sünde zu befreien, nichts fruchteten – vielleicht erfuhrst du damals, dass du schon tot bist. Das bedeutete für dich wahrlich Evangelium. Gott sei gepriesen, denn dies ist das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. Wie der Tod des Herrn ein großes Evangelium ist, so auch unser Tod in Christus. Es ist eine freudenbringende Tatsache, vom Tod des Herrn zu wissen; gleicherweise gibt es uns Freude zu wissen, dass wir selbst mit dem Herrn gestorben sind. Welches ist dein erster Gedanke, wenn dich die Nachricht vom Tod erreicht? Wie Joseph von Arimathia denkst du an das Begräbnis, denn dies ist die erste menschliche Reaktion auf den Tod. Das Evangelium verkündigt dir heute, dass du in Christus tot bist. Die erste Handlung, die darauf folgen muss, ist die Vorbereitung zum Begräbnis. Geliebte, wenn ihr zur Taufe ins Wasser steigt oder nach vielen Jahren auf eure Taufe zurückschaut, dann sollt ihr daran denken, dass ihr schon tot seid. Du 


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