John F. MacArthur
Lass mich
zu dir kommen Tägliche Andachten
Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
Anmerkung der Herausgeber: Die Schriftzitate sind weitgehend den verschiedenen Ausgaben der Elber felder Bibel entnommen. Die Verszählung richtet sich nach der revidierten Elberfelder Bibel, auch wenn gelegentlich die unrevidierte Version zitiert wurde.
1. Auflage 1999 2. Auflage 2012 © by John F. MacArthur, Jr., 1993 Originaltitel: Drawing Near Erschienen bei Crossway Books, Wheaton, Illinois, USA © der deutschen Ausgabe 1999 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld Internet: www.clv.de Übersetzung: Hermann Grabe Satz: CLV Umschlag: typtop, Andreas Fett, Meinerzhagen Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN 978-3-89397-375-0
Einführung
Im Laufe meines Dienstes haben mich unzählige Leute gefragt, wie man die Bibel studieren sollte. Wann, wie und warum sie es tun sollten, waren einige der hauptsächlichen Fragen. Obwohl das alles wichtig ist, kommt man nicht an der schlichten Tatsache vorbei: Wichtiger als alles andere ist, dass man es überhaupt tut. Unser Christsein hängt davon ab. Wirkliches geistliches Wachstum findet nur statt, wenn wie uns täglich dem Wort Gottes aussetzen. Der Apostel Petrus drückt das so aus: »Seid wie neugeborene Kinder begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch – damit ihr durch sie wachset zur Rettung« (1. Petrus 2,2). Ich habe Folgendes entdeckt: Je länger, intensiver und demütiger ich die Herrlichkeit Jesu Christi auf den Blättern der Heiligen Schrift betrachte, umso mehr gestaltet der Geist Gottes mein Leben in das Bild Christi um. Aber da gibt es keine Abkürzungen. Wenn du und ich zur Reife und zu letztendlicher Umgestaltung wachsen wollen, müssen wir das Wort in uns aufnehmen! Leider setzt unsere unterhaltungsbewusste, Instant- und Fast-Food-Gesellschaft alles daran, keine Zeit für das Bibelstudium zu erübrigen. Wie du sicher von deinen eigenen Bemühungen weißt, ist Bibelstudium oft nicht unterhaltsam, sondern Schwerarbeit. Es erfordert Disziplin, täglich die Zeit bereitzustellen, damit man die Früchte ernten kann, die ein solches Studium zu bieten hat. Du bist wahrlich nicht der Einzige, der Schwierigkeiten hat, wenn er sich vornimmt, mit dem Bibelstudium zu beginnen und wirklich zu lernen, was Gott dir sagen will. Ohne eine gewisse Planung wird man schnell frustriert und gibt vielleicht schon nach ein, zwei Tagen auf. Hier nun möchte das vorliegende Werk helfen. Seit vielen Jahren hatte ich den Wunsch, ein Buch zu verfassen, das man als tägliche Andachtshilfe gebrauchen kann. Allerdings sollte es deutlich mehr bieten als die typischen thematischen und aktuellen Anmerkungen der meisten Andachtsbücher. Es müsste auch das widerspiegeln, worum es mir geht – darum, dass man bei der Bibelauslegung in die Tiefe dringt. Und gerade das tut dieses Buch, indem es die Hauptgedanken meiner jahrelangen Belehrungen aufnimmt. Diese Andachten sind zum Gebrauch an 365 Tagen des Jahres gedacht. Jeder Monat wird durch ein ganzes Kapitel oder einen zusammenhängenden Bibelteil führen, wobei es täglich um einen oder zwei Verse gehen wird. Wer ein Jahr lang dieses Material studiert hat, wird eine stabile Vorstellung von vielen der großen biblischen Wahrheiten gewonnen haben. Aber dies ist nicht nur eine intellektuelle Übung. Der wahre Nutzen des Bibelstudiums liegt in der praktischen Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse. So wirst du merken, wenn du dich von Vers zu Vers durch einen Abschnitt arbeitest, dass jeder Tagestext direkt auf deine Lebenspraxis einwirken möchte. Um wirklich etwas davon zu haben, ist es unbedingt erforderlich, dass du das notwendige Opfer bringst, tatsächlich das sein zu wollen, was Gott von dir haben
will. Mir war immer klar, dass der erste Schritt zur Selbstdisziplin darin besteht, klein anzufangen. Setzt man sich ein erreichbares Ziel, so bringt man etwas zustande, und sei es noch so wenig. Das gibt dann Mut, sich an größere Dinge zu wagen. Beginne also deine Studien mit einem begrenzten Ziel. Jede Tagesandacht ist kurz genug, dass du den Bibelabschnitt und die Auslegung lesen kannst und dann noch Zeit zum Beten hast. Die ersten paar Tage und Wochen sind entscheidend, wenn man sich das tägliche Bibelstudium zur Gewohnheit machen will. Wenn man sicherer im Sattel sitzt, möchte man die Zeit ausdehnen und weitergehende Studien anschließen. Sicher wirst du selbst andere Stellen finden, die zu dem Thema gehören. Lass dich nicht von diesem Buch einschränken; folge dem, was der Herr dir sagt. Wenn du dieses Buch täglich gebrauchst, wirst du lernen, selbstständig mit der Bibel umzugehen und die Fertigkeiten zu entwickeln, die du nötig hast, um den Reichtum und die wunderbaren Wahrheiten der Bibel selbst zu entdecken. Wenn du dich immer wieder dem Wort Gottes aussetzt, so übst du dich darin, biblisch zu denken, und das ist es letztlich, was dein geistliches Leben verändert. Der angefügte Bibelleseplan wird dich innerhalb eines Jahres durch die ganze Bibel führen. Ich bete darum, dass du jemand wirst, der »in das vollkommene Gesetz, das der Freiheit, nahe hineingeschaut hat und darin bleibt, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist« (Jakobus 1,25). Möge dieses Andachtsbuch eine starke Ermutigung zu diesem Ziel sein! John F. MacArthur
Wonach wird der Erfolg gemessen?
1. Januar
»Paulus, Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, den Heiligen und Treuen in Christus Jesus, die in Ephesus sind.« Epheser 1,1
Gott interessiert sich mehr für deine Treue als für deine Leistungen. Unsere Gesellschaft ist leistungsorientiert. Wir mögen Erfolgsstorys. Wir haben lauter Fernsehprogramme, die den Lebensstil der Reichen und Berühmten anpreisen. Aber Gottes Vorstellung vom Erfolg ist ganz anders. Völlig unbeeindruckt von unserem Status oder Reichtum legt Er stattdessen Wert darauf, dass wir Seinem Willen gegenüber Treue beweisen. Paulus hatte diesen Grundsatz verstanden und folgte mit großem Eifer seiner Berufung. Er zählte zu den Aposteln – das waren die einzigartigen Männer, die den Grundstein zur Gemeinde legten, die das Neue Testament empfingen, lehrten und niederschrieben. Das war eine hohe Berufung. Und dennoch: Betrachtete man den Lebensstil des Paulus, so werden ihn die wenigsten Leute als erfolgreich bezeichnet haben – ging er doch durch Gefängnisse. Er war mit Schlägen, Todesdrohungen, Schiffbrüchen, Überfällen, Gehässigkeiten seiner theologischen Gegner, mit schlaflosen Nächten, Hunger und Durst konfrontiert und schien oft den Elementen schutzlos ausgeliefert zu sein (2. Korinther 11,23-27). Aber nichts konnte ihn davon abhalten, den Willen Gottes zu tun. Am Ende bekannte er: »Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt« (2. Timotheus 4,7). Das ist wahrer Erfolg! Obwohl wir keine Apostel sind, müssen wir dem Beispiel der Treue des Paulus folgen (1. Korinther 11,1). Das ist möglich; denn wir sind – wie die ephesischen Gläubigen – »Heilige und Treue in Christus Jesus« (Epheser 1,1). Durch die Gnade Gottes haben wir unser Vertrauen auf Christus als unseren Herrn und Erretter gesetzt (Epheser 2,8-9). Wir haben Seine Gerechtigkeit (Philipper 3,9) und Seinen Geist (Epheser 3,16) sowie alles erhalten, was wir zum Treuehalten nötig haben (Epheser 1,3). Was übrig bleibt, ist, uns mehr in der Liebe zu Christus und im beständigeren Gehorsam gegenüber Seinem Wort zu üben. So sehen die Kennzeichen eines wahren Jüngers und Gottes Maßstäbe für den Erfolg aus. Setze dir für heute zum Ziel, dass dein Leben dem Lob des Herrn entspricht: »Wohl, du guter und treuer Knecht!« (Matthäus 25,21). ZUM GEBET: Danke Gott für Seine wunderbare Gnade, wodurch Er dir an der Errettung und an allen geistlichen Hilfsquellen Anteil gegeben hat. · Danke Ihm für Sein Wort, durch das Er dich die Grundsätze eines heiligen Lebens lehrt. · Bitte Ihn um Möglichkeiten, heute die Treue anderer zu stärken. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Epheser 1,3-4; Titus 2,11-12. · Was ist das Ziel der Errettung? · Lebst du täglich im Lichte dieses Zieles?
2. Januar
Erlebe den Frieden Gottes
»… Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!« Epheser 1,2
Wahrer Friede ist Gottes Gabe für alle, die Ihn lieben und Ihm gehorchen. Zu allen Zeiten haben die Menschen versucht, Frieden zu schaffen, indem sie Militärblöcke, Machtgleichgewichte und Bündnisse bildeten. Doch ist der wirklich dauerhafte Frieden ein Wunschtraum geblieben. Selbst in Zeiten relativen Friedens haben die Völker mit Streitereien und Verbrechensbekämpfung zu tun. Die Bibel sagt, der Mensch könne von sich aus nicht wissen, was Frieden ist, weil er von dessen Quelle abgeschnitten ist. Doch wir brauchen nicht zu verzweifeln. Wahrer Frieden hat seinen unmittelbaren Ursprung in Gott, unserem Vater (Er ist der »Gott des Friedens« [Römer 15,33]) und in dem Herrn Jesus Christus (Er ist der »Friedefürst« [Jesaja 9,5]). Frieden ist eine göttliche Gnadengabe für solche, die Ihn lieben und Ihm gehorchen. Das Neue Testament lehrt den unauflöslichen Zusammenhang zwischen Gottes Gnade und Liebe so deutlich, dass man sich allgemein in der frühen Christenheit mit »Gnade euch und Frieden« begrüßte. Gnade ist Gottes große Freundlichkeit gegenüber solchen, die Seine Gunst nicht verdient hatten, aber ihr Vertrauen auf Jesus Christus setzten. Sie ist die Quelle, woraus der Frieden strömt. Als Empfänger Seiner Gnade haben wir »Frieden mit Gott« (Römer 5,1); wir sind versöhnt mit Ihm durch den Glauben an Seinen Sohn, und wir werden niemals unter Seinen Zorn geraten. Wir besitzen außerdem den »Frieden Gottes« (Philipper 4,7). Durch ihn versichert uns der Heilige Geist, dass Gott alles in Seiner Hand hat, auch in den schwierigsten Umständen. Darum nennt Paulus ihn den Frieden, der »allen Verstand übersteigt« (Philipper 4,7). Der Frieden in dieser Welt ist nur bedingt und unbeständig, weil er durch die Verhältnisse bestimmt wird. Gottes Friede ist absolut und ewig, weil er von Seiner Gnade abhängt. Regiert der Friede Gottes dein Herz, oder hast du es zugelassen, dass Sünde bzw. schwierige Verhältnisse deine Christushingabe beeinträchtigen? ZUM GEBET: Danke Gott, dass du mit Ihm Frieden hast durch den Glauben an Jesus Christus. · Bitte Gott, dass Er dir durch Seinen Geist jede Sünde zeigt, die dich daran hindert, dass Gottes Frieden dein Herz regiert. Sei sofort zu Bekenntnis und Buße bereit. · Bitte Gott um die Möglichkeit, den Frieden Gottes heute andere Menschen erfahren zu lassen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Philipper 4,6-7. · Wie heißt Gottes Mittel gegen die Angst? · Wie wirkt sich der Friede Gottes auf Herz und Gemüt des Gläubigen aus?
Den Gott der Segnungen segnen
3. Januar
»Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat …« Epheser 1,3
Wenn wir Gott segnen, tun wir es mit den Worten des Lobes; wenn Er uns segnet, tut Er es durch Erweisung Seiner Freundlichkeit. Die kurze Doxologie (der Lobpreis) des Paulus zeigt uns Gott den Vater als den, von dem aller Segen ausgeht und der allen Segen entgegennimmt. Er ist es, dem aller Segen zugeschrieben wird und der allen Segen denen austeilt, die Ihn lieben. »Segnen« ist die Übersetzung des griechischen Wortes eulogeō, das wörtlich »wohl-reden« bedeutet. Gott zu segnen, bedeutet, Ihn wegen Seiner mächtigen Taten und Seines heiligen Wesens zu loben. Das sollte aus deinem und meinem Herzen hervorkommen, wie es auch bei den Gläubigen zu allen Zeiten geschehen ist. Der Psalmist sagte: »Gepriesen sei Gott, der HERR, der Gott Israels. Er tut Wunder, er allein!« (Psalm 72,18). Petrus schreibt: »Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten« (1. Petrus 1,3). Umgekehrt gilt: Wenn Er uns segnet, tut Er es nicht durch Lob, weil außerhalb Seiner selbst nichts Lobenswertes an uns ist. Stattdessen lässt Er uns die unverdiente Wohltat Seiner vielen Werke der Freundlichkeit zuteilwerden. Die Heilige Schrift beschreibt Ihn als die Quelle alles Guten (Jakobus 1,17), als denjenigen, der alles zu unserem Guten und zu Seiner Verherrlichung mitwirken lässt (Römer 8,28). Das ist nur die Zusammenfassung all der vielen Segnungen, mit denen Er uns in Seinem Sohn, in Jesus Christus, überschüttet. Das ist ein wunderbarer Kreis: Gott segnet uns mit freundlichen Taten, und wir segnen Ihn mit Worten des Lobes. Gott möge uns vor der Sünde der Undankbarkeit bewahren! Denke an Gottes Segnungen in deinem Leben und lass Ihn Herz und Lippen mit demütigem, wahrhaftigem Lob erfüllen! ZUM GEBET: Mache dir zehn besondere Segnungen deutlich, die Gott dir in jüngster Zeit gewährt hat, und danke für jede extra. · Bitte Ihn, dass dir Seine Güte in deinem Leben deutlicher bewusst und du dankbarer wirst. · Sei immer bereit, um Vergebung zu bitten, wenn du Seine Segnungen für selbstverständlich hingenommen hast! ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Psalm 103. · Welche Segnungen erwähnt David? · Findest du sie auch in deinem Leben?
4. Januar
Kennst du deine geistlichen Kraftquellen?
»Gott … (hat) uns gesegnet … mit jeder geistlichen Segnung.«
Epheser 1,3
Als Christ besitzt du alle geistlichen Kraftquellen, die du brauchst, um Gottes Willen in deinem Leben zu erfüllen. Von einem wohlhabenden Londoner Geschäftsmann wird erzählt, dass er viele Jahre nach seinem fortgelaufenen Sohn gesucht hat. Eines Nachmittags, als er gerade in die Stadt fahren wollte, erblickte er eine in schmutzige Lumpen gehüllte Gestalt, die auf dem Bahnsteig die Reisenden anbettelte. Zuerst wollte er den Bettler übersehen, doch dann kam ihm dieser seltsam bekannt vor. Als der Bettler bei ihm war und fragte, ob er einige Schillinge entbehren könne, merkte der Geschäftsmann, dass er seinen lang vermissten Sohn vor sich hatte. Mit Tränen in den Augen und großer Freude in der Stimme nahm er ihn in die Arme: »Ein paar Schillinge? Du bist mein Sohn – alles ist dein!« So geht es manchen Christen, die nicht wissen oder fahrlässig vergessen haben, welche Schätze sie besitzen. Sie sind Königskinder und leben wie geistliche Bettler. Paulus sagt wiederholt, dass wir als Gläubige alles besitzen. In Kolosser 2,10 erklärt er, dass wir »in ihm« (d. h. in Christus) »vollendet« sind. In Philipper 4,13.19 sagt er: »Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt … Mein Gott … wird alle eure Notdurft erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.« Und Petrus fügt hinzu, dass »seine göttliche Kraft uns alles in Betreff des Lebens und der Gottseligkeit geschenkt hat« (2. Petrus 1,3). Das in Epheser 1,3 mit »geistlich« übersetzte Wort spricht von der Arbeit des Heiligen Geistes. Jede Segnung, sei sie materiell oder immateriell, hat Gott zum Ursprung. Als Christ bist du im Besitz jeder geistlichen Kraftquelle, die du brauchst, um in deinem Leben Gottes Willen zu erfüllen. Du brauchst z. B. nicht um mehr Liebe zu beten; denn Er hat bereits Seine Liebe in dein Herz ausgegossen durch den Heiligen Geist (Römer 5,5). Das Gleiche gilt im Blick auf die Freude (Johannes 15,11), den Frieden (Johannes 14,27), die Kraft (Philipper 4,13) und auf alles, was du nötig hast. Der Schlüssel zu Wachstum und Sieg liegt darin: Man muss das anwenden lernen, was man bereits hat, man braucht nichts Neues zu suchen. ZUM GEBET: Danke Gott für die überfließenden geistlichen Vorräte. · Bitte Ihn, dir zu helfen, diese weise und beständig zu nutzen! ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Matthäus 6,25-34 und Philipper 4,6-8. · Welche spezifischen Verheißungen gibt Gott in diesen Abschnitten? · Was erwartet Er von dir?
Wir sollten uns eine himmlische Perspektive angewöhnen
5. Januar
»Gott … (hat) uns gesegnet … mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern.« Epheser 1,3
Christen haben eine doppelte Staatsbürgerschaft. Wir sind Bürger dieser Erde, aber wichtiger ist, dass wir auch Himmelsbürger sind. Es heißt, einige Christen hätten eine himmlische Gesinnung; sie taugten nicht für diese Welt. Aber meistens gilt das Gegenteil. Viele Christen sind so verliebt ins Diesseits, dass sie gar nicht mehr nach dem Himmel ausschauen. Alles, was sie wünschen, haben sie hier schon. Die Gesundheits-, Reichtums- und Fortschrittslehre hat sie davon überzeugt, dass Christen all das haben könnten. Dies geht so weit, dass sie nun mit aller Gewalt für dieses »gute Leben« arbeiten. Trotz dieses weitverbreiteten Denkens hat der alte Negrospiritual recht, wenn er sagt: »Diese Welt ist meine Heimat nicht, ich wand’re nur hindurch.« Paulus erinnert uns in Philipper 3,20 an diese Wahrheit: »Unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten.« Darum müssen wir unseren Sinn nun auf die himmlischen und nicht auf die irdischen Dinge richten (vgl. Kolosser 3,1-2). Unsere tiefste Freude und unsere höchsten Erwartungen sollten sich dorthin richten. Unsere Handlungen und Entscheidungen sollten das Ergebnis himmlischer Prioritäten und nicht irdischer Selbstgefälligkeit sein. Obwohl wir in einer sündenbefleckten Welt leben und immer gegen verderbliche Einflüsse kämpfen müssen, lässt Gott uns nicht zuschanden werden. Er verleiht uns alle Rechte und Privilegien unserer himmlischen Bürgerschaft. Lass dich durch diese Versicherung heute ermutigen, zu Seiner Ehre zu leben und auf Seine himmlische Vorsorge zu vertrauen. Achte darauf, dass unreine Hoffnungen und Anstrengungen, die deiner unwürdig sind, dich nicht vom himmlischen Ziel abbringen. ZUM GEBET: Sage Jesus, wie dankbar und voll Jubel du bist, weil Er dir eine Wohnung im Himmel bereitet hat (Johannes 14,1-3). · Bitte um ein stärkeres Bewusstsein im Blick darauf, dass die Werte in dieser Welt vergänglich sind, während die Werte der zukünftigen Welt alles überdauern (1. Johannes 2,17). ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Offenbarung 4,5-11. · Womit sind die Himmelsbewohner vor allem beschäftigt? · Nenne einige der himmlischen Segnungen.
6. Januar
Eins mit Christus
»Gott … (hat) uns gesegnet … mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus.« Epheser 1,3
Christentum ist nicht einfach ein Glaubenssystem – es ist eine völlig neue Identität. Viele Leute sind der irrtümlichen Ansicht, es sei einerlei, was man glaubt, weil am Ende alles zum gleichen spirituellen Ziel führe. Aber solch ein Denken ist barer Unsinn, weil uns die Bibel erklärt, dass niemand zu Gott kommt, außer durch Jesus (Johannes 14,6). Er ist die einzige Quelle der Errettung (Apostelgeschichte 4,12), und Er allein ist stark genug, uns zu erlösen und für immer in Sicherheit zu bringen (Johannes 10,28). Jeder Christ hat einen selbstverständlichen Anteil an der übernatürlichen Vereinigung mit Christus. Paulus sagte: »Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm« (1. Korinther 6,17). Wir sind in Ihm, und Er ist in uns. Sein Leben erfüllt uns durch Seinen Geist, der in uns wohnt (Römer 8,9). Als Nichtchrist bist du in den Fesseln des Bösen (Römer 3,10-12), an den Willen Satans versklavt (vgl. 2. Korinther 5,17) und ohne Hoffnung (Epheser 2,12). Doch im Augenblick der Errettung trat ein dramatischer Wechsel ein. Du wurdest eine neue Schöpfung in Christus (2. Korinther 5,17), in Ihm lebendig gemacht (Epheser 2,5), Gottes Sklave (Römer 6,22) und Empfänger der göttlichen Gnade (Epheser 2,8). Als du zu Christus kamst, wurdest du »errettet … aus der Gewalt der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner (d. h. Gottes) Liebe« (Kolosser 1,13). Du besitzt jetzt Seine Gerechtigkeit (2. Korinther 5,21) und hast Anteil an dem ewigen Erbe (Römer 8,16-17). All diese Segnungen – und noch viele mehr – gehören dir, weil du in Christus bist. Welch eine schwindelerregende Wirklichkeit! In gewisser Weise bist du, was Er ist. Du hast, was Er hat, und bist da, wo Er ist. Wenn der Vater dich sieht, dann sieht Er dich in Christus und segnet dich dementsprechend. Wenn andere dich sehen, stellt sich die Frage: Sehen sie dann Christus in dir? »Lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen« (Matthäus 5,16). ZUM GEBET: Danke Gott für Seine wunderbare Gnade, durch die Er dich vom geistlichen Tod zum Leben in Christus gebracht hat. · Bitte Ihn um Weisheit und Entschiedenheit, an diesem Tag nach Seinem Wohlgefallen zu leben. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies den Epheserbrief und achte jedes Mal auf den Ausdruck »in Christus«. · Was hat Gott in Christus bereitgestellt? · Welche Segnungen gehören uns in Christus?
Vermeide geistliche Identitätskrisen!
7. Januar
»(Gott hat) uns auserwählt … in ihm vor Grundlegung der Welt.«
Epheser 1,4
Das richtige Identitätsbewusstsein kommt durch die Erkenntnis, dass Gott dich persönlich zu Seinem Kind erwählt hat. In unserer Gesellschaft stellen viele Leute schier endlos und oftmals verzweifelt die Frage nach ihrer personalen Identität und ihrem Selbstwert. Identitätskrisen sind ganz allgemein und in jedem Lebensalter anzutreffen. Wenn Menschen nur oberflächlich lieben können und lediglich bruchstückhafte Beziehungen eingehen, sind das Symptome unseres Versagens bei der Lösung der grundlegenden Fragen, wer wir eigentlich sind, warum wir existieren und wohin wir gehen. Leider leben und sterben die meisten Menschen, ohne je verstanden zu haben, was Gott mit ihrem Leben vorhatte. Das ist tragisch, aber verständlich. Gott schuf den Menschen, damit er Sein Bildnis tragen und sich für immer der Gemeinschaft mit Ihm erfreuen sollte. Als aber Adam und Eva Gott ungehorsam wurden, begehrten sie gegen diesen Vorsatz auf und stürzten das Menschengeschlecht in die Sünde. Das verursachte im Menschen eine geistliche Leere und eine Identitätskrise unvorstellbaren Ausmaßes. Solange es Menschen gibt, haben Ungläubige immer wieder versucht, diese Leere ersatzweise mit Zehntausenden von Dingen zu füllen, doch am Ende von allem stehen Tod und Verzweiflung. Trotz dieses trübseligen Bildes ist für jeden Christen ein wirklichkeitstreues Bewusstsein seiner Identität erreichbar. Es kommt durch die Erkenntnis, dass Gott selbst und persönlich dich zu Seinem Kind auserwählt hat. Schon vor den Anfängen der Schöpfung hatte Gott Seine Liebe auf dich gerichtet; es gehörte zu Seinem Plan, Christus für dich sterben zu lassen (1. Petrus 1,20). Darin liegt der Grund, weshalb du auf das Evangelium reagiert hast (2. Thessalonicher 2,13). Und darum kannst du auch nie deine Errettung verlieren. Derselbe Gott, der dich zu sich zog, wird dich auch sicher heimbringen (Johannes 10,29). Erlaube weder der Sünde noch Satan oder den Umständen, dir das Bewusstsein deiner Identität in Christus zu rauben. Tue alles von dieser Sicht her. Denke daran, wer du bist – Gottes Kind; warum du hier bist – Ihm zu dienen und Ehre zu erweisen; und wohin du gehst – in den Himmel, wo du die Ewigkeit bei Ihm verbringst. ZUM GEBET: Danke Gott, dass du Sein Kind bist und dass Er dich in rettendem Glauben zu sich gezogen hat. · Preise Ihn für das Versprechen, dich nie wieder loszulassen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Johannes 6,35-44; 10,27-30; Römer 8,31-39. · Was sagt der Herr im Blick darauf, wie viele Gläubige verlorengehen? Womit beweist Er das? · Worauf gründete Paulus seine Sicherheit?
8. Januar
Die Praxis muss der Stellung entsprechen
»(Gott hat) uns auserwählt … dass wir heilig und tadellos vor ihm seien.« Epheser 1,4
Die Herausforderung des christlichen Lebens besteht darin, immer mehr unser Verhalten unserer Stellung anzugleichen. Gott erwählte dich in Christus, um dich »heilig und tadellos« vor sich hinzustellen. »Heilig« sein bedeutet, von der Sünde getrennt und der Gerechtigkeit ergeben zu sein. »Tadellos« sein bedeutet, rein bzw. ohne Fehl und ohne Flecken zu sein, was auch von Jesus, dem Lamm Gottes, gesagt wird (1. Petrus 1,19). Epheser 1,4 beschreibt unsere Stellung. Das heißt, dass Paulus uns sagt, wie Gott uns sieht: »in ihm (d. h. in Christus)«. Gott sieht uns so »heilig und tadellos«, weil Christus, unser Erretter, heilig und tadellos ist. Seine Reinheit ist der Kredit für unser geistliches Bankkonto. Darum hat Gott Christus, also »den, der Sünde nicht kannte, … für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm« (2. Korinther 5,21). Trotz unserer erhabenen Stellung in Gottes Augen entspricht unsere Praxis oft bei Weitem nicht Seinen heiligen Anforderungen. Daher besteht die Herausforderung im Leben eines Christen darin, immer mehr die Praxis der Stellung anzugleichen, wobei uns klar ist, dass wir es hier nie zu sündloser Perfektion bringen werden, sondern diese erst erlangen, wenn wir verherrlicht im Himmel sind (Römer 8,23). Wie gehst du mit dieser Herausforderung um? Durch Bibelstudium, Gebet und Unterwerfung des Lebens unter die Herrschaft des Heiligen Geistes sollte dies geschehen. Lass dies heute dein Hauptziel sein, deiner Berufung möglichst gerecht zu werden in den »guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf dass wir in ihnen wandeln sollen« (Epheser 2,10). ZUM GEBET: Danke Gott, dass du nicht deine eigene Gerechtigkeit schaffen musst, sondern dass Er sie in Seinem Sohn längst vorbereitet hat. · Bitte Gott, dass Er mit Seinem Heiligen Geist dein Herz durchforscht und jede Sünde offenbart, die dich hindern würde, in der Heiligung zu wachsen. Bekenne diese Sünde und tue alles, um sie aus deinem Leben zu entfernen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Philipper 1,9-11. · Welche »Zutaten« gehören zur Liebe eines Christen, damit sie Ernsthaftigkeit und Tadellosigkeit hervorbringt? · Was ist die Hauptquelle solcher Zutaten (siehe Psalm 119,97-105)? · Was unternimmst du konkret, damit all das in deinem Leben geschieht und immer kräftiger wird?
Lebe von deinem königlichen Erbteil!
9. Januar
»In Liebe (hat Gott) … uns zuvorbestimmt … zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens.« Epheser 1,4-5
Weil Gott dich liebt, hat Er dich als Sohn angenommen und gewährt dir alle Rechte eines Familienmitglieds. Mose sagte den Israeliten, Gott habe dieses Volk nicht wegen seiner Menge oder seiner ihm innewohnenden Güte erwählt, sondern aufgrund Seines souveränen Willens und Seiner aufopfernden Liebe (5. Mose 7,7-8). Das gilt auch für dich, wenn du ein Christ bist. Das griechische, mit »Liebe« übersetzte Wort an dieser Stelle spricht nicht von emotionaler oder sentimentaler Liebe, sondern von einer solchen, die das Beste für den anderen sucht, einerlei, was es kostet. Sie ist durch Opfer und nicht durch Selbstsucht gekennzeichnet – mehr durch Geben als durch Nehmen. Sie sucht zu vergeben, nicht zu verdammen. Sie vergibt Kränkungen und rechnet sie nicht auf. Gott selbst ist der Inbegriff solcher Liebe. Er liebt dich so, dass Er Seinen Sohn für dich opferte, und dieser gab bereitwillig Sein Leben für dich hin (Johannes 3,16; 15,13). Während falsche Götter aus Angst und Unwissenheit verehrt werden, hat der wahre Gott – dein himmlischer Vater – alle Angst beseitigt, sodass du zuversichtlich in Seine Gegenwart kommen darfst (Hebräer 10,19; 1. Johannes 4,18). Du hast den »Geist der Sohnschaft … empfangen« und kannst Ihn »Abba, Vater!« nennen (vgl. jeweils Römer 8,15). Abba ist das aramäische »Papa, lieber Vater«. Dein himmlischer Vater freut sich über dein Lob und wird durch deinen Gehorsam verherrlicht. Sei ein zuverlässiges Kind. Lass diesen Tag ein Tag für Ihn sein. Nutze dein königliches Erbteil. Suche in allem Seine Weisheit. Nimm Sein Wort und befolge dessen Rat. Zeige anderen Menschen Seine Liebe in der Praxis. ZUM GEBET: Danke Gott, dass Er dir das Privileg verliehen hat, zu Seiner Familie zu gehören. · Danke Ihm für die vielfältigen Beweise Seiner Liebe an jedem neuen Tag. · Bitte Ihn, dir jemand zu zeigen, dem du Seine Liebe in praktischer und aufopfernder Weise zeigen kannst. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies 1. Korinther 13. · Führe dir die Eigenschaften der göttlichen Liebe vor Augen. · Inwieweit entspricht deine Nächstenliebe diesem Maßstab? Was kannst du unternehmen, dass deine Liebe besser damit übereinstimmt?
10. Januar
Zur Ehre Gottes leben
»(Gott erwählte uns) zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, worin er uns begnadigt hat in dem Geliebten« (d. h. in dem Sohn). Epheser 1,4.6
Du bist zur Verherrlichung Gottes geschaffen. Henry Martyn, ein Engländer, diente zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Missionar in Indien und Persien. Bei seiner Ankunft in Kalkutta rief er aus: »Lass mich ganz und gar für Gott brennen!« Als er die Leute beobachtete, die sich vor ihren Götzen niederwarfen und über Christus lästerten, schrieb er: »Dies erregte mich viel mehr, als ich es beschreiben kann … ich hielte alles nicht aus, wenn Jesus nicht verherrlicht wäre; es wäre die Hölle für mich, würde Er auf diese Weise immerfort verunehrt« (John Stott, Our Guilty Silence (svw. Wir werden schuldig durch unser Schweigen), Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1967, S. 21 und 22). Martyn kämpfte leidenschaftlich für Gottes Ehre – und er war in guter Gesellschaft. Engel verherrlichen Gott (Lukas 2,14), die Himmel tun es (Psalm 19,2), ja, selbst die Tiere (Jesaja 43,20). Aber als Gläubiger verherrlichst du Gott auf ganz einmalige Weise, weil du ein Zeugnis Seiner erlösenden Gnade bist. Du bist dazu erschaffen, Gott zu ehren – selbst in den alltäglichsten Tätigkeiten wie essen und trinken (1. Korinther 10,31). Du musst vor der Hurerei fliehen, damit du Gott in deinem Leib verherrlichst (1. Korinther 6,18-20). Du musst der Berufung würdig wandeln, »damit der Name unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht werde« (2. Thessalonicher 1,12). Gott zu verherrlichen, ist ein unerhörtes Privileg und eine überwältigende Verantwortung. Wenn andere Sein Wesen in dir erkennen, werden sie an Seine Macht sowie Güte und Gnade erinnert. Wenn sie aber davon nichts sehen, wird Gott verunehrt, und Sein Wesen wird in Zweifel gezogen. Richte dein Leben auf die Verherrlichung Gottes aus, mache das zum Maßstab für alles, was du tust. ZUM GEBET: Danke dem Herrn für das Vorrecht, Ihn verherrlichen zu dürfen. · Bitte Ihn, dir Bereiche in deinem Leben zu zeigen, in denen du Ihn nicht ehrst. · Suche einen vertrauenswürdigen christlichen Freund, der mit dir betet und dich auf Bereiche aufmerksam macht, in denen du dich ändern musst. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies 2. Mose 33,12 – 34,9. · Worum bittet Mose? · Was gibt ihm Gott zur Antwort, und was lehrt uns das über Seine Herrlichkeit?
Sklaverei, die befreit
11. Januar
»… in welchem (d. h. in Christus) wir die Erlösung haben.«
Epheser 1,7
Sündensklaverei ist Gebundenheit; Gottes Sklave zu sein, bedeutet Freiheit. Freiheit ist wunderbar. Zu allen Zeiten haben die Menschen um Freiheit gebetet und dafür gekämpft. Sie sind sogar für sie in den Tod gegangen. Unser Grundgesetz erklärt sie zu einem unveräußerlichen Menschenrecht. Die Wahrheit ist aber – einerlei, welcher politischen Überzeugung man huldigt –, dass jedermann ein Sklave ist, entweder ein Sklave Gottes oder ein Sklave der Sünde. Jesus sagt, dass »jeder, der Sünde tut, … der Sünde Sklave« ist (Johannes 8,34). Paulus fügt hinzu, dass die ganze Schöpfung der Sklaverei der Vergänglichkeit unterworfen ist (vgl. Römer 8,20). Allerdings, Gläubige sind »von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden« (Römer 6,22). Das Römische Weltreich hatte viele Millionen Sklaven; Sklavenhandel war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wollte ein Sklave seine Freiheit erlangen, musste ein Lösegeld bezahlt werden. Das griechische Wort für diese Handlung ist lytroō, das Paulus in Epheser 1,7 benutzt, um unsere »Erlösung« aus den Banden der Sünde zu beschreiben. Sündensklaverei ist Gebundenheit; Gottes Sklave zu sein, bedeutet Freiheit. Das klingt paradox, aber Gott ist der souveräne König, und wahre Freiheit bedeutet, dass man seinen Willen dem Willen Gottes zu unterwerfen vermag, um dadurch so zu werden, wie Er uns erschaffen hat. Obwohl du ab und zu versagen wirst, bestehen dein größter Wunsch und dein höchstes Ziel darin, Christus ähnlicher zu werden (1. Johannes 2,5-6). Wer an die Sünde versklavt ist, kann das nicht und will es auch gar nicht. Heute wirst du viele Gelegenheiten haben, deine Unterwerfung unter Christus zu demonstrieren. Lass dein Verhalten und deine Handlungen deutlich von deiner Liebe zu deinem Meister reden. ZUM GEBET: Danke dem Herrn, dass Er ein treuer und gerechter Meister ist, der allezeit das Beste für Seinen Diener im Sinn hat. · Ein selbstsüchtiger Sklave ist ein Widerspruch in sich selbst. · Bitte den Herrn, Er möge dich vor Gedanken und Handlungen bewahren, die Seinem Willen zuwiderlaufen. ZUM BIBELSTUDIUM: Welche Schlüsselkriterien werden nach 1. Korinther 4,1-2 von einem Diener Christi erwartet? · Lies Matthäus 24,42-51. Wie beschreibt Jesus einen klugen Knecht? · Lies Philipper 2,5-11. Wie offenbarte Jesus ein Dienerherz? Welchen Einfluss hat Sein Beispiel auf dein Leben?
12. Januar
Der hohe Preis für die freie Gnade
»… in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut.«
Epheser 1,7
Erlösende Gnade kostet uns nichts; aber Gott bezahlte einen ungeheuren Preis. Sünde ist für die meisten Leute kein ernst zu nehmendes Thema. Unsere Kultur stellt sie in zahllosen Formen dar und betreibt Geschäfte damit. Selbst Christen, die nie auf den Gedanken kämen, selbst so etwas zu tun, lassen es zu, dass sie von solchen Sünden unterhalten werden, wie man sie im Fernsehen, in Filmen, in der Musik und in anderen Medien verbreitet. Wir flirten manchmal mit der Sünde; aber Gott hasst das. Der Preis, den Er für unsere Erlösung bezahlt hat, spricht von dem Ernst, mit dem Er die Sünde betrachtet. Immerhin sind wir »nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden, … sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken« (1. Petrus 1,18-19). In der Bibel spricht »Blutvergießen« von einem gewaltsamen physischen Tod – sei es bei den Opfertieren oder bei Christus selbst. Sünde ist eine so ernste Angelegenheit, dass in Gottes Augen nur Blutvergießen Vergebung der Sünde bewirken kann (Hebräer 9,22). Die Opfertiere im Alten Testament sind ein Bild für das Opfer Christi am Kreuz. Darum nennt Johannes der Täufer Jesus »das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt« (Johannes 1,29). Die alttestamentlichen Opfer waren notwendig, aber unzureichend. Christi Opfer ist vollkommen, allumfassend und ein für alle Mal geschehen (Hebräer 10,10). Kein weiteres Opfer ist nötig als nur noch das »Opfer des Lobes« für das, was Er getan hat (Hebräer 13,15). Außerdem geht es darum, dass wir unsere Leiber im Dienst für Ihn darstellen »als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer« (Römer 12,1). Durch Sein Opfer hat Christus nicht nur gezeigt, dass Gott die Sünde hasst, sondern auch unter Beweis gestellt, dass Er den Sünder liebt. Du hättest dich nie selbst erlösen können, aber Christus bezahlte willig den hohen Preis mit Seinem kostbaren Blut, als Er »sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch« (Epheser 5,2). Sein Opfer wurde von Seinem Vater angenommen; und damit ist deine Erlösung vollkommen bezahlt. ZUM GEBET: Bete Gott an wegen Seines wunderbaren Erlösungsplanes. · Bete Christus an wegen Seines großen Opfers, das Er deinetwegen gebracht hat. · Bete den dreieinen Gott dafür an, dass durch den Heiligen Geist Christi Opfer auch dir gilt und dass Er dich durch den rettenden Glauben zu Christus brachte. · Bitte Gott, Er möge dein Herz vor dem Flirt mit der Sünde bewahren. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies 2. Samuel 11. · Welche Umstände brachten David zur Sünde mit Bathseba? · Wie versuchte David, seine Sünde zu verschleiern? · Wie ging er am Ende mit der Sünde um (siehe Psalm 51)?
Sich der Vergebung erfreuen
13. Januar
»… in welchem wir … die Vergebung der Vergehungen (haben), nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er gegen uns hat überströmen lassen.« Epheser 1,7-8
In Christus haben wir unbegrenzte Vergebung für alle Sünden – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Am Großen Versöhnungstag Israels (Jom Kippur) wählte der Hohepriester zwei Ziegenböcke aus. Einer wurde geopfert, der andere wurde ausgesetzt. Bevor der zweite Bock losgelassen wurde, legte der Hohepriester symbolisch die Sünden des Volkes auf ihn, indem er ihm die Hände auflegte. Dieser »Sündenbock« wurde dann weit außerhalb des Lagers gebracht und dort ausgesetzt – um nie mehr zurückzukehren (3. Mose 16,7-10). Das griechische Wort für »Vergebung« in unserem Text bedeutet »wegsenden«. Es spricht vom Erlassen einer Schuld oder von einem Gnadenerlass. Wie der Sündenbock hat Christus unsere Sünden auf dem Holz weggetragen. In Christus hat Gott deine Schulden weggenommen und deine Übertretungen vergeben, und zwar tat Er das »nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er gegen uns hat überströmen lassen« (Vers 8). Das bedeutet für dich unaufhörliche Vergebung, weil Gottes Gnade nie ein Ende findet. Deine Sünde kann nicht jenes Maß übersteigen, das in Gottes Gnade noch eingeschlossen ist; denn »wo die Sünde überströmend geworden (ist), ist die Gnade noch überschwänglicher geworden« (Römer 5,20). Gott hat Wohlgefallen daran, dich mit Seiner Gnade zu überschütten. Diese Gnade sprengt alle Maße und übertrifft bei Weitem unser Fassungsvermögen. Dir sind alle deine Sünden vergeben worden, die vergangenen, die gegenwärtigen und die zukünftigen. Nie mehr wirst du von Gott verdammt oder von Ihm getrennt werden (Römer 8,1-2.31-39). Selbst wenn du versagst, rechnet dir Gott die Sünden nicht an. Christus trug sie alle, damit du die Freude und den Frieden erfahren mögest, die der Befreiung von Sünde und Schuld entspringen. Lass die Wirklichkeit der göttlichen Gnade dein Herz mit Freude und Gewissheit erfüllen. Erkenne die Verantwortung, mit Ehrfurcht und demütiger Hingabe Ihn zu verherrlichen. Lass diesen Tag zu einem Opfer des Lobes und des Dienstes für Ihn werden! ZUM GEBET: Danke Gott für Seine nie endende Gnade. · Suche nach Möglichkeiten, andere Menschen Vergebung erfahren zu lassen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Matthäus 18,21-35. · Welche Kennzeichen ließ der böse Knecht erkennen? · Wie reagierte der König auf die Handlungsweise des bösen Knechtes? · Welche Schlussfolgerung zog Jesus? Inwieweit gilt das dir?
14. Januar
Trachte danach, den Willen Gottes zu tun!
»… in aller Weisheit und Einsicht, indem er (d. h. Gott) uns kundgetan hat das Geheimnis seines Willens.« Epheser 1,8-9
Auch wenn du keine akademischen Titel hast, übersteigt deine Weisheit bei Weitem diejenige des gelehrtesten Ungläubigen. Als Gott dich erlöste, hat Er dir nicht nur deine Übertretungen vergeben und dich von Schuld sowie Sündenstrafe befreit; nein, Er gab dir auch geistliche Weisheit und Einsicht – zwei wesentliche Merkmale des göttlichen Lebens. Beide sprechen von der Fähigkeit, Gottes Willen zu erkennen und diese Erkenntnis auf dein praktisches Leben anzuwenden. Als Gläubiger begreifst du die allerhöchsten Wahrheiten. Zum Beispiel weißt du, dass Gott die Welt geschaffen hat und den Lauf der Geschichte lenkt. Du weißt, dass die Menschheit einzig dazu erschaffen ist, Gott zu erkennen und zu verherrlichen. Du hast Ziele und Prioritäten, die irdische Umstände und Beschränkungen übersteigen. Solche Weisheit und Einsicht ist Ungläubigen verborgen; sie neigen dazu, göttliche Dinge gering zu achten (1. Korinther 2,14). Du aber hast »Christi Sinn« (Vers 16). Sein Wort offenbart Seinen Willen, und Sein Geist gibt dir sowohl den Wunsch als auch die Fähigkeit, diesen zu erkennen und ihm zu gehorchen. Heute hast du wieder die Möglichkeit, durch intensives Gebet und Bibelstudium diesen Wunsch zu fördern. Lass die Hingabe des Psalmisten die deine sein: »Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Sinnen den ganzen Tag. Weiser als meine Feinde machen mich deine Gebote … Verständiger bin ich als alle meine Lehrer … Mehr Einsicht habe ich als die Alten … Von jedem bösen Pfade habe ich meine Füße zurückgehalten, damit ich dein Wort bewahre« (Psalm 119,97-101). ZUM GEBET: Danke Gott für die Weisheit und Einsicht, die Er dir durch Sein Wort gibt. · Wenn du Sein Wort beiseitegeschoben hast, bitte Ihn um Vergebung und fange ganz neu an, deinen Geist mit den göttlichen Wahrheiten zu erfrischen. · Bitte um Weisheit, heute allen Situationen, die auf dich zukommen, in biblischer Weise zu begegnen. ZUM BIBELSTUDIUM: Viele Christen meinen, Gottes Wille sei schwer zu ergründen oder gar völlig verborgen. Aber die Schrift kennt mehrere spezifische Aspekte Seines Willens. Hast du dich in einem Punkt danach ausgerichtet, wird der Geist dich auf andere Gebiete deines Lebens aufmerksam machen. · Schreibe sechs Elemente des göttlichen Willens nach folgenden Bibelstellen auf: Epheser 5,17-18; 1. Thessalonicher 5,18; 1. Petrus 2,13-15; 1. Petrus 3,17; 2. Petrus 3,9. · Folgst du Gottes Willen auf diesen Gebieten? Wenn nicht, was kannst du heute tun, um das zu ändern?
In Gottes Souveränität Ruhe finden
15. Januar
»… indem er (d. h. Gott) uns kundgetan hat das Geheimnis seines Willens, nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgesetzt hat in sich selbst für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist, in ihm.« Epheser 1,9-10
Gott ist in starkem Maße am Gang der menschlichen Geschichte interessiert und steuert deren Kurs auf einen besonderen vorherbestimmten Höhepunkt zu. Seit Jahrhunderten debattieren philosophische Schulen unterschiedlichster Richtungen über den Ursprung, den Verlauf und das Endziel der menschlichen Geschichte. Einige leugnen Gott und damit Sein Eingreifen in die Geschichte. Andere glauben, Gott habe zu allem den Anstoß gegeben und das Ganze dann der Eigendynamik überlassen. Wieder andere glauben, Gott interessiere sich in höchstem Maße für den Gang der Menschengeschichte und steuere deren Kurs auf einen besonderen vorherbestimmten Höhepunkt zu. In Epheser 1,9-10 beendet Paulus die Debatte, indem er uns daran erinnert, dass Jesus selbst das Ziel der menschlichen Geschichte ist. In Ihm wird alles zusammengefasst sein: Alle menschliche Geschichte wird erfüllt und zusammengefasst in dem Vater durch das Werk des Sohnes. So sagt Paulus an anderer Stelle: »Es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in ihm (in Christus) zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes« (Kolosser 1,19-20). Der Gipfelpunkt des Erlösungswerkes Christi in Bezug auf die Menschheitsgeschichte wird Sein Kommen zur Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches sein (Offenbarung 20). Von dort wird Er uns in die Ewigkeit mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde führen (Offenbarung 21). Trotz der politischen Unsicherheit und der militärischen Konflikte unserer heutigen Welt sei versichert, dass Gott die Fäden in der Hand hat. Er regiert die Welt (Jesaja 40,22-24), die Völker (Jesaja 40,15-17) und auch jeden Einzelnen (Sprüche 16,9). Gottes Zeitplan kann niemand durcheinanderbringen. Nichts kann Ihn überraschen, und nichts durchkreuzt Seine Absichten. Am Ende wird Er alles Böse beseitigen und alles in Christus dahin bringen, wo es hingehört. ZUM GEBET: Danke Gott für die Weisheit und die Einsicht, die Er dir gegeben hat, sodass du durch die Zeitereignisse hindurch Seine ewigen Ratschlüsse erkennst. · Verbringe den heutigen Tag mit dieser Perspektive im Herzen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Offenbarung 20. · Was geschieht mit Satan vor Beginn des Tausendjährigen Reiches? · Wie kommt Satan in seine endgültige Verdammnis? · Was geschieht bei dem Gericht vor dem großen weißen Thron?
16. Januar
Die Erwartung des Erbes
»… in welchem (d. h. in Christus) wir auch ein Erbteil erlangt haben.« Epheser 1,11
Als Glied der göttlichen Familie hast du ein zukünftiges Erbteil mit vielen Segnungen für die Gegenwart erlangt. Ein Erbteil ist etwas, das einem Erben aufgrund eines Testaments oder eines Richterspruches zugeeignet wird. Es ist ein Vermächtnis, das einer erhält, weil er zu der Familie gehört. Als Mitglied der göttlichen Familie bist du ein Erbe Gottes und ein Miterbe Christi (Römer 8,17). Als solcher hast du ein Erbteil erhalten, das Petrus »unverweslich und unbefleckt« nennt und das »in den Himmeln aufbewahrt ist« (1. Petrus 1,4). Es kann nicht zugrunde gehen, nicht verschwinden oder verunreinigt werden, weil der Himmel zeitlos und sündlos ist. Es ist ein sicheres Erbteil. In Epheser 1,11 spricht Paulus von diesem Erbe in der Vergangenheitsform (»erlangt haben«). Das ist wichtig. Die Fülle deines Erbteils wird dir erst offenbart, wenn du verherrlicht in Gottes Gegenwart stehst (1. Johannes 3,2). Aber dein Erbteil ist dir so sicher, dass Paulus in Bezug darauf sagt, du habest es jetzt schon. Obwohl seine Fülle in der Zukunft liegt, bietet dein Erbteil schon gegenwärtige Segnungen. Außer Christus und dem Heiligen Geist hast du Frieden und Liebe, Gnade, Weisheit, Freude, Kraft, Leitung, Barmherzigkeit, Vergebung, Gerechtigkeit, Urteilsfähigkeit und all die anderen geistlichen Segnungen ererbt. Paulus fasst sie in 1. Korinther 3,22-23 mit einem Satz zusammen: »Alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.« Heutzutage sind viele Christen so sehr mit dem Sammeln irdischer Güter beschäftigt, dass sie viele der gegenwärtigen Segnungen ihres geistlichen Erbes entbehren. Lass dich dadurch nicht auch gefangen nehmen! Blicke nach oben auf dein ewiges Erbteil. Das wird dir helfen, dem Gegenwärtigen in rechter Weise zu begegnen, und dich anspornen, Gott zu loben und Ihn anzubeten. ZUM GEBET: Lobe den Herrn wegen des unfassbar großen Erbteils, das auf dich im Himmel wartet. · Danke Ihm für die gegenwärtigen Segnungen deines Erbteils, die dir gehören, damit du dich täglich daran erfreuen kannst. ZUM BIBELSTUDIUM: Ein wunderbarer Aspekt deines ewigen Erbteils ist Gottes Güte und Gnade. Psalm 136 besingt diesen Wesenszug Gottes und zeugt davon, wie Er Israel Güte und Gnade erwiesen hat. Lies den Psalm und achte auf die Liebeserweise Gottes, die du in deinem Leben erfahren hast.
Lobe Gott für deine Auserwählung!
17. Januar
»… die wir zuvorbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Rate seines Willens.« Epheser 1,11
Gott nahm das Rettungswerk in Seine Hand, indem Er dich erwählte und dir den rettenden Glauben schenkte. In Epheser 1,4 sagt Paulus, Gott hat uns auserwählt in Christus »vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos seien vor ihm in Liebe«. In Vers 11 wiederholt er diese wunderbare Wahrheit, indem er bestätigt, dass die Gläubigen nach dem Vorsatz und Willen Gottes zur Errettung vorherbestimmt sind. Viele verwerfen die Lehre, dass Gott die Gläubigen zur Errettung erwählte (»vorherbestimmte«). Sie meinen, die Gläubigen hätten Gott erwählt. Einerseits ist das richtig. Zur Errettung gehört ein Akt der Abkehr von der Sünde und der Annahme Christi. Aber die Bedeutung von »Vorherbestimmung« geht tiefer. Die Frage ist, von wem die Initiative ausging. Erwählte dich Gott aufgrund deines Glaubens an Ihn, oder befähigte Er dich, indem Er dich erwählte, glaubend zu reagieren? Die Schrift gibt eine klare Antwort. Römer 3,11 sagt, dass niemand von sich aus Gott gesucht hat. Nichtwiedergeborene Menschen sind außerstande, geistliche Wahrheiten zu verstehen; diese scheinen ihnen Torheiten zu sein (1. Korinther 2,14). Sie sind geistlich tot (Epheser 2,1), blind (2. Korinther 4,4) und unwissend (Epheser 4,18). Wie können Menschen in einem solchen Zustand die Initiative zu rettendem Glauben ergreifen? Das ist unmöglich! Es ist genau so, wie Jesus sagt: »Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe … Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen« (Johannes 6,44.37). Paulus ergänzt: »(Gott), der … uns errettet und berufen (hat) mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben« worden ist (2. Timotheus 1,8-9). Von Gott geht die Initiative aus. Er erwählte dich und gab dir den rettenden Glauben (Epheser 2,8-9). Freue dich über diese Wahrheit. Ruhe darin, dass Er Macht hat, alles Seinem Willen gemäß zu gestalten. Ziehe Kraft und Glaubensmut aus Seiner Verheißung, dass Er dich nie loslassen wird (Johannes 10,27-29). Und dann lebe täglich als Gottes Auserwählter, der die Sünde meidet und nach der Heiligung strebt. ZUM GEBET: Lobe Gott dafür, dass Er Seine Liebe dir zugewandt hat, um dir die Errettung zu gewähren. · Bitte um die Rettung anderer und versuche, ihnen heute etwas über Christus zu sagen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Hesekiel 36,22-32. · Warum wird Gott eines Tages Israel erlösen? · Was lehrt dich dieser Text über die Initiative bei dem Werk der Errettung?
18. Januar
Gott hat immer den Vorrang
»(Wir sind zuvorbestimmt,) damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben.« Epheser 1,11-12
Wie bei allem hat Gott auch bei der Errettung den Vorrang. Ihm allein kommt alle Ehre zu. Der Ausdruck den Vorrang haben bedeutet, den höchsten Platz einzunehmen. Der Betreffende wird als einer beschrieben, der alle anderen in bestimmten Qualitäten oder Fähigkeiten überragt. Nur Gott ist wahrhaftig in allem vorrangig. Epheser 1,12 unterstreicht diese Wahrheit. Du bist erlöst, und dir wurde ein ewiges Erbteil geschenkt, damit du Gott verherrlichst. Gewiss hast du selbst sehr viel von der Errettung; aber das Hauptziel ist die Verherrlichung Gottes. Unsere auf den Menschen ausgerichtete Kultur teilt diese Sichtweise nicht. Leider hat sich von dort aus diese selbstsüchtige und selbstverherrlichende Mentalität auch in die Gemeinde eingeschlichen; sogar das Evangelium selbst wurde diesem Einfluss unterworfen. So wird z. B. Sünde im Sinne eines Schadens für den Menschen definiert. Dabei sagt man nicht, wie Gott dadurch verunehrt wird. Die Errettung wird oft als Mittel dargestellt, das von Christus Angebotene zu empfangen, nicht als Auftrag, Seinen Anordnungen zu gehorchen. Viele heutige Evangelisten haben die Heilsbotschaft auf wenig mehr als die Möglichkeit reduziert, ein glücklicheres und erfüllteres Leben zu führen. Der Blick hat sich von der Verherrlichung Gottes auf das Wohlergehen der Menschen gewandt. Solch ein irreführendes Evangelium schürt das Feuer der Selbstliebe und Selbsterhöhung. Als Gläubige wissen wir es besser. Wir wissen: Der Sinn des Lebens ist die Verherrlichung Gottes. Mit anderen Worten: Die Verherrlichung Gottes muss all unser Tun beherrschen. Welch höheres und edleres Ziel könnte es für das Leben geben? »Vergessend, was dahinten, und mich ausstreckend nach dem, was vorn ist, jage ich, das Ziel anschauend, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus« (Philipper 3,13-14). Halte dieses Ziel bei allem, was du heute tust, fest im Auge. Auf diese Weise wird heute dein Tag »zum Preise seiner Herrlichkeit« sein. ZUM GEBET: Preise Gott dafür, dass Er in allem den Vorrang hat. · Bitte um Gelegenheit, mit anderen über Seinen Vorrang zu sprechen. Denke währenddessen daran, dass es für sie darum geht, Ihn sowohl in deinen Taten als auch in deinen Worten zu erkennen. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Hiob 38,1 – 42,6. · Wie hat Gott den Hiob von Seiner überragenden Weisheit und Macht überführt? · Wie hat Hiob darauf reagiert?
Die Wahrheit annehmen
19. Januar
»… nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch … geglaubt habt …« Epheser 1,13
Das Evangelium ist wahr, weil Jesus wahr ist, nicht einfach, weil Christen an Ihn glauben. Nachdem Paulus in Vers 12 das Evangelium aus der Sicht Gottes beschrieben hat, tut er es jetzt aus der Sicht des Menschen. Glaube ist deine Antwort auf Gottes auserwählenden Vorsatz in deinem Leben. Diese beiden Wahrheiten – Gottes Initiative und die Reaktion des Menschen – findet man in der ganzen Schrift beieinander. Paulus nennt das Evangelium zu Recht »das Wort der Wahrheit«, weil Wahrheit dessen alles beherrschende Eigenschaft ist. Die Errettung wurde durch den Gott der Wahrheit zustande gebracht (Psalm 31,6) und bezahlt von dem Sohn, der die Wahrheit ist (vgl. Johannes 16,13). Das Evangelium zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen, die Menschen befreit (Johannes 8,32). Gläubige sind Menschen der Wahrheit (vgl. Johannes 18,37), und sie beten Gott in Geist und Wahrheit an (Johannes 4,24). Außerdem gehorchen sie dem Wort der Wahrheit (Johannes 17,17). Doch so tief greifend und mächtig auch Gottes Wahrheit ist, die Menschen haben sie durch alle Jahrhunderte hindurch verworfen, beiseitegeschoben, verdreht und bekämpft. Einige, wie Pilatus, leugnen zynisch, dass es Wahrheit wirklich gibt oder dass der Mensch sie kennen könne (Johannes 18,38). Andere meinen törichterweise, indem sie die Wahrheit leugnen, würde sie irgendwie verschwinden. Vielleicht hast du schon jemand sagen hören: »Jesus mag für dich Wahrheit sein; aber das heißt nicht, dass Er auch für mich Wahrheit wäre.« Diese Ansicht unterstellt, dass der Glaube bestimmt, was wahr ist. Aber genau das Gegenteil ist richtig. Die Wahrheit bestimmt den Wert des Glaubens eines Menschen. Glaubt man einer Lüge, wird sie dadurch nicht wahr. Umgekehrt wird eine Wahrheit nicht dadurch unwahr, dass man ihr keinen Glauben schenkt. Das Evangelium ist wahr, weil Jesus wahr ist, nicht einfach, weil Christen an Ihn glauben. Seine Auferstehung bewies die Wahrheit Seiner Ansprüche und bildet die objektive Grundlage unseres Glaubens (Römer 1,4; 1. Petrus 1,3). Du wirst dem heutigen Tag als einer entgegentreten, der mit der Botschaft der Wahrheit bewaffnet und mit dem Geist der Wahrheit ausgerüstet ist. Wahrheit ist dein Schutz und deine Stärke (Epheser 6,14). Verlorene Seelen haben es dringend nötig, diese Wahrheit zu hören. Stelle sie richtig dar und verkünde sie tapfer! ZUM GEBET: Danke dem Herrn, dass Er dich durch Seinen Geist befähigt hat, die Wahrheit zu verstehen (1. Korinther 2,14-16). · Bitte um Weisheit und Mut, Seine Wahrheit in Liebe weiterzusagen (Epheser 4,15). ZUM BIBELSTUDIUM: Lies 1. Korinther 15,1-11 und Apostelgeschichte 17,30-31. · Welche Schlüsselelemente des Evangeliums zählt Paulus auf? · Welche Beziehung besteht zwischen der Auferstehung Christi und dem göttlichen Gericht über die Sünder?
20. Januar
Freue dich, dass du so sicher bist!
»(Ihr seid) versiegelt worden … mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher das Unterpfand unseres Erbes ist.« Epheser 1,13-14
Der Heilige Geist ist Gottes Unterpfand für dein ewiges Erbteil. Der Dienst des Heiligen Geistes in deinem Leben ist vielfältig und von größter Wichtigkeit. Unter anderem verleiht Er dir das Heil, feste Überzeugungen sowie Kraft und führt dich. Er wohnt in dir, befähigt dich zu geistlichem Dienst und gibt dir Heilsgewissheit. Er ist dein Helfer und Beistand. Er ist der Geist der Verheißung, der dich auf den Tag hin versiegelt, an dem deine Erlösung vollendet ist (Epheser 4,30). Versiegeln spricht von Sicherheit, Glaubwürdigkeit, Besitz und Autorität. Früher setzten Könige, Fürsten und vornehme Leute ihr offizielles Siegel unter Dokumente oder auf andere Gegenstände, um deren Unversehrtheit zu garantieren. Das Siegel zu brechen, zog den Zorn des Herrschers auf sich, den es repräsentierte (siehe Daniel 6,18; Matthäus 27,62-66). Ein Siegel auf einem Brief bestätigte, dass er von demjenigen kommt, der das Siegel aufgeprägt hatte. Rechtliche Dokumente wie Besitzübergaben oder Testamente wurden mit einem offiziellen Siegel verschlossen. Wer solch eine versiegelte königliche Verfügung besaß, hatte das vom König verliehene Recht, gemäß dieser Verfügung zu handeln. Jeder Aspekt, der in dem Bild vom Versiegeln zu erkennen ist, beschreibt den Dienst des Heiligen Geistes. Er ist Gottes Garantie, dass deine Errettung unzerstörbar ist und dass du wirklich zu dem Reich Gottes und zu der göttlichen Familie gehörst. Du gehörst Ihm. Er hat dich mit dem kostbaren Blut Seines Sohnes erkauft (1. Korinther 6,20). Du bist Sein Gesandter und hast daher die Autorität verliehen bekommen, Seine Botschaft einer verlorenen Welt zu verkünden (2. Korinther 5,20). Der Geist ist dein »Unterpfand« für dein ewiges Erbteil (Epheser 1,14). Das griechische Wort für »Unterpfand« (arrabōn) wurde für Anzahlungen oder Handgelder zur Sicherung eines Kaufes verwendet. Freue dich über die Zusicherung, dass Gott, der nicht lügen kann (Titus 1,2), dir den Geist als Garantie gegeben hat. Dies gewährleistet, dass Er Sein Versprechen einhalten wird. ZUM GEBET: Preise Gott für die Sicherheit deines ewigen Erbes. · Preise Ihn für die vielen Dienste Seines Geistes in deinem Leben. Achte heute sorgsam auf die Leitung des Geistes, damit dein Dienst für andere in Kraft geschieht und mit Seinem Willen übereinstimmt. ZUM BIBELSTUDIUM: Lies Esther 3 und 8. Welche Rolle spielte der Siegelring des Königs in Hamans Dekret (Kapitel 3) und in den Dekreten des Ahasveros bzw. des Mordokai? (Kapitel 8).