Wanda Sanseri
Kostbarer als Korallen Trainingskurs fĂźr Frauen
Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
Widmung Dieses Buch ist zur Erinnerung meinem ersten Ehemann, Steve Kennedy, gewidmet, der mich zum HERRN geführt und mir bei den Anfängen dieser Studienunterlagen geholfen hat. Kostbarer als Korallen ist auch meinem jetzigen Mann, Gary, gewidmet, der meinen Horizont erweiterte und half, diese Arbeit fertigzustellen. Wanda Sanseri
Die Bibelzitate sind der revidierten Elberfelder Übersetzung, Brockhaus-Verlag, Wuppertal, entnommen.
1. Auflage 1993 2. Auflage 1999 3. Auflage 2004 4. überarbeitete Auflage 2009 © der amerikanischen Ausgabe 1987 by Wanda Kennedy Sanseri Originaltitel: God’s Priceless Woman © der deutschen Ausgabe 1993 by CLV CLV · Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld CLV im Internet: www.clv.de Übersetzung: Dietmar und Brinsi Klose, Wien Satz: CLV Umschlag: OTTENDESIGN.de, Gummersbach Druck und Bindung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 978-3-89397-236-4
Inhalt Wie Sie den größten Nutzen aus diesem Studium ziehen
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Einleitung: Erfülltes Leben – ohne Feminismus – Lektion Einleitung: Erfülltes Leben – ohne Feminismus – Studienblatt
9 15
Das Modell nach Titus 2 – Studienblatt Das Modell nach Titus 2 – Lektion
17 19
Sprüche 31 – ein Beispiel für Titus 2 – Studienblatt Sprüche 31 – ein Beispiel für Titus 2 – Lektion
23 25
Hanna – eine Frau, die Gott fürchtet – Studienblatt Hanna – eine Frau, die Gott fürchtet – Lektion
30 32
Gott fürchten – Studienblatt Gott fürchten – Lektion
39 41
Maria – eine Frau, die Gott die Ehre gibt – Studienblatt Maria – eine Frau, die Gott die Ehre gibt – Lektion
46 48
Gott ehren – Studienblatt Gott ehren – Lektion
52 54
Miriam – eine Frau, die unfreundlich redet – Studienblatt Miriam – eine Frau, die unfreundlich redet – Lektion
58 60
Freundlich reden – Studienblatt Freundlich reden – Lektion
64 66
Königin Esther – eine Frau mit Disziplin – Studienblatt Königin Esther – eine Frau mit Disziplin – Lektion
73 75
Disziplin erlangen – Studienblatt Disziplin erlangen – Lektion
79 81
Eva – eine Frau, die ein schlechtes Beispiel gab – Studienblatt Eva – eine Frau, die ein schlechtes Beispiel gab – Lektion
89 91
Vorbild sein für andere Frauen – Studienblatt Vorbild sein für andere Frauen – Lektion
97 99
Maria – eine Frau, die ihren Mann liebte – Studienblatt Maria – eine Frau, die ihren Mann liebte – Lektion
106 108
Ansporn für die Liebe zum Ehemann – Studienblatt Ansporn für die Liebe zum Ehemann – Lektion
113 115
Jochebed – eine Frau, die Kinder liebt – Studienblatt Jochebed – eine Frau, die Kinder liebt – Lektion
121 123
Ansporn, die Kinder zu lieben – Studienblatt Ansporn, die Kinder zu lieben – Lektion
130 132
Sara – ein Vorbild für Reinheit – Studienblatt Sara – ein Vorbild für Reinheit – Lektion
139 141
Zur Reinheit ermutigen – Studienblatt Zur Reinheit ermutigen – Lektion
146 148
Priscilla – eine Frau, die zu Hause arbeitete – Studienblatt Priscilla – eine Frau, die zu Hause arbeitete – Lektion
156 158
Zu häuslichen Arbeiten ermutigen – Studienblatt Zu häuslichen Arbeiten ermutigen – Lektion
164 166
Dorkas – eine Frau, die Gutes tat – Studienblatt Dorkas – eine Frau, die Gutes tat – Lektion
175 177
Ermutigung zu guten Werken – Studienblatt Ermutigung zu guten Werken – Lektion
183 185
Rebekka – eine Frau, die ihren Mann verriet – Studienblatt Rebekka – eine Frau, die ihren Mann verriet – Lektion
191 193
Zur Unterordnung in der Ehe ermutigen – Studienblatt Zur Unterordnung in der Ehe ermutigen – Lektion
198 200
Ruth – eine unverheiratete kostbare Frau – Studienblatt Ruth – eine unverheiratete kostbare Frau – Lektion
206 208
Sprüche 31: eine verheiratete kostbare Frau – Studienblatt Sprüche 31: eine verheiratete kostbare Frau – Lektion
213 215
Wie Sie den größten Nutzen aus diesem Studium ziehen Folgende Richtlinien werden diese Schulung für Ihr Leben bedeutungsund wirkungsvoller machen. 1. Nehmen Sie an einer Gruppe teil Obwohl Sie dieses Material auch allein studieren können, schlagen wir vor, dass Sie den Kurs entweder im Rahmen einer Zweierbeziehung oder einer kleinen Gruppe gemeinsam mit anderen Frauen durcharbeiten. Gemischte Gruppen (Unterschiede im Alter und Familienstand) wie auch Gruppen mit einem besonderen Interesse (z.B. nur junge Unverheiratete) haben diesen Kurs mit gleichem Erfolg verwendet. 2. Treffen Sie sich jede Woche Das erste Treffen dient zum Kennenlernen, darauf folgen 26 wöchentliche Treffen mit Hausaufgaben. Die Frauen sollten sich vornehmen, alle 27 Termine zu besuchen, um den größtmöglichen Gewinn aus dem Studium zu ziehen. Beteiligen Sie sich nach Möglichkeit schon von Beginn des Bibelstudiums an, da die Lektionen fortlaufend sind und aufeinander aufbauen. (Wenn es für eine Gruppe zeitlich nicht möglich ist, den Kurs 27 Wochen lang laufen zu lassen, können je zwei Lektionen zusammengefasst und der Kurs in vierzehn Wochen durchgeführt werden.) 3. Machen Sie Ihre Hausaufgaben Die Studienblätter sollen das Studium im Wort Gottes selbst unterstützen und zu persönlichen Anwendungen anregen. Die Hausaufgaben sollten zuerst gemacht werden. Lesen Sie dann die Lektionen, um das Gelernte genauer abzuklären und zu vertiefen.
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4. Suchen Sie sich einen Gebetspartner Sprechen Sie sich beim ersten Zusammentreffen mit einem oder mehreren Gebetspartnern aus der Gruppe ab. Nehmen Sie sich nach Möglichkeit jeden Tag Zeit, um füreinander zu beten, und beten Sie zumindest einmal pro Woche gemeinsam. 5. Führen Sie ein Stille-Zeit-Tagebuch Es ist empfehlenswert, ein eigenes Notizheft für Aufzeichnungen aus der täglichen persönlichen Zeit mit dem Herrn zu führen. In Lektion 6 wird es zum Teil darum gehen, Anwendungen aus der persönlichen Stillen Zeit dieser Woche auszutauschen. 6. Wählen Sie ein Haushaltsprojekt Viele Gruppen haben Freude daran, zusätzlich Projekte zu planen. Die Gruppen ermutigen die Einzelnen, sich ein Gebiet zu wählen, auf dem sie während des Kurses Fortschritte machen wollen. Verbessern kann man beispielsweise die Kochkünste, Kreativität bei der Wohnungsgestaltung, eine wohltuende Atmosphäre, eine sinnvolle, altersgerechte Beschäftigung und Förderung der Kinder, Ordnung usw. Am Ende jedes Treffens sollte Gelegenheit sein, sich über Erfahrungen und Erfolge auszutauschen. 7. Lernen Sie Schlüsselverse auswendig Wenn Sie sich vornehmen, Verse aus Sprüche 31 und Titus 2,3-5 auswendig zu lernen, wird es Ihnen beim Nachdenken eine Hilfe sein. Gebetspartner, die sich dazu entschließen, sollten einander zu einer für sie günstigen Zeit abfragen.
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EINLEITUNG
Erfülltes Leben – ohne Feminismus Meine Hände schwitzten, als ich sie fest aneinanderdrückte. In Kürze sollten die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Habe ich gewonnen? Ich wünschte mir nichts mehr, als die erste Frau zu sein, die gewählt wurde, damit die Welt sähe, dass ich fähig und wichtig bin, in einer leitenden Position – eine bedeutende Frau. Es war in den 1960er-Jahren, den Anfängen der feministischen Bewegung. Nur wenige Frauen waren in Bereiche vorgedrungen, die bisher von Männern dominiert wurden. Ich hatte einen Vorteil: Mein Vater, ein liberaler Pastor, hatte mich für Leiterschaft trainiert. Seit meinem 15. Geburtstag hatte er mir in regelmäßigen Abständen das Rednerpult überlassen, bei Jugendversammlungen oder um ihn zu vertreten, wenn er wieder einmal eine Nierenkolik hatte. Aber würden mich jetzt meine Altersgenossen für diese neue Auszeichnung im Leitungsteam der Gemeinde akzeptieren? »Dreihundert Gemeinden sind heute hier vertreten«, begann der Vorsitzende, »und ich habe die Ehre, euch den neu gewählten Jugendleiter unseres Bezirkes vorzustellen: …« Ich schloss meine Augen und bemühte mich, gleichgültig zu bleiben. Der Redner hielt inne, um es spannend zu machen, und verkündigte dann deutlich: »Wanda Wise!« Ich schrie vor Freude auf und stürmte auf die Bühne. Stimmt es wirklich? Bin ich gewählt worden? Ich war meinem größten Traum einen Schritt näher: der Aussicht, die erste Frau als Pastor in meiner Denomination zu sein. Auf dem Weg nach vorne entdeckte ich Mike, einen meiner Gegenkandidaten. Er versuchte zu lächeln, doch konnte er seine Enttäuschung nicht verbergen. Er ließ seine breiten Schultern vor Niedergeschlagenheit und Scham hängen. Meine Freude war sein Schmerz. Nicht nur dass er verloren hatte, er war einer Frau unterlegen. Das Bild Mikes verfolgte mich. War mein Traum falsch gewesen? Ich hielt mir noch einmal alle meine Fähigkeiten vor Augen. Ich würde eine gute Arbeit leisten. Kam es darauf an? War es ein Sieg? Hatte ich nun wirklich, was ich wollte? Ich versuchte, diese Fragen zu vertreiben, und mich über meine neue Ehre zu freuen. Auf der Hochschule belegte ich Theologie als Hauptfach. In meinem dritten Jahr stellte mich eine große Gemeinde als Teilzeit-Jugendvors
stand an. Ich war die einzige weibliche Bewerberin in der Gruppe der Männer, die sich um eine Stelle bewarben, die bisher stets mit Männern besetzt worden war. Ich hatte bewiesen, dass ich den Vorrang vor Männern erlangen konnte, doch als ich die Auswirkungen auf die Männer betrachtete, erschien mir mein Sieg wertlos. Hatte mein Traum meine eigenen Interessen über die besten Absichten der anderen gestellt? Ich wollte Gott durch mein Leben verherrlichen. Wie wollte er mich gebrauchen? Damals begann ich, was ich nie zuvor wirklich ernsthaft getan hatte: Ich las in der Bibel. Dort entdeckte ich das Geheimnis des Dienstes. Mein Verlangen, mich selbst zu erhöhen und mit Männern wettzueifern, nahm ab. Bald sollte ich erkennen, wie unzulänglich ich auf meine neue Berufung Gottes vorbereitet war. Ich schloss die Hochschule mit dem Lehramtsdiplom ab und begann, in einer Mittelschule Englisch zu unterrichten. Sechs Monate später heiratete ich Steve Kennedy. Ich wollte in meiner knappen freien Zeit, die nach der Schule blieb, die bestmögliche Ehefrau sein. Eine Küche zu haben, auch wenn sie sehr sonnig war, machte mich nicht automatisch zu einer tüchtigen Köchin. Bei den einfachsten Dingen, wie Rühreier machen oder Mais kochen, musste ich das Kochbuch zurate ziehen. Ich würzte viele Gerichte zu stark und kochte andere nicht ausreichend lange. Die Gesellschaft hatte mich auf alles vorbereitet, nur nicht auf meine weibliche Rolle in der Ehe. Ich sehnte mich danach, die perfekte Ehefrau zu sein. Aber wann? Jeden Abend kam ich erschöpft nach Hause, beladen mit Schularbeiten, die verbessert werden mussten, und mit Stundenvorbereitungen für den nächsten Tag. Ich fühlte mich im Kampf gegen mich selbst gefangen. Vom Unterrichten tagsüber müde, war ich am Abend manchmal verstimmt, wenn mich mein Mann brauchte. Zu anderen Zeiten ärgerte ich mich über die Heimarbeit aus der Schule, die meiner Ehebeziehung in die Quere kam. Ob ich wollte oder nicht: Ich hatte keine Zeit für Steve. Anstelle meines früheren Verlangens, einen bedeutenden Platz außer Haus zu finden, strebte ich nun danach, eine gottesfürchtige Hausfrau zu sein. Als ich nach zwei Jahren die Entscheidung traf, den Lehrberuf aufzugeben, waren alle schockiert. Ich hatte »Erfolg« gehabt. Warum sollte ich ihn gegen die »Plage und Langeweile« des Haushaltes eintauschen? Mary LaGrand Bouma fasst die Entdeckung, die ich machte, in ihrem Buch »Die kreative Hausfrau« so zusammen: kj
»Wenn wir uns entscheiden, diese außergewöhnliche Aufgabe ›Haushaltsführung‹ nicht zu erfüllen, so wird sie ganz einfach nicht getan werden. Das Muttersein, das Pflegen, Trösten und Sorgen, das den Tag einer liebenden Hausfrau und Mutter ausfüllt, wird einfach abhandenkommen, und die Gesellschaft wird verarmen. Kinder werden nicht die geistliche Führung bekommen, die sie brauchen. Einsamen Jugendlichen wird niemand zuhören. Vielen Menschen mit Problemen wird nicht geholfen werden, und viele kranke Leute werden unbesucht bleiben. Ein besonderer menschlicher Wert wird aus unserer Kultur verschwinden. Wenn Frauen ihre Berufe als Sekretärinnen, Ingenieure, Verkäuferinnen oder Ärztinnen aufgeben, werden andere Menschen ihren Platz einnehmen, und die Welt wird reibungslos weitergehen wie zuvor. Das Geschäftsleben wird seinen gewohnten Lauf nehmen. Die Lebensmittel werden weiterhin verkauft werden, die Lastwagen werden mit ihren Waren weiter über unsere Straßen rollen, und die Börsen werden weitermachen. Nicht aber der Haushalt. Wir sind die ausgewählten Menschen, deren Händen die Haushalte des Landes und der ganzen Welt anvertraut wurden. Wenn wir diese Arbeit aufgeben, wird die Welt nicht weitergehen wie bisher. Sie beginnt zu schwanken und verliert die Orientierung. Wir Hausfrauen sind unentbehrlich.«1 Ich erkannte, dass sich mir als Frau genug Herausforderungen stellten, um beschäftigt und erfüllt zu sein, aber ich fühlte mich in einem Punkt betrogen: Warum hatte es mir niemand früher gesagt? Warum musste so viel von meinen Kräften in fruchtlose und enttäuschende Bemühungen fließen? Ich stieß auf einen Abschnitt von nur wenigen Versen, der alles in das rechte Licht rückte. Gott hatte tatsächlich die Absicht, dass mich jemand lehren sollte, eine gottesfürchtige Frau zu sein. Er wollte nicht, dass ich im Dunkeln tappe und dem sinnlosen Ruf der Welt folge. Ich hatte mich unnötigerweise abgemüht, weil die Generation vor mir ihre Aufgabe nicht erfüllt hatte. Die älteren Frauen, die mich hätten lehren sollen, hatten versagt. In Titus 2,3-5 werden die älteren Frauen ermahnt, die jüngeren zu lehren. Diese Aufforderung enthält eine Warnung: Wenn ältere Frauen die jüngeren nicht unterweisen, wird Gottes Wort verlästert werden. 1 Mary La Bouma, The creative homemaker, Bethany Fellowship Minneapolis, Minnesota, 1973, S. 169.
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Wie sollte ich auf meine Entdeckung reagieren? Ich hätte vor Wut kochen und für all meine Probleme die älteren Frauen in meinem Leben verantwortlich machen oder aber mich auf meine eigene Verantwortung konzentrieren können. Mit meinen 23 Jahren konnte man mich kaum als ältere Frau bezeichnen. Aber junge Frauen werden eines Tages alt. Ich wollte mich auf diesen Tag vorbereiten. Einige Jahre später übersiedelten wir in einen anderen Bundesstaat. In unserer neuen Gemeinde, der Fairhaven Bible Chapel, beobachtete ich die alleinstehenden Mädchen, die höhere Schulen oder die Hochschule besuchten oder bereits berufstätig waren. Ich erinnerte mich an mein eigenes Bedürfnis nach jemandem, der weiser war als ich. Ich war nur um wenige Jahre älter, aber ich fühlte mich verantwortlich, die Geheimnisse preiszugeben, die ich gelernt hatte. Im Herbst des Jahres 1974 lud ich mit dem Einverständnis der Gemeindeleiter 16 Mädchen ein, gemeinsam mit mir ein dreimonatiges Bibelstudium zu machen. Diese erste Gruppe von Mädchen in San Leandro in Kalifornien inspirierte mich bei der Abfassung des ersten Entwurfes von Kostbarer als Korallen. Als ich meine eigenen Unzulänglichkeiten und die Notwendigkeit erkannte, ältere Frauen in das Leben dieser Mädchen miteinzubeziehen, setzte ich ein geheimes Gebetspartner-System ein. Für jede Kursteilnehmerin fand sich eine ältere gläubige Frau in der Gemeinde, die versprach, während der drei Monate unseres Kurses täglich für sie zu beten. Ich gab den älteren Frauen eine Kopie des Kursprogrammes und schlug für jede Woche Gebetsanliegen vor. Am letzten Abend unserer Kurstreffen luden die Frauen zu einem Essen ein. Jedes der Mädchen teilte mit, was sie gelernt hatte, und lernte die Frau kennen, die besonders für sie gebetet hatte. Später hatten mein Mann und ich die Gelegenheit, Ehepaare in unserer Gemeinde zu Leitungsaufgaben heranzubilden. Ich entdeckte etwas, das mich vollkommen überraschte. Es hätte mich vielleicht nicht so sehr überraschen sollen, aber ich war doch erstaunt: Alleinstehende und Verheiratete sind gar nicht so verschieden. Die Ehefrauen brauchten dieselben grundlegenden Gedanken, die ich mit den jungen Mädchen studiert hatte. Die Anwendungen mögen unterschiedlich sein, aber die Prinzipien bleiben dieselben. So überarbeitete ich den Kurs Kostbarer als Korallen, um diese jungen Ehefrauen und Mütter zu lehren. Das Leben ist nicht statisch. Als ich Anfang dreißig war, stand ich vor einer neuerlichen persönlichen Prüfung. Mein Mann, Vater von kl
drei Jungen im Vorschulalter, starb an einem Gehirntumor. Eine Tragödie? Ich kann mir nur wenige Dinge vorstellen, die schlimmer sind, und doch hatte Gott mich auf seine Weise darauf vorbereitet. Die Prinzipien, die ich in Kostbarer als Korallen aufgezeigt hatte, halfen ›mich durchzutragen‹ und gaben mir Sinn in dieser Zeit der Belastung. Durch mein Anliegen, Frauen zu schulen, erkannte ich diese Gelegenheit. Als verheiratete Frau hatte ich Alleinstehenden Dinge weitergegeben, von denen ich mir wünschte, dass ich sie von jemandem gehört hätte, als ich allein war. Nun, da ich wiederum alleinstehend war, konnte ich diese Ideale verwirklichen. Ich las, dass die Chancen auf eine neuerliche Heirat für mich als alleinerziehenden Elternteil ungünstig standen. Ich lernte eine neue Herausforderung kennen: die Möglichkeit zu akzeptieren, dass man das ganze Leben lang allein bleibt. Meine eigene glückliche Ehe hatte mich von den Schmerzen, die viele erleben, abgeschirmt, sodass ich sie nicht verstehen konnte. Als ich aber meinen Partner verlor, erweiterte sich mein Dienst auf Frauen, die wieder allein waren: Geschiedene, Witwen und Frauen, die zu Hause nur eine schwache Führung durch ihren Mann genossen. Gruppen, die so weit entfernt waren wie Kanada oder Colorado, hörten von Kostbarer als Korallen und baten um Erlaubnis, den Bibelkurs zu verwenden. Mein Versuch, den Termin für die Überarbeitung einzuhalten, führte zu einer besonderen Überraschung vom Herrn. Eine Lektion bereitete mir Kopfzerbrechen; ich brauchte eine frische Beurteilung. An einem Samstagabend bat ich den Herrn, mir jemanden als Hilfe zu schicken. Am darauffolgenden Sonntag predigte Gary Sanseri aus Portland in Oregon in unserer Gemeinde. Ich sah, dass er eng mit dem Herrn verbunden lebte. Nach der Versammlung bewegte sich die Menge langsam zu den verstopften Ausgängen, und so kam ich »zufällig« neben ihm zu stehen. Er stellte sich vor und kam auf das Thema der Lektion zu sprechen, für die ich am Abend zuvor gebetet hatte. Da ich die Lektion »ganz zufällig« in meine Bibel gesteckt hatte, und weil er das Thema bereits unabhängig davon studiert hatte, bat ich ihn, sie für mich zu redigieren. Gary erklärte sich freundlich dazu bereit, als wir uns verabschiedeten. Er brach auf und fuhr wieder nach Hause, 700 Meilen in den Norden. Ich wusste damals nicht, wie bedeutsam diese kurze Begegnung werden sollte, nicht nur für die Entwicklung dieses Kurses, sondern auch für mein persönliches Leben. Wie versprochen, sandte Gary meine Lektionen zurück. Seine Ergänzungen entsprachen dem, was ich nötig km
hatte, aber er blieb nicht dabei stehen. Er fügte einen neun Seiten langen Brief hinzu. Ich hatte um einen Herausgeber gebetet; Gott gab mir viel mehr. Eine fünfminütige »zufällige« Begegnung führte zu einer lebenslangen Partnerschaft. Ein Jahr später heiratete ich Gary und wurde Stiefmutter von zwei Jungen und einem Mädchen. Drei weitere Kinder und ein neuer Ehemann erweiterten die Schau für meinen Dienst. Die Anpassung an einen neuen Partner und sechs Kindern Mutter zu sein, sind eine Herausforderung. Wie froh bin ich, dass ich schon Jahre zuvor begonnen hatte, mich auf meine Rolle vorzubereiten! Im Jahr 1984 bat ein Christ aus der Gegend von Los Angeles, 1300 Meilen südlich, um Erlaubnis, den Kurs für die Claremont Bible Chapel zu verwenden. Die Bibelstudiengruppe in Los Angeles setzte sich aus jungen Singles, Jungverheirateten, Müttern mit kleinen Kindern, Müttern von Jugendlichen und Frauen aus dem christlichen Altenwohnheim zusammen. Diese Gruppe bewies auf lebendige Art und Weise, dass allgemeine Prinzipien nicht auf ein bestimmtes Alter oder bestimmte Lebensumstände beschränkt sind. Im Jahr 1989 wuchs der Interessentenkreis für diesen Kurs wieder weiter. Christliche Verleger aus dem deutschen Sprachraum und Italien baten um die Rechte, den Kurs zu übersetzen. Gregg Harris von Christian Life Workshops erklärte sich bereit, die Arbeit in den Vereinigten Staaten offiziell zu veröffentlichen. Was bisher im Land als Fotokopie weitergereicht wurde, ist nun viel einfacher erhältlich. Ob wir jung oder alt sind, unverheiratet, verheiratet oder wieder allein, ob wir in Kanada, in Europa oder in den USA leben, es gelten dieselben biblischen Ermahnungen. Ich bete darum, dass so viele Frauen wie möglich auf der ganzen Welt dem lebensnotwendigen Aufruf nachkommen und lernen, die Maßstäbe Gottes wiederum anderen gottesfürchtigen, gläubigen Frauen zu lehren und einer Generation nach der anderen dieses geistliche Erbe weiterzugeben. »Das graue Haar ist eine prächtige Krone, auf dem Weg der Gerechtigkeit findet man sie« (Sprüche 16,31).
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Erfülltes Leben – ohne Feminismus STUDIENBLATT
Das Geheimnis des Erfolges: die richtige Vision! 1. Die Bibel warnt: »Wenn keine Vision da ist, verwildert ein Volk« (Sprüche 29,18a). Wir Frauen müssen wissen, wohin wir gehen. Beurteilen Sie Ihre Vorstellungen über das Frausein. Wie denken Sie über sich selbst? Erklären Sie Ihre Gedanken!
Haben sich Ihre Vorstellungen geändert, seitdem Sie gläubig geworden sind?
2. Denken Sie an eine lebende Frau, die Sie bewundern. Warum schätzen Sie sie? Inwiefern wurden Sie von ihr motiviert?
3. Denken Sie an eine Frau, die einen negativen Einfluss auf Ihr Leben ausgeübt hat. Inwiefern hat sie Ihnen geschadet?
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4. Denken Sie an eine Frau in der Bibel, die Sie schätzen. Was macht sie in Ihren Augen nachahmenswert?
5. Lesen Sie Titus 2,3-5. Welche Eigenschaften, die Sie in den Punkten 1 bis 4 erwähnt haben, finden sich in der Beschreibung im Titusbrief?
Sind irgendwelche Eigenschaften, die Sie schätzen, mit den Versen in Titus unvereinbar?
6. Suchen Sie wenn möglich einen Gebetspartner. Lesen Sie Punkt 4 der Erklärung »Wie Sie den größten Nutzen aus diesem Studium ziehen«.
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Das Modell nach Titus 2 STUDIENBLATT
Lesen Sie Titus 2,1-5 in so vielen Übersetzungen wie möglich. Beantworten Sie die folgenden Fragen. (Ihre Antworten müssen nicht erschöpfend sein. Jeder dieser Punkte wird ausführlich in eigenen Lektionen behandelt werden.) 1. Nicht alle Frauen sind fähig, andere zu lehren. Welche Voraussetzungen nennt Paulus?
2. Wie kann eine Frau Gott fürchten? Warum wird Ihrer Meinung nach der heilige Lebenswandel als erste Voraussetzung genannt?
3. Warum ist die Beherrschung der Zunge so wichtig für Frauen? Fällt Ihnen ein Beispiel ein, wie durch eine verleumderische Frau der Name Gottes entehrt oder sein Werk gehindert wurde?
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4. Was bedeutet Selbstbeherrschung? Warum ist es wichtig, dass sich eine gottesfürchtige Frau nicht dem Alkohol oder einer anderen Art von Maßlosigkeit hingibt?
5. Wie können wir in anderen eine Liebe zu ihrem Ehemann, ihren Kindern und ihrem Zuhause anfachen? Welche Auswirkungen haben Sie beobachtet, wenn sich eine Frau ihrem Mann nicht anpassen will?
6. Was können die »guten Dinge« sein, die wir lehren sollen?
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LEKTION 1
Das Modell nach Titus 2 Was wir für wichtig halten, wirkt sich auf unsere Handlungen aus. Der Artikel von Hilary Cosell ›Hatten wir die falschen Träume?‹ in der Zeitschrift Ladies’ Home Journal zeigt, wie Wünsche unser Leben beeinflussen können. Eine Fernsehwerbung, die sie als Kind sah, machte auf sie einen bleibenden Eindruck. Sie erzählt: »Der Werbespot war unvergesslich. Eine Bildmontage modischer Frauen, die vor dem Panorama einer Großstadt auftauchten und wieder verschwanden. Eine Frau nach der anderen, jede sah noch attraktiver, wichtiger und einflussreicher aus als ihre Vorgängerin. Raffiniert geschnittene Kostüme, Aktenkoffer, hübsche Schuhe, Absätze, die das Pflaster entlangklapperten, hinein in Wolkenkratzer und die Treppen hinauf, um hinter einem großen Schreibtisch auszuruhen. Alles zusammen vermittelte ein Bild von Selbstvertrauen, Zielbewusstsein, Ernsthaftigkeit … Ich behielt diese perfekten Geschäftsfrauen in Erinnerung, um sie später wieder hervorzurufen. Es war ein geheimer, stiller Antrieb.« Wie weit hat dieses Wunschbild Hilary gebracht? Sie hatte beruflichen Erfolg und machte Karriere als Produktionsassistentin einer Nachrichtenagentur. War sie glücklich? »Stellen Sie sich meinen Schock, ja beinahe mein Trauma vor«, ruft Hilary, »als ich erkannte, dass ich etwas anderes wollte, etwas anderes BRAUCHTE. Als ich erkannte, dass ich meine Arbeit liebte … und sie hasste. Dass sie mein ganzes Leben war. Dass es überhaupt kein Leben war. Das hatte ich nun davon: Nach zehn, zwölf oder manchmal mehr Stunden in der Arbeit kam ich ziemlich erledigt nach Hause … gelangweilt, ausgelaugt. Zu nichts anderem zu gebrauchen, als wieder aufzustehen und das ganze von vorne zu wiederholen.« Hilary hatte eine Freundin, Jane, eine verheiratete Frau mit einem Sohn. Jane ist eine hochrangige Redakteurin einer staatlichen Zeitschrift. »Ich bin dauernd erschöpft«, bekennt sie. »Der Großteil meines Lebens scheint wie ein Dampf vorbeizuziehen. Ich bin eine überarbeitete Angestellte, eine übermüdete Mutter, eine unzuverlässige Freundin und eine Teilzeit-Ehefrau. Wirklich eine Superfrau, oder?« ks
Ich dachte über dieselben Fragen nach wie Hilary und Jane. »Warum fühlte ich mich so leer und unerfüllt?« In jungen Jahren, Anfang zwanzig, hatte ich alles, wonach ich mich sehnte: einen erfolgreichen Beruf und einen Mann, der mich liebte. Ich hatte sorgfältig auf den Rat der älteren Frauen in meinem Leben gehört. Ich erlangte mein Hochschuldiplom. Ich folgte der Philosophie des Feminismus. Aber das Beste der Welt füllte die Leere nicht aus. Dann traf ich Pat. Sie hatte das, wonach ich mich sehnte. Was war es? Ich beobachtete sie genau, um den Schlüssel zu entdecken. Als einfacher Hausfrau fehlte ihr das künstliche Verhalten meiner Kolleginnen. Ihr Mann schien liebevoll zu sein. Er leitete sie, aber nicht ohne ihre Ansichten zu achten. Ihr Zuhause strahlte Wärme aus. In ihrer Nähe fühlte ich mich zufrieden und wertvoll. Ich hatte mein Leben Monate zuvor dem Herrn Jesus übergeben, aber es braucht Zeit, bis sich Einstellungen ändern. Ich stellte Pat Fragen, und sie beantwortete sie mit der Bibel. Zwei Abschnitte veränderten mein Denken und gaben mir als Frau eine Richtschnur für mein Leben. Pat vermittelte mir eine neue Schau. Sie deckte meine tiefste Sehnsucht auf und zeigte mir die Antwort auf meine Not. Sie zeigte mir, wie mein Leben sinnvoll werden konnte. Der Auftrag der Bibel ruft nach mehr Frauen wie Pat, nach mehr Frauen, die den reichen Plan des Schöpfers für Frauen verstehen und die ein Beispiel für Freude und Erfüllung sind. Eine solche Frau wird in Titus 2,3-5 beschrieben. In drei Versen gibt Gott einen Überblick, wo Frauen am meisten gebraucht werden. Es ist eine einfache, aber tiefgründige Botschaft. »Ebenso die alten Frauen in der Haltung, wie es der Heiligkeit geziemt, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten; damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, rein, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde.« Hilary sah einen Werbespot, der ihr Leben beeinflusste, aber die Träume bestanden nicht den Test der Realität. Ihr Ziel brachte keine Zufriedenheit. Die Verse in Titus 2, eine Skizze, die so knapp gehalten ist wie eine kurze Annonce, wurden meine neuen, grundlegenden Lebensverse. Titus 2 fasst Gottes Botschaft für Frauen zusammen. Mir waren die Konlj
sequenzen nicht ganz bewusst, aber ich wollte beobachten, befolgen und an Verständnis zunehmen. Ich wusste, ich würde mit der Zeit die Bedeutung erfassen. Ich stand an einem Anfangspunkt, einem Grundstein, mit dem ich das Leben und andere Bibelstellen vergleichen konnte. Warum man die Eigenschaften nach Titus 2 entwickeln soll Es gibt zumindest drei Hauptgründe, warum jede Frau die Eigenschaften anstreben sollte, die in Titus 2 genannt werden. 1. Die Eigenschaften im Vorbild von Titus 2 sind unabhängig vom Alter oder Familienstand erforderlich Die Charaktereigenschaften im Titusabschnitt sind nicht auf Ehefrauen und Mütter beschränkt. Gefordert wird eine geistliche Lebensschau und nicht ein Ehering. Die Frau, die mir in meiner Rolle als Ehefrau und Mutter am meisten geholfen hat, ist eine kinderlose Frau, die nie geheiratet hat. Sie überwand ihre Bitterkeit gegen Gott und ihre Eifersucht auf andere, die eine Familie hatten, und sie bat Gott um Weisheit, ihnen dienen zu können. Als alleinstehende Frau machte sie sich den Vorteil der wesentlich größeren Verfügbarkeit und Flexibilität zunutze. Das Leben einer Frau kennt verschiedene Zeiten. Sogar Frauen, die heiraten und Kinder erziehen, erleben Jahre mit einem »leeren Nest«. Wie ich verlieren viele unerwartet ihren Partner. Ist der Dienst auf eine bestimmte Zeit im Leben beschränkt? Nach Titus 2 nicht! 2. Jede Frau sollte das Ziel anstreben, andere zu lehren Paulus fordert gottesfürchtige Frauen auf, andere anzuleiten. Alleinstehende Frauen sollen die Vorbereitung auf eine Ehe nicht als Zeitverschwendung betrachten, wenn sie allein bleiben. Selbst wenn eine Frau nie heiratet, wird sie Kontakt zu anderen Frauen haben, die Ehefrauen und Mütter sind, und sie ist vor dem Herrn dafür verantwortlich, sie in ihrer Aufgabe zu ermutigen. Jungverheiratete und Frauen mit kleinen Kindern im Haus haben einmalige Gelegenheiten, Dinge zu lernen, die anderen helfen werden. Ein persönliches Tagebuch, das man in der ersten Zeit des Lernens führt, kann eines Tages ein wertvolles Lehrmittel sein. Wie das Leben nicht mit der Ehe beginnt, sollte es auch nicht enden, wenn die Kinder ausziehen. Hören und beobachten Sie während des lk
ganzen Lebens! Machen Sie es sich zur Gewohnheit, täglich in Weisheit zu handeln! Denken Sie über Titus 2,3-5 in der Übertragung von Phillips nach: »… die älteren Frauen sollten Vorbilder für ein gutes Leben sein, damit die jüngeren Frauen lernen können, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, vernünftig zu sein, rein, häuslich, gutmütig und bereit, sich ihren Männern anzupassen – eine gute Reklame für den christlichen Glauben.« 3. Wertvolle Charakterzüge brauchen Zeit, um sich zu entfalten Alles, was echten Wert besitzt, braucht Zeit und Mühe. Schritt für Schritt kann jede gläubige Frau allmählich wachsen und den Idealvorstellungen des Herrn besser entsprechen. Gott versteht unter einer verdienstvollen Frau im Allgemeinen etwas anderes als die Welt. Seine Wege sind nicht unsere Wege. Unsere Gesellschaft bereitet Frauen darauf vor, mit Männern wettzueifern, anstatt sie zu ergänzen. »Ich staune immer wieder darüber«, wundert sich Jo Berry, »dass wir in die Schule gehen und Monate oder gar Jahre damit verbringen müssen, um Sekretärin, Friseurin, Polizistin oder Ärztin zu werden, aber Ehefrau und Mutter sollen wir werden, indem wir heiraten und Kinder bekommen.«2 Ungeschulte verheiratete Frauen sind zu Hause oft unsicher und suchen Erfüllung in Berufen außer Haus. Diese Flucht wäre nicht notwendig, würde die Frau erkennen, welche Chance der Dienst zu Hause bietet. Wenn Frauen ihre besten Jahre in der Arbeitswelt draußen verbringen und ihre häuslichen Verantwortungen an andere abgeben, haben sie in ihrem späteren Leben wenig an jüngere Frauen weiterzugeben. Wenn sie sich zur Ruhe setzen, kehren sie von ihrem Arbeitsplatz in eine unnötige Leere zurück. In den folgenden Lektionen werden wir Titus 2 Schritt für Schritt analysieren. Charakterstudien von Frauen im Alten und Neuen Testament werden die einzeln aufgezählten Eigenschaften illustrieren. Aktuelle Beispiele sollen dazu dienen, die besprochenen Prinzipien besser verständlich zu machen.
2 Jo Berry, The happy home handbook (Fleming H. Revell Co., Old Tappan, NJ, USA, 1976), S. 16.
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LEKTION 2
Sprüche 31 – ein Beispiel für Titus 2 STUDIENBLATT
1. Lesen Sie Sprüche 31,10 nach Möglichkeit in verschiedenen Übersetzungen. Notieren Sie die Worte, die diese Frau beschreiben.
2. Wo werden die Eigenschaften von Titus 2 in Sprüche 31 dargestellt? Gottesfurcht
Liebt ihre Kinder
Kontrolliertes Reden
Gute Hausfrau
Selbstbeherrschung
Reinheit
Liebt ihren Mann
Lehrerin des Guten
3. Was sagt die Bibel über die Leichtigkeit, eine Frau nach Gottes Plan zu finden (Spr 31,10; Prediger 7,28)?
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4. Warum wird Ihrer Meinung nach die ideale Ehefrau und Mutter einem alleinstehenden Mann, der eine Partnerin sucht, vor Augen gestellt (Sprüche 31)?
5. König Lemuels Mutter beriet ihren Sohn voller Weisheit. Erklären Sie anhand ihres Beispiels, wie wichtig ältere gottesfürchtige Frauen sind!
6. Die hervorragendste Eigenschaft einer tugendsamen Frau ist die »Gottesfurcht« (Spr 31,30). Erzählen Sie kurz, wie Sie gläubig geworden sind (falls dies auf Sie zutrifft), und teilen Sie anhand einiger Segnungen mit, wie Gott Sie seitdem gesegnet hat.
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LEKTION 2
Sprüche 31 – ein Beispiel für Titus 2 »Weit über Korallen geht ihr Wert.« (Spr 31,10) Meine Freundin Sharon, die Schönheitskönigin, bot einen sehr attraktiven Anblick. Ihre grünen Augen funkelten wie Edelsteine, und sie schwebte anmutig dahin, wenn sie ging. Bezaubernd, hinreißend, anscheinend begehrenswert. Ihr Mann beging Selbstmord. Meine Freundin Polly, die Geschäftsfrau, erlangte Anerkennung wegen außergewöhnlicher Leistungen. Elegant, gut aussehend und wortgewandt. Ihr Mann ließ sich wegen einer anderen Frau von ihr scheiden. Sue, eine attraktive Bekannte, die den Ruf genoss, freundlich und lustig zu sein, entwickelte eine Begabung als Schmeichlerin. Andere fühlten sich zu ihr hingezogen. Die Leute bezeichneten sie als vorbildliche Mutter. Eines Tages verließ sie unerwartet ihren Mann und ihre Kinder, um mit einem anderen Mann zusammenzuziehen. Ich machte mir über die Frauen in meinem Leben Gedanken, die einen, die sich direkt um mich kümmerten, und die anderen, die ich beobachtete. Viele waren wie die Frauen Salomos. Er klagte: »Und ich fand bitterer als den Tod die Frau, die Netzen gleich ist und deren Herz Fangstricke, deren Hände Fesseln sind. Wer Gott wohlgefällig ist, wird ihr entrinnen« (Prediger 7,26). Gelegentlich gibt es einen Lichtblick, eine Frau, die sich von den anderen abhebt. Ich kann einige nennen, aber man findet sie selten. Was ist die perfekte Frau? Salomo suchte sich seine Frauen aus, aber er hatte falsche Kriterien. Vielleicht suchte er den Typ einer Schönheitskönigin – attraktiv, intelligent und begabt. Aber die schönsten Frauen fühlen sich oft unsicher, da der Ruhm, von dem sie leben, von Äußerlichkeiten abhängt. Vielleicht fühlte er sich zu der bezaubernden Verführerin hingezogen. Er hätte den Rat von König Lemuels Mutter beachten sollen. Schönheitsköniginnen können gottesfürchtige Frauen sein, und es gibt manche wunderbare Frauen, die von unverständigen Männern verlassen wurden. (Sogar Jesus Christus war mit Ablehnung konfronlo
tiert.) Aber im Buch der Sprüche finden wir das Idealbild einer Frau. Ihr Mann stand auf und lobte sie. Warum? Die Frau, die Gott als Vorbild gibt, mag schön, begabt oder reich sein oder nicht. Ihr Wert beruht nicht auf angeborenen Eigenschaften, sondern auf einem von Gott geprägten Charakter. Solch eine Frau wird in Sprüche 31,10-31 anschaulich beschrieben. Jede Frau kann ihr Beispiel nachahmen. Aber nur wenige tun dies auch. Verglichen mit einem wertvollen Edelstein In Sprüche 31,10 wird das Eigenschaftswort, das diese Frau beschreibt, in verschiedenen Übersetzungen mit »tüchtig«, »wacker«, »tugendhaft« oder »vorzüglich« übersetzt. Das hebräische Wort ›chayil‹ wird an anderen Stellen der Bibel meistens mit »wertvoll« oder »Heer« übersetzt. So besitzt die ideale Frau für ihre Familie und ihr Volk den Wert einer ganzen Armee. Sie ist unbezahlbar. Ebenso wie die kostbare Koralle ist diese Frau wertvoll und äußerst schwierig zu finden. Tatsächlich ist die gottesfürchtige Frau solch eine Ausnahme, dass König Salomo, der mindestens 1000 Frauen persönlich kannte (er hatte 700 Frauen und 300 Nebenfrauen), ausrief: »Einen Mann fand ich aus Tausenden, aber eine Frau unter diesen allen fand ich nicht« (Pred 7,28). Ein großer Rubin ist beispielsweise einer der teuersten Edelsteine. Ein geprüfter Juwelenfachmann erklärte den Wert des Rubins. Zurzeit wird ein einkarätiger Naturrubin für mehr als 1500 US-Dollar verkauft. »Die Kunst«, sagte der Fachmann, »besteht jedoch darin, einen zu finden. Sie werden immer seltener.« Das Imitat wird allerdings um 15 Dollar verkauft. Wie ein Rubin kann auch eine Frau äußerlich als eine gottesfürchtige Frau erscheinen, doch wenn nicht Gott ihr Inneres formt, wird das Ergebnis nur eine Imitation sein. Aus eigener Kraft können wir höchstens ein wertloses Schmuckstück aus einem Billig-Laden werden. Unser Ziel sollte sein, dass der Herr uns zu einem richtigen Edelstein formt. Geschätzt als Vorbild für alle Frauen Viele Menschen sehen in Sprüche 31 nur das Bild einer verheirateten Frau mit Kindern. Singles halten ihr Vorbild oft für belanglos. Doch lp