Meinen Kindern Christian, Laura, Markus, Julia, Sophia und Emilia. Mögen sie erfahren, dass es wahr ist, was auf der letzten Seite dieses Büchleins steht: When a man he serves the Lord, It makes his life worthwhile It don’t matter ’bout his position, It don’t matter ’bout his lifestyle
Alois Wagner
Die Zukunft hat begonnen
Christliche Literatur-Verbreitung e.V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
1. Auflage 1991 •EHUDUEHLWHWH $XÀDJH © 1991 by CLV Christliche Literatur-Verbreitung 3RVWIDFK Â %LHOHIHOG Umschlag: OTTENDESIGN.de, Gummersbach Satz: CLV Druck und Bindung: Ebner & Spiegel, Ulm ,6%1
Inhaltsverzeichnis Vorwort....................................................................................... Kapitel 1: Falsche und wahre Prophetie ..................................................... 9 Kapitel 2: Die »zweite Bergpredigt« – das Zeichen Seiner Ankunft ........ .DSLWHO Der Anfang der Wehen ............................................................. 4 Kapitel 4: Der Gräuel der Verwüstung – die Masken fallen ..................... 1 .DSLWHO Die Große Drangsal ................................................................. .DSLWHO Harmagedon ........................................................................... 1 .DSLWHO Was tun? ................................................................................. 11
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Vorwort Ich danke unserem Gott, dass dieses inzwischen länger YHUJULIIHQH NOHLQH %•FKOHLQ VHLW VHLQHP (UVFKHLQHQ YRU Jahren etlichen zum Segen sein durfte. Trotz weit umfangreicherer und meines Erachtens wesentlich kompetenterer Neuerscheinungen zum selben Thema in den letzten Jahren hielt die Nachfrage nach diesem Buch weiter an, so dass sich der Verlag entschloss, es nach leichter Überarbeitung neu aufzulegen. Mein Trost dabei ist, dass der Apostel Paulus den gerade erst gläubig gewordenen Christen von Thessalonich trotz (oder wegen?) ihrer geistlichen Jugend viel und gründlich über Prophetie und die Wiederkunft des Herrn schreibt. Meine Hoffnung ist, dass wie die Thessalonicherbriefe einen entscheidenden Beitrag leisten, so auch dieses Büchlein einen bescheidenen Beitrag dazu leisten möge, den eigentlichen Sinn unseres Lebens nicht aus den Augen zu verlieren, nämlich »dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten – Jesus, der uns errettet YRQ GHP NRPPHQGHQ =RUQ© 7KHVV 'DI•U EHWH LFK
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KAPITEL 1
Falsche und wahre Prophetie Ein Boom für Nostradamus – Golfkrieg macht prophetische Bücher zu Rennern überschreibt die Münchener »tz« einen Artikel YRP )HEUXDU XQG HUNOlUW Seit sich die Angst vor der Eskalation des Golfkriegs zu einer panischen Endzeitstimmung aufgeschaukelt hat, erleben die Bücher mit den unheilschwangeren Zukunftsvisionen berühmter Propheten und Hellseher einen regelrechten Boom – Nostradamus als Bestsellerautor. Der ist der beste Prophet, der am besten zu raten versteht. Griechisches Sprichwort Die klügsten Propheten warten erst die Ereignisse ab. +RUDFH :DOSROH Denn der Herr, Jahwe, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart habe. $PRV Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir künstlich erdichteten Mythen folgten. 3HWUXV Angesichts weltweiter Krisen, Bedrohungen und Naturkatastrophen war unsere Haltung im politisch stabilen und wirtVFKDIWOLFK ZRKOKDEHQGHQ :HVWHXURSD ± ]XPLQGHVW ELV YRU Jahren – meist die der Bürger in Goethes Faust I: Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen. 9
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten; dann kehrt man abends froh nach Haus und segnet Fried und Friedenszeiten – Herr Nachbar, ja! so lass ich’s auch geschehn: Sie mögen sich die Köpfe spalten, mag alles durcheinander gehn; doch nur zu Hause bleibt’s beim Alten. Aber die große Frage ist, ob alles »beim Alten« bleiben wird. Die so oft genannten Zahlen und Fakten können nämlich nicht ausdrücken, mit wie viel Bitterkeit, Leid und kaum erträglichen physischen und psychischen Schmerzen Milliarden von Einzelpersonen jeden neuen Tag aufstehen und sich am Abend niederlegen. Wir können nur erahnen, wie sich täglich in Milliarden von Herzen und Hirnen eine hochexplosive Masse abgrundtiefen Hasses aufbaut, bereit, gegen alle und jeden tatsächlichen oder vermeintlichen Verursacher ihrer Leiden mit grausam entfesselter Energie loszuschlagen. Das kann unkontrolliert geschehen, in gegenseitiger Vernichtung, oder kontrolliert und gelenkt von skrupellosen Tyrannen, die diese Hass-Energie für eigene Zwecke kanalisieren, bereit, dabei den eigenen Untergang mit in Kauf zu nehmen, solange nur möglichst viele oder alle in diesen Untergang mit hineingerissen werden. Zudem können wir Krieg, Terror und Naturkatastrophen nicht mehr wie früher aus sicherer Entfernung genüsslich durchs (Fernseh-)»Fenster« beobachten, nein, sie sind uns in den letzten Jahren erschreckend nahe gerückt. Und ganz von selbst drängt sich dann die Frage auf, ob Hoffnung besteht, dass es irgendwie »weitergeht«, und wenn ja, wie, und wie begründet diese Hoffnung ist. Gibt es irgendeine Kompetenz, eine Autorität, die mit Ge10
wissheit Aussagen über den zukünftigen Gang der Weltgeschichte und unseres Lebens machen kann? Gibt es so etwas wie echte Prophetie? Auf diese Frage versuchen wir im Folgenden zu antworten. Immer, wenn Kriege und Naturkatastrophen – und in jüngerer Zeit Akte globalen Terrors – für unseren Geschmack zu übermächtig und unkontrollierbar werden, und vor allem wenn sie uns gefährlich nahe kommen und in unsere sicher geglaubten Urlaubsparadiese und gar Nachbar- und Heimatländer eindringen, wollen die verunsicherten Menschen wissen, wie es weitergeht. Krisenzeiten, könnte man zynisch feststellen, sind für den Buch- und Medienkonsum nicht unbedingt die schlechtesten. Hier scheint das Geschäft mit der Angst zu ÀRULHUHQ 'RFK LVW DOO GLHVHQ ª3URSKHWHQ© XQG ª:DKUVDJHUQ© eines gemeinsam: Es lässt sich leider immer erst hinterher feststellen, ob sie wirklich Recht haben oder nicht, und dann auch immer nur dahingehend, dass aus einer Fülle von sehr allgemein gehaltenen (Vor-)Aussagen mit einiger Phantasie eine oder sehr wenige mit dem tatsächlichen Geschehen zur 'HFNXQJ JHEUDFKW ZHUGHQ N|QQHQ %HL GHQ •EULJHQ seiner Vor-Aussagen hat sich der Herr Prophet halt geirrt, und die werden von einer wohlmeinenden Hörer- oder Leserschaft gnädig vergessen und verdrängt, aber die wenigen (Zufalls-?)Treffer prägen sich ins Bewusstsein ein und geben dem Wahrsager den Stempel der Echtheit. Es ist wie bei der Lotterie, wo über die wenigen Hauptgewinner immer wieder marktschreierisch berichtet wird, um den Millionen von leer ausgegangenen Mitspielern (meist mit Erfolg) einzusuggerieren, dass es im Grunde genommen nur Gewinner geben kann. Letztendlich sind bei dieser Sorte von »Propheten« doch die eingangs erwähnten Zitate zutreffend, wonach die besten unter ihnen die sind, die am besten zu raten verstehen und die klügsten unter ihnen erst die Ereignisse abwarten. Gibt es 11
dann überhaupt keine echte Prophetie, und ist dies nur ein Gebiet für verängstigte und verunsicherte Zeitgenossen, die sich für ihre Gegenwarts- und Zukunftsangst literarische Rechtfertigung erhoffen? Ich bin überzeugt, dass deutlich gezeigt werden kann, dass die Prophetie der Bibel auf ganz anderer Grundlage steht. Sie behauptet von sich, echte und meist detaillierte und konkrete Vor-Aussagen über die Zukunft zu machen, die nachprüfbar sind; sie fordert selbst zur Nachprüfung ihrer Glaubwürdigkeit auf und hält dieser auch eindeutig stand. Unmissverständlich wird schon zu Anfang der Bibel zwischen echten und falschen Propheten unterschieden – Letztere sind offensichtlich keine neue Erscheinung der letzten Jahrzehnte oder Jahrhunderte: Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, gleich mir, wird Jahwe, dein Gott, dir erwecken; auf ihn sollt ihr hören. … Und es soll geschehen, der Mann, der nicht hört auf meine Worte, die er in meinem Namen reden wird, von dem werde ich es fordern. Doch der Prophet, der sich vermessen wird, in meinem Namen ein Wort zu reden, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter reden wird: selbiger Prophet soll sterben 0RVH 8QG GDV 7HVWPLWWHO ZLUG JOHLFK GD]X JHOLHIHUW Und wenn du in deinem Herzen sprichst: Wie sollen wir das Wort erkennen, das Jahwe nicht geredet hat? – Wenn der Prophet im Namen Jahwes redet, und das Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist das das Wort, welches Jahwe nicht geredet hat; mit Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du sollst dich nicht vor ihm fürchten . 0RVH Das ist ein klarer Test, ein eindeutiger Prüfstein für echte Prophetie. Die Voraussage des Propheten musste in allen Details eintreffen, oder aber sein Schicksal war besiegelt – eine harte, 12
aber verständliche und wirksame Barriere gegen die Verführung der Bürger eines Staates. Die Bibel ist voll von großenteils detaillierten Voraussagen auch über geschichtliche Ereignisse, von denen sich viele bereits erfüllt haben und deshalb auch auf ihre hundertprozentige Übereinstimmung mit den oft Jahrhunderte zuvor gemachten prophetischen Voraussagen überprüft werden könQHQ $OV HLQGUXFNVYROOHV %HLVSLHO ¿QGHW VLFK LP )ROJHQGHQ GLH LP -K YRU &KULVWXV YRQ GHP DP EDE\ORQLVFKHQ XQG dann persischen Königshof lebenden Staatsmann Daniel gePDFKWH 3URSKH]HLXQJ •EHU GLH PHKU DOV -DKUH GDXHUQGHQ Diadochenkämpfe (vom Ende des 4. bis Mitte des 2. Jh. v.Chr.), die sich hauptsächlich auf dem Gebiet Palästinas abspielten. Die linke Spalte enthält jeweils den unveränderten Bibeltext (rev. Elberfelder), die rechte einen kurzen Abriss der geschichtlichen Ereignisse, wie er sich in einer Zeittafel ]XU *HVFKLFKWH ¿QGHQ Z•UGH
Daniel 11,1-35 Vers 1: Und ich – im ersten Jahr des Meders Darius war es meine Aufgabe, ihm Helfer und Schutz zu sein. Vers 2a: Und nun will ich dir die Wahrheit mitteilen: Siehe, noch drei Könige werden in Persien aufstehen, und der vierte wird größeren Reichtum erlangen als alle.
539-465 v.Chr. Herrscher im persischen Reich: Kyros der Große (539-529) YJO &KU (VU -HV
'DQ
Kambyses (528-522), erobert Ägypten (da]ZLVFKHQ 0RQDWH GHU %HWU•JHU *DXPDWD hier nicht erwähnt)
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Dareios I. Hystaspes (521-486) YJO (VU +DJ 6DFK Xerxes I. Ahasveros (485-465) YJO GDV JDQ]H %XFK (VWHU XQG (VU Vers 2b: Und wenn er durch seinen Reichtum mächtig geworden ist, wird er alles gegen das Königreich Griechenland aufbieten.
490-479 v.Chr. Schon Dareios I. griff die Griechen an 6FKODFKW EHL 0DUDWKRQ Xerxes musste diesen Versuch mit einer Niederlage beenden 6FKODFKWHQ EHL GHQ 7KHUPRS\OHQ 6DODPLV 3ODWDLDL XQG 0\NDOH 465-330 v.Chr. Daniel schweigt über die weiteren persischen Könige: Artaxerxes I. Artasasta (465-424) YJO (VU 1HK Dareios II. (424-405) vgl. Neh 12,22 Artaxerxes II. (404-358) Artaxerxes III. (358-338) Arses (338-336) Dareios III. (336-330) YJO GHQ ª:LGGHU© YRQ 'DQ
Vers 3: Und ein tapferer König wird aufstehen, und er wird mit großer Macht herrschen und nach seinem Belieben handeln.
324-323 v.Chr. Der berühmte Eroberungszug Alexanders des Großen 6FKODFKWHQ DP *UDQLNRV EHL ,VVRV EHL *DXJDPHOD YJO 'DQ 6DFK $OH[DQGHU VWLUEW DP LQ %DE\ORQ DQ Fieber.
Vers 4: Aber sobald er aufgetreten ist, wird sein Königreich zertrümmert und nach den
323-301 v.Chr. Nach dem Tod Alexanders zerbricht das Reich YJO 'DQ %HL EOXWLJHQ .lPSIHQ ]ZLschen seinen Generälen kommen auch alle
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vier Winden des Himmels hin zerteilt werden. Doch nicht für seine Nachkommen [wird es sein] und nicht der Macht entsprechend, mit der er geherrscht hat; denn sein Königreich wird zerstört und anderen zuteil werden, unter Ausschluss von jenen.
seine Kinder und Blutsverwandten ums Leben. Der Versuch des Antigonos, das Gesamtreich zu erneuern, scheitert nach anfänglichen ErfolJHQ PLW VHLQHP 7RG EHL ,SRV 1DFK GLHVHU Schlacht entstehen vier Nachfolgereiche YJO 'DQ - Lysimachos (Thrakien, Kleinasien) - Kassander (Mazedonien, Achaja) - Ptolemaios (Ägypten) - Seleukos (Mesopotamien-Persien)
Vers 5: Und der König des Südens wird mächtig werden, aber [auch einer] von seinen Obersten, und der wird mächtig sein über ihn hinaus und wird herrschen, seine Herrschaft wird eine große Herrschaft sein.
312-301 v.Chr. Ptolemaios I. Soter (323-284) kann seine ägyptische Herrschaft am schnellsten konsolidieren. Der General Seleukos I., YRQ Antigonos aus Babylon vertrieben, erobert für ihn zunächst Palästina. Dann gewinnt er für VLFK VHOEVW %DE\ORQ ]XU•FN EHKDXSWHW HU das Gebiet zwischen Nordsyrien und Indien und gründet die Seleukiden-Dynastie.
Vers 6a: Und nach Jahren werden sie sich verbünden; und die Tochter des Königs des Südens wird zum König des Nordens kommen, um ein Abkommen zu treffen.
301-249 v.Chr. 'D 3DOlVWLQD GHQ 6HOHXNLGHQ ]XJHVSURchen wird, aber von Ptolemaios I. besetzt ist, gibt es in der zweiten Generation zwischen Ptolemaios II. (284-246) und Antiochos I. (280-261) mehrere Kriege. Sie sollen beendet werden durch eine Heirat des Antiochos II. (261-246) mit der Tochter des Ptolemaios II., Berenike. Dazu muss Antiochos II. aber seine erste Frau, Laodike, verstoßen.
Vers 6b: Aber sie wird die Kraft des Armes nicht behalten, und auch er und sein Arm werden nicht bestehen. Und sie wird dahingegeben werden, sie und die sie
246 v.Chr. Nach dem Tod des Ptolemaios II. nähert sich Antiochos II. wieder seiner ehemaligen Frau Laodike, wird aber von ihr aus Rache vergiftet. Berenike und ihr Sohn werden umgebracht, ebenso ihr ägyptisches Gefolge. SeOHXNRV ,, .DOOLQLNRV ZLUG .|QLJ
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kommen ließen, und der, der sie gezeugt, und der, der sie [zur Frau] genommen hat in [jenen] Zeiten. Vers 7: Und aus dem Spross ihrer Wurzeln steht einer an seiner Stelle auf. Der wird gegen die Heeresmacht kommen und wird in die Festungen des Königs des Nordens eindringen und mit ihnen [nach Belieben] verfahren und wird sich als mächtig erweisen.
246-245 v.Chr. Rachekrieg des Bruders der Berenike, Ptolemaios III. Euergetes (246-221) gegen Seleukos II. Er erobert zuerst Seleukia, den Hafen $QWLRFKLDV YJO $SJ GHU ODQJH LQ lJ\Stischem Besitz bleibt, und dann auch Antiochia selbst. Seleukos II. verliert schließlich ganz Nordsyrien.
Vers 8: Auch wird er ihre Götter samt ihren gegossenen Bildern und ihren kostbaren Geräten, Silber und Gold, nach Ägypten entführen. Und er wird [einige] Jahre ablassen vom König des Nordens.
245 v.Chr. Rückkehr von Ptolemaios III. mit gewaltiger Beute aus Syrien und vielleicht auch aus Babylon. Unter der Beute sind die einst von Kambyses II. geraubten Götterbilder der ägyptischen Pharaonen, die mit großem Pomp zurücktransportiert werden.
Vers 9: Und der wird in das Reich des Königs des Südens kommen, aber [wieder] in sein Land zurückkehren.
242-240 v.Chr. Seleukos II. erobert Nordsyrien teilweise zurück, wird aber dann nach einem Einfall im Süden von Ptolemaios III. erneut aus Palästina und Syrien verdrängt.
Vers 10: Aber seine Söhne werden sich [zum Krieg] rüsten und eine Menge großer Heere zusammenbringen; und sie wird kommen, kommen
226-218 v.Chr. Seleukos III. Keraunos (226-223) und sein Bruder Antiochos III. der Große (223-187) beginnen den Rückeroberungskrieg. Antiochos besetzt 221 ägyptisch-kilikische GeELHWH VFKOlJW HU $XIVWlQGLVFKH GHV PH-
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und überschwemmen und •EHUÀXWHQ XQG ZLUG >GDQQ@ umkehren. Und sie werden sich [wieder] rüsten [zum Vormarsch] bis zu seiner Festung.
dischen Satrapen Melon nieder und erobert die Küste Phöniziens bis Akko zurück. Darauf wendet er sich gegen Rabbath-Ammon, schließlich besetzt er den Küstenstreifen von Akko bis Gaza und Raphia. Vorbereitungen des Marsches ins Nildelta.
Vers 11: Und der König des Südens wird zornig werden und wird ausziehen und gegen ihn, den König des Nordens, kämpfen. Und er wird eine große Menge [Truppen] aufstellen, aber die Menge wird in seine Hand gegeben werden.
217 v.Chr. Beschreibung der Schlacht von Raphia. In HLQHP 9HU]ZHLÀXQJVNDPSI EHVLHJW Ptolemaios IV. Tryphon (221-203) das gewaltige Heer des Antiochos III. vernichtend. Antiochos muss das schon eroberte Palästina wieder aufgeben und wendet sich anderen Gefahrenstellen seines Reiches zu.
Vers 12: Und wenn die Menge weggenommen wird, wird sein Herz sich erheben; und er wird Zehntausende niederwerfen, aber nicht mächtig bleiben.
217-205 v.Chr. Ptolemaios IV. nutzt seinen Sieg nicht aus und begnügt sich mit einem Waffenstillstand. Antiochos III. gewinnt in mehreren Kriegszügen das südliche Kleinasien mit Ausnahme Pergamons und den Osten bis an die Grenze Indiens zurück (»der Große«).
Vers 13: Und der König des Nordens wird wiederkommen und eine Menge [Truppen] aufstellen, größer als die frühere; und nach Ablauf der Zeiten, nach Jahren, wird er mit einem großen Heer und mit großer Ausrüstung kommen.
205-202 v.Chr. Nach dem Tod Ptolemaios’ IV. erneuter Aufmarsch von Antiochos III. gegen Ägypten. 3WROHPDLRV 9 (SLSKDQHV LVW HLQ sechsjähriger Knabe. Von Indien hat Antiochos Kriegselefanten mitgebracht, was sein Heer noch beeindruckender erscheinen lässt.
Vers 14: Und in jenen Zeiten wer-
205-202 v.Chr. Thronwirren beim Regierungsantritt des
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den viele gegen den König des Südens aufstehen; und Gewalttätige deines Volkes werden sich erheben, um das Gesicht zu erfüllen, und sie werden zu Fall kommen.
Ptolemaios V. In Jerusalem unterstützen hellenisierende Juden, Anhänger des Tobias und seiner Söhne, vermutlich Gegner des Hohenpriesters Onias, den Antiochos III. Sie werden aber durch die Gesetzestreuen mit Gewalt ausgeschaltet.
Vers 15: Und der König des Nordens wird kommen und einen Wall aufschütten und eine befestigte Stadt einnehmen. Und die Streitkräfte des Südens werden nicht standhalten, selbst sein auserlesenes Volk nicht. Sie werden keine Kraft haben standzuhalten.
201-198 v.Chr. Der griechisch-äthiopische Feldherr Skopas, im Dienst von Ptolemaios V., wird bei Panias, dem späteren Cäsarea Philippi, geschlagen und zieht mit dem Rest seines Heeres nach Sidon zurück. Antiochos III. belagert die )HVWXQJ XQG NDQQ VLH DOOHQ (QWVDW]YHUsuchen zum Trotz auch einnehmen.
Vers 16: Und der, der gegen ihn gekommen ist, wird nach seinem Belieben handeln, und niemand kann vor ihm bestehen. Und im Land der Zierde wird er [mit seinem Heer] stehen, und Vernichtung wird in seiner Hand sein.
198 v.Chr. Antiochos III. der Große erobert Palästina endgültig für das Seleukidenreich. Er bestätigt zwar großzügig alle jüdischen Privilegien hinsichtlich des freien Gottesdienstes, doch nimmt die Hellenisierung unter den Juden stark zu.
Vers 17: Und er wird sein Angesicht darauf richten, in den Besitz seines ganzen Reiches zu kommen, und wird mit ihm ein Abkommen treffen, und eine Tochter von
197 v.Chr. Antiochos III. verheiratet Kleopatra I., seine Tochter, mit Ptolemaios V. Er hofft, dadurch in Ägypten (LQÀXVV QHKPHQ ]X N|QQHQ $EHU Kleopatra I. ergreift leidenschaftlich die Partei ihrer neuen Heimat gegen den eigenen Vater. Sie wird so zum Rückgrat der ägyptischen
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[seinen] Frauen wird er ihm geben, um es zu verderben. Aber das wird keinen Bestand haben, und es wird ihm nicht gelingen.
Politik im Kampf gegen die Seleukiden bis zu LKUHP 7RG LP -DKU
Vers 18: Und er wird sein Angesicht zu den Inseln wenden und viele einnehmen. Aber ein Feldherr wird seinem Schmähen ein Ende machen; mit einem Fluch wird er ihm sein Schmähen zurückzahlen.
197-189 v.Chr. Antiochos III. greift die Küste Kleinasiens an und besetzt Thrakien. Pergamon und Rhodos rufen Rom zu Hilfe. Gegen den Rat Hannibals setzt Antiochos nach Griechenland über und wird prompt bei den Thermopylen besiegt. Schließlich unterliegt er auch bei Magnesia dem Lucius C. Scipio Asiaticus. Er muss nach dem Frieden von Apamea gewaltige Tribute aufbringen, Kleinasien räumen und Geiseln nach Rom schicken, darunter auch seinen Sohn.
Vers 19: Und er wird sein Angesicht den Festungen seines Landes zuwenden und wird stürzen und fallen XQG QLFKW >PHKU@ ]X ¿Qden sein.
189-187 v.Chr. Um die Tribute für Rom aufzubringen, muss Antiochos III. sogar die eigenen Tempel plündern. Bei einem solchen Plünderungsversuch wird er von aufgebrachten Einwohnern der Stadt Elymais in Luristan erschlagen.
Vers 20: Und es wird an seiner Stelle jemand aufstehen, der einen Eintreiber [von Abgaben] durch die Herrlichkeit des Königreichs ziehen lässt; aber in wenigen Tagen wird er zerschmettert werden, und zwar weder durch Zorn noch durch Krieg.
187-175 v.Chr. Auch Seleukos IV. Philopator (187-175) muss durch Plünderung die römischen Tribute aufbringen. Ein solcher Versuch seines Ministers in Jerusalem misslingt. Später löst Seleukos IV. seinen Bruder Antiochos gegen den eigenen Sohn aus, wird aber kurz danach von Heliodor umgebracht. Dies macht den Weg frei für Antiochos IV.
Vers 21: Und an seiner Stelle wird
175 v.Chr. Antiochos IV. Epiphanes (175-164) erobert
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ein Verachteter aufstehen, auf den man nicht die Würde des Königtums legen wird; und er wird unversehens kommen und sich durch Heucheleien des Königtums bemächtigen.
mit Hilfe von Söldnern das Reich seines ermordeten Bruders. Dabei umgeht er die Thronfolge seines Neffen Demetrios, der für ihn in Rom als Geisel lebt. Auch andere Intrigen aller Art begleiten seinen Regierungsantritt.
Vers 22: 8QG GLH KHUDQÀXWHQGHQ Streitkräfte werden vor ihm weggeschwemmt und zertrümmert werden, ja sogar ein Fürst des Bundes.
175-174 v.Chr. Antiochos IV. greift in den Streit um das Hohepriesteramt ein, wo sich der gesetzestreue Onias III. und der griechenfreundliche Jason bekämpfen.
Vers 23: Denn nachdem er sich mit ihm verbündet hat, wird er betrügerisch handeln und wird hinaufziehen und mit wenig Volk Macht gewinnen.
174 v.Chr. Antiochos IV., durch die Händel in Jerusalem begünstigt, kann Onias ohne große Mühe absetzen und Jason zum Hohenpriester machen, zumal dieser ihm Geld verspricht.
Vers 24: Unversehens wird er in die fetten Gegenden einer Provinz eindringen und tun, was weder seine Väter noch die Väter seiner Väter getan haben: Raub und Plündergut und Besitz wird er ihnen austeilen, und gegen Festungen plant er seine Anschläge, doch [nur] eine Zeit lang.
174-170 v.Chr. Antiochos IV. plündert die Provinzen schamlos aus. In Jerusalem ersetzt er Jason durch Menelaos. Auch dieser verspricht ihm Geld. ZLUG 2QLDV ,,, LQ $QWLRFKLD HUPRUGHW was wegen der Verletzung des Asylrechts allgemein Empörung auslöst.
Vers 25: Und mit einem großen Heer wird er seine Kraft
170-169 v.Chr. Nach dem Tod seiner Schwester Kleopatra I. und der vollen Regierungsübernahme des
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und seinen Mut gegen den König des Südens aufbieten. Und [auch] der König des Südens wird sich mit einem großen und überaus starken Heer zum Krieg rüsten. Aber er wird nicht standhalten, denn man wird Anschläge gegen ihn planen.
Ptolemaios VI. Philometor (181-145) tritt Antiochos IV. in Ägypten als Verteidiger der Rechte übergangener Verwandter auf. Zunächst gelingt es ihm, die streitenden Parteien gegeneinander auszuspielen und den Ägyptern bei Pelusion eine Niederlage beizubringen.
Vers 26: Und die, die seine Tafelkost essen, werden ihn zerbrechen; und sein Heer ÀXWHW >DXVHLQDQGHU@ XQG viele werden erschlagen fallen.
169 v.Chr. Ptolemaios VI. fällt nach dieser Niederlage durch Verrat eigener Leute seinem Onkel Antiochos IV. in die Hände. Darauf wird in dem nicht eroberten Alexandria Ptolemaios VII., sein jüngerer Bruder, zum König ausgerufen, während Antiochos’ Heer Ägypten plündert.
Vers 27: Und die beiden Könige: ihre Herzen [werden] auf Bosheit [bedacht sein], und an einem Tisch werden sie Lügen reden. Aber es wird nicht gelingen, denn das Ende [verzögert sich] noch bis zur bestimmten Zeit.
169 v.Chr. Nun ergreift Antiochos IV. die Partei seines abgesetzten Neffen. Dieser jedoch verhandelt insgeheim mit seinem Bruder Ptolemaios VII., um sich gemeinsam mit ihm ihres Onkels Antiochos IV. entledigen zu können.
Vers 28: Und er wird mit großem Reichtum in sein Land zurückkehren, und sein Herz wird gegen den heiligen Bund [gerichtet] sein; und er wird [entsprechend] handeln und in sein Land zurückkehren.
169 v.Chr. Syrische Aufstände zwingen Antiochos IV. noch einmal zum Rückzug. Dabei plündert er erneut Jerusalem (1. Makkabäer 1,21-29; 0DNNDElHU XQG YHUVXFKW VHLQH hellenisierenden Freunde gegenüber den Gesetzestreuen in ihrer Position zu stärken 0DNNDElHU 0DNNDElHU
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Vers 29: Zur bestimmten Zeit wird er wieder nach Süden ziehen, aber es wird beim zweiten Mal nicht [so] sein wie beim ersten Mal.
168 v.Chr. Da sich die beiden ägyptischen Brüder geeinigt haben, unternimmt Antiochos IV. einen neuen Feldzug ins Niltal und belagert die Ägypter in Alexandria.
Vers 30: Denn Schiffe aus Kittim werden gegen ihn kommen. Und er wird verzagen und umkehren; aber er wird den heiligen Bund YHUÀXchen und [entsprechend] handeln: er wird umkehren und sein Augenmerk auf die richten, die den heiligen Bund verlassen.
168 v.Chr. Nun greifen die Römer ein. Der Feldherr Gajus Papillus Laenas stellt ihm ein befristetes Ultimatum zum Verlassen Ägyptens. Antiochos IV. kehrt gedemütigt heim. In der Folge aber ließ er all seinen Grimm an den Juden aus. Dabei war ihm die abtrünnige Partei der Juden wieder sehr von Nutzen.
Vers 31: Und Streitkräfte von ihm werden dastehen; und sie werden das Heiligtum, die Bergfeste entweihen und werden das regelmäßige [Opfer] abschaffen und den verwüstenden Gräuel aufstellen.
168-167 v.Chr. Beim Rückmarsch durch Palästina verwandelt Antiochos IV. den Tempel in Jerusalem in einen Zeus-Tempel. Der Opferdienst wird abgeschafft, der Brandopferaltar zu einem Zeus-Altar umfunktioniert und ein Standbild des Zeus mit den Gesichtszügen von Antiochos IV. aufgestellt.
Vers 32: Und diejenigen, die sich am Bund schuldig machen, wird er durch glatte Worte zum Abfall verleiten. Aber das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln.
166-142 v.Chr. Antiochos IV. versucht nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Verführung (vgl. 1. MakkaElHU 0DNNDElHU GLH -XGHQ DEWU•Qnig zu machen. Es gab aber in Israel eine große Anzahl Juden, die auch in der größten Not dem Gott ihrer Väter die Treue halten wollten. Der Priester Mattathias aus dem Städtchen Modein eröffnete mit seinen fünf Söhnen, darunter GLH VSlWHUHQ )•KUHU -XGDV 0DTTDEL
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-RQDWKDQ $SSXV XQG 6LPRQ 7KDVVL GHQ :LGHUVWDQG 0DNNDElHU (U ]RJ PLW VHLQHQ 6|KQHQ XQG DOOHQ die sich ihnen anschlossen, in die Wildnis, und führte von da aus einen äußerst erfolgreichen Krieg gegen die syrischen Heere und auch gegen die abgefallenen Juden. Vers 33: Und die Verständigen des Volkes werden die Vielen unterweisen; aber sie werden stürzen durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Beraubung – eine Zeit lang.
166-142 v.Chr. Den bibeltreuen Juden (den »Verständigen«) lag viel daran, die Masse des jüdischen Volkes zur Treue dem lebendigen Gott und Seinem Wort gegenüber aufzurufen. Unzählige mussten aber in dieser Zeit der Wirrungen ihre Hingabe an Gott mit dem Leben bezahlen, z.T. unter den grausamsten Folterungen 0DNNDElHU
Vers 34: Und während sie stürzen, wird ihnen mit einer kleinen Hilfe geholfen werden. Doch viele werden sich ihnen heuchlerisch anschließen.
166-142 v.Chr. Die trotz vieler Leiden und mancher Niederlagen gewaltigen militärischen Erfolge der Makkabäer (von Gottes Wort als »kleine Hilfe« bezeichnet, die »große« Hilfe kommt erst nach dem Messias, wenn Er Sein Friedensreich aufrichtet) begeisterten auch viele Mitläufer, die sich ihnen aus unlauteren und ungeistlichen Motiven anschlossen.
Vers 35: Und von den Verständigen werden [einige] stürzen, damit unter ihnen geläutert und geprüft und gereinigt werde bis zur Zeit des Endes. Denn [es verzögert sich] noch bis zur bestimmten Zeit.
166-142 v.Chr. Aber die Glaubenstreue derer, die das Martyrium zu erdulden hatten, führte bei einer großen Zahl zur Neubesinnung und zu einer noch entschlosseneren Haltung im Blick auf den geoffenbarten Willen Gottes in der Heiligen Schrift. Die Glaubenstreue der Juden in dieser »endzeitlichen« Epoche blieb durch die Jahrhunderte hindurch bis heute für viele Gläubige ein Ansporn zum Ausharren in Verfolgung XQG 6FKZLHULJNHLWHQ 9HUV ]HLJW DEHU DXFK
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dass die makkabäische Verfolgungszeit noch nicht die »Zeit des Endes« (d.h. des Kommens des Messias und Seiner weltweiten Herrschaft) ist. Diese beginnt erst nach dem JUR‰HQ ]HLWUDIIHQGHQ 6SUXQJ YRQ 9HUV QDFK 9HUV ZR VLH PLW GHU %HVFKUHLEXQJ »des Königs«, d.h. des über das endzeitliche Israel herrschenden Antichristen, eingeleitet ZLUG 9HUV ª]XU =HLW GHV (QGHV© PDFKW dann nochmals deutlich, dass jetzt wirklich die »Zeit des Endes« angebrochen ist.*
Nun hat man sich diesem eindrücklichen Zeugnis für die Wahrheit und Echtheit (und Erfüllung bis ins Detail!) biblischer Prophetie dadurch entziehen wollen, dass man dem Text seinen prophetischen, voraussagenden Charakter absprach, d.h. seine frühe Datierung. Man bezeichnete solche Texte dann einfach als »Vaticinium ex eventu«, d.h. als Prophetie nach eingetretenem Ereignis – mehr oder weniger im Sinn des eingangs zitierten Walpole, weil das tatsächliche geschichtliche Eintreten des in Daniel 11,1-39 Ausgesagten auch vom kritischsten Forscher festgestellt werden kann (G. 0DLHU 'HU 3URSKHW 'DQLHO :XSSHUWDO 6 'RFK handelt es sich hierbei um reines Wunschdenken, das als Grundaxiom nichts anderes als die Leugnung der Existenz Gottes hat oder zumindest die Leugnung der Möglichkeit, dass Gott auch sehr genaue Zukunftsangaben machen konnte und kann – frei nach Christian Morgenstern: Weil, so schließt * Idee und Quellen: 2 -DPHV / %R\HU %HWZHHQ WKH 7HVWDPHQWV &KDUW &KLFDJR Karl Hartmann, Atlas-Tafel-Werk zu Bibel und Kirchengeschichte, Bd. 1, 6WXWWJDUW 6 Roger Liebi, Weltgeschichte im Visier des Propheten Daniel, Berneck 6 *HUKDUG 0DLHU 'HU 3URSKHW 'DQLHO :XSSHUWDO 6
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er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf (»Die XQP|JOLFKH 7DWVDFKH© DXV GHP %DQG ª*DOJHQOLHGHU© Es würde den Rahmen dieses Buches sprengen, die von zahlreichen Wissenschaftlern des In- und Auslands angeführten Argumente für die Echtheit des Buches Daniel und seine 'DWLHUXQJ ± LQVEHVRQGHUH DXFK YRQ .DSLWHO ± DXI GDV Jh. v.Chr. anzuführen. Für gut lesbare Zusammenfassungen dieser Argumente in deutscher Sprache sei auf R. Liebi, WeltJHVFKLFKWH LP 9LVLHU GHV 3URSKHWHQ 'DQLHO %HUQHFN 6 XQG * 0DLHU 'HU 3URSKHW 'DQLHO :XSSHUWDO 6 YHUZLHVHQ Dennoch soll anhand eines kurzen Abrisses des Lebens und Werks eines der wichtigsten Daniel-Forscher plastisch verdeutlicht werden, auf welch sicherem Boden derjenige steht, der von der Echtheit biblischer Prophetie und detaillierter Zukunftsaussagen in der Heiligen Schrift überzeugt ist – sei es nun im Buch Daniel oder anderswo in der Bibel. Andererseits wird dabei auch deutlich, wie fragwürdig oft die angeblich gesicherten Erkenntnisse moderner Bibelkritik sind. 'LH 5HGH LVW YRQ 5REHUW ' :LOVRQ )XOOHU >+UVJ @ ª:KLFK %LEOH© *UDQG 5DSLGV 49):
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:LOVRQ EHKHUUVFKWH VFKRQ EHL VHLQHP (LQWULWW LQV &ROOHJH ÀLHßend Französisch, Deutsch, Griechisch und Hebräisch. Auf dem College spezialisierte er sich auf Psychologie, MathePDWLN XQG 6SUDFKHQ XQG VWXGLHUWH ELV DQ GHU 8QLYHUVLWlW von Princeton Theologie. Nach anschließender Promotion forschte er zwei Jahre an der Universität von Berlin. Nach einer Professur für Altes Testament am Western Theological Seminary in Pittsburgh kehrte er nach Princeton zurück, wo er als Gelehrter und Verteidiger der Bibel gegen Angriffe vonseiten der »Höheren Kritik« weltweit bekannt wurde. 25
1929 gründete er mit anderen das Westminster Seminary in Philadelphia. Prof. Wilson war ein so gründlicher Kenner der semitischen Sprachen, dass er – so unglaublich es klingen mag – über vierzig von ihnen beherrschte. In langen Jahren disziplinierten Studiums lernte er alle alten Sprachen und Dialekte, die auch nur entfernt mit dem Text der Bibel zu tun hatten. Da beispielsweise Akkadisch damals in den Vereinigten Staaten nicht gelehrt wurde, ging er deswegen nach Deutschland und studierte diese babylonische Sprache in Heidelberg. Dazu kamen Äthiopisch, Phönizisch, verschiedene aramäische DiDOHNWH XVZ ELV HU VFKOLH‰OLFK DOWH 6SUDFKHQ XQG 'LDOHNWH beherrschte. Zu Recht nannte er sich einen Experten in allen Fragen der Glaubwürdigkeit und historischen Zuverlässigkeit der Bibel. Einmal verbrachte er Jahre mit der Erforschung von rund 'RNXPHQWHQ LQ YLHOHQ 6SUDFKHQ XP ]X EHZHLVHQ GDVV 3URI 6 5 'ULYHU YRQ 2[IRUG PLW VHLQHP Versuch, das Buch Daniel als unecht und historisch unzuverlässig hinzustellen, im Irrtum war. In einem anderen Fall las Wilson – nur um einen einzigen Satz eines bekannten Bibelkritikers zu widerlegen – sämtliche vorhandene antike Literatur der fraglichen Zeitperiode in zahlreichen OriginalVSUDFKHQ XQG VDPPHOWH QLFKW ZHQLJHU DOV =LWDWH DXV dieser Literatur, um die grundlegenden Fakten zu erhellen, die dann schließlich bewiesen, dass der betreffende Kritiker Unrecht hatte. :LOVRQV %XFK ª6FLHQWL¿F ,QYHVWLJDWLRQ RI WKH 2OG 7HVWDment« (»Wissenschaftliche Untersuchung des Alten Testaments«) wird als Klassiker auf diesem Gebiet der Theologie angesehen. Eine seiner Abhandlungen, »Is Higher Criticism Scholarly?« (»Ist die Höhere Kritik wissenschaftlich?«), war HLQ HPS¿QGOLFKHU 6FKODJ JHJHQ GLH OLEHUDOH %LEHONULWLN XQG 26