Werner Gitt
‌ und die anderen Religionen?
Christliche Literatur-Verbreitung e. V. Postfach 11 01 35 ¡ 33661 Bielefeld
Der Autor: Dir. und Prof. a. D. Dr.-Ing. Werner Gitt, 1937 in Raineck/Ostpr. geboren. Von 1963 bis 1968 absolvierte er ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule Hannover, das er als Dipl.-Ing. abschloss. Von 1968 bis 1971 war er Assistent am Institut für Regelungstechnik an der Technischen Hochschule Aachen. Nach zweijähriger Forschungsarbeit promovierte er zum Dr.-Ing. Von 1971 bis 2002 leitete er den Fachbereich Informationstechnologie bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. 1978 wurde er zum Direktor und Professor bei der PTB ernannt. Er hat sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen aus den Bereichen Informatik, numerische Mathematik und Regelungstechnik beschäftigt und die Ergebnisse in zahlreichen wissenschaftlichen Originalarbeiten publiziert. Seit 1984 vertritt er das Gebiet »Bibel und Naturwissenschaft« als Gastdozent an der »Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH Basel)«. Seit 1966 ist er mit seiner Frau Marion verheiratet. Im September 1967 wurde Carsten und im April 1969 Rona geboren. Homepage des Autors: www.wernergitt.de Dort sind zu finden: Liste der Vortragstermine, Aufsätze, Bücher sowie die Traktate »Wie komme ich in den Himmel?«, »Wer ist der Schöpfer?« und »Krippe, Kreuz und Krone« in einer Vielzahl von Sprachen zum Herunterladen.
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Auflage 1991 Auflage 1991 Auflage 1992 Auflage 1993 Auflage 1995 Auflage 1997 Auflage 2001 erweiterte Auflage 2004 Auflage 2006 Auflage 2009
Völlige Neubearbeitung des Buches »Denken, glauben, leben« © by CLV · Christliche Literatur-Verbreitung Postfach 11 01 35 · 33661 Bielefeld www.clv.de Umschlag: OTTENDESIGN.de, Gummersbach Satz: CLV Druck und Bindung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 978-3-89397-146-6
Inhalt Vorwort
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Vorwort zur 6. Auflage
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1. Einleitung
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2. Der Einsatz der Erfindungsgabe des Menschen: Millionen Patente
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3. Was in keinem Patentamt verzeichnet ist
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4. Die Religionen der Menschen: 1000 verschiedene Wege 4.1 Das Problem des Menschen 4.2 Was ist eine Religion? 4.3 Herkunft der Religionen 4.4 Kennzeichen von Religionen 4.5 Sind die Religionen von Gott oder von Menschen? 4.6 Der Islam aus biblischer Sicht 4.6.1 Islamische Terroranschläge 4.6.2 Was ist der Heilige Krieg im Islam? 4.6.3 Das Ziel des Islam 4.6.4 Lohn der islamischen Krieger 4.6.5 Kommunismus und Islam – ein Vergleich 4.6.6 Beten Christen und Muslime zu demselben Gott? 4.6.7 Ist der Islam eine friedliche Religion? 4.6.8 Wer ist Allah? 4.6.9 Der Koran leugnet Jesus als Sohn Gottes 4.6.10 Der Koran leugnet die Kreuzigung Jesu 4.6.11 Die Leugnung der Auferstehung Jesu 5. Der Weg von Gott zum Menschen: Das eine Evangelium 5.1 Die Diagnose Gottes: Eine göttliche Bestandsaufnahme des Menschen 5.2 Die Folge der Sünde: Der dreifache Tod
29 29 32 38 42 47 49 49 52 53 54 54 55 55 56 56 57 58 59 59 64
5.3 Die Religionen aus der Sicht der Bibel 5.4 Die Willenserklärung Gottes: Das Angebot der Liebe 5.5 Der Heilsweg zum Leben: Ein Weg ohne Nebenwege 5.6 Der Weg zum Leben: Ein Befehl Gottes 5.7 Der Weg zum Leben: Bezahlt auf Golgatha 6. Der Weg zum Leben: Wie wird er beschritten? 6.1 Buße: Eine durchgreifende Sinnesänderung 6.2 Bekehrung: Die bewusste Hinkehr zu Gott 6.2.1 Ist die Bekehrung notwendig zum ewigen Leben? 6.2.2 Wie oft geschieht Bekehrung? 6.2.3 Wer muss sich bekehren? 6.2.4 Warum soll man sich bekehren? 6.2.5 Wann soll man sich bekehren? 6.2.6 Wie geschieht Bekehrung ganz praktisch? 6.2.7 Was ist die Folge der Bekehrung?
67 71 75 77 78 83 84 86 86 87 88 90 91 93 96
7. Wiedergeburt: Die Geburt zur Kindschaft Gottes 7.1 Kennzeichen der Wiedergeburt 7.2 Falsche Auffassungen zur Wiedergeburt 7.3 Die Folge der Wiedergeburt
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8. Der Glaube von Herzen: Das rettende Seil 8.1 Arten des Glaubens 8.2 Die Grundlage des Glaubens: Jesus Christus 8.3 Stationen des Glaubens: Erfülltes Leben
103 104 110 111
9. Wodurch unterscheidet sich das Evangelium von den Religionen?
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10. Die Menschen ohne Evangelium: Gerettet oder verloren? 10.1 Verkündigung im Totenreich: Eine Chance danach? 10.2 Die Allversöhnung: Rettung ohne Ausnahme? 10.3 Die Gnade Gottes: Reichweite ohne Grenze?
119 119 120 125
10.4 Die Heiden im Gericht: Maßstäbe der Beurteilung 10.5 Wenn die Heiden verlorengehen: Aus welchem Grund? 10.6 Die Menschen vor dem Kommen Jesu in diese Welt: Zu früh gelebt? 10.7 Viele Säuglinge und Kinder: Zu früh gestorben?
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11. Was sollen wir tun? Bekehrung und Mission!
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12. Der Himmel: Unser Ziel! 12.1 Der Himmel: Das Vaterhaus 12.2 Der Himmel: Der Ort ewiger Liebe 12.3 Der Himmel: Nichts mehr unter dem Bann 12.4 Der Himmel: Ein ewiges Fest der Freude 12.5 Der Himmel: Sonne ohne Untergang
146 148 150 151 152 155
13. Schlussbemerkung
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ANHANG
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Gibt es noch eine Rettungsmöglichkeit nach dem Tode?
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Literaturverzeichnis
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Namenverzeichnis
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Erklärung der verwendeten Abkürzungen für die biblischen Bücher
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Quellenverzeichnis der Bilder
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Vorwort Wir leben in einer Zeit, in der nahezu jeder beliebige Ort der Erde reisemäßig erschlossen ist. So kommt es ständig zu Begegnungen mit anderen Völkern, Kulturen, Lebensweisen und auch Religionen. Darüber hinaus sorgen die Massenmedien für einen Informationsfluss wie er erst in unseren Tagen gang und gäbe ist. Im Blick auf die vielen religiösen Systeme stellt sich die alte Frage ganz neu, ob jeder nach seiner Fasson selig werden kann, oder ob es letztlich nur einen Weg zu Gott gibt. Vielerorts wird dies mit großer Leidenschaft diskutiert. Da von der Beantwortung dieser Frage eine ganze Ewigkeit abhängt, lohnt es sich, über dieses Thema intensiv nachzudenken. Hierbei soll das vorliegende Buch »Und die anderen Religionen?« helfen. Der so gewählte Buchtitel unterstellt zunächst, das Christentum sei eine unter vielen anderen Religionen. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird das Christentum vorschnell zu den Religionen gerechnet. So sprechen wir in den Schulen vom ›Religionsunterricht‹ und meinen dabei in erster Linie einen christlich orientierten Unterricht. In der ehemaligen DDR unterschied man präziser, wenn die Kirchen verdeutlichend von der ›Christenlehre‹ sprachen. Antworten auf Fragen: Auf grundlegende und immer wieder gestellte Fragen will das Buch eine biblisch fundierte Antwort geben: Sind die verschiedenen Religionen nur unterschiedliche Wege zu Gott, oder sind Rettung und Heil allein im Evangelium zu finden? Was ist mit den Menschen, die nie die biblische Botschaft zu hören bekamen? Sind gestorbene Säuglinge im Himmel? Die einzige Informationsquelle für das Evangelium ist die Bibel. Schon im Alten Testament finden sich zahlreiche prophetische Passagen, die auf diese einzigartige Rettungsmethode des verlorenen Menschen hinweisen. Im Neuen Testament wird diese »Gute Nachricht« Gottes durch Jesus und seine Apostel dann vollständig offenbart. 8
Gott benutzte etwa 45 ausgewählte Menschen, um uns seine Gedanken mitzuteilen. Der zentrale Satz in 2. Timotheus 3,16 »Denn alle Schrift, von Gott eingegeben …« markiert kurz gefasst diesen durch kein menschliches Modell beschreibbaren Vorgang der Informationsübertragung von Gott, dem Vater (2 Tim 3,16), von Jesus Christus (Gal 1,12) und von dem Heiligen Geist (2 Petr 1,21) zu den biblischen Schreibern hin. Jesus betete zum Vater: »Dein Wort ist die Wahrheit« (Joh 17,17), und Paulus bekannte: »Ich glaube allem, was geschrieben steht« (Apg 24,14). Diesen grundlegenden Bekenntnissen schließen auch wir uns an und gehen im Folgenden von der Wahrheit der Bibel in allen ihren Aussagen aus. In dem Buch wird deutlich herausgearbeitet, dass das Evangelium und die Religionen grundlegend andersartig sind, sodass wir das Evangelium konsequenterweise nicht den Religionen zuordnen können. Leserkreis: Wegen des allgemeingültigen Satzes »Religion ist ein grundlegendes Bedürfnis jedes Menschen« (siehe Kap. 4.2) und der zentralen Fragen, die uns alle im Zusammenhang mit den Religionen bewegen, richtet sich dieses Buch an jedermann: An solche, die ihr Leben am biblischen Glauben festgemacht haben ebenso wie an jene, die noch auf der Suche sind. Wir laden – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – Christen wie Angehörige anderer Religionen zum Lesen und Informieren und zum Handeln ein. Das Buch richtet sich ferner an Jung und Alt, an Intellektuelle und solche, die sich diesem Personenkreis nicht zugehörig fühlen. Es richtet sich an Leser ohne jegliche Bibelkenntnis ebenso wie an solche, die sich bereits gut in der Bibel auskennen. Das klingt so umfassend, als wäre wirklich jedermann gemeint, und dennoch gibt es eine Einschränkung: Wenn Sie von der Richtigkeit Ihres bisherigen Lebensweges absolut überzeugt sind und an Ihrem Verhalten auf keinen Fall etwas ändern wollen, dann sollten Sie dieses Buch nicht lesen. Sie würden sich nur ärgern, und das wollen wir Ihnen ersparen.
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Vorgehensweise: Von Konrad Adenauer stammt der Satz: »Man muss die komplizierten Dinge einfach sehen, wenn man in die Tiefe gehen will.« In diesem Sinne soll sich ein Leitgedanke wie der berühmte rote Faden durch dieses Buch ziehen: Mit dem vielleicht in diesem Zusammenhang unerwarteten Stichwort »Erfindungen« ist der eingeschlagene Weg hinreichend markiert. Wird dieser Gedanke durch das ganze Buch hindurch konsequent beachtet, so wird sich der Leser das gesetzte Ziel erreichen. Die meisten verwendeten Bibelzitate sind wörtlich wiedergegeben, um den Lesefluss nicht durch das Nachschlagen ständig unterbrechen zu müssen. Die Luther-Übersetzung wurde wegen der kräftigen, oft würzigen Sprache bevorzugt verwendet. Wurde aus Gründen leichterer Verständlichkeit oder größerer Grundtextnähe auf andere Übersetzungen zurückgegriffen, so sind diese nach dem jeweiligen Zitatende genannt. Quellenhinweise auf Literatur oder Zitate sind in eckigen Klammern angegeben (z.B. [K3,11]). Sie bestehen aus einer Bezeichnung, die mit dem Anfangsbuchstaben des Buchautors (oder -herausgebers) beginnt und dem eine laufende Nummer folgt. Eine evtl. vorkommende zweite Zahl gibt die Seitenangabe in der genannten Quelle an. Dank: Meiner lieben Frau bin ich dankbar, dass sie die Schreibarbeit übernommen hat. Ferner gilt mein Dank den Lektoren des CLV-Verlages. Sie haben mir bei der kritischen Durchsicht des Manuskriptes wertvolle Hinweise gegeben, die ich gerne berücksichtigt habe. Es ist unser Gebet, dass dieses Taschenbuch vielen Lesern in Fragen des Glaubens eine Hilfe sein möge. Das größte Ziel wäre erreicht, wenn Suchende den Anstoß zum lebendigen Glauben fänden und dann sagen könnten: »Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus« (Joh 1,45). Werner Gitt 10
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Nun erscheint dieses Taschenbuch in der 6. Auflage, worüber ich mich sehr freue. Den zahlreichen mündlichen oder schriftlichen Rückmeldungen von Lesern entnehme ich, dass dieses Buch viele Freunde unter denen gefunden hat, die in unserer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft biblische Ausrichtung suchen. Besonders habe ich mich über solche Briefe gefreut, in denen Leser bezeugen, dass sie durch dieses Buch zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Inzwischen gibt es von dem Buch Übersetzungen in Englisch, Russisch, Tschechisch und Ungarisch. Werner Gitt Braunschweig, Juli 1997
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1. Einleitung Im vorliegenden Buch soll eine Problematik eingehend behandelt werden, die unter Christen wie Nichtchristen zu bewegten Diskussionen führt. Mit vier immer wieder gestellten Fragen ist die Thematik skizziert: –
Alle Menschen sind auf der Suche nach Wahrheit. Muss man nicht in allen Religionen danach suchen, weil doch jede von ihnen mindestens eine Teilwahrheit enthalten könnte?
–
Es gibt so viele Religionen. Sind alle falsch, gibt es eine richtige, oder führen letztlich doch alle zum gleichen Ziel?
–
Viele Menschen lebten vor dem Kommen Jesu in diese Welt, und die christliche Botschaft war noch niemandem verkündigt. Wo verbringen die damals Lebenden die Ewigkeit?
–
Es gibt so viele Menschen, die keine Gelegenheit hatten, das Evangelium zu hören. Sind diese dennoch gerettet, oder sind sie alle verloren?
Aus zahlreichen Diskussionen weiß der Verfasser, dass diese Fragen zu den am häufigsten gestellten gehören, wenn es zu Gesprächen über den Glauben kommt. Manche Hörer stellen die o.g. Fragen nach der Verkündigung des Evangeliums, um auf diese Weise von der eigenen Glaubensentscheidung abzulenken. In den meisten Fällen sind es aber echte Fragen, auf die eine klare biblische Antwort gesucht wird. So wollen wir diese »heißen Eisen« einmal anfassen und dies unter folgender Voraussetzung tun: –
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Die einzig verbindliche Antwort kann uns nur Gott selbst geben. Wir wollen die biblischen Aussagen zusammentragen, unabhängig davon, ob sie in unsere eigene Wunsch-
vorstellung hineinpassen oder nicht. So gilt es, ausgiebig das Wort Gottes zu betrachten. –
Die ganze Bibel ist das von Gott eingegebene Wort (2 Tim 3,16) und trägt damit das Siegel der Wahrheit (Joh 17,17). Halten wir daran fest, so haben wir Felsengrund unter unseren Füßen, andernfalls begeben wir uns auf den Treibsand menschlicher Spekulationen.
In diesem Buch wollen wir das Phänomen der Vielzahl der Religionen einmal aus der Perspektive des Erfindergeistes des Menschen angehen. Wo Menschen eine Lücke sehen, erfinden sie. Sie schaffen etwas. Sie komplettieren die »Lücke« geistig und/ oder materiell. Auch Religionen sind solche Erfindungen, nämlich – wie noch gezeigt wird – Geburten des menschlichen Einfallsreichtums, um dort Lücken zu schließen, wo das Wissen über den Schöpfer und seinen Charakter verlorengegangen ist. Das gestellte Thema dieses Buches können wir darum vereinfachend auch unter dem Stichwort »Erfindungen« betrachten. Dabei werden wir prinzipiell vier Arten von Erfindungen unterscheiden. Wenn wir die zwei Fragen – wer hat die jeweilige Erfindung gemacht? – wozu ist diese Erfindung gemacht worden? ständig im Auge behalten, werden wir hierüber in leicht nachvollziehbarer Weise zu einer Lösung des Ausgangsproblems kommen.
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'HU (LQVDW] GHU (U¿QGXQJVJDEH GHV Menschen: Millionen Patente Der Mensch hat die Gabe der Erfindung, und sein Erfindungsdrang ist schier unermesslich. Immer, wenn die Menschen ein Problem hatten, haben sie darüber intensiv nachgedacht und nach einer Lösung gesucht. Die Statistik des Deutschen Patentamtes in München (DPA) kann uns davon einen nachhaltigen Eindruck vermitteln [D1]. So wurde allein beim DPA in den Jahren 1948 bis 1989 die immense Menge von 2 426 739 Patenten angemeldet. Der deutsche Anteil davon betrug 1 552 333 Patente. Im Jahre 1989 wurden in München 41 244 Anmeldungen vorgenommen. Die Bibliothek des Deutschen Patentamtes in München gehört zu den größten technischen Fachbibliotheken der Welt. Sie umfasst 800 000 Bände und enthält 16,5 Millionen Patentdokumente aus dem In- und Ausland. Schauen wir uns kurz einige Bereiche an: Die menschlichen Erfindungen umfassen so spektakuläre Dinge wie das Flugzeug, den Computer oder das Telefon, die die Welt prägend veränderten, wie auch Prinzipien und Methoden, die für das alltägliche Leben nützlich sind. Viele Erfindungen haben Vorläufer gehabt, die seinerzeit Aufsehen erregten, aber heute nur noch Museumswert besitzen. So ist die neuzeitliche Geschichte der Landtechnik ohne den Dampfpflug unvorstellbar. Bild 1 zeigt eine ganz bestimmte Art, nämlich den Dampfspatenpflug [H2] aus dem Jahre 1877. Dieses tonnenschwere Monstrum wurde von einer Dampfmaschine angetrieben und zeichnete sich dadurch aus, dass durch dieses neuartige Verfahren der Bodenbearbeitung die Erde gewendet und zugleich auch gekrümelt und vermengt werden sollte. Längst sind traktorgetriebene Mehrfachkipp-Pflüge an ihre Stelle getreten, nachdem menschlicher Erfindergeist sich immer wieder dieses Problems angenommen hatte. Medizin: Denken wir an den technischen Stand der Medizin, 14
Bild 1: 'HU 'DPSIVSDWHQSÀXJ DXV GHP -DKUH
die durch die Erfindung des Mikroskops auf eine ganz neue Grundlage gestellt wurde. Louis Pasteur (1822 – 1895) kam erst im vorigen Jahrhundert durch mikroskopische Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass gewisse Mikroorganismen die Ursache von Krankheiten sind. Es ist erst hundert Jahre her, seit Robert Koch (1843 – 1910) den Tuberkelbazillus und den CholeraVibrio entdeckte und damit den Sieg über verheerende Volksseuchen einleitete. Als Wilhelm Conrad Röntgen (1845 – 1923) 1895 die nach ihm benannten Strahlen entdeckte, gab es einen weiteren Höhepunkt in der Anwendung technischer Mittel zur Krankheitsdiagnose. Nun war es erstmals möglich geworden, innere Teile des Körpers ohne chirurgischen Eingriff sichtbar zu machen. Ein Wissenschaftler stellte kürzlich beurteilend fest: »Durch die Erfindung Röntgens sind mehr Menschenleben gerettet worden als in allen Kriegen zuvor umgekommen sind.« Mit der Erfindung der 15
Faseroptik können neuerdings innere Hohlräume des Körpers (z.B. Magen, Darm) direkt beobachtet und krankhafte Stellen diagnostiziert werden. Der Einsatz der Computer-Tomographie erlaubt sogar eine dreidimensionale Darstellung innerer Weichteile unter Umgehung der schädlichen Röntgenstrahlen. Die Medizin des 20. Jahrhunderts hat Fortschritte ermöglicht, von denen die leidenden Menschen früherer Jahrhunderte nur träumen konnten. Nur wenige Beispiele aus einem breiten Spektrum belegen dies: neue diagnostische Hilfsmittel, neue Klassen von Heilmitteln von den Sulfonamiden bis zu den Antibiotika, neue Operationsmethoden von der Mikrochirurgie über die Organtransplantation bis zur Lichtkoagulation und zur Chirurgie mit dem Laserstrahl. Seit der ersten Herztransplantation im Jahre 1968 sind weltweit mehr als 60 000 Herzen verpflanzt worden. Die Ein-Jahres-Überlebensrate von 64 Prozent im Jahr 1980 konnte bis heute auf fast 90 Prozent gesteigert werden. Computer: Zu der spektakulärsten Erfindung des vorigen Jahrhunderts gehört zweifelsohne der Computer: Hochleistungsrechner erledigen heute mehrere Milliarden Rechenoperationen in einer Sekunde, und Mikrorechner werden immer schneller, leichter bedienbar, billiger und kleiner. Computer haben inzwischen alle Bereiche der Wissenschaft, der Wirtschaft und zunehmend auch des täglichen Lebens erobert. Der deutsche Erfinder Konrad Zuse (1910 – 1995) gilt als Pionier der programmgesteuerten Rechner. 1936 baute er die Z1. Dies war ein rein mechanisch arbeitender Rechner mit einer Taktfrequenz von 0,2 Hertz. Die Z1 wurde im Krieg zerstört, die Konstruktionsunterlagen blieben jedoch erhalten. 1983 begann Zuse mithilfe der Siemens AG, Bad Hersfeld, mit der Rekonstruktion der Z1. Die funktionsfähige Nachbildung (Bild 2) bildet heute den Mittelpunkt der Computerausstellung im Museum für Verkehr und Technik in Berlin. 1941 hatte Zuse mit seiner Z3 die erste elektrische Rechenanlage mit 2400 Relais betriebsbereit. Eine Multiplikation dauerte damals 4 bis 5 Sekunden. Ein weiterer Schritt war der Einsatz von Elektronenröhren. Der amerikani16
Bild 2: 'HU GHXWVFKH (U¿QGHU .RQUDG =XVH XQG VHLQH 0LWDUEHLter Schweier und Saupe bei der Rekonstruktion des ersten Computers der Welt.
sche ENIAC-Rechner war 1946 mit 17 000 Elektronenröhren und anderen Bauelementen betriebsbereit. Die Anlage wog 30 Tonnen und schaffte eine Multiplikation in 2,8 tausendstel Sekunden. 1955 gab es die 2. Computergeneration mit den wesentlich kleineren Transistoren. 1958 wurde erstmals eine integrierte Schaltung ausgeführt, wobei als bahnbrechende Erfindung Schaltung und Komponenten aus demselben einheitlichen Material bestanden. Die stete Zunahme der Schaltelemente pro Siliziumscheibchen (= Chip) führte zur 3. Generation. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Schaltfunktionen je Chip fast alle 2 Jahre verdoppelt. Wir sind heute in der Lage, 17
Bild 3: 'HU 0HJDELW &KLS 6FKUHLEPDVFKLQHQVHLWHQ DXI einer Fingerkuppe (Siemens-Pressebild 1991). Nur mit der Lupe kann der Kriminologe die bei jedem Menschen anders verlaufenden Linien dieses Fingerabdrucks erkennen und analysieren. Die Feinstrukturen des vergleichbar großen Mikrochips sind dagegen nur noch unter dem Elektronenmikroskop auszumachen. Knapp 34 Millionen Bauelemente sind auf diesem 16 MegabitChip von Siemens integriert. Auf der Fläche eines QuadratmilOLPHWHUV PX‰WHQ GD]X ZLQ]LJH 6FKDOW XQG 6SHLFKHUNRPponenten untergebracht werden. Ihre kleinsten Elemente messen nur etwas mehr als ein halbes tausendstel Millimeter. Zum VerJOHLFK (LQ PHQVFKOLFKHV +DDU LVW PDO GLFNHU 'LHVHU (OHN tronikbaustein zählt zur jüngsten Generation dynamischer Halbleiterspeicher. (U NDQQ 0LOOLRQHQ JHQDX Â Â ,QIRUmationenseinheiten (Bits) aufnehmen. Das entspricht dem TextXPIDQJ YRQ 6FKUHLEPDVFKLQHQVHLWHQ ± GDV YRUOLHJHQGH %XFK hätte also etwa siebenmal auf einer Fingerkuppe Platz. +HXWLJH &KLSV YHUI•JHQ •EHU HLQH 6SHLFKHUNDSD]LWlW YRQ 256 Megabit, also dem 16fachen des oben gezeigten.
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sämtliche Telefonnummern der Stadt Braunschweig auf einem einzigen Chip zu speichern. Bild 3 zeigt einen 16-Megabit-Chip, wie er 1990 erstmals entwickelt wurde. Mikrocomputer leisten gegenwärtig mehr als vor zwanzig Jahren sälefüllende Maschinen – und für deren weitere Miniaturisierung und Geschwindigkeitssteigerung ist noch kein Ende abzusehen. Supercomputer verfügen heute über atemberaubende Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Der schnellste heutige Rechner bringt es auf mehr als 10 Milliarden Rechenoperationen in einer einzigen Sekunde, und diese Rekordmarke wird schon bald überholt sein. Kuriositäten: Die Einfälle der Menschen haben auch Erfindungen hervorgebracht, die heute zur Kuriositätensammlung gehören und uns nur noch zu einem überlegenen Schmunzeln veranlassen. So wurde 1910 unter DRP 235 849 eine »Sicherung gegen Diebstahl und Vertauschen von Kopfbedeckungen« patentiert. In der Begründung hieß es: »Die Erfindung wirkt in der Weise, dass sie in der Sicherstellung die innere Höhlung der Kopfbedeckung durch einen quer durch sie hindurchlaufenden Sperrteil versperrt und so die Benutzung unmöglich macht, gegebenenfalls aber auch zum Anschließen des Hutes an einen Garderobenständer oder dgl. dienen kann.« Eine Reihe von Erfindern empfand die beim Gehen erreichte Geschwindigkeit als zu gering und setzte hier entsprechend an. So meldete 1903 Robert Michael aus Leipzig seinen »Kurvenschuh« – eine Vorrichtung zur Vergrößerung der Schrittlänge – unter der Nummer 152 505 zum Patent an (Bild 4). In der Patentschrift hieß es: »Der Kurvenschuh soll der schnellen Fortbewegung der Menschen durch Gehbewegung dienen und im Notfalle die Möglichkeit gewähren, Hindernisse zu übersteigen, ohne dass der Läufer genötigt ist, das Gerät zu verlassen.« Schließlich kam Georg Erich Haehnel aus Griesheim 1920 auf die Idee, Gasmotorenzylinder unter die Füße zu schnallen, um ein sprunghaftes Vorwärtsbewegen zu ermöglichen (DRP 353 119). Ein weites Spektrum kurioser Erfindungen verspricht eine erhebliche Steigerung der Badewonne. Bild 5 zeigt selbsterklärend die von Carl Dittmann 1889 mit Patent Nr. 51 766 angemeldete »Wellenbad-Schaukel«. 19
Bild 4: Kurvenschuh von Robert 0LFKDHO WXQJ ]XU 9HUJU|‰HUXQJ GHU 6FKULWWOlQJH '53 20
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Bild 5: Wellenbad-Schaukel von Carl 'LWWPDQQ 9RUULFKWXQJ ]XU 6WHLJHUXQJ GHU %DGHIUHXGH '53
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Eine heute kaum noch nachvollziehbare Erfindung geht auf Ideen von Daniel Keutmann und August Coutelle aus Essen zurück. Unter DRP 142 380 meldeten sie 1902 eine »Vorrichtung zum Scheiteln des Kopfhaares« an (Bild 6). Der Patentanspruch war wie folgt formuliert: Damit jedermann »in den Stand gesetzt werde, ohne fremde Hülfe sein Kopfhaar an beliebiger Stelle schnell und gerade zu scheiteln, d.h. einen solchen geraden Scheitel machen zu können, der zu zwei an den Seiten des Kopfes gedachten geraden Linien parallel läuft«. 3HUSHWXD PRELOLD Zu einer nicht unerwähnt bleibenden Gruppe von Erfindungen gehören die »perpetua mobilia« (lat., das sich ständig Bewegende). Die zu dieser Kategorie gehörenden Erfinder haben oft ihr ganzes Leben und ihren Besitz eingesetzt, um eine utopische Maschine zu erfinden, die ohne Energiezufuhr ständig laufen sollte. Hätten sie grundlegende Naturgesetze (z.B. Energiesatz, Entropiesatz), die diese Art von Maschinen prinzipiell ausschließen, bedacht und akzeptiert, so wäre ihnen ein langer Irrweg erspart geblieben. Noch bis in unsere Zeit hin21
Bild 6: Vorrichtung zum Scheiteln des Kopfhaares von Daniel Keutmann und August &RXWHOOH '53
ein mühen sich manche Erfinder mit Fragestellungen ab, die auf ein perpetuum mobile hinauslaufen. Die in %LOG gezeigte Maschine von Alessandro Capra soll ein Rad darstellen, das – einmal in Bewegung gesetzt – ohne Energiezufuhr ständig läuft. Die Unmöglichkeit dieses perpetuum mobile 1. Art ist durch den Energieerhaltungssatz der Physik angezeigt. Die Perpetuum-Mobilisten haben der Wissenschaft dennoch einen beachtlichen Dienst erwiesen: Durch ihre unermüdlichen Anstrengungen haben sie belegt, dass die Naturgesetze durch keine menschliche Phantasie zu überlisten sind. 4 Arten von technischen Erfindungen: Betrachtet man einmal das Ergebnis und den Wert der verschiedenen technischen Erfindungen, so kann man die folgende Aufteilung vornehmen: 1. Es gibt zahlreiche technische Erfindungen, die unser Leben erleichtern und das menschliche Dasein verbessert haben: Kugelschreiber, Telefon, Auto und das elektrische Licht gehören heute zu den Selbstverständlichkeiten unseres Alltags, und wir 22
Bild 7: Idee für ein perpetuum mobile nach Alessandro Capra XP
vergessen dabei, dass menschlicher Erfindergeist hier wirksam war. Ohne die modernen medizinischen Geräte und Methoden wären unsere Krankenhäuser nicht mehr vorstellbar. Das Spektrum ist weit und reicht von der Rolle Leukoplast bis zur HerzLungen-Maschine. 2. Es gibt Erfindungen, die nie eine Bedeutung erlangt haben und die heute zu den Kuriositäten gehören [L1]. 23
3. Es gibt erfinderische Zielsetzungen, die das Unmögliche möglich machen wollten. Die Ideen der Perpetuum-Mobilisten waren Gedankengebilde, die sich nicht in die Wirklichkeit umsetzen ließen; es waren bedauerliche, aber seit der Kenntnis des Energiesatzes durch -XOLXV 5REHUW Meyer (1814 – 1878) vermeidbare Irrwege. 4. Schließlich gibt es Erfindungen, die man am besten gar nicht gemacht hätte, denn sie haben der Menschheit nur Not, Elend, Schmerz und Tod bereitet. Dazu gehören alle Kriegsgeräte sowie Folterinstrumente und -methoden. Die Erfindungsgabe der Menschen beschränkt sich nun nicht etwa auf technische Probleme, sondern hat auch alle Bereiche des Lebens und der Gesellschaft erfasst. So haben die Menschen ebenso alle möglichen Philosophien, Ideologien und politischen Systeme erdacht. Vor keinem Problem machte die Erfindergabe der Menschen halt. In diesem Kapitel haben wir eine erste Art von Erfindungen kennengelernt. Erfinder ist der Mensch.
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3. Was in keinem Patentamt verzeichnet ist Es gibt äußerst geniale Konstruktionen und Konzepte, an denen man wieder das Staunen lernen kann. Wir werden sie dennoch vergeblich in den Patentämtern suchen. Auf einige solcher Erfindungen sei hier beispielhaft unsere Aufmerksamkeit gelenkt: –
Wussten Sie, dass ein Buntspecht mit einer Klopfgeschwindigkeit von 25 km/h gegen einen Baum schlägt, ohne dabei eine Gehirnerschütterung zu bekommen? Bei ihm ist das erschütterungsfreie Gehirn erfunden, sodass er noch nicht einmal Kopfschmerzen bekommt.
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Wussten Sie, dass es Vögel gibt, die sich vorwärts, rückwärts, seitwärts und senkrecht nach oben und unten bewegen oder ganz einfach in der Luft stillstehen können? Bei den .ROLEULV ist dieser artistische Universalantrieb für die Fortbewegung in der Luft erfunden. Mit bis zu 80 Schlägen pro Sekunde erreicht die Frequenz des Flügelschlags einen Wert, der noch um 60 % die gängige Wechselstromfrequenz übertrifft. Kolibris atmen 250-mal pro Minute, und ihr Herz schlägt in dieser Zeit über tausendmal.
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Wussten Sie, dass ein Eselspinguin einen so geringen Strömungswiderstand (bezogen auf die Querschnittfläche; in der Strömungslehre als Widerstandsbeiwert cw bezeichnet) besitzt, dass kein strömungsoptimiertes Transportmittel der Technik – egal, ob U-Boot, Rennwagen oder beste Zeppelinkonstruktionen – mithalten kann. Dieser Pinguin hat eine so günstig gestaltete Form, dass er seine eleganten und schnellen Schwimmmanöver mit äußerst geringem Energieeinsatz bewältigt.
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Wussten Sie, dass es Fische gibt, die in 10 000 m Tiefe, also in absoluter Finsternis leben und die an ihrem Körper Lampen tragen, die mit 100 prozentiger Umsetzung von Energie 25
in Licht arbeiten? Hier sind Lampen mit unterschiedlichem Farblicht erfunden, bei denen nichts von der eingesetzten Energie als Wärmeverlust auftritt. (Technische Lampen erreichen nur einen Wirkungsgrad, der in der Größenordnung von 10 % liegt.) –
Wussten Sie, dass bei der Photosynthese, die in jedem Blatt stattfindet, das Licht der Sonne in chemische Energieträger umgesetzt wird. Ist Ihnen bekannt, dass dieser geniale Energieumsetzungsprozess noch von keinem Chemiker oder Verfahrenstechniker nachgebaut werden konnte?
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Wussten Sie, dass das menschliche Herz 100 000-mal an einem Tag schlägt und 2,5 milliardenmal in 70 Jahren? Dabei hätte es einen Wolkenkratzer mit Blut gefüllt. In einem dicht verzweigten Netz von 2500 km Arterien, Venen und Kapillaren – das ist immerhin die Strecke von Paris nach Moskau – werden alle Teile des Körpers mit Blut versorgt. Hier ist die wartungsfreie Pumpe erfunden, die (im allg.) ohne Ersatzteile ein Leben lang arbeitet.
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Wussten Sie, dass das Genom des Menschen (Erbsubstanz) 3 Milliarden genetische Buchstaben enthält? Würde man diese mit der Schreibmaschine in eine einzige Zeile schreiben, so reichte diese Buchstabenkette vom Nordpol bis zum Äquator. Würde eine gute Sekretärin mit 300 Anschlägen pro Minute an 220 Arbeitstagen pro Jahr bei einem Achtstundentag ununterbrochen daran schreiben, so würde ihr gesamtes Berufsleben nicht ausreichen, um diese Buchstabenmenge auch nur zu tippen. Sie wäre nämlich 95 Jahre damit beschäftigt! Das verwendete Speichermedium in Form der doppelspiraligen DNS-Moleküle benötigt nur ein Volumen von drei milliardstel Kubikmillimetern (3·10–9 mm3). Hier wurde eine so immense Speicherdichte realisiert, von der die modernsten Computer noch um Zehnerpotenzen entfernt sind. Von der Speicherdichte dieses Materials wollen wir uns einmal einen anschaulichen Eindruck verschaffen:
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