C. PETER WAGNER
DER GROSSE WOHLSTANDSTRANSFER
Der große Wohlstandstransfer C. Peter Wagner
© Christus für Europa / William Carey Verlag ISBN 978-3-944108-67-4 $XÀDJH 0DL Originaltitel: “The Great Transfer of Wealth” Bibelstellen der deutschen Version wurden in aller Regel der Elberfelder Übersetzung entnommen. hEHUVHW]XQJ 0DUNXV 5DSS Cover: Albrecht Fietz, Image Design &RYHUELOG ‹ ‹ /LVD 6 6KXWWHUVWRFN 'UXFN %RRNVIDFWRU\ Christus für Europa e.V. Berliner Straße 1 :HUQHXFKHQ 033398-918771 .RQWDNW LQIR#FKULVWXVIXHUHXURSD GH www.christusfuereuropa.de www.wcvshop.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort von Cindy Jacobs
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Kapitel 1
Soziale Transformation: Das Gesamtbild
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Kapitel 2
Gründung einer Reich Gottes Firma in Gottes Ökonomie: Das Zeugnis von Mani Erfan 29
Kapitel 3
Der Wohlstands-Transfer kommt
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Kapitel 4
Neutralisierung des Geistes der Armut
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Kapitel 5
Die Gleichnisse der Geld-Manager
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Kapitel 6
Wann wird Geld zu schändlichem Gewinn?
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Kapitel 7
Der Kreislauf des Reich Gottes Wohlstands
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Kapitel 8
Von Spenden-basierter Finanzierung zu Einnahmen-basierter Finanzierung
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Kapitel 9
Philanthropie des Reiches Gottes
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Kapitel 10
Eine Grundlage für freudiges Geben
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Weiterführende Bücher von C. Peter Wagner, die im William Carey Verlag erschienen sind:
Apostel Heute Apostel und Propheten Entdecke deine Geistesgaben Die Gemeinde in der Arbeitswelt Wie im Himmel so auf Erden
Erhältlich unter: www.wcvshop.de
Der grosse Wohlstandstransfer
Vorwort
P
eter Wagner sind Kontroversen nicht fremd, denn er hat sich nie davor gescheut, auch schwierige biblische Themen aufzugreifen, wie zum Beispiel den Dienst von Aposteln und Propheten, geistliche Kampfführung und viele andere. Jedes Mal, wenn er wieder einmal unter ein Trommelfeuer von Kritik gerät, dann lächelt er einfach und fragt: „Haben Sie meinen Namen auch richtig buchstabiert?“
Der Große Wohlstandstransfer greift auf mutige Weise das Thema des Geldes und der kontroversen Fragen auf, die mit dem Erlangen von Wohlstand für Gottes Absichten zusammenhängen. Als Professor für Gemeindewachstum untersucht Peter auch die Geschichte, um zu identifizieren, wann die biblische Sichtweise von Wohlstand durch die Vorstellung verfälscht und ersetzt wurde, dass Armut eine geistliche Tugend sei. Ich selbst komme aus einer Familie von Gemeindegründern, die jedoch auch durch die falsche Vorstellung beeinflusst war, dass Armut eine erstrebenswerte Eigenschaft sei, die uns demütig hält, und dass obwohl wir ständig mehr Geld brauchten, um neue Gebäude zu bauen! Wenn wir nur früher das Konzept verstanden hätten, dass Christen wohlhabend sein sollten. Um den gewaltigen Konflikt zu verstehen, der mit diesem Thema zusammenhängt, müssen wir den großen Einfluss des Geistes der Armut verstehen, der die Kirche infiltriert hat. Ein Plan von Satan, unsere Welt zu zerstören, scheint darin zu bestehen, uns davon abzuhalten genug Geld zu haben, um systemische Armut zu eliminieren! Es ist die Aufgabe der Kirche, sich um die Armen zu kümmern und Leiden zu mindern. Aber wie können wir anderen helfen, wenn wir nicht einmal uns selbst helfen können? Am anderen Ende des Spektrums sind die Anhänger des „bekenne es und besitze es“ Evangeliums, die einfach darauf warten, dass ihnen Wohlstand auf magische Weise zufällt. Wie kann Gott uns jedoch große Mittel zur Verfügung stellen, wenn wir nicht zuvor gelernt haben,
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C. PETER WAGNER gute Haushalter mit dem zu sein, was wir besitzen, und wie wir uns auf rechte Weise positionieren, um mehr empfangen zu können? Dieses Buch vermittelt eine biblisch ausgewogene Sicht des Reiches Gottes über das Thema des Wohlstands. Es gibt eine Fülle von biblischen Texten, um diese Wahrheit zu unterstützen, dass der Herr will, dass es uns wohl ergeht, damit wir ein Segen für andere sein können. Gott will, dass wir „Wohlstand für einen Zweck“ haben, wie Peter Wagner es nennt. Der Herr will, dass Sein Reich kommt, und dass Sein Wille hier auf der Erde geschieht, wie es im Himmel ist, weshalb Er Seinem Volk Zugang zu überschwänglichen und übernatürlichen Mitteln eröffnen will. Eines der Dinge, die ich am meisten an dem Pioniergeist von Peters apostolischer Arbeit bewundere, die er über Jahrzehnte geleistet hat, ist seine Fähigkeit an der Front dessen zu sein, was der Heilige Geist heute Seiner Gemeinde sagt. Sein neues Buch Der Große Wohlstandstransfer demonstriert einmal mehr die Tiefe seiner Einsichten, wobei diese Botschaft zunehmend auf den geistlichen Radars viele christlicher Leiter auftaucht. Lesen Sie dieses Buch mit einem offenen Herzen. Es wird sicher alte Denkweisen herausfordern und hinterfragen, die Sie durch Ihre Vorfahren geerbt und angenommen haben. Wenn wir jemals unsere Nationen transformieren wollen, dann braucht dies großen Wohlstand. Dies ist eines der wichtigsten Themen, in Bezug auf die Erfüllung des Missionsbefehls, das Gott heute weltweit betont. Cindy Jacobs Generals International, Dallas, Texas
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Der grosse Wohlstandstransfer
Kapitel 1
Soziale Transformation: Das Gesamtbild
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ieses Buch, wie der Titel sagt, handelt von dem großen Transfer des Wohlstands, den Gott seit langem für Sein Volk geplant hat. Warum glaube ich, dass dies der Fall ist? Seit vielen Jahren haben anerkannte Propheten Gottes diese Botschaft von Gott gehört und sind sich darin einig, dass dies geschehen wird. Aber nur ein oder zwei von ihnen haben für dieses Ereignis ein präzises Datum angegeben. Dennoch glaube ich, dass die meisten von uns, die heute leben, diesen Prozess des Wohlstandstransfers auf die eine oder andere Weise erleben werden. Viele die diese Botschaft empfangen haben, gründen ihren Glauben unter anderem auf die folgende Schriftstelle: „Und deine Tore werden beständig offenstehen, Tag und Nacht werden sie nicht geschlossen, um zu dir den Reichtum der Nationen zu bringen.“ (Jesaja 60,11). In heutiger Sprache ausgedrückt besagt dieser Vers, dass der Wohlstand der Nationen irgendwie in die Hände von Gottes Volk transferiert werden wird. Aber dies führt uns zu einer wichtigen Frage: Warum? Warum sollte Gottes Volk überhaupt auf solch eine Sache hoffen? Könnte diese Hoffnung nicht auch eine Haltung von Gier reflektieren? Könnte dies durch den Einfluss eines bösen Geistes inspiriert sein, den Geist namens Mammon? Oder kann es dafür einen höheren Zweck geben? Dieses erste Kapitel soll diese Fragen beantworten.
Der Missionsbefehl Der Missionsbefehl ist ein guter Ausgangspunkt, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Eine Sache, worin die meisten Christen übereinstimmen, ist das Verständnis, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, um den Missionsbefehl Jesu zu erfüllen. Zugegeben haben viele Christen wenig oder kein Verständnis, welche persönliche Rolle 7
C. PETER WAGNER sie dabei spielen sollen, um diesen Befehl von Jesus zu erfüllen. Leider gibt es zu viele Christen, die nicht einmal in der Lage sind zu formulieren was der Missionsbefehl beinhaltet. Dennoch werden die meisten Christen dem zustimmen, dass der Missionsbefehl eine wichtige Aufgabe für jeden Gläubigen ist, vor allem weil sie immer wieder darüber hören, wenn sie in die Gemeinde kommen. Betrachten wir daher den Missionsbefehl ein wenig näher. Der Missionsbefehl erscheint auf verschiedene Weise in allen vier Evangelien, und auch in der Apostelgeschichte. (Siehe Matthäus 28,1820; Markus 16,15-16; Lukas 24,46-49; Johannes 20,21-22; Apostelgeschichte 1,8.) Hier will ich mich jedoch auf die Version von Matthäus und Markus konzentrieren. Ich möchte auf den Unterschied zwischen den Aussagen des Missionsbefehls von diesen zwei Evangelien hinweisen. Wenn ich von Unterschied spreche, müssen wir erinnern, dass sowohl Matthäus und Markus beide die Worte von Jesus zitieren. Es ist nicht so, dass einer Recht und der andere Unrecht hat, sondern sie haben beide recht. Aber beide Schreiber entschieden sich verschiedene Aspekte des Missionsbefehls zu nennen. Beginnen wir mit dem Evangelium von Markus. Hier sind die Worte von Jesus, wie Markus sie berichtet: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer gläubig geworden und getauft ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden.“ (Markus 16,15-16) Dieser Missionsbefehl hat tausende von Missionaren in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder motiviert ihre Heimat zu verlassen und das Evangelium den verlorenen und unerreichten Volksgruppen auf jedem Kontinent der Welt zu predigen. Es ist sicher die Version, die Sie am meisten zitiert gehört haben. Hier sind die Worte des Missionsbefehls von Jesus, wie sie Matthäus zitiert: „Darum geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Matthäus 28,19) 8
Der grosse Wohlstandstransfer Manche Leute sehen keinen Unterschied zwischen diesen beiden Missionsbefehlen. Wenn Sie die Version des Markus-Evangeliums im Hinterkopf haben, dann werden Sie die Version von Matthäus so interpretieren, dass wir in so viele Nationen wie möglich gehen und dort so viele Jünger wie möglich trainieren sollen. Wir sollten so viele Individuen zu Christus gewinnen wie wir können. Ich wiederhole nochmals, dass dies wahr ist. Wir müssen Männer und Frauen zu Christus gewinnen. Aber es steckt noch mehr darin. Hier ist der Unterschied: Die Sicht von Markus ist persönlich, wohingegen die Sicht von Matthäus gemeinschaftlich ist. Matthäus redet von „allen Nationen“. Diese Betonung sollte genauer analysiert werden. Ein Schlüssel, um den Gebrauch des Wortes Nationen von Matthäus zu verstehen, ist das griechische Wort ethne zu untersuchen, das er hierfür gebraucht. Von diesem Wort stammt unser Wort ethnisch, was sich auf eine Volksgruppe bezieht. Der Missionsbefehl von Matthäus lässt sich daher wie folgt zusammenfassen: „Macht alle Volksgruppen zu Jüngern.“ Aber dies ist immer noch ein wenig zu eng. Der Begriff ethne beschreibt eine soziale Gruppe, in der Menschen eine kulturelle Einheit verspüren, wie in einer Nachbarschaft, einer Stadt, einer Berufsgruppe, oder einem Bundesstaat; oder in einer Volksgruppe, wie Koreaner, Spanier, Türken, Franzosen; oder in einer geographischen Nation, wie Deutschland, Schweden oder Vietnam. Der wichtigste Punkt ist, dass die Version des Missionsbefehls von Matthäus den Prozess der Jüngerschaft ganzer Volksgruppen betont, nicht nur von Individuen, wie dies bei der Version von Markus der Fall ist. Darum halte ich fest, dass der Missionsbefehl Jesu, wie er im Markus-Evangelium wiedergegeben wird von persönlicher Natur ist, während die Version im Matthäus-Evangelium von gemeinschaftlicher Natur ist. Dies ist kein unbedeutender Unterschied. Zum einen ist es eine viel größere Herausforderung eine ganze Nation zu Jüngern zu machen, als eine Seele zu Christus zu gewinnen. Und das ist es, worum es in diesem Buch geht. Ed Silvoso, der Gründer von Harvest Evangelism und dem Internationalen Transformations-Netzwerk stimmt dem zu. Das Ziel seines Dienstes ist es, die weltweite systemische Armut zu beseitigen. Er sagt 9
C. PETER WAGNER in seinem Buch Transformation – Change the Marketplace and You Change the World: „Das letztliche Ziel des Missionsbefehls, entgegen vieler religiöser Strömungen, ist nicht einfach nur Individuen zu Jüngern zu machen, sondern ganze Nationen zu Jüngern zu machen, und sie die Gebote Jesu zu lehren und sie zu taufen.“ (Dieses Buch ist 2004 auf Deutsch erschienen: Business – Freundliche Übernahme, Gottes Potenzial im Beruf entfalten, Down to Earth). Die meisten von uns haben ein tiefes Verlangen, unsere Nation – in meinem Fall die U.S.A. – eines Tages zu Christus kommen zu sehen, so dass unsere Nation eines Tages international wieder als eine christliche Nation gesehen wird, die erfüllt ist von den Segnungen Gottes und die durch die Werte des Reiches Gottes geleitet wird. An dem Tag wird Amerika als eine Nation Jesus Christus als Herrn bekennen! Damit dies geschehen kann, wird dies eine große Menge von Wohlstand erfordern!
Das Reich Gottes Wenn wir an die Struktur der Christenheit denken, dann denken wir gewöhnlich an die Kirche. Die Kirche Christi ist gewiss ein wichtiger Bestandteil, aber es ist hilfreicher mit dem Reich Gottes als Ausgangspunkt zu starten. Das Reich Gottes ist nicht auf die vier Wände der Gemeinde begrenzt. Die Gemeinde ist ein Teil davon, aber das Reich Gottes ist viel größer. Jesus hat Seine Jünger nie ausgesandt, damit sie das Evangelium der Gemeinde predigen. Er hat sie nie ausgesandt, damit sie das Evangelium der Errettung predigen. Er hat sie immer gesandt, damit sie das Evangelium des Reiches Gottes predigen. Das erste Mal, als Jesus das Wort Gemeinde im Neuen Testament erwähnt, ist in Matthäus 16,18, wo Er sagt: „Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Im nächsten Vers sagt Jesus Seinen Aposteln, dass Er ihnen die Schlüssel für diese Aufgabe geben wird. Ich finde es jedoch bedeutsam, dass Er ihnen nicht die Schlüssel für die Gemeinde gab, sondern die Schlüssel des Reiches Gottes. Ich glaube, dass Jesus damit sagen wollte, dass der beste Weg, um die Gemeinde zu bauen, die Ausdehnung des Königreiches Gottes ist.
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Der grosse Wohlstandstransfer Was ist das Königreich Gottes? Beachten Sie, dass das Wort „Königreich“ aus zwei Worten besteht, aus König und Reich. Es gibt kein Königreich ohne einen König. In unserem Fall ist der König Jesus Christus. Das Wort Reich deutet auf Herrschaft hin. Ein Königreich ist der Herrschaftsbereich eines Königs. Wir müssen uns bewusst machen, dass das Königreich Gottes keine geopolitische Region ist. Es hat keine staatlichen Grenzen und es stellt keine Ausweise aus. Es kann kein Mitglied der Vereinten Nationen werden. Es kann keine eigene Währung herausgeben. Wo existiert es dann? Es existiert überall dort, wo Menschen Jesus Christus als ihren Herrn und König anerkennen. Wenn Jesus Ihr König ist, dann befinden Sie sich im Königreich Gottes. Darum sagte Jesus: „Das Reich Gottes ist in euch!“ (Lukas 17,21). Die Herrschaft Gottes wird durch die Menschen ausgeübt, die Ihm nachfolgen. Heutzutage ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass wenn wir davon reden, Nationen zu Jüngern Jesu zu machen und das Königreich Gottes auszubreiten, dass wir nicht von einer Theokratie sprechen. Theokratie bezeichnet eine Nation, die von Gott regiert wird, was historisch jedoch gewöhnlich die Herrschaft durch die Kirche meinte. Der römische Kaiser Konstantin war der erste, der eine Theokratie aufzurichten versuchte, indem er das Christentum zur Staatsreligion des römischen Reiches machte, was ihm die Kontrolle über die Kirche gab. Auf den ersten Blick scheint dies eine gute Idee zu sein, aber Gott will kein politischer Herrscher sein. Das Königreich Gottes ist in Menschen und nicht in politischen Strukturen. Konstantin scheiterte kläglich mit diesem Versuch, und das Christentum, insbesondere der westlichen Kirche, erlitt eine dauerhafte Schädigung. Ebenso würden wir großen Schaden verursachen, wenn wir heutzutage versuchen würden, eine Theokratie in einer Nation aufzurichten. Ich habe den Eindruck, dass ich dies am Anfang betonen muss, weil in den letzten Jahren eine Reihe von Kritikern im Internet vielen von uns vorgeworfen haben, dass wir eine Theokratie errichten wollten, was jedoch etwas ist, wogegen ich immer eingetreten bin. Wenn ich davon träume, dass eine Nation wie Amerika, Jesus Christus als ihren Herrn bekennt, dann will ich damit nicht andeuten, dass die christliche Kirche oder irgendeine religiöse Institution das Land regieren sollte. Diese Rolle beschreibt Jesus nicht über das Reich Gottes. 11
C. PETER WAGNER Das Reich Gottes in unsere Städte, Regionen oder Nation einzuladen sollte niemals gefürchtet, sondern willkommen geheißen werden. Warum? Cindy Jacobs beschreibt die Segnungen, die das Reich Gottes bringt in ihrem Buch Reformation – Ein Manifest (bei Asaph erschienen): „Dies ist das Königreich, das wir in der Welt freisetzen müssen – ein Reich, das auf Gottes Liebe, Gerechtigkeit und Kraft beruht, in dem Korruption die Ausnahme ist, wo die Hungrigen und Armen genährt und gekleidet werden, wo die Gerichte wirklich Recht sprechen, wo die Regierung auf gerechte Weise regiert, wo Firmen nach ethischen Werten handeln, und wo das Bildungswesen mehr auf das Erkennen von Wahrheit ausgerichtet ist, anstatt auf die Indoktrination der Jugend mit den modernen Philosophien des Zeitgeistes.“
Das Herrschafts-Mandat Gottes ursprüngliche Absicht für die Menschen, die Er in Seinem Ebenbild geschaffen hat, war es, dass sie Seine Schöpfung regieren. Diese Wahrheit finden wir schon auf den ersten Seiten der Bibel, wo Gott den ersten Menschen Adam und Eva, die Er geschaffen hatte, sagte: „Seid fruchtbar und mehrt euch; füllt die Erde und macht sie euch untertan, herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel der Luft, und über jedes Lebewesen auf der Erde“ (1. Mose 1,28). Von dieser Bibelstelle entnehmen wir den Begriff des Herrschafts-Mandats, den wir in diesem Buch verwenden. Adam und Eva sollten vor allem eine persönliche Beziehung mit Gott haben und Ihn lieben. Aber Liebe ist nicht etwas, was erzwungen werden kann. Es muss freiwillig aus dem Herzen des Liebenden kommen. Darum musste Gott Adam und Eva als Wesen mit einem freien Willen und einem Gewissen schaffen. Es sollte ihre Entscheidung sein, ob sie Gott lieben oder nicht. Damit ihre Liebe authentisch sein würde, musste diese Entscheidung ihre eigene sein. Dasselbe Prinzip gilt auch für die Übernahme der Verantwortung über die Schöpfung zu herrschen. Adam und Eva konnten wählen, ob sie dem Herrschafts-Mandat gehorchen oder ob sie ungehorsam sein würden. Gott hatte ihnen die Autorität gegeben, diese Herrschaft auszu12
Der grosse Wohlstandstransfer üben und auch diese Herrschaft nicht auszuüben. Und diese Autorität ist auch für Sie und mich heute von Bedeutung. Warum? Weil Adam nicht nur der Name eines Mannes ist, sondern weil das hebräische Wort für Adam sich auf die ganze Menschheit bezieht. Auch wenn dies heute geschichtlich weit von uns entfernt zu sein scheint, hat die damalige Entscheidung von Adam auf uns heute einen Einfluss, weil wir ein Teil der Menschheit sind! Leider traf Adam, wie wir alle wissen, die falsche Entscheidung. Wie kam es dazu?
Die Versuchung und der Fall Adam traf die falsche Entscheidung, als Satan ihn versuchte. Satan war ursprünglich einer der herrlichsten Engel Gottes. Sein Name war Luzifer, was Engel des Lichts bedeutet. Aber er rebellierte gegen Gott und wurde darum aus dem Himmel auf die Erde verbannt (siehe Jesaja 14,12-15). Obwohl Satan ein machtvolles übernatürliches Wesen blieb, hatte Gott ihm die Autorität genommen, die er einst im Himmel besaß. Macht ohne die Autorität sie zu gebrauchen wird neutralisiert. Daher ist es leicht zu verstehen, warum es Satans tiefstes Verlangen war, einen Teil seiner Autorität zurückzugewinnen. Im Garten Eden gab Adam ihm diese Gelegenheit. Die meiste christliche Lehre über die Versuchung im Garten Eden betont, dass es Satans Verlangen war, Adam und Eva zur Sünde zu verführen, damit die Strafe für ihren Ungehorsam auf die ganze Menschheit übertragen werden würde. Obwohl das wahr ist, glaube ich nicht, dass dies die stärkste Motivation von Satan war, sie zu versuchen. Ich glaube, als sich Satan mit seinem Plan der Täuschung Eva nahte, dass er es in dem Bewusstsein tat, dass Gott der Menschheit die Autorität der Herrschaft übertragen hatte, und dass er Adam einen freien Willen gegeben hatte, so dass er auch in der Lage war, diese Autorität wegzugeben. Adam konnte wählen, ob er Gott oder Satan gehorchen würde. Als Adam sündigte, indem er dem Gebot Gottes gegenüber ungehor13
C. PETER WAGNER sam war, da übertrug er auf seine Nachfahren nicht nur eine sündige Natur, sondern Satan war auch in der Lage, Adam die Autorität über die Schöpfung wegzunehmen. Was war die Folge? Eine chaotische Schöpfung, die vom Bösen und von Perversion durchdrungen wurde! Die Dinge wurden kurze Zeit später so schlimm, dass es Gott gereute, dass er die Menschheit überhaupt geschaffen hatte und dass Er sie am liebsten vollkommen auslöschen wollte (siehe 1. Mose 6,6-7). Als die Schreiber des Neuen Testaments diese traurige Entwicklung beschrieben, da gaben sie Satan Titel wie der „Gott dieses Zeitalters“ (2. Korinther 4,4) und „Prinz der Mächte der Luft“ (Epheser 2,2). Jesus nannte ihn den „Herrscher dieser Welt“ (Johannes 14,30). Falls Sie die Autorität bezweifeln, die Satan seit dem Sündenfall im Garten Eden hat, brauchen Sie nur den folgenden Bericht über seine dritte Versuchung von Jesus in Matthäus 4 zu bedenken: „Da nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst.“ (Matthäus 4,8-9; siehe auch Lukas 4,5-7) Satan bot Jesus alle Reiche der Welt an, wenn Er ihn anbetet. Natürlich wissen wir, dass Jesus diese Versuchung überwand, indem Er das Wort Gottes zitierte: „Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben, du sollst den Herrn deinen Gott allein anbeten und ihm dienen“ (Matthäus 4,10). Mein Punkt ist jedoch, dass Jesus die Herrschaft von Satan über die Reiche der Welt nicht infrage stellte, die Satan ihm anbot – und zwar über alle Reiche! Satan mag der Herrscher dieser Welt sein, wobei die Position des Herrschers auch ein Reich impliziert, über das er regiert, aber Jesus kam auf die Erde, um die Dinge zu Gottes ursprünglichen Plan zurückzubringen. Jesus, der als der letzte Adam bezeichnet wird (1. Korinther 15,45), brachte etwas in die Welt, womit Satan bis dahin noch nicht in Berührung gekommen war, nämlich das Reich Gottes. Seine Ankunft auf der Erde war eine regelrechte Invasion des Reiches von Satan.
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Der grosse Wohlstandstransfer Die letzten 2.000 Jahre hat das Volk Gottes das Evangelium des Reiches Gottes verkündet, und hat mehr oder weniger geistlichen Kampf ausgeübt, um das Reich Satans zurückzudrängen und mit dem Reich Gottes zu ersetzen. Sie haben nicht gegen Fleisch und Blut gekämpft, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis (siehe Epheser 6,12). Wir haben immer noch einen weiten Weg vor uns, aber es wurden gewaltige Fortschritte gemacht, so dass der Leib Christi heute den Machtbereich des Teufels mit größerer Intensität angreift als je zuvor. Wir arbeiten daran, unser Herrschafts-Mandat auszuüben. Das Ziel hinter alledem ist es, das Gebet zu erfüllen, das Jesus uns gegeben hat: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ (Matthäus 6,10).
Soziale Transformation Wenn der Wille Gottes unser Ziel ist, dann werden wir unvermeidlich damit beschäftigt sein, unsere Gesellschaft zu transformieren. Erinnern wir, dass der Missionsbefehl, wie er in Matthäus überliefert wird, darin besteht, die Nationen zu Jüngern zu machen. Wie bereits erwähnt, ist das griechische Wort für Nationen „ethne“, was Volksgruppen bedeutet, die miteinander kulturell als soziale Einheit verbunden sind. Darum beinhaltet die Transformation unserer Gesellschaft auch die Transformation unserer Städte, unserer Nachbarschaften, unserer Regionen und aller Volksgruppen. Es ist eine gemeinschaftliche Transformation statt einer individuellen Transformation, und die Aufgabe ist mehr apostolischer als evangelistischer oder pastoraler Natur. In den letzten Jahren, wo ich mich intensiv mit sozialer Transformation beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass es viele verschiedene Faktoren gibt, die dieser Gleichung hinzugefügt werden müssen, wenn wir dies geschehen sehen wollen. Einige dieser Faktoren sind wichtiger als andere. Ich habe die Faktoren ausgewählt, die ich für die wichtigsten halte, und habe sie in der folgenden Grafik dargestellt.
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C. PETER WAGNER
Kosmische Kräfte
Soziale Transformation Die Gemeinde in der Arbeitswelt
Apostel der Arbeitswelt
Die Regierung der Gemeinde
Transfer von Wohlstand
Den Geist der Armut brechen
Das Land
Soziale Transformation Das zentrale Element in dieser Grafik ist der horizontale Balken, den ich „Soziale Transformation“ genannt habe. Dies ist das Ziel unseres Strebens. Ich habe den Begriff „Herrschafts-Theologie“ unter dem Element hinzugefügt, um uns an das biblische Mandat für soziale Transformation zu erinnern, das ich bereits beschrieben habe. Satan hatte Erfolg damit, sich die Herrschaft über die Schöpfung anzueignen, die Gott ursprünglich nur für die Menschheit gedacht hatte. Jetzt sind wir damit beauftragt, den Missionsbefehl von Jesus zu erfüllen, indem wir die Herrschaft von Satan wieder zurücknehmen, die Adam verloren hat. Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen wir einige bedeutsame Veränderungen in unseren Gedanken und unseren Handlungen vornehmen, die ich im Folgenden untersuchen will.
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Der grosse Wohlstandstransfer
Die Regierung der Gemeinde In der Grafik wird der Balken der sozialen Transformation durch zwei vertikale Säulen getragen, die Säule der „Gemeinde in der Arbeitswelt“ und die Säule des „Transfers von Wohlstand“, die jeweils auf einer Grundlage der „Regierung der Gemeinde“ und dem „Brechen des Geistes der Armut“ aufgebaut sind. Mit der Regierung der Gemeinde meine ich Gottes ursprünglichen Plan für die Gemeinde, die durch die Apostel geleitet wurde, und die in enger Verbindung mit den Propheten standen. Weil die Gemeinde sich so weit von dieser Form der Regierung in den vergangenen Jahrhunderten entfernt hat, ist es für viele Leiter von Kirchengemeinden heute so schwierig dies nachzuvollziehen. Weil sie durch menschliche Traditionen gelehrt wurden, fällt es ihnen schwer zu verstehen, dass Apostel die Kirche leiten sollten. Aus diesem Grund braucht es Paradigmenwechsel, um zu Gottes ursprünglichem Plan für die Regierung der Gemeinde zurückzukehren, was eine radikale Veränderung unserer Denkweise erfordert. Viele Leiter von Gemeinden, und auch ganzer Denominationen, haben sich entschieden, dass sie ihre Sichtweise nicht verändern wollen. Die Kirche der Assemblies of God (AOG) in den USA haben zum Beispiel offizielle Dokumente herausgebracht, die dieses Thema behandeln, und zwar eines im Jahr 1949 und ein weiteres im Jahr 2000. Darin erklären sie, dass die Vorstellung, dass Apostel und Propheten die Dienste der Gemeinde regieren sollten, ein Irrtum und eine Abweichung von der Schrift sei. Gemäß ihrer Sichtweise hat die Funktion der Apostel und Propheten, auf die sich das Neue Testament bezieht, irgendwann während der frühen Kirchengeschichte aufgehört zu existieren. Ich kann die Position der Assemblies of God sehr gut verstehen, weil es genau die Sichtweise reflektiert, die ich am Theologischen Seminar gelernt habe, und die ich selbst viele Jahre gelehrt habe. Mir ist bewusst, dass dies immer noch der vorherrschende Glaube in den meisten christlichen Denominationen ist. Ganz gleich ob ich dem zustimme, respektiere ich die Sichtweise der AOG, weil sie zu den führenden Kirchen gehören, die mehr für die Evangelisierung der Welt als die meisten anderen geleistet haben. 17
C. PETER WAGNER Eine andere Denomination, die der Effektivität in der Missionsarbeit nahekommt, sind die Southern Baptists (Südliche Baptisten), die eine ähnliche Sichtweise über das Amt des Apostels vertreten. Ich kann beide Denominationen nicht kritisieren, da sie der Richtlinie folgen: „Wenn es nicht kaputt ist, dann repariere es nicht!“ Ich gehöre zu denjenigen, die ihre Denkweise über diesen Punkt verändert haben, und ich bin mir bewusst, dass meine Position bis heute unter vielen christlichen Leitern als kontrovers angesehen wird. Daher muss ich meine Sichtweise so gut wie möglich darlegen, während ich gleichzeitig die Schlussfolgerungen anderer respektiere, was ich bereits in mehreren meiner Bücher getan habe, wie zum Beispiel in meinen Büchern „Apostel heute“ (2014 auf Deutsch im William Carey Verlag erschienen) und „This Changes Everything“ (noch nicht auf Deutsch erschienen). Ich möchte hier schnell hinzufügen, dass es meiner Meinung nach nichts im Neuen Testament gibt, das darauf hinweist, dass eine von Aposteln geführte Regierung der Gemeinde jemals hätte aufhören sollen. Die Bibel sagt: „Und Er selbst hat (Jesus bei Seiner Himmelfahrt) einige als Apostel andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Pastoren und Lehrer eingesetzt, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi“ (Epheser 4,11-12). Wie lange sollte diese Leitungsstruktur währen? In Epheser 4,13 erhalten wir die Antwort darauf: „Bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi.“ Sehr wenige christliche Leiter, die ich kenne, würden dafür argumentieren, dass wir diesen Punkt bereits erreicht haben. Darum ist es für mich eine sehr fragwürdige Denkweise anzunehmen, dass zwei dieser fünf Ämter irgendwann in der Geschichte aufgehört haben zu existieren, bevor das Ziel Gottes mit der Gemeinde erreicht worden ist. Wenn wir all dies im Hinterkopf behalten, dann ist die biblische Regierung der Gemeinde, die durch Apostel geführt wird, die in richtiger Beziehung mit den Propheten stehen, die Grundlage der linken Säule in meiner Grafik.
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Der grosse Wohlstandstransfer
Die Gemeinde in der Arbeitswelt In der Grafik ist die Säule, die auf der Grundlage der biblischen Regierung von Gemeinde aufgebaut ist, „die Gemeinde in der Arbeitswelt“. Die meisten Christen sehen die Arbeitswelt als den Ort an, wo die Mehrzahl von Gottes Volk an sechs Tagen der Woche arbeitet, wo sie dann nicht in der Gemeinde sind. Obwohl es viele Wege gibt, wie die Gemeinde oder die Ekklesia, gemäß Gottes Plan funktionieren soll, so müssen wir verstehen, dass sie vor allem das Volk Gottes selbst ist. Wo immer wir Gottes Volk finden, dort finden wir auch die Ekklesia. Wenn sich Gottes Volk zum Beispiel als Gemeinde am Sonntag versammelt, dann sind sie die wahre Gemeinde. Aber wenn dasselbe Volk Gottes in der Woche von Montag bis Samstag in der Arbeitswelt verstreut ist, dann sind sie immer noch die wahre Gemeinde, ganz einfach weil sie immer noch das Volk Gottes sind. Das ist es, was ich mit der Gemeinde in der Arbeitswelt meine. Aus der Soziologie habe ich hilfreiche Begriffe geliehen, indem ich die versammelte Gemeinde als die Nukleus-Gemeinde bezeichne, und die verstreute Gemeinde während der Woche die erweiterte Gemeinde. Es ist natürlich nur die eine Gemeinde Jesu Christi, aber es sind zwei bedeutsame Formen und Funktionen dieser einen Gemeinde. Eine wichtige Folgerung aus dieser Tatsache ist, dass die Gemeinde immer die Gemeinde ist, und dass das, was Gottes Volk im Gehorsam Gott gegenüber tut, sei es als versammelte Gemeinde oder als erweiterte Gemeinde in der Arbeitswelt, jeweils eine echte Form von Dienst ist. Dienst ist nicht auf die Nukleus-Gemeinde begrenzt. Die Arbeit in der Buchhaltung, im Kindergarten und in der Landwirtschaft sind Formen von Dienst, genauso wie das Leiten von Lobpreis, dass Durchführen von evangelistischen Versammlungen oder der pastorale Dienst in einer Gemeinde. Ich bin mir bewusst, dass diese Denkweise für viele Leute einen Paradigmenwechsel erfordert, aber es ist eine biblisch fundierte Sichtweise. Eine zweite Schlussfolgerung ist daher für mich, dass Apostel, Propheten und Lehrer sowohl in der erweiterten Gemeinde dienen sollen, genauso wie sie es auch in der Nukleus-Gemeinde tun. Die Bibel sagt: 19
C. PETER WAGNER „Und Gott hat sie in der Gemeinde eingesetzt: Erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer…“ (1. Korinther 12,28). Wir sind daran gewöhnt, diese Ämter in der Nukleus-Gemeinde zu haben, ich sehe jedoch keinerlei biblischen Grund dafür, warum diese Ämter nicht auch in der erweiterten Gemeinde von Gott gegeben sein sollten. Ich glaube, dass wir Apostel der Arbeitswelt haben, und dass sie eine ganz entscheidende Rolle für den großen Transfer von Wohlstand haben. Wenn Sie sich einmal die Grafik anschauen, dann werden Sie sehen, dass die einzigen Pfeile, die Aktivitäten anzeigen, die Pfeile sind, die mit den Aposteln in der Arbeitswelt verknüpft sind. Von einigen Ausnahmen abgesehen, haben die meisten Apostel in der NukleusGemeinde nicht die Fähigkeiten und die Erfahrung, um große Mengen von Wohlstand zu verwalten, und dafür zu sorgen, dass sie auf die richtige Weise für die Zwecke des Reiches Gottes verteilt werden. Daher sind die Apostel in der Arbeitswelt die geeignetsten Personen, um den großen Transfer von Wohlstand zu empfangen und durchzuführen.
Brechen des Geistes der Armut Die Grundlage der rechten Säule „Transfer von Wohlstand“ ist „Brechen des Geistes der Armut“. Im späteren Verlauf habe ich diesem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet, weil dies ein unverzichtbarer Schritt für den großen Transfer von Wohlstand ist, und daher will ich an dieser Stelle nicht viel mehr darüber sagen. Ich will jedoch erwähnen, dass wir es mit nichts weniger als einem hochrangigen Dämonen zu tun haben, der unter der Führung und Autorität von Satan wirkt, der, wie ich bereits erklärt habe, immer noch im übernatürlichen Bereich als „Herrscher dieser Welt“ wirkt. Leider haben viele Christen eine eher furchtsame, pazifistische Sichtweise gegenüber dem Geist der Armut angenommen, indem sie versuchen, dies mit Methoden der Soziologie und Psychologie zu erklären, und es als rein menschliche Probleme darzustellen. Diese Sichtweise vermeidet eine übernatürliche Konfrontation mit der Welt des Geistes, indem sie sich ausschließlich auf natürliche Lösungen für soziale und individuelle Probleme konzentriert, die jedoch durch den Einfluss des Geistes der Armut bewirkt wurden. 20
Der grosse Wohlstandstransfer Ich möchte vorschlagen, dass wir diese humanistische Sichtweise vermeiden. Als Jesus Seine Jünger aussandte, da sagte Er ihnen immer wieder, dass sie Dämonen austreiben sollen; Er sagt ihnen nie, dass sie Dämonen durch Seelsorge besiegen und hinausdrängen sollen. Wir können biblisch gesehen schlussfolgern, dass eine Auseinandersetzung mit dem Geist der Armut einen geistlichen Kampf auf der gemeinschaftlichen und auf der persönlichen Ebene erfordert. Es ist wahr, dass der böse Geist der Armut soziologische und psychologische Krankheiten und persönliche Verwirrung bewirkt, aber die erste Ebene der Lösung dieser Probleme sollte übernatürlich sein, und nicht natürlich. Im Kapitel über das Brechen des Geistes der Armut werde ich erklären, wie ich persönlich von diesem bösen Geist beeinflusst wurde, und wie er aus meinem Leben ausgetrieben wurde. Ich bin nicht länger durch Wohlstand beschämt, sondern ich heiße ihn willkommen!
Der Transfer von Wohlstand Die zwei Säulen in der Grafik, die den Balken der sozialen Transformation unterstützen und tragen, sind die Gemeinde in der Arbeitswelt, über die wir bereits gesprochen haben, und der Transfer des Wohlstands. Wir werden unser Ziel, alle Nationen zu Jüngern zu machen nicht erreichen, außer dass diese beiden Säulen positioniert und aufgerichtet sind. Verfügbarer Wohlstand ist notwendig für dauerhafte Transformation. Bedenken Sie dies: Im Verlauf der Geschichte der Menschheit waren es vor allem drei Dinge, die permanente Veränderungen in der Gesellschaft bewirkt haben – Gewalt, Wissen und Wohlstand. Und der größte Einflussfaktor von diesen ist Wohlstand gewesen! Diese Tatsache ist eine grundlegende These dieses Buches.
Kosmische Kräfte Im oberen Bereich der Grafik sehen Sie die Worte „Kosmische Kräfte“. Diese übergeordneten Mächte repräsentieren die Bemühungen des Gottes dieses Zeitalters, von Satan selbst, dass Reich Gottes daran zu 21
C. PETER WAGNER hindern, dass die Realität des Himmels auf der Erde manifestiert wird. Satan ist aktiv am Wirken, um die kosmischen Kräfte der Finsternis zu mobilisieren, damit die Freisetzung von Wohlstand für die Ausdehnung von Gottes Reich auf der Erde behindert wird. Ich habe bereits erklärt, wie Jesus das Reich Gottes auf die Erde gebracht hat, als eine buchstäbliche Invasion des Reiches von Satan, und wie Satan seither beständig an Boden und Einfluss verloren hat. Diese Invasion von Jesus und Seinem Volk provoziert „großen Zorn“ (Offenbarung 12,12) im Teufel, „weil er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat“. Niemand weiß genau, wie viel Zeit noch übrig bleibt, aber mit jedem neuen Tag, hat Satan weniger Zeit zur Verfügung als am Tag davor! Darum können wir es uns nicht leisten, die allgegenwärtige und aggressive Aktivität der kosmischen Kräfte der Finsternis zu ignorieren, die versuchen den großen Transfer von Wohlstand zu verhindern. Wir müssen Gottes Volk mobilisieren, um geistlichen Kampf in offensiver Weise zu führen, und nicht in der Defensive zu bleiben. Wenn wir die Mächte und Gewalten der Finsternis nicht konfrontieren, auf eine Weise die geplant und informiert ist, dann werden wir nicht erleben, dass der Wohlstand des Reiches Gottes auf die Weise freigesetzt wird, wie es sein sollte. An dieser Stelle ist nicht der Platz, um detailliert zu erklären, wie dieser geistliche Kampf durchgeführt werden muss, aber wir haben mittlerweile exzellente Bücher und Material zur Verfügung, die uns die Informationen liefern, um in diesen geistlichen Kampf zu treten.
Das Land Wie Sie in der Grafik sehen können, sind die beiden Säulen in dem Land verwurzelt. Wir müssen wissen, dass die kosmischen Mächte durch ihre Aktivitäten ständig versuchen, das Land hier auf der Erde geistlich zu verunreinigen. Wenn wir nicht die Gründe für die Verunreinigung des Landes in einer geographischen Regionen identifizieren, zu der Gott uns berufen hat, und wenn wir die Flüche auf diesem Land nicht neutralisieren, indem wir unsere Waffen des geistlichen Kampfes dafür nutzen, dann werden wir ständig in unseren Unternehmungen frustriert werden, den Wohlstand freigesetzt zu sehen. Es ist jedoch 22
Der grosse Wohlstandstransfer möglich, dass wir den Sieg erlangen. In 2. Chronik 7,14 finden wir Gottes Verheißung, dass wenn Sein Volk die richtigen Dinge tut, dann sagt Gott: „Ich werde ihr Land heilen.“ In den letzten Jahren haben sich unsere Kenntnisse und Fertigkeiten, die Festungen der Finsternis über dem Land aufzudecken, auf wunderbare Weise weiterentwickelt. Das Erstellen von geistlichen Landkarten ist der Begriff, der diese Handlungen beschreibt, die mittlerweile weltweit von prophetischen Fürbittern und ihren Teams umgesetzt werden. Das beste Arbeitsbuch über die Erstellung von geistlichen Landkarten ist das Buch von George Otis Junior, Informed Intercession: Transforming Your Community Through Spiritual Mapping and Strategic Prayer. Obwohl die Liste der potentiellen Quellen von geistlicher Verunreinigung des Landes viel länger ist, sind die vier häufigsten Ursachen dafür: 1. der Bruch von Bündnissen, 2. Götzendienst, 3. Blutvergießen, und 4. Unmoral. Wenn diese vier Probleme nicht auf effektive Weise behandelt werden, dann werden die zwei Säulen – die Gemeinde in der Arbeitswelt und der Transfer von Wohlstand – stark behindert werden.
Die sieben Berge Wir wollen uns hier kurz ein wenig genauer mit dem Konzept der Gemeinde in der Arbeitswelt beschäftigen. Ich habe bereits meine Überzeugung dargelegt, dass Gottes Volk die Gemeinde bildet, die Ekklesia, und zwar nicht nur wenn sie sich am Sonntag versammeln, sondern auch wenn sie während der Woche von Montag bis Samstag in der Gesellschaft verstreut sind. Ein nützliches Werkzeug, um den Fortschritt des Reiches Gottes in der Arbeitswelt darzulegen und um die nötigen Strategien zu entwickeln, ist das Konzept der sieben Berge der Gesellschaft. Es ist der Verdienst von Lance Wallnau, dass er dieses Konzept in den letzten Jahren dem weltweiten Leib Christi vor Augen geführt hat. Wallnau sagt dazu folgendes: „Die Gemeinde ermangelt kulturelle Kraft, weil sie sich darauf konzentriert die Welt von innerhalb des Gemeinde-Berges zu verändern, anstatt die Gemeinde in der Arbeitswelt frei23
C. PETER WAGNER zusetzen und zu bauen, um alle sieben Berge zu durchdringen … Das Evangelium in die ganze Welt zu bringen ist daher keine einfache geographische Reise mehr. Die Welt besteht aus einer Matrix von sich überlappenden Systemen oder Einflussbereichen. Wir sind von Gott berufen in die ganze Matrix zu gehen, und jedes System (Berg) mit einem Einfluss des Reiches Gottes zu durchdringen, der das System von innen her für sein größtes Potenzial freisetzt.“ Wenn wir uns die Gesellschaft im Allgemeinen anschauen, in jedem Teil der Welt, dann entdecken wir, dass sie aus sieben Bergen besteht, die Wallnau wie folgt aufzählt: Religion, Familie, Regierung, Bildungswesen, Medien, Künste & Unterhaltung und die Wirtschaft. Auf jedem dieser Berge fließt der Einfluss von oben nach unten, nicht von unten nach oben. Daher muss es unser Ziel sein, alles Nötige zu tun, um gläubige Christen mit einer Denkweise des Reiches Gottes an die Spitze von jedem Berg zu bringen.
Die sieben Berge
Das Reich Gottes hier auf der Erde
Religion Familie Regierung Bildungswesen Medien Unterhaltung Wirtschaft
Wir können nicht erwarten, eine dauerhafte soziale Transformation zu erzielen, indem wir nur zwei oder drei dieser Berge transformieren, sondern wir müssen alle sieben Berge transformieren. Da es eine Gemeinde in der Arbeitswelt gibt, wie ich bereits dargelegt habe, und da Gott meiner Ansicht nach Apostel und Propheten als die 24
Der grosse Wohlstandstransfer Grundlage der Gemeinde eingesetzt hat (siehe Epheser 2,20), macht es Sinn zu schlussfolgern, dass Gott auch Apostel und Propheten auf jedem der sieben Berge eingesetzt hat, und nicht nur auf dem Berg der Religion. Ich habe dies bereits gesagt, aber es ist wert wiederholt zu werden: Ich bin mir bewusst, dass diese relativ neuen Ideen verständlicher Weise eine Bedrohung für viele Leiter des Berges der Religion darstellen, weil sie immer annahmen, dass die gesamte Regierung der Gemeinde im Bereich ihres Berges angesiedelt ist. Mein Rat für diese Leiter ist, dass sie über die Notwendigkeit eines Paradigmen-Wechsels nachdenken, wenn sie auch in Zukunft an den neuen Bewegungen Gottes teilhaben wollen, sowie an dem großen Transfer des Wohlstands. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die einzelnen Elemente in der Grafik, die mit Pfeilen der Aktivität gekennzeichnet sind, die Apostel in der Arbeitswelt sind. Bevor wir nicht eine kritische Masse von Leitern auf jedem Berg aktiviert und bestätigt haben, glaube ich nicht, dass Gott den Wohlstand und Einfluss freisetzen kann, den wir erwarten.
Gottes Reich ist am Expandieren Ich möchte dieses Kapitel mit einem ermutigenden Wort abschließen. Es sind 2000 Jahre vergangen, seit Jesus mit dem Reich Gottes in das Reich Satans eingedrungen ist. Obwohl es sich vielleicht nicht so schnell entwickelt hat, wie wir es gerne hätten, ist doch das Reich Gottes auf die Erde gekommen und hat sich ausgedehnt wie im Himmel so auf Erden, seitdem Jesus auf die Erde kam. Heute ist die Menschheit in einer viel besseren Verfassung, so dass mehr Menschen Wohlstand und ein erfülltes Leben genießen, als zu der Zeit, bevor Jesus auf die Erde kam. Es ist wahr, dass wir immer noch ernsthafte soziale Probleme haben, wie Ungerechtigkeit, Korruption, Sexsklaverei, Kriege, Armut, Gewalt, Abtreibung, Krankheiten und Ähnliches. Oftmals betreffen uns diese Probleme so stark, dass es schwerfällt zu glauben, dass die Welt sich im Allgemeinen verbessert hat. Das Reich von Satan ist noch nicht vollständig entmachtet, so dass er immer noch die Macht hat, vielerlei böse Taten zu beeinflussen und zu bewirken. 25
C. PETER WAGNER Dennoch hat er nicht mehr so viel Macht wie einst. Zum Beispiel ist die Lebenserwartung der Menschen heute doppelt so hoch, wie es noch vor 2000 Jahren der Fall war. Der weltweite Wohlstand hat sich dermaßen vergrößert, dass heute mehr Familien im Besitz von Land, Häusern, Transportmitteln und Medien der Kommunikation sind, wie Computer und Handys. Heute sind Kriege und Sklaverei die Ausnahmen von der Regel in der täglichen Erfahrung der Völker, im Gegensatz zu dem, wie es einst gewesen ist. Ich war sehr ermutigt, als ich das Buch von Steven Pinker las, The Better Angels of Our Nature, worin er darlegt, wie Gewalt und Verbrechen über die Jahrhunderte in der Welt messbar zurückgegangen sind. Und Armut? Die Demographie der Welt zeigt, dass im Jahr 1990 mehr als 40 % der Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebten, während diese Zahl im Jahr 2010 bereits auf weniger als 20 % gefallen ist. Es kann erwartet werden, dass sich dieser Trend weiterhin positiv fortsetzt. Einige Leute mögen argumentieren, dass diese positiven Veränderungen nicht notwendigerweise das direkte Ergebnis der Aktivitäten von Gottes Volk seien. Diesen Leuten würde ich antworten, dass sie in einem gewissen Maße Recht haben. Dennoch glaube ich, dass jeder zustimmen kann, dass Gottes Volk die letzten 2000 Jahre gebetet hat, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden, und dass Gott diese Gebete beantwortet hat, auch wenn Seine Mittel zur Erfüllung dieser Gebete nicht immer direkt die Kirche einbezogen haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die dramatische Verringerung der Armut in China. In einer einzigen Generation hat die Regierung von China ungefähr 500 Millionen Menschen aus der Armut befreit, was die Bevölkerung der USA bei weitem übersteigt. In diesem Fall war das Mittel dafür überraschender Weise eine kommunistische Regierung. Aber um dieses Kunststück zu vollbringen, hatten die chinesischen Leiter große Mengen von Wohlstand zur Verfügung. Während ich dieses Buch schreibe, ist China dabei den USA den ersten Platz als größte Volkswirtschaft der Welt abzunehmen. Sicher wäre es wünschenswert, wenn diese sozialen Veränderungen durch das Volk Gottes geleitet worden wären, anstatt durch bekennende Atheisten. Meine Hoffnung und Gebet ist jedoch, dass die Dinge in der Zukunft anders sein werden. Wenn zunehmend Gläubige mit 26