C. PETER WAGNER
APOSTEL HEUTE Biblische Regierung für biblische Autorität
Apostel heute Biblische Regierung für biblische Autorität C. Peter Wagner © Christus für Europa ISBN 978-3-944108-39-1 1. Auflage April 2014 Originaltitel: Apostels Today Im Amerikanischen erschienen bei: Regal Books Copyright © 2006 C. Peter Wagner Bibelstellen der deutschen Version wurden in aller Regel der Elberfelder Übersetzung entnommen. Übersetzung: Markus Rapp Cover: Albrecht Fietz, Image Design Satz & Layout: Riccardo Meusel, www.buchlayout.net Titelabbildung: © Sergey Nivens, Fotolia Druck: Booksfactory, www.booksfactory.de Christus für Europa e.V. Berliner Straße 1 16356 Werneuchen 033398-918771 Kontakt: info@christusfuereuropa.de www.christusfuereuropa.de www.isddbibelschule.de http://cfeshop.rakuten-shop.de
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 Die Apostel sind aufgetaucht!
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Kapitel 2 Was Apostel tun
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Kapitel 3 Charakter z채hlt!
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Kapitel 4 Geistesgaben und apostolische Aufgaben
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Kapitel 5 Die Kraft eines Titels
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Kapitel 6 Apostolische Einflussbereiche
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Kapitel 7 Wie passen wir zusammen?
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Kapitel 8 Apostel in der Gesch채ftswelt
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Kapitel 9 Apostel f체r soziale Transformation
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Kapitel 10 Neuer Wein in neue Weinschl채uche
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Anhang:
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Was ist ein Apostel?
Kapitel 1
Die Apostel sind aufgetaucht!
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ibt es Apostel in der heutigen Gemeinde Jesu Christi? Die meisten Christen würden bestätigen, dass sie an die Existenz von Aposteln glauben, weil Jesus eine Gruppe von zwölf Aposteln berief und trainierte. Im Großen und Ganzen werden Apostel in der Regel jedoch als Persönlichkeiten einer längst vergangenen Zeit angesehen, wie beispielsweise die Wikinger, die römischen Legionäre, die spanischen Konquistadoren, oder die Pioniere des Westens in ihren alten Planen-Wagen. Sie haben gewiss ihren Beitrag in der Geschichte geleistet, aber ihre Zeit ist vorüber und die Welt hat sich verändert. Ein Grund, warum diese Denkweise so weit verbreitet ist, ist, weil die meisten der heutigen Pastoren und christlichen Leiter diese Sichtweise in ihrem Studium oder der Bibelschule gelehrt bekamen. Ich weiß es, denn ich war einer davon. Die Vorstellung, dass es auch heute noch Apostel unter uns geben könnte, existierte nicht in den theologischen Seminaren, die ich besuchte. Wir wurden gelehrt, dass die ursprünglichen 12 Apostel eine einmalige, außergewöhnliche Mission hatten, die zum Zeitpunkt ihres Todes erfüllt war. Und damit endete die kurze Lebensspanne der Apostel auf der Erde. Folglich schloss ich mein Studium mit der Überzeugung ab, dass es nach dem ersten Jahrhundert der Kirche keinen Dienst von Aposteln mehr gegeben hat. Aber weit gefehlt! Wir erleben heute die größten epochalen Veränderungen der Struktur der Kirche, die es je gegeben hat. Ich nenne es das „zweite apostolische Zeitalter“. 5
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Das zweite apostolische Zeitalter Das zweite apostolische Zeitalter ist ein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Meine Studien haben ergeben, dass es um das Jahr 2001 begann. Das erste apostolische Zeitalter dauerte weitere 200 Jahre an, nachdem die ersten Apostel des Neuen Testaments ihren Dienst beendet hatten. Damit will ich nicht sagen, dass die Kirche Jesu Christi für die 1.800 Jahre dazwischen in eine Art Winterschlaf gefallen wäre, denn das tat sie ganz gewiss nicht. Die wahre Kirche Christi war in allen Generationen lebendig, manchmal größer und manchmal kleiner, manchmal stärker, manchmal schwächer. In Matthäus 16,17 sagte Jesus: „Ich werde meine Gemeinde bauen.“ Und dies hat Er die letzten 2.000 Jahre durch Gottes Volk auf der Erde getan, während sie das Evangelium gepredigt, Jünger Jesu trainiert und Gefangene befreit haben! Apostel in der ganzen Kirchengeschichte Ich habe keinen Zweifel daran, dass Apostel in der ganzen Geschichte der Kirche aktiv gewesen sind. Leider waren feindliche Mächte immer wieder eifrig am Werk, sowohl in der unsichtbaren wie der sichtbaren Welt, um Gottes Volk so kleinlaut und unterwürfig wie möglich zu halten. Wenn wir jedoch zurückblicken, wer könnte leugnen, dass so große Männer wie Gregory Thaumaturgus, Martin von Tours, Patrick von Irland, Benedikt von Nursia, Bonifazius, Anselm von Canterbury, Savanarola, John Wycliff, Jan Hus, Martin Luther, Francis Xavier, John Knox, John Wesley, William Booth, William Carey, Hudson Taylor, und viele andere in den Jahrhunderten, wahre Apostel unseres Herrn waren? Eine Biographie von Dwight L. Moody, die im Jahr 1900 von Wilbur Chapman herausgegeben wurde, trug damals bereits den Untertitel „Zum Gedächtnis an den größten Apostel unserer Generation“. 6
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Dwight Moody im Jahr 1900 „einen Apostel“ zu nennen, war ganz gewiss eine Ausnahme der Regel. Im Allgemeinen wurden auch diejenigen, die zweifelsohne die Gabe und den Dienst eines Apostels hatten, vom Leib Christi nicht als solche bezeichnet. Es gab einige wenige Ausnahmen von der Regel, wie die Irvingiten des 19. Jahrhunderts und die Apostolische Kirche des frühen 20. Jahrhunderts, die jedoch als kleine Sondergruppen angesehen wurden. Aus geschichtlicher Sicht wurden Apostel nach den ersten beiden Jahrhunderten kaum noch als solche erwähnt. Aber die Zeiten ändern sich. Eine wachsende Zahl von christlichen Leitern erkennt mittlerweile sowohl die Gabe, als auch das Amt des Apostels an, und bestätigt beides offiziell in ihren Kirchen und Bewegungen. Die Apostel sind an die Oberfläche gekommen! Es brauchte etwas 100 Jahre, um dahin zu gelangen, wo wir heute stehen. Vier bemerkenswerte Bewegungen des Geistes Gottes haben die Grundlage für das zweite apostolische Zeitalter über mehrere Jahrzehnte vorbereitet: 1. Die afrikanischen unabhängigen Kirchen. Die ersten Gemeinden, die von westlichen Missionaren überall in Afrika gegründet wurden, ähnelten den Gemeinden zuhause in Europa, die die Missionare gesandt hatten. Sie ähnelten vom Erscheinungsbild und der Funktionalität sehr den Kirchen der deutschen Lutheraner, der britischen Anglikaner, der reformierten Kirche der Schweiz, den Congregationalisten aus Neu England, und anderen. Als die zweite Generation von christlichen Gläubigen heranreifte, wurden sie sich bewusst, wie wenig die Predigten von der Kanzel an die Kultur und den Kontext ihrer Umgebung angepasst waren. In der Folge trennten sich viele dieser jungen Christen von den Missionsgemeinden ihrer Eltern und gründeten unabhängige Kirchen, die nicht nur den theologischen Kontext berücksichtigten, sondern auch mehr die afrikanische Kultur 7
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reflektierten. Von der Leitungsstruktur her waren diese afrikanischen, unabhängigen Kirchen apostolischer Natur, obwohl der Titel Apostel nicht einheitlich verwandt wurde. Das Wachstum dieser neuen Kirchen und Gemeinde-Bewegungen übertrifft heute bei weitem das der traditionellen Kirchen in Afrika. 2. Die chinesischen Hauskirchen. Das phänomenale Wachstum der chinesischen Hauskirchen Bewegung begann, als Mao Tsê-tungs kulturelle Revolution im Jahr 1975 endete. In den darauf folgenden Jahrzehnten hat diese Bewegung eine evangelistische Seelenernte von epochalem Ausmaß hervorgebracht. Einige schätzen, dass heute 10 Prozent der Chinesen (mehr als 120 Millionen) gläubige Christen sind, und das trotz einer Regierung, die in den letzten Jahrzehnten auf gewaltsame Weise anti-christlich war. Auch diese Kirchen sind gemäß apostolischer Leiterschaft und Regierung aufgebaut, obwohl sie erst vor kurzem begonnen haben, den Titel Apostel offiziell zu nutzen. 3. Die Mega-Gemeinden Lateinamerikas. In den 80-er Jahren begannen die evangelikalen (protestantischen) Bewegungen in Lateinamerika exponentiell zu wachsen, da in den meisten Großstädten plötzlich Mega-Gemeinden entstanden. Diese Gemeinden haben zwischen 3.000 und 10.000 oder mehr Mitglieder, und werden von Pastoren geleitet, die meistens nie ein Training durch ausländische Missionare oder eine traditionelle Bibelschule erfahren haben. Viele dieser Pastoren wurden von Gott berufen, neue Gemeinden zu gründen, während sie Positionen in der Wirtschaft innehatten. Diese Gemeinden sind völlig in die Kultur Lateinamerikas integriert und werden apostolisch geleitet. 8
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4. Die unabhängige charismatische Bewegung in Nordamerika. Als ein Ableger der Pfingstbewegung, begannen in den 70-er Jahren unabhängige charismatische Gemeinden in den Vereinigten Staaten stark zu wachsen und sich zu multiplizieren. Einer der Hauptunterschiede zwischen den beiden Bewegungen ist, dass die pfingstlichen Gemeinden meistens eine demokratische Gemeindeleitung haben, während die unabhängig charismatischen Gemeinden häufig apostolischer Natur sind. Mitte der 80-er Jahre waren die charismatischen Gemeinden bereits die am schnellsten wachsenden Gemeinden in Amerika. Die neue apostolische Reformation Den Begriff, den ich für diese neuen Weinschläuche verwende, die Gott in Form dieser Gemeinden geschenkt hat, ist „neue apostolische Reformation“. Es ist eine Reformation, weil wir gegenwärtig die radikalste Veränderung erleben, wie Gemeinde gelebt wird, seit der protestantischen Reformation vor 500 Jahren. Sie ist apostolisch, weil die Anerkennung der Gabe und des Amtes des Apostels auf der langen Liste der Veränderungen, weg von den alten Weinschläuchen, die radikalste Veränderung ist. Und ich nenne sie neu, um sie von einer Reihe älterer traditioneller Gemeindegruppen zu unterscheiden, die den Begriff apostolisch in ihre Namen eingebaut haben. Da es über den Rahmen dieses Buches hinausgeht, können Sie mehr Informationen über die Merkmale dieses bedeutsamen Übergangs von alten Weinschläuchen der Denominationen zu den neuen Weinschläuchen der apostolischen Reformation, in meinem Buch Churchquake! (Ventura, CA; Regal Books, 1999) nachlesen.
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Die biblische Grundlage Wenn der Geist Gottes wirklich weltweit zu der Gemeinde Christi über die neuen apostolischen Weinschläuche geredet hat, die ich in diesem Buch beschreibe, dann muss dies auch eine biblische Grundlage haben. Es gibt drei Bibelverse, die als hauptsächliche Referenzstellen gelten, was die Anerkennung der Gabe und des Amtes des Apostels betrifft. Viele andere Bibeltexte unterstützen dies, aber diese drei Verse sind die wichtigsten: Epheser 4,11; Epheser 2,20 und 1. Korinther 12,28. Wir wollen jeden dieser Verse einzeln betrachten. „Und Er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer.“ (Epheser 4,11) In diesem Vers sehen wir, dass die fünf grundlegenden Ämter für die Zurüstung von Gottes Volk Apostel, Prophet, Evangelist, Pastor und Lehrer sind. „Er“ ist Jesus, der diese Gaben Seinem Volk sandte, als Er in den Himmel auffuhr, nachdem Er von den Toten auferstanden war und 40 Tage mit Seinen Jüngern verbracht hatte (siehe Epheser 4,8). Er gab daraufhin Seiner Gemeinde begabte Leute auf zwei Ebenen, 1) der grundlegenden Ebene oder Regierungs-Ebene, und 2) der Dienst-Ebene an den Heiligen (siehe Epheser 4,12). Ein häufig verwendeter Begriff für diese fünf Ämter ist „die Himmelfahrts-Gaben“, weil Jesus sie erstmals zum Zeitpunkt Seiner Himmelfahrt verteilte. Viele nennen sie „den fünffältigen Dienst“. Dies ist jedoch nicht die beste Bezeichnung, weil das Wort Dienst in Vers 11 gar nicht erwähnt wird. Das Wort Dienst kommt aber in Vers 12 als die Aufgabe aller Heiligen (aller Christen) vor, während die Aufgabe der Apostel, Propheten, 10
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Evangelisten, Pastoren und Lehrer als die Zurüstung aller Heiligen für ihren Dienst beschrieben wird. Dies mag auf den ersten Blick als geringfügiger Punkt erscheinen, was es jedoch nicht ist. Darum bezeichne ich diese fünf Gaben als grundlegende oder regierende oder zurüstende Ämter. „Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist.“ (Epheser 2,20) Ein sehr bekanntes Kirchenlied sagt, dass „die eine Grundlage der Gemeinde Jesus Christus, ihr Herr, ist.“ Das ist offensichtlich in einem generellen, theologischen Sinne wahr, da es gar keine Kirche ohne die Person und das Werk Jesu Christi geben würde. Wenn es jedoch um den Prozess des Wachstums und der Entwicklung der Gemeinde geht, nachdem Er in den Himmel aufgefahren war und die Erde verlassen hatte, scheint Jesus lieber als Eckstein gesehen zu werden, und nicht als Fundament. Die Grundlage oder das Fundament der Gemeinde sollte in allen Generationen durch die Apostel und Propheten gelegt werden. Der Eckstein ist ganz wesentlich, weil es der wichtigste Baustein ist, der Identität verleiht und der zentral ist, weil er die Grundlage zusammenhält, und weil er die Richtlinie für das Legen aller nachfolgenden Steine vorgibt, aus denen das Gebäude gebaut wird. Wenn eine Kirche allein Jesus hat, aber ohne Apostel und Propheten, dann hat sie keine Grundlage, von der aus sie ein solides Gebäude konstruieren kann. Die zwei, der Eckstein und die Grundlage, gehen Hand in Hand; das Eine kann ohne das Andere nicht auskommen. Die Formulierung in diesem Vers, „gebaut auf die Grundlage“, ist ein weiterer Grund, warum ich Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer die grundlegenden Ämter nenne. 11
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„Und die einen hat Gott in der Gemeinde gesetzt, erstens zu Aposteln, zweitens zu Propheten, drittens zu Lehrern, sodann Wunder-Kräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen.“ (1. Korinther 12,28) Die griechischen Zahlen in diesen Versen, proton (zuerst), deuterion (zweitens), und triton (drittens), weisen darauf hin, dass es sich hier nicht um eine zufällige Reihenfolge oder Auswahl von Gaben und Ämtern handelt. Proton bedeutet in diesem Vers, dass Apostel zuerst kommen, nicht unbedingt hinsichtlich Wichtigkeit oder Hierarchie. Hierarchie ist ein Konzept der alten Weinschläuche. Um es einfach zu formulieren: Eine Gemeinde oder Kirche ohne Apostel wird nicht so gut funktionieren wie eine Gemeinde oder Kirche mit Aposteln. Die traditionelle protestantische Kirche hat Apostel und Propheten als Ämter des ersten apostolischen Zeitalters verstanden, die jedoch nicht in der Geschichte der Kirche fortgesetzt wurden. Gemäß diesem Verständnis (das es heute keine Apostel und Propheten in der Gemeinde gibt), kommen dann Lehrer laut 1. Korinther 12,28 als Nächstes, so dass sie nunmehr die Ersten in der Reihenfolge der Kirche wären, was offensichtlich nicht der Fall ist. In den vergangenen 500 Jahren wurden protestantische Kirchen jedoch größtenteils durch Lehrer und Verwalter regiert, anstatt durch Apostel und Propheten. Das bedeutet, dass die obersten Leiter von Kirchen hauptsächlich Verwalter sind, gute, geistliche und weise Leiter, aber dennoch Verwalter. Von den meisten Pastoren von Gemeinden erwartet man, dass sie auch Lehrer sind (spätestens seit die Predigt der zentrale Punkt von wöchentlichen Gemeinde-Gottesdiensten geworden ist), wobei ihre Predigt ihr Hauptmittel für Lehre und Unterweisung der Gemeinde ist. 12
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Es ist faszinierend zu sehen, dass wir trotz solch einem unbiblischen Verständnis von kirchlicher Regierung im Lichte von 1. Korinther 12,28, die letzten zwei Jahrhunderte dennoch so gewaltige Fortschritte in der Evangelisierung der Welt gemacht haben! Stellen wir uns einmal vor, was als Nächstes weltweit geschehen wird, da wir jetzt die Regierungsform der Gemeinde in die richtige biblische Ordnung bringen. Verwalter und Lehrer sind sehr wichtig für ein gesundes Wachstum der Gemeinde, aber sie werden viel besser wirken können, wenn die Apostel und Propheten in ihren richtigen Positionen sind. Eines der größten Hindernisse in den Köpfen vieler, die zum ersten Mal die Neuigkeit von diesem Zweiten Apostolischen Zeitalter hören, ist ihre Annahme, dass die Apostel und Propheten, nachdem sie ihr Werk der Grundlegung der Kirche Christi in den ersten beiden Jahrhunderten vollendet hatten, plötzlich das göttliche Mandat von Aposteln auf der Erde aufhörte zu existieren, so als ob sie nicht länger notwendig wären. Diese bei vielen Christen tief verankerte Denkweise ist biblisch nicht haltbar, wenn wir uns nur die Aussage in Epheser 4,11 anschauen. Nachdem Paulus darauf hinwies, dass Christus der Gemeinde Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer gegeben hat, um die Heiligen zum Dienst zuzurüsten, nennt er auch die Länge der Zeit, für die das notwendig sein wird: „Bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi“ (Epheser 4,13). Wer kann vollen Ernstes behaupten, dass wir bereits an diesem Punkt angekommen sind? Die einzig mögliche und logische Schlussfolgerung ist, dass wir immer noch alle fünf Ämter in unserer Generation für den Bau der Gemeinde Christi brauchen.
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Apostel nach dem 2. Weltkrieg In Nordamerika fing Gott direkt nach dem 2. Weltkrieg an, Türen für die Entwicklung einer neuen Generation von Aposteln zu öffnen. Es geschah Mitte der 40-er Jahre, dass einige Gemeinden anfingen,
das Amt des Apostels anzuerkennen. Diese erste Bewegung kam jedoch nach einiger Zeit wieder zum Stillstand. In diesen Jahren entstanden Begriffe wie Spätregen, Erneuerungs-Bewegung, Befreiungs-Evangelisation und Hirten-Bewegung (Shepherding Movement), um nur einige zu nennen. Die Leiter dieser Bewegungen hatten große Erwartungen, dass ihre Dienste die ganze Kirche in ihrer Generation transformieren würden. Aber das geschah nicht. Die meisten dieser Bewegungen der Nachkriegszeit existieren heute gar nicht mehr; und diejenigen, die noch existieren, haben nur noch einen relativ geringen Einfluss. Die Leiter dieser Bewegungen waren jedoch echte Pioniere. Ihre apostolischen Bewegungen nach dem 2. Weltkrieg waren eindeutig von Gott inspiriert. Und sie waren herrlich! Unzählige Menschen wurden durch sie gerettet, geheilt, befreit, zu Jüngern gemacht, als Missionare ausgesandt und erlebten persönliche Erweckung. Aber viele der Pioniere dieser Bewegungen machten auch ihren Anteil von oftmals schwerwiegenden Fehlern. Das sollte uns nicht verwundern. Fehler zu machen gehört zum Dienst eines Pioniers dazu. Denken wir nur einmal an die Pioniere, die als Erste den Westen der heutigen U.S.A. besiedelten. Auch sie begingen viele Fehler. Sie töteten zum Beispiel zu viele Büffel. Sie brachen Versprechen, die sie den Indianern gemacht hatten. Sie ruinierten gutes Farmland. Aber trotz all ihrer Fehler, legten unsere Pioniere die Grundlage für das, was die Vereinigten Staaten heute sind, und wir können dafür nur den Hut vor ihnen ziehen. Aber wir sollten auch anerkennend den Hut vor den christlichen Leitern vor 50 Jahren ziehen! Sie sind die wahren Pioniere gewesen, die anfingen, die neuen Weinschläuche zu formen, mit denen wir heute im Leib Christi gesegnet sind. 14
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Es wurde mittlerweile von vielen Leitern anerkannt, dass ein Hauptgrund für die Schwächen der apostolischen Bewegung in der Nachkriegszeit darin bestand, dass der Weg für diese Apostel nicht auf die richtige Weise durch die Fürbitter und Propheten vorbereitet wurde. Apostel, die nicht auf die rechte Weise mit begabten Fürbittern und Propheten verbunden sind, können niemals all das werden, wozu Gott sie berufen hat. Fürbitter, Propheten und Apostel Wenn auch ihre Dienste und Anstrengungen in der Nachkriegszeit weitgehend ins Stocken gerieten, so starben sie dennoch nicht. Anfang der 90-er Jahre sprach Gott erneut zu vielen im weltweiten Leib Christi über die Wiederherstellung des Amtes des Apostels. Dieses Mal war der Prozess jedoch ein anderer. Dieses Mal geschah es organischer, zuerst durch das Amt der Fürbitter und dann durch das Amt der Propheten, um den Weg für die Apostel vorzubereiten. In den 70-er Jahren (1974 fand der erste Lausanner Kongress statt) liegen die Anfänge der enormen weltweiten Gebetsbewegung, die wir heute haben. Es geschah während dieser Zeit, dass der Leib Christi anfing, die Gabe und das Amt der Fürbitter anzuerkennen. In den 70-er und 80-er Jahren war es dennoch ungewöhnlich, sogar merkwürdig, wenn Gemeinden bestimmte Personen als „unsere Fürbitter“ bezeichneten. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Es ist selten, dass Gemeinden, sogar die meisten Freikirchen, den Dienst der Fürbitter nicht anerkennen. Dann begann im Laufe der 80-er Jahre die Gabe und das Amt des Propheten in den Gemeinden aufzutauchen. Das bedeutet nicht, dass es Propheten in den Jahren und Jahrhunderten davor nicht gegeben hätte, aber jetzt wurde ihr Dienst von einem viel größeren Teil des Leibes Christi verstanden und wahrgenommen. In den 90-er Jahren entwickelte sich der Dienst der Propheten zu 15
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größerer Reife, so dass er heute auf breiter Basis weltweit anerkannt und wertgeschätzt wird. Im Rückblick denke ich, dass wir Gottes Logik dahinter erkennen können, dass Er zuerst die Fürbitter und Propheten ins Spiel brachte, vor den Aposteln. Die Rolle der Fürbitter ist im Wesentlichen, im Riss zu stehen, und die Wege der Kommunikation zwischen dem Himmel und der Erde zu öffnen. Nachdem sie geöffnet wurden, kann die Stimme Gottes viel klarer gehört werden. Obwohl wir alle von Gott hören können, sind die Propheten die von Gott besonders begabten Individuen, um Gottes Stimme zu hören. Es ist ihre Aufgabe, die göttlichen Botschaften für Gottes Volk zu empfangen, und sie bekannt zu machen. Aber die meisten Propheten werden selbst zugeben, dass sie nicht wissen, was sie aufgrund der Worte tun sollen, die sie vom Herrn empfangen haben. Es sind die Apostel in Zusammenarbeit mit den Propheten, die die Aufgabe haben, die Dinge zu ordnen und umzusetzen, die Gott auf der Erde in einer bestimmten Phase getan haben will. Eine neue Aufgabe für das 21. Jahrhundert Ich schreibe über diese frühen apostolischen Pioniere nur vom Hörensagen, da ich ihren Dienst selbst nicht erlebt habe. Obwohl ich bereits 1955 für den christlichen Dienst ordiniert wurde, wussten die evangelikalen Kreise, in denen ich mich jahrzehntelang bewegte, so gut wie nichts von den Aposteln und Heilungsevangelisten. Die kurzen Erwähnungen, an die ich mich von meinen Theologie-Professoren in den 50-er Jahren erinnere, ordneten sie eher als extreme Randerscheinung ein. Bis zum Jahr 1993 kam ich nicht wirklich mit der apostolischen Bewegung in Berührung. In diesem Jahr erhielt ich jedoch eine klare, neue Anweisung von Gott, den apostolischen Dienst ganz oben auf meine persönliche Agenda zu setzen. 16
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Ich brauchte bis zum Jahr 1999, dem Ende des 20. Jahrhunderts, um das Buch Churchquake! über die neue apostolische Reformation zu schreiben. Das ist noch nicht lange her! Dies bringt uns zur Frage des Timings. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, die direkt nach dem 2. Weltkrieg begann, umfasst weniger als 3 Prozent der Geschichte des Christentums! Und die Zeit, seit Anfang der 90-er Jahre, seitdem die Idee der apostolischen Ordnung und Regierung der Gemeinde Jesu wiederhergestellt wurde, umfasst nur ein halbes Prozent der Kirchengeschichte. Das zweite apostolische Zeitalter befindet sich immer noch in der Kindheits-Phase, ist aber bereits sehr stark. Diese Bewegung ist keine neue Mode Erscheinung; es ist eine Bewegung Gottes! Wie aufregend, an dieser revolutionären neuen Ära mitwirken zu können, und festzustellen, dass wir an einem echten Wendepunkt in der Geschichte angelangt sind! Einige widersprechen Es gibt einige, die dieser Auswertung widersprechen. Damals, in den Pioniertagen nach dem 2. Weltkrieg, sprachen sich viele sehr bekannte Leiter deutlich gegen die noch schwache, aufkommende apostolische Bewegung aus. Wann immer die apostolischen Leiter einen ihrer profilierten und weithin öffentlichen Fehler machten – und einige von ihnen nahmen auch ein unehrenhaftes Ende – waren ihre Gegner stets zur Stelle, um auszurufen „wir haben es euch ja vorher gesagt!“. Ich bin der Überzeugung, dass der Hauptgrund, warum die Nachkriegs-Bewegungen sich nicht durchsetzen konnten, darin bestand, dass die Kritik sich hauptsächlich auf äußere Beobachtung stützte, und zu stark war, so dass die Pioniere sie nicht überwinden konnten. Auch heute noch erleben wir Kritik an der neuen apostolischen Reformation. Nehmen wir zum Beispiel Vinson Synan. Nur wenige werden widersprechen, dass Synan der führende 17
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Historiker der pfingstlich/charismatischen Bewegung ist. Sein Buch The Century of the Holy Spirit ist ein Klassiker. Meine hohe Wertschätzung von Synan ist genau der Grund, warum ich ihn als Repräsentanten in unserer Generation für die gegensätzliche Sichtweise auswähle. Hier ein Ausschnitt, was er schreibt: „Man kann beinahe grundsätzlich sagen, dass jeder, der sich selbst als Apostel bezeichnet, wahrscheinlich keiner ist. Ein Apostel ist nicht selbst ernannt oder durch eine christliche Versammlung gewählt, sondern wird vom Herrn selbst auserwählt.“ Die Assemblies of God, eine der angesehensten Freikirchen in den U.S.A., hat auch starke Vorbehalte gegenüber der neuen apostolischen Reformation. Einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1949, verkündete ihr Hauptvorstand: „Die Lehre, dass die Kirche auf der Grundlage von heutigen Aposteln und Propheten aufgebaut sei, ist ein Irrtum.“ Diese Sichtweise wurde im Jahr 2000 durch den Vorstand der Denomination erneut bekräftigt, indem sie bekannt gaben: „Die Lehre, dass Apostel und Propheten das Amt haben, den Dienst der Gemeinden zu gestalten und zu leiten, ist ein Abweichen von der Schrift und eine falsche Lehre.“ Wird diese Bewegung ins Stocken geraten? Ich zitiere diese kritischen Stimmen, um die Frage zu stellen, ob die gegenwärtige apostolische Bewegung auch in der Gefahr steht ins Stocken zu geraten, wie es bei der letzten geschehen ist. Ich glaube nicht, dass dies geschehen wird, und zwar aufgrund von vier Beobachtungen: 1. Wir haben von den Fehlern der früheren Pioniere gelernt, und wir sind entschlossen, sie nicht zu wiederholen. In meinen persönlichen Gesprächen mit vielen dieser heutigen Apostel, kann ich deutlich sehen, dass es um eine ganz neue Art von Leitern handelt. 18
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2. Dieser neuen Bewegung ging der Dienst von Fürbittern und Propheten voraus, die heute ein wichtiger Teil ihrer weiteren Entwicklung sind. Heute haben wir viele exzellente Bücher über Fürbitte und Prophetie. Während der Bewegung nach dem 2. Weltkrieg gab es so gut wie keine. 3. Die wachsende Vielfalt von wichtigen Büchern über verschiedene Aspekte des apostolischen Dienstes, die seit Anfang der 90-er Jahre erschienen ist, ist sehr beeindruckend. Viele Autoren entwickeln eine solide biblische, historische und theologische Grundlage für die Bewegung. Gott hat viele Einsichten offenbart (und tut es noch), die die ersten Pioniere nie hatten. 4. Die gegenseitige Rechenschaft von Aposteln untereinander, wird durch starke Netzwerke von Aposteln unterstützt, die sich durch ihre Kollegen für ihren Dienst und Charakter hinterfragen lassen (mehr dazu später). Gott hat Seiner Gemeinde die neuen Weinschläuche der neuen apostolischen Reformation geschenkt, und Er wird noch für lange Zeit neuen Wein in diese Weinschläuche ausgießen.
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