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Herztinte

Ăœber Wege, Wagnisse und Wunder

cube8


Herztinte Über Wege, Wagnisse und Wunder Redaktion: cube8 Lektorat: Gabriele Pässler Layout und Gestaltung: KEFFECT DESIGN, Konstanz Druck: CPI, Ulm Die im Buch zitierten Bibelverse sind folgenden Übersetzungen entnommen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM-Verlag GmbH & Co. KG. Bibeltext der Schlachter, Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. © cube8 Bücklestr. 13 | 78467 Konstanz | www.cube-8.eu 1. Auflage 2015, cube8, Konstanz ISBN: 978-3-944492-07-0


Inhalt

Herztinte 9

1

Zugang bitte freihalten!

2

Neuland 19 Wer wagt, gewinnt!

3

Einfach glauben Handfeste Früchte zum Reinbeißen

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4

Wenn man tot ist, lebt sich‘s besser Von Geisterbahnen, Frühwarnsystemen und dem einzig wahren Superhelden

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5

Unter Zwang

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6

Von Hunger und Heldenträumen Meine Reise in ein weites Land

57

7

Der Weg der Teilchen Ich bin dann mal weg

67

8

Starke Frauen und die Ordnungen Gottes Warum weder Marmeladekochen noch Emanzipation die Welt verändern

75

9

Funkenflug 85

10

Aus dem Leben einer Kämpferin In der Ruhe liegt die Kraft

91

11

Ich sehe was, was du nicht siehst! Warum Gemeinschaft alternativlos ist

99

11


12

Die andere Generation Jungdynamiker werden zu Mystikern

105

13

erziehungsweise 113

14

Fester Boden

15

Quergedacht 125 Zwischen Heilpraktiken und Heiland

16

Meine Schnittstelle und ich

133

17

Das offene Fenster

141

18

Im Herzen bewahrt

151

19

Wie wir die Welt retten wollten Von Fürbittern, Gebetshäusern und Irrtümern

157

20

Ausgeliefert 169 Gehorsam und der Rat der Brüder

21

Kleines Plädoyer für Ganzheitlichkeit

22

VonWegen 185

23

Tagebuch eines Waisenkindes

199

24

Innerer Glanz Im Licht meines Vaters

207

25

ZwischenZeiten Auszüge aus unserem Leben

213

119

177


Herztinte Pulsieren tut sie ganz tief drinnen, mal stürmisch laut, mal sanft und still. Erzählen will sie auf ihre Weise, in Farbe ganz groß oder schlicht in schwarzweiß. Bezeugen kann sie den kostbaren Spross, der lebendig wird in jedem von uns. Stückweise. Tastend. Fühlend. Findend.


°1 Dani

Auf gar keinen Fall Mein Mann Dario und ich wohnten in Freiburg. Er hatte gerade sein Studium in Konstanz beendet und seinen ersten Job in Freiburg angetreten; ich studierte noch. Wir waren frisch verheiratet und Teil einer recht bodenständigen Gemeinde dort. Dario hätte sich auch gut vorstellen können, nach der Hochzeit nach Konstanz zu ziehen; er hatte mir schon oft von seinem Freundeskreis dort erzählt, den er vom Studium her kannte. Für mich war aus verschiedenen Gründen ein Umzug dorthin allerdings überhaupt nicht denkbar, und wenn wir auf Besuch an den Bodensee fuhren, erlebte ich diese Zeiten oft recht angespannt. Ich lebte bis dato ein eher verstandesmäßig geprägtes Christsein und traf viele meiner Entscheidungen wie Berufswahl oder Zukunftsplanung aus meiner gutbürgerlichen, vernünftigen Einstellung heraus. Auf den Heiligen Geist hören oder gar im Glauben Schritte tun, die mein Verstand als leichtsinnig bis verrückt einstufte, das kannte ich nicht so und es kam mir auch suspekt vor. Mein Mann war da irgendwie ganz anders getaktet, das merkten wir im Verlauf unserer Beziehung recht schnell. Hätte ich damals nicht so viel Menschenfurcht gehabt, hätte ich ihn vermutlich gar nicht erst geheiratet, denn eine ganze Weile stand diese Unterschiedlichkeit schon ganz schön zwischen uns. Irgendwie war ich mir also felsenfest sicher, dass wir ganz bestimmt niemals nach Konstanz ziehen würden – aus besagten Gründen. Wieder einmal zu Besuch in Konstanz, waren wir bei einem Gebetseinsatz auf

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°4 Rahel

Von Geisterbahnen, Frühwarnsystemen und dem einzig wahren Superhelden Ich soll erzählen von meinen Erfahrungen mit Befreiung und Geisterunterscheidung? Was für eine Aufgabe! Spontan melden sich zwei Regungen in mir: Zum einen ist da der nicht-erneuerte Teil meiner Seele, der mich und meine Beziehung zu meinem himmlischen Vater, zu Jesus und zum Heiligen Geist infrage stellt und der bezweifelt, ob ich überhaupt etwas Qualifiziertes weitergeben kann. Dieser Teil will alles mit sich selbst ausmachen und erhebt den Anspruch, für alles eine eigene Lösung zu finden. Er bürdet mir Lasten auf, die ich nicht zu tragen bräuchte, produziert Stress und Überforderung und führt mich in Isolation. Dann gibt es aber noch diesen anderen Teil in mir, meine schon errettete Seele, die sich meinem Geist unterordnet. Dieser Bereich ist voller Hoffnung und fühlt sich so herrlich leicht und geschmeidig an! Er schwebt über den Dingen und kann sie aus der Position eines Adlers betrachten, was das Sichtfeld ungemein erweitert. Dieser Teil ist sich bewusst, dass er nichts kann, nichts weiß und nichts ist, aber er lebt davon, dass es diesen Einen gibt, der sein Leben für mich hingegeben hat: Jesus Christus von Nazareth, Gottes Sohn! Auf diese beiden Welten werde ich immer wieder zu sprechen kommen. Wer mit Jesus vorangehen will, tut gut daran, wenn er sowohl den einen als auch den anderen Bereich in sich orten kann. Ich habe nicht vor, dir Lösungen für deine Probleme zu geben. Aber falls du gerade in einer Herausforderung steckst, die du nicht verstehst, dann hoffe ich, dass dir meine Erzählungen Mut machen, Entscheidungen zu treffen, die zum Leben führen. Denn eines will ich vorausschicken: Der Weg mit Jesus ist einfach; wenn es kompliziert wird, ist

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°5 Aaron

unter zwang „Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ Obwohl ich diesen Vers damals eigentlich gar nicht verstand, bestimmte er eine ganze Zeit lang mein Leben, denn etwa zwölf Jahre lang war ich Teil eines christlichen Werkes mit den Schwerpunkten Barmherzigkeitsdienste und Evangelisation: wöchentliche Straßeneinsätze, Zeugnis geben in der Innenstadt, Pantomime, öffentliche Lobpreiszeiten auf dem Stadtplatz, Obdachlosencafé, Einsätze in der Drogenszene, Spielenachmittage in sozial schwachen Stadtteilen und nicht zuletzt Auslandseinsätze in Europa und darüber hinaus: der Hungersnot in der Dritten Welt begegnen, Häuser bauen nach dem Tsunami, Bibeln nach China schmuggeln etc. Dazu gab es eine fünfjährige vollzeitliche Zurüstung für ein Leben als Missionar. So eine Einleitung liest sich auf den ersten Blick wie der Auftakt einer radikalen Erfolgsgeschichte im vollzeitlichen Dienst: 25 Jahre jung und schon am Ziel der Träume! Was Gott von der ganzen Sache hielt, war für mich ganz klar: Ich war mir sicher, in seinem Willen unterwegs zu sein. Mein Handeln konnte ich jederzeit biblisch belegen, unter anderem mit dem eingangs genannten Vers. Und schließlich gründete das alles ja auf einer echten Sehnsucht – ich wollte meinem Gott mein ganzes Leben zur Verfügung stellen und zuerst und mit

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°8 Chrigi

Starke Frauen und die

ORDNUNGEN GOTTES Warum weder Marmeladekochen noch Emanzipation die Welt verändern Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mich vor Jahren auf einer Bibelschule vorstellte. Mit zwei Fragen wollte ich herausfinden, ob sie für mich geeignet wäre: 1. Welchen Stellenwert gab man dort dem Heiligen Geist? und 2. Welches Verständnis hatte man zur Stellung der Frau? Schon die erste Antwort überzeugte nicht, und die Rückmeldung auf meine zweite Frage disqualifizierte die Schule dann mit sofortiger Wirkung. Gemäß deren biblischem Verständnis erstreckte sich der Dienstbereich der Frau nämlich auf Frauen- und Kinderarbeit, Gebet und Mission. All die Themen, die ich damals attraktiv fand, wie Predigen, Leiterschaft oder Gemeindebau, waren den Männern vorbehalten. Nein, ich hatte nicht vor, marmeladekochend Frauen zu missionieren, noch wollte ich evangelistische Krabbelgruppen leiten oder für afrikanische Mütter Hygieneseminare durchführen (als Hintertür für Bekehrungsgespräche). Ich wollte die „richtigen“ Dinge anpacken können! So studierte ich also woanders, doch die Frage nach der Stellung der Frau wurde ich nie wirklich los. Aber über die Jahre veränderte sie sich sehr und wurde von einer eher strukturellen Grundsatzfrage zur sehr persönlichen Auseinandersetzung. Ich hatte mehr als zehn Jahre vollzeitlichen Dienst in Gemeinde und internationalem Missionswerk hinter mir, als der Herr mich in ein völlig neues Umfeld einpflanzte. So ziemlich das Erste, was mir dabei wirklich auffiel: Die Männer hier waren echt anders. Gleich zu Beginn erlebte ich eine Situation, in der ich von außen angegriffen wurde, und da standen doch tatsächlich Männer für mich ein und schützten mich.

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So etwas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt! Das war der Auslöser, dass ich meine bisherigen Annahmen zum Frausein noch einmal überdachte – und natürlich auch meine eigenen Erfahrungen als Frau. Ich fing an zu verstehen, dass ich womöglich gar nicht selbst für meinen Dienst kämpfen musste, um meine Berufung oder meinen Platz in der Gemeinde oder im Leben überhaupt, sondern dass Gott selbst mich einsetzen wollte. Eine schlichte Einsicht mit weitreichenden Folgen für die nächsten Jahre! Denn trotz meiner glorreichen Erkenntnis setzte Gott mich leider gar nicht sofort ein. Und das lag weniger an den Leuten um mich herum als an meinen Vorstellungen vom Dienst, denen Gott sich wohl einfach verweigerte. In meiner neuen Heimat beobachtete ich, dass Männer aktiv gefördert wurden: Einzelne wurden in Jüngerschaftsbeziehungen hineingenommen. Sie trafen sich zu regelmäßigen Gebetszeiten, es wurde bewusst in Männer investiert und man führte sie an Leiterschaft heran. Sogleich spürte ich zwei Herzen in meiner Brust schlagen! Einerseits war mir sofort klar, dass das absolut gut und richtig so war. Männer begannen ihre Verantwortung vor Gott wahrzunehmen und ihre Funktion als Haupt auszuüben. So verstand ich jedenfalls die Passage in Epheser 5 – sie waren schließlich von Gott dazu gesetzt worden und mit einer geistlichen Kraft ausgestattet, mit der man regieren konnte; das hatte ich bei uns Frauen noch nie entdecken können. Deshalb begrüßte ich das sehr! Genau das hatten wir Frauen uns doch schon immer gewünscht. Andererseits ahnte ich, was das für mich starke und unabhängige Frau bedeuten konnte: Ich verlor meine Position und damit ein gutes Stück meiner Selbstdefinition! Das war der Anfang einer tiefgreifenden und immer noch andauernden Auseinandersetzung mit Gottes Ordnungen und mit mir als Frau. Der Gedanke, dass sich die Männer dringend verändern müssen, ist uns Frauen ja gut bekannt. Doch dass wir Frauen diese Veränderung genauso dringend nötig haben, war mir bis dato leider weniger bewusst. Ich fand ja, dass ich recht gut mit dem Herrn unterwegs war. Doch ich musste erkennen, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Dieser Punkt hatte nichts mit Selbstannahme zu tun oder mit „Ich bin geliebt, ich bin schön“-Mantras. Ich merkte einfach, dass ich keine Vorstellung davon hatte, wer ich aus Gottes Sicht als Frau eigentlich war. Das war zuerst nur schlimm und sehr demütigend – bis mir auffiel, dass eigentlich nur der Stolz so argumentierte, und damit war die Richtung wieder klar. Na ja, sagen wir: etwas klarer. Es blieben ja erst mal die Fragen: Was prägte mich? Was

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°9 Florian

Funkenflug Die Aufgabe, einen lebendigen Brief zu schreiben, hat mich wochen-, ja monatelang beschäftigt. Immer wieder schwankte ich hin und her zwischen verschiedenen Aspekten, Bibelstellen und Hauptaussagen. Der Hinweis „Egal, was du schreibst – Hauptsache authentisch“ sollte eigentlich entspannend wirken. Eigentlich! An manchen Tagen könnte ich fast zu jedem beliebigen Thema ein Statement verfassen, an anderen bekomme ich keine drei klaren Gedanken zusammen. So auch hier: Mal sprudelten die Gedanken nur so – gerade beim Spazierengehen mit unserem Hund –, ein andermal dachte ich: Ich habe doch gar nichts mitzuteilen. Aber ich könnte wohl kaum über das Überwinden schreiben, wenn ich es nicht selbst auch praktizieren würde, und hier will ich zum Meister aller Klassen werden. Aus Gnade! Darum schreibe ich dir nur kurz ein paar Funken – womöglich reichen sie aus, um auch in deinem Herzen etwas zu beleuchten oder dich gar anzureizen zu guten Werken. Üblicherweise spicke ich meine Briefe, die ich zugegebenermaßen selten verfasse, nicht mit Bibelversen. Aber hier mache ich eine Ausnahme. Warum? Diese Stellen beschäftigen mich einfach. Sie fangen an, mein Denken zu verändern, und eröffnen mir neue Perspektiven. Ich lasse mich hineinziehen. Je öfter diese Funken sprühen, umso mehr fange ich Feuer. Nur: Dieses dann auch am

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