Lies mit mir!
Silvia Konstantinou
Daniel Fernández (Illustration)
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Silvia Konstantinou
Daniel Fernández (Illustration)






SCM ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen
Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
© 2021 SCM Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH
Max-Eyth-Straße 41 | 71088 Holzgerlingen
Internet: www.scm-verlag.de; E-Mail: info@scm-verlag.de
Titelbild und Illustrationen: Daniel Fernández, Senden
Satz: Katrin Schäder, Velbert
Druck und Bindung: Finidr s.r.o.
Gedruckt in Tschechien
ISBN 978-3-417-28917-6
Bestell-Nr. 228.917
Lesehilfe
In diesem Buch gibt es Wörter, die nicht leicht zu lesen sind. Sie gehören zur Geschichte von Lukas und Lena. Das sind sie:
Abenteuer .................. ABENTEUER
Cavalier King ............lies: KAWALIER KING
Charles Spaniel TSCHARLS SPANIEL
Chef ...........................lies: SCHEFF
Instinkt ....................... INSTINKT
manchmal .................. MANCHMAL
Mountainbiker ............lies: MAUNTÄNBAIKER
schnüffeln .................. SCHNÜFFELN


Lukas und Lena saßen am Rand des kleinen
Teiches. Beide hatten Schuhe und Socken ausgezogen und tauchten die Zehen ins kalte Wasser. Sie waren gleich nach der Schule in den Park gelaufen. Bei gutem Wetter machten sie das oft so. Die Sonne schien und die Vögel sangen. Die Menschen waren fröhlich. Nur Lukas und Lena nicht.

Die beiden hatten Kummer.
Wegen eines Hundes, den sie noch gar nicht kannten.
„Hast du noch eine Idee?“, fragte Lena ihren besten Freund Lukas. Dabei zog sie eine Augenbraue hoch.
Lukas sagte: „Vergiss es einfach!“
„Niemals!“, antwortete Lena trotzig und klatschte mit dem Fuß aufs Wasser. Davon wurden beide
nass. Lena lachte darüber. „Lass uns ein Eis essen gehen! Armando hat schon offen“, sagte sie.

Eis mochte er das ganze Jahr. Schnell zogen sich die Kinder an, packten ihre Schulranzen und liefen los. Armando verkaufte das beste Eis der Stadt. Die Wahl war nicht leicht! Lena und Lukas zählten ihr Taschengeld und wählten je drei Sorten. Beide

die gleichen: Erdbeere, Schokolade und Zitrone.
Bald darauf saßen sie mit vergnügten Gesichtern vor der Eisdiele. Es schmeckte wie immer köstlich!
Dabei vergaßen sie ihr Problem. Beide wollten nämlich so schrecklich gerne einen Hund haben. Und beider Eltern erlaubten keinen. Dieser gemeinsame Kummer vertiefte ihre Freundschaft.
Seit dem Kindergarten kannten sie einander. In der Schule gingen sie in dieselbe Klasse. Im Sommer spielten sie zusammen und hatten viel Spaß.

Aber dieser Sommer war anders.
Ein einziger Hunde-Jammer-Sommer! Auf einmal war dieser Wunsch da. Wie Schnupfen, bei dem die Nase immer lief. Nicht wegzuwischen.
Am Anfang dachten sie, sie könnten ihre Eltern überreden. Doch nichts half. Lenas Eltern sagten immer Nein.
Lukas’ Eltern erklärten es so: „Denk doch nach,

Lukas. Wir haben eine kleine Wohnung. Da ist wenig Platz für ein Tier. Ein Hund ist kein
Spielzeug. Man braucht täglich Zeit. Und ein Hund kostet Geld.“ Lukas wollte nichts davon hören. „Bis morgen!“, rief Lena, als sie fertig geschleckt hatte.
Fröhlich lief sie nach Hause. Sie wohnte nur zwei Straßen von Lukas entfernt.


Auch Lukas hatte nun gute Laune.

Doch kaum war er daheim, wurde er wieder unzufrieden. Er setzte sich zu seiner Mutter in die Küche. Er dachte nach. Ja, Lena hatte recht. Er wollte ebenfalls nicht aufgeben. „Lukas, kannst du bitte den Tisch decken?“

Lukas hörte seine Mutter nicht.
Er träumte von braunen Schlappohren und einer nassen Hundenase. Von großen Augen und einer


rauen Zunge. Von warmem Fell und sanftem Winseln.
Nun rief seine Mutter laut: „Hallo, Lukas, schläfst du?“ Erst das riss ihn aus seinen Träumen.
„Mama, ich wünsche mir so sehr einen Hund!“

Das passte gar nicht zu Mamas Bitte.
Doch es war das Einzige, was Lukas gerade denken konnte.
Lukas’ Mama verdrehte die Augen. Immer wieder dasselbe Thema. Das war anstrengend!
„Ach, Lukas“, sagte sie. „Dreimal am Tag eine
Runde drehen. Machst du das? Und auch am Sonntag früh aufstehen? Und nicht zum
Fußballspielen, weil du aufpassen musst? Und keine großen Geschenke, weil der Tierarzt teuer war?“
Lukas hörte gut zu und sagte ernst: „Ja, Mama!
Das wäre alles in Ordnung für mich.“ Dabei rollten dicke Tränen über seine Wangen. Geräuschvoll
zog er die Nase hoch und meinte: „Mama, ich kann es doch gar nicht beweisen. Ihr gebt mir ja keine Gelegenheit.“
So hatte seine Mama das noch nie gesehen. Sie wollte doch für alle Menschen offen sein. Auch immer wieder aufs Neue. So wie Jesus in der Bibel. Sie wollte nichts einfach so ablehnen. Das war ihr wichtig. Also sagte sie: „Lukas, bitte putz dir die Nase und deck jetzt den Tisch!

Ich werde noch einmal mit Papa reden.
Versprochen.“
Gut, dachte Lukas. Alles ist besser als ein Nein. Beim Abendessen war Lukas still. Doch es schmeckte ihm. Er lachte sogar mit Papa über dessen Witze. Nach dem Essen spielten sie zusammen noch „Mensch ärgere Dich nicht“. Lukas gewann zweimal und fand, dass der Tag gut endete.