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Leseprobe


Inken Weiand

Maja und Bella

F Reitturnier mit Hindernissen


Der SCM-Verlag ist eine Gesellschaft der Stiftung Christliche Medien, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

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© 2015 SCM Kläxbox im SCM-Verlag GmbH & Co. KG Bodenborn 43 | 58452 Witten Internet: www.scmedien.de; E-Mail: info@scm-klaexbox.de Die Bibelverse sind, wenn nicht anders angegeben, folgender Ausgabe entnommen: Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten. Umschlaggestaltung: Ulrike Vohla, grafikdesign-storch, Rosenheim Titelbild und Illustrationen: Christoph Clasen, Hamburg Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck Gedruckt in Deutschland ISBN 978-3-417-28659-5 Bestell-Nr. 228.659


Inhalt

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26.

Maja hat ihr Pony im Griff ....................................... 5 Sturmwind wird schön gemacht ............................. 9 Geschwister außer Rand und Band...................... 13 Die Pferde sind los ............................................... 18 Nervige Geschwister ............................................ 23 Ein neues Pferd .................................................... 27 Zachäus bekommt eine zweite Chance ............... 31 Bella ist ein tolles Pferd ....................................... 35 Schlamassel beim Kuchenbacken ....................... 39 Anmeldung für ein Turnier .................................... 44 Streit unter Erwachsenen ..................................... 49 Jede Menge Möhren ............................................ 54 Geschicklichkeitsübungen .................................... 58 Politik.................................................................... 62 Durcheinander in der Halle ................................. 67 Ärger mit Sarah – aber nicht nur .......................... 72 Ein wunderbarer Ausritt ........................................ 77 Spaßige Arbeit im Heu ......................................... 81 Elko ...................................................................... 86 Zickenalarm auf dem Sonnenhof ......................... 91 Wie zwei Freundinnen.......................................... 95 Einzelreitstunde.................................................... 99 Ausritt mit Simone .............................................. 103 Große Aktion in der Mädchengruppe.................. 108 Wie im Kindergarten ........................................... 112 Omas Geburtstag ............................................... 116

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27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38. 39. 40.

Streit um das Lieblingspferd............................... 120 Immer diese Extrawürste.................................... 124 Mäxchen, das Zirkuspferd .................................. 128 Eine große Enttäuschung ................................... 132 Ein braves Pony? ............................................... 136 Gut, wenn man Freundinnen hat! ....................... 139 Die Unterschrift................................................... 142 Rettung in letzter Minute? .................................. 145 Die Welt ist schön! ............................................. 148 Anhängerprobe................................................... 152 Maja kann nicht schlafen.................................... 156 Es geht los! ........................................................ 159 Ein verpatzter Ritt ............................................... 163 Wird es Maja schaffen? ..................................... 168

Zum Nachschlagen / Register ................................... 176 Vielleicht fallen dir beim Lesen Wörter auf, die du nicht kennst. Wenn du wissen möchtest, was sie bedeuten, lege dein Lesezeichen an die Stelle im Buch, wo du gerade eine Pause machst. Dann schlage Seite 176 auf. Dort findest du eine Liste mit Erklärungen zu vielen Begriffen. Weil die Wörter nach dem Alphabet sortiert sind, findest du sicher schnell, was du suchst!

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1. Maja hat ihr Pony im Griff

„Und die Abteilung trabt an!“, ruft Svenja über die Reitbahn. Maja pariert ihre Isländermixstute Bella halb durch und gibt in den Zügeln etwas nach. Als Baldemar, der vor ihr läuft, antrabt, fällt Bella in eine unruhige Mischung aus Tölt und Trab. Und das wollte Maja nun wirklich nicht erreichen. „Maja, treib die Kleine an, lass sie sich strecken!“, ruft Svenja aus der Mitte. Maja konzentriert sich. Sie treibt mit den Unterschenkeln und gibt Bella mehr Zügel frei, dazu schnalzt sie leise mit der Zunge. „Und los, meine Süße!“ Bella hat wohl inzwischen bemerkt, dass Baldemar schon einen ziemlichen Vorsprung gewonnen hat. Sie setzt sich sofort in ein schnelleres Tempo und trabt los. Maja beeilt sich, leicht zu traben, damit das Pferd es nicht so schwer hat. Ob Svenja jetzt zufrieden ist? Maja schielt nach links in die Bahnmitte. Aber Svenja ist gerade damit beschäftigt, Petras Sitz zu korrigieren, weil das Mädchen wie meistens weit nach vorne im Sattel kippt. Und dann hilft sie Soso dabei, sich gegen die zickige Rosa durchzusetzen. So viele Pferde! Und jedes ist anders, denkt Maja. Die verfressene Motte, die zickige Rosa, der brave Baldemar – jedes hat seinen eigenen Charakter. Dafür müssen sie nicht erst Privatpferde sein wie Laura-Sophies sensible Wüstenprinzessin und Majas Schatz Bella.

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„Maja, du bist aus dem Rhythmus! Passe dich Bellas Rhythmus an, damit du ihr nicht in den Rücken knallst!“, mahnt Svenja von der Bahnmitte. Maja seufzt. Beim Reiten muss man an so viele Dinge gleichzeitig denken! Schenkelhilfen, Zügelhilfen und Gewichtshilfen, dabei die richtige Haltung, und auf die anderen Pferde muss man natürlich auch noch achten, damit es keinen Unfall gibt. Nun sagt Svenja einen Richtungswechsel längs durch die Bahn an. Laura-Sophie führt die Abteilung auf ihrer Araberstute Wüstenprinzessin. Sie kommt Maja und Bella nun als erste entgegen. Hoheitsvoll sieht Laura-Sophie auf Maja herab. „Sorge bitte dafür, dass dein dickes Pony nicht in meine Prinzessin rennt!“, flötet sie im Vorbeireiten. Maja ärgert sich. Was hat diese Laura-Sophie schon wieder zu meckern? Sicher, sie reitet viel besser als Maja. In vorbildlicher Haltung sitzt sie auf dem Pferd, aufrecht und dabei locker. Pferdemaul, Zügel und Unterarm bilden eine Linie, genauso, wie Svenja es immer haben will. Übrigens ist Bella kein dickes Pony, denkt Maja beleidigt. Bella ist genau richtig. Sie ist ein Isländermix und nun mal etwas kräftiger als ein zierlicher, schlanker Araber. Ihr geschecktes Fell ist wuschelig und die Mähne üppig. Sie ist ein liebes und manchmal auch ein bisschen freches Tier. Doch vor allem ist sie Majas eigenes Pony. Svenja lässt die Kinder ihre Pferde durchparieren. Die Pferde wissen genau, dass die Reitstunde bald zu Ende ist. Baldemar setzt sich zielstrebig Richtung

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Bahnmitte in Bewegung, denn dort muss man sich am Schluss aufstellen, das weiß er genau. Zum Glück ist Bella nicht so ein Pferd, das einfach nur nachmacht, was das Pferd vor ihm macht. Maja hält sie ganz leicht auf dem äußeren Hufschlag. Petra aber, die Baldemar reitet, wird ermahnt: „Lass dich von dem Dicken nicht austricksen!“, ruft Svenja. „Setz dich durch! Er soll noch ein paar Runden gehen!“ In der Zwischenzeit hat Anettes Racker wohl beschlossen, dass es lustig wäre, Baldemar nachzuahmen. Er geht ebenfalls in die Mitte der Bahn. Und da nun bereits zwei Pferde dort stehen, ist es für die anderen noch viel interessanter, sich anzuschließen. Da mögen Anette und Petra noch so sehr kämpfen – die beiden stehen, wo sie stehen. Motte und Rex laufen zwar brav die Runde weiter, doch nur bis zur Längsseite. Dann wenden sie sich ebenfalls nach innen und nehmen neben ihren Kameraden Aufstellung. Laura-Sophies Wüstenprinzessin gehorcht natürlich, wie Maja aus den Augenwinkeln erkennen kann. Aber Bella ist auch lieb. Sie dreht zwar die Ohren in Richtung Bahnmitte, aber sie bleibt brav auf dem Hufschlag. Inzwischen stehen alle anderen Pferde in der Mitte. „So geht das aber nicht“, meint Svenja kopfschüttelnd und geht auf die stehenden Pferde zu. „Und los!“, ruft sie. „Auf, ihr Faulpelze!“ Motte und Racker begeben sich sofort wieder auf die Außenbahn, die anderen folgen ihnen. Nur Baldemar schaut Svenja an, als frage er sich, ob sie noch richtig im Kopf sei. „Stundenende heißt doch wohl Stundenende“,

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scheint er zu denken. Aber nach einem kleinen Klaps auf den Po setzt auch er sich wieder in Bewegung. Svenja lässt die Kinder noch zwei Runden reiten, dann dürfen die Pferde endlich alle in die Mitte und die Reiter steigen ab. „Gut, wie du Bella im Griff hast“, lobt Svenja Maja im Vorbeigehen. „Vielleicht melde ich dich doch mal bei einem Freizeitreiter-Gangpferdeturnier an.“ Maja freut sich über das Lob. Aber an einem Turnier muss sie nun wirklich nicht unbedingt teilnehmen. Ein Turnier ist stressig. Mit ihrem Halbisi gewinnt sie bestimmt nicht und außerdem reitet sie auch gar nicht so gut. Sie hat bloß ein schlaues Pferd, das ist es. „Mal sehen“, murmelt Maja, während sie Bella zum Anbindebalken führt. Dort steht schon Anette und zankt liebevoll mit ihrem Pony Racker herum. „Kannst du denn nicht mal auf mich hören, du Frecher?“ Racker schnaubt leise. Er weiß, dass Anette ihn mag, und will ihr das auch zeigen. „Ist ja gut, mein Schatz“, murmelt Anette. Sie denkt nach. „Aber ich werde wohl doch noch mehr Stunden mit dir nehmen müssen.“

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2. Sturmwind wird schön gemacht

Wie immer nach der Reitstunde reitet Maja noch zum Grabenhof hinüber. Hier wohnen Biehlmanns, deren Pferde zusammen mit Majas Bella eine kleine Herde bilden. Früher gehörte Bella Simone Biehlmann, aber die reitet jetzt Sturmwind, einen Holsteiner, mit dem sie auch ab und zu an Springturnieren teilnimmt. Die Stute von Herrn Biehlmann heißt Lady. Sie ist ein Fjordpferd. Mit dem hellen Fell sieht sie besonders hübsch aus. Seit Neuestem hat auch Frau Biehlmann ein eigenes Pferd: das Pony Pünktchen. Es hat sich gut in die kleine Herde eingefügt. Maja reitet über die Felder. Es fängt an, leise zu tröpfeln, aber das macht Maja nicht viel aus. Wer ein Pferd hat, darf nicht wetterempfindlich sein. Und Bella steht den ganzen Tag über auf der Weide. Für die ist Regen nichts Ungewöhnliches. Sie hat ein schönes, dichtes Fell und ist kerngesund. Maja nimmt die Zügel etwas an, damit Bella sich aufrechter hält. Nun treibt sie das Pony an. Sofort fällt es in den Tölt, die superweiche Gangart, die es von seiner Isländer-Mutter geerbt hat. Maja genießt den Tölt sehr. Leider kann sie in der Reitstunde fast nie tölten, weil Bella dann viel langsamer ist als die trabenden Pferde. Nun aber stört sie ja niemanden. Die ersten Felder sind bereits abgeerntet. Auf einem der Stoppelfelder steht eine Schafherde. Maja sieht

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hinüber. Friedlich sieht das aus, wie die vielen Schafe da so eng beieinander stehen und grasen. Nun verlässt Maja die Felder und erreicht den Grabenhof. Bella begrüßt die anderen drei Pferde mit einem hellen Wiehern. Lady wiehert zurück. Sie steht mit Pünktchen unter der großen Birke. Vielleicht wollen sich die beiden etwas vor dem Regen schützen. Sturmwind steht am Anbindebalken, neben ihm steht Simone. Sie ist sehr beschäftigt: Sie steht hinter ihrem Pferd und bürstet ganz langsam und sorgfältig den Schweif durch. „Hi, Simone!“ Maja lässt sich vom Pferd gleiten und legt Bella erst einmal ihr Halfter an, das ebenfalls noch am Anbindebalken hängt. „Hi, Maja!“ Simone sieht auf und lächelt. „Und? Eine schöne Reitstunde gehabt?“ „Klar. Bella ist supersüß!“ Maja überlegt. „Sie ist, glaube ich, die beste von allen!“ Simone muss lachen. „Das findest du. Ich fürchte, das denkt fast jeder über sein eigenes Pferd.“ Maja streichelt Sturmwind am Hals. „Du bist ja auch ein Feiner. Was machst du da eigentlich?“, wendet sie sich an Simone. „Reitest du am Wochenende ein Turnier?“ Simone nickt. „Und dafür muss der Junge schön sein. Beim Springen gehört nun mal ein geflochtener Schweif dazu. Ich reinige ihn jetzt erst, dann flechte ich einen Bauernzopf. “ Maja schnallt schon den Sattel los, während sie weiterfragt: „Kann ich dir irgendwie helfen?“ „Nein, danke. Das ist sehr nett, aber ich glaube, ich kann es besser alleine.“

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Maja bringt ihren Sattel in die Sattelkammer und kehrt zurück. Sie schmust noch ein wenig mit Bella und beobachtet dabei, wie Simone nun ein Strähnchen nach dem anderen von der Seite des Schweifs abnimmt und einen festen Zopf flicht. Meine Güte, wenn sie Bella den Schweif so flechten müsste! Ob das mit ihren Wuschelhaaren überhaupt möglich wäre? Maja befreit Bella von Halfter und Trense. „Lauf, mein Schatz!“, fordert sie das Pony auf. Bella bleibt neben ihr stehen und schaut sie auffordernd an. Maja kichert. „Du bist ein verfressenes, kleines Ding!“ Sie holt, mit Halfter und Trense über der Schulter, ein paar Möhrenstückchen aus der Hosentasche und füttert das Pony. Bella zermalmt die Leckerbissen. Sie bleibt noch kurz stehen und beobachtet Maja, als wolle sie kontrollieren, dass sie auch wirklich alle Möhren bekommen hat. Dann dreht sie sich um und läuft auf die Wiese. Eine Weile steht sie dort noch, bis sie sich plötzlich auf den Rücken legt und sich ausgelassen im Gras hin und her wälzt. „Das sieht so niedlich aus!“, ruft Maja begeistert. „Wenn Sturmwind sich jetzt so wälzen würde, nachdem ich ihn ewig lange geputzt habe, wäre ich davon gar nicht begeistert“, brummt Simone. „Aber du hast natürlich recht. Bella sieht wirklich total süß aus.“ Sie schweigt einen Moment. „Die Reitstunde war wohl anstrengend, wie? Wenn Pferde schwitzen, wälzen sie sich oft hinterher.“

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„Ach, es ging eigentlich. Bella ist immer ein wenig langsamer als die anderen. Und sie hat oft keine Lust, die Übungen so genau auszuführen. Sie hat eben ihren eigenen Kopf. Dafür hört sie gut auf mich.“ Maja erzählt Simone, wie das Ende der Reitstunde abgelaufen ist, mitsamt den Zickereien der Mädchen. Simone lacht. „Das ist typisch Bella. Sie ist eben kein Schulpferd, das tagaus tagein denselben Tages- und Übungsablauf gewöhnt ist.“ Kopfschüttelnd fährt sie fort: „Aber eure ewigen Zickerein – müssen die denn unbedingt sein?“ Maja schiebt die Unterlippe vor. „Ich fange damit ja nicht an. Ich will ja keinen Ärger.“ Simone flicht den Zopf zu Ende. Anschließend nimmt sie den Gummi vom Handgelenk und befestigt damit die Flechten. „Weiß ich doch.“ Sie tritt ein paar Schritte zurück. „So, jetzt bist du schön, mein Junge. So können wir antreten.“ „Wohin fahrt ihr eigentlich?“ „Auf das Westeifelturnier geht es morgen. Ich glaube zwar nicht, dass wir eine Platzierung erreichen, aber es macht einfach Spaß, weißt du?“ „Na, dann wünsche ich euch beiden viel Erfolg. Und viel Spaß!“ Maja hält immer noch die Trense und das Halfter über der Schulter. Jetzt geht sie schnell das Gebiss auswaschen und hängt alles ordentlich in die Sattelkammer. Dann winkt sie Simone und natürlich vor allem Bella noch einmal zu, schwingt sich auf ihr Fahrrad und macht sich auf den Weg nach Hause.

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