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Harry Voß

Micha und das Chaos im Stall Ein Krippenspiel für Gemeinden und Schulklassen. Mit drei eigens zum Krippenspiel komponierten Liedern von Heidi Klingberg zum Herunterladen. Aufführungsdauer des Stückes: ca. 35 Minuten Anzahl der Darsteller: ab 9 Personen Musik Text und Melodie der Lieder: Heidi Klingberg


Inhaltsverzeichnis Kurzbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Technische Hinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Darsteller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Mitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

8

Kostüme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

9

Bühne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Liedtexte und Noten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Text . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Weitere Micha-Publikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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© 2013 Verlag Bibellesebund Marienheide Satz: Breklumer Print Service, Breklum


Kurzbeschreibung

Kurzbeschreibung Chaos in Bethlehem. Weil sich wegen dem Gebot des Kaisers alle Welt in Steuerlisten eintragen soll, kommen viele Gäste nach Bethlehem. Jeder, der ein Zimmer frei hat, vermietet es. Aaron, ein geldgieriger Familienvater, möchte daraus Profit schlagen. Als er von dem Dorfweisen Nathanael hört, dass sich schon bald die Vorhersage eines alten Propheten erfüllen soll, die besagt, dass der König der ganzen Welt aus Bethlehem kommen soll, beschließt er kurzerhand, sein noch freies Zimmer in ein Königszimmer zu verwandeln. Der König der ganzen Welt soll, wenn er kommt, in seinem Haus einkehren. Gleichzeitig erleben wir die Geschichte seines Sohnes Micha. Micha ist ein Ziegenhirte, der immer, wenn er etwas angestellt hat, zur Strafe in den Stall gesperrt wird. So auch an diesem Tag. Ausgerechnet heute hat Micha, als er mit den Ziegen auf dem Feld war, einen Beutel mit Geld gefunden. Als er im Stall seine Strafe absitzt, versteckt er den Geldbeutel in der Futterkrippe. Dann kommen Maria und Josef dazu und suchen eine Herberge. Da die beiden aber nun ganz und gar nicht nach Königen aussehen, werden sie von Aaron kurzerhand im Stall einquartiert. Micha muss den Stall verlassen. Draußen fällt ihm ein, dass er seinen Beutel mit Geld im Stall vergessen hat. Als er wieder zurückgeht, um seinen Schatz zu holen, ist die Futterkrippe bereits besetzt: Ein Baby liegt darin. Im weiteren Verlauf versucht nun Micha, zusammen mit dem Nachbarmädchen Judith, unauffällig den Schatz aus der Krippe zu ziehen. Dabei wird der Stall immer voller und voller: Plötzlich tauchen Hirten auf und wollen das Baby sehen. Und sogar reiche Männer aus dem Osten besuchen das Kind im Stall. Während Aaron draußen gierig auf die Ankunft des Königs wartet, wird Micha immer mehr klar: Der eigentliche Schatz in der Krippe ist nicht der Geldbeutel, sondern Jesus. Das Ganze ist aufgezogen wie ein klassisches Lustspiel: Mehrere Türen, die sich öffnen und schließen, Leute treten auf und ab, Verwechslungen, Missverständnisse, überzeichnete Charaktere – und die Weihnachtsbotschaft, eingebettet in eine Handlung, die die Zuschauer so noch nie an Weihnachten gesehen haben.

3 


Technische Hinweise

Technische Hinweise Mikrofone

Die große Schwierigkeit bei Theaterstücken wie Krippenspielen ist der Umgang mit dem Mikrofon. Die wenigsten Gemeinden und Schulen verfügen über eine ausreichende Anzahl von Mikrofonen, dass jeder Darsteller ein eigenes bekommen könnte. Manchmal gibt es ein oder zwei Headsets für die wichtigsten Hauptpersonen, die am meisten zu sagen haben (in diesem Fall wären das Aaron und Micha). Alle anderen müssen sich ein bis vier Mikrofone herumreichen. Das geht zwar manchmal nicht anders, trotzdem nimmt es dem Stück die Wirkung. Das Weiterreichen von Mikrofonen erinnert an eine Sprechmotette: Jeder sagt sein Sätzchen, gibt das Mikro weiter und ist fertig. In solchen Fällen wird kein Theaterstück gespielt, sondern Sätze werden in der richtigen Reihenfolge aufgesagt. Das ist ein großer Unterschied. Im Theater hat jede Rolle ihren eigenen Charakter. Jeder Darsteller muss auch außerhalb seines gesprochenen Sätzchens in der Rolle bleiben. Das heißt, auch Judith ist das ganze Stück über Judith, auch wenn sie nicht so viel zu sagen hat. Die Darsteller müssen sich überlegen: Was für ein Typ ist meine Rolle? Wie schaut sie, wenn sie nicht dran ist? Wie bewegt sie sich, wie ist sie? Selbst wenn der Darsteller von Micha zum Beispiel ein aufgeweckter, forscher Kerl ist, darf er den anderen Kindern während des Stücks keine Regieanweisungen geben: „Ey, du bist dran!“ Denn so lange das Stück dauert, ist dieser forsche Kerl nicht er selbst, sondern Micha. Deshalb muss er die ganze Zeit auch spielen wie Micha.

Wie kriegen wir das also trotzdem hin?

Möglichkeit 1: Der Raum ist so klein und die Kinder reden so laut, dass alle ohne Mikrofon reden. Möglichkeit 2: Es gibt genügend Headsets, Funkmikros und Kabelmikrofone. Möglichkeit 3: Gehen wir mal von 4 Mikros aus. Dann könnte die Mikrofonverteilung so aussehen: Szene 1 Aaron, Micha, Anna haben je ein Mikrofon. Micha nimmt sein Mikrofon mit in den Stall. Szene 2 Lea bekommt Mikrofon 4. Wenn das Ehepaar auftritt, bekommen sie Leas Mikrofon und geben es ihr zurück, wenn sie wieder gehen. Wenn Nathanael auftritt, bekommt er das Mikrofon von Anna oder Aaron. Für diese Szene müssen sich die beiden ein Mikrofon teilen. Wenn Nathanael geht, gibt er das Mikrofon an den ersten Besitzer zurück. Szene 3 Judith hat Annas Mikrofon. Micha hat sowieso eins von vorher. Lea behält ihr Mikrofon.

  4


Technische Hinweise

Aaron und Anna kommen zusammen aus dem Haus, aber nur Aaron hat ein Mikrofon. Wenn Judith ins Haus geht, gibt sie Anna ihr Mikrofon. Szene 4 Wenn Maria und Josef auftreten, hat Lea nur noch einen Satz zu sagen. Josef spricht seinen ersten Satz in Leas Mikrofon, und nachdem Lea ihren einzigen Satz gesagt hat, gibt sie Josef für den Rest der Szene das Mikrofon. Anna, Aaron, Micha behalten ihr Mikrofon. Szene 5 Judith nimmt Annas Mikrofon. Micha hat seines. Maria und Josef teilen sich das, was Josef noch von Szene 4 hat. Szene 6 Aaron hat ein Mikrofon. Wenn Micha ins Haus geht, gibt er Aaron sein Mikrofon. Wenn die Hirten kommen, nehmen sie dieses Mikrofon von Micha. Wenn Micha dann wieder dazukommt, teilt er sich das Mikrofon mit den Hirten. Wenn Micha mit den ersten Hirten in den Stall geht, lässt er sein Mikrofon bei Aaron. Die nächsten Hirten kommen und bekommen dieses Mikrofon. Wenn die in den Stall gehen, bleibt das Mikrofon wieder bei Aaron. Er hat jetzt zwei Mikrofone. Szene 7 Micha hat sich das Mikrofon von Josef genommen. Judith hat schon ein Mikrofon. Wenn der erste Hirte erzählt, wie es ihm geht, bekommt er Judiths Mikrofon. Aaron hat sein Mikrofon und hält ein zweites in der Hand. Wenn die Weisen kommen, bekommen die das zweite Mikrofon von Aaron. Szene 8 Micha und Judith teilen sich ein Mikrofon. Maria und Josef teilen sich ein Mikrofon. Die Weisen teilen sich ein Mikrofon und geben es anschließend an die Hirten, die sich das auch teilen. Szene 9 Aaron hat ein Mikrofon. Die Hirten und Weisen haben alle dasselbe Mikrofon, sagen ihr Sätzchen zu Aaron und geben das Mikrofon an den Nächsten weiter. Dann geht der Letzte ab und gibt das Mikro hinter der Bühne an Nathanael, der ja auch bald auftritt. Micha hat ein Mikrofon. Judith hat das Mikrofon von Maria und Josef mitgenommen. Nathanael hat das Mikrofon von den Weisen bekommen. 5 


Technische Hinweise

In den Szenen, in denen sich mehrere Personen (z. B. die Weisen) ein Mikro teilen müssen, ist die theaterfreundlichste Version die Folgende: Nicht Person A gibt nach ihrem Satz das Mikro an Person B weiter, sondern Person B greift aktiv nach dem Mikro und reißt es quasi Person A aus der Hand. Das wirkt insofern echter, weil ja Person A im Stück nicht weiß, welche Person den nächsten Satz sagen wird. Und wenn Person B meint, etwas sagen zu müssen und das obendrein der Verständlichkeit halber in ein Mikro sagen muss, dann wird Person B sich automatisch ein Mikrofon schnappen. Vielleicht hilft es der Gruppe beim Proben, wenn alle Kinder so tun, als wüssten sie nicht, wer nach ihnen dran ist. Und sie behalten das Mikro so lange in der Hand, bis es der nächste Mitspieler braucht. Sie müssen sich zudem vorstellen, sie hätten es mit einer Zuschauermenge von Gehörlosen oder Schwerhörigen zu tun, die wirklich nur den Satz verstehen, der ins Mikro gesprochen wird. Eine Probe könnte so gestaltet sein, dass alle Darsteller im Kreis sitzen. Vier Mikrofone (können auch Löffel oder Stifte sein) sind halbwegs gleichmäßig verteilt. Nun sollen sich die Darsteller über irgendein ganz normales Thema unterhalten, zum Beispiel, was sie zu Weihnachten kriegen oder welche Klassenarbeiten vor den Weihnachtsferien noch geschrieben werden müssen. Die Regel ist: Die Kinder müssen sich nicht melden, wenn sie was sagen wollen, aber sie müssen alles, was sie sagen, in ein Mikrofon sprechen. Auch die Gruppenleiterin hält sich an diese Regel. Dann wird das Prinzip „Mikrofon ergreifen, anstatt Mikrofon weiterreichen“ einfach eingeübt.

  6


Darsteller

Darsteller Micha, ein Junge Aaron, der Vater Anna, die Mutter Lea, die Nachbarin Judith, das Kind der Nachbarin Nathanael, der Dorfweise Ein Ehepaar (kann auch mit anderer Verkleidung von den später auftretenden Maria und Josef gespielt werden) Maria Josef Mindestens 2, aber eigentlich beliebig viele Hirten Mindestens 2, aber eigentlich beliebig viele Weise (14 Sprechrollen, beliebig erweiterbar. Die Maximalgrenze liegt da, wo der Stall einfach nicht mehr Hirten und Weise aufnehmen kann.) • Aaron und Micha haben mit Abstand am meisten zu sagen. Das sollten Schauspieler sein, die sich viel Text merken und eine Rolle gut und humorvoll ausfüllen können. • Anna, Lea, Judith sagen weniger. • Maria, Josef, Nathanael noch weniger. • Die Weisen, die Hirten und das Ehepaar haben keine Nummern. Das heißt, bei wenigen Darstellern reicht es, wenn es zwei Hirten und zwei Weise gibt. Die teilen sich dann die Textmenge auf. Bei sehr vielen Darstellern kann man die Hirtentexte auf viele Sprecher aufteilen. Ebenso bei den Weisen. Das Ehepaar könnte sich den Text auch aufteilen. Darum steht im Text nur „Ehepaar“ und nicht „Ehemann“ oder „Ehefrau“. Bei sehr wenigen Darstellern kann Nathanael und das Ehepaar auch von Leuten gespielt werden, die später Hirten oder Weise sind.

Minimalbesetzung

Micha Aaron Anna (ist nachher ein Hirte oder Weiser) Lea (ist nachher ein Hirte oder Weiser) Judith Maria (könnte auch Frau des Ehepaars sein) Josef (könnte auch Mann des Ehepaars sein) Nathanael (könnte auch Hirte, Weiser oder Mann des Ehepaars sein) 1 weiterer Hirte oder Weiser (falls Anna, Lea und Nathanael zwei Hirten und 1 Weiser übernehmen, bliebe noch 1 Darsteller für einen zweiten Weisen. In dem Fall gäbe es 2 Hirten und 2 Weisen, was zwar optisch wenig, aber vom Spielverlauf her möglich ist) 7 


Mitarbeiter

Mitarbeiter Außer den üblichen Souffleuren werden zwei Mitarbeiter gebraucht, die in Szene 4 und 5 mit einer Decke, die sie vor sich her tragen, die Sicht auf den Stall verdecken. In dieser Zeit legen Maria und Josef ein kleines Stofftuch (z. B. eine Stoffwindel) und eine Babypuppe in die Krippe. Die beiden Mitarbeiter sollten die Decke so hoch halten, dass die Köpfe der Mitarbeiter nicht hinter der Decke hervorschauen, um nicht unnötig die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wenn die Sicht auf den Stall in Szene 5 wieder freigegeben wird, entfernen sich die Mitarbeiter samt Decke unauffällig.

  8


Kostüme

Kostüme Micha

Da der Charakter von Micha aus Bethlehem ein wenig an Michel aus Lönneberga angelehnt ist, darf Micha ruhig auch ein bisschen so aussehen. Vielleicht sogar ein blaues Fischerhemd und eine schwarze Mütze auf dem Kopf tragen. Das wäre allerdings ein Stilbruch zu den ansonsten biblisch orientierten Kostümen. Eventuell kann man das ein bisschen mischen: ein blau gestreiftes biblisches Gewand, ein freches, rotes Stirnband.

Aaron

Auch Aaron ist an Anton aus den Michel-Filmen angelehnt. Er könnte ein weißes Hemd mit einer Weste tragen, dazu eine Schürze vor dem Bauch. Darunter könnte er ein übliches biblisches Gewand tragen.

Anna, Lea, Judith

sehen so aus, wie man klassischerweise weibliche Personen in biblischen Theaterstücken kleidet.

Nathanael

könnte ein wenig so aussehen wie Miraculix aus den Asterix-Comics: weißes Gewand mit einfachem Gürtel, evtl. ein kleiner Umhang. Falls vorhanden, ein langer, weißer Bart (aus dem Nikolaus-Fundus).

Maria, Josef, die Hirten

können wie in üblichen Krippenspielen eingekleidet werden.

Die Weisen

sind laut Stück keine Könige, aber durchaus vornehme, in Seide und Tüll gekleidete Männer. Wenn sie allerdings die typischen „Heiligen-Drei-Könige“-Kostüme tragen, macht man nichts falsch.

9 


Bühne

Bühne Bühnenbild

In der linken Bühnenhälfte stehen die Fassaden von zwei israelitischen Häusern: Flachdach, Haustür, Fenster. Entweder sind die Haustüren so hoch, dass die Darsteller dadurch rein und raus gehen können, oder die Darsteller kommen jeweils seitlich vom Haus hinter den Häuserfassaden her, um aus dem Haus zu kommen. Das linke Haus ist das der Nachbarn (Haus 1). Das mittlere Haus (neben dem Stall) ist das von Micha und seiner Familie (Haus 2). Das Haus hat, wenn das kulissentechnisch machbar ist, sogar noch ein oberes Stockwerk, ein „Obergemach“, in das aber niemand hinaufsteigen muss. Es kann also auch einfach eine Fassade auf der Häuserfront sein. In der rechten Bühnenhälfte ist der klassische Stall aufgebaut. In der hinteren Wand hat der Stall ein Fenster, durch das man von außen hineinschauen kann. Wenn das Fenster ein wenig erhöht ist, kann sich ein Kind von hinten auf einen Stuhl stellen, um hineinsehen zu können. Wenn es sich einrichten lässt, wäre es geschickt, wenn der Stall von hinten auch noch eine Tür hätte, durch die die Personen den Stall betreten und verlassen. Dann ist klar, dass man den Stall nicht durch die unsichtbare „vierte Wand“ (durch die die Zuschauer in den Stall sehen können) betreten kann. Vor Haus 1 steht das Schild „Zimmer belegt“. Vor Haus 2 steht das Schild „Zimmer zu vermieten. 30 Silberlinge“. Zu Beginn des Stücks ist die Bühne menschenleer.

Zeichnung: Jonas Heidenreich, Düsseldorf

  10


Liedtexte und Noten

Liedtexte und Noten So ein Kind

Das Krippenspiel funktioniert selbstverständlich auch ohne die Lieder. Für Gemeinden, (Aarons Lied) die weder die Möglichkeit noch musisch begabte Leute haben, um mit den Kindern die Lieder einzuüben, ist es kein Problem, das Krippenspiel ganz Csus2 ohne Lieder C aufzuC führen. Die Lieder treiben in keiner Weise die Handlung voran. Aber da, wo es möglich  4   noch mal    und ist, sind sie ein schöner Einschub, der dasTheaterstück auf   musikalische   4  damit emotionale Weise lebendig macht. Wer möchte, kann die Lieder auch als MP3ein Kind, das hat Datei herunterladen und sie entweder zur ProbeSoeinsetzen oder bei der Aufführung abspielen, falls die Möglichkeit für einen Kinderchor nicht gegeben ist. C Csus2 C Csus4

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2. So ein Kind, was hat das wieder angestellt? So ein Kind, dass man die Nerven nicht behält! So ein Kind, das seinen armen Vater quält! So ein Kind, das gibt's nur einmal auf der Welt.

3. So ein Kind, hält mich in Atem Tag und Nacht. So ein Kind, hat mich schon um den Schlaf gebracht. So ein Kind, was das für dumme Sachen macht, so ein Kind, wie oft hab ich auch schon gelacht!

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© 2013 Heidi Klingberg

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2. Ich hab mich ihm zur Verfügung gestellt mit allem, was ich bin. Durch mich kommt Gottes Sohn zur Welt und gibt uns Sinn.

© 2013 Heidi Klingberg

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© 2013 Heidi Klingberg


Liedtexte und Noten Jesus ist geboren

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© 2013 Heidi Klingberg

© 2013 Heidi Klingberg

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Anna: Meinen ungezogenen Sohn Micha? Darf ich dich daran erinnern, dass dieser ungezogene Junge auch dein Sohn ist? 2. Wer hat gedacht, dass Gott durch dieses kleine Kind uns seine Liebe zeigen will.

Aaron: Ich war als Kind so ungezogen! Dennniemals wer sein Herz ihm öffnet, spürt den Frieden und wird innendrin ganz still. Anna: Ach, wirklich nicht?

© 2013 (geht Heidi Klingberg Aaron: Nein! Und ich werde diesen Lausebengel finden! ebenfalls hinter Haus 1 ab)

Micha (kommt zwischen Haus 2 und dem Stall wieder nach vorne, schaut sich um, ob ihm jemand folgt, sieht seine Mutter nicht und stößt mit ihr zusammen): Aua! Anna (hält Micha fest): Micha, was ist denn los? Warum sucht Vater dich? Hast du wieder etwas angestellt? Micha: Nein. Wirklich nicht. Ich wollte Vater nur zeigen, dass ich unserer schlausten Ziege Ricky ein paar Kunststückchen beigebracht habe. Ricky sollte ihm ganz artig Pfötchen geben. Vater war gerade dabei, die Ziegentränke sauber zu machen. Da hat Ricky ihm mit ihren Vorderhufen so fest auf den Po gehauen, dass Vater mitsamt seinem neuen Filzhut in die Ziegentränke gefallen ist. Und während ich versucht habe, Vater aus dem Wasser zu ziehen, hat Ricky unglücklicherweise den Hut von Vater aufgefressen. Anna: Oh Micha. Immer dasselbe mit dir. (sieht den Lederbeutel in Michas Hand): Und was hast du da? Ist das Geld? Woher hast du das? Doch nicht etwa gestohlen? Micha (macht ein schuldbewusstes Gesicht): Na ja … nein … nicht wirklich … Aaron (kommt zwischen Haus 2 und Stall angeschlichen, packt Micha von hinten an den Schultern): Hab ich dich endlich, du Lümmel! Micha (erschrickt, dreht sich zu Aaron um, versteckt den Beutel hinter dem Rücken): Oh! Aaron: So, mein Junge. Für diese Aktion mit dem Bad in der Futtertränke und dem aufgefressenen Hut verbringst du den Rest des Tages im Stall! (Er fasst Micha am Ohr und zieht daran.)   14

Gott


Text

Micha: Aua, nein! Aua, nein, Hilfe! Aaron (zieht Micha bis in den Stall): So. Hier im Stall kannst du über deine Dummheiten nachdenken! (Er lässt Micha im Stall los und geht wieder raus und verschließt die Tür. Micha bleibt zurück, setzt sich auf einen Hocker, öffnet den Geldbeutel und zählt das Geld, während die anderen reden.)

Lied

„So ein Kind“ (Aarons Lied) vortragen / vorspielen

Szene 2 Lea (kommt aus ihrem Haus heraus): Na, Aaron? Wieder Ärger mit eurem Jungen? Aaron: Kümmre du dich um deine eigenen Angelegenheiten! (Ein Ehepaar tritt auf und bleibt vor Lea stehen.) Ehepaar (Mann oder Frau): Haben Sie vielleicht noch ein Zimmer frei? Lea (zeigt auf ihr Schild): Tut mir leid. Schon seit Tagen ausgebucht. Aaron: Wir haben noch eins frei! Ehepaar (Mann oder Frau, kommt freudig auf ihn zu): Ach, wirklich? Wir sind weit gereist. Wir mussten uns hier in eine Liste eintragen … Aaron: Ja, das weiß ich. Ich kenn das. Gebot des Kaisers. Für 30 Silberlinge können Sie hier wohnen. Ehepaar (Mann oder Frau): Hallo? Wir wollen das Zimmer mieten, nicht kaufen! Aaron: Noble Suite oben auf dem Dach. Ruhige Lage mit Blick aufs Gebirge. Ehepaar (Mann oder Frau): Nein, danke. Komm, wir suchen weiter. (geht ab) Aaron (ruft ihnen hinterher): Gute Reise! Beehren Sie uns bald wieder! Lea: Aaron, du Halsabschneider! Anna: Lea hat recht, Aaron. Das ist nicht richtig, was du hier machst. Die Leute haben eine weite Reise hinter sich. Die reisen ja auch nicht freiwillig. Nur weil der Kaiser angeordnet hat, jeder soll sich in dem Ort, aus dem seine Vorfahren kommen, in Steuerlisten eintragen lassen, müssen die durch halb Israel reisen. Und du nutzt das auch noch aus. Aaron (winkt ab): Ach was! Ihr habt ja keine Ahnung vom Geschäft! Nathanael (kommt um die Ecke): Gott mit euch, liebe Dorfnachbarn! Lea: Gott mit dir, Nathanael, unser Dorfweiser! Du kommst gerade recht. Sieh dir an, was unser Aaron macht. Hält mit Gewalt sein Zimmer frei, um es zu Wucherpreisen zu vermieten, während arme Leute, die wegen dem Kaiser herkommen, kein Zimmer finden. Aaron: Glaub ihr nicht, Nathanael, das ist eine ganz verkürzte Wiedergabe! 15 


Text

Nathanael: Du machst es richtig, Aaron. Du machst es richtig. Lea, Aaron, Anna: Was?! Nathanael: Aaron macht es ganz richtig, dass er ein Zimmer nicht vermietet. Denn ich sage euch, die Prophezeiung wird schon bald eintreffen. Anna: Welche Prophezeiung denn? Nathanael: Die Prophezeiung des alten Propheten Micha, der da spricht: „Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei.“ Lea: Der in Israel Herr sei? Wer soll das sein? Nathanael: Der neue König. Der Herrscher, den Gott schon vor vielen Jahren angekündigt hat. Wie es auch der Prophet Jesaja vorhergesagt hat: „Für uns ist ein Kind geboren. Ein Sohn ist uns gegeben. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und seine Namen sind wunderbarer Ratgeber, göttlicher Held, ewiger Vater, Fürst des Friedens.“ Anna: Das hat der Prophet gesagt? Aaron: Und der soll aus Bethlehem kommen? Ein König? Lea: Und wer sagt dir, dass das ausgerechnet jetzt passiert? Nathanael: Das ist nur so ein Gefühl. Aber die vielen Menschen, die hier ein- und ausgehen, das Gebot des Kaisers … Schaut doch mal. Da ist ein mächtiger Kaiser in Rom, der meint, er kann seine Macht beweisen, indem er die Menschen mal eben hin und her scheucht. Und dann ist da noch der allermächtigste Herrscher, Gott der HERR. Es kann doch sein, dass Gott genau diese Lage nutzt, um seinen wirklich mächtigen König auftreten zu lassen. Nicht im glanzvollen Rom, nicht im goldenen Jerusalem, sondern im kleinen Bethlehem. Um damit zum Beispiel zu zeigen: Nicht die Großen sind bei Gott groß, sondern die Kleinen. Lea (nach ein paar staunenden Sekunden): Nathanael, du fantasierst. Nathanael: Ihr wollt mir nicht glauben. Aber denkt an meine Worte, wenn ihr den König gesehen habt. (geht ab) Lea (zu Anna und Aaron, während sie Nathanael hinterher schaut): So ein Dorfweiser ist auch nicht mehr das, was er mal war. Anna: Ich mag ihn immer noch. Auch wenn er wirr redet. Lea: Ich muss nach meinem Essen schauen. Macht’s gut. (geht in ihr Haus) Aaron (als Lea weg ist): Anna, das ist die Geschäftsidee des Jahrhunderts! Wenn hier wirklich der König Israels vorbeikommen und einkehren soll, dann ist es ja nur richtig, dass unsere Suite noch frei ist! Wir haben die Königssuite! Der König wird bei uns wohnen! Und wir werden reich und berühmt! Anna: Aaron, du bist verrückt. (geht ins Haus)

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Aaron: Das werden wir ja noch sehen. (nachdenklich): Wo war noch mal der edle Teppich, den wir oben auslegen können? (Er dreht sein Schild vor dem Haus um. Jetzt steht da: „Zimmer reserviert“. Danach geht er auch rein.)

Szene 3 Judith (kommt aus dem Nachbarhaus, schleicht vor und zurück, ruft leise): Micha! Micha! Micha (ohne Judith anzusehen, denn wir stellen uns ja vor, dass der Stall für die Darsteller eine vierte Wand hat und die beiden sich deshalb nicht sehen können): Ich bin hier! Im Stall! Judith (läuft hinter den Stall und schaut durch das kleines Fenster): Können wir was spielen? Micha: Nein, Judith. Ich kann hier nicht raus. Ich muss über meine Dummheiten nachdenken. Judith: Was ist das für Geld, das du in der Hand hast? Micha: Das ist mein Geld. Judith: Woher hast du es? Micha: Ein Händler kam heute Morgen mit seinem Wagen über die Felder gefahren. Er trieb sein Pferd ziemlich an, er hatte es wohl sehr eilig. Die Kisten auf seinem Wagen ruckelten und rutschten. Dabei ist ihm dieser Beutel vom Wagen gefallen. Ich hab ihn aufgehoben und wollte ihm nachlaufen. Aber sein Pferd war so schnell, ich kam nicht hinterher. Und ich konnte unsere Ziegen ja auch nicht so lange allein lassen. Also hab ich mir gedacht, das Geld ist für mich oder für meine Kinder. Judith: Du hast doch gar keine Kinder. Micha: Na und? Aber irgendwann, in 50 Jahren, da hab ich sicher welche. Und denen geb ich das Geld, dann müssen sie nicht als Ziegenhirten arbeiten. Judith: Das find ich gut. Lea (ist inzwischen an ihrer Haustür, ruft laut): Judith! Judith! Wo bist du? Judith (zu Micha): Ich muss los. Micha: Aber erzähl niemandem davon! Hörst du? Judith: Ist gut. (hinterm Fenster weg, läuft zu Lea) Lea: Warst du etwa wieder bei dem frechen Micha? Judith: Micha ist nicht frech. Wenn der mal groß ist, schenkt er seinen Kindern einen Sack voll Geld. Dann müssen die nicht so schwer arbeiten wie wir. Lea: Ach, dieser Lümmel. Komm schnell rein. (schiebt Judith ins Haus) (Aaron und Anna kommen aus dem Haus.) 17 


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Aaron (ruft Judith, die gerade ins Haus geschoben wird, hinterher): Na, Judith? Hast du schön gespielt? Lea: Lass sie in Ruhe. Und du? Hast du dein Königszimmer schon vermietet? Aaron: Noch nicht.

Szene 4 (Maria und Josef kommen von der Seite. Maria mit offensichtlichem Babybauch. Sie bleiben vor Lea stehen.) Josef: Entschuldigung, haben Sie noch ein Zimmer frei? Lea: O Schreck, Ihre Frau. Die ist ja hochschwanger. Nein, leider ist bei mir alles belegt. Aber mein Nachbar hat noch Platz. Aaron (erschrocken): Was? Josef (geht zu ihm): Ja? Sie haben noch einen Platz für uns? Aaron: Wie kommen Sie darauf? Nein! Alles belegt! Josef (zeigt auf das Schild): Hier steht „Zimmer reserviert“. Aaron: Ja genau. Reserviert. Aber nicht für Sie. Josef: Ich zahle jeden Preis! Bitte! Aaron (stutzt): Jeden Preis? Josef: Ja! Aaron: 30 Silberlinge? Josef: Wenn es sein muss, ja! Sie sehen doch, meine Frau muss sich hinlegen! Anna: Aaron, also wirklich! Wie kannst du nur! Aaron: Für 30 Silberlinge hätte ich noch eine schöne rustikale Unterkunft Marke „Natur pur“. Mit Heu und Stroh und typischem Stallgeruch. Wäre das recht? Josef: Egal, aber schnell! Anna: Was hast du vor, Aaron? Du willst doch nicht etwa … Aaron: Kommen Sie mit mir. (brüllt wie am Anfang) Micha!!! Lea und Anna (schütteln den Kopf und gehen ins Haus) Micha (schreckt auf seinem Schemel hoch, bindet seinen Geldbeutel zusammen und steckt ihn in aller Hektik in die Krippe unters Stroh, aber so, dass die Zuschauer es auf jeden Fall sehen – und gerade noch rechtzeitig, bevor Aaron hereinkommt): Ja? Aaron (kommt in den Stall, gefolgt von Maria und Josef): Ich bin heute gut gelaunt. Du darfst den Stall heute schon verlassen. Aber keine Dummheiten mehr. Ja?   18


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Micha: Okay! (rennt raus und setzt sich vor Haus 2) Aaron: So, bitte schön. Ihr Domizil „Natur pur“. Maria (schaut sich angewidert um): Das ist ja ein Stall! Aaron: Ja, so könnte man es auch nennen. Die Duftmarke in diesem Raum ist bewusst so gewählt, um dem Urlaub auf dem Lande die persönliche Note zu geben. Darf ich nun bitten, im Vorfeld zu zahlen? Josef (gibt ihm Geld aus einem eigenen Geldbeutel): Ganz schön teuer für so ein Drecksloch. Oder? Aaron: Tja, in Notzeiten kann man sich die Zimmer nicht aussuchen. Also, ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt. (Er geht raus, zählt draußen das Geld. Zwei Mitarbeiter verdecken mit einem Vorhang oder einer Decke die Sicht in den Stall.) Hähähähähä. (stößt dabei auf Micha, der vor der Haustür sitzt) Micha (springt auf): Was machen die Leute in unserem Stall? Aaron: Die wohnen da ein paar Tage. Bis sie wieder zurückreisen können. Micha: In meinem Stall? Aaron: Wieso in deinem? Es ist immer noch unser Stall. (geht ins Haus)

Szene 5 Judith (kommt aus ihrem Haus): Micha, du bist nicht mehr im Stall? Micha: Ich musste den Platz räumen. Für ein Ehepaar, das meinen Stall nutzt wie ein Hotel. Judith: Wo ist dein Geld? Micha: Versteckt. Im Stall. Das findet niemand. Judith: Und wenn die es nun doch finden? Vielleicht wühlen sie in allen Ecken, und dann nehmen sie es mit. Micha: Schafedreck und Ziegenfuß! Das wäre ja furchtbar. Ich muss es sofort rausholen. Los, komm, wir gehen zu zweit rein. Du lenkst die beiden ab und verwickelst sie in ein Gespräch. Und ich hol das Geld aus dem Versteck. Judith: Gute Idee. (Während die beiden auf den Stall zugehen, gehen die Mitarbeiter mit der Decke zur Seite. Jetzt liegt ein kleines Bettlaken – z. B. eine Stoffwindel – auf der Krippe und darin liegt eine Puppe. Maria sitzt auf dem Hocker, Josef steht. Micha und Judith bleiben erschrocken stehen, als sie das sehen.) Micha: Schafedreck und Ziegenfuß! Maria: Na, das ist ja vielleicht eine Begrüßung. Micha: Das ist ja ein Baby! 19 


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Maria: Richtig. Micha: Haben Sie das mitgebracht? Maria (lacht): Ich hab es in meinem Bauch mitgebracht. Und jetzt ist es rausgekommen. Ein hübsches Kinderbettchen, findest du nicht? Micha: Schafedreck und Ziegenfuß! Maria: Was hast du? Micha: Ich hab was verloren. Maria: Was denn? Micha: Das … das kann ich schlecht beschreiben … Judith (geht zwischen Maria und Josef, schaut auf das Baby): Ach, was für ein hübsches Kind! (zu Micha): Los, hol es raus und dann verschwinden wir! Micha (der in einer Ecke abseits der Krippe steht): Nein, das geht nicht! Judith (geht zu Micha, sie flüstern, aber so, dass es die Zuschauer trotzdem hören): Warum nicht? Micha: Weil ich das Geld in der Krippe, genau unter dem Baby, versteckt habe! Judith (dreht sich entsetzt zu der Krippe um): Was? (schaut ein paar Sekunden erstarrt hin): So was kann auch nur einem Mann passieren. Josef: Können wir euch helfen? Micha: Ja … nein … also … das Kind … ähm … muss das da in der Krippe liegen? Das ist doch viel zu schlecht für so ein kleines Kind. Josef: Das find ich ja auch. Aber was anderes haben wir hier nicht. Maria: Ich hab mir das sowieso alles ganz anders vorgestellt mit der Geburt von dem Sohn von Gott. Judith: Das Kind ist ein Sohn von Gott? Micha (zu Josef): Sind Sie etwa Gott? Josef (lacht): Nein. Maria: Wisst ihr, als ich mit Josef noch nicht verheiratet war, da kam eines Tages ein Engel zu mir und sagte, ich sollte schwanger werden und ein Kind zur Welt bringen, das von Gott kommt. Ich war natürlich zuerst total erschrocken und hab gesagt: „Wie soll das denn gehen? Ein Kind ohne Mann? Ich bin mit Josef noch nicht verheiratet!“ Da sagte der Engel: „Doch, das geht schon. Das Kind kommt von Gott. Von Gott also direkt in den Bauch. Darum soll es auch ‚Sohn des Höchsten‘ genannt werden.“ Und nachdem ich meinen Schock erst mal überwunden hab, hab ich gesagt: „Okay. Ich bin bereit. Ich will ganz für Gott da sein.“

Lied

„Ich bin bereit“ (Marias Lied)„ vortragen / vorspielen   20


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Micha (zu Josef): Also ist das da gar nicht Ihr Kind? Josef: Nein. Micha: Und das ist in Ordnung für Sie? Josef: Na ja, am Anfang war das schon ein ganz schöner Schock für mich, als ich erfuhr, dass Maria ohne mich schwanger geworden ist. Ich hatte mir schon vorgenommen, sie zu verlassen. Aber dann ist mir nachts auch ein Engel erschienen und hat gesagt, es ist schon alles in Ordnung so. Das Kind ist von Gott. Darum bin ich bei Maria geblieben. Judith: Krass … Dann liegt da ja sozusagen ein Kind von Gott in der Futterkrippe. Maria: Ja. Sozusagen. Judith: Krass … (sie schaut sich das Kind an) Wie heißt es denn? Maria: Jesus. Josef: Das bedeutet: Gott ist unser Retter. Judith: Cool. Maria: Und wie heißt ihr? Judith: Ich heiß Judith. Micha: Und ich heiße …

Szene 6 Aaron (ist inzwischen an der Haustür, brüllt wie immer): Micha!!! Micha (im Stall): Ja, genau. So heiß ich. (rennt raus, zum Vater, Judith bleibt so lange bei Maria und Josef und schaut sich das Kind schweigend an) Ja? Aaron: Was hast du im Stall verloren? Du siehst doch, dass wir da Gäste haben. Micha: Weißt du, was die beiden erzählt haben? Aaron: Nein und es interessiert mich auch nicht. Los, rein mit dir. Du musst den Topf schrubben. Micha (geht rein) (Einige Hirten kommen von links.) Hirte: Hier muss es sein. (zu Aaron) Sind Sie der Vater? Aaron: Was? Der Vater von wem? Hirte: Der Vater von dem Retter! Dem Messias, dem Friedensbringer! Aaron: Davon wüsste ich was. (brüllt nach drinnen) Micha!!! Hirte: Uns ist ein Engel erschienen. Er hat gesagt: „Für euch ist heute der Retter geboren! Der Retter der Welt!“ 21 


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Micha (kommt): Was ist? Aaron: Micha, was hast du denen für einen Blödsinn erzählt? Bist du der Retter? Der Friedensbringer? Micha: Nein. Hirte: Der Engel sagte, wir würden ein neugeborenes Kind finden in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe liegen. Micha: Ja, das kenn ich. Das kann ich Ihnen zeigen. Kommen Sie mit. (geht voran zum Stall, die Hirten hinterher) Aaron (bleibt vor dem Haus stehen): Was? Sind denn heute alle verrückt geworden? (Weitere Hirten kommen von links.) Hirte: Sind wir zu spät? Aaron: Zu spät wofür? Hirte: Wir wollen das Kind sehen. Gott ist zu den Menschen gekommen. Aaron: Gott? Zu den Menschen? Was meinen Sie? Hirte: Uns sind Engel erschienen und die haben gesungen: „Ehre für den, der im Himmel ist. Frieden für die, die auf Erden sind: allen Menschen, die Gott so liebt.“ Aaron: (kapiert es nicht): Engel … ach so … Hirte: Ein Kind in Windeln in einer Futterkrippe. Aaron: Eine Futterkrippe ist da. (zeigt zum Stall) Hirte: Danke! (Hirten laufen in den Stall) Aaron (zu sich selbst): Der Retter der Welt kommt ausgerechnet zu den Hirten. Dass ich nicht lache. Der Einzige, der hier noch normal denkt, bin ja wohl ich! (geht wieder ins Haus)

Szene 7 (Einige Hirten haben sich vor die Krippe gekniet. Einige stehen darum herum. Es ist eng.) Micha (im Stall, neben Judith): Judith, das wird langsam unmöglich, hier das Geld rauszuholen. Judith: Ich versuch noch mal die Leute abzulenken, und du schleichst dich an die Krippe. Micha: Okay. Judith (laut zu allen Hirten): So, meine Herren! Ich würde vorschlagen, damit wir uns alle ein bisschen besser kennenlernen, machen wir jetzt erst mal eine kleine Vorstellungsrunde. Kommt mal bitte alle her zu mir. (Die Hirten quetschen sich rund um Judith.) Die Eltern von dem Baby bitte auch! (Maria und Josef kommen, so gut es geht, dazu.) So, und jetzt sagt jeder kurz, wie er heißt und wie es ihm gerade so geht.   22


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(Micha bückt sich, schleicht sich von hinten, also so, dass die Zuschauer ihn von vorne sehen, an die Krippe heran. Er fasst das Tuch an einem Zipfel, hebt es vorsichtig hoch, während Judith redet.) Hirte: Also, ich bin der Esau. Mir geht es heute sehr gut, weil ich gemerkt habe, dass Gott sich auch für mich interessiert. Denn er hat seinen Sohn in einem Stall zur Welt kommen lassen. Und ich durfte ihn sehen. Genau da. (Der Hirte zeigt auf die Krippe, alle Hirten drehen sich zur Krippe um und schauen hin. Genau in diesem Augenblick hat Micha eine Ecke der Decke angehoben und will gerade mit der anderen Hand in die Krippe greifen.) Micha (lässt schnell das Tuch wieder fallen und lacht peinlich berührt, als er merkt, wie ihn alle anstarren): Äh … hähähä … Hirte: Der Junge soll auch mitmachen. Micha (geht zu den anderen): Also … hähähä … tja, … also ich bin der … Aaron (kommt aus Haus 2, brüllt): Micha!!! Micha (zu den anderen Hirten): Genau. (Wir stellen uns vor, im Stall wird weiter geredet, aber die Action findet jetzt vor den Häusern links statt, darum dürfen sich Micha und die Hirten eigentlich nicht bewegen.) Aaron: Wo steckt dieser Kerl nun wieder? (Einige Weise kommen an. Sie schauen zum Himmel auf, bleiben dann vor Aaron stehen.) Weiser: Der Stern bleibt stehen. Weiser: Wir sind da! Weiser (zu Aaron): Guten Tag. Aaron: Guten Tag. Wer sind Sie? Weiser: Wir sind die Weisen. Aaron: Die Weißen? Die Weißen was? Weiser: Die weisen Sterndeuter. Weiser: Wir suchen den König. Aaron: Den König? (plötzlich begeistert) Oh, da sind Sie bei mir ganz richtig! Ich hab extra eine Königssuite für Sie reservieren lassen! Für den König der Welt! Weiser: Ist der König denn schon in der Suite? Aaron: Nein. Ich dachte, Sie sind das! Weiser: Nein. Von uns ist keiner ein König, wir suchen den König! Wir sind die Weisen! Aaron: Ach ja, richtig … Weiser: Uns hat der Stern hierher geführt. Der Stern hat uns gezeigt: Hier ist der größte König der ganzen Welt geboren worden. Und alle sollen ihn anbeten. Aaron: Hier? 23 


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Weiser: Schaut mal, der Stern scheint über dem Stall zu stehen. Weiser (zu Aaron): Ist im Stall jemand? Aaron: Ja. Der Stall ist rappelvoll mit Verrückten, einem Ehepaar und einem Baby. Weiser: Baby! Das ist es! Kommt, Leute! (Die Weisen quetschen sich in den Stall und knien sich anbetend neben die Krippe. Die anderen Hirten haben sich wieder normal im Raum verteilt.) Aaron: Ich werd hier noch verrückt.

Szene 8 Weiser (zum Baby): Du König der Welt. Ich bin vielleicht reich, aber nicht so reich und wertvoll wie du. Ich hab dir eine Kleinigkeit mitgebracht: Gold. (legt einen Goldbeutel vor der Krippe ab) Micha: Boah! Cool! Weiser: Ich hab dir auch was mitgebracht. (legt ein Päckchen vor der Krippe ab) Weiser: Ich auch. (legt auch ein Päckchen vor der Krippe ab) Hirte: Ach, wie doof, dass ich nicht so reich bin. Ich hab dir nichts mitgebracht. Hirte: Ich auch nicht. Hirte: Aber ich hab was. Ich hab ein neues Schaffell, das ist so schön weich, das wollte ich eigentlich verkaufen. Aber jetzt schenke ich es dir. (deckt damit das Baby bis zum Hals zu) Hirte: Wie dumm. Ich hab immer noch nichts. Maria: Das ist auch gar nicht nötig. Heute seid ihr doch beschenkt worden. Gott hat euch seinen Sohn geschenkt. Das ist sein Liebesgeschenk an euch. Ihr braucht ihm keine Geschenke zu machen. Wenn ihr ihm was Gutes tun wollt, dann könnt ihr euch gegenseitig beschenken. Wenn einer einem anderen etwas Gutes tut, ihm etwas schenkt, ihm hilft – dann ist das auch wie ein Geschenk an Gott. Hirte (zum anderen Hirten): Dann schenk ich dir heute, dass ich die zweite Nachtwache übernehme und du kannst mal richtig durchschlafen. Hirte: Echt? Oh, danke. Judith: Ist das schön hier! Micha: Ich würde meinem Vater gern was schenken. Einen neuen Hut. Aber das Wertvollste, das ich habe, das … also … das liegt da in der Krippe. Hirten: (sind ganz gerührt): Ooooooh. Maria: Ach, das hast du aber schön gesagt. Und es stimmt. Jesus, der Sohn von Gott, ist das Wertvollste, was wir haben können.   24


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Judith: Das find ich auch! Micha: Nein, nein, ich meinte was ganz anderes … Maria: Was denn? Micha (überlegt kurz, besinnt sich aber dann anders): Ach Quatsch. Ihr habt recht. Das Kind in der Krippe ist das Wichtigste. Und das andere … (greift in die Krippe und holt den Geldbeutel heraus) …, das andere brauch ich gar nicht wirklich. (gibt es Josef) Ihr könnt es sicher viel besser gebrauchen. Josef: Danke, Micha. Aber hast du nicht selbst gerade gesagt, du wolltest deinem Vater einen neuen Hut schenken? Hirte: Hier, ich kann dir meinen neuen Hut schenken. Dann kannst du ihn deinem Vater schenken. (gibt ihm seinen Hut) Micha (gerührt): Echt …? Danke! Hirte: Na ja, wir müssen dann auch mal wieder. Die anderen Hirten: Ja genau. Ich auch. Ich auch. Weiser: Wir haben auch noch einen weiten Weg vor uns. Weiser: Ja. Alles Gute weiterhin.

Szene 9 Aaron (kommt vor die Tür): Ich glaub, das mit dem König wird heute doch nichts mehr. Hirten (kommen nacheinander zügig an Aaron vorbeimarschiert, verabschieden sich und geben ihm jeder einzeln die Hand): Auf Wiedersehen. Hirte: Danke, dass wir kommen durften. Hirte: Sie haben ein weites Herz. Hirte: Sie sind ein Glückspilz. Hirte: Sie Guter. Sie beherbergen den Retter. Hirte: Sie sind in jeder Hinsicht beschenkt. (Falls noch mehr Hirten kommen, haben die anderen noch ähnliche Sprüche, ansonsten immer mal wieder einflechten: „Auf Wiedersehen“, „Viel Glück“, „Alles Gute“, „Habe die Ehre“ usw.) Aaron (schaut jedem Einzelnen verblüfft hinterher, antwortet manchmal etwas wie „Ja, Ihnen auch“ und „Aha“ und „Ach ja?“ und „Wie bitte?“ usw.) Weiser: Ja, wir sagen dann auch mal Auf Wiedersehen. Aaron (sprachlos): Wiedersehen … Weiser: Sie machen es richtig. Wirklich weise ist der, der den Sohn Gottes bei sich aufnimmt. 25 


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Aaron: Aha … Judith (kommt auch an Aaron vorbei): Eine frohe heilige Nacht noch! Aaron: Ja … ebenso … Micha (kommt hinterher): Vater, hier! Für dich! (gibt ihm den Hut) Aaron (nimmt ihn): Was? Micha! Woher … ähm … hast du den? Micha: Lange Geschichte. Aber sagen wir, er kommt mehr oder weniger vom Christkind! Aaron: Christkind … Micha: Heut ist eine heilige Nacht. Und da gibt es eine schöne Bescherung. Aaron: Ja. Da hab ich wirklich eine schöne Bescherung im Stall gehabt. Micha: Richtig! Arme und Reiche alle zusammen in einem Stall! Und der König aller Könige mitten darunter! Und das alles in unserem Stall! Das muss gefeiert werden! (geht rein) Aaron: Der König der Könige? Nathanael (kommt von links): Na, mein Lieber? Hast du den König schon aufgenommen? Aaron (etwas ratlos): Da bin ich mir grad nicht ganz sicher … Es kann sein, dass er die ganze Zeit in meiner Nähe war … und ich hab es nicht bemerkt. Nathanael: O ja, mein Lieber. Da sprichst du ganz vielen Menschen aus der Seele. Viele haben den Sohn Gottes, den König der Könige, immer ganz in ihrer Nähe – und merken es nicht. Und nehmen ihn nicht auf. Obwohl sie immer und immer wieder die Gelegenheit dafür bekommen. Aaron: Das verstehe ich nicht. Nathanael: Ja, auch das hast du mit vielen anderen gemeinsam. Aber eigentlich geht es in der Heiligen Nacht genau darum, dass du, Aaaron, das verstehst. (Er dreht sich den Zuschauern zu.) Und es geht darum, dass die Menschen auf der ganzen Welt das verstehen und endlich den König der Könige bei sich aufnehmen. (Er geht zur Seite ab.) Micha (kommt aus dem Haus, zieht Vater am Arm): Komm schnell rein, Vater, es ist so weit! Wir haben was zu feiern! Aaron: Was denn? Micha: Jesus ist geboren! (Er zieht Aaron am Ärmel ins Haus, der noch verwundert den Kopf schüttelt.)

Lied

„Jesus ist geboren“ vortragen / vorspielen

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Weitere Micha-Publikationen: Micha und das Chaos im Stall

Die neue Weihnachts-CD von Erfolgsautor Harry Voß Die Geschichte von Micha und seinem versteckten Schatz in der Futterkrippe hier als vorgelesene Kurzgeschichte auf CD. Diesmal nicht als Krimi, sondern als lustige Chaos-Geschichte. Nachdem Micha und Judith gemerkt haben, dass der Schatz noch im Stall ist, unternehmen sie mehrere Versuche, um heimlich an das Geld zu kommen, ohne dass es auffällt. Aber je länger sie sich in dem Stall aufhalten, umso voller wird es. Da quetschen sich Hirten und Könige um die Krippe herum und Judith gibt ihr Bestes, um die vielen Menschen immer wieder von der Krippe abzulenken. Aber das Chaos wird nur größer … Für Kinder ab 8 Jahren Best.-Nr. 72171 (Bibellesebund) / Best.-Nr. 228.613 (R. Brockhaus) 3,50 € Staffelpreise auf Anfrage

Micha und die Verschwörung in Bethlehem

Der neue Lese-Adventskalender von Erfolgsautor Harry Voß Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln. Das Besondere: Die perforierten Seiten kann der Leser selbst öffnen. Das verspricht Spannung – vom 1. bis 24. Dezember! Nur so viel sei verraten: Der Hirtenjunge Micha aus Bethlehem entdeckt eine Verschwörung, die nicht nur ihn in Lebensgefahr bringt. Unfreiwillig darin verwickelt sind auch Maria und Josef und der neugeborene Jesus. Für Kinder ab 8 Jahren Best.-Nr. 71120 (Bibellesebund) Best.-Nr. 228.614 (SCM-Kläxbox) 5,95 € Staffelpreise auf Anfrage Die Produktionen ergänzen sich, sind aber auch einzeln in sich abgeschlossen.


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