Ausbrechen. Überwinden. Gestalten.
ENTDECKE DIE FREIHEIT, DIE ES NUR IN JESUS GIBT
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© 2025 R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH
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Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgender Ausgabe entnommen:
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Weiter wurden verwendet:
Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.
Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Hoffnung für alle ® Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis – Brunnen Basel
Lektorat: Ulrike Schilling
Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach
Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck
Gedruckt in Deutschland
ISBN 978-3-417-01036-7
Bestell-Nr. 227.001.036
VORWORT
Wir leben in spannenden Zeiten. Jesus hat schon vor mehr als 2000 Jahren gesagt, dass wir in den letzten Tagen leben und er bald wiederkommen wird. Mir scheint, in den letzten Jahren wurde das um einiges konkreter als zuvor. Wir erleben Erschütterungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Nationale und globale Krisen, Pandemie und Kriege. Unser Gott lässt sich von all dem aber nicht beeindrucken. Er sitzt ganz entspannt auf seinem Thron und lacht, weil er gewiss ist, dass seine Pläne gelingen (Psalm 2). Jesus hat den Sieg schon errungen und weiß, dass alles, was aus Gott geboren ist, die Welt überwindet. Er hat den Feind besiegt und völlig entwaffnet. Jesus ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben, und deshalb sagt er, dass wir, sein Leib, hingehen und alle Nationen zu Jüngern machen sollen. Jesus sieht darin kein Problem, weil er ja alle Tage bis an das Ende der Welt bei uns ist (Matthäus 28,18-20).
Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du das liest, aber mich macht das manchmal schon etwas nervös. Ich glaube, dass wir als Leib Christi zumindest in Westeuropa noch nicht in dem Zustand sind, den es benötigt, um den aktuellen und zukünftigen Erschütterungen entspannt standzuhalten und darüber hinaus noch den Auftrag von Jesus zu erfüllen.
Mein Anliegen ist es, dass wir als Leib Christi so widerstandsfähig werden wie der Baum aus Psalm 1. Dieser Baum ist am Wasserbach gepflanzt, und deshalb fürchtet er die Großwetterlage nicht. Denn er ist angeschlossen an eine unabhängige Versorgung, die ihn immer grün sein lässt und die dafür sorgt, dass er zu seiner Zeit Frucht bringt. Wir sind als Jünger von Jesus an eine Versorgung mit
lebendigem Wasser angeschlossen, die unabhängig ist von dem, was in der sichtbaren Welt vor sich geht.
Ich wünsche mir, dass wir lernen, aus dieser unerschöpflichen Versorgung des Himmels zu leben. Dass wir lernen auszubrechen aus allen limitierenden Glaubenssätzen und Gefangenschaften, die uns zurückhalten. Dass wir lernen, wer wir in Jesus sind und was für Möglichkeiten wir in dem neuen Leben mit ihm haben. Dass wir verstehen, dass wir in Jesus mehr als Überwinder sind, und dass wir dann mutig anfangen, mit Jesus unser Leben zu gestalten. Ausbrechen. Überwinden. Gestalten.
Bist du dabei? Let’s go!
Teil 1

Ausbrechen
ZUR FREIHEIT BEFREIT
»Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.« Das sind die ersten Zeilen unserer deutschen Nationalhymne. Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit, Freiheit zu entscheiden, wen man heiratet, welchen Beruf man ergreift oder wo man wohnt. Mit diesen Freiheiten sind wir aufgewachsen, und sie sind für uns Selbstverständlichkeiten. In vielen anderen Nationen dieser Welt sind diese Freiheiten allerdings ganz und gar nicht selbstverständlich. In Nordkorea zum Beispiel sind die Menschen in keinem einzigen dieser Punkte frei zu entscheiden. Zu Recht empfinden wir das als große Ungerechtigkeit. Wir Menschen in demokratischen Rechtsstaaten sind im Vergleich zum Rest der Welt privilegiert. Eine freie Gesellschaft ist ein hohes Gut für uns, für das wir bereit sind, auf die Straße zu gehen, wenn es darauf ankommt. Trotzdem erleben wir aber, dass es innere Gefangenschaften gibt, an denen Menschen leiden – in westlichen Demokratien genauso wie in anderen Staaten. Diese inneren Gefangenschaften können genauso schmerzhaft und einengend sein wie äußere. Erstaunlicherweise sehen wir bei uns selbst und auch bei Menschen um uns herum, dass äußere Freiheit nicht zwangsläufig innere Zufriedenheit zur Folge hat. Und dass äußere Freiheit nicht automatisch dazu führt, dass die Menschen glücklicher sind.
Gerade in unserer postmodernen Gesellschaft, wo objektive Wahrheit und traditionelle Werte immer mehr aufgelöst und dekonstruiert werden, was sicherlich gut gemeint ist und uns zur vermeintlichen Freiheit führen soll, sehen wir deutlich, dass psy-
chische Gesundheit und Stabilität der Menschen nicht im gleichen Maße zunehmen. Die Generation Z (Jahrgänge 1995–2010) ist wohl die Generation mit den meisten Wahlmöglichkeiten von allen Generationen, die es vor ihr gab. Für sie gibt es unendlich viele Lebensentwürfe, nichts ist festgeschrieben, alles ist scheinbar möglich. Und doch sind viele Leute der GenZ zutiefst verunsichert und haben überdurchschnittlich große Schwierigkeiten, sich zu entscheiden und ihr Glück zu finden.
Äußere Freiheit hat nicht zwangsläufig innere Zufriedenheit zur Folge.
Die Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten verursacht neue Ängste, zum Beispiel die wohlbekannte Angst, etwas zu verpassen, FOMO. Wenn eine Entscheidung getroffen wird, könnte es ja noch eine bessere geben, die damit ausgeschlossen würde. Psychotherapeuten könnten Tag und Nacht arbeiten, um all diese verunsicherten und unglücklichen jungen Menschen zu betreuen. So viele psychische Störungen in einer jungen Generation wie dieser, die alle Freiheiten zu haben scheint, gab es zu meinen Lebzeiten noch nie. Äußere Freiheit führt also nicht zwangsläufig zu innerer Freiheit.
Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die in Diktaturen leben müssen, aber sich trotzdem einer großen inneren Freiheit erfreuen. Denn Jesus sagt, dass nur derjenige wirklich frei ist, den er, der Sohn Gottes, frei macht.
Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Johannes 8,36 (EÜ)
Einer der Menschen, die ohne äußere Freiheit aufgewachsen sind und sich ein Leben unter den erschwerten Bedingungen einer Diktatur einrichten mussten, aber dennoch innerlich frei waren, hat mich besonders nachhaltig beeindruckt. Bruder Yun aus China, der um seines Glaubens an Jesus willen in chinesischen Gefängnissen
gefangen gehalten und gefoltert wurde und nur durch ein Wunder fliehen konnte.
Bruder Yun habe ich einmal persönlich in Augsburg erlebt, wo er einen spannenden Vortrag über sein Leben hielt. Er schilderte seine Zeit in China als Pastor der Untergrundkirche. Wie er immer wieder von der Staatspolizei schikaniert und schließlich verhaftet wurde. Wie er im Gefängnis schrecklich gefoltert wurde, und das alles nur, weil er Jesus Christus verkündigte und ein Leiter der Untergrundkirche war. Eines Tages geschah das Wunder und Bruder Yun konnte einfach aus dem Gefängnis herausspazieren. Der Herr verschloss die Augen der Wärter, und alle Türen waren auf einmal unversperrt. Das war buchstäblich Apostelgeschichte live. So kam er auf wundersame Weise in den Westen und konnte uns von der Untergrundkirche in China berichten. Als er am Ende seines Vortrags war, bat er uns, für die Geschwister in China zu beten. »Aber«, sagte er, »betet bitte nicht, dass die Verfolgung aufhört, denn wir wollen nicht so lauwarm werden wie ihr.« Was für eine erschütternde Aussage! »Wir wollen nicht so lauwarm werden wie ihr im Westen.«
LAUWARM WIE LAODIZÄA?
Bruder Yun hat das Geheimnis entdeckt, wie man innere Freiheit haben kann, auch wenn die Umstände katastrophal sind. Er sagt sogar, dass diese schwierigen Umstände ihm und den Brüdern und Schwestern der verfolgten Kirche in China geholfen haben, für Jesus zu brennen.
Im dritten Kapitel der Offenbarung lesen wir das Sendschreiben von Jesus an die Gemeinde in Laodizäa, das uns erklärt, woher Lauheit des Herzens kommt. Jesus sagt hier: »Ich kenne deine Wer-
ke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest! Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde« (Offenbarung 3,15).
Ich liebe es, wie klar Jesus ist. Jesus spricht nicht kompliziert, sondern so, dass es jeder verstehen kann. Er ist auch nicht einfach nett und verständnisvoll, er ist eindeutig und glasklar. Es ist ihm lieber, wenn jemand ihm gegenüber kalt ist, als dass er halbherzig Christ ist, immer mit der Frage im Herzen: Wie weit kann ich noch in der Welt leben, welche Kompromisse kann ich eingehen, damit ich gerade noch so als Christ durchgehe, damit es noch reicht für den Himmel. Aber ganze Sache mit Gott machen, das ist mir doch ein bisschen zu radikal. So eine Haltung hasst Jesus, und er findet deutliche Worte, um diese Einstellung zu verurteilen: Ich werde die Lauwarmen ausspeien aus meinem Mund.
In den nächsten Versen erklärt er, wie es dazu kommen kann, dass jemand lauwarm wird.
Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts!, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist, rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst. Offenbarung 3,17-18
Jesus sagt, es liegt daran, dass wir denken, wir seien reich und würden nichts brauchen. Wir würden es aus eigener Kraft schaffen können, ohne Gott. Ist es nicht so, dass wir Menschen tendenziell immer versuchen, ohne Gott auszukommen? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir lieber aus eigener Kraft leben wol-
len und Gottes Hilfe nur dann dazuholen, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Wir wollen lieber die Fäden selbst in der Hand halten und alles kontrollieren, weil wir uns unter keine Autorität beugen wollen und lieber uns selbst vertrauen. Manchmal, wenn ich einen Vortrag halte, stelle ich den Zuhörern die Frage, wer von ihnen gerne ein Wunder sehen möchte. Da gehen meistens viele Hände hoch. Bei meiner zweiten Frage, wer von ihnen gerne in eine Situation kommen möchte, in der man ein Wunder braucht, sieht es allerdings ganz anders aus. Nur ein oder zwei ganz Mutige heben die Hand.
Möchtest du gern in eine Situation kommen, in der du ein Wunder brauchst?
Stell dir diese Frage mal selber. Möchtest du gerne in eine Situation kommen, in der du ein Wunder brauchst? Diese Frage ist wie ein Prüfstein, der uns zeigt, wie stark die Tendenz zur Unabhängigkeit von Gott noch in uns ist. Wenn alles glattläuft, kommen wir doch ganz gut ohne Gott zurecht, weil wir so gesättigt, ja regelrecht übersättigt sind und alles haben. Wir sind durch die Dauerbeschallung und Bespaßung durch Internet und Co. und andere bewährte Suchtmittel so betäubt und abgelenkt, dass wir nur noch wenig Appetit auf Gott haben. Unser Leben funktioniert auch ohne Gott ganz gut.
Jesus sagt, wir bilden uns ein, alles zu haben, und merken gar nicht, dass wir ohne ihn elend, bemitleidenswert, arm, blind und nackt sind. Erst wenn wir in eine Situation kommen, die wir nicht mehr selber retten, heilen oder kontrollieren können, fangen wir an, Gott zu suchen. Oder sogar, uns bei ihm zu beklagen, wie er so etwas nur zulassen konnte. Dabei würde Bruder Yun sagen, dass Schwierigkeiten in unserem Leben eine Gnade sind, die uns in die Realität unseres lauwarmen Herzens bringt. Eine Realität, in der wir plötzlich sehen, wie arm und elend wir ohne Jesus sind. Durch herausfordernde Situationen sind wir somit geistlich gesehen sogar
in einer viel besseren Position als vorher, denn wir gehen durch ein Feuer der Reinigung. Jesus rät uns, im Feuer geläutertes Gold von ihm zu kaufen, damit wir reich werden.
Gold wird im Feuer erhitzt, um seinen Reinheitsgrad zu erhöhen. Bei sehr hohen Temperaturen wird Gold flüssig, und andere Substanzen, die dem Gold beigemischt sind, die sogenannten Verunreinigungen, können so entweder verbrennen, verdampfen oder abgeschöpft werden. Wenn wir von reinem Gold sprechen, meinen wir also unvermischtes Gold, pures Gold, nicht vermischt mit anderen, weniger edlen Metallen oder anderen Stoffen. 100 Prozent reines Gold gibt es auf dieser Seite der Ewigkeit nicht; selbst das reinste Gold, das mit den neuesten chemischen Prozessen gereinigt wurde, ist nur zu 99,999 Prozent pur, die allerletzten Reste von Fremdmolekülen kann man auch mit den heutigen technischen Möglichkeiten nicht entfernen. Das finde ich sehr tröstlich. Denn auch in unserer neuen Heimat, dem Reich Gottes, ist Perfektionismus kein Wert. Hier müssen wir keinen unerreichbaren Idealen nachjagen, sondern dürfen so wie Jesus ganz realistisch unser Leben betrachten.
Jesus sagt, wir sind reich, wenn wir von ihm im Feuer geläutertes Gold kaufen. Was meint Jesus damit?
Ich verstehe das so, dass wir Zeiten von reinigendem Feuer, durch die wir gehen, also schwere Zeiten durch Krisen, Verfolgung, Angriffe oder Krankheit, als Gnadenzeiten erkennen sollen. Verunreinigungen in unserem Leben, die unser Herz gefangen genommen haben, können in diesen Zeiten entfernt werden, was zu mehr Freiheit für uns führt. Wir können die verunreinigenden Gedanken, Glaubenssätze und Altlasten in unserem Herzen durch das Feuer plötzlich sehen, sie schwimmen an die Oberfläche unseres Bewusstseins und können abgeschöpft und entfernt werden. Der Hebräerbrief sagt, dass alles, was erschütterbar ist, erschüttert werden wird,
damit das Unerschütterliche übrig bleibt (Hebräer 12,27). Alles, was in uns »brennbar« ist und nicht dem Feuer Gottes standhält, wird entfernt, damit das übrig bleibt, was für die Ewigkeit zählt. Paulus schreibt, dass wir darauf achten sollen, ob wir unser Leben mit brennbaren oder mit feuerfesten Materialien bauen. Das Feuer der Reinigung wird es offenbaren.
Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er im Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen.
1. Korinther 3,10-13
Schwierige, herausfordernde Zeiten machen es offenbar, auf was wir unser Leben gebaut haben. Ob die Grundlagen unseres Lebens auch Feuer und Stürmen standhalten, oder ob alles zu Asche zerfällt. Als meine Ehe nach fast 25 Jahren zerbrach, stand ich vor den Trümmern meines Lebens. Bei allem verständlichen Schmerz und der Trauer, die durchlebt und verarbeitet werden musste, gab es aber auch eine andere Komponente, die ein großes Potenzial in sich trug. Plötzlich konnte ich deutlich erkennen, worauf ich mein Leben gebaut hatte, wo meine Sicherheit und meine Identität nicht auf Jesus und sein Wort gegründet waren. Wo Jesus allein bei Weitem nicht genug für mich war. Durch die Gnade Gottes war ich damals bereits gut eingebaut in die geistliche Familie des Gebetshauses in
Augsburg und konnte viele Stunden in der Gegenwart Gottes, im Lobpreis und im Gebet verbringen. Über die nächsten Jahre war ich damit beschäftigt, mein Leben neu aufzubauen und es diesmal mit »Gold, Silber und kostbaren Steinen« feuerfest zu machen.
Das Feuer der Reinigung wird nicht automatisch pures Gold in unserem Leben hervorbringen. Jesus sagt, wir sollen als Erstes dieses Gold von ihm kaufen. Es kostet also einen Preis. Der Preis für das geläuterte Gold ist die Ganzhingabe an Jesus. Wenn wir uns ganz an den Herrn ausliefern und auch unseren Zerbruch, unseren Müll und unseren Schmerz in seine Hände geben und ihm vertrauen, dass er es gut mit uns meint, dann wird er aus dem, was uns widerfährt, pures Gold machen. Denn wenn wir uns Jesus nicht hinhalten und ausliefern, wenn wir ihm nicht vertrauen, könnte es auch passieren, dass wir Anstoß an ihm nehmen. Ihn anklagen, bitter werden oder uns gar von ihm abwenden.
Herausfordernde Zeiten machen offenbar, ob wir Feuer und Stürmen standhalten, oder ob alles zerfällt.
Was wir zweitens brauchen, damit unser Herz wieder für Jesus brennt und nicht lauwarm bleibt, sind weiße Kleider, die wir bei ihm kaufen sollen. Kleider der Gerechtigkeit. Der Preis für diese Kleider ist, dass wir nicht an unserer eigenen Gerechtigkeit festhalten und diese verteidigen. Es gilt, sie loszulassen und an Gott abzugeben, wenn wir uns mit seiner Gerechtigkeit bekleiden lassen wollen. Jesus hat alle unsere Sünden mit an sein Kreuz genommen und hat mit seinem Blut dafür bezahlt. Unser ganzes Leben mit ihm basiert auf dem vollkommenen Erlösungswerk von Jesus am Kreuz und nicht auf unserer eigenen Gerechtigkeit. Denn wir waren nicht gerecht, wir waren alle Sünder und brauchten dringend einen Erlöser.
Als drittes Heilmittel gegen Lauheit, sagt Jesus, brauchen wir Augensalbe, damit wir sehen können. Und die sollen wir auch bei
ihm kaufen. Der Preis, den seine Augensalbe kostet, ist, dass wir unsere eigenen Beurteilungen auf den Altar legen und nicht auf ihnen beharren. Dass wir nicht darauf bestehen, dass unsere eigene Sichtweise die absolute Wahrheit ist, sondern dass wir zugeben, dass wir noch nicht all das sehen, was Gott sieht. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn wir sind so daran gewöhnt, dass wir selbst die letzte Instanz sind, die die Dinge beurteilt und sagt, wie es ist. Aber Jesus sieht viel mehr als wir, die wir nur einen oberflächlichen Blick haben.
Wir brauchen Gottes Weltbild. Seine Sicht der Dinge. Seine Beurteilungen über uns und die Welt.
Unser Horizont ist viel zu klein. Wir bleiben meistens in der sichtbaren Welt stecken, weil unser Verstand, unsere Gefühle oder unser Wille uns leiten und die Deutungshoheit haben. Aber da ist doch noch Gott! Da ist doch noch die ganze unsichtbare Realität des Königreiches! Wir halten unsere eigene menschliche Wahrnehmung für eine umfassende Darstellung der Wirklichkeit. Aber Jesus sagt, dass wir blind sind. Unsere natürlichen fünf Sinne bilden nur die sichtbare Welt ab, und die ist nur ein Teil der Realität. Die stärkere und größere Realität ist das Reich Gottes, in das wir durch die neue Geburt hineinversetzt worden sind.
Dieses Reich Gottes sollen wir lernen, mit den Augen des Geistes zu sehen. Dafür ist es nötig, dass wir unsere eigenen Vorstellungen und unsere eigene Sicht der Dinge loslassen. Wir brauchen eine Bekehrung zum Wort Gottes, denn die Beurteilungen Gottes sind die ganze Wahrheit. Das Wort muss die oberste Instanz sein, die sagen darf, was wahr und was Lüge ist, was richtig oder falsch ist, nicht wir.