Sonja Sorbara
Beten mit Verheißungen Im Vertrauen aussprechen, was Gott sagt
Sonja Sorbara
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Sonja Sorbara
Beten mit Verheißungen Im Vertrauen aussprechen, was Gott sagt
Sonja Sorbara
Im Vertrauen aussprechen, was Gott sagt
SCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
© 2023 SCM R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH
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Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgender Ausgabe entnommen:
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis –Brunnen Basel
Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung
Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft, Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.
Umschlaggestaltung: Astrid Shemilt, www.astridshemilt.com;
Moodboard: Sybille Koschera
Titelbild: shutterstock: © Maksym Fesenko
Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach
Illustrationen und Bildauswahl: Erik Pabst, www.erikpabst.de
Fotografien: Unsplash.com
Autorenfoto: Vanessa Käser
Druck und Bindung: Print Consult GmbH
Gedruckt in Tschechien
Artikelnummer: 227.000.063
ISBN: 978-3-417-00063-4
Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund deiner Kinder und Kindeskinder, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.
Jesaja 59,21
Ich schreibe dieses Buch als eine beständige Erinnerung für mich selbst, dass es Gott ist, der uns trägt und hilft und der mit uns ist: mit mir, mit meiner Familie, meiner Stadt, mit der ganzen Welt. Mit seinen Zusagen hat er uns Versprechen gegeben, die er ernst meint.
Und ich schreibe es als eine Einladung an dich, eigene Erlebnisse zu sammeln. Erfahrungen, die davon zeugen, dass Gottes Zusagen wie eine Welle der Versorgung in deinen Alltag hineinkommen: in dein Herz, deine Emotionen, die Gedankenwelt, deine Beziehungen und in deine Umgebung. Eine Welle, die wir gemeinsam surfen lernen.
Wenn das Buch ein Ratgeber wäre, dann würden wir unser Vertrauen in Methoden setzen. Es geht im Reich Gottes aber nicht um Methoden, sondern um die Vertrauenswürdigkeit unseres großen Gottes. Unser Vertrauen baut voll und ganz auf ihn und die Versprechen, die er gegeben hat.
In meinem Leben habe ich immer wieder auf diese Zusagen gebaut. Ich war als junge Erwachsene von vielem gefangen: Ich war nikotinsüchtig, heroinsüchtig, ess-brech-süchtig, depressiv. In unserer Familie gibt es Diagnosen, die herausfordern. Ich bin an meinen Idealvorstellungen schon viele Male gescheitert und zerbrochen. Wenn ich etwas gelernt habe, ist es dies: Ich lebe vollkommen aus Gnade. Und: Alles braucht seine Zeit.
Das Beten mit den Verheißungen Gottes, die wir in seinem Wort finden, ist keine Instantlösung. Unsere Umstände und Gefühle lassen sich manchmal nicht schönreden oder gar wegbeten. Und darum geht es auch Gott nicht. Er gibt uns Zeit und Raum, dass sich
Glauben entfalten kann. Und er gibt uns seinen Sohn: den Weg zu ihm.
Ich schreibe dieses Buch auch aus der Perspektive einer Zerbrochenen, die die Kraft des Wortes Gottes erfahren hat. Ja, dieses Wort hat die Kraft, alles zu verändern. Wirklich alles. »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei«, steht in Johannes 8,36, und ich hielt mich schon oft an diesen Worten fest wie eine Ertrinkende am rettenden Holzbalken. Manchmal ist Surfen einfach nur das.
Worte Gottes haben mich durch Jahre von Schwierigkeiten getragen. Menschlicher Trost (»Das wird schon gut!«) ist zwar nett, gibt aber keinen wirklichen Halt. Ich bitte Gott um sein Wort für Situationen und Zeiten, und dann versuche ich, mich daran festzuhalten. Und egal, ob ich gleich eine Veränderung sehe oder nicht: Das Wort von Gott ist mir inzwischen ein wirklicher Trost und wahrer Halt. Glaubwürdig. Felsenfest.
Ich liebe das Wort Gottes, weil ich seine Kraft in meinem Leben schon so oft erfahren habe. Und genau das wünsche ich mir auch für dich: dass du diese Kraft erfahren und erleben darfst und dass du weißt, dass Gott für dich alles ist und alles tut.
Verlass das Land der Entmutigung und der Selbstversorgung und tritt ein in die Kraft der Verheißungen Gottes! In Jesus ist sein Reich nahe gekommen – verfügbar für dich und mich. In die Spannung zwischen Schon-da und Noch-nicht treten wir mit dem Gebet, zu dem Gott uns einlädt:
Dein Reich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!
Amen. So sei es.
Ich freue mich sehr darüber, dass du dieses Buch liest! Du würdest es nicht lesen, wenn du nicht den Wunsch hättest, deinem Gebetsleben Neues hinzuzufügen, Anregung dafür zu suchen oder Bestehendes zu vertiefen. Dieses Buch will dir eine Sprache geben für die Segnungen, die Gott für dich und dein Leben vorbereitet hat, damit du seine Verheißungen – seine Gedanken, Pläne – in dein eigenes Leben, in die unsichtbare Welt und in deine Umgebung hineinsprechen kannst.
Verheißungen sind Versprechen, die Gott Menschen macht. Unser Bezugspunkt dafür ist die Bibel. Es ist wichtig, nicht einfach etwas Schönes selbst zu erfinden und Gott unsere eigenen Wünsche vorzulegen.
Das Beten von Verheißungen oder auch Proklamieren (von lat. proclamare; laut ausrufen, schreien, verkünden; eigentlich: rufen für) ist eine Form des Betens, bei der wir, statt zu bitten, die Verheißungen und den Willen Gottes über unser eigenes Herz, über Situationen, anderen Menschen oder auch Orten aussprechen.
Wir bitten dann beispielsweise nicht um Frieden, sondern wir sprechen diesen Frieden in eine Situation oder in ein Herz hinein. Das tun wir, weil Gott uns in seinem Wort, der Bibel, seinen Frieden mehrfach verspricht, zum Beispiel in Johannes 14,27 oder im 2. Thessalonicher 3,16. Ich kann entweder sagen: »Vater, bitte
schenke mir heute deinen Frieden!«, oder ich kann sagen: »Danke, Vater, dass du mir heute deinen Frieden schenkst, so wie du es uns zugesagt hast: ›Meinen Frieden gebe ich euch!‹«
Der Unterschied zum Bitten ist klein und doch groß. Unsere Worte sind geringfügig anders. Weil wir Gottes eigene Worte in Situationen hineinsprechen, wirkt auch seine Kraft durch unsere Worte. Es ist nicht unsere eigene, sondern die Kraft Gottes, die durch unsere Gebete freigesetzt wird. Indem wir uns mit den Gedanken und Herzensanliegen Gottes eins machen, verbinden wir uns mit seinem Herzen.
Im Neuen Testament finden wir ungefähr 250 Verheißungen in über 750 Bibelstellen. Uns wird die Errettung von Sünde, die Barmherzigkeit Gottes, Frieden und Freiheit verheißen, Trost und ewiges Leben, um nur einen kleinen Teil davon zu nennen. Max Lucado schreibt:
Oft erlebe ich, wie ein Gebet mit Bitten beginnt und durch mein Aussprechen zum Danken wird: weil in meinem Geist während des »
Gottes Verheißungen sind ein Erste-Hilfe-Kasten voller Heilmittel. Genauso wie der Arzt uns Medikamente für unseren Körper verschreibt, hat Gott uns Verheißungen für unser Herz gegeben. … Für jedes Problem im Leben hat Gott uns eine Zusage gegeben. Machen Sie sich mit den Verheißungen Gottes so vertraut, dass Sie sich selbst ein Rezept ausstellen können: Heute habe ich Angst. Es wird Zeit, dass ich eine Flasche »Richter 6,12« öffne: »Der Herr steht dir bei.« Ich nehme für mich in Anspruch, dass Gott an meiner Seite ist. (Oder:) Alles scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Es ist Zeit für eine Dosis »Römer 8,28«: »Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.«1
Betens eine Gewissheit wächst, dass Gott alles schon getan hat, worum ich ihn bitte. Es ist eine Veränderung meiner Herzenshaltung von »Ich bin nicht sicher, ob Gott wirklich hilft, aber ich kann es ja mal versuchen« hin zu »Wie bin ich dankbar, dass Gott seinen Frieden immer schenkt, wenn ich ihn brauche, weil er es versprochen hat und weil er seine Versprechen hält!«.
Viele der Verheißungen enthalten die Formulierung »in Christus«. Und das ist absolut zentral: Denn nur weil Jesus Christus alles vollbracht hat, können wir kühn und mutig die Zusagen Gottes für uns nehmen. Jesus ist die Tür und der Weg zum Vater. Durch ihn haben wir freien Zutritt zum Thron Gottes. Durch seine Erlösung wird uns ein neues Leben geschenkt – ein Leben in ihm, in Christus. Jede Verheißung, die in Christus wahr ist, gilt damit auch für uns.
Es ist eines der Geheimnisse Gottes, dass in Christus alle Verheißungen Gottes, ja alle seine Worte bereits in Erfüllung gegangen sind. Und dass wir gleichzeitig noch auf die Vollendung in der sichtbaren Welt, auf das Wiederkommen von Jesus, warten. Das kann eine Spannung auslösen: die Spannung zwischen dem »Schon-jetzt« und dem »Noch-nicht«, zwischen dem, was im Geist, in Gottes unsichtbarer Realität, bereits wahr und geschehen ist, und dem, wo wir in unserer sichtbaren Welt noch nicht in der vollkommenen Erfüllung leben. Dieses Leben mit dem Unsichtbaren ist zentral für eine Gebetshaltung in der »Es ist vollbracht«-Realität: Ich spreche und danke in der Gewissheit, dass Gott bereits versprochen hat, worum ich ihn bitte. Und ich lebe gleichzeitig mitten im Mangel oder im Warten auf die Erfüllung. Darauf gehe ich im Kapitel 5 ausführlicher ein.
Das Beten von Verheißungen ist ein wunderbares, kraftvolles Mittel, das in zweierlei Richtungen seine Wirkung entfaltet:
1. Es wirkt sehr persönlich nach innen und kann uns direkt in die »In Christus«-Realität hineinführen. Das eigene Herz findet so Vergewisserung, Ausrichtung und die Kraft durch das lebendige Wort Gottes, durch den Immanuel, Gott mit uns.
2. Es wirkt nach außen, indem wir sprechen, was Gottes Wort sagt. Das hat die Kraft, um den Willen Gottes, seine Gedanken und seine Pläne auf dieser Erde wirksam zu machen und »vom Himmel auf die Erde« zu bringen. Manchmal finden sie auch nur in Handlungen, im Schweigen oder mit Tränen ihren Ausdruck. Es gibt viele Arten, um Gottes Gedanken und seine Kraft in unsere Welt hineinzutragen.
Aktivierung
Am Ende jedes Kapitels findest du Bibelverse, die zum Thema passen, Fragen und Impulse zum Weiterdenken und um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Es gibt auch vorformulierte Gebete zum Nachsprechen: mit dem Blick nach innen und mit einem Schritt nach außen. Sie sind als Startpunkte gedacht und geben ein Beispiel, wie du Texte aus der Bibel zu deinem eigenen Gebet machen kannst. Natürlich hast du immer die Freiheit, selbst Gebete zum Thema des Kapitels zu formulieren. Das ist sogar ausdrücklich gewünscht! Jedes Kapitel enthält zusätzlich Raum für die Worte, die Gott dir persönlich für deine Anliegen zuspricht.
Mitschreiben
Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, eigene Gedanken beim Beten schriftlich festzuhalten. Meine Empfehlung: Nutze den Platz in diesem Buch und lege dir, wenn du magst, gern noch ein Gebetsjournal dazu an. Wenn du deine Einträge mit Datum anlegst, kannst du sie später besser nachvollziehen und sehen, was du wann gebetet hast und wie dein Gebet beantwortet wurde! So entsteht mit der Zeit eine persönliche Gebetsschatzkiste, die du immer wieder zur Hand nehmen kannst.
Immer das Gleiche beten?
Wir müssen Proklamationen nicht jedes Mal neu erfinden. Wir dürfen Worte, die Gott uns zuspricht, immer und immer wieder in Situationen hineinsprechen. So bahnen sich die Worte den Weg von der unsichtbaren in die sichtbare Realität. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Gebete für Zeiträume bestimmt sind. Manche Gebete begleiten mich ein Leben lang. Und bei anderen komme ich irgendwann zum Punkt, an dem ich spüre, dass sie für den Moment (oder für immer) abgeschlossen sind.
Zeiten erkennen
Zu beurteilen, was zu welcher Zeit wichtig ist und was nicht, ist eine prophetische Gabe, die die Söhne Issaschars im Alten Testament besaßen (1. Chronik 12,33). Von ihnen heißt es, dass sie »erkannten und wussten, was Israel zu jeder Zeit zu tun hatte«. Mit anderen Worten, die Pläne Gottes und die Zeiträume, in denen sie passieren sollten, waren ihnen anvertraut. So waren sie maßgeblich daran beteiligt, dass David – lange nachdem er gesalbt wurde – als König über Israel eingesetzt wurde. Sie wussten also nicht nur, was wann zu tun war, sondern sie taten es auch und setzten so den Willen Gottes auf der Erde durch. Ich glaube, dass diese Gabe immer
wichtiger wird, damit wir uns nicht verzetteln. Gerade im Gebet. Was sollen wir wann beten? Gott lässt es uns gerne wissen, wenn wir ihn danach fragen.
»Lasst euer Gebet nicht abbrechen«, erinnert Paulus die Gemeinde in Thessaloniki. Das Gebet in uns, das innere und das gesprochene Gebet, kommt aus der Beziehung und Nähe mit Gott. Im Licht dieser Beziehung wird unsere Perspektive derjenigen Gottes immer ähnlicher. Wir sehen seine Möglichkeiten statt unserer Begrenzung.
Sei eingeladen, Gottes Verheißungen zu deinen eigenen Gebeten zu machen. Das gilt für die Themen in diesem Buch und auch für jedes andere.
Immer mehr halte ich mit einer gewissen Sturheit daran fest, dass Gott nichts unmöglich ist. Und vor allem bin ich je länger desto, weniger bereit, mein Leben von Entmutigung prägen zu lassen. Denn die Ermutigung Gottes lautet: »Vergiss alle deine Möglichkeiten, und empfange meine. Lass dich überraschen! Bitte, und dir wird gegeben!«
Ich wünsche dir von Herzen, dass auch dein Vertrauen in den Vater-Gott unerschütterlich wird.
1
Die Kraft der Zunge schafft Leben. »Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt« (Sprüche 18,21). Die zerstörerische Macht von Worten haben wir vermutlich schon selbst erfahren. Und auch, wie Worte Leben schaffen können: ermutigen, aufbauen, bestärken, aktivieren, inspirieren.
2
Unsere Worte haben Auswirkungen. »Was einmal ausgesprochen ist, fällt auf dich zurück – sei es nun gut oder schlecht« (Sprüche 18,10; HFA). Mit meinen Worten bahne ich meinen Weg, sie werden mein Leben begrenzen oder segnen.3 Durch die Worte, die wir immer und immer wieder aussprechen, werden unsere tief verankerten Überzeugungen sichtbar.4 3
Gottes Wort hat Schöpfungskraft. »Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht« (1. Mose 1,3). Warum hat sich Gott eigentlich die Mühe gemacht, zuerst zu sagen, was er tut, bevor er es tat? Warum hat er Worte gemacht? Gottes ausgesprochenes Wort
hat Kraft. Er ruft »das Nichtseiende … wie wenn es da wäre« (Römer 4,17). Indem wir Bibelworte beten, rufen wir die Schöpfungskraft Gottes wieder und wieder in Existenz. 4
Gottes Wort hat Heilungskraft. »Er sprach nur ein Wort, und sie wurden gesund« (Psalm 107,20; HFA). Auch Jesus hielt sich an dieses Prinzip: »Mit seinem Wort trieb er die bösen Geister aus und heilte alle Kranken« (Matthäus 8,16; GNB). Er sagte: »Sei gesund!«, und es geschah so. 5
Gottes Wort ermutigt und stärkt. »Gott, der Herr, gibt mir die richtigen Worte, damit ich erschöpfte Menschen trösten und ihnen neuen Mut zusprechen kann« (Jesaja 50,4; HFA). Die Betonung liegt auf den »richtigen« Worten, das heißt: die Worte, die Gott uns für diesen Zeitpunkt, diese Situation zuspricht. 6
Unsere Worte gehen uns voran. »Denkt an die Schiffe, die doch ziemlich groß sind und von heftigen Winden hin und her getrieben werden. Sie werden schließlich auch von sehr kleinen Rudern gelenkt, und zwar dorthin, wo der Steuermann es sich vornimmt. So ist die Zunge ein sehr kleines Körperteil, und kann doch sehr viel bewirken!« (Jakobus 3,4-5; DBU).
Worte Gottes erzeugen Vertrauen. »So entsteht also das Vertrauen aus dem Hören und das Hören aus der Nachricht vom Messias« (Römer 10,17; DBU). Wir müssen die gute Nachricht hören, und das setzt voraus, dass sie ausgesprochen wird. 8
Worte schaffen Realitäten. Sie holen hervor, was Gott in uns hineingelegt hat. Zu Gideon, der zu dem Zeitpunkt nicht für seinen Mut bekannt war, sagte der Engel: »Der Herr steht dir bei, du starker Kämpfer!« (Richter 6,12; HFA). Nicht menschliche Beurteilungen, sondern die Sichtweise Gottes sprach der Engel aus, und es geschah so.
9
Es zeigt Gott meine Liebe. »Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund« (Matthäus 8,8), sagt ein syrischer Hauptmann zu Jesus. Jesus freut sich über ein so großes Vertrauen in seine Worte. Denn das berührt Gottes Herz. 10
Gute Worte bewirken gute Tage. »Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der soll aufhören, Böses zu reden, und seine Lippen
davon abhalten, Hinterhältiges zu sagen« (1. Petrus 3,10; DBU), zitiert Petrus das Alte Testament. 11
Verkündete Wahrheit bringt Freiheit. »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen« (Jesaja 61,1). Das ist die Botschaft Jesu, und sie wird zu unserer, weil dieser Jesus in uns lebt. Wir sind gesandt, zu predigen, zu verkündigen, freizusetzen. 12
Gottes Wort ist wirksam gegen den Feind. Jesus nimmt Gottes Wort in den Mund, um sich gegen den Teufel zu wehren (Matthäus 4), als der ihn, hungrig und geschwächt, auf die Probe stellte. Seine Identität wurde hinterfragt, doch durch das ausgesprochene Wort seines Vaters ist er siegreich.
Nimm dir Zeit, diesen Psalm zu lesen und auf dich wirken zu lassen.
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Psalm 23
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen.
Er gibt mir neue Kraft.
Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre.
Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, Herr, bist bei mir.
Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost.
Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und füllst meinen Becher bis zum Rand.
Deine Güte und Liebe begleiten mich Tag für Tag; in deinem Haus darf ich bleiben mein Leben lang.
Psalm 23; DBU
Gott führt und leitet mich. Diese Gewissheit gibt mir Ruhe. Ich würde an dieser Stelle gerne sagen, dass ich auch in stürmischen Zeiten in der Sicherheit ruhen kann, dass Gott mein Hirte ist. Aber es wird für meine Seele oft recht schnell problematisch, wenn ich von einem Moment auf den nächsten herausgefordert bin, mich wirklich auf ihn zu verlassen. Also immer dann, wenn es wirklich voll und ganz und einzig und allein auf das Eingreifen
und Leiten Gottes ankommt. Und vor allem dann, wenn mein Herz voll mit drinhängt.
Vor Kurzem eröffnete uns eines unserer Kinder, dass es eine Entscheidung getroffen hatte. Eine, die es weder mit uns noch mit anderen besprochen hatte. Und sein Entschluss schien felsenfest zu sein. Ich bekam Panik: Was, wenn es die falsche Entscheidung ist? Was, wenn das Kind so richtig auf die Schnauze fällt? Mist baut? Was, wenn es sich seine Zukunft verbaut, unwiederbringlich? Was, wenn es verletzt wird? Was, wenn diese Entscheidung unsere ganze Familie aus dem Gleichgewicht bringt? Was, wenn … In dieser Nacht schlief ich schlecht. Hatte ich doch jahrelang für dieses Kind gebetet und gefleht. Und nun schien durch diese eine Entscheidung seine Zukunft anders geprägt und alles plötzlich zu wackeln oder zumindest höchst unsicher zu werden.
»Tief durchatmen!«, sagte ich zu mir. »Besinne dich auf das, was du anderen rätst. Was du lehrst, schreibst und was du im Innersten weißt. Nämlich, dass dieser Gott auch in dieser Situation da ist. Und dass er auch an diesem Tag und in dieser Situation nichts, aber auch gar nichts von seiner Größe eingebüßt hat.«
Jetzt saß ich da und merkte: Was sich in der Theorie, in Seminaren und in Büchern so leichtfüßig predigt oder hinschreibt, erhält ein ganz anderes Gewicht, wenn mein Herz betroffen ist und ich richtig Angst kriege. Doch genau an diesem Punkt, an dem mein Herz zu zerreißen droht, bietet Jesus mir an: »Ich bin dein Hirte. Ich führe dich zum frischen Wasser. Und in dem finsteren Tal, da wo du jetzt bist, gibt dir mein Hirtenstab Führung, Zuversicht, Schutz und Trost. Glaubst du das?«
Ich sitze also nachts wach im Bett, meine Gedanken kreisen um mein Kind und diese Situation, und Gott bietet mir Führung an. Glaube ich ihm – jetzt? Es scheint wahnwitzig zu sein. Denn alles in mir setzt dem entgegen: »Aber ich muss doch … ich sollte doch …
dafür sorgen, dass mein Kind das Richtige tut. Grenzen setzen. Es lehren. Mit ihm sprechen! In Beziehung bleiben! Klarheit vermitteln! Ich muss jetzt erziehen und eine Strategie haben!« Ja, das muss oder darf ich alles. Strategien sind wichtig. In herausfordernden Situationen gibt es kluge und unkluge Wege, etwas zu tun, gute und unpassende Reaktionen. Aber, und das spüre ich selbst: Dorthin komme ich nicht ohne die Zuversicht in Gott.
Die Frage ist: Reicht mir dieses Versprechen aus? Auch für diese Situation, die mir so Angst macht? Nehme ich es? Erlaube ich Gott, zu mir zu sprechen über seine Sicht der Dinge, über seine Realität, über seine Möglichkeiten?
Also fange ich an, die Worte aus dem Psalm 23 langsam und laut in die Nacht zu sprechen. Du, Herr, bist mein Hirte … Ich höre meiner eigenen Stimme zu, die Gottes Wahrheit spricht. Weil das so ist, wird mir nichts fehlen. Du gibst mir neue Kraft und führst mich und meine Familie auf sicheren Wegen … Jetzt verändert sich langsam etwas in mir. Schon in dem Moment, in dem ich anfange, gibt es einen Cut in meinem Gedankenkarussell. Und jetzt merke ich, dass Gott ja auch meine Familie sicher führen wird. Wenn er das sagt, wird er es auch tun. Stimmt, da gibt es ja noch Gott! Der Heilige Geist bringt in mir eine Erinnerung hoch, wie ich Gottes Führung schon früher einmal in einer Familiensache erlebt habe. In meine Gefühle, mein Herz und meine Gedanken kommt langsam Ruhe. Auch im finsteren Tal fürchte ich kein Unheil, weil du ja da bist!
Wir finden Weide für Körper, Seele und auch im Geist nur bei ihm. Durch seine Führung. Wir kommen nicht in die ersehnte Ruhe, nicht in den Frieden, nicht ins Empfangen, wenn wir bei unserer momentanen Realität bleiben. Dann haben wir schlaflose Nächte, rudern
wie wild und versuchen, mit menschlichen Mitteln das Steuer rumzureißen. Gott verbietet uns das nicht. Aber er hat ein besseres Angebot: seine Versorgung und seinen Frieden. Die Gewissheit, dass er uns auch in dieser Situation führt, dass er da ist. Das bringt wieder Ruhe in den Sturm. Aus dieser Ruhe heraus können wir dann tun, was immer wir für richtig halten, was gut und weise ist. Weil wir alles auf eine Karte setzen: auf Gott. Auf den guten Hirten, der uns leiten und führen wird. Weil er es gesagt hat.
Wovor fürchte ich mich? Warum? Was könnte hinter der Furcht stecken?
BLICK NACH INNEN

Welche Zusage aus Psalm 23 – welchen Satz, welches Wort – kann ich gerade jetzt zu mir sprechen lassen? Bin ich bereit, diese Wahrheit anzunehmen?
Hast du vor Augen, was in dir gerade Unruhe oder Angst auslöst? Dann beginne damit, aus den Verheißungen Gottes heraus Wahrheit zu sprechen. Diese Worte darfst du deinem eigenen Herzen zusprechen:
SCHRITT NACH AUSSEN
Mein Herz, du bist unruhig und hast Angst. Du bist verzweifelt und siehst keinen Ausweg. Empfange zuerst die Gewissheit: Dein Gott ist da. Er ist bei dir. Du bist nicht allein. Lass dich trösten mit der Wahrheit deines himmlischen Vaters. Er hat Trost und Zuversicht und Frieden für dich! Nimm an, was er dir verspricht!
Mein Herz, der Herr ist dein Hirte. Er ist dein liebevoller, gütiger Hirte, der alles weiß. Dir wird es an nichts fehlen. An nichts! Er bringt dich auf eine saftige Wiese und führt dich zum frischen Wasser, das sagt sein Wort. Hier kommst du zur Ruhe.
Und auch in dieser finstersten Schlucht, in der du gerade steckst, in Angst und in Not, musst du nicht bedrückt sein. Hab keine Angst, dass dir Unglück passiert, denn dein Hirte ist ja bei dir. Ja, er ist da, sein Stecken und Stab trösten dich.Auch wenn du gerade nicht siehst, wo es langgeht – halte dich fest an diesem Hirtenstab von Jesus, an jedem Wort der Wahrheit. Halte so lange aus, bis sein Trost bei dir angekommen ist. Es ist okay, wenn es ein bisschen dauert. Du bist nicht allein hier, auch wenn es sich noch nicht gleich so anfühlt!
Direkt vor meinen Gegnern deckt mir mein himmlischer VaterdenTisch. Ersalbt mein Haupt mit Öl und schenkt mir ein, sodass mein Becher randvoll ist. Es stimmt: Gerade ist Angst da, aber Gott hat versprochen, wenn ich auf seine Führung zähle, übernimmt er Verantwortung, sodass mir nichts fehlt.
Nur Gutes und Barmherzigkeit werden mir mein Leben lang folgen, und ich werde im Haus Gottes wohnen mein ganzes Leben lang! Ja, deine Güte und Liebe begleiten mich Tag fürTag. Wow! Das ist so stark!
Mein Herz, du darfst diese Wahrheit aufsaugen. Gott ist dein Hirte, und er ist immer bei dir. Er versorgt dich mit allem, was du brauchst – ja noch mit mehr, als du benötigst. Er lässt nicht nach, bis dein Becher überfließt! Ja, sogutistdeinGott!SeineLiebe,seineFürsorgeundseine Freundlichkeitumgebendich.DudarfstalledeineÄngste undBefürchtungenundNöteinseinegutenHändelegen.
Antworte deinem Gott mit den Worten des Psalms:
Mein lieberVater, mein guter Hirte. Danke für deine Zusagen! Ja, du bist mein Hirte. Ja, du sorgst für mich. Und nein, es wird mir an nichts fehlen! Ich glaube das und danke dir dafür!
Ja, auch in meinen größten Ängsten und Unsicherheiten bist du da. Du führst mich mit deinem wundervollen Stecken und Stab. Danke dafür! Ich nehme deine Führung an und ich liebe es, von dir geführt zu werden!
Danke, lieberVater, fürden reich gedecktenTisch direkt vor meinen Gegnern. Ja, sie sollen sehen und erkennen, wie gütig und großzügig du bist! Meinen Becher füllst du bis zum Rand!
Ja, deine Güte und Barmherzigkeit folgen mir für immer! Und ich liebe es, in deiner Gegenwart zu sein. Ich verlasse diesen Ort nicht, sondern nehme Heimat in dir. Danke, lieber Vater!
Mein Herz kommt jetzt zur Ruhe in dir.
Ich nehme deine Wahrheit an. Und ich weigere mich, weiterhin zu glauben, dass du zu weit weg oderzu ohnmächtig bist, um mir zu helfen. Nein, du bist der gute Hirte. Du lässt dein Leben für deine Schafe. Nichts ist dir zu groß, und nichts ist dir zu klein. Das glaube ich. Auf dich vertraue ich.
Antworte deinem Gott mit einem Lied. Singe oder spiele es laut mit!
Goodness of God
Sprich nun diese Zusagen Gottes aus Psalm 23 auch über jemand anderem aus. Vielleicht über der Person, um die du dich sorgst? Du kannst Gott auch fragen, für wen du diese Worte heute aussprechen sollst.
…...................... (Name derPerson), derHerrist dein Hirte. Dirwirdesannichtsfehlen!Ichsegnedich, …...................... mit der Gewissheit, dass der gute Hirte dich leitet und führt. Er führt dich in die Ruhe, und er erfrischt dich. Er versorgt dich mit allem, was du heute brauchst. Auch in der Dunkelheit und in derAngst ist er bei dir und tröstet dich.
…......................, Gottes Freundlichkeit und Güte werden dich nicht verlassen, sondern dir für immer folgen! Deine Heimat ist die Gegenwart Gottes. Sein Haus ist offen für dich, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Sei gesegnet mit der Liebe und Fürsorge des guten, treuen Hirten.