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Martin Dreyer

Martin Reloaded

Luthers Schriften fĂźr alle


Der SCM-Verlag ist eine Gesellschaft der Stiftung Christliche Medien, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne vorherige schriftliche Einwilligung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2015 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG Bodenborn 43, 58452 Witten Internet: www.scmedien.de; E-Mail: info@scm-verlag.de Die Bibelverse sind in der Regel der Volxbibel entnommen, © 2012 für das Alte Testament: Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München, © 2012 für das Neue Testament: Volxbibel-Verlag im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten. Alle Rechte vorbehalten. Umschlaggestaltung Titelillustration sowie Illustration der Kapitelanfänge: Sebastian Reichardt, Herrenberg Satz: Christoph Möller, Hattingen Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck Gedruckt in Deutschland ISBN 978-3-417-26585-9 Bestell-Nr. 226.585


Inhalt Vorwort von Martin Dreyer .......................................................................... 5 Einleitung (Vorrede zu Band I der lateinischen Schriften der Wittenberger Luther-Ausgabe, 1545)...................................................... 8 Das Wichtigste, was du als Christ kapiert haben musst (Der Kleine Katechismus, 1529)................................................................. 21 Der erste Hauptteil: Zehn ganz besondere Gesetze, die direkt von Gott kommen...................................................................... 28 Der zweite Hauptteil: Worum geht’s beim christlichen Glauben? Das Glaubensbekenntnis ........................................ 32 Der dritte Hauptteil: Das „Vaterunser“-Gebet ............................................ 35 Der vierte Hauptteil: Die jesusmäßige Taufe.............................................. 39 Die große Dreck-weg-Aktion ..................................................................... 42 Der fünfte Hauptteil: Was mit dem besonderen Abendessen abgehen soll .......................................................................... 45 Wie man seinen Leuten beibringen kann, dass man morgens und abends betet ......................................................... 47 Wie man seinen Leuten beibringen kann, wie man vor dem Essen betet .................................................................... 49 Zusammenstellung von wichtigen Texten für unterschiedliche Leute.............................................................................. 50

Ein paar Gedanken zu dem Thema, was es bedeutet, als Christ frei zu sein (Abhandlung über die christliche Freiheit, 1520).......................................................................... 55 Was das mit der Ehe soll und wie man sie auf die Reihe kriegt (Vom ehelichen Leben, 1522)..................................................................... 75 Einige Briefe Luthers ................................................................................. 93 Ein Brief an Hans Luther, seinen leiblichen Vater....................................... 93 Brief an Spalatin, einen Freund von Martin Luther.................................. 101 Zweiter Brief an Spalatin ........................................................................ 104 Brief an Käthe, die Ehefrau von Martin Luther ........................................ 106 An Käthe ................................................................................................ 108 Brief an Hans Luther, seinen Sohn .......................................................... 109

Wie es im Gottesdienst am besten abgehen sollte (Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes, 1526)........................ 111 Was ich von den Konzilen und der Kirche halte (Von den Konzilen und der Kirche, 1539)................................................. 117

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Wie man jemanden wieder gut draufbringt, der gerade von der dunklen Seite heftig angezeckt wird (Tröstung für eine Person in hohen Anfechtungen, 1521)......................... 132 Ein kurzer Text zur Ermutigung, dass Christen im Gebet immer durchziehen sollten und nie damit aufhören (Ein kurzer Trostzettel für die Christen, dass sie sich im Gebet nicht beirren lassen, 1540)............................................................. 136 Ein paar gute Songs, in denen es um den Glauben an Gott geht (Geistliche Lieder) ................................................................................... 138 Vorwort zum Wittenberger Songbook von 1524...................................... 138 Ein Rap zu Weihnachten ......................................................................... 139 Fester Tower............................................................................................ 142 Ein Song über die guten Dinge, die Gott durch Jesus für uns getan hat..................................................................................... 144

Ein paar Tipss, die man kennen sollte, wenn man in den Evangelien, den ersten vier Büchern in den neuen Verträgen, liest (Ein kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten solle, 1522)............................................................ 147 Ein offener Brief dazu, wie man die Bibel am besten übersetzen sollte (Ein Sendbrief vom Dolmetschen, 1530)....................... 156 Gequatsche beim Essen (Aus Luthers Tischreden) .................................... 166 95 Ansagen über die „Mit Geld von Sünde freikaufen“-Praxis (Die Ablassthesen, 1517) ......................................................................... 171 Ein Aufsatz über die Polizei, die Richter und den Staat und wann man tun muss, was sie einem sagen (Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei, 1523)................................................................................... 174 Quellenverzeichnis ................................................................................. 201

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Vorwort von Martin Dreyer Überall in Deutschland beschäftigen sich die Menschen derzeit mit Mar­ tin Luther. 2007 wurde die Lutherdekade ausgerufen, in der das weite Themenspektrum der Reformation bis zum Re­for­mationsjubiläum 2017 aufgegriffen und entfaltet wird. Am 31. Oktober 1517 heftete Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Diese Thesen ha­ben die christliche Welt bis heute maßgeblich verändert. Das hier vorliegende Buch nimmt die wichtigsten und interessantesten Texte Luthers auf und bringt sie in einer frischen Sprache noch einmal neu aufs Tablett. Für mich persönlich war es eine der interessantesten Aufgaben in den letzten Jahren, diese alten Texte von Martin Luther in eine verständliche junge Sprache zu übertragen. Es ist wie ein Blick zurück in die Kirchengeschichte, die mich (und so viele andere Gläubige in Deutschland) im Glaubensleben maßgeblich beeinflusst hat, ohne dass es mir immer bewusst ist. Luther hat nicht nur die evangelische Kirche, er hat auch alle Freikirchen und selbst die katholische Kirche wahnsinnig geprägt. Das war mir vor der Arbeit an diesem Buch nicht so klar, und ich frage mich, inwieweit das überhaupt im Bewusstsein der Christen in Deutschland heute verankert ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass Luther zum einen klar geistlich Position bezieht. Er argumentiert mit dem Wort Gottes, redet vom Gebet, von übernatürlichen Eingebungen und Begegnungen. Luther – ein Charismatiker? Für ihn war die Übersetzung der Bibel ein klar geistlicher Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte. Auf der anderen Seite bleibt er aber auch immer praktisch, am Boden, wirkt nie abgehoben. Er macht sich ganz pragmatisch Gedanken darüber, wie ein Gottesdienst auszusehen hat, wie man die Bibel lesen soll und auch wie man betet. Viele vorformulierte Gebete, die Millionen Christen in Deutschland vertraut sind, haben ihren Ursprung in Martin Luther! Aber auch andere Texte, zum Beispiel seine Ratschläge zum Thema Sex und Ehe, sind alles andere als weltfremd. Luther stand fest im geistlichen Dienst genauso wie im prallen Leben. Was mich außerdem überrascht hat: Seine Einstellung zum Umgang mit der Bibel erinnert an manche charismatischen Bewegungen der jüngeren Zeit. Und doch schafft er es, diese auf eine gesunde Grundlage zu stellen, die einen krank machenden Glauben verhindert. Das hat mich ermutigt.

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Dann kommt immer wieder Luthers ganz menschliche Seite zum Vorschein. Wenn er beispielsweise von seinen Gegnern spricht und sich gegen ihre Kritik vehement und fast zynisch zur Wehr setzt. Da spürt man ihm auch deutlich ab, wie verletzt er ist. Er war eben auch kein Über­ mensch. War Luther denn sonst ein Superchrist, der die in allen Punkten perfekte Lehre verbreitet hat? Die Antwort lautet mit Sicherheit nein. Lutherkenner wissen von seinen antijüdischen Artikeln, die er im Alter verfasst hat. Für ihn waren die Juden ein schlechtes Volk, das dringend zum Christentum bekehrt werden müsse – eine rhetorische Steilvorlage für die Nazi-Ideologie 400 Jahre später. Er hat sich auch positiv zu der blutigen Niederschlagung der Bauernaufstände um 1524 geäußert. Aus heutiger Sicht völlig indiskutabel. Es gibt eben auch dunkle Seiten an diesem Gottesmann, die zumindest nicht unerwähnt bleiben sollen. Trotzdem ist es nicht mein Ziel, Luther zu kritisieren. Das will ich gerne anderen überlassen. Zumal diese dunklen Seiten nie den Kern seines Schaffens ausgemacht haben. Luther war ein Revolutionär, der die religiösen und politischen Macht­strukturen der Kirche nachhaltig verändern konnte. Er hat nicht nur durch die Übersetzung der Bibel die Christen in eine Mündigkeit geführt, die vorher definitiv so nicht da war. Er hat es auch geschafft, den Glauben vom sonntäglichen Gottesdienst in den Alltag der Menschen zu transportieren. Die Reformen, die er maßgeblich vorantrieb, wollten erkämpft werden, und dabei gab es die verschiedensten Gegner, wie die römische Kirche, Schwärmer, Humanisten oder andere Reformatoren. Mit denen ging er nicht gerade zimperlich um. Viele konfessionelle Gegensätze bestehen heute nicht mehr oder ganz anders. Aber auch als Erneuerer war er vielfach im Denken seiner Zeit verhaftet. Diese beiden Punkte müssen einem bewusst sein, wenn man heute seine Schriften liest und versucht, sie kritisch auf die heutige Zeit anzuwenden. Martin Luther war auch ein leidenschaftlicher Prediger. In seinen Schriften gibt es massig Ausschweifungen, Wiederholungen und An­ spielungen auf uns unbekannte Zusammenhänge. Solche wurden für diese Ausgabe vielfach gekürzt mit dem Bemühen, Zusammenhänge, Witz und Sinn zu erhalten. Ebenso wurden fromme Schlagworte, Fachbegriffe, Anspielungen und Personenangaben erklärend erweitert. Immer geht es darum, Lu-

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thers Gedanken zu aktualisieren und ihm gleichzeitig inhaltlich treu zu bleiben. Ich wünsche mir, dass Luthers Worte durch dieses Buch neue Leucht­ kraft gewinnen. Es lohnt sich, ihm zuzuhören. Wir haben noch immer, auch nach 500 Jahren Reformationsgeschichte, eine Menge von ihm zu lernen. Martin Dreyer, Berlin 2014

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Das Wichtigste, was du als Christ kapiert haben musst – Kleines Grundlagenbuch über den christlichen Glauben Der Kleine Katechismus,1529 Luther ging es zuallererst gar nicht um die Kirche. Ihm war wichtig, dass jeder einzelne Mensch davon erfährt, wie sehr Gott ihn liebt. Dass jeder erfährt, wie es sich anfühlt, von Jesus befreit zu werden. Weil die Pfarrer zwar die kirchlichen Zeremonien durchführten, aber vom Evangelium selbst keine Ahnung hatten, fasste Luther für sie in diesem kleinen Grundlagenbuch das Wichtigste zusammen, was sie den Menschen beibringen sollten. Man nennt dieses Buch auch den Kleinen Katechismus. n: alle Pfarrer, Prediger, Pastoren, Relilehrer und andere Mitar­ beiter in der Gemeinde, die es mit dem Glauben ernst meinen Von: Martin Luther Hallo! Als Erstes wünsche ich euch voll, dass ihr Gottes bedingungslose Liebe erfahrt. Er kennt das Leben, er fühlt mit uns. Und durch den Glauben an Jesus Christus bekommen wir einen unbeschreiblichen Frie­den in unsere Denke. Dieses Grundlagenbuch über den Glauben in gut verständlichem Deutsch zu schreiben, ist mir total wichtig. Erst vor Kurzem musste ich wieder feststellen, dass viele einfache Leute ohne große Schulbildung von der christlichen Lehre so gut wie gar nichts gecheckt haben. Ich war unterwegs, um mir die Situation der Kirchengemeinden im Land mal anzuschauen. Dabei dachte ich die ganze Zeit: „Hilfe! Gott, das kann doch nicht wahr sein! Was die Leute alles über dich für einen Schwachsinn glauben!“ Ganz besonders in den Kleinstädten und Dörfern ist das der Fall. Das liegt auch daran, dass die dortigen Pfarrer keine guten Pädagogen sind. Sie kriegen es einfach nicht auf die Kette, den Leuten etwas beizubringen. Dabei sollten doch alle Menschen Christen sein und die wichtigsten Dinge im Glauben draufhaben. Sie sollten getauft sein und das von Gott geschenkte Abendmahl und andere Rituale genießen können.

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Dabei haben sie noch nicht mal das Vaterunser-Gebet und das Glaubensbekenntnis oder die Zehn Gebote drauf. Die leben wie ferngesteuert und wissen von Gott so viel wie ein grunzendes Schwein oder eine gackernde Henne. Nun wurden sie ja von den beknackten Zwängen des Alten Testaments und den kirchlichen Regeln befreit, als die Gute Nachricht von Jesus zu ihnen gekommen ist. Doch als Folge sind sie nun dabei, ihre neue Freiheit total zu missbrauchen. Sie übertreiben es voll. Ich frage hiermit alle Bischöfe in der Kirche: Was ist denn los mit euch? Schämt ihr euch nicht vor Jesus? Die Leute sind euch doch völlig egal! Habt ihr mal eine Sekunde lang gefragt, was euer Job eigentlich ist? Ihr solltet echt aufpassen, dass ihr für euer Fehlverhalten nicht entsprechend bestraft werdet! Bei dem Ritual, wie unser Abendmahl in der Kirche gefeiert wird, achtet ihr immer ganz pingelig darauf, dass die Leute nur Brot bekommen, damit kein Tröpfchen Wein verschüttet wird. Dabei haben sich die entsprechenden Regeln nur Menschen ausgedacht. Aber ob die Gläubigen in eurer Gemeinde das Vaterunser-Gebet auswendig können, ist euch total egal. Auch das Glaubensbekenntnis oder die Zehn Gebote kennt kein normaler Mensch bei euch auswendig. Geschweige denn, dass mal jemand eine Bibelstelle gelernt hat. Ihr müsst aufpassen, dass ihr nicht für immer in der Hölle landet! Deswegen: Ich bitte eindringlich jeden von euch Pastoren, Pfarrern, Predigern und Geschwistern in Jesus, dass ihr euren Job noch mal ganz neu angeht und vor allem die Leute, die euch anvertraut sind, im Blick habt! Gott hat euch eine große Aufgabe übertragen: Ihr sollt die Menschen im Glauben weiterbringen! Bitte helft uns auch dabei, diese Grundlagen hier über das Christsein unter den Leuten zu verbreiten. Besonders Jugendliche müssen sie kennen. Aber natürlich geht es mir auch um einfache Menschen ohne eine große Schulbildung. Nehmt dieses Buch und bringt den Inhalt den Leuten bei! Wort für Wort sollen sie sich damit intensiv beschäftigen. Und am Ende muss es jeder auswendig runterrattern können! Ich bin für folgende Vorgehensweise: Als Erstes sollte sich der Lehrer für eine Textversion und -form entscheiden, die er vermitteln will. Zurzeit nimmt jeder andere Versionen, die inhaltlich zum Teil sogar voneinander abweichen. Das bringt es nicht. Ich meine jetzt vor allem das Vaterunser-Gebet, die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis und diese besonders gottmäßigen Rituale wie das Abendmahl und die Taufe. Es ist

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viel besser, wenn man sich nur für eine Version entscheidet und dann dabei bleibt. Auch mehrere Jahre lang. Ich glaube, dass sowohl Jugendliche als auch Menschen mit wenig Schulbildung nicht zu viele unterschiedliche Textversionen hören sollten. Sonst kommen die völlig durcheinander und kriegen irgendwann den Koller. Ist doch beknackt, wenn man aus etwas Einfachem etwas Kompliziertes macht, fast so, als wollte man es noch verbessern. Letztendlich arbeitet man dann umsonst, weil die Leute nur verwirrt sind. Die weisen Männer, die lange vor uns in der Kirche aktiv waren, haben das auch so gesehen. Darum lehrten sie immer nur eine Version vom Vaterunser-Gebet, dem Glaubensbekenntnis und den zehn Gesetzen. Wir sollten es bei den Jugendlichen und den Menschen ohne große Schul­bildung genauso machen und nicht mal die eine Version, mal die andere verwenden, sondern der Gemeinde jedes Jahr immer genau das Gleiche verklickern und vorsagen! Also: Such dir aus, wie du es machen willst und welche Version du nimmst. Aber dann zieh die Sache auch durch, für immer. Nun kann es natürlich sein, dass deine Zuhörer mal eher so Abiturienten und studierte Leute sind. Bei solchen Menschen kannst du natürlich tief in die Theologie-Kiste greifen. Zeig denen, was du sprachlich draufhast, experimentiere rum. Zieh alle Register, wenn du willst. Bloß, wie gesagt, bei den Jugendlichen passt das nicht. Dort solltest du immer bei der gleichen Form und Version bleiben. Als Erstes sollten sie das Folgende draufhaben: die zehn Gesetze, den Spruch, was wir als Christen glauben – das Glaubensbekenntnis –, und das Vaterunser-Gebet. Mach das immer Wort für Wort. Sie sollten die Texte auswendig können und müssen in der Lage sein, die einzelnen Sätze jederzeit abzurufen. Ich sag jetzt mal ganz hart: Wenn die dazu nicht bereit sind, dann hau ihnen einen vor den Kopf. Sag ihnen, dass sie mit dieser Verweigerung so tun, als würden sie Jesus Christus gar nicht kennen. Du kannst sogar sagen, dass sie dann gar keine richtigen Christen sind. Okay? Ich finde, man sollte ihnen auch nicht erlauben, am Abendmahl teilzunehmen. Und falls sie Kinder haben, dürfen die nicht getauft werden. Da ist dann Schluss mit der Freiheit durch Christus. Ach was, die sollten am besten gleich an den Papst und die Papstpolizei übergeben werden, oder dem Teufel selbst. Ihre Eltern oder WG-Leute sollten ihnen kein Essen oder

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Trinken mehr geben. Man sollte ihnen klarmachen, dass solche Leute laut der Ansage von oben im Land nicht willkommen sind! Logisch: Man kann und soll niemanden dazu zwingen, an Gott zu glauben. Trotzdem sollten die Glaubensprofis den Leuten schon klar sagen, was in Ordnung geht und was nicht. Man muss sie dazu bringen zu respektieren, was in ihrem Ort oder ihrer Stadt gemacht werden darf und was verboten ist. Dort, wo man lebt und sein Essen bekommt, muss man sich an die geltenden Gesetze halten. Wer in einer Stadt wohnt, sollte wissen, was dort erlaubt ist und was nicht, und sich auch daran halten. Schließlich hat er ja auch selbst was davon. Und das gilt für Christen genauso wie für Menschen, denen Gott Logisch: Man kann und soll niemanden dazu zwinwurstegal ist. gen, an Gott zu glauben. Das Zweite, was ich dazu sagen will: Auswendig aufsagen können reicht nicht! Sie müssen auch kapieren, was da steht. Du musst es ihnen beibringen! Dafür kannst du auch wieder mein kleines Grundlagenbuch für den christlichen Glauben zur Hilfe nehmen. Aber natürlich auch andere Bücher oder Materialien. Wichtig ist nur, dass du die Sache dann auch wirklich durchziehst. Wie ich oben schon geschrieben habe, solltest du es immer gleich machen. Das braucht Zeit, die du dir ruhig nehmen solltest. Mach nicht alle Themen gleichzeitig. Nimm ein Ding nach dem anderen durch. Ein Beispiel: Wenn es um das erste Gesetz geht, bleib so lange dabei, bis sie es kapiert haben. Erst dann kannst du zum zweiten Gesetz übergehen. Und so mache es dann immer weiter. Sonst wird es zu viel, die Leute kriegen zu viel Stoff, ihr Rechner im Gehirn hängt sich auf. Und am Ende haben sie nicht eins von den Gesetzen wirklich kapiert. Drittens: Sobald die Leute die Grundlagen des Glaubens draufhaben, gehe zu einem Kurs für Fortgeschrittene über. Vom kleinen Grund­ lagenbuch zum großen Grundlagenbuch. Klar? Bring ihnen alles bei, damit sie noch mehr auf ihrer Festplatte haben. Sag ihnen zu jedem Gesetz, jeder Gebetszeile, jedem Abschnitt, was man damit anfangen kann, wofür es gut ist, aber auch, was für eine Gefahr auf einen lauert, wenn man nicht danach lebt. In Büchern findest du dazu ja reichlich Informationen. Wichtig ist, dass du das Gesetz besonders hervorhebst, mit dem deine Leute am meisten Probleme haben. Ein Beispiel: Wenn du in deiner Gemeinde viel mit Handwerkern, Hausangestellten, Internet-Händlern oder anderen Geschäftsleuten zu tun hast, dann wäre es gut, über

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das siebte Gesetz „Du sollst niemanden beklauen“ zu sprechen. Denn bei denen ist Klauen geradezu Mode. Die zocken sich gerne immer mal gegenseitig ab. Anderes Beispiel: Das vierte Gesetz, wo es darum geht, Respekt vor seinem Vater und seiner Mutter zu haben, solltest du natürlich vor allem Kindern beibringen. Aber auch einfache Menschen müssen das immer wieder hören. Sie sollen tun, was die Eltern ihnen sagen, und keinen Streit mit ihnen anzetteln, sich außerdem ruhig und zuverlässig verhalten. Dabei ist es gut, Beispiele aus der Bibel heranzuziehen. Denn es gibt ja genug Geschichten, in denen Gott Leute bestraft hat, die das Gesetz nicht befolgt haben. Aber auch Storys, wo Gott Leuten geholfen hat, die genauso lebten. Hey, und es ist natürlich auch total wichtig, die Politiker, Bürger­ meister und Co. dazu zu bringen, so zu regieren, wie Gott es will! Auch, dass Eltern ihre Kinder zum Lernen motivieren. Du musst ihnen klarmachen, dass es ihre Pflicht ist! Und immer, wenn sie es nicht machen, dann steht das zwischen Gott und ihnen. Es ist eine ganz schlimme Sünde. Denn dadurch machen sie viel kaputt. Es schadet der Sache Gottes und auch dem Zusammenleben auf dieser Welt. Sie müssen kapieren, dass es die Gesellschaft total kaputt macht, wenn aus ihren Kindern nicht fähige Lehrer, Pfarrer und Politiker werden. Sag ihnen, dass Gott sie ganz krass dafür bestrafen wird. Man muss immer wieder drüber predigen. Sowohl die Politiker als auch die Eltern bauen richtig große Scheiße. Ich glaube, dass dahinter die dunkle Seite steht, der Satan! Der hat ganz üble Pläne. Zum Schluss: Jetzt, wo die Diktatur des Papstes vorbei ist, wollen die Leute nicht mehr zum Abendmahl gehen. Ja, sie haben da sogar überhaupt keinen Bock mehr drauf! Wir müssen da etwas ändern! Allerdings nicht mit Bestrafung, Zwang oder genauen Vorschriften zu Ort und Zeit, das bringt es nicht. So etwas kann man nicht per Gesetz verordnen. Aber durch unsere Predigt haben wir die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Wir sollen ihnen solche Lust darauf machen, dass sie uns Pfarrer und Pastoren am Schluss sogar zwingen, das Abendmahl auszuteilen, weil sie es unbedingt haben wollen. Wie kann man das hinkriegen? Indem man den Leuten die Ansage macht: Wenn jemand das Abendmahl nicht mindestens viermal im Jahr genommen hat und haben will, dann muss man davon ausgehen, dass er dieses Ritual nicht ernst nimmt und kein echter Christ ist. Genau wie der kein echter Christ ist, der die Gute Nach-

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richt für total bekloppt hält. Jesus hat ja auch in der Bibel gesagt (im 1. Korintherbrief, Kapitel 11, Vers 25): „Das müsst ihr immer tun, um euch da dran zu erinnern.“ Er hat nicht gesagt: „Das könnt ihr sein lassen“ oder „Das kann euch egal sein“. Jesus sagt, dass wir es immer wieder tun sollen. Wem das ganz besondere Abendessen egal ist, bei dem kann man davon ausgehen, dass ihm auch alle anderen Themen im Christentum am Arsch vorbeigehen. Themen wie Sünde, die eigene Schlechtigkeit, der Teufel, diese Welt, Tod, Gefahr und das Leben nach dem Tod, die Hölle, all das ist so jemandem egal. Er glaubt einfach nicht dran. Und das, obwohl er vermutlich bis über beide Ohren in dunkle Sachen verstrickt ist. Er gehört im Grunde schon dem Satan. Denn er braucht ja scheinbar keine bedingungslose Liebe von Gott Hey, und es ist natürlich auch total wichtig, die mehr, kein Leben, kein Paradies, keine ­Politiker, Bürgermeister und Co. dazu zu bringen, Realität einer neuen Wirklichkeit, nicht so zu regieren, wie Gott es will. Jesus oder Gott oder sonst irgendwas Gutes. Denn wenn er glauben würde, dass nur Scheiße in ihm ist und er ganz viel Gutes braucht, dann wäre ihm gerade das Ritual nicht egal, das ihm helfen könnte. Schließlich löffelt er die Suppe aus, die er sich eingebrockt hat, und gibt ihm stattdessen Gutes. Er hat das offensichtlich nicht kapiert, denn dann wäre es auch nicht nötig, ihn mit der Androhung von Strafe dazu zu zwingen. Er würde es von alleine wollen, es wäre ihm einfach superwichtig. Er würde ständig bei dir angerannt kommen, er würde alles dafür geben, nur damit er endlich wieder das Abendmahl von dir bekommen darf! Wenn es so läuft, braucht man kein Gesetz mehr, wie es der Papst erfunden hat. Du musst den Leuten nur immer wieder verklickern, wie gut es ist, das Abendmahl zu nehmen, und was man verpasst, wenn man es nicht tut. Was bewirkt dieses besondere Ding eigentlich, was passiert, wenn man es einnimmt? Und was für Gefahren lauern auf den, der es verpasst? Wenn du so verfährst, brauchst du niemanden mehr dazu zu zwingen. Sie werden alle von selbst kommen. Und wenn sie nicht kommen, dann lass sie. Du kannst ihnen noch auf den Weg geben, dass sie dann zur dunklen Seite der Macht gehören. Sie haben nicht kapiert, wie sehr sie Gott brauchen, und weisen seine Liebe einfach ab. Das wäre mein Tipp, so musst du als Pfarrer oder Pastor mit dem Thema umgehen. Noch mal: Wenn du überhaupt nichts unternimmst oder

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ein großes Pflichtprogram daraus machst, mit der Androhung von Strafe, geht das Anliegen nach hinten los. Dann bist du selber schuld, wenn die Gemeindemitglieder keinen Bock auf das Abendmahl haben. Wenn du selbst nichts dazu sagst und es einfach verpennst, dann ist es doch logisch, dass sie sich nicht aufmachen, dran teilzunehmen. Darum schreib ich dir das hier noch mal. Kümmere dich darum, lieber Pfarrer und Prediger! Wir haben jetzt ein anderes Verständnis von unserem Job, seitdem wir nicht mehr unter der Fuchtel vom Papst stehen. Wir haben jetzt Respekt davor und wollen Gutes bewirken. Das bringt natürlich auch mehr Arbeit mit sich. Die Angriffe von Mr. S werden zunehmen. Und das Geld am Ende des Monats ist immer zu wenig. Dazu wirst du von den Menschen da draußen auch keinen Applaus bekommen. Wir werden unsere Bezahlung aber direkt von Jesus Christus kriegen, er ist unser Lohn, wenn wir treu unser Ding durchziehen. Ich bete, dass Gott, der Vater, uns dabei hilft. Danke, Gott, du bist der Größte! Ich will dir immer danken, denn das ist richtig und wird auch immer richtig bleiben. So stimmt es [Amen]!

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