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Arne Vรถlkel

Der unfassbare Gott Was wir wirklich glauben kรถnnen


Die Edition

erscheint in Zusammenarbeit zwischen SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag, Witten und dem Bundesverlag, Witten. Herausgeber: Ulrich Eggers

Alle verwendeten Bibelzitate sind der Gute Nachricht Bibel entnommen, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (GNB). Bildnachweis Sieger Köder: © Sieger Köder, Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. Benzberger Kreuzweg

© 2009 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten Umschlag: Ursula Stephan, Wetzlar Satz: AALEXX Buchproduktion, Großburgwedel Druck: CPI–Ebner & Spiegel, Ulm ISBN 978-3-417-26269-8 Bestell-Nr. 226.269


INHALT

Wohin die Reise geht .................................................................

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Was uns verbindet ...................................................................... 17 Wenn Gott (nicht) ist .................................................................. 27 Das Verhängnis des Bösen ........................................................ 36 Der vorübergehende Gott ......................................................... 46 Tödlicher Milzbrand .................................................................. 56 Woran glauben? .......................................................................... 63 Gott stellt sich vor ...................................................................... 70 Wen Jesus stehen lässt ................................................................ 79 Der fremde Gott ......................................................................... 89 Gottes Recht ............................................................................... 101 Glaube im Test ............................................................................ 114 Wie sich der Glaube bewährt .................................................... 122 Gott nach unserem Bild ............................................................. 135 Seltsame Begegnung .................................................................. 142 Ist Gott das Problem? ................................................................ 153 Unterwegs ................................................................................... 162 Was ich nicht glaube ................................................................. 170 Was ich glaube ........................................................................... 173


Wohin die Reise geht Haben Sie keine Fragen an Ihr Christsein? Dann haben Sie vermutlich das falsche Buch gekauft. Legen Sie es zur Seite – vielleicht für spätere Zeit. Oder lesen Sie weiter und bringen Sie dabei die Fragen mit, die offen zu stellen Sie sich schon lange vorgenommen haben. Ich bin überzeugt, wir wachsen durch die Widerstände, die wir überwinden, und nicht dadurch, Was ihr so redet, hab ich dass wir in vorgespurten Bah- längst gehört, ich hab es nen denken, handeln und gesehen und mir geGott suchen. Gestehen wir merkt. uns unsere Zweifel ein: Mir Was ihr da wisst, das fehlt es in meinem Glauben weiß ich allemal, darin an Überzeugung, Freude und nehm ich es gerne mit Zuversicht. Ich weiß nicht, ob mein Gott der eine wahre euch auf! ist. Ich weiß nicht, ob ich ihm Doch nicht mit euch, mit trauen kann und ob ich weiGott hab ich zu reden. ter an ihn glauben will. GesteHiob 13,1-3 hen wir uns das ein, ehrlich vor uns selbst wie vor Gott. Aber sagen wir dann auch: Ich bin bereit, mich Gott zu stellen. Ich habe mit ihm zu reden und will hören, was er zu sagen hat. Aus meinem Herzen will ich keine Löwengrube machen und meinen Verstand nicht betäuben. Ich will Gott alles sagen, was mich bewegt, auch das, was ich nicht verstehe, nicht akzeptieren will, nicht glauben kann. Ich wage es und trete ihm gespannt entgegen, weil er mich auffordert, mit ihm zu streiten. Und dann warte ich, was geschieht. Ob dieses Buch für Sie zum Lesespaß und Glaubensgewinn wird, ist noch nicht ausgemacht. Nur als Beobachter werden Sie kaum Nutzen davon haben. Beantworten Sie sich daher diese Frage: Will ich ehrlich sehen, wo ich im Glauben stehe, und will 9


ich wirklich Gott begegnen? Ich bin überzeugt: Es ist besser, sich selbst bewusst an gefährliche Klippen heranzuführen, als vom Leben überrascht zu werden und von ihnen herabzustürzen.

Aller Streit hat seine Zeit

Am Vorbild Jesu sehen wir, wie wesentlich für ihn das Gebet war, zu dem er sich in die Einsamkeit zurückzog. Diese Zeit des Tages war ihm die Quelle seiner Kraft; sie war sein Treffpunkt mit Gott. Halten Sie sich darum in den Tagen, an denen Sie dieses Buch lesen, Zeit frei, um nachzudenken und zu beten. Wenn wir bewusst für Gottes Ansprache offen sind, kommt er uns entgegen. Vielleicht beschleicht Sie Unbehagen oder sogar Furcht bei dem Gedanken, eine rückhaltlose Inventur Ihres Glaubens zu wagen. Doch überwinden Sie die Angst, Ihre Zweifel und Not noch länger für sich zu behalten! Folgen Sie auch an dieser Stelle dem Vorbild Jesu. Als er vor seiner Verhaftung, vor dem drohenden Verhör, der zu erwartenden Folter und dem Tod zitterte, teilte er sich seinen Jüngern mit (Markus 14,34) und rang mit seinem Vater im Himmel. Entschließen Sie sich, Ihre Fragen täglich mit Gott zu besprechen. Vielleicht erscheint Ihnen das unmöglich, weil Sie viel zu tun haben oder es nicht gleich übertreiben möchten. Dennoch mein Tipp: Legen Sie nach Ihren Lebensumständen eine bestimmte Zeit Ihres Tagesablaufes fest, in der Sie innerlich frei sind von drängenden Aufgaben und Terminen. Und halten Sie diesen Treffpunkt ein, den Sie mit Gott vereinbart haben. Davon hängt viel für den Prozess der Selbstklärung ab. Stellen Sie sich dieser hohen inneren Verbindlichkeit. Tatsächlich gehen wir zu viele Dinge nur halbherzig an und sind dann frustriert, wenn der geringe Einsatz nichts verändert. Reservieren Sie sich für Ihre Gedanken und Gebete eine halbe Stunde am Tag. Diese Zeit können wir mit Sicherheit entbehren, denn diese 30 Minuten sind wichtig für uns. Atempausen und kreative Denkpausen einzuplanen ist keine

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Frage fehlender Zeit, sondern eine Frage unseres Interesses. Der Vorsatz, Grund in den eigenen Glauben zu bekommen, schließt jetzt, wo Sie zu lesen beginnen, den Entschluss mit ein: Ich werde mir diese Zeit der Begegnung mit mir und Jesus schenken. Über die Anregungen, die Sie empfangen haben, können Sie sich natürlich auch in Gruppen austauschen. Sie sollten nicht zu groß sein und, sagen wir, sechs bis acht Personen nicht überschreiten. Wichtig ist, dass Sie sich als gleich gesinnte und in gleicher Weise Suchende zusammenfinden. Ungünstig ist es, wenn in Gesprächsgruppen ein Klima der Glaubensprüfung entsteht. Mich fasziniert, dass Jesus seinen Zuhörern immer aufmerksam begegnet ist. Er teilte längst nicht immer ihre Meinung, manchmal geriet er sogar mit seinen Jüngern in Streit, aber er blieb den Jungs treu. Er stand zu ihnen, auch wenn sie quer dachten oder quer im Stall standen. Durch das gemeinsame Lesen dieses Buches und durch die gemeinsame Bibellese ist jeder mit denselben Inhalten befasst. Je intensiver und ernsthafter ich dabei beteiligt bin, desto fruchtbarer sind die Gruppengespräche. Im Rundgespräch kann jeder berichten, was er seit der letzten Zusammenkunft erlebt hat. Durch diesen Austausch lernen wir einander besser kennen und teilen ein Stück weit unser Leben miteinander. In den Gruppen sprechen wir davon, welche biblischen Texte oder Gedanken uns persönlich betroffen haben. So finden wir zueinander und helfen uns gegenseitig. Durch den Austausch und das gemeinsame Gebet wird das Verhältnis eines jeden zu Jesus intensiviert. Für die innere Dynamik der Gruppe und ihre Zusammenkünfte ist es förderlich, dass jeder an allen verabredeten Zusammenkünften teilnimmt. Trefft diese Entscheidung!

Zum Gebrauch des Buches

Die einzelnen Kapitel dieses Buches bauen aufeinander auf, aber es ist nicht zwingend, sie alle der Reihe nach zu lesen. Es ist auch

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möglich, eine Auswahl der Themen zu treffen, die besonders ansprechen. Jedes einzelne Kapitel beginnt daher mit einer Skizze des nachfolgenden Anliegens und bietet eine in sich geschlossene Einheit. Ein biblisches Leitwort gibt darüber hinaus Einblick über die nachfolgend angesprochene Thematik, und jedes Kapitel schließt mit Anregungen zum Gespräch und persönlichen Nachdenken. Abschließende Thesen spitzen das Gelesene auf einige Gedanken zu und fordern heraus, die eigene Position zu bestimmen. Durchgehend habe ich meine Gedanken mit biblischen Abschnitten verknüpft. Das Glaubensgespräch ist in meinen Augen Zwiesprache mit der Bibel. Dabei geht es mir nicht darum, Spannungen aufzulösen oder Konflikte einzuebnen. Der Leser wird sich seine eigenen Gedanken machen, und damit findet ein wichtiges Anliegen meines Buches zu seinem Ziel. Zur Gestaltung der Gruppengespräche ist noch anzumerken: Ich wollte bei meinen Ausführungen ehrlich sein – und ebenso sollten auch die Gruppengespräche praktisch und konkret gehalten sein. Über den Glauben an Gott, der unser Leben prägen und bestimmen soll und dem wir als Christen unser einmaliges Leben zum lebendigen Opfer bringen (Römer 12,1), lässt sich nicht gut theoretisch reden. Nur über Gott zu diskutieren, bringt uns ebenso wenig voran wie der Glaube an unsere Bilder von ihm.

Die Falle des Religiösen

Zur Zeit der ersten Christen war Religiosität der bestimmende Faktor der griechischen und jüdischen Weltanschauung. Religion spielt auch heute wieder eine bedeutende Rolle. Religiöses und Esoterik boomen. Aber die christlichen Kirchen profitieren kaum von diesem Trend. Eine Ursache dafür sehe ich darin, dass Religionen ihrem Wesen nach Gott nicht als Gott und Herrn verehren, sondern sich seiner bemächtigen wollen: »Sie tauschten

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den wahren Gott gegen ein Lügengespinst ein, sie haben die Geschöpfe geehrt und angebetet anstatt den Schöpfer«, lautet darum Paulus’ Urteil (Römer 1,25). Mit dieser Feststellung stellt er sich gegen den damals wie heute populären Versuch, Gott durch das Denken fassen und im Denken beherrschen zu wollen. Und Paulus widerspricht dem kultisch-traditionellen Ansatz der Gottesverehrung, den wir ebenfalls kennen. Soll Gott unserem Denken und unseren Bedürfnissen unterworfen werden, widerspricht das dem christlichen Glaubensverständnis. Denn Religiöses zeichnet sich dadurch aus, dass wir Gott entsprechend unseren persönlichen Vorstellungen und Vorlieben Geltung verschaffen oder ihm die Achtung verweigern. Gott ist so, wie wir ihn uns denken, so, wie wir ihn glauben, so, wie es uns gefällt. Oder Gott ist auch gar nicht, wenn uns diese Vorstellung mehr zusagt.

Ich fühle, also bin ich?

Neben dem intellektuellen oder kultischen Ansatz religiöser Gottesversicherung gibt es in unserer Zeit noch einen dritten Weg. Wenn es in der philosophischen Aufklärung hieß: »Ich denke, also bin ich«1, lautet nun das Motto: »Ich fühle, also bin ich.« Aber Gottes Wirklichkeit zu erfahren ist etwas anderes, als Gott erleben zu wollen. Gott erfahren heißt, ihn anerkennen und unser Leben annehmen. Aus dem Wunsch, Gott erleben zu wollen, wird dagegen schnell ein begehrliches Streben. So macht man Gott zum Götzen und Jesus zum Wundermann, der bitte alle unsere Bedürfnisse zur vollen Zufriedenheit erfüllen möchte: »Ihr sucht mich, weil ihr satt geworden seid« ( Johannes 6,26), wies Jesus diese Begehrlichkeit zurück. Sie liegt uns ebenso nah wie den Menschen damals. Zur Erfahrung Jesu gehört darum, dass wir Gottes Freiheit anerkennen und ihn gerade deshalb anbeten. Wir sollen Gott nicht besit1

René Descartes, frz. Philosoph, 1596-1650

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zen wollen, sondern freigeben, obgleich wir uns nichts mehr als seine Nähe wünschen. Darum betrachtet Paulus Anbetung und Lobpreis, liebende Hingabe und dankbaren Gehorsam als einzig angemessene Antwort auf Gottes Schöpfung. Gott deckt uns auf. Er entblößt unsere Hohlheit. Lieder, gestern noch gesungen, sind uns heute leere Phrasen. Es passt nicht mehr. Nicht, weil es nie gestimmt hat – sondern weil wir uns verändern. Ewige Wahrheiten begrenzen sich auf den dreieinen Gott. Das meiste, was wir vom Glauben verstehen, ist Teil unserer Biografie. Das ist menschlich und darf es sein. Wir müssen uns nicht ständig rechtfertigen für jede Liedzeile, die wir singen, und jedes Buch, das uns gefällt. Wir müssen uns und anderen unsere Wahrheiten von gestern aber auch nicht als Weisheit von heute verkaufen.

Anregungen zum persönlichen Gebrauch und Gruppengespräch

Was sind Ihre drei wichtigsten Fragen an Gott?

Erstellt eure persönliche Prioritätenliste: Mir fehlt es in meinem Glauben an

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Überzeugung Freude Zuversicht ………………….. …………………..


Während der Zeit, in der ich dieses Buch lese, plane ich in meinen Tagesablauf für das Gespräch mit Gott bewusst Zeit ein. Uhrzeit:

von

bis

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Suchen Sie sich einen oder mehrere Gesprächspartner; klären Sie, ob Sie das Buch gemeinsam durcharbeiten wollen. Mein/e Gesprächspartner/-in ist:

Zu meiner Gesprächsgruppe gehören:

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Wenn Sie sich in einer großen Gesprächsgruppe (mehr als zehn Personen) treffen, empfiehlt es sich, diese für den Zeitraum der Buchlektüre zu halbieren. Nach der Hälfte der Kapitel könnten die Zuordnungen neu gemischt werden.

Ich glaube nicht, dass es verlorene Zeit und überflüssige sige Mühe ist, über Gott nachzudenken. M Mü

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z

ur Ruhe kommen in der Gegenwart Gottes.

Neue Leidenschaft für meinen Glauben entdecken.

… erscheint viermal jährlich mit 116 farbigen Seiten in wertvoller Aufmachung. Abos (€ (D) 19,80 / CHF 36.00 / € (A) 20,40 pro Jahr zzgl. Versandkosten*) sind erhältlich in Ihrer Buchhandlung oder bei:

AUFATMEN · Postfach 4065 · D-58426 Witten Fon 02302 93093-910 · Fax 02302 93093-689 info@aufatmen.de · www.bvzeitschriften.net * Versandkosten für D: € 3,80


Thomas Härry bei SCM R.Brockhaus / Edition Aufatmen:

Echt und stark Kraftvoll glauben – Tiefgang finden Der Schweizer Pastor Thomas Härry erklärt einfühlsam und gut verständlich, dass geistliche Reife dort entsteht, wo emotionale Gesundheit und geistlicher Tiefgang zusammenkommen. Er berichtet von seinem Weg zu einer belastbaren Beziehung mit Gott. Paperback, 300 S., Nr. 226.706

Das Geheimnis deiner Stärke Wie Gott deine Lebensgeschichte gebrauchen will Thomas Härry möchte Menschen dazu ermutigen, sich ihrer persönlichen Lebensgeschichte zu stellen und schmerzhaften Erfahrungen nicht länger auszuweichen. Er zeigt, wie Gott gerade unsere Wunden zu besonderen Stärken machen will. Gebunden, 180 S., Nr. 226.286


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