f端r die Gemeinde
SCM R.Brockhaus, Witten Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg
Elberfelder Bibel
1. Auflage 2009, Die Bibel – für die Gemeinde (TS Nr. 25) © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten Umschlaggestaltung: Jens Beilharz, Holzgerlingen Satz: OLD-Media OHG, Neckarsteinach Druck: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm
SCM R.Brockhaus, Witten ISBN 978-3-417-25989-6 Bestell-Nr.: 225.989
Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg ISBN 978-3-89436-755-8 Bestell-Nr.: 273.755
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Vorwort
Vorwort zur Elberfelder Bibel 2006 Mit dieser Ausgabe halten Sie die »Elberfelder Bibel 2006« in der Hand – eine Elberfelder Bibel im neuen Gewand. Für Freunde der Elberfelder Bibel enthält sie viel Vertrautes, doch auch manche Neuerungen, die hier in gebotener Kürze skizziert sein sollen. Seit der letzten Bearbeitung der Elberfelder Bibel sind 14 Jahre vergangen. In diesen 14 Jahren ist die Sprachentwicklung nicht stehen geblieben. Sprachgewohnheiten ändern sich schnell; und auch wenn eine grundtextorientierte Bibel wie die Elberfelder Bibel hier nicht jeder Mode folgen kann, so gibt es doch manchen Wandel im Sprachverständnis, dem eine Bibelübersetzung Rechnung tragen muss. Es gibt Begriffe, die veralten, Ausdrucksweisen, die einer nachwachsenden Generation nicht nur fremdartig, sondern auch unnötig unverständlich klingen. Dies war ein Gesichtspunkt, dem die Revisionskommission der Bibel Rechnung getragen hat. Der zweite Aspekt betrifft die neue Rechtschreibregelung. Der Verlag hat lange mit einer Ausgabe in neuer Rechtschreibung gezögert, da sich die entsprechenden Regelungen im Laufe der Jahre immer wieder verändert haben. Wir freuen uns, dass sich parallel zur Drucklegung nun die umstrittene Rechtschreibreform doch konsolidiert zu haben scheint. Wir sind es den Schülern von heute schuldig, für morgen eine Bibel zu bieten, die in ihren Augen keine ungültigen Schreibweisen enthält. Dabei haben wir Vorsicht walten lassen und in der Regel nur dort verändert, wo die neue Regelung eindeutig solches verlangt. Ein weiterer Aspekt betrifft die geistlich-theologische Reflexion der Bibeltexte. Im Laufe der Zeit sind auch hier neue Erkenntnisse hinzugekommen. Sie betreffen sowohl sprachwissenschaftliche als auch kulturhistorische Begebenheiten. Gelegentlich wurde auch im zeitlichen Abstand festgestellt, dass sich die einmal gewählte Übersetzung noch präzisieren ließ. Ein vierter Aspekt ist die Lesefreundlichkeit. Der zweispaltige Satz hat sich auch in den vorangegangenen Ausgaben grundsätzlich bewährt. Neu an der Elberfelder Bibel 2006 sind ein Wechsel in der Typographie und die Platzierung der Verweisstellen in die Mittelspalte. Auf vielfachen Wunsch sind zur besseren Auffindbarkeit die Versnummern in eine eigene Spalte gestellt und die Versanfänge wieder mit einem Sternchen (*) versehen. Wir hoffen, damit für mehr Leseübersicht gesorgt zu haben. Außerdem enthalten alle Ausgaben der Elberfelder Bibel 2006 nun einen farbigen Teil mit Karten und Diagrammen, einen recht ausgedehnten lexikalischen Anhang und Bibellesepläne. Als letzter Aspekt sei das »Markenbewusstsein« genannt. Unsere Väter haben den Begriff »Elberfelder Bibel« immer mit einer gewissen Zurückhaltung benutzt. Aus Ehrfurcht vor dem Wort Gottes hat man bis in die jüngste Vergangenheit die Bibelausgaben immer schlicht »Die Heilige Schrift« oder »Die Bibel« genannt. Dies war ohne Zweifel angemessen, denn schließlich geht es nicht darum, das Werk von Übersetzern oder Theologen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern eben die Texte der Bibel und damit den hinter allem stehenden Autor: Gott. Da aber gerade in den letzten Jahren sehr viele Übersetzungsprojekte entstanden sind, gibt es nun ein immer größeres Angebot an verschiedenen Bibeln. Gleichzeitig bringen immer weniger Menschen Grundvoraussetzungen für das Verständnis der biblischen Inhalte mit, geschweige denn für Übersetzungsvarianten. Hier wollen wir aber Transparenz zeigen und mit dem guten Namen »Elberfelder Bibel« bewusst für das besondere, grundtextorientierte Übersetzungskonzept dieser Bibel werben. Die »Elberfelder Bibel« ist nicht verwechselbar – und genau das wollen wir mit der Nennung dieser Bezeichnung betonen. Ein neues Logo und ein neues Design sollen uns hierbei unterstützen. Die meisten Ausgaben der Elberfelder Bibel 2006 werden zukünftig in Zusammenarbeit zweier Verlage herausgegeben, des R. Brockhaus Verlags und der Christlichen Verlagsgesell-
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schaft Dillenburg. Es waren die gemeinsamen historischen Wurzeln sowie die gemeinsame Grundausrichtung im Bibelverständnis und in der Bibelverbreitung, die beide Verlage veranlasst haben, intensiver zu kooperieren. Die Bibelkommission wird daher von beiden Verlagen gemeinsam verantwortet und – sofern im Einzelfall nicht anders bezeichnet – auch die einzelnen Bibelausgaben. Dabei ist zu vermerken, dass das Urheberrecht für die Verwertung der Texte, das Copyright, beim R. Brockhaus Verlag verbleibt. Es sind also eine Menge Neuerungen zu verzeichnen. Wenn die Elberfelder Bibel in der Vergangenheit aber zu Ihren ständigen Begleitern gehört hat, so werden Sie feststellen, dass sie meist die Formulierungen finden, die Sie bereits gewohnt sind. Es handelt sich bei der Revisionsarbeit nicht um eine große Revision, die für einen gänzlich neuen Text gesorgt hätte. Im Ganzen sind wir den Übersetzungsprinzipien der Übersetzungsarbeiten von 1974/1985 bzw. 1992 treu geblieben. Daher finden Sie auch die Vorworte zu diesen vorausgegangen Ausgaben im Folgenden abgedruckt. Wir wünschen uns, dass die Elberfelder Bibel 2006 allen Lesern zum Segen wird und dass sie weiterhin wichtige Impulse für das geistliche Leben der Christen im deutschsprachigen Raum liefern kann. Mai 2006 R. Brockhaus Verlag Wuppertal Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg
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Vorwort
Vorwort zur Revision von 1974/1985 Mehr als hundert Jahre lang hat sich die Elberfelder Übersetzung durch ihre Worttreue und Genauigkeit viele Freunde erworben. Allmählich aber mehrten sich im Benutzerkreis die Stimmen, die eine Überarbeitung für notwendig hielten, weil komplizierte Satzkonstruktionen und zum Teil auch veraltete Ausdrücke dem Leser das Verständnis zunehmend erschwerten. Noch zahlreicher und schwerwiegender waren die Hinweise darauf, dass die Elberfelder Übersetzung endlich vom heute vorliegenden zuverlässigen griechischen bzw. hebräischen Grundtext ausgehen müsse und nicht von dem Grundtext, wie er um 1850 bekannt war. Im Jahre 1960 begann daher eine Kommission mit der Überarbeitung. Die Grundsätze der Revisionsarbeit waren: 1. Die möglichst genaue Wiedergabe des Grundtextes. Der oft gerühmte Vorzug der Elberfelder Übersetzung, eine der genauesten und zuverlässigsten deutschen Bibelübersetzungen zu sein, sollte voll erhalten bleiben. Der Grundsatz der Worttreue stand daher über dem der sprachlichen Eleganz. Mit diesem Anliegen steht die revidierte Elberfelder Übersetzung ganz in Übereinstimmung mit den ursprünglichen Übersetzern von 1855. 2. Die Bemühung um gutes, verständliches Deutsch. Wörter wie Eidam, Farren oder Weib, die in der heutigen Umgangssprache verschwunden sind oder ihre Bedeutung verändert haben, wurden ersetzt. Lange, schwierige, aus Partizipien und Nebensätzen zusammengesetzte Satzkonstruktionen, die im Deutschen oft eine Kompliziertheit haben, die der griechische Text gar nicht in dem Ausmaß besitzt, wurden möglichst aufgelöst. Unnötige sprachliche Härten wurden beseitigt. 3. Die Benutzung des besten griechischen bzw. hebräischen Textes. Als die Übersetzer der Elberfelder Bibel vor etwa 130 Jahren an die Arbeit gingen, lagen sowohl der griechische Text des Neuen Testaments als auch der hebräische Text des Alten Testaments, nach heutigen Maßstäben gemessen, nur in relativ späten und zum Teil nachträglich veränderten Abschriften vor. Hier hat die gelehrte Arbeit am Text sowie die Entdeckung älterer und besserer Handschriften inzwischen zu beachtlichen Ergebnissen geführt, so dass uns heute der Grundtext der Bibel in erheblich zuverlässigeren Textausgaben zur Verfügung steht. Bei der Revisionsarbeit an der Elberfelder Bibel wurden diese Textausgaben zugrunde gelegt. Bei der Überarbeitung der alten Übersetzung stellten sich zwei besondere Probleme, die auch die ursprünglichen Übersetzer schon sehr beschäftigt haben, was aus dem Vorwort ihrer Übersetzung hervorgeht: die Übersetzung des Namens »Jehova« im Alten Testament und des Wortes »Ekklesia« im Neuen Testament. Bei »Jehova« fiel die Entscheidung nicht ganz so schwer. Die Israeliten haben nie »Jehova« gesagt, sondern wahrscheinlich »Jahwe«. Später wagte man nicht mehr, den heiligen Gottesnamen auszusprechen und sagte stattdessen »Adonaj« (= Herr). Damit man nun beim Vorlesen aus der Bibel daran erinnert wurde, »Adonaj« zu lesen und nicht versehentlich »Jahwe«, setzten die Juden in ihren Bibelhandschriften zu den Konsonanten des Namens »Jahwe« (JHWH) die Vokale des Wortes »Adonaj« (ĕōā, wobei das Zeichen ĕ anstelle von ă steht), so dass Nichteingeweihte daraus »Jehovah« lesen mussten. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass »Jehova« kein Name ist und man ihn deshalb auch in unserer Sprache nicht so schreiben und aussprechen sollte. Bei der Revision wurde daher »Jehova« durch »Herr« ersetzt, und zwar mit Großschreibung aller Buchstaben, damit der Leser erkennen kann, dass an dieser Stelle im Grundtext die Buchstaben JHWH stehen. Dass die Entscheidung für »Herr« und nicht für »Jahwe« getroffen wurde, hat vor allem zwei Gründe: 1. Dass der Gottesname JHWH »Jahwe« ausgesprochen wurde, ist zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher. Nach anderen Wissenschaftlern lautete die Aussprache »Jahwo«. Eine nur
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indirekt erschlossene Namensform, mag auch sonst vieles für sie sprechen, reicht aber zur Wiedergabe des Namens Gottes nicht aus. 2. Schon in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta (LXX), gab man JHWH mit »Kyrios« (= Herr) wieder. Und auch im Neuen Testament steht dort, wo Schriftstellen aus dem Alten Testament zitiert werden, »Herr« anstelle von JHWH. Von der Regel, den Gottesnamen mit »Herr« wiederzugeben, wurde nur in einigen Ausnahmefällen abgewichen, z. B. 2Mo 3,15. Die Kurzform des Gottesnamens, »Jah«, wurde dagegen immer stehen gelassen, damit der Leser mit Sicherheit erkennen kann, wo JHWH und wo Jah im Grundtext steht. Bei der Übersetzung des griechischen Wortes »Ekklesia« fiel die Entscheidung schwerer, da das Wort »Versammlung« die Tatsache, dass die Gemeinde die von Jesus Christus zusammengerufene Schar ist, gut zum Ausdruck bringt. Vor allem zwei Gründe haben dazu geführt, dass die Entscheidung dann doch für das Wort »Gemeinde« getroffen wurde. 1. Die Gemeinde ist keine vorübergehend versammelte Gruppe, wie etwa eine Betriebsversammlung, sondern eine Gemeinschaft, der Leib Christi, dessen Glieder dauerhaft zusammengehören. Dieser biblische Tatbestand wird durch das Wort »Gemeinde« besser ausgedrückt. 2. Schon die alten Übersetzer der Elberfelder Bibel hatten befürchtet, dass das Wort »Versammlung« im Laufe der Zeit eine denominationelle Spezialbedeutung bekommen könnte, was dann auch eintraf. In einem Zeitschriftenartikel heißt es: »Hätten die Übersetzer ahnen können, zu welch falschen Auslegungen und Unterstellungen die Wahl jenes Ausdrucks im Laufe der Jahre führen würde, möchten sie vielleicht trotz ihrer Bedenken die Übersetzung ›Gemeinde‹ gelassen haben …« (Rudolf Brockhaus im »Botschafter« 1911). Besondere Probleme stellten sich im Alten Testament. Der gültige hebräische Text (der sog. Masoretische Text) ist durch die lange Zeit der Überlieferung, in der immer eine Handschrift von der anderen abgeschrieben wurde, an mehreren Stellen so entstellt, dass der ursprüngliche Sinn nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden kann. Der naheliegenden Versuchung, den hebräischen Text hier einfach durch so genannte Konjekturen (= Vermutungen) zu verändern, wie es viele andere Übersetzungen getan haben, ohne dass der Leser dies nachprüfen kann, haben wir widerstanden. Für die revidierte Elberfelder Übersetzung des Alten Testaments gelten hier drei Grundregeln: 1. Es wird der gültige hebräische Text übersetzt, der so genannte Masoretische Text. Abweichende Lesarten oder Varianten, die auf einer der frühen Übersetzungen (z. B. der LXX) beruhen, werden in den Anmerkungen angegeben. 2. Weicht die Übersetzung von dieser Regel ab, wird die Version des Masoretischen Textes in einer Anmerkung angegeben, so dass der Leser die Möglichkeit der Nachprüfung hat. 3. Derartige Abweichungen vom Masoretischen Text werden so gering wie möglich gehalten. Die Anmerkungen sollen dem Bibelleser da, wo es sinnvoll ist, den Grundtext noch näher bringen, als eine bloße Übersetzung das kann. Meist handelt es sich um einen der drei folgenden Anmerkungstypen: 1. Andere Lesarten: Die Bibel ist uns in Hunderten von Handschriften erhalten, die an einigen Stellen voneinander abweichen (»Lesarten«). Meist lässt sich die echte, d. h. der ursprüngliche Text leicht herausfinden. Gelegentlich ist jedoch die Entscheidung, welche von zwei oder drei Lesarten die älteste ist, nicht eindeutig zu treffen. Dann steht in der Anmerkung: »andere Handschr. lesen …«, oder: »nach anderer Lesart …« bzw. ein Hinweis auf eine der frühen Übersetzungen. Beispiele: Ps 23,6 Anm. 2; Ps 24,6 Anm. 6; Mk 16,20 Anm. 2; 1Kor 14,38 Anm. 1. 2. Andere Übersetzungsmöglichkeiten: Manchmal lässt sich die Grundbedeutung eines Wortes nicht in die Übersetzung aufnehmen. Gelegentlich hat ein Wort auch mehrere deut-
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sche Entsprechungen, von denen an der betreffenden Textstelle aber nur eine in der Übersetzung stehen kann. Hier wird dann in der Anmerkung oft auf die andere (bzw. die wörtliche) Übersetzungsmöglichkeit hingewiesen. Beispiele: Ps 73,10 Anm. 8; Ps 120,7 Anm. 5; 1Kor 7,2 Anm. 6; Phil 2,6 Anm. 12. 3. Kurze Worterklärungen, die zum Verständnis des Zusammenhangs notwendig sind. Beispiele: Mt 14,25 Anm. 2; 1Kor 13,12 Anm. 5. Um den Ansprüchen nachzukommen, die heute an eine Arbeitsbibel gestellt werden, wird die Elberfelder Bibel mit einem übersichtlicheren Druckbild, Abschnittsüberschriften und mit Parallelstellen herausgegeben, was sicher von vielen Benutzern begrüßt werden wird. Auch wurde die deutsche Schreibweise der biblischen Eigennamen der heute meistens gebrauchten Schreibweise angepasst. Obwohl wir uns bemüht haben, die Arbeit der Revision so gewissenhaft und sorgsam wie irgend möglich durchzuführen, sind wir uns bewusst, dass das Ergebnis verbesserungsbedürftig bleibt. Hinweise auf notwendige Korrekturen sind uns daher willkommen. Sie werden ernsthaft geprüft und gegebenenfalls bei einem Nachdruck berücksichtigt. Die für die Revision Verantwortlichen möchten ihre Arbeit mit denselben Worten vorlegen wie die Übersetzer der ersten ganzen Elberfelder Bibel (1871): »Indem wir die Frucht unserer Arbeit hiermit der Öffentlichkeit übergeben, mit der Zuversicht, dass diese Übersetzung des von Gott eingegebenen Wortes für seine geliebten Kinder von Nutzen sein werde, befehlen wir sie dem Segen des Herrn in dem Bewusstsein, dass wir sie vor seinen Augen unternommen und, in Anerkennung unserer Schwachheit, unserer Abhängigkeit und Verantwortlichkeit unter Gebet ausgeführt haben. Diese Zuversicht sowie das Vertrauen auf die Gnade Gottes haben uns oft, wenn wir unsere vielseitige Unfähigkeit fühlten, bei dem so wichtigen Werk ermuntert. Möge unser treuer Herr seinen Segen ruhen lassen auf dem Leser, auf dem Werke und auf den Arbeitern um seines Namens willen!« August 1974 (NT) / Mai 1985 (AT)
VORWORT zur 4. bearbeiteten Auflage 1992 Für diese Auflage wurden der Text und die Anmerkungen durchgesehen und, wo nötig, korrigiert bzw. ergänzt. Dabei wurde zur Überarbeitung des neutestamentlichen Textes die 26. Auflage des Novum Testamentum Graece, hg. von E. Nestle und K. Aland, herangezogen. An einigen Stellen, wo die ältesten und besten griechischen Handschriften eindeutig für eine andere als die bisherige Lesart sprachen, sind wir ihnen gefolgt. An anderen Stellen, wo gute Gründe für die Beibehaltung der bisherigen Lesart sprachen, haben wir nur in einer Fußnote auf die jeweils abweichende Lesart hingewiesen. Die Anmerkungen zum Neuen Testament sind verbessert und ergänzt worden. Dabei wurde darauf geachtet, dass der Leser die Information zu einer Stelle möglichst unten auf derselben Seite findet. Verweisungen auf andere Anmerkungen, die eine Suche erforderlich machen, sind verringert worden. Aus Platzgründen ließen sie sich allerdings nicht ganz vermeiden. Januar 1992
Verzeichnis der Bücher
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Verzeichnis der Bücher des Alten Testaments In ( ) stehen die in dieser Bibel benutzten Abkürzungen Das erste Buch Mose/Genesis (1Mo) Das zweite Buch Mose/Exodus (2Mo) Das dritte Buch Mose/Levitikus (3Mo) Das vierte Buch Mose/Numeri (4Mo) Das fünfte Buch Mose/Deuteronomium (5Mo) Das Buch Josua (Jos) Das Buch der Richter (Ri) Das Buch Rut (Rt) Das erste Buch Samuel (1Sam) Das zweite Buch Samuel (2Sam) Das erste Buch der Könige (1Kö) Das zweite Buch der Könige (2Kö) Das erste Buch der Chronik (1Chr) Das zweite Buch der Chronik (2Chr) Das Buch Esra (Esr) Das Buch Nehemia (Neh) Das Buch Ester (Est) Das Buch Hiob (Hi) Die Psalmen (Ps)
1 70 131 175 231 282 316 350 355 401 440 486 529 568 616 630 651 662 702
Die Sprüche (Spr) Der Prediger (Pred) Das Lied der Lieder/Das Hohelied (Hl) Der Prophet Jesaja (Jes) Der Prophet Jeremia (Jer) Die Klagelieder (Kla) Der Prophet Hesekiel/Ezechiel (Hes) Der Prophet Daniel (Dan) Der Prophet Hosea (Hos) Der Prophet Joel (Joe) Der Prophet Amos (Am) Der Prophet Obadja (Ob) Der Prophet Jona (Jon) Der Prophet Micha (Mi) Der Prophet Nahum (Nah) Der Prophet Habakuk (Hab) Der Prophet Zefanja (Zef) Der Prophet Haggai (Hag) Der Prophet Sacharja (Sach) Der Prophet Maleachi (Mal)
795 829 841 847 921 1002 1010 1085 1108 1119 1123 1132 1134 1137 1144 1147 1151 1155 1158 1172
Verzeichnis der Bücher des Neuen Testaments In ( ) stehen die in dieser Bibel benutzten Abkürzungen Das Evangelium nach Matthäus (Mt) Das Evangelium nach Markus (Mk) Das Evangelium nach Lukas (Lk) Das Evangelium nach Johannes (Joh) Die Apostelgeschichte (Apg) Der Brief an die Römer (Röm) Der erste Brief an die Korinther (1Kor) Der zweite Brief an die Korinther (2Kor) Der Brief an die Galater (Gal) Der Brief an die Epheser (Eph) Der Brief an die Philipper (Phil) Der Brief an die Kolosser (Kol) Der erste Brief an die Thessalonicher (1Thes)
1 48 77 125 160 207 226 245 258 265 272 277 282
Der zweite Brief an die Thessalonicher (2Thes) Der erste Brief an Timotheus (1Tim) Der zweite Brief an Timotheus (2Tim) Der Brief an Titus (Tit) Der Brief an Philemon (Phim) Der Brief an die Hebräer (Hebr) Der Brief des Jakobus (Jak) Der erste Brief des Petrus (1Petr) Der zweite Brief des Petrus (2Petr) Der erste Brief des Johannes (1Jo) Der zweite Brief des Johannes (2Jo) Der dritte Brief des Johannes (3Jo) Der Brief des Judas (Jud) Die Offenbarung (Offb)
286 289 295 299 302 303 317 322 328 332 337 338 339 341
Anhang Lexikalischer Anhang Bibellesepläne Allgemeine Abkürzungen und Begriffe
365 393 403
Maße, Gewichte und Münzen Wunder und Gleichnisse Jesu
405 407
Erster Teil
Das Alte Testament
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1. Mose 1
Das erste Buch Mose (Genesis)
1 Im Anfang schuf Gott den Himmel Die Schöpfung: Siebentagewerk
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und die Erdea. * Und die Erde war wüst2 und leer3b, und Finsternis war über der4 Tiefe5; und der Geist6 Gottes schwebte über dem Wasser7c. * Und Gott sprach: Es werde Lichtd! Und es wurde Licht. * Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternise. * Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. * Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung8f mitten im Wasser, und es sei eine Scheidung zwischen dem Wasser und dem Wasser! * Und Gott machte die Wölbungf und schied das Wasser, das unterhalb der Wölbung8, von dem Wasser, das oberhalb der Wölbung8 warg. Und es geschah so. * Und Gott nannte die Wölbung8 Himmelh. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag. * Und Gott sprach: Es soll sich das Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar!i Und es geschah so. * Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meerej. Und Gott sah, dass
1 Im Hebr. gibt es das Wort für »Himmel« (schamajim) nur in der Mehrzahl, wie im Deutschen z.B. das Wort »Ferien«. 2 o. Wüste, Nichtiges 3 w. Öde, Leere 4 w. über dem Angesicht der 5 o. Flut 6 Das hebr. Wort ruach kann auch Hauch, Wind bedeuten. 7 w. über dem Angesicht des Wassers. – Im Hebr. gibt es das Wort für »Wasser« (majim) nur in der Mehrzahl, wie im Deutschen z.B. das Wort »Ferien«. 8 Das hebr. Wort ist von einem Verbum »feststampfen, breithämmern« abgeleitet und meint eine gehämmerte Platte oder Schale, eine nach allen Seiten ausgeweitete Fläche o. Wölbung.
linke Spalte: es gut war. * Und Gott sprach: Die Erde a 2Kö 19,15 lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das 2Chr 2,11 Ps 8,4; 33,6; 115,15 Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die Jer 10,12.16 auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Apg 4,24 Hebr 11,3 Art, in denen ihr Same ista! Und es geOffb 4,11 b Jer 4,23 schah so. * Und die Erde brachte Gras c Ps 104,6 2Petr 3,5 hervor, Kraut, das Samen hervorbringt d Ps 33,9 nach seiner Art b, und Bäume, die Jes 45,7 2Kor 4,6 Früchte tragen, in denen ihr Same ist e 2Kor 6,14 f Ps 19,2 nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es g Hi 26,8 Ps 148,4 gut war. * Und es wurde Abend, und es h Ps 136,5 wurde Morgen: ein dritter Tag. Sach 12,1 i Hi 38,8–11 * Und Gott sprach: Es sollen Lichter an Ps 24,2; 95,5 Spr 8,29 der Wölbung8 des Himmels werdenc, Neh 9,6 um zu scheiden zwischen Tag und j Jon 1,9 2Petr 3,5 rechte Spalte: a Ps 104,14 Jes 61,11 b 1Kor 15,38.39 c Jes 40,26 d Ps 104,19 e Ps 136,7–9 Jer 31,35 f Ps 104,25 g Ps 148,7 h Kap. 2,19 Hi 12,7–9
Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und <zur Bestimmung von> Zeiten9 und Tagen und Jahrend; * und sie sollen als Lichter an der Wölbung8 des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. * Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sternee. * Und Gott setzte sie an die Wölbung8 des Himmels, über die Erde zu leuchten * und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. * Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein vierter Tag. * Und Gott sprach: Es soll das Wasser vom Gewimmel lebender Wesen10 wimmelnf, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung11 des Himmels! * Und Gott schuf die großen Seeungeheuerg und alle sich regenden lebenden Wesen10, von denen das Wasser wimmelt, nach ihrer Artf, und alle geflügelten Vögel, nach ihrer Arth. Und Gott sah, dass es gut war. * Und Gott 9 o. Festzeiten, Festen 10 o. Seelen 11 w. auf dem Angesicht der Wölbung
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segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!a * Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag. * Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen1 hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und <wilde> Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so. * Und Gott machte die <wilden> Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Artb. Und Gott sah, dass es gut war. * Und Gott sprach: Lasst unsc Menschen2 machen in unserm Bild, uns ähnlich3! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde4 und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechend! * Und Gott schuf den Menschene nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihnf; als Mann und Frau5 schuf er sieg. * Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erdeh, und macht sie <euch> untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regeni! * Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles Samen tragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem Samen tragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienenj; * aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, <habe ich> alles grüne Kraut zur Speise <gege1 o. Seelen 2 hebr. adam; d. h. <von der> Erde (adama = Erdboden) 3 w. nach unserem Abbild o. Aussehen 4 Die syr. Üs. liest mit V. 24f: und über alle Tiere der Erde 5 w. männlich und weiblich
2 linke Spalte: a Kap. 8,17 b Kap. 2,19 Hi 12,7–9 c Kap. 11,7 d Kap. 9,2 e Kap. 2,7 Lk 3,38 f Kap. 5,1; 9,6 1Kor 11,7 Kol 3,10 Jak 3,9 g Kap. 5,2 Mt 19,4 Mk 10,6 Apg 17,29 h Kap. 6,1; 9,1 i Ps 8,7–9; 115,16 j Kap. 2,16; 9,3 Ps 104,14 rechte Spalte: a Kap. 6,21 b 5Mo 32,4 Pred 3,11 1Tim 4,4 c 2Mo 20,11 d Neh 9,6 e Hebr 4,4.10 f Kap. 1,31 g Ps 135,7 h Kap. 1,27 i Kap. 3,19.23 1Kor 15,47 j Hi 33,4 Sach 12,1 Apg 17,25 k Hes 37,5.6 1Kor 15,45 l Kap. 3,23 Hes 28,13 Joe 2,3 m Kap. 3,22 Offb 2,7
ben>a. Und es geschah so. * Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gutb. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tagc. So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendetd. * Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk6, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hattee. * Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machtef. * Dies ist die Entstehungsgeschichte7 des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. Der Mensch im Garten Eden An dem Tag, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte * – noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, <und> noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der Herr, hatte es <noch> nicht auf die Erde regnen lassen, und <noch> gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen; * ein Dunst8 aber stieg von der Erde aufg und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens * –, da bildete Gott, der Herr, den Menschenh, <aus> Staub vom Erdbodeni und hauchte in seine Nase Atem des Lebensj; so wurde der Mensch eine lebende Seelek. * Und Gott, der Herr, pflanzte einen Garten in Eden9l im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. * Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebensm in der Mitte des Gartens, 6 o. hatte am siebten Tag sein Werk vollendet 7 hebr. toledot; d. h. w. Erzeugungen; es bedeutet im AT Nachkommen, Generationenfolge, Entstehungsgeschichte 8 o. ein Grundwasser, <unterirdischer> Quellstrom; LXX: eine Quelle 9 d. h. Wonne
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3 und den Baum der Erkenntnis des Gu10 ten und Bösena. * Und ein Strom geht 11 12 13 14
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von Eden1 aus, den Garten zu bewässern; und von dort aus teilt er sich und wird zu vier Armen2. * Der Name des ersten ist Pischon; der fließt um das ganze Land Hawila, wo das Gold ist; * und das Gold dieses Landes ist gut; dort <gibt es> Bedolach-Harz3b und den Schoham-Stein4c. * Und der Name des zweiten Flusses ist Gihon; der fließt um das ganze Land Kuschd. * Und der Name des dritten Flusses ist Hiddekel5e; der fließt gegenüber von6 Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphratf. * Und Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. * Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du esseng; * aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!h * Und Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein seii; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht 7j. * Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmelsk, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so wie der Mensch sie, die lebenden Wesen8, nennen würde, <so> sollte ihr Name sein. * Und der Mensch gab Namen allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber für 1 d. h. Wonne 2 w. Häuptern, Abteilungen 3 ein wohlriechendes, gelbliches und durchscheinendes Harz 4 d. i. Onyx, o. Karneol 5 d. i. der Tigris 6 o. östlich von 7 o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung 8 o. Seelen
1. Mose 2.3 linke Spalte: a Kap. 3,5 b 4Mo 11,7 c 2Mo 25,7 d Kap. 10,6–8 e Dan 10,4 f Kap. 15,18 g Kap. 1,29 h Kap. 3,3 Röm 5,12 1Kor 15,21 i Pred 4,9 j 1Kor 11,9 k Kap. 1,25 rechte Spalte: a Kap. 15,12 1Sam 26,12 b 1Tim 2,13 c 1Kor 11,8 d Mt 19,4.5 1Kor 6,16 Eph 5,31 e Kap. 3,7 f Offb 12,9; 20,2 g Mt 4,3 h Kap. 2,17 i Jes 14,14 j Kap. 2,9 Joh 8,44
Adam9 fand er keine Hilfe, ihm entsprechend7. * Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallena, so dass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch; * und Gott, der Herr, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Fraub, und er brachte sie zum Menschen. * Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin10 heißen, denn vom Mann ist sie genommenc. * Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werdend. * Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nichte. Der Sündenfall und dessen Folgen Und die Schlangef war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte; und sie sprach zu der Fraug: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen11 des Gartens dürft ihr nicht essen? * Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; * aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens <steht>, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt!h * Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! * Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gotti, erkennend Gutes und Bösesj. * Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die 9 o. für einen Menschen 10 dasselbe Wort wie Frau in V. 22 und 24; im Hebr. ist das Wort für »Frau« durch Anhängen der weiblichen Endung an das für »Mann« gebildet 11 d. h. von keinem einzigen Baum
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Augena und dass der Baum begehrenswert warb, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aßc. * Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt warend; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. * Und sie hörten die Stimme1 Gottes, des Herrn, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages2. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, mitten zwischen den Bäumen des Gartense. * Und Gott, der Herr, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?f * Da sagte er: Ich hörte deine Stimme3 im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bing, und ich versteckte mich. * Und er sprach: Wer hat dir erzählt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? * Da sagte der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mirh von dem Baum, und ich aß. * Und Gott, der Herr, sprach zur Frau: Was hast du da getani! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getäuscht4j, da aß ich. * Und Gott, der Herr, sprach zur Schlange: Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter5 allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens!k * Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samenl; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmenm. * Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal dei1 2 3 4 5
o. das Geräusch w. beim Wind des Tages o. dein Geräusch o. betrogen, verführt w. aus . . . heraus
4 linke Spalte: a Jak 1,14.15 1Jo 2,16 b Jos 7,21 c 1Kö 13,19 Röm 5,12 2Kor 11,3 1Tim 2,14 Jak 1,15 d Kap. 2,25 e Hi 31,33 f Kap. 4,9 2Kö 5,25 g Offb 16,15 h 1Sam 15,15.21 i Kap. 12,18 Jon 1,10 j 1Kö 13,18 Joh 8,44 Röm 7,11 k Ps 72,9 Jes 65,25 Mi 7,17 l Offb 12,17 m Joh 5,46 Hebr 2,14 rechte Spalte: a Kap. 35,16.17 1Chr 4,9 Jes 26,17 1Tim 2,15 b 1Kor 11,3; 14,34 c Kap. 5,29 d Hi 5,7 e Hi 31,40 Jes 7,23.24 Röm 8,20 Hebr 6,8 f 2Thes 3,10 g Kap. 2,7; 5,5 Hi 10,9 Ps 90,3 Pred 3,20 Hebr 9,27 h Apg 17,26 i Kap. 2,9 j Kap. 2,8 k Kap. 4,2 l Kap. 2,7
ner Schwangerschaft6, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären!a Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen!b * Und zu Adam7 sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden deinetwegen verfluchtc: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebensd; * und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassene, und du wirst das Kraut des Feldes essenf! * Im Schweiße deines Angesichts wirst du <dein> Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden8, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!g * Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendenh. * Und Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell und bekleidete sie. * Und Gott, der Herr, sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch <noch> von dem Baum des Lebensi nehme und esse und ewig lebe! * Und Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten Edenj hinaus, den Erdboden zu bebauenk, von dem er genommen warl. * Und er trieb den Menschen aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. Kain und Abel Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und ge6 w. Überaus zahlreich werde ich deine Beschwerden und deine Schwangerschaft machen 7 o. zum Menschen 8 s. erste Anm. zu Kap. 1,26
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1. Mose 4
bar Kain 1; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht2 mit dem Herrna. * Und sie gebar noch einmal, <und zwar> seinen Bruder, den Abel3. Und Abel wurde ein Schafhirt, Kain aber wurde ein Ackerbauerb. * Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. * Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fettc. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabed; * aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornige, und sein Gesicht senkte sich. * Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt?f * Ist es nicht <so>, wenn du recht tust, erhebt es sich4? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.5g * Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel6. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihnh. * Und der Herr sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abeli? Und er sagte: Ich weiß7 nicht. Bin ich meines Bruders Hüter?j * Und er sprach: Was hast du getan!k Horch! Das Blut8 deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden herl. * Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines 1 2 3 4 5
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d. h. so viel wie Erworbenes, Gewinn o. erworben hebr. hevel; d. h. Hauch, Nichtigkeit w. Ist nicht, wenn du recht tust, Erhebung; vgl. Hi 11,15 w. Wenn du aber nicht recht tust, lagert er – die Sünde – zur Tür hin. Und nach dir wird sein Verlangen sein, du aber sollst über ihn herrschen. – Der Wechsel des Geschlechts (Sünde – er) ist nicht befriedigend zu erklären. SamPent, LXX, syr. und die alte lat. Üs. lesen hier noch: Lass uns aufs Feld gehen! o. erkenne w. Die Stimme des Blutes
linke Spalte: a b c d e f g h i j k l
Ps 127,3 Kap. 3,23; 9,20 3Mo 3,16 Hebr 11,4 Spr 19,3 Pred 4,4 Jon 4,4 Röm 6,12 Mt 23,35 1Jo 3,12 Jud 11 Kap. 3,9 Kap. 37,26 1Sam 13,11 2Chr 28,9 Hi 24,12 Ps 9,13 Lk 11,51 Hebr 12,24 Jak 5,4
rechte Spalte: a 3Mo 26,20 Ps 107,34 b Spr 28,17 c Hi 15,20–22 d Ps 49,12
Bruders von deiner Hand zu empfangen! * Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft gebena; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erdeb! * Da sagte Kain zu dem Herrn: Zu groß ist meine Strafe9, als dass ich sie tragen könnte. * Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: jeder, der mich findet, wird mich erschlagenc. * Der Herr aber sprach zu ihm: Nicht so10, jeder, der Kain erschlägt – siebenfach soll er gerächt werden! Und der Herr machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, der ihn fände. * So ging Kain weg vom Angesicht des Herrn und wohnte im Land Nod11, östlich von Eden. Nachkommenschaft Kains – Sets Geburt und Nachkomme * Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Henoch. Und er wurde der Erbauer einer Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henochd. * Dem Henoch aber wurde Irad geboren; und Irad zeugte Mehujaël, und Mehujaël zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech. * Lamech aber nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada und der Name der andern Zilla. * Und Ada gebar Jabal; dieser wurde der Vater derer, die in Zelten und unter Herden wohnen. * Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater all derer, die mit der Zither und der Flöte umgehen. * Und Zilla, auch sie gebar<, und zwar> den Tubal-Kain, den Vater all derer, die
9 o. Schuld 10 so mit LXX, Vulg., der syr. und anderen alten Üs.; Mas. T.: Darum 11 d. h. Land der Heimatlosigkeit
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