Erster Teil
Das Alte Testament
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1. Mose 1
Das erste Buch Mose (Genesis) Hintergrund Im Hebräischen ist das Buch nach seinem ersten Wort benannt: bereschit, w. »Im Anfang«. Ähnlich wie noch heute bei den Namen unserer Lieder, wurden Bücher im Altertum gewöhnlich nach den ersten Wörtern ihres Textes benannt. Griechisch heißt das Buch Genesis, »Ursprung«. Die ersten fünf Bücher der Bibel führen zusammen den Namen Pentateuch (von pente, d. h. fünf, und teuchos, d. h. Behälter für die Schriftrollen). Überblickt man die fünfzig Kapitel des Buches als ein Ganzes, so wird der Hintergrund zweier uralter religiöser und kultureller Zentren der Menschheit erkennbar: Õ Mesopotamien und Õ Ägypten. In Kap. 1-38 ist überwiegend Mesopotamisches zu erkennen. Schöpfung, Stammbäume, zerstörerische Flut, Geografie und Kartografie, Konstruktionstechniken, Völkerwanderung, Kauf und Verkauf von Land, Gesetzestraditionen (Õ Gesetz), Viehzucht – all diese Themen waren äußerst wichtig für die Völker Mesopotamiens. Nach den geografischen Angaben von 2,11-14 war hier in Mesopotamien einst der Garten Eden; hier wurde später am »Turm von Õ Babel« gebaut (11,1-9); hier wurde Abraham geboren. Hier war auch die ursprüngliche Heimat der Väter Õ Israels, bevor sie sich in Õ Kanaan niederließen (Jos 24,2). Dagegen lassen die Kap. 39-50 ägyptischen Hintergrund erkennen. Beispiele sind etwa die Erwähnung der ägyptischen Weinbaukultur (40,9-11), die Szene am Flussufer (41), die Erwähnung Ägyptens als Kornkammer Kanaans (42), der Hinweis auf ägyptische Verwaltungsformen (47) und Bestattungspraktiken (50). Auch finden sich im Text ägyptische Wörter, Namen und Wendungen. Nach jüdischer und christlicher Tradition gilt Mose als der eigentliche Autor der ersten fünf Bücher des Alten Testaments – eine Sicht, die immer wieder angezweifelt wird. Doch ist im Kern an ihr festzuhalten. Allerdings gibt es im Bestand der fünf Bücher Mose manches, das von späteren Schreiberhänden herrühren dürfte (z. B. der Bericht über den Tod Moses in 5Mo 34). Außerdem enthält das gesamte erste Buch Mose Stoffe aus vormosaischer Zeit. Mose wird sie aus der mündlichen und schriftlichen Überlieferung seines Volkes geschöpft haben. Ein Hinweis auf die geschichtliche Zeit des Mose ergibt sich aus 1Kö 6,1: Das »vierte Jahr der Regierung Salomos über Israel« ist zugleich das »480. Jahr nach dem Auszug der Söhne Israels aus dem Land Ägypten«. Diese Zahlenangabe spricht für die Mitte des 15. vorchristlichen Jahrhunderts als die Zeit des Mose und des Auszuges aus Ägypten. Mit Recht hat man das erste Buch Mose das »Buch der Anfänge« (bzw. »Ursprünge«) genannt. Es berichtet von den Anfängen fast aller Dinge, die unsere Lebenswelt ausmachen: Himmel und Erde, Licht und Finsternis, Meer und Festland, Pflanzen, Sonne, Mond und Sterne, von Tieren im Meer, in der Luft und auf dem Land, vom Menschen. Es schildert uns ferner die Anfänge von Sünde und Erlösung, von Õ Segen und Fluch, von göttlicher Erwählung und Führung und den Bundesschlüssen zwischen Gott und den Menschen; aber auch von Gesellschaft und Zivilisation, von Heirat und Familie, von Kunst und Handwerk. Das erste Buch Mose ist die Grundlage für das Verständnis der übrigen Bibel. So sind z. B. mehr als die Hälfte der Glaubensvorbilder von Hebr 11 Personen aus dem ersten Buch Mose.
Gliederung 1-11 Die Urgeschichte 1,1-2,4a Allgemeiner Schöpfungsbericht 2,4b-3,24 Spezieller Schöpfungsbericht: Der Mensch 4 Kains Brudermord und der Stammbaum der Kainiten 5 Stammbaum von Adam bis Noah 6,1-4 Gottessöhne nehmen Menschentöchter zu Frauen 6,5-9,17 Wasserflut und Noahbund 9,18-29 Noah und seine Söhne nach der Wasserflut 10 Stammbaum der Nachkommen Noahs 11,1-9 Turmbau zu Babel 11,10-32 Stammbaum von Sem bis Abraham und das Geschlecht Terachs 12-50 Die Vätergeschichte 12-25 Abraham (und Isaak) 25-36 Jakob (und Esau) 37-50 Josef und seine Brüder
Im Anfang schuf Gott den Himmel 1 Erde . Die Schöpfung: Siebentagewerk
linke Spalte: 1
und die
a
1 Im Hebr. gibt es das Wort für »Himmel« (schamajim) nur in der Mehrzahl, wie im Deutschen z.B. das Wort »Ferien«.
a 2Kö 19,15; 2Chr 2,11; Ps 8,4; 33,6; 115,15; Jer 10,12.16; Apg 4,24; Hebr 11,3; Offb 4,11
// Mit einem wuchtigen und kurzen Bekenntnis werden Weltenbeginn und Schöpfung in Gott begründet. Wer dieser Gott ist, wird hier nicht erklärt, sondern durch die nachfolgenden Abschnitte entfaltet. Im Anfang: Für uns Menschen wird nur der Beginn der Welt gedanklich fassbar gemacht. Der Ursprung Gottes bleibt unerklärt. Himmel und Erde: eine Redewen-
1. Mose 1 dung, mit der zusammenfassend die Gesamtheit der Welt beschrieben wird.
2 * Und die Erde war wüst1 und leer2a, und Fins-
ternis war über der3 Tiefe4; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasserb.
// Der Schöpfungsbericht zielt auf die Erde als den Lebensraum des Menschen. Hier setzt die Erzählung an. Wüst und leer: gemeint ist die Unbewohnbarkeit (Jer 4,23) der Erde. Der Geist Gottes schwebte: Das hebr. Wort für Geist, ruach, kann auch Hauch, Wind bedeuten. Auch das Wesen des Geistes Gottes wird nicht erklärt, sondern seine Mitwirkung an der Schöpfung angezeigt. Das Leben der Natur entwickelt sich nicht zufällig, sondern aus der gestaltenden Kraft Gottes heraus.
3 * Und Gott sprach: Es werde Licht c! Und es 4 wurde Licht. * Und Gott sah das Licht, dass
es gut war; und Gott schied das Licht von 5 der Finsternisd. * Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag. // Und Gott sprach: Alles Schöpfungshandeln beginnt mit seinem Wort, einem Wort, das Tatsachen schafft. Licht: Hier wird nur die Entstehung des Lichtes als grundlegender Anfang beschrieben. Die Funktion des Lichtes beschreiben V. 14-19 ausführlich. Licht ermöglicht Leben. Dieser Zusammenhang wird dann in der Bibel auch symbolisch gebraucht. Ein Tag: Ab hier beginnt das Zählen von Zeit.
6 * Und Gott sprach: Es werde eine Wölbunge
mitten im Wasser, und es sei eine Scheidung
7 zwischen dem Wasser und dem Wasser! * Und
Gott machte die Wölbunge und schied das Wasser, das unterhalb der Wölbung, von dem Wasser, das oberhalb der Wölbung warf. Und 8 es geschah so. * Und Gott nannte die Wölbung Himmelg. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag. // Das hebr. Wort ist von einem Verbum »feststampfen, breithämmern« abgeleitet und meint eine gehämmerte Platte oder Schale, eine nach allen Seiten ausgeweitete Fläche oder Wölbung. Das Wasser wird in zwei Bereiche getrennt. Die Wölbung hält das Wasser oberhalb der Erde bis zur Sintflut, wo die Fenster des Himmels (7,11) im Gericht geöffnet werden. Himmel: ganz unserem Alltagsdenken entsprechend. An diesem Himmel »stehen die Sterne« (V. 14), und hier fliegen die Vögel (V. 20).
9 * Und Gott sprach: Es soll sich das Wasser un-
terhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar!h Und es 10 geschah so. * Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meerei. Und Gott sah, dass es gut war. 11 * Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen 1 2 3 4
o. Wüste, Nichtiges w. Öde, Leere w. über dem Angesicht der o. Flut
2 linke Spalte: a Jer 4,23 b Ps 104,6; 2Petr 3,5 c Ps 33,9; Jes 45,7; 2Kor 4,6 d 2Kor 6,14 e Ps 19,2 f Hi 26,8; Ps 148,4 g Ps 136,5; Sach 12,1 h Hi 38,8–11; Ps 24,2; 95,5; Spr 8,29; Neh 9,6 i Jon 1,9; 2Petr 3,5 rechte Spalte:
nach ihrer Art, in denen ihr Same ista! Und es geschah so. * Und die Erde brachte Gras her- 12 vor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Artb, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war. * Und es wurde Abend, 13 und es wurde Morgen: ein dritter Tag. // Das Meer gibt das Land frei, pflanzliches Leben in großer Vielfalt und Ordnung nach seiner Art entsteht. Die Fruchtbäume weisen schon auf das Ziel: die Ernährung des Menschen.
Ps 104,14; Jes 61,11 * Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der 1Kor 15,38.39 Wölbung des Himmels werdenc, um zu scheiJes 40,26 Ps 104,19 den zwischen Tag und Nacht, und sie sollen Ps 136,7–9; dienen als Zeichen und <zur Bestimmung Jer 31,35 f Ps 104,25 von> Zeiten5 und Tagen und Jahrend; * und sie g Ps 148,7 h Kap. 2,19; sollen als Lichter an der Wölbung des HimHi 12,7–9 mels dienen, um auf die Erde zu leuchten! i Kap. 8,17 Und es geschah so. * Und Gott machte die a b c d e
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beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sternee. * Und Gott setzte sie an die Wölbung 17 des Himmels, über die Erde zu leuchten * und 18 zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. * Und es wurde Abend, und es wurde 19 Morgen: ein vierter Tag. // Lichter sollen werden, um zu scheiden: Es geht hier nicht um die erneute Schaffung von Licht, sondern um die Funktionsbestimmung. Gott gibt den Lichtern eine Aufgabe. Ausführlich wird der dienende Charakter aufgezeigt. Damit wird aller Vergottung der Gestirne (auch in der Astrologie) ein deutlicher Riegel vorgeschoben. Kommentierend betont V. 16: Gott machte die beiden großen Lichter. Sonne und Mond sind Teil der Schöpfung und dürfen nicht angebetet oder verehrt werden, wie dies z. B. in Õ Ägypten oder Babylonien (Õ Babel) geschah. * Und Gott sprach: Es soll das Wasser vom Gewimmel lebender Wesen6 wimmelnf, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung7 des Himmels! * Und Gott schuf die großen Seeungeheuerg und alle sich regenden lebenden Wesen, von denen das Wasser wimmelt, nach ihrer Artf, und alle geflügelten Vögel, nach ihrer Arth. Und Gott sah, dass es gut war. * Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!i * Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.
// Das Meer soll vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, ein Ausdruck der enormen Vielfalt der Schöpfung. Die an diesem Tag geschaffene Tierwelt empfängt die Zuwendung Gottes, indem Gott ihr seinen 5 o. Festzeiten, Festen 6 o. Seelen 7 w. auf dem Angesicht der Wölbung
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1. Mose 1.2
Õ Segen und damit Lebensraum und Fortbestand zuspricht.
24 * Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende
Wesen hervor nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und <wilde> Tiere der Erde nach 25 ihrer Art! Und es geschah so. * Und Gott machte die <wilden> Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Arta. Und Gott sah, dass es gut war. // Die Tierwelt wird gemäß der Alltagserfahrung des Menschen in drei Gruppen unterteilt: Nutztiere, freilebende (Wild-)Tiere und alles, was sonst noch »kreucht und fleucht«. Die (Arten-)Vielfalt wird durch die Wendung nach ihrer Art ausgedrückt.
26 * Und Gott sprach: Lasst unsb Menschen1 ma-
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chen in unserm Bild, uns ähnlich2! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde3 und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechenc! * Und Gott schuf den Menschen d nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihne; als Mann und Frau4 schuf er sief. * Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erdeg, und macht sie <euch> untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regenh! * Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles Samen tragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem Samen tragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dieneni; * aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, <habe ich> alles grüne Kraut zur Speise <gegeben>j. Und es geschah so. * Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gutk. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tagl. // Die Schöpfung des Menschen wird deutlich hervorgehoben. Lasst uns: Gott ist in sich nicht einsam, sondern reich an Beziehungen. Vielleicht wird hier schon das Geheimnis der Trinität angedeutet. Im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren wird der Mensch darum zum Bilde Gottes geschaffen. Er trägt so eine einzigartige Beziehungsfähigkeit in sich; die Menschen sind als Mann und Frau aufeinander bezogen und zugleich weist ihre Entstehung auf den engen Gottesbezug hin. Das erste, was der Mensch erfährt, ist die Zuwendung Gottes und sein Õ Segen. Nur so können die Schöpfungs(auf)gaben richtig verwaltet werden. Die Unfähigkeit des Menschen, in einer solchen Segenskultur zu leben, kann nur durch den schweren Einbruch der Selbstherrlichkeit und Eigen1 2 3 4
hebr. adam; d. h. <von der> Erde (adama = Erdboden) w. nach unserem Abbild o. Aussehen Die syr. Üs. liest mit V. 24f: und über alle Tiere der Erde w. männlich und weiblich
linke Spalte: a Kap. 2,19; Hi 12,7–9 b Kap. 11,7 c Kap. 9,2 d Kap. 2,7; Lk 3,38 e Kap. 5,1; 9,6; 1Kor 11,7; Kol 3,10; Jak 3,9 f Kap. 5,2; Mt 19,4; Mk 10,6; Apg 17,29 g Kap. 6,1; 9,1 h Ps 8,7–9; 115,16 i Kap. 2,16; 9,3; Ps 104,14 j Kap. 6,21 k 5Mo 32,4; Pred 3,11; 1Tim 4,4 l 2Mo 20,11 rechte Spalte: a Neh 9,6 b Hebr 4,4.10 c Kap. 1,31 d Ps 135,7 e Kap. 1,27 f Kap. 3,19.23; 1Kor 15,47 g Hi 33,4; Sach 12,1; Apg 17,25 h Hes 37,5.6; 1Kor 15,45
mächtigkeit im Sündenfall des Menschen erklärt werden. Den Traum vom Leben im Einklang mit sich und der Natur kann sich der Mensch nicht selbst erfüllen. Das bleibt der neuen Welt Gottes vorbehalten. Zur Nahrung dienen: Mensch und Tier leben vegetarisch. Erst nach der Sintflut erlaubt Gott den Genuss von Fleisch (9,3). Vielfalt und Ordnung, Gaben und Aufgaben, die vielfältigen Beziehungen von Mensch, Natur und Gott – das alles war sehr gut; nicht allein für Gott, der auch ohne diese Welt sein kann, sondern vor allem für das Leben des Menschen auf dieser Welt und mit Gott.
2
So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendeta. * Und Gott vollendete am 2 siebten Tag sein Werk5, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatteb. * Und Gott segne- 3 te den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machtec. // Vollenden: Es geht nicht um eine abschließende Arbeit, sondern um das Ziel der Schöpfung. Die Schöpfung mündet ein in die Gemeinschaft mit Gott, denn heiligen meint: zum Gottesdienst bereit machen. Diese auf Gott bezogene Verbindung, in der die Schöpfung mit dem Schöpfer ruhen kann, hat kein Ende, denn dieser Tag kennt keinen Abend. Der Õ Sabbat wird später zum Abbild dieser Ruhe.
ist die Entstehungsgeschichte6 des Him- 4 mels und der Erde, als sie geschaffen wurden.
* Dies
Der Mensch im Garten Eden An dem Tag, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte * – noch war all das Ge- 5 sträuch des Feldes nicht auf der Erde, <und> noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der Herr, hatte es <noch> nicht auf die Erde regnen lassen, und <noch> gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen; * ein Dunst7 aber stieg von der Erde 6 aufd und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens –, // Noch einmal wird der Leser hineingenommen in die Entstehung von Mensch und Natur. Wir werden zurückversetzt in die Zeit, als es den Sündenfall und seine Folgen noch nicht gab. Das Gesträuch des Feldes (3,18), der vom Herrn gesandte Regen (7,4) sowie der Mensch, der den Erdboden bebaut (3,23), all das sind Realitäten, die in die Zeit nach der Ausweisung aus dem Garten Eden gehören. Der Garten selbst wird nicht durch Regen, sondern durch ein Flusssystem bewässert (vgl. V. 10-14). * da bildete Gott, der Herr, den Menschene, 7 <aus> Staub vom Erdbodenf und hauchte in seine Nase Atem des Lebensg; so wurde der Mensch eine lebende Seeleh.
5 o. hatte am siebten Tag sein Werk vollendet 6 hebr. toledot; d. h. w. Erzeugungen; es bedeutet im AT Nachkommen, Generationenfolge, Entstehungsgeschichte 7 o. ein Grundwasser, <unterirdischer> Quellstrom; LXX: eine Quelle
1. Mose 2 // Wurde in Kap. 1 die Gottesebenbildlichkeit des Menschen betont, zeigt Kap. 2 nun die Erdverbundenheit, die Geschöpflichkeit des Menschen. Seine Entstehung wird nicht »in den Himmel« gehoben, sondern mit dem Staub vom Erdboden verbunden. Der Mensch hat sich das Leben nicht selbst gegeben. Erst Gottes Hauch macht aus dem atemlosen Gebilde ein lebendes Wesen.
8 * Und Gott, der Herr, pflanzte einen Garten in
Edena im Osten, und er setzte dorthin den
9 Menschen, den er gebildet hatte. * Und Gott,
der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebensb in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösenc. // Der von Gott angelegte Garten liegt in einem Gebiet, das Eden, d. h. Wonne, genannt wird. Später wird dieser Garten dann direkt Eden genannt. Betont wird: Alle Bäume im Garten sind begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung. Zwei Bäume werden durch ihre besondere Funktion und Stellung – in der Mitte des Gartens – hervorgehoben, ohne diese jedoch hier näher zu erklären.
10 * Und ein Strom geht von Eden aus, den Gar-
ten zu bewässern; und von dort aus teilt er sich
11 und wird zu vier Armen1. * Der Name des ers-
ten ist Pischon; der fließt um das ganze Land
12 Hawila, wo das Gold ist; * und das Gold dieses
Landes ist gut; dort <gibt es> Bedolach-Harz2d
13 und den Schoham-Stein3e. * Und der Name des
zweiten Flusses ist Gihon; der fließt um das
14 ganze Land Kuschf. * Und der Name des drit-
ten Flusses ist Hiddekel4g; der fließt gegenüber von5 Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphrath. // Die Lage des Gartens Eden wird mittels uns bekannter (Euphrat, Hiddekel, d. h. Tigris) sowie unbekannter (Pischon, Gihon) Flüsse angegeben. Damit wird zum einen die zentrale, weltbedeutende, aber nunmehr vergangene Wirklichkeit Edens ausgesagt, zum anderen aber auch angedeutet, dass der Mensch seit dem Sündenfall keinen Zugang mehr hat und den Ort Eden nicht mehr lokalisieren kann.
15 * Und Gott, der Herr, nahm den Menschen
und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.
// Nach der Beschreibung des Gartens knüpft der Erzähler wieder an V. 8 an, wobei die Wendung für Gott setzte ihn besonders »ruhen vor Gott« und »in die Gegenwart Gottes stellen« meint (vgl. 2Mo 16,33). Der so genannte Kulturauftrag ist dem Menschen schon in Kap. 1,28 als Õ Segen zugesprochen worden. Hier wird betont: Das Ziel des menschlichen Lebens liegt nicht in der Arbeit, sondern in einer Lebensverbindung mit Gott, in der Anbetung und im Gehorsam. 1 w. Häuptern, Abteilungen 2 ein wohlriechendes, gelbliches und durchscheinendes Harz 3 d. i. Onyx, o. Karneol 4 d. i. der Tigris 5 o. östlich von
4 linke Spalte: a Kap. 3,23; Hes 28,13; Joe 2,3 b Kap. 3,22; Offb 2,7 c Kap. 3,5 d 4Mo 11,7 e 2Mo 25,7 f Kap. 10,6–8 g Dan 10,4 h Kap. 15,18 rechte Spalte:
* Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen 16 und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essena; * aber vom Baum der Er- 17 kenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!b
// Der Baum der Erkenntnis wird zum Symbol der Verantwortlichkeit des Menschen. Vom Baum des Lebens darf er essen. Damit wird der Mensch daran erinnert, dass das Leben ihm von Gott gegeben ist. Der Baum der Erkenntnis erinnert ihn: Leben mit Gott bleibt ihm nur erhalten, wenn er sich gehorsam und verantwortungsbewusst an Gott bindet. Zeigt Gott nicht beständig, dass er genau weiß, was für den Menschen gut (vgl. 1) und was nicht gut (2,18) ist?
a Kap. 1,29 b Kap. 3,3; Röm 5,12; 1Kor 15,21 c Pred 4,9 d 1Kor 11,9 e Kap. 1,25 f Kap. 15,12; 1Sam 26,12 g 1Tim 2,13 * Und h 1Kor 11,8
Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, 18 dass der Mensch allein seic; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht6d. // Nicht der Mensch entdeckt einen Mangel, sondern Gott spricht es aus: Allein zu sein ist nicht gut für den Menschen. Gott bietet sich auch nicht als Ersatz für menschliche Gemeinschaft an, sondern schafft eine Hilfe. Der Begriff wertet die Frau nicht ab, da er sonst im Alten Testament fast nur zur Beschreibung von Gottes direkter Hilfe verwendet wird. Für die entscheidenden Lebensaufgaben (1,28; 2,15) ist der Mann auf Hilfe angewiesen.
* Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdbo- 19 den alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmelse, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so wie der Mensch sie, die lebenden Wesen7, nennen würde, <so> sollte ihr Name sein. * Und der Mensch gab Namen allem Vieh 20 und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber für Adam8 fand er keine Hilfe, ihm entsprechend.
// Ausführlicher als der zusammenfassende Bericht aus Kap. 1 wird nun erzählt, wie es zur Schaffung der Frau kam: Mit der Namensgebung zeigt der Mensch seine Kenntnis und seine Herrschaft. Am Ende aber steht: Kein Tier kann dem Menschen die passende Hilfe für seine Lebensaufgabe sein. * Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf 21 auf den Menschen fallenf, so dass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch; * und Gott, der 22 Herr, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Fraug, und er brachte sie zum Menschen. * Da sagte der 23 Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin9 heißen, denn vom Mann ist sie genommenh.
6 7 8 9
o. als sein Gegenüber; w. wie seine Entsprechung o. Seelen o. für einen Menschen dasselbe Wort wie Frau in V. 22 und 24; im Hebr. ist das Wort für »Frau« durch Anhängen der weiblichen Endung an das für »Mann« gebildet
5
1. Mose 2.3
// Die Frau ist vom Mann genommen (vgl. 1Kor 11,8). Der Mann ist bei der Erschaffung Evas völlig unbeteiligt, das Leben der Frau ist allein eine Gabe Gottes. Die Rippe verdeutlicht, dass die Frau nicht minderwertig ist, sondern ihm qualitativ völlig entspricht. Genau das drückt dann der poetische Jubelruf des Mannes aus. Die Namensgebung der Frau durch den Mann (2,13) weist darauf hin, dass von ihr die Unterordnung unter ihren Mann erwartet wird.
24 * Darum wird ein Mann seinen Vater und sei-
ne Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werdena. // Die von der Schöpfung her geltenden Grundpfeiler der Partnerschaft von Mann und Frau werden hier vom Verfasser abschließend hervorgehoben: die Loslösung von den Eltern, das öffentliche Verbinden der Partner und ein unauflöslich verschmolzenes – nicht nur sexuelles – Miteinander.
25 * Und sie waren beide nackt, der Mensch und
seine Frau, und sie schämten sich nichtb.
// Mit dem Hinweis auf die natürliche Nacktheit wird der Leser vorbereitet auf den Verlust dieser reinen Natürlichkeit, der mit der Abkehr von Gott einhergeht (3,7).
Und die Schlange war listiger als alle Tiere des 3 Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte; und Der Sündenfall und dessen Folgen c
sie sprach zu der Fraud: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen1 des Gartens dürft ihr nicht essen? // Die Schlange ist ein Geschöpf Gottes. Als Werkzeug oder Verkörperung des Teufels (Õ Satan) versucht sie jedoch, den Menschen als die Krone der Schöpfung von Gott abzubringen. Die Frage ist: Woher kommt der tiefe Zweifel an Gottes guter Absicht für den Menschen? Der Ursprung des Bösen bleibt als Geheimnis verhüllt.
2 * Da sagte die Frau zur Schlange: Von den
Früchten der Bäume des Gartens essen wir;
3 * aber von den Früchten des Baumes, der in
der Mitte des Gartens <steht>, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht 4 berühren, damit ihr nicht sterbt!e * Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr ster5 ben! * Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gottf, erkennend Gutes und Bösesg. // Geschickt untergräbt die Schlange die Abwehr der Frau; sie behauptet die Unredlichkeit Gottes in seinem Reden, seiner Motivation und seinem Umgang mit dem Menschen. Die Schlange verbindet ihre Autorität mit einer Verheißung gegen Gott und sein Wort. Wem vertrauen sich Adam und Eva an?
6 * Und die Frau sah, dass der Baum gut zur
Speise und dass er eine Lust für die Augenh und dass der Baum begehrenswert wari, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht 1 d. h. von keinem einzigen Baum
linke Spalte: a Mt 19,4.5; 1Kor 6,16; Eph 5,31 b Kap. 3,7 c Offb 12,9; 20,2 d Mt 4,3 e Kap. 2,17 f Jes 14,14 g Kap. 2,9; Joh 8,44 h Jak 1,14.15; 1Jo 2,16 i Jos 7,21 rechte Spalte:
und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aßa. * Da wurden ihrer beider Augen 7 aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt warenb; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. // Im Aussehen unterscheidet sich der Baum nicht von allen anderen Bäumen (2,9), aber seine Wirkung macht ihn begehrenswert. Gegen die bisherige beglückende Erfahrung, dass Gott nur gut für ihn entschieden hat, vertraut der Mensch auf seine eigene Kompetenz – und scheitert. Die erste von Gott gelöste Wahrnehmung lässt ihn erkennen: Ich bin nackt, wie ein Besiegter (vgl. 5Mo 28,48; Hes 16,39). Der Schritt in die Unabhängigkeit von Gott war kein Gewinn, die Niederlage ist nur notdürftig zu verbergen.
a 1Kö 13,19; Röm 5,12; 2Kor 11,3; 1Tim 2,14; Jak 1,15 b Kap. 2,25 c Hi 31,33 * Und sie hörten die Stimme 2 Gottes, des d Kap. 4,9; 2Kö 5,25 Herrn, der im Garten wandelte bei der Kühle e Offb 16,15 f 1Sam 15,15.21 des Tages3. Da versteckten sich der Mensch g Kap. 12,18; und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Jon 1,10 h 1Kö 13,18; Herrn, mitten zwischen den Bäumen des Joh 8,44; Röm 7,11 i Ps 72,9; Jes 65,25; Gartensc. Mi 7,17
8
// Verloren ist die Vertrautheit mit Gott, der Mensch versteckt sich mitten zwischen den Bäumen: Was Gott ihm zur Freude gegeben hat, muss nun missbraucht werden, um der Begegnung mit Gott auszuweichen. * Und
Gott, der Herr, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?d * Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bine, und ich versteckte mich. * Und er sprach: Wer hat dir erzählt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? * Da sagte der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mirf von dem Baum, und ich aß. * Und Gott, der Herr, sprach zur Frau: Was hast du da getang! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getäuscht4h, da aß ich.
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// Gottes Fragen sind nicht Zeichen seiner Unkenntnis, sondern Gelegenheit für den Menschen, seinen Standort zu bestimmen, Einsicht zu zeigen und zu Gott zurückzukehren. Doch der Mensch beginnt, sich selbst zu rechtfertigen. Die Schuld wird auf andere, nämlich die Frau, die Schlange, ja Gott selbst – die Frau, die du mir gabst – abgeschoben.
Gott, der Herr, sprach zur Schlange: 14 Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter5 allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens!i * Und
// Die Schlange empfängt ihr Urteil direkt, sie verliert den Segenszusammenhang der Geschöpfe, lebt nunmehr unter dem Vorzeichen des Gerichtes: kriechen und Staub fressen. 2 3 4 5
o. das Geräusch w. beim Wind des Tages o. betrogen, verführt w. aus . . . heraus
1. Mose 3.4
6
15 * Und ich werde Feindschaft setzen zwischen
dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samena; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmenb.
// Eine Grundlinie der Õ Schrift wird hier angedeutet: Nie wird die »alte Schlange« Gutes für den Menschen wollen, sondern immer wirken ihre zerstörerischen Kräfte gegen ihn. Der Mensch – egal welcher Religion und Kultur – empfindet zwar die Wirklichkeit und Macht des Bösen, er kann sich bei allem Kampf aber nicht selbst daraus befreien. Erst der Eine, von einer Frau Geborene, Jesus Christus (Gal 4,4), bringt der Schlange die endgültige Niederlage bei. Wer dieser Eine ist, wird hier noch nicht erklärt, sondern die Frage nach ihm, die Hoffnung auf ihn wird geweckt.
linke Spalte: a Offb 12,17 b Joh 5,46; Hebr 2,14 c Kap. 35,16.17; 1Chr 4,9; Jes 26,17; 1Tim 2,15 d 1Kor 11,3; 14,34 e Kap. 5,29 f Hi 5,7 g Hi 31,40; Jes 7,23.24; Röm 8,20; Hebr 6,8 h 2Thes 3,10 i Kap. 2,7; 5,5; Hi 10,9; Ps 90,3; Pred 3,20; Hebr 9,27 j Apg 17,26 rechte Spalte:
a Kap. 2,9 b Kap. 2,8 mehren die Mühsal deiner Schwangerschaft , c Kap. 4,2 c d Kap. 2,7 mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! e Ps 127,3 3,23; 9,20 Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, fg Kap. 3Mo 3,16 er aber wird über dich herrschen!d h Hebr 11,4 i Spr 19,3; Pred 4,4 // Verlangen haben und herrschen: In Kap. 4,7 finden j Jon 4,4 sich die gleichen Worte. Es geht um die Frage, wer die k Röm 6,12
16 * Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr ver1
Oberhand gewinnt. Mann und Frau werden in ihrer Abhängigkeit voneinander doch zu Konkurrenten.
17 * Und zu Adam2 sprach er: Weil du auf die
Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden deinetwegen verfluchte: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebensf; 18 * und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lasseng, und du wirst das Kraut des Feldes es19 senh! * Im Schweiße deines Angesichts wirst du <dein> Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden3, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!i // Verflucht (Õ Fluch): Die Schöpfung wird mit in den Bruch zwischen Gott und Mensch hineingezogen (Röm 8,20). Aus dem sorglosen Genießen der Fruchtbäume (2,9) wird für den Menschen ein mühevoller Kampf um das Überleben, das doch ganz im Zeichen seiner Vergänglichkeit steht: Du wirst zum Staub zurückkehren. Gott stellt den Zusammenhang zwischen der Tat, dem Essen, und der Strafe her: Der Mensch muss sich seine Nahrung nun mühsam erarbeiten.
20 * Und der Mensch gab seiner Frau den Namen
Eva, denn sie wurde die Mutter aller Lebendenj. 21 * Und Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell und bekleidete sie.
// Eva bedeutet »Leben«. Der Mensch drückt mit dieser Namensgebung seine Hoffnung aus und nimmt Gottes Zusage aus V. 15 damit auf. Gott bekleidete sie: Gott hält am Menschen fest, hilft ihm, sein Leben unter dem Gericht zu gestalten. Die Notwendigkeit von 1 w. Überaus zahlreich werde ich deine Beschwerden und deine Schwangerschaft machen 2 o. zum Menschen 3 s. erste Anm. zu Kap. 1,26
Bekleidung erinnert den Menschen dauerhaft an seine Sündhaftigkeit.
Gott, der Herr, sprach: Siehe, der 22 Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht etwa seine Hand ausstrecke und auch <noch> von dem Baum des Lebensa nehme und esse und ewig lebe! * Und Gott, der Herr, 23 schickte ihn aus dem Garten Edenb hinaus, den Erdboden zu bebauenc, von dem er genommen ward. * Und er trieb den Menschen 24 aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. * Und
// Der Mensch – alles andere als göttlich geworden – kennt nun wie Gott und die Engel den Konflikt zwischen Gut und Böse. Gott bewahrt den Menschen vor dem Essen vom Baum des Lebens – was eine ewige Trennung bedeutet hätte – durch die Austreibung aus dem Garten Eden. Paradoxerweise muss der Mensch sterblich bleiben, um mit Gott versöhnt werden zu können. Der Weg zum Leben wird erst mit Jesus Christus wieder frei (Joh 14,6).
Kain und Abel Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain4; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht5 mit dem Herrne. * Und sie gebar noch einmal, <und zwar> seinen Bruder, den Abel6. Und Abel wurde ein Schafhirt, Kain aber wurde ein Ackerbauerf. * Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem Herrn eine Opfergabe. * Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fettg. Und der Herr blickte auf Abel und auf seine Opfergabeh; * aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornigi, und sein Gesicht senkte sich. * Und der Herr sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt?j * Ist es nicht <so>, wenn du recht tust, erhebt es sich7? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.8k // Erkennen: Dies ist ein Ausdruck für tiefe Gemeinschaft, darin eingeschlossen die Sexualität zwischen Mann und Frau. Opfergabe: Auch außerhalb des Gartens Eden lebt der Mensch nicht ohne Bezug zu Gott. Woher die Opferriten (Õ Opfer) kommen, wird nicht berichtet. Die Brüder drücken aber offensichtlich ihre 4 5 6 7 8
d. h. so viel wie Erworbenes, Gewinn o. erworben hebr. hevel; d. h. Hauch, Nichtigkeit w. Ist nicht, wenn du recht tust, Erhebung; vgl. Hi 11,15 w. Wenn du aber nicht recht tust, lagert er – die Sünde – zur Tür hin. Und nach dir wird sein Verlangen sein, du aber sollst über ihn herrschen. – Der Wechsel des Geschlechts (Sünde – er) ist nicht befriedigend zu erklären.
4 2 3 4 5 6 7
7 Dankbarkeit, ihr Wissen um die Abhängigkeit von Gott damit aus. Da wurde Kain sehr zornig: Nicht die Ursache für Gottes Ablehnung – möglicherweise hatte Kain nicht die Õ Erstlinge und damit das Beste seiner Ernte geopfert – steht im Mittelpunkt, sondern Kains Reaktion darauf, seine innere Abkehr von Gott, auch wenn äußerlich der Gottesdienst weiterläuft. Solchen veräußerlichten Gottesdienst lehnt Gott ab. Du aber sollst über sie herrschen: Gott fordert Kain auf, gegen die besitzergreifende Sünde anzugehen.
8 * Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel1. 9 10 11 12
Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihna. * Und der Herr sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abelb? Und er sagte: Ich weiß2 nicht. Bin ich meines Bruders Hüter?c * Und er sprach: Was hast du getan!d Horch! Das Blut3 deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden here. * Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen! * Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft gebenf; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erdeg! // Kain erschlug ihn: Der erste Mord offenbart die zerstörerische Kraft und Menschenfeindlichkeit der Sünde. Und der Õ Herr sprach zu Kain: Wie in Kap. 3 geht Gott auch hier dem Menschen nach, wieder steht der Mensch nicht zu seiner Tat. Das Blut Abels schreit zu Gott nach Vergeltung (vgl. 9,5 f). Das Blutvergießen eines Menschen, eines Ebenbildes Gottes, wiegt schwer und fordert Gottes Gericht heraus. Verflucht seist du: Diesmal trifft der Õ Fluch noch härter. Leben hat Kain genommen, die Lebensgrundlage wird ihm nun genommen: Der Ackerboden soll dir nicht länger seine Kraft geben.
13 * Da sagte Kain zu dem Herrn: Zu groß ist
meine Strafe4, als dass ich sie tragen könnte. 14 * Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: Jeder, der mich findet, wird mich erschlagenh. // Kain protestiert und wendet ein, unmöglich unter der Schuld und den Folgen seiner Tat leben zu können. Jeder, der mich findet: An wen hier konkret gedacht ist, wird nicht ausgesagt. Wird mich erschlagen: Kain fürchtet die Blutrache.
15 * Der Herr aber sprach zu ihm: Nicht so5, je-
der, der Kain erschlägt – siebenfach soll er gerächt werden! Und der Herr machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, 16 der ihn fände. * So ging Kain weg vom Ange1 SamPent, LXX, syr. und die alte lat. Üs. lesen hier noch: Lass uns aufs Feld gehen! 2 o. erkenne 3 w. Die Stimme des Blutes 4 o. Schuld 5 so mit LXX, Vulg., der syr. und anderen alten Üs.; Mas. T.: Darum
1. Mose 4 linke Spalte: a Mt 23,35; 1Jo 3,12; Jud 11 b Kap. 3,9 c Kap. 37,26 d 1Sam 13,11 e 2Chr 28,9; Hi 24,12; Ps 9,13; Lk 11,51; Hebr 12,24; Jak 5,4 f 3Mo 26,20; Ps 107,34 g Spr 28,17 h Hi 15,20–22 rechte Spalte: a Ps 49,12
sicht des Herrn und wohnte im Land Nod6, östlich von Eden. // Auf seinen Einwand hin verschafft Gott Kain einen Schutz. Siebenfach, d. h. vollständig will Gott sein Leben rächen. Gott markiert Kain mit einem Schutzzeichen. Mehr kann die Güte Gottes für den unbußfertigen Kain nicht tun. Worin das Zeichen besteht, wird nicht ausgeführt. Diese Geschichte erscheint wie ein Modell für das später von Gott eingesetzte System der Freistädte, in denen Totschläger vor der Blutrache Schutz fanden (vgl. 4Mo 35; 5Mo 19).
Nachkommenschaft Kains – Sets Geburt und Nachkomme * Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Henoch. Und er wurde der Erbauer einer Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henocha. * Dem Henoch aber wurde Irad geboren; und Irad zeugte Mehujaël, und Mehujaël zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech. * Lamech aber nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada und der Name der andern Zilla. * Und Ada gebar Jabal; dieser wurde der Vater derer, die in Zelten und unter Herden wohnen. * Und der Name seines Bruders war Jubal; dieser wurde der Vater all derer, die mit der Zither und der Flöte umgehen. * Und Zilla, auch sie gebar<, und zwar> den Tubal-Kain, den Vater all derer, die Kupfer und Eisen schmieden7. Und die Schwester TubalKains war Naama.
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18 19 20 21 22
// Mit der Stadt gewinnt Kain einen Schutzraum, in dem sich Leben entfalten kann. Im Umfeld der Stadt entwickelt sich nun kulturelles Leben: Musik, Handwerk und Landwirtschaft. * Und Lamech sprach zu seinen Frauen: 23 Ada und Zilla, hört meine Stimme! Frauen Lamechs, horcht auf meine Rede! Fürwahr, einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Knaben für meine Strieme. * Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so La- 24 mech siebenundsiebzigfach.
// Das Lied Lamechs, ein brutaler Rachegesang, lässt für die Zukunft des Menschengeschlechts nichts Gutes hoffen. In seinem Machtbewusstsein und Stolz kündigt Lamech maßlose Rache an und reißt den Vollzug der Vergeltung, den Gott sich vorbehalten hatte, an sich. In seinem Hochmut will er noch strenger Rache nehmen als Gott. Das mosaische Õ Gesetz über die Blutrache (2Mo 21,23 ff), das eine völlige Gleichwertigkeit von Tat und Ahndung (»Gleiches mit Gleichem«) festlegt, verbietet solche Auswüchse maßloser Selbstjustiz. Jesus Christus fordert demgegenüber auf, seinem Nächsten nicht nur siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal zu vergeben (Mt 18,22). * Und Adam erkannte noch einmal seine Frau, 25 und sie gebar einen Sohn und gab ihm den
6 d. h. Land der Heimatlosigkeit 7 so mit einer aram. Üs.; Mas. T.: den Hämmernden jedes Arbeiters in Kupfer und Eisen
1. Mose 4.5 Namen Set1a: Denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen2 gesetzt anstelle Abels, weil 26 Kain ihn erschlagen hat. * Und dem Set, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm den Namen Enosch3. Damals fing man an, den Namen des Herrn anzurufenb. // Die Schlussverse knüpfen an den Beginn des Kapitels an. Der Gedanke der Nachkommenschaft, des Samens, ist nach der Verheißung von Kap. 3,15 wichtig. An der Linie des ältesten Sohnes vorbei macht Gott seine Geschichte – das wiederholt sich mehrfach im ersten Mosebuch. Den Namen des Õ Herrn anrufen: Mit der von Set und Enosch angeführten Geschlechterfolge gewinnt die Menschheit die Möglichkeit zurück, Gott als den Herrn, als den Erlöser anzurufen.
Stammbaum von Adam bis Noah
Dies ist das Buch der Generationenfolge 5 Adams . An dem Tag, als Gott Adam schuf, V. 3–32: 1Chr 1,1–4; Lk 3,36–38 c
2 machte er ihn Gott ähnlich4d. * Als Mann und
Frau5 schuf er sied, und er segnete sie und gab ihnen den Namen Mensch6, an dem Tag, als sie 3 geschaffen wurden. – * Und Adam lebte 130 Jahre und zeugte <einen Sohn> ihm ähnlich7, nach seinem Bilde, und gab ihm den Namen Setf. // Die Einleitung zu Kap. 5 nimmt die vorangegangenen Erzählungen kurz auf. Geschlechterfolge (hebr. toledot, w. Erzeugungen, Õ Geschlechtsregister): Die Nennung einzelner Menschen und ihrer Lebenszeit zeigt den Wert des Einzelnen vor Gott. Die Linie des erwählten Set (4,25) wird bis zu Noah fortgeführt. So wie Adam seinen Namen von Gott empfangen hat, empfängt sein Sohn von ihm den Namen. So wie Adam Gottes Bild trägt, ist sein Sohn ihm ähnlich. Angedeutet wird also am Beginn des ersten Stammbaums: letztlich kommt alle Vaterschaft von Gott selbst (Eph 3,15).
4 * Und die Tage Adams, nachdem er Set ge-
zeugt hatte, betrugen 800 Jahre, und er zeugte
5 Söhne und Töchter. * Und alle Tage Adams,
die er lebte, betrugen 930 Jahre, dann starb
6 erg. – * Und Set lebte 105 Jahre und zeugte 7 Enoschf. * Und Set lebte, nachdem er Enosch
gezeugt hatte, 807 Jahre und zeugte Söhne
8 und Töchter. * Und alle Tage Sets betrugen 9 912 Jahre, dann starb er. – * Und Enosch lebte 10 90 Jahre und zeugte Kenan. * Und Enosch leb-
te, nachdem er Kenan gezeugt hatte, 815 Jahre
11 und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle
Tage von Enosch betrugen 905 Jahre, dann
12 starb er. – * Und Kenan lebte 70 Jahre und
1 hebr. schet; d. h. Ersatz 2 w. Samen 3 d. h. Mensch. – Das Wort steht häufig im Zusammenhang mit der Hinfälligkeit des Menschen. 4 w. nach dem Abbild Gottes, o. nach dem Aussehen Gottes 5 w. Männlich und weiblich 6 hebr. adam; d. h. <von der> Erde (adama = Erdboden) 7 w. nach seinem Abbild
8 linke Spalte: a Kap. 5,3.6; Lk 3,38 b Kap. 12,8 c Mt 1,1 d Kap. 1,27 e 1Kor 15,49 f Kap. 4,25.26 g Kap. 3,19 rechte Spalte: a Jud 14 b Kap. 6,9; Mal 2,6 c 2Kö 2,12; Hebr 11,5 d Kap. 3,17 e Kap. 6,10; 7,13; 9,18; 10,1
zeugte Mahalalel. * Und Kenan lebte, nachdem er Mahalalel gezeugt hatte, 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Kenans betrugen 910 Jahre, dann starb er. – * Und Mahalalel lebte 65 Jahre und zeugte Jered. * Und Mahalalel lebte, nachdem er Jered gezeugt hatte, 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Mahalalels betrugen 895 Jahre, dann starb er. – * Und Jered lebte 162 Jahre und zeugte Henoch8a. * Und Jered lebte, nachdem er Henoch gezeugt hatte, 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Jereds betrugen 962 Jahre, dann starb er. –
13 14 15 16 17 18 19 20
// Zehn Generationen werden vorgestellt, wobei die Aufzählung hervorhebt: Er zeugte Söhne und Töchter: Der Õ Segen von Kap. 1,28 verwirklicht sich, die Hoffnung auf den Einen (3,15) bleibt erhalten. Und er starb: Auch der »Lohn der Sünde« (Röm 3,23) stellt sich ein, jeder muss sterben. Und alle Tage betrugen …: Die hohen Altersangaben deuten auf anders geartete Lebensbedingungen in der Zeit vor der Flut und erklären das rasche Wachstum der Menschheit. * Und
Henoch lebte 65 Jahre und zeugte Metuschelach. * Und Henoch wandelte 9 mit Gott b, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Henochs betrugen 365 Jahre. * Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinwegc. –
21 22 23 24
// Henoch wandelte mit Gott: Zweimal wird Henoch, der siebte in der Geschlechterfolge, deutlich von den anderen abgehoben. Gott nahm ihn hinweg: Er lebte bleibend mit Gott, musste nicht sterben, sondern fehlte plötzlich in der Gemeinschaft der Menschen. * Und Metuschelach lebte 187 Jahre und zeugte 25 Lamech. * Und Metuschelach lebte, nachdem 26 er Lamech gezeugt hatte, 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Metusche- 27 lachs betrugen 969 Jahre, dann starb er. – * Und Lamech lebte 182 Jahre und zeugte einen 28 Sohn. * Und er gab ihm den Namen Noah, in- 29 dem er sagte: Dieser wird uns trösten über unserer Arbeit und über10 der Mühsal unserer Hände von dem Erdboden, den der Herr verflucht hatd. * Und Lamech lebte, nachdem er 30 Noah gezeugt hatte, 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. * Und alle Tage Lamechs be- 31 trugen 777 Jahre, dann starb er. – * Und Noah 32 war 500 Jahre alt; und Noah zeugte Sem, Ham und Jafete.
// Metuschelach: der älteste Mensch. Wenn die Geschlechterfolge (Õ Geschlechtsregister) ohne Unterbrechung zu rechnen ist, wäre er im Jahr der großen Flut gestorben (7,6). Noah bedeutet: »Der zur Ruhe 8 hebr. chanok; d. h. eingeweiht 9 o. ging beständig 10 LXX: Dieser wird uns Erquickung schaffen von unserer Arbeit und von
9 bringt« oder »Tröstung«. Seine Eltern empfanden die ganze Härte der Folgen des Abfalls von Gott, drückten aber mit der Namengebung auch ihre Hoffnung aus.
Die Riesen – Gottes Entschluss zur Vernichtung der Kreatur Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbo2 densa, und ihnen Töchter geboren wurden, * da sahen die Söhne Gottesb die Töchter der Menschen, dass sie gut warenc, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie 3 wollten1. * Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben2, da er ja auch Fleisch istd. Seine Tage sollen 120 Jahre betra4 gen. * In jenen Tagen waren die Riesene auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingenf und sie ihnen <Kinder> gebaren. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer.
6
// Dieser geheimnisvolle Abschnitt hat verschiedene Auslegungen erfahren. Kernfrage ist, wer mit den Söhnen Gottes gemeint ist. Manche sehen in ihnen Nachkommen Sets, der unter dem Õ Segen Gottes lebte. Dieser Text würde dann davon berichten, dass diese Männer aus der gottesfürchtigen Menschheitslinie Mischehen mit Frauen von den gottlosen Kainiten schließen und durch die wachsende Verderbtheit das Gericht Gottes heraufbeschworen wird. Andere Ausleger sehen in den »Söhnen Gottes« Könige, die sich willkürlich für ihren Harem Frauen nehmen. Õ Richter (Ps 82) und auch der davidische (Õ David) König (2Sam 7,14; Ps 2,7) konnten so z. B. im AT als »Söhne Gottes« bezeichnet werden. Möglich ist auch, dass mit dem Begriff »Söhne Gottes« auf die Gottesebenbildlichkeit hingewiesen und damit allgemein von Männern gesprochen wird. Die Männer der damaligen Zeit wären nach dieser Auslegungsvariante von unbeherrschter Leidenschaft gewesen und hätten in Auswüchsen von Polygamie Frauen als bloße Sexualobjekte angesehen und beherrscht. Eine weitere häufig vertretene Auslegungsvariante identifiziert die »Söhne Gottes« als (gefallene) Engel (Ps 29,1; Hi 1,6). Diese Geistwesen (Engel, Dämonen, Geister) hätten sexuelle Beziehungen mit irdischen Frauen gehabt, aus denen die Riesen hervorgegangen seien. Der Text berichtet nichts von Gewaltanwendung oder Ehebruch. Die Frauen sowie die Väter der Frauen sind offensichtlich mitschuldig an dem folgenden Gericht. Gott entzieht in seinem Gericht dem Menschen den Odem des Lebens. Dies ist die Todesursache des Menschen. Die Lebenszeit wird auf 120 Jahre begrenzt. Damit kann die individuelle Lebenszeit eines Menschen gemeint sein, wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich diese hier dann symbolisch zu verstehende Zahl auf die Lebenszeit der gesamten Menschheit bis zur Sintflut bezieht. In dieser Zeit vor der Sintflut (wie auch nach der Sintflut, vgl. 4Mo 3,33) lebten demnach Riesen, d. h. große Männer.
1 w. sich erwählten 2 so mit LXX; die Bedeutung des Wortes im Mas. T. ist nicht geklärt
1. Mose 5.6 linke Spalte: a Kap. 1,28 b Hi 1,6 c Kap. 12,11 d Ps 78,39; 90,10; Röm 7,14 e 4Mo 13,33; 5Mo 2,11 f Jud 6 rechte Spalte: a Kap. 8,21; Pred 9,3; Jer 17,9; Mt 7,11; 15,19; Röm 7,18 b 2Mo 32,14; 1Sam 15,11.35 c Jes 27,11; Zef 1,3 d Kap. 19,19; Apg 7,46 e Kap. 17,1; Hi 1,1 f Kap. 7,1 g Kap. 5,22 h Kap. 5,32 i Kap. 18,20.21; Ps 33,13.14 j Hi 22,15; Ps 14,2.3; Mt 24,37; Röm 3,12 k Am 8,2
* Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Taga. * Und es reute den Herrnb, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es bekümmerte ihn in sein Herz hinein. * Und der Herr sprach: Ich will den Menschen, den ich geschaffen habe, von der Fläche des Erdbodens auslöschen3, vom Menschen bis zum Vieh, bis zu den kriechenden Tieren und bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habec. * Noah aber fand Gunst in den Augen des Herrnd.
5 6 7
8
// Der Abschnitt 6,5-8 verbindet den Abschnitt 5,1 bis 6,4 mit der Sintflutgeschichte. Mit dem Hinweis auf das Sehen Gottes wird schon sein Eingreifen angekündigt. Er, der seine Schöpfung als sehr gut bezeichnet hatte (1,31), kann nun über die Krone der Schöpfung nur das völlige Gegenteil aussagen. Der Mensch ist in seinem Herzen böse und damit ganz böse. Die Menschheit soll ausgelöscht werden. Allerdings endet dieser Abschnitt mit einem Hoffnungsschimmer: Es gibt einen, der Gunst in den Augen Gottes gefunden hat. Die Welt geht ihrem gerechten Untergang zu, aber Gott deutet schon hier einen Neubeginn an.
Ankündigung der Sintflut – Bau der Arche * Dies ist die Generationenfolge4 Noahs: Noah war ein gerechter Manne, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen5f; Noah lebte6 mit Gottg. * Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafeth. * Die Erde aber war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat. * Und Gott sah die Erdei, und siehe, sie war verdorben; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben auf Erdenj.
9 10 11 12
// Es besteht ein scharfer Gegensatz zwischen der verdorbenen Menschheit, deren sozialer Zusammenhang durch Gewalttat (V. 13) aufgelöst wird, und der Familie des Noah, der wie Henoch mit Gott lebte und darum auch gerettet wird. * Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Flei- 13 sches ist vor mich gekommenk; denn die Erde ist durch sie erfüllt von Gewalttat; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.
// Ist vor mich gekommen: ist bei mir beschlossen. Gott verdirbt eine verdorbene Menschheit. Das Gericht richtet sich nach der Verfehlung. * Mache dir eine Arche aus Goferholz; mit Zel- 14 len7 sollst du die Arche machen und sie von innen und von außen mit Pech verpichen! * Und 15 so sollst du sie machen: Dreihundert Ellen <sei> die Länge der Arche, fünfzig Ellen ihre Breite und dreißig Ellen ihre Höhe. * Ein Dach8 sollst 16
3 4 5 6 7 8
o. wegwischen s. Anm. zu Kap. 5,1 w. Generationen o. ging beständig w. mit Nestern nach anderen: Eine Lichtöffnung
1. Mose 6.7 du der Arche machen, und zwar nach der Elle sollst du sie1 <von unten nach> oben fertigstellen; und die Tür der Arche sollst du in ihrer Seite anbringen; mit einem unteren, einem zweiten und dritten <Stockwerk> sollst du sie machen! // Die wenigen Angaben reichen nicht aus, um ein genaues Bild von der Schiffskonstruktion zu gewinnen. Es geht auch weniger um den Schiffsbau an sich als um den Gehorsam des Noah, der alles so tat, wie Gott es gebot (V. 22). Goferholz: Es ist nicht klar, welches Holz mit dieser Bezeichnung gemeint ist.
17 * Denn ich, siehe, ich bringe die Wasserflut
über die Erde, um alles Fleisch unter dem Himmel, in dem Lebensodem ist, zu vernichten; alles, was auf der Erde ist, soll umkommena. // Die Begrifflichkeit deutet auf eine universale Flut hin (vgl. auch 2Petr 3,6).
18 * Aber mit dir will ich meinen Bund aufrich-
tenb, und du sollst in die Arche gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen 19 deiner Söhne mit dirc. * Und von allem Lebendigen, von allem Fleisch, sollst du <je> zwei von allen in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu erhalten; ein Männliches und ein 20 Weibliches sollen sie sein! * Von den Vögeln nach ihrer Art und von dem Vieh nach seiner Art, von allen kriechenden Tieren des Erdbodens nach ihrer Art: <je> zwei von allen sollen zu dir hineingehen, um am Leben zu bleiben! 21 * Und du, nimm dir von aller Speise, die man isst, und sammle sie bei dir, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene!d // Dem Gericht steht der erste erwähnte Bund gegenüber. Gottes rettende Verbundenheit mit Noah umschließt auch dessen Familie und die Tierwelt.
22 * Und Noah tat es; nach allem, was Gott ihm
geboten hatte, so tat ere.
// So tat er: Dem Leser soll vor Augen geführt werden, dass Leben mit Gott ganz konkreten Gehorsam bedeutet. Das lässt Noah zum Vorbild werden (Hebr 11,7).
Noah und seine Familie gehen in die Arche Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir erfunden in dieser Genera2 tionf. * Von allem reinen Viehg sollst du je sieben zu dir nehmen, ein Männchen und sein Weibchen; und von dem Vieh, das nicht rein istg, <je> zwei, ein Männchen und sein Weib3 chen; * auch von den Vögeln des Himmels je sieben, ein Männliches und ein Weiblichesg: um Nachwuchs2 am Leben zu erhalten auf der 4 Fläche der ganzen Erde! * Denn noch sieben
7
1 d. h. die Arche 2 w. Samen
10 linke Spalte: a b c d e
Kap. 7,21–23 Kap. 9,9 Kap. 7,1.7 Kap. 1,29.30 Kap. 7,5.9; 2Mo 40,16; Hebr 11,7 f Kap. 6,9; Hes 14,14; Lk 1,6 g Kap. 8,20; 3Mo 11 rechte Spalte: a V. 16; Kap. 6,22 b Kap. 6,18; Mt 24,38; Hebr 11,7; 1Petr 3,20 c Kap. 8,2; Hi 38,37; Spr 8,28; Jes 24,18 d Kap. 5,32 e V. 5.9 f Hi 12,14; Mt 25,10
Tage, dann lasse ich auf die Erde regnen vierzig Tage und vierzig Nächte lang und lösche von der Fläche des Erdbodens alles Bestehende aus, das ich gemacht habe. – * Und Noah tat 5 nach allem, was der Herr ihm geboten hattea. // Noah war sicherlich nicht sündlos, aber er hat sich in seinem Leben ganz nach Gott gerichtet (V. 5) – und wird darum von Gott für gerecht erfunden. Solch ein Leben hat Außenwirkungen, darum bezeichnet 2Petr 2,5 Noah auch als »Prediger der Gerechtigkeit«. Die Unterscheidung von Õ reinen und nicht reinen Tieren wird später im Opferdienst Õ Israels wichtig und schon im Õ Opfer Noahs (8,20) angedeutet. * Und Noah war 600 Jahre alt, als die Flut kam, Wasser über die Erde. * Und Noah und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne gingen mit ihm vor dem Wasser der Flut in die Archeb. * Von dem reinen Vieh und von dem Vieh, das nicht rein ist, und von den Vögeln und von allem, was auf dem Erdboden kriecht, * kamen je zwei zu Noah in die Arche, ein Männliches und ein Weibliches, wie Gott dem Noah geboten hattea.
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// Die Aufmerksamkeit wird nicht auf praktische Fragen gelenkt, z. B. wie Noah die Tiere in die Arche brachte, sondern auf die Tatsache, dass alles kam, wie Gott geboten hatte.
Überschwemmung der Erde * Und es geschah nach sieben Tagen, da kam das Wasser der Flut über die Erde. * Im 600. Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen der großen Tiefe3 aufc, und die Fenster des Himmels öffneten sich. * Und der Regen fiel auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang. * An ebendiesem Tag gingen Noah und Sem und Ham und Jafet, die Söhne Noahsd, und die Frau Noahs und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche, * sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen, nach ihrer Art und alle Vögel nach ihrer Art, jeder Vogel jeglichen Gefieders. * Und sie gingen zu Noah in die Arche, je zwei und zwei von allem Fleisch, in dem Lebensodem war. * Und die, die hineingingen, waren4 <je> ein Männliches und ein Weibliches von allem Fleisch, wie Gott ihm geboten hattee. Und der Herr schloss hinter ihm zuf. // Fenster des Himmels: Hinter ihnen hatte Gott einen Teil der Wasser versammelt, die das Erdreich bedeckt hatten (1,6-8). Die mehrfachen Wiederholungen in der Flutgeschichte sind ein Stilmittel hebräischer Erzählkunst. Sie dienen der Vergewisserung und richten das Augenmerk auf das rettende Handeln Gottes inmitten des Gerichts. Der Õ Herr schloss zu: Die »Schlüsselgewalt« in Sachen Rettung und Gericht liegen nicht beim Menschen, sondern allein bei Gott. 3 o. Flut; dasselbe Wort wie Kap. 1,2 4 w. gingen hinein als
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1. Mose 7.8
17 * Und die Flut kam vierzig Tage lang über die 18 19 20 21
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Erdea. Und das Wasser wuchs und hob die Arche empor, so dass sie sich über die Erde erhob. * Und das Wasser schwoll an und wuchs gewaltig auf der Erde; und die Arche fuhr auf der Fläche des Wassers. * Und das Wasser schwoll sehr, sehr an auf der Erde, so dass alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurdenb. * Fünfzehn Ellen darüber hinaus schwoll das Wasser an; so wurden die Berge bedecktb. * Da kam alles Fleisch um, das sich auf der Erde regte, <alles> an Vögeln und an Vieh und an Tieren und an allem Gewimmel, das auf der Erde wimmelte, und alle Menschen; * alles starb, in dessen Nase ein Hauch von Lebensodem war, von allem, was auf dem trockenen Land <lebte>. * So löschte er alles Bestehende aus, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zu den kriechenden Tieren und bis zu den Vögeln des Himmels; und sie wurden von der Erde ausgelöschtc. Nur Noah blieb übrig und das, was mit ihm in der Arche ward. * Und das Wasser schwoll an auf der Erde 150 Tage lange. // Die Erde wird durch das Gericht wieder wie vor der Schöpfung: ohne Leben und mit Wasser bedeckt. Nur die Arche fuhr unbeschadet durch das Wasser. So schenkt Gott das Leben – ein Bild, das in 1Petr 3,21 im Hinblick auf die Taufe gebraucht wird.
Und Gott gedachte des Noah und aller Tiere 8 und alles Viehs, das mit ihm in der Arche war; Versiegen des Wassers
f
und Gott ließ einen Wind über die Erde fahren, da sank das Wasserg. // Gott gedachte: Dies ist ein Ausdruck für die heilsame Zuwendung Gottes. Er kümmert sich nach dem Gericht nun um die Zukunft von Mensch und Tier.
2 * Und es schlossen sich die Quellen der Tiefe
und die Fenster des Himmels, und der Regen vom Himmel her wurde zurückgehaltenh. 3 * Und das Wasser verlief sich von der Erde, allmählich zurückgehend; und das Wasser nahm 4 ab nach Verlauf von 150 Tageni. * Und im siebten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, ließ sich die Arche auf dem Gebirge Araratj 5 nieder. * Und das Wasser nahm immer weiter ab bis zum zehnten Monat; im zehnten <Monat>, am Ersten des Monats, wurden die Spitzen der Berge sichtbar. // Die Erneuerung der Schöpfung beginnt wie am Anfang (1Mo 1) damit, dass das Wasser das Land freigeben muss. Gebirge Ararat: eine Landschaft im heutigen Armenien.
6 * Und es geschah am Ende von vierzig Tagen,
da öffnete Noah das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und ließ den Raben hinaus; 7 * und der flog aus, hin und her, bis das Wasser 8 von der Erde vertrocknet war. * Und er ließ die Taube von sich hinaus, um zu sehen, ob das
linke Spalte: a Am 9,6 b Ps 104,6 c Mt 24,39; Lk 17,27; 2Petr 3,6 d Kap. 6,17; 8,18; 2Petr 2,5 e Kap. 8,3 f Kap. 19,29; Ps 115,12 g 2Mo 14,21; Hi 12,15; Jes 44,27; Jer 50,38; Sach 10,11 h Kap. 7,11 i Kap. 7,24 j 2Kö 19,37; Jer 51,27 rechte Spalte: a Kap. 7,6 b Kap. 1,22 c Kap. 7,23 d Kap. 9,10 e Kap. 12,7 f Kap. 7,2.3 g 3Mo 1,3
Wasser weniger geworden sei auf der Fläche des Erdbodens; * aber die Taube fand keinen Ruheplatz für ihren Fuß und kehrte zu ihm in die Arche zurück; denn <noch> war Wasser auf der Fläche der ganzen Erde; da streckte er seine Hand aus, nahm sie und holte sie zu sich in die Arche. * Und er wartete noch sieben weitere Tage, dann ließ er die Taube noch einmal aus der Arche; * und die Taube kam um die Abendzeit zu ihm <zurück>, und siehe, ein frisches Olivenblatt war in ihrem Schnabel. Da erkannte Noah, dass das Wasser auf der Erde weniger geworden war. * Und er wartete noch weitere sieben Tage und ließ die Taube hinaus; da kehrte sie nicht mehr wieder zu ihm zurück.
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// Noah kann seine Rettung nicht selbst beschleunigen, er muss warten (V. 10.12). Ein frisches Olivenblatt: Damit deutet sich die Neubepflanzung der Erde an, wieder parallel zur Schöpfungsgeschichte. * Und es geschah im 601. Jahr1a, im ersten <Mo- 13 nat>, am Ersten des Monats, da war das Wasser von der Erde weggetrocknet. Und Noah entfernte das Dach2 von der Arche und sah: und siehe, die Fläche des Erdbodens war trocken. * Im zweiten Monat, am 27. Tag des Monats, 14 war die Erde trocken.
// Das Zeichen des Gerichts ist weggetrocknet. Nach über einem Jahr ist die Zeit der Flut abgelaufen. Im Vertrauen deckt Noah schon das Dach der Arche ab.
Noahs Opfer – Gottes Verheißung * Und Gott redete zu Noah und sprach: * Geh aus der Arche heraus, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir! * Alle Tiere, die bei dir sind, von allem Fleisch, an Vögeln und an Vieh und an allen kriechenden Tieren, die auf der Erde kriechen, lass mit dir hinausgehen, dass sie wimmeln auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erdenb! * Da ging Noah hinaus, <er> und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihmc. * Alle Tiere, alle kriechenden Tiere und alle Vögel, alles was kriecht auf der Erde nach ihren Arten, gingen aus der Arched.
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// Gott redete: Erst ein deutliches Wort Gottes »befreit« Noah und die Tiere zum Leben auf der Erde. Dabei ist die Maßgabe für die Tiere geblieben (vgl. 1,22).
Noah baute dem Herrn einen Altare; 20 und er nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögelnf und opferte Brandopfer auf dem Altarg. * Und
// Die erste Tat Noahs nach der Rettung ist der Dank an Gott. Er opfert (Õ Opfer) auf dem Õ Altar das Wertvollste, was er besitzt, und er opfert es ganz. 1 LXX: im 601. Lebensjahr Noahs 2 w. die Decke
1. Mose 8.9 21 * Und der Herr roch den wohlgefälligen Ge-
ruch1a, und der Herr sprach in seinem Herzen: Nicht noch einmal will ich den Erdboden verfluchen wegen des Menschen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend anb; und nicht noch einmal will ich alles Lebendige schlagen, wie ich getan 22 habec. * Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nachtd. // Es ist ernüchternd: Das Gericht hat den Menschen in seinem Wesenskern nicht verändert. Er ist böse von seiner Jugend an. Nur weil Gott es so will, hat diese Erde mit ihrem Ablauf, ihren Zeiten und Gegensätzen eine Bestandsgarantie.
Gott segnete Noah und seine Söhne und 9 Und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt Gottes Bund mit Noah
2 euch und füllt die Erde!e * Und Furcht und
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Schrecken vor euch sei auf allen Tieren der Erde und auf allen Vögeln des Himmels! Mit allem, was sich auf dem Erdboden regt, mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure Hände gegebenf. * Alles, was sich regt2, was da lebt, soll euch zur Speise seing; wie das grüne Kraut gebe ich es euch alles. * Nur Fleisch mit seiner Seele3, seinem Blut, sollt ihr nicht essenh! * Jedoch euer eigenes Blut4 werde ich einfordern; von jedem Tiere5 werde ich es einfordern, und von der Hand des Menschen, von der Hand eines jeden, <nämlich> seines Bruders, werde ich die Seele6 des Menschen einforderni. * Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werdeni; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemachtj. * Ihr nun, seid fruchtbar, und vermehrt euch, wimmelt auf der Erde, und vermehrt euch auf ihr! // Zweimal gibt Gott seinen Schöpfungssegen (Õ Segen) für die Menschheit (V. 1.7). Wieder sorgt Gott auch für die Nahrung des Menschen. Ein grundsätzlich böser Mensch wird nicht in Harmonie über die Tierwelt herrschen können. Die Folge: Gott gestattet dem Menschen eine »Schreckensherrschaft«. Allerdings wird in diesem Zusammenhang die Achtung vor dem Leben des Tieres betont: Nur wirklich ausgeblutetes Fleisch darf gegessen werden. Das Blut als Zeichen des Lebens gehört im alttestamentlichen Zusammenhang nicht auf den Speiseplan, sondern in die wichtige gottesdienstliche Opferhandlung (Õ Opfer). Die Kostbarkeit und der Wert jedes menschlichen Lebens werden von Gott betont. Die Begründung liegt letztlich nicht im Menschen, sondern in seinem Ursprung als Bild Gottes.
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o. Geruch der Befriedigung o. der Beschwichtigung w. Alle kriechenden Tiere o. mit seinem Leben w. euer Blut für eure Seelen w. von der Hand jedes Tieres o. das Leben
12 linke Spalte: a 3Mo 1,9.13.17; 1Sam 26,19; Eph 5,2 b Kap. 6,5; Ps 58,4; Mk 7,22.23 c Kap. 9,11.15; Jes 54,9 d Jer 33,25 e Kap. 1,28 f Kap. 1,26 g Kap. 1,29; 1Tim 4,3.4 h 3Mo 3,17; 1Sam 14,33.34; Hes 33,25; Apg 15,20.29 i Kap. 42,22; 2Mo 21,12.28; 3Mo 24,17; 4Mo 35,16–21.31; 5Mo 19,11.12; 2Sam 4,11; 1Kö 2,6.9; 2Kö 11,1.16.20; 2Chr 33,24.25; Mt 26,52 j Kap. 1,27 rechte Spalte: a Kap. 6,18 b Kap. 8,19; Hos 2,20 c Kap. 8,21 d Hes 1,28 e Kap. 17,7.13.19; 2Sam 23,5; Hes 37,26 f Kap. 5,32 g Kap. 10,6.15 h Kap. 10,1.32; Apg 17,26 i Kap. 4,2 j Spr 20,1; Eph 5,18
* Und Gott sprach zu Noah und zu seinen Söhnen mit ihm: * Und ich, siehe, ich richte meinen Bund mit euch auf und mit euren Nachkommen nach eucha * und mit jedem lebenden Wesen, das7 bei euch ist, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren der Erde bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist, von allen Tieren der Erdeb. * Ich richte meinen Bund mit euch auf, dass nie mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll durch das Wasser der Flut, und nie mehr soll es eine Flut geben, die Erde zu vernichtenc.
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// Gott erklärt seine Verbundenheit mit allem Leben auf Erden. Mensch und Tier dürfen in der Gewissheit leben, dass es eine zweite Katastrophe dieser Art nicht geben wird. * Und
Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und jedem lebenden Wesen, das7 bei euch ist, auf ewige Generationen hin: * Meinen Bogen setze ich in die Wolkend, und er sei das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde. * Und es wird geschehen, wenn ich Wolken über die Erde aufwölke, und der Bogen in den Wolken erscheint, * dann werde ich an meinen Bund denken, der zwischen mir und euch und jedem lebenden Wesen8 unter allem Fleisch <besteht>; und nie mehr soll das Wasser zu einer Flut werden, alles Fleisch zu vernichtenc. * Wenn der Bogen in den Wolken steht, werde ich ihn ansehen, um an den ewigen Bund zu denkene zwischen Gott und jedem lebenden Wesen unter allem Fleisch, das auf Erden ist. * Und Gott sprach zu Noah: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch, das auf Erden ist.
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// Gott bindet sich an seine Schöpfung und setzt ein Zeichen für seine Gnade. Der Regenbogen entsteht im Zusammenspiel von Regen und Sonne, Bilder für Gericht und Gnade. Er erinnert daran: Wir Menschen überleben aufgrund dieses Bundes.
Noahs Fluch und Segen * Und die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem und Ham und Jafetf. Und Ham, das ist der Vater Kanaansg. * Diese drei sind die Söhne Noahs, und von ihnen ist die ganze Erde bevölkert worden9h. * Und Noah, ein Landmann, begann auch, Weinberge zu pflanzen10i. * Und er trank von dem Wein und wurde betrunken und lag entblößt im Innern seines Zeltesj. * Und Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters und berichtete es seinen beiden Brüdern draußen. * Da nahmen 7 8 9 10
o. jeder lebenden Seele, die o. jeder lebenden Seele w. hat sich die ganze Erde (Erdbevölkerung) zerstreut o. Noah, ein Landmann, war der Erste, der einen Weinberg pflanzte
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1. Mose 9.10
Sem und Jafet das Obergewand und legten es beide auf ihre Schultern und gingen <damit> rückwärts und bedeckten so die Blöße ihres Vaters; ihre Gesichter aber <hielten sie> so rückwärts <gewandt>, dass sie die Blöße ihres 24 Vaters nicht sahen. * Und Noah erwachte von seinem Wein<rausch> und erkannte, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte. // Die Nacktheit Noahs ist selbst verschuldet. Ham steht seinem Vater, der durch seine Entblößung in seinen Augen entehrt ist, nicht bei. Indem er seinen Vater in seinem Zustand unbarmherzig liegen lässt, entehrt und entwürdigt er ihn. Seine beiden Brüder verhalten sich dagegen ehrerbietig.
25 * Und er sprach: 26 27 28 29
Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern! * Und er sprach: Gepriesen1 sei der Herr, der Gott Sems; und Kanaan sei sein Knecht!a * Weiten Raum schaffe Gott dem Jafet2, und er wohne in den Zelten Sems; und Kanaan sei sein Knecht! * Und Noah lebte nach der Flut <noch> 350 Jahre; * und alle Tage Noahs betrugen 950 Jahre, dann starb er.
// Mit der Entwürdigung seines Vaters Noah hat Ham die Kontinuität des Õ Segens in seiner Familie unterbrochen und sich selbst aus dem Bereich des Segens ausgeschlossen. Noah kann nur Sem und Jafet segnen. Der Fluch trifft die von Ham ausgehende Generation. Es sind die eigenen Verwandten, unter denen Õ Kanaan als Knecht leben muss. Gott wird Jafet sich in weiten Gebieten ausbreiten lassen. Von den Jafetiten werden es später vor allem die Õ Griechen sein, die über ihr eigenes Gebiet hinaus im Gebiet Sems ihre Wohnstätten aufschlagen werden. Der Fluch ist nicht selbstwirkend und trifft nicht unausweichlich alle Generationen des Verfluchten zu allen Zeiten. Auch die Linie des Fluches kann von Gott unterbrochen werden. Eine Weltanschauung, die die Herrschaft einer hochwertigen Rasse über eine minderwertige Rasse beansprucht, lässt sich mit diesen Aussagen auf keinen Fall begründen.
Stammbaum der Söhne Noahs
dies ist die Generationenfolge der Söhne 10 Und Noahs: Sem, Ham und Jafet – ihnen wurden V. 1–5: 1Chr 1,4–7
3
b
Söhne geboren nach der Flutc. // Aus den Söhnen Noahs entstehen eine Vielzahl von Õ Nationen. Über die Hintergründe dieser Entwicklung klärt das folgende Kap. 11 auf. Insgesamt werden 70 Nationen genannt – eine Symbolzahl, die Vollständigkeit ausdrückt.
2 * Die Söhne Jafets: Gomer und Magog und d
Madai und Jawan und Tubal und Meschech
1 o. Gesegnet 2 Im Hebr. klingt das Wort für »weiten Raum schaffen« (jaft) an den Namen Jafet an. 3 o. Entstehung, Entstehungsgeschichte; vgl. Anm. zu Kap. 5,1
linke Spalte: a b c d
Jos 9,23; Ri 1,28 Kap. 5,32 Kap. 9,19 Hes 38,2
rechte Spalte: a Jes 66,19; Hes 27,13 b Jer 51,27 c Hes 27,14 d 4Mo 24,24; Jes 23,1.12; Hes 27,6; Dan 11,30 e V. 25.32; Kap. 9,19; 11,8.9; 5Mo 32,8; Jes 11,11 f Kap. 5,32 g Jer 46,9 h Kap. 9,18 i Hi 1,15 j Hes 27,22 k Hes 27,15.20 l Kap. 2,13 m Jes 10,9; Hes 27,23 n Kap. 11,2; Dan 1,2; Sach 5,11 o Jon 1,2; Nah 1,1 p 5Mo 2,23; Jer 47,4 q Hes 27,8 r Kap. 23,3; 1Sam 26,6 s Kap. 15,16 t Jos 9,7 u 2Chr 14,12 v 5Mo 2,23; Ri 6,4 w 1Sam 13,18
und Tirasa. * Und die Söhne Gomers: Aschken- 3 asb und Rifat und Togarmac. * Und die Söhne 4 Jawans: Elischa und Tarsis, die Kittäerd und die Rodaniter. * Von diesen verzweigten sich die 5 Inseln4 der Nationen. <Das sind die Söhne Jafets>5 in ihren Ländern, je nach ihrer Sprache, nach ihren Sippen, in ihren Nationene. // Von Jafets Nachkommen werden einige in der späteren biblischen Geschichte wieder erwähnt. Die Nachkommen werden unterschieden durch geografische (Länder), linguistische (Sprache) und ethnische (Sippen) Merkmale. V. 6–18: 1Chr 1,8–16
die Söhne Hamsf: Kuschg und Mizrajim und Put 6g und Kanaanh. * Und die Söhne Kuschs: Sebai und Hawila und Sabta und Ragmaj und Sabtecha. Und die Söhne Ragmas: Saba und Dedank. * Und Kuschl zeugte Nimrod; der war der erste Gewaltige auf der Erde. * Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn! * Und der Anfang seines Königreiches war Babel und Erech und Akkad und Kalnem im Land Schinarn. * Von diesem Land zog er aus nach Assur7 und baute Niniveo und Rehobot-Ir und Kelach * und Resen zwischen Ninive und Kelach: das ist die große Stadt. * Und
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// Aus den Nachkommen Hams wird Nimrod besonders hervorgehoben. Von ihm wird Õ Babel als die »Urstadt« des Menschen gegründet, von dort aus beginnt sich die Menschheitsgeschichte zu entfalten. Selbst Õ Assur wird mit dem Hamiten Nimrod und Babel in Verbindung gebracht (vgl. Mi 5,6). * Und
Mizrajim zeugte die Luditer und die Anamiter und die Lehabiter und die Naftuhiter * und die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister ausgegangen sind8, und die Kaftoriterp. – * Und Kanaan zeugte Sidonq, seinen Erstgeborenen, und Hetr * und den Jebusiter und den Amoriters und den Girgaschiter * und den Hewitert und den Arkiter und den Siniter * und den Arwaditerq und den Zemariter und den Hamatiter. Später haben sich die Sippen der Kanaaniter zerstreut. * Und das Gebiet der Kanaaniter erstreckte sich von Sidon nach Geraru hin9, bis nach Gazav, nach Sodom und Gomorra und Adma und Zebojimw hin10, bis nach Lescha. – * Das sind die Söhne Hams
4 Das hebr. Wort bezeichnet überall im AT die Inseln und Küstengebiete des Mittelmeeres von Kleinasien bis Spanien. 5 Dieser Satz hat wohl ursprünglich im Mas. T. gestanden; vgl. V. 20.31. 6 Äthiopien und Ägypten und Mauretanien 7 o. Von diesem Land zog Assur aus 8 Nach anderen gehört dieser Satz hinter »und die Kaftoriter«; vgl. Am 9,7. 9 w. bis man nach Gerar kommt 10 w. bis man nach Sodom und . . . Zebojim kommt
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1. Mose 10.11 nach ihren Sippen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern, in ihren Nationen.
14
21 * Und dem Sema, dem Vater aller Söhne Ebers,
linke Spalte: a Kap. 5,32 b Jes 21,2 c Hi 1,1 d V. 5 e Hes 27,23 f 1Kö 9,28 g Kap. 10,10; Dan 1,2; Sach 5,11 h Kap. 14,10
22 <Söhne> geboren. * Die Söhne Sems: Elamb und
rechte Spalte:
// Die nun aufgelisteten Völker und ihre Siedlungsgebiete werden zum Hauptschauplatz der nachfolgenden Erzählungen (12,6). V. 21–25: Kap. 11,10–16; V. 21–29: 1Chr 1,17–23
dem älteren Bruder Jafets, auch ihm wurden
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Assur und Arpachschad und Lud und Aram. * Und die Söhne Arams: Uzc und Hul und Geter und Masch. * Und Arpachschad zeugte Schelach, und Schelach zeugte Eber. * Und dem Eber wurden zwei Söhne geboren: Der Name des einen war Peleg1, denn in seinen Tagen wurde das Land geteilt2d; und der Name seines Bruders war Joktan. * Und Joktan zeugte Almodad und Schelef und Hazarmawet und Jerach * und Hadoram und Usal und Dikla * und Obal und Abimaël und Sabae * und Ofirf und Hawila und Jobab; diese alle waren Söhne Joktans. * Und ihre Wohnsitze sind von Mescha bis nach Sefar hin3, <bis an> das Gebirge des Ostens. – * Das sind die Söhne Sems nach ihren Sippen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern, nach ihren Nationen. // Sem ist der Vater aller Õ Hebräer. Eber steht für die Gesamtheit aller semitischen Völker, zu der später auch das Volk Õ Israel gehören wird. Denn in seinen Tagen wurde das Land geteilt: Diese Andeutung wird in Kap. 11 dann erläutert. Mit der Verwirrung der Sprache verteilt sich die Menschheit auf Erden.
32 * Das sind die Sippen der Söhne Noahs nach
ihrer Generationenfolge4, in ihren Nationen; und von diesen aus haben sich nach der Flut die Nationen auf der Erde verzweigtd. // Der abschließende Satz nimmt die in der Völkertafel enthaltenen Zusammenfassungen auf. Alle Völker sind miteinander verwandt und besitzen die gleiche Würde und Bestimmung. Die Verzweigung in verschiedene Völker ist von Gott gewollt (vgl. Apg 17,26)
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Der Turmbau zu Babel Und die ganze Erde hatte ein und dieselbe 2 Sprache5 und ein und dieselben Wörter. * Und es geschah, als sie von Osten aufbrachen6, da fanden sie eine Ebene im Land Schinarg und 3 ließen sich dort nieder. * Und sie sagten einer zum anderen: Auf, lasst uns Ziegel streichen und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und der Asphalth diente ihnen als 4 Mörtel. * Und sie sprachen: Auf, wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den Himmel! So wollen wir uns 1 2 3 4
d. h. Teilung, Spaltung o. verteilte sich die <Bevölkerung der> Erde w. bis man nach Sefar kommt o. Entstehung, Entstehungsgeschichte; vgl. Anm. zu Kap. 5,1 5 w. eine Lippe 6 o. im Osten umherzogen; o. in der Urzeit umherzogen
a b c d
Dan 4,27 Kap. 18,21 Kap. 1,26 Kap. 10,5.25.32; Apg 2,6 e Ps 33,10
einen Namen machena, damit wir uns nicht über die ganze Fläche der Erde zerstreuen! // Die durch eine gemeinsame Sprache vereinte Menschheit plant, sich einen Namen zu machen, d. h. sich eine eigene, von Gott gelöste Identität zu geben. Symbol dieser neuen Identität ist ein Bauwerk, dessen Größe – bis an den Himmel – die Macht des Menschen aufzeigt. Die Zerstreuung über die Erde soll vermieden werden. Die Menschheit weigert sich, ihrem Auftrag nachzukommen und die ganze Erde zu bewohnen (1,28 und 9,1). * Und der Herr fuhr herab, um die Stadt und 5 den Turm anzusehen, die die Menschenkinder bautenb. * Und der Herr sprach: Siehe, ein 6 Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle, und dies ist <erst> der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie zu tun ersinnen. * Auf, lasst unsc herabfahren und 7 dort ihre Sprache verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht <mehr> verstehen!
// Selbst durch den höchsten Turm ist Gott noch lange nicht erreicht: Er fährt herab. Doch die Möglichkeiten einer völlig selbstzentrierten Menschheit sind groß – gefährlich groß für sie selbst. Darum greift Gott ein. * Und der Herr zerstreute sie von dort über 8 die ganze Erded; und sie hörten auf, die Stadt zu bauene. * Darum gab man ihr den Namen 9 Babel; denn dort verwirrte der Herr die Sprache der ganzen Erde, und von dort zerstreute sie der Herr über die ganze Erded.
// Alle Ziele der Menschen werden durch das »gnädige Gericht« umgekehrt: Sie werden doch zerstreut, sie beenden die Identitätssuche mit dem Stadtnamen: Õ Babel (Verwirrung). Das Sehnen des Menschen nach solch einer Welteinheit ist jedoch geblieben.
Stammbaum von Sem bis Abram V. 10–16: Kap. 10,21–25; V. 10–26: 1Chr 1,17–27; Lk 3,34–36
ist die Generationenfolge4 Sems: Sem war 100 Jahre alt und zeugte Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. * Und Sem lebte, nachdem er Arpachschad gezeugt hatte, 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Arpachschad lebte 35 Jahre und zeugte Schelach. * Und Arpachschad lebte, nachdem er Schelach gezeugt hatte, 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Schelach lebte 30 Jahre und zeugte Eber. * Und Schelach lebte, nachdem er Eber gezeugt hatte, 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Eber lebte 34 Jahre und zeugte Peleg. * Und Eber lebte, nachdem er Peleg gezeugt hatte, 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Peleg lebte 30 Jahre und zeugte Regu. * Und Peleg lebte, nachdem er Regu gezeugt hatte, 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Regu lebte 32 Jahre und zeugte Serug. * Und Regu lebte, nachdem er Serug gezeugt hatte, 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Serug lebte 30 Jahre und zeugte Nahor. * Und Serug lebte, nachdem er Nahor gezeugt hatte, 200 Jahre * Das
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15 24 und zeugte Söhne und Töchter. – * Und Nahor 25 lebte 29 Jahre und zeugte Terach. * Und Nahor
lebte, nachdem er Terach gezeugt hatte, 119
26 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. – * Und
Terach lebte 70 Jahre und zeugte Abram, Nahor und Harana. // Das Gericht von Õ Babel beendet nicht die Geschichte Gottes mit den Menschen. Gott hält an seiner Heilsabsicht fest: Zielgerichtet läuft diese Geschlechterfolge (Õ Geschlechtsregister) in zehn Generationen von Sem zu Abram. Während die eine Linie Sems (10) in das Völkermeer führt, wird die Linie über Abram in den Völkersegen (Õ Segen; vgl. 12) führen. Im Völkermeer geht die Verheißung auf den Nachkommen (3,15) nicht unter, sondern Völkerwelt und Heilsabsicht Gottes werden von nun an verbunden.
27 * Und das ist die Generationenfolge Terachs:
Terach zeugte Abram, Nahor und Harana;
28 und Haran zeugte Lotb. * Haran aber starb zu 29
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Lebzeiten1 seines Vaters Terach im Land seiner Verwandtschaft, in Ur<, der Stadt> der Chaldäerc. * Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen; der Name von Abrams Frau war Sarai, und der Name von Nahors Frau war Milkad, <die> Tochter Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der Jiska. * Sarai aber war unfruchtbar, sie hatte kein Kinde. * Und Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn Harans, seines Sohnes Sohnb, und Sarai, seine Schwiegertochter, die Frau seines Sohnes Abram; und sie zogen miteinander2 aus Ur<, der Stadt> der Chaldäer, um in das Land Kanaan zu gehenf; und sie kamen nach Haran und wohnten dortg. * Und die Tage Terachs betrugen 205 Jahre, und Terach starb in Haranh. // Abram gehört ursprünglich in die Welt der Õ Nationen. Der Tod Harans wird erwähnt, da es ungewöhnlich ist, dass ein Vater seinen Sohn überlebt. Lot wird nach dem Tod seines Vaters Repräsentant seiner Familie. Die Namen Sarai und Milka entstammen dem mesopotamischen Mondkult. Sarai ist möglicherweise identisch mit Jiska; Abram hätte also eine Halbschwester geheiratet (vgl. 20,12). Die betonte Feststellung der Unfruchtbarkeit Sarais kündigt ein Problem der Folgezeit an: Die Geschlechterfolge (Õ Geschlechtsregister) droht abzureißen. Ein Grund für den Auszug Terachs und seiner Familie wird nicht gegeben.
12
Abrams Berufung und Auszug nach Kanaan Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vatersi in das Land, das ich dir zeigen werde!j // Nach Apg 7,2 erging der Befehl zum Auszug an Abram schon in Ur, »ehe er in Haran wohnte«. Woher Abram wusste, dass er es mit dem lebendigen Gott zu tun hat, wird uns nicht beschrieben. Am Beginn des 1 w. angesichts 2 w. mit ihnen. – SamPent, LXX und Vulg. lesen: und führte sie hinweg
1. Mose 11.12 linke Spalte: a b c d
Jos 24,2 Kap. 12,5; 14,12 Kap. 15,7 Kap. 22,20–23; 24,15 e Kap. 16,1.2; 25,21; 29,31; Ri 13,2; 1Sam 1,5; Lk 1,7 f Kap. 15,7; Neh 9,7; Apg 7,2.3 g Kap. 27,43; 28,10; 29,4 h 2Kö 19,12; Jes 37,12; Apg 7,4 i Kap. 24,7 j Kap. 15,7; Jos 24,3; Apg 7,3 rechte Spalte: a Kap. 17,4–6.20; 46,3; 2Mo 32,10; Jes 51,2 b Kap. 24,35; 2Sam 7,9 c Sach 8,13 d Kap. 27,29; 2Mo 23,22; 4Mo 24,9 e Kap. 18,18; 22,18; 26,4; 28,14; Gal 3,8 f Hebr 11,8 g Kap. 11,27.31; 13,5 h Apg 7,4 i Kap. 33,18; Hos 6,9 j 5Mo 11,30 k Kap. 13,7; 34,30 l Kap. 17,1; 18,1 m Kap. 13,15; 15,18; 17,8; 24,7; 26,3; 28,4.13; 35,12; 50,24; 2Mo 6,4; 4Mo 26,53; Jos 1,6; Jer 3,18 n Kap. 8,20; 13,4.18; 26,25; 33,20; 35,7; 2Mo 17,15; Jos 8,30; 22,10; Ri 6,24 o Kap. 28,19
Lebens mit Gott wird Abram deutlich: Gott folgen heißt, alte Bindungen und Fundamente hinter sich zu lassen und unterwegs zu sein. Erkennbar wird auch: Dieser Gott ist im Gegensatz zu all den anderen Göttern seiner Zeit nicht auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt. * Und ich will dich zu einer großen Nation ma- 2 chena, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machenb, und du sollst ein Segen seinc! * Und ich will segnen, die dich 3 segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchend; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter3 der Erde!e
// Das Ziel Gottes ist klar: Alle Geschlechter der Erde sollen gesegnet werden. Õ Segen meint die erfahrbare, heilsame Zuwendung Gottes. So klein der Anfang dieser Segensgeschichte Gottes ist, so universal ist der Horizont seiner Heilsabsicht: Alle Geschlechter sollen davon erreicht werden. Der Weg dahin ist gekennzeichnet vom Wirken Gottes an Abram. Neben dem großen Volk soll ihm auch ein großer Name, d. h. eine feste Identität gegeben werden. Als »Vater des Glaubens« hat er diese Identität bleibend bekommen. Die nachfolgenden Geschichten belegen, dass Gott sein Versprechen einlöst: Wer sich Abram mit bösen Absichten entgegenstellt, ihm flucht (Õ Fluch), der erfährt Gottes Gerichtshandeln. Wer sich aber Abram helfend zuwendet, ihn segnet, der bekommt die heilsame Zuwendung Gottes zu spüren.
Abram ging hin, wie der Herr zu ihm 4 geredet hattef, und Lot ging mit ihmg. Abram aber war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog. * Und
// Und Abram ging hin: Ohne von den inneren Gedanken Abrams, z. B. Freude, Zweifel oder Angst zu berichten, wird hier nur der vollzogene Gehorsam herausgestellt. Das ist entscheidend. Gegründet ist der Gehorsam nicht auf das Gefühl, sondern auf das Wort Gottes: wie der Herr zu ihm geredet hatte. * Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, 5 den Sohn seines Brudersg, und all ihre Habe, die sie erworben, und die Leute4, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaanh.
// So persönlich die Herausforderung Gottes für Abram war, so sehr beeinflusst sie das Leben seiner Großfamilie. Glaubensgehorsam des einzelnen betrifft oft sein Umfeld mit. Leute, die er in Haran gewonnen hat: Hier ist an seine Hirten zu denken. Die Zahl war nicht klein. Allein Kap. 14,14 nennt 318 Männer. * Und Abram durchzog das Land bis zur Stätte 6 von Sichemi, bis zur Terebinthe More5j. Damals waren die Kanaaniter im Landk. * Und der 7 Herr erschienl dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land gebenm. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altarn. * Und er brach von 8 dort auf zu dem Gebirge östlich von Bethelo
3 o. sollen sich Segen wünschen alle Sippen 4 w. Seelen 5 d. h. Orakelterebinthe
1. Mose 12.13 und schlug sein Zelt auf, Bethel im Westen und Aia im Osten; und er baute dort dem Herrn einen Altarb und rief den Namen des 9 Herrn anc. * Dann brach Abram auf und zog immer weiter nach Süden1d. // Damals waren die Õ Kanaaniter im Land: Das Land war also nicht unbesiedeltes Niemandsland. Abram war nicht Pionier, sondern Eindringling. Die Kanaaniter waren allerdings schon von ihrem Stammvater her historisch belastet (9,25-27). Abram zieht im Land umher und erfährt die Realität Gottes: Der Õ Herr erschien dem Abram. Wieder bleiben die Einzelheiten verborgen. Wesentlich ist die bleibende Verheißung. Abram richtet sichtbare Zeichen seines Gottvertrauens auf: Er baute dem Herrn einen Õ Altar. Dabei geht es nicht um vage religiöse Gefühle, sondern um das konkrete, persönliche Gespräch mit Gott: Er rief den Namen des Herrn an.
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Abram in Ägypten * Es entstand aber eine Hungersnot im Lande; da zog Abram nach Ägypten hinab, um dort als Fremder zu leben, denn die Hungersnot lag schwer auf dem Land. * Und es geschah, als er nahe daran war, nach Ägypten hineinzukommen, sagte er zu seiner Frau Sarai: Siehe doch, ich weiß2, dass du eine Frau von schönem Aussehen bistf; * und es wird geschehen, wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: Sie ist seine Frau. Dann werden sie mich erschlagen und dich leben lasseng. * Sage doch, du seist meine Schwesterh, damit es mir gut geht um deinetwillen und meine Seele deinetwegen am Leben bleibt! // Von nun an ergeben sich für Abram immer wieder schwierige Situationen, in denen er durch seine Entscheidungen die Verheißung Gottes gefährdet. So zieht er in der Hungersnot hinab nach Õ Ägypten und verlässt damit das verheißene Land. Um sein Leben zu retten, ist er bereit, sich von Sarai zu trennen und sie dem Õ Pharao für dessen Harem zu überlassen.
14 * Und es geschah, als Abram nach Ägypten
kam, da sahen die Ägypter, dass die Frau sehr
15 schön war. * Und die Hofbeamten3 des Pharao
sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao; und die Frau wurde in das Haus des Pharao 16 geholth. * Und er tat Abram ihretwegen Gutes; und er bekam Schafe und Rinder und Esel, Knechte und Mägdei, Eselinnen und Kamelej.
// Menschlich gesehen geht der Plan Abrams auf. Er selbst wird dabei sogar noch zum Gewinner: Er bekam Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde … alles Zeichen des Wohlstandes, Statussymbole.
17 * Der Herr aber schlug den Pharao und sein
Haus mit großen Plagen um Sarais willen, der Frau Abramsk.
16 linke Spalte: a Jos 7,2 b Kap. 8,20; 13,4.18; 26,25; 33,20; 35,7; 2Mo 17,15; Jos 8,30; 22,10; Ri 6,24 c Kap. 4,26; 13,4; 21,33 d Kap. 13,1; 20,1; 24,62 e Kap. 26,1; 41,57; 42,5; 43,1; Rt 1,1 f Kap. 24,16; 26,7; 29,17; 1Sam 25,3; 2Sam 11,2; 1Kö 1,4 g Kap. 20,11; Spr 29,25 h Kap. 20,2; 26,7 i Kap. 16,1 j Kap. 20,14 k Kap. 20,17; Ps 105,14 rechte Spalte: a Kap. 3,13; 20,9; 26,10; 29,25; Ri 2,2; 2Sam 3,24 b Kap. 12,9 c Kap. 24,1.35; 26,13.14; 30,43 d Kap. 12,7.8 e Kap. 12,4 f Kap. 36,7 g Kap. 12,6
// Ungebeten greift Gott ein. Auch Halbwahrheiten – Sarai war in der Tat Abrams Halbschwester (20,12) – lösen für ihn die Ehe nicht auf. Er schlug den Õ Pharao mit großen Plagen: Dem mächtigsten Mann Õ Ägyptens begegnet eine ihm unbekannte größere Macht um Sarais willen. Deutlich wird betont, dass Gott den Trick Abrams nicht akzeptiert. Er stellt sich zu dieser Ehe – und damit zu der abgeschobenen Frau. Gott schützt damit auch und vor allem seine in Kap. 12,2.3b gegebene Verheißung. Die Stammmutter Õ Israels, die den Erben der Verheißung gebären sollte, wird von Gott selbst bewahrt. * Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte: 18 Was hast du mir da angetana! Warum hast du mir nicht mitgeteilt, dass sie deine Frau ist? * Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwes- 19 ter, so dass ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da ist deine Frau, nimm sie und geh! * Und der Pharao entbot seinetwegen 20 Männer, die geleiteten ihn und seine Frau und alles, was er hatte.
// Die Reaktion des Õ Pharao verdeutlicht: Er achtet die Ehe. Abrams Befürchtung war nicht gerechtfertigt. Der Pharao entlarvt ihn als Lügner – und Abram bleibt jede Antwort schuldig. Deine Frau: Dreimal betonen diese Verse die Zugehörigkeit Sarais zu Abram. Zudem sorgt der Pharao noch dafür, dass Abram sich wieder zurück in das Land der Verheißung begibt.
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Abrams Trennung von Lot Und Abram zog aus Ägypten herauf, er und seine Frau und alles, was er hatte, und Lot mit ihm, nach dem Süden1b. * Und Abram war sehr 2 reich an Vieh, an Silber und an Goldc. * Und er 3 ging auf seinen Tagemärschen4 vom Süden5 bis nach Bethel, bis zu der Stätte, wo im Anfang sein Zelt gewesen war, zwischen Bethel und Ai, * zu der Stätte des Altars, den er vorher dort 4 gemacht hatted. Und Abram rief dort den Namen des Herrn and. // Abram kommt zurück in das Land der Verheißung, sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Wie später das Gottesvolk (2Mo 12,36), zieht er von den Ägyptern (Õ Ägypten) reich gemacht aus. Er versucht wieder an die geistlichen Erfahrungen der Vergangenheit anzuknüpfen und geht zu der Stätte des Õ Altars, den er vorher dort gemacht hatte. Dort kommt es wieder zum Gespräch mit Gott, denn er rief dort den Namen des Õ Herrn an.
auch Lot, der mit Abram zoge, hatte 5 Schafe und Rinder und Zelte. * Und das Land 6 ertrug es nicht, dass sie zusammen wohnten; denn ihre Habe war groß, und sie konnten nicht zusammen wohnenf. * So gab es Streit 7 zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Und die Kanaaniter und die Perisiter wohnten damals im Landg. * Und
// Der in Õ Ägypten erworbene Reichtum wird nun zum Problem, das sich zwischen Abram und Lot stellt: 1 o. in das Südland. – Das hebr. Wort negev bezeichnet auch die Südgegend Palästinas. 2 o. erkenne 3 w. die Obersten
4 w. Aufbrüchen <des Lagers> 5 o. Südland. – Das hebr. Wort negev bezeichnet auch die Südgegend Palästinas.
17 Das Land ertrug es nicht, dass sie zusammen wohnten; denn ihre Habe war groß. Nicht das Land als Gabe Gottes war das Problem, sondern die zu große Habe. Reichtum kann zum nicht erträglichen Ballast werden, der ein auftragsorientiertes Leben behindert und außerdem noch Unfrieden bringt: So gab es Streit zwischen den Hirten. Unter bescheideneren Verhältnissen wäre der Verdrängungsdruck nicht so hoch gewesen. Denn immer noch gilt die Erklärung wie in Kap. 12,6: Die Õ Kanaaniter und Perisiter wohnten damals im Land.
8 * Da sprach Abram zu Lot: Lass doch keinen
Streit sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind 9 doch Brüder!a * Ist nicht das ganze Land vor dirb? Trenne dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links. // Das Angebot Abrams ist Zeichen von Großzügigkeit und Friedfertigkeit. Es darf keinen Krieg zwischen Verwandten geben, besser ist alle Mal eine friedliche Trennung. Abram ist derjenige, der das ganze Land durch Gottes Verheißung zugesprochen bekommen hat. Er kann daher darüber verfügen und Lot die Wahl lassen.
10 * Da erhob Lot seine Augen und sah die ganze
Ebene1 des Jordan, dass sie ganz bewässert war – bevor der Herr Sodom und Gomorra zerstört hattec – wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. 11 * Da wählte sich Lot die ganze Ebene des Jordan, und Lot brach auf nach Osten; so trenn12 ten sie sich voneinander. * Abram wohnte im Land Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Ebene <des Jordan> und schlug <seine> 13 Zelte auf bis nach Sodomd. * Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündig vor dem Herrne.
// Vor die Wahl gestellt, sieht Lot klar die äußeren Qualitäten und Vorteile: Das Jordantal wirkte wie die ursprüngliche Schöpfung Gottes (1 und 2) und wie das reiche Ägypten. Entscheidend war die vorzügliche Bewässerung. Es erscheint nur natürlich, wie Lot sich entscheidet. Die Trennung wird vollzogen. Lot zieht in die Nähe Sodoms. Dort wird deutlich, dass die herrliche Landschaft eben kein Paradies mehr ist, denn es wohnen Menschen dort – sehr böse und sündig vor dem Herrn. Das Gerichtshandeln Gottes (Kap. 18 und 19) über den sprichwörtlich gewordenen Zuständen von Õ Sodom und Gomorra zieht dann auch die Natur in Mitleidenschaft. Außerdem wird Lot dabei seinen gesamten Besitz, der der Anlass zur Trennung war, verlieren.
14 * Und der Herr sprach zu Abram, nachdem
Lot sich von ihm getrennt hatte: Erheb doch deine Augen, und schaue von dem Ort, wo du bist, nach Norden und nach Süden, nach Osten 15 und nach Westen! * Denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deinen Nachkommen für ewigf. 1 w. die Umgebung, o. den Umkreis
1. Mose 13.14 linke Spalte: a Kap. 14,14 b Kap. 20,15 c Kap. 19,24.25; Ps 107,34 d Kap. 14,12; 19,1; Offb 11,8 e Kap. 18,20; 19,13; 1Sam 2,17; Jer 23,14; 2Petr 2,7.8 f Kap. 12,7 rechte Spalte: a Kap. 17,2.6; 22,17; 28,14; 4Mo 23,10; 2Chr 1,9; Hi 5,25 b Kap. 12,7 c Hebr 11,9 d Kap. 14,13; 18,1; 23,2; 35,27; 4Mo 13,22; Jos 15,13 e Kap. 12,7.8 f Kap. 15,20; 5Mo 3,11 g 5Mo 2,10.20 h Jer 48,1 i Kap. 36,20
// Gott sichert Abram erneut die Besitznahme des ganzen Landes Õ Kanaan zu und erweitert seine Verheißung mit dem Zusatz für ewig. Lot hatte sich genommen, was er wollte, Abram nimmt, was Gott ihm gibt. * Und ich will deine Nachkommen machen wie 16 den Staub der Erde, so dass, wenn jemand den Staub der Erde zählen kann, auch deine Nachkommen gezählt werdena.
// Auch die Verheißung der nicht zu zählenden Nachkommen nimmt Gott noch einmal auf – und erinnert damit an Abrams Zusammengehörigkeit mit Sarai.
dich auf, und durchwandere das Land 17 seiner Länge nach und seiner Breite nach! Denn dir will ich es gebenb. * Und Abram 18 schlug <seine> Zelte auf2c und ging hin und ließ sich nieder unter den Terebinthen von Mamre, die bei Hebrond sind; und er baute dort dem Herrn einen Altare. * Mache
// Gott unterstreicht seine Verheißung mit einer praktischen Aufgabe. Vermutlich war dies eine symbolische, gesetzmäßige Handlung, durch die man Grundbesitz einnahm. Inwieweit Abram dies umgesetzt hat, wird nicht ganz deutlich. Er hat jedenfalls das Reden Gottes verstanden und antwortet mit dem Bau eines Õ Altars.
14
Abrams Einsatz zur Rettung Lots Und es geschah in den Tagen Amrafels, des Königs von Schinar, Arjochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs von Gojim3, * dass sie 2 Krieg führten mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birscha, dem König von Gomorra, Schinab, dem König von Adma, und Schemeber, dem König von Zebojim, und mit dem König von Bela, das ist Zoar. * Alle diese ver- 3 bündeten sich <und kamen> in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. // Das menschliche Miteinander ist nicht nur in den persönlichen Beziehungen belastet, sondern auch in der großen Politik. Seit der Frühzeit der Geschichte begleiten die Menschheit die Schrecken und das Grauen des Krieges. Die genannten Orte sind einigermaßen zuverlässig zuzuordnen: Schinar z. B. wird in Kap. 10,10 und 11,2.9 mit Õ Babel in Verbindung gebracht. Der Text versucht, die dem Leser unbekannten Orte mit später dann bekannten Orten in Verbindung zu bringen. Die Könige und ihre Zeit sind durch außerbiblische Quellen noch nicht eindeutig zu bestimmen. * Zwölf
Jahre hatten sie Kedor-Laomer gedient, im dreizehnten Jahr aber empörten sie sich. * Und im vierzehnten Jahr kamen Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm waren, und schlugen die Refaïterf bei Aschterot-Karnajim und die Susiterg bei Ham und die Emiterg in der Ebene von Kirjatajimh * und die Horiteri auf ihrem Gebirge Seïr bis El-Paran, das an der Wüste liegt. * Dann wandten sie sich und ka2 o. erhielt Weiderechte 3 o. der Nationen
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1. Mose 14 men nach En-Mischpat, das ist Kadescha; und sie schlugen das ganze Gebiet der Amalekiterb und auch die Amoriter, die zu Hazezon-Tamarc wohnten1. // Hier werden die politischen Hintergründe berichtet, die durch die Menschheitsgeschichte gleich bleiben: Unterjochung und der Wunsch nach Freiheit und eigener Macht, Rache, Machtstreben und wirtschaftliche Gesichtspunkte führen zum Gegenschlag. Eine ganze Region mit mehreren Völkern wird in die kriegerischen Auseinandersetzungen hineingezogen.
8 * Und es zogen aus der König von Sodom und
der König von Gomorra und der König von Adma und der König von Zebojim und der König von Bela, das ist Zoar; und sie ordneten sich zur Schlacht gegen sie im Tal Siddim: 9 * gegen Kedor-Laomer, den König von Elam, und Tidal, den König von Gojim, und Amrafel, den König von Schinar, und Arjoch, den König von Ellasar, vier Könige gegen die fünf. 10 * Im Tal Siddim aber war Asphaltgrube neben Asphaltgrubed; und die Könige von Sodom und Gomorra flohen und fielen dort hinein, 11 die übrigen aber flohen ins Gebirge. * Da nahmen sie alle Habe von Sodom und Gomorra und all ihre Nahrungsmittel und zogen davon.
// Bündnis steht gegen Bündnis, vier Könige gegen die fünf. Gemeinsame Gegner vereinen. Allerdings gibt es beim Krieg immer auch Verlierer, Flucht und die im Kampf ums nackte Überleben entwürdigenden Begleitumstände: Die mächtigen Könige fielen in Asphaltgruben. Außerdem zahlt die Bevölkerung der Verlierer immer einen hohen Preis, der bis zur Bedrohung der Existenz reicht.
12 * Und sie nahmen Lot mit, den Sohn von Ab-
rams Brudere, und seine Habe und zogen davon; denn er wohnte in Sodomf. 13 * Und es kam ein Entkommener und berichtete es Abram, dem Hebräerg; er wohnte aber unter den Terebinthen Mamresh, des Amoriters, des Bruders von Eschkol und des Bruders von Aner; die waren Abrams Bundesgenossen. // Das Leben Lots und Abrams ist nicht von der politischen Geschichte ausgenommen, sondern darin einbezogen: Sie nahmen Lot und seine Habe und zogen davon. Offensichtlich hatte Lot sich in die sodomitische (Õ Sodom) Gesellschaft eingegliedert. Im Gegensatz dazu ist Abram der Õ Hebräer geblieben, obwohl auch er freundschaftliche Beziehungen zu den Männern seiner Umgebung aufgebaut hat: Die waren Abrams Bundesgenossen.
14 * Und als Abram hörte, dass sein Bruderi ge-
fangen weggeführt war, ließ er seine bewährten <Männer>, die in seinem Haus geborenen <Sklaven>, ausrücken2, 318 <Mann>, und jagte 1 w. den Amalekiter und . . . den Amoriter, der in . . . wohnte 2 w. schüttete er seine bewährten <Männer> . . . aus. – SamPent und LXX lesen: musterte er seine bewährten <Männer>
18 linke Spalte: a 4Mo 20,1 b 2Mo 17,8 c 2Chr 20,2 d Kap. 11,3 e Kap. 11,27 f Kap. 13,12 g Kap. 40,15; 1Sam 29,3; Jon 1,9 h Kap. 13,18 i Kap. 13,8 rechte Spalte: a Ri 18,29 b 1Sam 30,19 c 2Sam 18,18 d Ps 76,3 e 4Mo 24,16; Ps 110,4; Dan 4,31 f Kap. 47,7; Ps 115,15; Hebr 7,1 g Kap. 24,3; 5Mo 10,14; 2Sam 2,5; 1Chr 29,11; Offb 10,6 h 2Sam 18,28 i Kap. 28,22; Hebr 7,2
<ihnen> nach bis nach Dana. * Und nachts teilte 15 er sich <und fiel> über sie her, er und seine Knechte, und schlug sie und jagte ihnen nach bis nach Hoba, das links 3 von Damaskus <liegt>. * Und er brachte die ganze Habe zurück; 16 und auch Lot, seinen Neffen4, und dessen Habe brachte er zurückb und auch die Frauen und das Volk. // Abram greift nicht aus eigennützigen Gründen in den Krieg ein, sondern weil er hörte, dass sein Bruder – das Wort kann auch im weiteren Sinn Verwandter bedeuten – gefangen weggeführt war. Er nimmt mit seinen bewährten Männern, seinen Hausgeborenen und darum besonders zuverlässigen Männern, die Verfolgung auf. Die in Õ Ägypten gewonnenen Männer (12,16) wird er zurückgelassen haben. Die große Zahl von 318 wehrfähigen Männern zeigt Abrams enormen Reichtum. Durch den nächtlichen Überraschungsangriff und geschickte Taktik – er teilte seine Leute – kann Abram einen unglaublichen Sieg erringen und selbst auf weite Entfernung hin bis in die Nähe von Õ Damaskus die Gegner verfolgen. Seinen Neffen, dessen Habe sowie sodomitisches (Õ Sodom) Volk gewinnt er zurück. * Und als er zurückkehrte, nachdem er Kedor- 17 Laomer und die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstalc.
// Den König von Õ Sodom hält es nicht in seiner Stadt, er zieht dem siegreich zurückkehrenden Abram entgegen, seine Interessen offenbaren sich später in V. 21.
Melchisedek, König von Salem5d, brachte 18 Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten6e. * Und er segnete ihnf 19 und sprach: Gesegnet7 sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde geschaffen hat8g! * Und gesegnet sei Gott, der Höchste, 20 der deine Bedränger9 in deine Hand ausgeliefert hat!h – Und <Abram> gab ihm den Zehnten von allemi. * Und
// Aus dem Nebel der Geschichte tritt plötzlich ein besonderer König hervor: Melchisedek, was bedeutet »mein König ist Gerechtigkeit.« Salem ist nach Ps 76,3 mit Jerusalem identisch. Der Königpriester Melchisedek bringt Brot und Wein als Zeichen der Gastfreundschaft. Als siegreicher Kämpfer bekommt Abram entsprechend der Sitte statt Wasser Wein gereicht. Melchisedek ist – ähnlich wie später Jitro, der Priester Õ Midians (2Mo 3,1) – inmitten des kanaanitischen (Õ Kanaan) Heidentums Repräsentant des urzeitlichen Glaubens an den einen und wahren Gott. Abram erkennt ihn als Õ Priester Gottes an und gibt ihm darum den Õ Zehnten (vgl. Hebr 7,4-10).
3 4 5 6 7 8 9
d. h. nördlich w. Bruder d. h. Friede hebr. el eljon o. Gepriesen o. besitzt o. Gegner
19
1. Mose 14.15
21 * Und der König von Sodom sagte zu Abram:
Gib mir die Seelen, die Habe aber nimm für dich!a
// In krassem Gegensatz zu Melchisedek, der gibt und bringt, fordert der König von Õ Sodom zuerst: Gib mir die Seelen, d. h. die Menschen und wohl auch das Vieh. Er verliert kein Wort des Dankes.
22 * Da sagte Abram zum König von Sodom: Ich
hebe meine Hand auf zu dem Herrn, <zu> Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde 23 geschaffen hatb: * Wenn <ich> vom Faden bis zum Schuhriemen, ja, wenn ich irgendetwas nehme von dem, was dein ist . . .c!1 Damit du <später> nicht sagst: Ich habe Abram reich ge24 macht. * Nichts für mich! Nur was die Knechte2 verzehrt haben, und der Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind: Aner, Eschkol und Mamre, die sollen ihren Anteil nehmen! // Abrams Reaktion ist hier genauso vielsagend wie seine Gaben an Melchisedek: Nichts für mich! Nicht einmal einen Faden oder Schuhriemen will Abram, um sich für die Zukunft in keine Abhängigkeit zu begeben: Damit du nicht sagst, ich habe Abram reich gemacht. Die Zurückweisung des Vorschlages des Königs von Õ Sodom ist durch Abrams Treueschwur gegenüber dem Õ Herrn als seinem Bundesherrn bedingt.
diesen Dingen geschah das Wort des 15 Nach Herrn zu Abram in einem Gesicht so: FürchGottes Bund mit Abram d
e
te dich nichtf, Abram; ich bin dir ein Schildg, <ich werde> deinen Lohnh sehr groß machen3. // Gott selbst ermutigt Abram durch sein Wort, und zwar in einem Gesicht, wobei die genaue Art und Weise dieser Gottesbegegnung dem Leser verborgen bleibt, nicht aber der Inhalt. Gott selbst will Abram schützen, sein Schild sein. Das gibt inmitten der politischen Ungewissheiten (14) Geborgenheit. Die alleinige Bindung an Gott (14,22-24) hat Abram viel Lohn gekostet, Gott selbst aber kümmert sich um die Bedürfnisse Abrams.
2 * Da sagte Abram: Herr, Herr, was willst du
mir geben? Ich gehe ja doch kinderlos dahin, und Erbe4 meines Hauses, das wird Eliëser 3 von Damaskus. * Und Abram sagte: Siehe, mir hast du keinen Nachkommen gegeben, und siehe, der Sohn meines Hauses5 wird mich beerben. // An äußeren Gütern hat Abram keinen Bedarf. Ganz offen spricht er aus, was Gott ihm bisher nicht gegeben hat: Mir hast du keinen Nachkommen gegeben. Doch genau danach sehnt er sich, da sonst Eliëser, ein Knecht, ihn beerben wird.
4 * Und siehe, das Wort des Herrn <geschah> zu
ihm: Nicht dieser wird dich beerben, sondern
linke Spalte: a Kap. 47,24 b Kap. 24,3; 5Mo 10,14; 2Sam 2,5; 1Chr 29,11; Offb 10,6 c 2Kö 5,16 d Kap. 22,1.20 e Kap. 46,2 f Kap. 26,24; 2Kö 1,15 g Ps 3,4; 115,10.11 h Jes 40,10 rechte Spalte: a Kap. 17,16 b Jer 33,22 c Kap. 22,17; 32,13; Röm 4,18; Hebr 11,12 d Ps 106,31; Röm 4,3; Gal 3,6; Jak 2,23 e Kap. 11,28 f Kap. 11,31; 12,1; 2Mo 32,13; 4Mo 33,53; 5Mo 3,18 g Ri 6,17; 2Kö 20,8; Lk 1,18 h 3Mo 1,17 i 1Sam 26,12 j Hi 4,13.14
der aus deinem Leibe hervorgeht, der wird dich beerbena. * Und er führte ihn hinaus und 5 sprach: Blicke doch auf zum Himmel, und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!b Und er sprach zu ihm: So <zahlreich> wird deine Nachkommenschaft seinc! // Gott geht auf das Anliegen Abrams ein: Nicht der Knecht wird erben, sondern der aus deinem Leibe hervorgeht, d. h. ein direkter Nachkomme. Gott verhilft Abram zu einer neuen Perspektive. Nicht der Blick auf sein Alter und Sarais Unfruchtbarkeit (11,30) sollen bestimmend sein, sondern die Verheißung Gottes; der unzählbaren und unbegrenzten Sternenschar soll die Nachkommenschaft Abrams entsprechen.
er glaubte dem6Herrn; und er rechnete 6 es ihm als Gerechtigkeit and.
* Und
// Jetzt steht die Vertrauensfrage an. Ganz schlicht wird der entscheidende Vorgang beschrieben: Abram glaubte dem Õ Herrn. Solch tiefes Vertrauen in Gott beantwortet Gott: Gott recht sein, gerecht sein, kann der Mensch, der sich ganz auf das Handeln Gottes verlässt. Im Neuen Testament geht es dabei um Vertrauen in das Heilshandeln Gottes in Jesus Christus. Mit dieser Gerechtigkeit aus Glauben wird Abram für Paulus zum entscheidenden Vorbild (Röm 4,4). * Und er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der 7 ich dich herausgeführt habe aus Ur<, der Stadt> der Chaldäere, um dir dieses Land zu geben, es in Besitz zu nehmenf. * Und er sagte: Herr, 8 Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es in Besitz nehmen werdeg?
// Nachdem Abram die Verheißung der Nachkommenschaft deutlich vor Augen geführt wurde (V. 4-5), greift Gott noch einen anderen Aspekt der großen Ursprungsverheißung (12,1-3) auf: Dieses Land will ich dir geben. * Da sprach er zu ihm: Bring mir eine dreijährige Jungkuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine junge Taube. * Und er brachte ihm alle diese. Und er zerteilte sie in der Mitte und legte je einen Teil dem anderen gegenüber. Die Vögel aber zerteilte er nichth. * Da stießen die Raubvögel auf die toten Tiere7 herab; aber Abram verscheuchte sie. * Und es geschah beim Untergang der Sonne, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abrami; und siehe, Schrecken, dichte Finsternis überfiel ihnj.
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// Gott geht auf den Wunsch Abrams ein und gibt ihm ein Zeichen. Die genannten Tiere Kuh, Widder, Ziege und Taube gehören später zu Õ Israels typischen Opfertieren (Õ Opfer). Gott schließt nun einen offiziellen Bund mit Abram. Abram hat an dem entscheidenden Teil dieser Zeichenhandlung keinen aktiven Anteil, er wird von Gott in einen tiefen Schlaf versetzt.
er sprach zu Abram: Ganz gewiss sollst 13 du wissen8, dass deine Nachkommenschaft * Und
1 Der Satz ist eine hebr. Schwurformel, deren zweite Hälfte nicht ausgesprochen wurde. 2 w. jungen Männer 3 o. ein Schild, dein sehr großer Lohn 4 w. Sohn des Besitzes 5 d. h. mein im Haus geborener Sklave
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6 w. er vertraute auf den 7 w. auf die Leichen 8 o. erkennen