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Umschlag:OlafJohannson,SpoonDesign,Langgçns
BildnachweisUmschlag:FireflyKI
Satz:JustinMessmer,InnoSetAG,Basel
Druck:Finidr
GedrucktinderTschechischenRepublik
ISBN978-3-03848-313-7
«Gottsprichtzujedemnur,eherihnmacht, danngehtermitihmschweigendausderNacht. AberdasWort,ausdemdieWeltentsprang, dastçntimtiefstenGrundefortundklingt.»
–RainerMariaRilke
Allesistwahrundhatsichtats chlichsozugetragen.
SchonbeiderAnkunftimAnwesenaufdemTulpenberg, womirFabiennezurBegr ßungdieHandreichte,sp rteich, dassdieFlascheViognier,dieichzuHausegetrunkenhatte, keineHilfeseinw rde.
«Schçn,dichzusehen.»
DenSatzmussteFabienneandemAbendoftwiederholen, inihrerDoppelrollealsGeburtstagskindundmond neGastgeberin.50Jahrealtwarsiegeworden,undallemeinten,sie sehe«unglaublichjung»aus;schlichtgelogen,dochaufdem TulpenbergistdieformaleKorrektheitschonsolangemitder Heucheleiverheiratet,dasseineScheidungundenkbargewordenist.
VomCatering-ServiceließichmirRotweingebenundbeobachtete,wieFabienneinihremsilbernenKleiddurchden Salonschritt,umneueH ndezusch tteln.
WarumhattesiesichseitdemSommernichtgemeldet?
TrotzderHeiratmitihremBankdirektorwarsieregelm ßig zumirgekommenf rdieeineoderandereReiseinsAusland, f rdieeineoderandereNacht,biszudieserFunkstille.
ImSalonherrschteGedr nge,w hrendsichFabiennemit zwei hnlichfrisiertenundgekleidetenFrauenunterhieltund
ichmirsagte,dasssiemicheingeladenhatte,umdenAnschein derNormalit tzuwahren.IhrMann,derBanker,w remisstrauischgeworden,wennausgerechnetder«besteJugendfreund»aufderG stelistegefehlth tte.
IchhatteFabiennesManneinmalbeieinerBuchvernissage getroffenunderkannteihnjetztwieder:ErstandaufderrechtenSeitedesRaumsnebeneinerFl gelt r,leichtuntersetzt,in einemZweireihermitGoldknçpfen.Ichnickteihmzuundgenossesirgendwie,inseinerN hezuseinundmichzufragen, oberwusste,wieoftseineFraubeimirgewesenwar,wieoft wiraufseineKostenindenGenussunsererTagegekommen waren.
DerRotweinwargut,undbaldhatteichdasGef hl,mich inWahrheitnichtmitdenanderenG stendurchdasGuteLaune-GeredeimSalonzubewegen,sonderninderStilleum dieFrageherum,warumsichFabiennenichtmehrgemeldet hatteundauchnichtmehrinmeinekleineBuchhandlungin derAltstadtkam,wowirunsimFr hling,w hrendeinerMittagspause,nochhinterdemGestellmitdenEsoterikb chern vergn gthatten.
EinerdereingeladenenPolitiker,StadtratB.,begr ßte mich.GelegentlichtauchteB.inderBuchhandlungauf,um sichnachNeuigkeitenzuerkundigen.
«WasgibtesNeues?»,wollteerauchjetztwissen.Erschien sichzufreuen,michzusehen.Wahrscheinlichlangweilteer sichhierzuTode,genauwieich.«HabenSievomEhrengast gehçrt,derunsheuteAbendbeehrensoll?»
Nein,hatteichnicht.AnscheinenderwartetemaneinerichtigeBer hmtheit–auchwenndiePersonsichversp tete–, n mlichConstantinSander,deninternationalgefeiertenRegisseur.
Erstk rzlichhatteichinderZeitunggelesen,deroscarprmierteSanderhaltesichf rDreharbeiteninderSchweizauf, inderangrenzendenGemeindeS.,wosicheinaltesFrauenklosternamens MariaRosengarten befand.IchkanntedieGeschichtedesKlosters,dasdemRegisseur,wiedieMedienberichteten,alsFilmsetdiente.
VomStadtraterfuhrich,dasssichdieBankvonFabiennes EhemannandenProduktionskostendesneuenSander-Films beteiligte.
ImGrunde berraschtemichdasnicht,aufdemTulpenberg warallesmçglich.Und das konntederGrundsein,warumFabiennetrotzderFunkstilledaraufbestandenhatte,micheinzuladen:AlleFreundesolltensehen,wiederOscarpreistr ger hierauftauchteundFabiennezumGeburtstaggratulierteund damitdemonstrierte,wieweitsieesgebrachthatte.
IchverließB.undbegabmichzurFl gelt r,dieaufdie R ckseitedesHerrenhauseshinausging,aufeineTerrassemit berblick berdenGarten.IchgenossdienachHerbstduftendeD mmerungundsogareinwenigdieMenschenaufder Terrasse,diesokultiviertundanst ndiggekleidetwaren,dass manf reinenMomentmeinenkonnte,esseiecht.
IchschlenderteansandereEndederTerrasseundnahmdie Freitreppe,diehinabindenGartenf hrte.
ImGartenuntenrochess ßlich-herbnachgefallenenBl ttern,undichdachteanFabiennesHand,diefr herweichergewesenwar.Undich rgertemich,jetztdaranzudenken,und wollteanetwasAnderesdenken–unddachtesoerstrechtan Fabienne.
IchstelltemichuntereinenBaumundlauschtedenStimmen,diesichvonderTerrassehern hertenundwiederentfernten,n hertenundwiederentfernten.Eswurdestiller,f r
einigeMinuten,dannmeldetesicheineneueStimme,inder N he,beinaheseufzend.Ichversuchteetwaszuerkennen,in dendunkelblauenBlumenformenvormir,imScherenschnitt einesBuschesoderGestr pps,wof reinenMoment–wieich dachte–dieBl sseeinesGesichtsschwamm,eineangedeutete Nase,derStricheinesMundes.
«Hallo?»
Aberdawarniemand.
Etwassp terschrittenweitereG steanmirvorbei,besch ftigtmitderDiskussion bereineanstehendePr sidentschaftswahlimAuslandund berdenKlimawandel:zweiThemen, welchedieMediendieseWochealswichtigeingestufthatten.
Nat rlich,hçrteichdeneinenGastsagen,d rfenurdiesePersonPr sidentwerdenundkeinesfallsdieandere.Undnat rlich, sagtederzweiteGast,d rfemanbeimKlimawandelnurdençffentlich-rechtlichenMedientrauen,keinesfallsSocialMedia, undnat rlichm ssedieSchweizmehrf rdenKlimaschutztun.
Ichgingzur ckaufdieTerrasseunddachteandiePrsidentschaftswahlimAusland,dief rdasLebenunsererStadt ohneBedeutungwar.IchdachteandenKlimawandelunddaran,dassdieLeuteaufdemTulpenberg,umetwasf rsKlima zutun,bestimmtnurnocheineneinzigenTeslainderGarage stehenhatten–nebendemPorscheCayenneunddemBMW f rdenstudierendenSohn–unddasssiebestimmtnurnoch achtbiszwçlfMalproJahrnachParisjetteten,nachNew YorkundTokio.Undichdachte,wiesinnlosalledieseGedankendochwaren.
DieLeuteaufderTerrasse,inGruppenvorStehtischen, sprachenebenfalls berdenKlimaschutz.Anderehçrteich berConstantinSandersprechen,denEhrengast,dersichweiterversp tete,inzwischenseit berzweiStunden.
«SolcheLeutekommenimmerzusp t»,erkl rteeineFrau mitroterHandtasche.
DieGruppel sterte berFilmleuteundTheaterleuteund Musikerundandere«Erfolgsverwçhnte»,dieihrPublikum gernwartenließen–Stark nstler,zudenenmanwohlselbst gerngehçrth tte,unddiemandeswegenbesondershasste. AbgesehenvielleichtvonderFraumitderrotenHandtasche, deres,sohatteichdenEindruck,inersterLinieumdas Abendessenging,aufdasmanwegendesEhrengasteswarten musste.
«PutenrouladenmitKerbelpesto»,sagtedieFrau.«Gef llte WachtelnmitSalbei.»
IchsuchtedenSalonauf,indemsichdieStimmungnun aufgeheizthattewieeingroßer,unsichtbar berdenKçpfen gespannterBogenausVorw rfen.Vorw rfegegendieW rme imRaum,Vorw rfegegendasWartenaufConstantinSander undaufdiePutenrouladenmitKerbelpestounddiegef llten Wachteln.
IchtrankweiterRotweinundirrtevoneinerPlappergruppe zurn chsten,vomGerededereinenWirtschafts-undBeamtengruppezurn chsten,voneinerGruppeausKunstgalerie-BesitzerinnenzueinemKreisvonZen-Lehrerinnen.Siesprachenlaut undschnell,undichsagtemir,dassdiePutenrouladenunterdessenwahrscheinlichnichtmehrsogutschmecktenwiezuBeginn desAbends,weilauchderbesteKochaufeingewissesTimingangewiesenist.
DieW rmemachtedieBackenrotunddieErregungaggressiv,geschw ngertvomAlkohol.Ichfl chtetezur ckauf dieTerrasse, berdienundieNachthereingebrochenwar,und sp rte,wie falsch eswar,aufdieTerrassezufl chten,wennich dochohneProblemedasWeiteh ttesuchenkçnnen,denTul-
penberghintermirh ttelassenkçnnen,alledieseLeute,die sichnicht alsMenschen zuerkennengabenundschonfr hgelernthatten,nurnochmitMaskedurchdieGegendzurennen.
AneinemStehtischaufderTerrasserauchtenjungeM nner Zigarren,vermutlichStudentenderçrtlichenWirtschaftsuniversit t.IchließmireineZigarregeben,obwohlichZigarren hasse,weilicheinschwacherMenschbin.
«DieserSander»,sagteeinStudent,«ichhabeeinenseiner Filmegesehen.EsgingumeineHausfrauundeinenschwulen Radiomoderatorw hrendderNazizeitinParis. Lang-weii-lig!»
Dieanderenlachten,auchichlachte,obwohlichdenFilm vonConstantinSandernichtkannteunddiemeistenFilme nichtkenne,vondenenheutegesprochenwird.
«IchhabeHunger»,sagteeinerderStudenten. «Ja»,best tigtederandere.
WiederdachteichandieWachteln,unddieStudenten schimpften berdenRegisseur,aufdenmanmittlerweileseit fastdreiStundenwartete.
ZumGl cktauchteeineCatering-Dameauf,dieunsdavon inKenntnissetzte,dassmanimSalon–trotzAbwesenheitdes Ehrengastes–damitbegonnenhabe,dasEssenzuservieren.
DieStudenteneiltenandieFuttertçpfe,undich,alleinauf derTerrasse,dr cktedieZigarreineinenAschenbecherund atmeteauf.IchstelltemichvordieBalustradeundblickte nachuntenindieSchattenlandschaftdesGartens,aufdasverstelteDunkelderBaumkronen,aufdieSilhouettendr ben beidenBlumen,wieichannahm,TulpenundRosen.BestimmthattemanirgendwoeinenTeichangelegt,mitGoldfischenundKarpfenundAlgenfressern.
IchspieltemitdemGedanken,nachzusehen,nachdem Teichzusuchen,nachdenGoldfischenundKarpfenundAl-
genfressern,dochdannsahich,zwischenzweiB umen,einen MannausdenSchattentreten.ErkamzurFreitreppeund nahmlangsam,fastzçgernd,dieStufen.
AlserdieTerrasseerreichte,erkannteichdasGesicht,vertrautausdenMedien:dieschwarzgerahmteBrille,denBart. EswarConstantinSander.
ObdieGastgeberwussten,dassihrEhrengasteingetroffen war?ObderEhrengastwusste,wiedringenderimSalonerwartetwurde?
IchwollteSanderfragen.Dochwieervormirstand,f hlte essichplçtzlichunwichtigan.IrgendwiewirktederMann nichtwieeinProminenter,alsonichtwiejemand,deresgewohntist,mitderAuradesErfolgseinenRaumzubetreten. Unddanndiegroßen,geweitetenAugen.
In dieser Leseprobe sind die Seiten 14 –114 nicht enthalten.

GiuseppeGracia(geb.1967)istsizilianisch-spanischerAbstammung,verheiratetundhatzweiKinder.DerSchweizerarbeitetalsPublizist,KommunikationsberaterundSchriftsteller, u.a.von«DieUtopiaMethode»,«DerTodisteinKommunist» und«DastherapeutischeKalifat».GraciaistHerausgeberdes SchweizerMonats,regelm ßigerAutorf rdasFeuilletonder NZZundpubliziertauchBeitr geindeutschenMedienwie FocusOnlineundWelt.

GiuseppeGracia
DerletzteFeind
Roman UnterderF hrungeinesneuenPapstes, derf rvieleeinr ckst ndigerTraditionalistist,plantdiekatholischeKirchein Romdas«DritteVatikanischeKonzil»: eineVersammlungvon ber3000BischçfenundKardin len ausallerWelt,gepr gtvonheftigenRichtungsk mpfen.BereitsimVorfeldkommteszumysteriçsenTodesf llenund schließlich,w hrenddesKonzils,zueinembrutalenAnschlag. –«DerletzteFeind»isteinphilosophischerThrillerzwischen Technikgl ubigkeitundChristentum,zwischenHumanismus undglobalerTotalverwertungdesMenschen.Grandiosausbalanciertundinszeniert.
978-3-03848-196-6|Klappenbroschur|256Seiten

GiuseppeGracia
DerTodisteinKommunist
EinFiebertraum
InBezugaufdieCorona-Pandemiehat derProfessoroffenbarWahnvorstellungen entwickelt:JournalistHofstetterbesucht seinenDoktorvaterundFreundinder PsychiatrischenKlinikHobelberg,woderEmeritusf rPhilosophietherapiertwird.DeralteMannmussdieMenschheit davorwarnen,sichimpfenzulassen.Ergehtfestdavonaus, dasshinterderCorona-PolitikeineVerschwçrungsteckt. Hofstetterversucht,deninterniertenFreundzurVernunftzu bringen.DochdannwirderaufoffenerStraßeentf hrt.Die schwerbewaffneteGruppe«weiß»,dassdemn chstderUntergangderMenschheitstattfindet…

GiuseppeGracia SchwarzerWinter
EinRoman berLiebeimSogeinergrnenRevolution:Seitihrergemeinsamen JugendistSalainJuliaverliebt.Erw rde allesf rsietun,dochJuliak mpftf rden Klimaschutzundger tindenSogeinerradikalenGruppe.SiewirdzurinternationalgesuchtenTerroristinundplant,vonderPolizeiindieEngegetrieben,einenletztengroßenSchlaggegen«dasSystem»dersieundihre Mitstreiteralleskostenkçnnte.–WirdesSalagelingen,Julias Lebenzuretten?HatdieLiebeeineChanceinZeitendesTerrors?EinpolitischerThrillerzwischenHoffnungundKlimaApokalypse,FreundschaftundVerrat,RevolutionundLiebe. Sopackendwiescharfsinnig,soradikalwieromantisch.GiuseppeGraciasneuer ko-ThrillerhatTiefgangundisthochaktuell. 978-3-03848-259-8|Klappenbroschur|272Seiten

GiuseppeGracia Auslçschung
Roman
NachdembarbarischenTerrorderHamas gegenIsraelschreibteinJournalisteinen
Roman berdasVerh ltnisWesteuropas zumIslamundzudeneigenen,christlichenWurzeln.NiemandwilldasBuchpublizieren.Alsder JournalistzueinemKulturanlassnachBerlinreist,wirddieser vonislamistischenTerroristengest rmt,dieeiskaltmit SchwertundMaschinenpistolevorgehen.ErwirdZeugeeines blutigenMassakers,dasliveinsInternet bertragenwird.UnterdenGeiselnentdecktderJournalistseinevorJahrenverstorbeneFrauundkannErinnerungundRealit tnichtmehrunterscheiden.Zugleichwirdklar:DieZeitbequemerpolitischer LauheitenundHalbheitenistendg ltigabgelaufen.
