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GIUSEPPE GRACIA SCHWEIGEND

www.fontis-verlag.com

F rSchwesterScolastica

vomKlosterWonnenstein,Appenzell

GiuseppeGracia Schweigend ausderNacht

Mystery-Roman

BibliografischeInformationderDeutschenNationalbibliothek

DieDeutscheNationalbibliothekverzeichnetdiesePublikationinder DeutschenNationalbibliografie;detailliertebibliografischeDatensindim Internet ber www.dnb.deabrufbar.

DerFontis-Verlagwirdvon2021bis2026 vomSchweizerBundesamtf rKulturunterst tzt.

2026byFontis-VerlagBasel

FontisAG Steinentorstr.23 4051Basel

Schweiz info@fontis.ch

VerantwortlichinderEU: FontisMediaGmbH Baukloh1 58515L denscheid Deutschland fontis@fontis-media.de

Umschlag:OlafJohannson,SpoonDesign,Langgçns

BildnachweisUmschlag:FireflyKI

Satz:JustinMessmer,InnoSetAG,Basel

Druck:Finidr

GedrucktinderTschechischenRepublik

ISBN978-3-03848-313-7

«Gottsprichtzujedemnur,eherihnmacht, danngehtermitihmschweigendausderNacht. AberdasWort,ausdemdieWeltentsprang, dastçntimtiefstenGrundefortundklingt.»

Allesistwahrundhatsichtats chlichsozugetragen.

SchonbeiderAnkunftimAnwesenaufdemTulpenberg, womirFabiennezurBegr ßungdieHandreichte,sp rteich, dassdieFlascheViognier,dieichzuHausegetrunkenhatte, keineHilfeseinw rde.

«Schçn,dichzusehen.»

DenSatzmussteFabienneandemAbendoftwiederholen, inihrerDoppelrollealsGeburtstagskindundmond neGastgeberin.50Jahrealtwarsiegeworden,undallemeinten,sie sehe«unglaublichjung»aus;schlichtgelogen,dochaufdem TulpenbergistdieformaleKorrektheitschonsolangemitder Heucheleiverheiratet,dasseineScheidungundenkbargewordenist.

VomCatering-ServiceließichmirRotweingebenundbeobachtete,wieFabienneinihremsilbernenKleiddurchden Salonschritt,umneueH ndezusch tteln.

WarumhattesiesichseitdemSommernichtgemeldet?

TrotzderHeiratmitihremBankdirektorwarsieregelm ßig zumirgekommenf rdieeineoderandereReiseinsAusland, f rdieeineoderandereNacht,biszudieserFunkstille.

ImSalonherrschteGedr nge,w hrendsichFabiennemit zwei hnlichfrisiertenundgekleidetenFrauenunterhieltund

ichmirsagte,dasssiemicheingeladenhatte,umdenAnschein derNormalit tzuwahren.IhrMann,derBanker,w remisstrauischgeworden,wennausgerechnetder«besteJugendfreund»aufderG stelistegefehlth tte.

IchhatteFabiennesManneinmalbeieinerBuchvernissage getroffenunderkannteihnjetztwieder:ErstandaufderrechtenSeitedesRaumsnebeneinerFl gelt r,leichtuntersetzt,in einemZweireihermitGoldknçpfen.Ichnickteihmzuundgenossesirgendwie,inseinerN hezuseinundmichzufragen, oberwusste,wieoftseineFraubeimirgewesenwar,wieoft wiraufseineKostenindenGenussunsererTagegekommen waren.

DerRotweinwargut,undbaldhatteichdasGef hl,mich inWahrheitnichtmitdenanderenG stendurchdasGuteLaune-GeredeimSalonzubewegen,sonderninderStilleum dieFrageherum,warumsichFabiennenichtmehrgemeldet hatteundauchnichtmehrinmeinekleineBuchhandlungin derAltstadtkam,wowirunsimFr hling,w hrendeinerMittagspause,nochhinterdemGestellmitdenEsoterikb chern vergn gthatten.

EinerdereingeladenenPolitiker,StadtratB.,begr ßte mich.GelegentlichtauchteB.inderBuchhandlungauf,um sichnachNeuigkeitenzuerkundigen.

«WasgibtesNeues?»,wollteerauchjetztwissen.Erschien sichzufreuen,michzusehen.Wahrscheinlichlangweilteer sichhierzuTode,genauwieich.«HabenSievomEhrengast gehçrt,derunsheuteAbendbeehrensoll?»

Nein,hatteichnicht.AnscheinenderwartetemaneinerichtigeBer hmtheit–auchwenndiePersonsichversp tete–, n mlichConstantinSander,deninternationalgefeiertenRegisseur.

Erstk rzlichhatteichinderZeitunggelesen,deroscarprmierteSanderhaltesichf rDreharbeiteninderSchweizauf, inderangrenzendenGemeindeS.,wosicheinaltesFrauenklosternamens MariaRosengarten befand.IchkanntedieGeschichtedesKlosters,dasdemRegisseur,wiedieMedienberichteten,alsFilmsetdiente.

VomStadtraterfuhrich,dasssichdieBankvonFabiennes EhemannandenProduktionskostendesneuenSander-Films beteiligte.

ImGrunde berraschtemichdasnicht,aufdemTulpenberg warallesmçglich.Und das konntederGrundsein,warumFabiennetrotzderFunkstilledaraufbestandenhatte,micheinzuladen:AlleFreundesolltensehen,wiederOscarpreistr ger hierauftauchteundFabiennezumGeburtstaggratulierteund damitdemonstrierte,wieweitsieesgebrachthatte.

IchverließB.undbegabmichzurFl gelt r,dieaufdie R ckseitedesHerrenhauseshinausging,aufeineTerrassemit berblick berdenGarten.IchgenossdienachHerbstduftendeD mmerungundsogareinwenigdieMenschenaufder Terrasse,diesokultiviertundanst ndiggekleidetwaren,dass manf reinenMomentmeinenkonnte,esseiecht.

IchschlenderteansandereEndederTerrasseundnahmdie Freitreppe,diehinabindenGartenf hrte.

ImGartenuntenrochess ßlich-herbnachgefallenenBl ttern,undichdachteanFabiennesHand,diefr herweichergewesenwar.Undich rgertemich,jetztdaranzudenken,und wollteanetwasAnderesdenken–unddachtesoerstrechtan Fabienne.

IchstelltemichuntereinenBaumundlauschtedenStimmen,diesichvonderTerrassehern hertenundwiederentfernten,n hertenundwiederentfernten.Eswurdestiller,f r

einigeMinuten,dannmeldetesicheineneueStimme,inder N he,beinaheseufzend.Ichversuchteetwaszuerkennen,in dendunkelblauenBlumenformenvormir,imScherenschnitt einesBuschesoderGestr pps,wof reinenMoment–wieich dachte–dieBl sseeinesGesichtsschwamm,eineangedeutete Nase,derStricheinesMundes.

«Hallo?»

Aberdawarniemand.

Etwassp terschrittenweitereG steanmirvorbei,besch ftigtmitderDiskussion bereineanstehendePr sidentschaftswahlimAuslandund berdenKlimawandel:zweiThemen, welchedieMediendieseWochealswichtigeingestufthatten.

Nat rlich,hçrteichdeneinenGastsagen,d rfenurdiesePersonPr sidentwerdenundkeinesfallsdieandere.Undnat rlich, sagtederzweiteGast,d rfemanbeimKlimawandelnurdençffentlich-rechtlichenMedientrauen,keinesfallsSocialMedia, undnat rlichm ssedieSchweizmehrf rdenKlimaschutztun.

Ichgingzur ckaufdieTerrasseunddachteandiePrsidentschaftswahlimAusland,dief rdasLebenunsererStadt ohneBedeutungwar.IchdachteandenKlimawandelunddaran,dassdieLeuteaufdemTulpenberg,umetwasf rsKlima zutun,bestimmtnurnocheineneinzigenTeslainderGarage stehenhatten–nebendemPorscheCayenneunddemBMW f rdenstudierendenSohn–unddasssiebestimmtnurnoch achtbiszwçlfMalproJahrnachParisjetteten,nachNew YorkundTokio.Undichdachte,wiesinnlosalledieseGedankendochwaren.

DieLeuteaufderTerrasse,inGruppenvorStehtischen, sprachenebenfalls berdenKlimaschutz.Anderehçrteich berConstantinSandersprechen,denEhrengast,dersichweiterversp tete,inzwischenseit berzweiStunden.

«SolcheLeutekommenimmerzusp t»,erkl rteeineFrau mitroterHandtasche.

DieGruppel sterte berFilmleuteundTheaterleuteund Musikerundandere«Erfolgsverwçhnte»,dieihrPublikum gernwartenließen–Stark nstler,zudenenmanwohlselbst gerngehçrth tte,unddiemandeswegenbesondershasste. AbgesehenvielleichtvonderFraumitderrotenHandtasche, deres,sohatteichdenEindruck,inersterLinieumdas Abendessenging,aufdasmanwegendesEhrengasteswarten musste.

«PutenrouladenmitKerbelpesto»,sagtedieFrau.«Gef llte WachtelnmitSalbei.»

IchsuchtedenSalonauf,indemsichdieStimmungnun aufgeheizthattewieeingroßer,unsichtbar berdenKçpfen gespannterBogenausVorw rfen.Vorw rfegegendieW rme imRaum,Vorw rfegegendasWartenaufConstantinSander undaufdiePutenrouladenmitKerbelpestounddiegef llten Wachteln.

IchtrankweiterRotweinundirrtevoneinerPlappergruppe zurn chsten,vomGerededereinenWirtschafts-undBeamtengruppezurn chsten,voneinerGruppeausKunstgalerie-BesitzerinnenzueinemKreisvonZen-Lehrerinnen.Siesprachenlaut undschnell,undichsagtemir,dassdiePutenrouladenunterdessenwahrscheinlichnichtmehrsogutschmecktenwiezuBeginn desAbends,weilauchderbesteKochaufeingewissesTimingangewiesenist.

DieW rmemachtedieBackenrotunddieErregungaggressiv,geschw ngertvomAlkohol.Ichfl chtetezur ckauf dieTerrasse, berdienundieNachthereingebrochenwar,und sp rte,wie falsch eswar,aufdieTerrassezufl chten,wennich dochohneProblemedasWeiteh ttesuchenkçnnen,denTul-

penberghintermirh ttelassenkçnnen,alledieseLeute,die sichnicht alsMenschen zuerkennengabenundschonfr hgelernthatten,nurnochmitMaskedurchdieGegendzurennen.

AneinemStehtischaufderTerrasserauchtenjungeM nner Zigarren,vermutlichStudentenderçrtlichenWirtschaftsuniversit t.IchließmireineZigarregeben,obwohlichZigarren hasse,weilicheinschwacherMenschbin.

«DieserSander»,sagteeinStudent,«ichhabeeinenseiner Filmegesehen.EsgingumeineHausfrauundeinenschwulen Radiomoderatorw hrendderNazizeitinParis. Lang-weii-lig!»

Dieanderenlachten,auchichlachte,obwohlichdenFilm vonConstantinSandernichtkannteunddiemeistenFilme nichtkenne,vondenenheutegesprochenwird.

«IchhabeHunger»,sagteeinerderStudenten. «Ja»,best tigtederandere.

WiederdachteichandieWachteln,unddieStudenten schimpften berdenRegisseur,aufdenmanmittlerweileseit fastdreiStundenwartete.

ZumGl cktauchteeineCatering-Dameauf,dieunsdavon inKenntnissetzte,dassmanimSalon–trotzAbwesenheitdes Ehrengastes–damitbegonnenhabe,dasEssenzuservieren.

DieStudenteneiltenandieFuttertçpfe,undich,alleinauf derTerrasse,dr cktedieZigarreineinenAschenbecherund atmeteauf.IchstelltemichvordieBalustradeundblickte nachuntenindieSchattenlandschaftdesGartens,aufdasverstelteDunkelderBaumkronen,aufdieSilhouettendr ben beidenBlumen,wieichannahm,TulpenundRosen.BestimmthattemanirgendwoeinenTeichangelegt,mitGoldfischenundKarpfenundAlgenfressern.

IchspieltemitdemGedanken,nachzusehen,nachdem Teichzusuchen,nachdenGoldfischenundKarpfenundAl-

genfressern,dochdannsahich,zwischenzweiB umen,einen MannausdenSchattentreten.ErkamzurFreitreppeund nahmlangsam,fastzçgernd,dieStufen.

AlserdieTerrasseerreichte,erkannteichdasGesicht,vertrautausdenMedien:dieschwarzgerahmteBrille,denBart. EswarConstantinSander.

ObdieGastgeberwussten,dassihrEhrengasteingetroffen war?ObderEhrengastwusste,wiedringenderimSalonerwartetwurde?

IchwollteSanderfragen.Dochwieervormirstand,f hlte essichplçtzlichunwichtigan.IrgendwiewirktederMann nichtwieeinProminenter,alsonichtwiejemand,deresgewohntist,mitderAuradesErfolgseinenRaumzubetreten. Unddanndiegroßen,geweitetenAugen.

In dieser Leseprobe sind die Seiten 14 –114 nicht enthalten.

berdenAutor

GiuseppeGracia(geb.1967)istsizilianisch-spanischerAbstammung,verheiratetundhatzweiKinder.DerSchweizerarbeitetalsPublizist,KommunikationsberaterundSchriftsteller, u.a.von«DieUtopiaMethode»,«DerTodisteinKommunist» und«DastherapeutischeKalifat».GraciaistHerausgeberdes SchweizerMonats,regelm ßigerAutorf rdasFeuilletonder NZZundpubliziertauchBeitr geindeutschenMedienwie FocusOnlineundWelt.

Weiterhinerh ltlich

DerletzteFeind

Roman UnterderF hrungeinesneuenPapstes, derf rvieleeinr ckst ndigerTraditionalistist,plantdiekatholischeKirchein Romdas«DritteVatikanischeKonzil»: eineVersammlungvon ber3000BischçfenundKardin len ausallerWelt,gepr gtvonheftigenRichtungsk mpfen.BereitsimVorfeldkommteszumysteriçsenTodesf llenund schließlich,w hrenddesKonzils,zueinembrutalenAnschlag. –«DerletzteFeind»isteinphilosophischerThrillerzwischen Technikgl ubigkeitundChristentum,zwischenHumanismus undglobalerTotalverwertungdesMenschen.Grandiosausbalanciertundinszeniert.

978-3-03848-196-6|Klappenbroschur|256Seiten

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DerTodisteinKommunist

InBezugaufdieCorona-Pandemiehat derProfessoroffenbarWahnvorstellungen entwickelt:JournalistHofstetterbesucht seinenDoktorvaterundFreundinder PsychiatrischenKlinikHobelberg,woderEmeritusf rPhilosophietherapiertwird.DeralteMannmussdieMenschheit davorwarnen,sichimpfenzulassen.Ergehtfestdavonaus, dasshinterderCorona-PolitikeineVerschwçrungsteckt. Hofstetterversucht,deninterniertenFreundzurVernunftzu bringen.DochdannwirderaufoffenerStraßeentf hrt.Die schwerbewaffneteGruppe«weiß»,dassdemn chstderUntergangderMenschheitstattfindet…

Weiterhinerh ltlich

EinRoman berLiebeimSogeinergrnenRevolution:Seitihrergemeinsamen JugendistSalainJuliaverliebt.Erw rde allesf rsietun,dochJuliak mpftf rden Klimaschutzundger tindenSogeinerradikalenGruppe.SiewirdzurinternationalgesuchtenTerroristinundplant,vonderPolizeiindieEngegetrieben,einenletztengroßenSchlaggegen«dasSystem»dersieundihre Mitstreiteralleskostenkçnnte.–WirdesSalagelingen,Julias Lebenzuretten?HatdieLiebeeineChanceinZeitendesTerrors?EinpolitischerThrillerzwischenHoffnungundKlimaApokalypse,FreundschaftundVerrat,RevolutionundLiebe. Sopackendwiescharfsinnig,soradikalwieromantisch.GiuseppeGraciasneuer ko-ThrillerhatTiefgangundisthochaktuell. 978-3-03848-259-8|Klappenbroschur|272Seiten

Weiterhinerh ltlich

Roman

NachdembarbarischenTerrorderHamas gegenIsraelschreibteinJournalisteinen

Roman berdasVerh ltnisWesteuropas zumIslamundzudeneigenen,christlichenWurzeln.NiemandwilldasBuchpublizieren.Alsder JournalistzueinemKulturanlassnachBerlinreist,wirddieser vonislamistischenTerroristengest rmt,dieeiskaltmit SchwertundMaschinenpistolevorgehen.ErwirdZeugeeines blutigenMassakers,dasliveinsInternet bertragenwird.UnterdenGeiselnentdecktderJournalistseinevorJahrenverstorbeneFrauundkannErinnerungundRealit tnichtmehrunterscheiden.Zugleichwirdklar:DieZeitbequemerpolitischer LauheitenundHalbheitenistendg ltigabgelaufen.

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