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Con Dios Das Magazin Aus dem Schwedischen von Hanna Schott


Ein herzliches Dankeschön allen, die mit ihrem Fachwissen zu diesem Buch beigetragen haben. Eure Einsichten und Überlegungen als Theologen, Pädagogen und Pfarrer waren sehr wertvoll für uns. God bless!

Titel der schwedischen Originalausgabe: Con Dios Erschienen im Argument Förlag AB,Varberg, Schweden © 2003 Johan und Kristina Reftel sowie Argument Förlag AB Fotos: Martin Reftel Illustrationen: Anders Lagerdahl 7., überarbeitete Auflage 2014 © der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Brunnen Verlag Gießen www.brunnen-verlag.de Lektorat: Petra Hahn-Lütjen Herstellung: Lego Spa, Italien ISBN 978-3-7655-6978-4


Kristina und Johan Reftel Con dios Das Magazin Aus dem Schwedischen von Hanna Schott 144 Seiten, kartoniert, vierfarbig, 25,4 x 19 cm Erscheinungsdatum: 06.01.2014 ISBN 978-3-7655-6978-4 Bestell-Nr. 196978 EUR 12,99 (D) / SFr *19,50 / EUR 13,40 (A) * unverbindliche Preisempfehlung des Verlags


CON DIOS bedeutet

MIT GOTT


6

Inhalt

8

Und wie bekomme ich eine Antwort?

16 19

Mehr als wir sehen Die Bibel Test: Welcher Bibeltext passt zu dir? 9  •  Eine Bibliothek 10  • Wie finde ich was in der Bibel 10  • Wenn das alles im Kino gelaufen wäre 11  •  Die Bibel ist ...12  •  Stell dich der Herausforderung! 13

14 Gebet Gedanken zum Gebet 15  •  Und wie bekomme ich eine Antwort? 16 • Fünf Hürden 18 • Gebetsorte 19 • Der Welthit unter den Gebeten (Vater Unser) 20  • Was kann ich Gott sagen? 22  •  Der Härtetest 23

24 Gottesdienst Teile des Gottesdienstes 25  •  Knack den Code 26  •  Die liturgischen Farben 27  •  Der Talar 28  •  Gedanken zum Gottesdienst 29  • Worum geht’s im nächsten Gottesdienst? 30

32 Gott

Teile des Gottesdienstes

Heilig 33 • Gnädig 34 • Voller Liebe 35 • Ewig 36 •  Gedanken über Gott 37  •  1+1+1=1? 38  •  Ich habe eine Frage 39

25

40 Gott und das Bšse Ein Match in 10 Runden 41  •  Ein paar schwere Fragen 45

46 Der Vater

Voller Liebe

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn 47  •  Königskind 48 Der Schöpfer 50  •  3 D  –  die drei Dimensionen 51

35

52 Der Sohn Einige Behauptungen: Jesus ist ... 53  •  Das Leben von Jesus, Teil1 54 Ich bin das Brot des Lebens 56  •  Ich bin das Licht der Welt 57 Ich bin der gute Hirte 58  •  Der Härtetest 59

60 Follow me! Was heißt das: Jesus nachfolgen? 61  •  Das Leben von Jesus, Teil 2 62  •  12 berühmte Sachen, die Jesus gesagt hat 64  • WWJD? 66  •  Wie kann ich anderen helfen? 67

68 Gekreuzigt Ein verwundeter Gott 69  •  Das Leben von Jesus, Teil 3 70  •  Sünde zerstört die Beziehung 72  •  Befreiung 73 • Das Abendmahl feiern 75

Der Aufruhr

41

Das Leben Jesu

55


Bist du ein Pfirsich?

94

Der Heilige Geist 76 Der Helfer 77  •  Die Früchte des Geistes 78  Die Gaben des Geistes 79

Vergebung 80 Vier Sätze, die nicht dasselbe bedeuten wie „Entschuldige!“ 81 Warum ist es so wichtig, sich zu entschuldigen? 82  • Warum ist es wichtig, zu vergeben? 83  •  Gott um Vergebung bitten (Sündenbekenntnis) 84  •  Ich habe eine Frage 85  • Was Gott sagt 86

Wer? Ich! 88 Was macht dich aus? 89  • Was ist deine Rolle? 90  •  Freunde 92 Der Härtetest 93  •  Ei oder Pfirsich? 94 Teste dein Selbstwertgefühl 95

Verliebt und verrŸckt

98

Verliebt und verrŸckt 96

Eine besondere Statistik 97  •  Zu zweit 98  • Vier gute Tipps 100 Vier gefährliche Lügen 101  •  Oh, Sex 102  •  Ich habe eine Frage 103

Die Gebote 104 Die Gebote 105  •  Das Doppelgebot der Liebe 108 Der Härtetest 109

Bibel und Wissenschaft 110 Was glaubst du? 111  • Was sagt die Wissenschaft zur Bibel? 112

Was meinst du? 114 Religion 115  •  Alkohol 116  • Werbung 117 Macht zur Veränderung? 118  •  Sexuelle Belästigung 119

Glaube und Zweifel 120 Was heißt das: glauben? 121  •  Glaube und Zweifel 122 Taufe und Konfirmation 123  •  Das Glaubensbekenntnis 124

Folge den Geboten Ð zieh dir Pantoffeln an!

Der Tod 126 Der Tod, im Bild betrachtet 127  •  Im dunkelsten Tal 128 Den Trauernden trösten 129  •  „Er fehlt mir so!“ 130 Herzlich willkommen zu Hause! 131

105

Es geht weiter Ð mit Gott 132 Die Kirche ist wie eine Fußballmannschaft 133  •  Neu gestylt 134 Vier B’s, ohne die du nicht auskommst 136  •  Laterne, Laterne 137

WorterklŠrungen 138 Gottes RŸstung

134

Register 141

Jemand geht mit im dunkelsten Tal

128


Stell dich der Herausforderung! Eine Woche mit Markus

Das Markusevangelium passt in einer gewรถhnlichen Bibel auf gut 20 Seiten. Die schaffst du in einer Woche, wenn du willst.Traust du dich, ein ganzes Buch der Bibel mit dem Gedanken zu lesen, dass es hier um die Wahrheit geht?

Mehr, als wir Diesehen Bibel | 13


Gebet

Woher kriegst du Kraft? Für den einen kann es die Familie sein, die Kraft und Unterstützung gibt, für den anderen sind es die Freunde. Noch ein anderer wird von Vorbildern inspiriert. Der, der an Gott glaubt, hat noch eine weitere Energiequelle: das Gebet. Beten heißt nicht, dass du mit gefalteten Händen dasitzen musst, ganz still, und dich irgendwie unwohl fühlst. Du musst auch nicht den Kopf senken, die Augen schließen

14 | Gebet Mehr, als wir sehen

und bestimmte Worte verwenden. Es gibt keine Regeln, an die du dich halten musst. Du kannst beten, wann du willst und wie du willst, ein langes Gebet oder nur ein paar Sätze. Das Gebet gibt dir die Kraft, mit unangenehmen Begegnungen klarzukommen, schwierige Entscheidungen zu fällen oder bestimmte Sachen einfach zu machen. Gebet ist Power!


Gedanken zum Gebet Wie fühlt sich das an, wenn man betet? Gut. So als wenn man von allem anderen mal kurz eine Pause macht. Ich denke daran, dass Gott bei mir ist und dass ich einfach reden kann. Ich kann sagen, was ich will – er versteht es. Kannst du von einer bestimmten Erfahrung erzählen? Ein paar Leute haben mal für mich gebetet, da hab ich zum ersten Mal gespürt, dass Gott mir nah ist. Das war das Beste, was ich je erlebt habe. Da ging so ein richtiger Schauer durch meinen ganzen Körper. Lejonelle, 16 Jahre

Warum betest du? Um Gott näher zu kommen. Man kann Gott fragen und er antwortet. Es ist schwer zu erklären, wie, aber man fühlt das. Ob es zum Beispiel richtig ist, eine Sache zu tun, oder nicht. Da ist etwas, was einen antreibt oder zurückhält. Wie fühlt sich das an, wenn man betet? Beten fühlt sich gut an. Man ist nie allein. Man ist ganz ruhig und weiß, da ist jemand, der einen liebt und einem zuhört. Sandra, 15 Jahre

Wie fühlt sich das an, wenn man betet? Manchmal fühlt man Gott ganz nah. So ging mir das mal, als in einem Gottesdienst für mich gebetet wurde. Da hatte ich das Gefühl, ich könnte Gott beinah anfassen. Aber so ist das nicht immer, wenn ich bete. Eigentlich ist es eher selten, dass ich so deutlich etwas fühle. Aber du betest trotzdem weiter? Ich bin mir ganz sicher, dass Gott da ist. Ich kann darauf vertrauen, dass Gott mich hört, auch wenn ich es nicht jedes Mal fühle. Daniel, 38 Jahre

Wie betest du? Das ist für mich nicht kompliziert. Ich schließe einfach einen Moment die Augen und denke einen bestimmten Gedanken. Am liebsten sitze ich dabei auf meinem Bett. Bekommst du eine Antwort auf deine Gebete? Oft entdecke ich hinterher, dass ich eine Antwort bekommen habe. Es kann sein, dass ich mir wegen einer Sache viele Gedanken mache und oft bete. Dann vergesse ich sie, weil das, was mich beschäftigt hat, gut gegangen ist, und erst hinterher fällt mir ein, dass ich dafür ja gebetet habe. Sara, 24 Jahre

Gebet | 15


Und wie bekomme ich eine Antwort?

16 | Gebet Mehr, als wir sehen

Gott antwortet immer, wenn wir beten. Manchmal merken wir das nicht. Manchmal tun wir die Antwort einfach ab mit einem „Das wäre doch sowieso passiert, das hat mit Gott gar nichts zu tun“. Manchmal kommt die Antwort nicht so schnell, wie wir das wollen. Und manchmal gibt Gott nicht die Antwort, die wir wollen. Aber er antwortet immer. Ein bisschen vereinfacht kann man sagen, dass es vier verschiedene Sorten von Antworten gibt: „Ja“, „Nein“, „Warte“ oder „Klar – aber nicht so, wie du glaubst“. Wenn du mit Gott reden willst, dann versuch auch mal das zu hören, was Gott dir sagen will. Vermutlich wirst du keine donnernde Stimme hören oder flammende Buchstaben am Himmel sehen. Aber vielleicht macht sich da ein Gefühl bemerkbar, oder es kommt dir ein Gedanke, auf den du vorher nicht gekommen warst, du spürst einen Frieden, der da vorher nicht war. Dann weißt du Bescheid. Dann hat Gott geantwortet.


Gott:

Ja

Gott:

Ich

aber Du:

liebe ich

nein

*happy* Du:

dich, muss

sagen.

*bisschen

sauer*

Ja

Nein

Manchmal sagt Gott: „Ja!“ Das finden wir am schönsten. Da bekommen wir das, worum wir gebeten haben, genau so, wie wir es wollten.

Manchmal sagt Gott: „Nein!“ Gott ist kein Zauberer, der alle unsere Wünsche stets und auf der Stelle erfüllt. Wir bitten ja auch nicht immer um Sachen, die gut für uns sind … Aber es ist wichtig, sich klar zu machen, dass Nein auch eine Antwort ist. Es ist nicht dasselbe, als wenn Gott dein Gebet nicht gehört hätte.

Gott:

Ich

werde

eine

Antwort

aber

du

dir geben,

musst

warten. Du:

Gott:

Du

dich verstehst

wunderst erst es Du:

*seufz*

Warte Manchmal sagt Gott: „Warte!“ Da bekommen wir das, worum wir gebeten haben, aber nicht so schnell, wie wir es gern hätten. Oft haben wir bis dahin sogar vergessen, worum wir Gott mal gebeten haben!

und später. *grübel*

Klar Ð aber nicht so, wie du glaubst Manchmal sagt Gott: „Klar – aber nicht so, wie du glaubst!“ Du hast vielleicht gebetet, dass du in Mathe eine Eins schreibst. Aber statt dass du eines Morgens aufwachst und – simsalabim! – alle Gleichungen der Welt lösen kannst, sorgt Gott dafür, dass Basti dich fragt, ob ihr nicht zusammen Mathe machen wollt. Und dann läuft die Arbeit super. Eine Gebetserhörung!

Mehr, als wir Gebet sehen | 17


Fünf Hürden

So geht’s …

Beten ist schwierig, weil É

1 3 É ich nicht wei§, was man sagt

Wenn du betest, musst du keine speziellen Ausdrücke verwenden wie „himmlischer Vater“ oder irgendwie hochtrabend reden. Du kannst mit Gott so sprechen, wie du mit jedem anderen sprichst. Er ist nicht empört, wenn du „nicht den richtigen Ton triffst“. Es gibt überhaupt keinen „richtigen“ Ton. Gott ist nicht empfindlich.

É ich mir gar nicht sicher bin, ob es Gott Ÿberhaupt gibt. Na, dann ist das doch eine prima Gelegenheit, um es herauszufinden! Bete und guck, ob was passiert. Wir reden hier natürlich nicht über Gebete im Stil von „Gott, wenn es dich gibt, dann lass mich eine Million gewinnen“. Bete ehrlich, sag, was du ganz ernst meinst. Und dann lass dir so viel Zeit, wie es die Frage, ob Gott existiert oder nicht, verdient.

2 4 É ich mich schlecht konzentrieren kann

Schweifen deine Gedanken in alle möglichen Richtungen ab, wenn du zu beten versuchst? („Sind Sara und Frederik zusammen?“ „Haben wir in Mathe Hausaufgaben auf?“ „Hat Schalke jetzt eigentlich gewonnen oder nicht?“) Ein guter Trick ist, laut zu beten. Das kommt dir am Anfang vielleicht dämlich vor, aber das legt sich. Eine andere gute Hilfe ist, dir einfach eine Liste zu machen, wo alles draufsteht, weswegen du beten willst.

Nimm die Hürde! 18 | Gebet

Éich es immer vergesse Eine feste Gewohnheit ist vielleicht nicht besonders spaßig, aber sie funktio­ niert, wenn es darum geht, an wichtige Sachen zu denken.Versuch eine Gelegenheit zu finden, bei der du jeden Tag beten kannst.Vielleicht morgens auf dem Weg zum Bus? Oder immer gleich, wenn du von der Schule nach Hause kommst,

bevor du etwas anderes anfängst? Wann und wo spielt keine Rolle, Hauptsache, du kommst dazu. Wenn du am liebsten vor dem Einschlafen betest, kannst du dir ein Notizbuch neben das Bett legen, in das du alles schreibst, wofür du betest.

5

É weil ich nicht glaube, dass mir Gott zuhšrt Es ist wirklich ein Glück, dass Gott sich nicht überlegt, wer von uns würdig ist, zu ihm zu beten. Dann dürfte keiner beten! Gott hört jedem zu, egal, wer da betet.

Bete ein geschriebenes Gebet Wenn du es schwierig findest, nach eigenen Worten zu suchen, dann ist es schön, deine Gedanken in einem vorformulierten Gebet wiederzufinden. Schau mal ins Gesangbuch.

Bete leise, nur fŸr dich selbst Die üblichste Art des Gebets ist leise für sich selbst in Gedanken zu beten.

Bete laut Du musst natürlich nicht in voller Lautstärke beten, flüstern geht auch. Laut zu be­­ten, wenn man zum Beispiel ganz allein auf einem Berg oder im Wald ist, kann ein tolles Erlebnis sein!

Sing Viele Gesangbuchlieder und auch moderne Lieder sind vertonte Gebete.

Ein anderer betet fŸr dich An manchen Tagen fällt das Beten schwerer als sonst. Du kannst einen anderen bitten, für dich zu beten. Das nennt man Fürbitte.


Im Test : Gebetsorte Die Bibel fordert uns auf, ständig zu beten. Das setzt ja wohl voraus, dass man nicht nur mit gefalteten Händen, geschlossenen Augen und ganz kurz vor dem Einschlafen beten kann. Wir haben fünf Gebetsorte getestet!

In der Schlange

Auf der Toilette

Mit Headset

In der Muckibude

Wenn du dich in einer langen Warteschlange wiederfindest, nutz die Zeit zum Beten, statt dich zu ärgern! Plus: „Yippieh, eine lange Schlange – Zeit zu beten!“ zu denken statt „Grrrr ..., ich hasse Schlangen“ macht dich bestimmt zu einem fröhlicheren Menschen. Minus: Du riskierst, für verrückt gehalten zu werden, wenn du tief ins Gebet versunken vergisst, in der Schlange aufzurücken.

Der perfekte Ort, wenn es rundum stressig und turbulent zugeht. Schließ die Tür ab und fang an zu beten.Vergiss aber nicht, dass sich draußen vielleicht im Lauf der Zeit Menschen in größten Nöten sammeln ... Plus: Du bist völlig ungestört. Minus: Du bekommst seltsame Geburtstagsgeschenke, wie Hausmittel gegen Durchfall und Ähnliches, wenn du diese Taktik zu häufig anwendest.

Ohrknöpfe einsetzen und losbeten. Jetzt glauben alle, dass du mit einem Freund redest! Die Low-budget-Variante: Walkman-Kopfhörer in die Ohren und so tun, als ob du ein Handy in der Tasche hättest. Plus: Funktioniert überall. Minus: Laut mit sich selbst zu sprechen, während andere in der Nähe sind, zeugt nicht von besonders guter Erziehung. Auch wenn man mit dem Boss der Welt spricht, sollte man auf Takt und Stil achten.

Auf dem Laufband möchte man gern an alles Mögliche denken, was einen vom Display ablenkt, das behauptet, man wäre erst 400 Meter gelaufen, obwohl man schon völlig fertig ist. Also ein guter Platz, um zu beten! Plus: Gebete wie „Herr, gib mir Kraft!“ bekommen einen völlig neuen Sinn. Minus: Glänzende Muskeln und hautenge Trikots können die Konzentration beeinträchtigen.

Note:

★★★

Note:

★★★★

Note:

★★★

Note:

★★

Im Bus Einfach die Augen schließen und den Kopf gegen das Fenster lehnen. Jetzt glauben alle, dass du auf dem Weg zur Schule ein bisschen Schlaf nachholst. Plus: Ein guter Start in den Tag Minus: Wenn du zu lange betest, verpasst du die Haltestelle, kommst zu spät zur Schule und hast einen echt miesen Start in den Tag. Note:

★★★★★

R E G IE

S T S TE

Gebet | 19


Der Welthit unter den Gebeten Unser Vater im Himmel Wenn du betest, wendest du dich nicht an eine unpersönliche, kosmische Kraft. Wenn du betest, sprichst du mit Papa. Das ist doch echt fantastisch, dass wir uns an den Schöpfer des Universums wenden und sagen dürfen: „Papa, jetzt will ich mal mit dir sprechen!“ Der Zusatz „im Himmel“ erinnert uns daran, dass Gott nicht wie ein normaler, irdischer Vater ist. Das ist wichtig zu wissen, falls du zum Beispiel kein gutes Verhältnis zu deinem eigenen Vater hast. Gott ist der Traumpapa und immer gut zu erreichen. Er sitzt nicht versteckt zwischen Wolken, sondern wir können uns vorstellen, dass er im Himmel ist. Den sehen wir immer über uns, und er erstreckt sich um die ganze Erde.

Geheiligt werde dein Name

VATER UNSER

In der Bibel ist der Name mehr als nur ein Wort. Er ist ein Teil der Person, die den Namen trägt. Wenn du betest, dass sein Name geheiligt werde, ist es dasselbe, wie wenn du betest, dass Gott geheiligt werde. Geheiligt bedeutet so was Ähnliches wie geehrt oder erhöht. Wenn du das betest, sagst du aber nicht: „Sieh zu, dass du erhöht wirst“, sondern du betest, dass Gott durch dich geehrt und erhöht wird, dass andere durch deine Art zu leben Gott entdecken.

Dein Reich komme Gottes Reich ist eine neue Weltordnung, in der Gott König ist. Dass alle Gott kennen lernen, ist der erste Schritt – wenn wir dann auch nach seinem Willen leben, kann sein Reich Wirklichkeit werden. Mit der Geburt von Jesus wurde sozusagen das erste Samenkorn zu Gottes Reich in die Erde gesetzt. Man könnte sagen: Die Vorgruppe spielt schon, aber das richtige Konzert, das ganz große Fest, geht erst los, wenn Gott König für alle ist.

Dein Wille geschehe ... Anders als viele glauben, geht es beim Christsein nicht um jede Menge „Du sollst nicht ...“ (fluchen, saufen und so weiter). Stell dir vor, du bist in jemanden verliebt. Da läufst du ja nicht rum und denkst dauernd daran, was du jetzt nicht tun kannst. Zur Liebe gehört, dass du bestimmte Sachen für den anderen tun willst. Mit dem Glauben an Gott ist das genauso. Man will einfach nicht mehr alles so machen wie vorher. Da ist es überhaupt nicht schwierig zu beten: „Dein Wille geschehe ...“

... wie im Himmel so auf Erden Das ist eine Art Zusammenfassung von dem, was wir bis hierhin gebetet haben. Gottes Reich soll sich vom Himmel aus über die Erde ausbreiten, und zwar dadurch, dass Gottes Wille geschieht. Dann wird die Erde zu einem Spiegelbild des Himmels.

20 | Gebet Mehr, als wir sehen


Unser tŠgliches Brot gib uns heute Brot steht hier für alles, was wir brauchen, um zu überleben: Essen, Kleidung, Wohnung ... Bei der Bitte um Brot geht es nicht darum, um Überfluss zu bitten oder um eine finanzielle Absicherung für den Rest des Lebens. Da würden wir nach einer Weile leicht vergessen, dass alles eigentlich von Gott kommt. Stattdessen sollen wir jeden Tag um das bitten, was wir heute brauchen.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern Du musst nicht perfekt sein, um an Gott glauben zu dürfen. Und du wirst auch nicht perfekt, wenn du anfängst an Gott zu glauben. Auch Christen müssen um Vergebung bitten, immer und immer wieder. Gottes Vergebung bekommst du nicht als Belohnung dafür, dass du gut warst und anderen vergeben hast. Das funktioniert genau andersherum: Gott vergibt dir allen Mist, den du jeden Tag machst; du musst ihn nur darum bitten. Wenn es darum geht, einem anderen zu vergeben, denkst du daran, was Gott dir schon alles vergeben hat. Gottes Vergebung gibt Kraft, anderen zu vergeben.

Und fŸhre uns nicht in Versuchung, sondern erlšse uns von dem Bšsen Wenn du dich entscheidest, an Gott zu glauben, dann wählst du einen Weg, auf dem dir viele Schwierigkeiten begegnen. Das ist eben nicht der Weg, den die meisten wählen. Du kannst auf Widerstand treffen, vielleicht sogar bei deinen Freunden und der eigenen Familie. Gott hat nicht versprochen, alles Unangenehme von uns fern zu halten, er hat aber versprochen, immer bei uns zu sein und uns mitten in den Schwierigkeiten zu helfen. Wenn es eng wird, hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst dich bei Gott beschweren, weil er sich in deinen Augen aus dem Staub gemacht hat oder nicht genug für dich tut. Oder du betest und bittest ihn um Hilfe.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Diese Zeilen fassen das ganze Gebet zusammen. Wir bekräftigen, dass wir an das glauben, worum wir am Anfang gebeten haben. Da haben wir gebetet, dass Gottes Reich kommen soll, und jetzt sagen wir, dass das Reich schon Gott gehört. Wir haben gebetet, dass Gottes Wille geschehen soll, aber wir sind auch fest überzeugt, dass alle Macht bei Gott liegt. Wir haben gebetet, dass Gottes Name geheiligt werden soll, und gleichzeitig danken wir dafür, dass seine Herrlichkeit schon sichtbar ist. Am Ende des Gebets drücken wir also unser Vertrauen aus: Gott wird das tun, worum wir ihn bitten. „Amen“ heißt: „Lass es so geschehen“, und bedeutet, dass ich dem Gesagten zustimme.

Das Gebet des Herrn Das Vaterunser wird manchmal auch „Gebet des Herrn“ genannt, weil es Jesus selbst war, der es seinen Schülern beibrachte. (Matthäus 6,9-13)

Vaterunser Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gebet | 21


Was kann ich Gott sagen? Bitte ihn um Hilfe

Danke

Das Gebet um Hilfe ist sicher das häufigste Gebet. Wenn es im Leben hart auf hart kommt, beten sehr viele Menschen zu Gott. Und das ist richtig so. Gott will uns helfen – wenn auch nicht immer genau so, wie wir uns das vorgestellt haben. David begann seine Karriere als Hirte und schlug sich mit Löwen und Bären. Dann kämpfte er gegen Goliat. Als er selbst König wurde, hatte er eine Menge Feinde, die auf seinen Thron wollten. David hatte also oft Gelegenheit, sich Hilfe suchend im Gebet an Gott zu wenden. Einen seiner Hilferufe findest du in Psalm 70.

Sei wŸtend Wenn du auf jemanden wütend bist, musst du beim Beten nicht so tun, als wäre nichts. Sag Gott, wie wütend du auf den bist, der dir Böses getan hat. Das gilt auch, wenn du auf Gott selbst wütend bist. Schleuder ihm deine ganze Wut entgegen – er hält das aus. David hat einige der schönsten Psalmen geschrieben – und einige der blutdürstigsten. Ein Beispiel findest du in Psalm 139,19-22.

22 | Gebet

Das biblische Buch der Psalmen enthält 150 Gebete und Lieder an Gott.Viele von ihnen wurden von David geschrieben, einem der ersten Könige von Israel. Wenn er betete, überschüttete er ihn mit allem, was er auf dem Herzen hatte. Es lohnt sich, seine Psalmen zu lesen, denn sie machen Mut, mit Gott so einfach zu sprechen, wie er es gemacht hat.

Bitte ihn um Vergebung

Oft gibt es viele Sachen, für die wir Gott danken können, aber wir kommen nicht drauf. Längst nicht alle haben ein Bett, in dem sie schlafen können, jeden Tag etwas zu essen und eine Heimat, in der kein Krieg tobt. Gott enttäuschte David nie, sondern half ihm immer, wenn David ihn darum bat. David hat viele schöne Psalmen geschrieben, in denen er Gott von ganzem Herzen dankt. Lies mal einen der Dankpsalmen: Psalm 138.

Was beim Beten am schwersten fällt, ist, Gott um Vergebung für das zu bitten, was falsch gelaufen ist. Dass es schwer fällt, liegt daran, dass du genau weißt: Du selbst hast Fehler gemacht. Aber Gott mag dich, egal, wie viel Mist du gebaut hast. Und wenn du ihn um Vergebung bittest, vergisst er, was geschehen ist. David lebte in großer Nähe zu Gott, aber er war alles andere als perfekt. Er musste Gott um Vergebung bitten – er war nicht nur untreu gewesen, er hatte auch dafür gesorgt, dass ein Mann ermordet wurde. In Psalm 51 kannst du lesen, wie David sich fühlte, als er um Vergebung bat.

Lobe

Zweifle

Gott loben, ihn zu ehren, das heißt, zu jubeln, ihm zu danken, dass er so mächtig ist, so voller Liebe, so gut ... eben all das, was Gott zu Gott macht. Es ist so was wie eine Huldigung und eine Liebeserklärung in einem. David war völlig klar, dass er zwar der mächtigste Mann in Israel war, dass es da aber noch einen viel Größeren und Mächtigeren gab. Er lobte Gott oft mit großartigen Psalmen, solchen wie dem 29.

An manchen Tagen zweifelst du, dass es Gott überhaupt gibt, dass er gerade dich liebt, dass er zuhört, wenn du betest. Das alles kannst du Gott sagen. Denn auch an den Tagen, wenn es sich nicht so anfühlt, ist er da und liebt dich. Und er hört dir wirklich gerne zu, wenn du ihm deine Zweifel sagst. Obwohl David so oft erlebte, was Gott tat, zweifelte er manchmal. Und er zögerte nie, Gott zur Rede zu stellen, so wie zum Beispiel in Psalm 13.


GOTT

Stell dir vor, ein Marienkäfer hätte plötzlich den totalen Durchblick und wüsste, wie das Universum aussieht und wie es funktioniert. Natürlich würde er das sofort seinen Käferkollegen erzählen wollen. Aber mit welchen Worten? Wie müsste er sich ausdrücken, damit sie es kapieren? „Es ist groß!“ – „Aha. Etwa größer als der Wald?“ „Die Sterne sind unglaublich schön und riesig!“ – „Hm. Und was ist ein Stern?“

32 | Gott Mehr, als wir sehen

Wenn wir Gott beschreiben wollen, sind wir so hilflos wie der Marienkäfer. Wir können dies und das sagen, aber egal, was wir sagen, es kann niemals erklären, wer Gott ist. Manche Beschreibungen können uns helfen, ein bisschen mehr von Gott zu verstehen, aber wir werden nie alles verstehen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist das vielleicht gar nicht so seltsam. Wenn wir Menschen alles verstehen würden und alles über Gott wüssten, dann wäre er ja nicht größer als wir!


Heilig ãNiemand ist so heilig wie du, denn du bist der einzige und wahre Gott. Du bist ein Fels. Keiner ist so stark und unerschŸtterlich wie du.Ó (1. Samuel 2,2) Es ist nicht ganz einfach zu verstehen, was das bedeutet: Gott ist heilig. Es wird ein bisschen einfacher, wenn man heilig durch heil ersetzt. Dass Gott heilig ist, bedeutet, dass er heil, also ganz, vollkommen und ohne Mangel ist. Heilig kann man auch mit abgesondert oder getrennt von übersetzen. Gott ist von allem Bösen und von aller Sünde getrennt. In der Bibel gibt es Berichte von Menschen, die dem Heiligen begegnet sind. Ein Beispiel ist Hesekiel im Alten Testament. Als er erkannte, dass Gott gegenwärtig war, fiel er nieder auf die Erde. Plötzlich erkannte er nämlich auch, wie viele Fehler und Mängel es in seinem eigenen Leben gab – wie sollte er da vor dem Heiligen stehen? Im Licht von dem, was heilig, vollkommen und strahlend ist, sieht man die Schmutzflecken besonders deutlich. Gott zu begegnen ist deshalb nicht dasselbe, wie einem gemütlichen, weißbärtigen Opa zu begegnen – die Begegnung mit Gott kann wehtun! Aber Gott ist nicht nur heilig, er ist auch gnädig.

Mehr, als wir sehen Gott | 33


Gnädig ãBarmherzig und gnŠdig ist der Herr ...Ó (Psalm 103,8a) Ein römischer Gladiator, dem der Gegner das Messer an den Hals hielt, konnte den Kaiser um Gnade bitten. Gnade gewährt zu bekommen oder nicht, war also eine Frage von Leben und Tod.

34 | Gott Mehr, als wir sehen

Genau wie der Kaiser will Gott uns Gnade schenken. Aber Gott ist kein launischer Kaiser, der Gnade gewährt, wenn er in guter Stimmung ist, und Gnade verweigert, wenn er schlecht gelaunt ist. Gott schenkt allen seine Gnade – wir müssen ihn nur darum bitten. Gnade bedeutet: gratis, auf Latein: gratia. „Grazie!“, sagen bekanntlich die Italiener, wenn sie sich bedanken. Weil Gott gnädig ist, bekommen wir die Vergebung unserer Sünden „gratis“. Wenn wir sie nicht bekämen, könnten wir gar nicht mit Gott in Verbindung stehen. Egal wie nett wir sind und wie viele gute Sachen wir tun, wir könnten Gott nicht erreichen. Gottes Gnade ist überfließend, und wir bekommen viel mehr davon, als wir verdienen. Das tut Gott, weil er voller Liebe ist.


Voller Liebe ãBarmherzig und gnŠdig ist der Herr, gro§ ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe.Ó Psalm 103,8 Gottes herrlichste Eigenschaft ist, dass er ein liebender Gott ist. Gott ist so voller Liebe, dass sie sozusagen ständig überfließt. Es gibt niemanden, der dich so sehr liebt, wie Gott es tut. Wer liebt, will zurückgeliebt werden, will so viel Zeit wie möglich gemeinsam mit dem anderen verbringen. Mit Gott ist das nicht anders – er möchte wahnsinnig gern, dass du ihn zurückliebst und dass ihr im ständigen Kontakt seid. Kannst du dir vorstellen, dass Gottes Liebe irgendwann am Ende ist? Nein, Gottes Liebe hat kein Ende. Niemals. Gottes Liebe ist ewig.

Mehr, als wir sehen Gott | 35


Ewig ãBevor die Berge geboren wurden, noch bevor Erde und Weltall entstanden, warst du, o Gott. Du bist ohne Anfang und Ende ... Tausend Jahre sind fŸr dich wie ein einziger Tag, wie ein Tag, der im Flug vergangen ist, wie eine Stunde Schlaf.Ó Psalm 90,2.4 Gott ist ewig. Genau wie ein Kreis hat er keinen Anfang und kein Ende. Wenn Gott sich selbst vorstellt, sagt er oft einfach: „Ich bin.“ Nicht: „Mich gibt’s schon unheimlich lange und mich wird es auch noch eine Weile geben.“ Gott ist. Dass Gott ewig ist, heißt nicht, dass er mit jedem Tag älter und zunehmend müde wird. Gott steht über der Zeit – schließlich ist er es, der sie geschaffen hat! Das bedeutet: Gott ist heute genau derselbe, der er auch vor tausend Jahren schon war.

36 | Gott Mehr, als wir sehen


Gedanken über Gott Gottes Versteck Manche Leute sprechen davon, dass man „Gott finden“ muss, und es ist nicht verwunderlich, dass das schwer ist. Er hält sich im dunkelsten Versteck verborgen – deinem Herzen. Du selbst bist ein Teil von ihm. (Christopher Morley)

Wer hat wen geschaffen? Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, sagt die Bibel. Die Philosophen machen es gerade umgekehrt, sie schaffen Gott nach dem ihrigen. (C.G. Lichtenberg)

Was bedeutet ãIch glaube an GottÓ? Dies bedeutet für mich, dass es eine Instanz gibt, die über dem Menschen steht. Etwas Höheres, das mit dem menschlichen Verstand nicht zu erfassen und nicht zu erklären ist. Das ich aber brauche, um eine Ordnung in dieser Welt erkennen zu können. (Bundespräsident Horst Köhler)

Ein Fremder im Bus What if God was one of us Just a slobe like one of us Just a stranger on the bus Trying to make his way home Back to heaven all alone. (Joan Osborne in „One Of Us“)

Ein KŸnstler Gott ist ja auch nichts anderes als ein Künstler. Er erfand die Giraffe, den Elefanten und die Katze. Genau genommen hat er keinen Stil. Er versucht immer neue Dinge. (Picasso)

Ohne Gott Leben ohne Gott ist wie Fußball ohne Ball. (Dirk Heinen)

Wir glauben an Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er ist auch unser Vater. Er hat die Welt erschaffen und uns Menschen geformt nach seinem Bilde. Alles Lebendige ist sein und steht unter seinem Schutz. Seiner liebevollen Sorge vertrauen wir uns an. Wir glauben an Jesus Christus, in welchem Gott Mensch wurde, einer von uns. Er hat unser aller Schicksal auf sich genommen. Er hat am Kreuz unsere Schuld abgetragen und die ganze Schöpfung mit ihrem Schöpfer versöhnt. Gott hat ihn auferweckt von den Toten, damit wir eine lebendige Hoffnung haben: Gottes Liebe ist mächtiger als die Mächte des Todes, sie wird den Sieg behalten über die Finsternis. Darum warten wir voll Hoffnung, bis Jesus Christus wiederkommen wird als Herr über die Lebenden und die Toten. Wir glauben an den Heiligen Geist, in welchem Gott uns verbindet zur Gemeinschaft der weltweiten Kirche Christi. Er macht uns bereit, Feindschaft zu überwinden und Versöhnung zu wagen. Er hilft uns zum Glauben und schenkt uns Kraft, furchtlos einzutreten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Er macht uns gewiss, dass auf alle, die dem Evangelium vertrauen, ein heiles und unvergängliches Leben wartet in Gottes kommender Welt. Amen.

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1+1+1=1? In der Bibel steht, dass es nur einen Gott gibt. Gleichzeitig sagt Jesus, dass er Gott ist, dass der Vater, der ihn gesandt hat, Gott ist und dass der Heilige Geist Gott ist. Wie passt das eigentlich zusammen? Genau das war die große und schwierige Frage für die Christen in den ersten Jahrhunderten. Also setzten sich alle möglichen klugen Menschen hin und grübelten lange, wie das alles zusammenhängen könnte. Beim Konzil (Kirchentreffen) von Nizäa im Jahr 325 entschied man, dass die Sache so sein musste: Gott kann sich als Vater, Sohn und Geist offenba-

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ren. Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, und der Geist ist Gott. Aber es gibt nur einen Gott. Findest du, dass sich das etwas verwickelt anhört? Da bist du nicht allein. Martin Luther hat es so ausgedrückt: „Man soll nicht streiten, wie das sein kann, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ein einziger Gott seien, wo es doch unbegreiflich ist ...“ Es hat viele Versuche gegeben zu erklären, wie sich das mit der Dreieinigkeit verhält. Einige Erklärungen findest du rechts. Aber keine dieser Erklärungen schafft es auch nur annähernd, Gott zu beschreiben. Vielleicht ist das auch gar nicht wichtig. Wir müssen nicht wissen, wie der Sauerstoff in der Luft unser Überleben sichert, um atmen zu können. Wir müssen nicht verstehen, wie der Motor funktioniert, um Auto zu fahren. Genauso wenig müssen wir verstehen, wie Gott dreieinig sein kann, um an ihn zu glauben. Wir müssen es einfach als das nehmen, was es ist: ein großes Geheimnis.

Vier Versuche, das UnerklŠrliche zu erklŠren Gott ist wie ein Dreieck Ein Dreieck hat drei Seiten. Dennoch ist es nur ein einziges Dreieck. Gott ist wie ... sagen wir: Mia Stell dir eine Person vor, die Mia heißt. Sie kann Mutter, Tochter und Schwester sein, obwohl sie nur eine einzige Person ist. Gott ist wie ein Akkord Ein Akkord kann aus drei verschiedenen Tönen bestehen. Drei verschiedene Töne bilden gemeinsam einen volleren Klang als jeder einzelne Ton für sich. Gott ist wie Wasser Wasser gibt es in fester Form (Eis), in flüssiger (Wasser) und in gasförmiger (Dampf). Egal, in welcher Form es vorkommt, es ist immer derselbe Stoff.


Wenn Gott allmŠchtig ist, kann er dann einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass er selbst ihn nicht heben kann? Gott hat bei der Erschaffung der Welt gewisse Regeln und Gesetzmäßigkeiten „eingebaut“. 1+1 ist zum Beispiel immer 2. Ein Stein ist immer ein Ding mit einer bestimmten Masse, und die kann nie unendlich groß sein. Sonst wäre es kein Stein.Von einem Stein zu sprechen, den niemand heben kann, ist deshalb nur eine Gedankenspielerei. Das ist so, als würde man jemanden auffordern, ein viereckiges Dreieck zu zeichnen. Das geht nicht, weil ein Dreieck nun mal drei Ecken hat. Wenn es die nicht hat, ist es kein Dreieck. Wer kein viereckiges Dreieck zeichnen kann, ist deshalb noch kein schlechter Dreieckszeichner.

Wer hat Gott geschaffen? Einer der Namen für Gott, die in der Bibel genannt werden, heißt: „Der, der ist, der war und der sein wird“. Das bedeutet, dass Gott immer da war und immer da sein wird. Niemand hat Gott geschaffen – er war schon immer da. Diese Antwort hört sich wenig befriedigend an, aber die Fragen nach Zeit und Ewigkeit sind auch nicht leichter zu beantworten, wenn man nicht an Gott glaubt. Gab es etwas, bevor die Zeit begann? Woher kam das erste Atom des Universums?

Warum hat Gott uns einen freien Willen gegeben? Es ist schwer, darauf zu antworten, warum Gott manche Sachen so und nicht anders gemacht hat. Und warum hat er die Welt überhaupt geschaffen? Warum hat er gerade mich geschaffen? So etwas können wir nie sicher wissen, wir können nur raten. Dass Gott uns einen freien Willen gegeben hat, liegt vielleicht daran, dass er keine Welt voller Roboter haben wollte. Liebe kann es nicht ohne freien Willen geben. Gott hat eine Welt mit Menschen geschaffen, die selbst wählen dürfen und müssen, ob sie an ihn glauben und ihn lieben. Deshalb leben wir auch nicht in einer perfekten Welt, weil wir uns ja nicht immer entscheiden, das zu tun, was gut ist.

Liebt Gott auch Satanisten? Unglaublich, aber wahr: Ja! Klar, dass er sich nicht freut, wenn Satanisten ihm den Rücken zuwenden, aber er liebt sie trotzdem genau so, wie er alle anderen liebt. Ich finde das vielleicht ungerecht, dass ich mein ganzes Leben lang tue, was ich kann, und mich echt anstrenge, nett zu sein, und Gott mich dann trotzdem nicht mehr liebt als den überzeugtesten Atheisten oder den schlimmsten Massenmörder. Aber genau das ist ja der Knackpunkt bei Gottes Liebe: Alle bekommen sie, obwohl eigentlich keiner sie verdient hat. Gott will nicht, dass wir Böses tun, aber er liebt uns, selbst wenn wir völlig danebenliegen.

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