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You’ll never walk alone

Porträts, Storys und Denkanstöße aus der Fußballwelt

Das Turnier

VORWORT

Liebe Fans,

der Fußball ist eine faszinierende Angelegenheit. Die angeblich „schönste Nebensache der Welt“ weckt in uns Emotionen, die manche Hauptsache nicht hervorrufen kann. Und das Verrückte ist: Zwischen Euphorie und tiefer Enttäuschung liegen manchmal nur Millimeterentscheidungen, die für das Spiel genauso entscheidend sein können, wie für die Stimmung am Wochenende: Bei einem Sieg kann im Grunde nichts mehr die Freude trüben. Aber nach einer Niederlage braucht es einige Zeit, bis wir wieder gut drauf sind. Das zieht ganz schön runter!

In diesem Buch geht es genau darum. Um die Höhen und Tiefen, die man erleben kann. Um den Druck, der sich aufbaut vor einem entscheidenden Spiel. Um die Herausforderungen und Chancen, mit denen man konfrontiert wird.

Ich selbst habe einiges davon schon selbst erlebt. Ich kenne das verrückte Gefühl, wenn man ans Telefon geht, und am anderen Ende meldet sich tatsächlich der Nationaltrainer. Und genauso die Enttäuschung, es

nicht in den Kader geschafft zu haben. Ich habe meine Strategien, mit dem Leistungsdruck auf dem Platz umzugehen und Niederlagen zu verarbeiten.

Eine dieser Strategien ist relativ einfach: Ich weiß, dass Fußball eine Nebensache ist.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe diesen Sport und der Fußball hat mir schon viel ermöglicht in meinem Leben. Aber in Bezug aufs große Ganze bleibt diese faszinierende Welt doch letztlich relativ unbedeutend. Für den Sinn in meinem Leben brauche ich etwas anderes. Beziehungsweise: jemand anderes. Und zwar Jesus Christus. Er ist es, der mich trägt, wenn ich es nicht in den Kader schaffe, meine Mannschaft verliert oder ich durch eine schwere Verletzung muss. Bei ihm kann ich auch all den Dank und die Euphorie abladen, wenn es gerade richtig gut läuft. Denn er gibt meinem Leben Halt und Ausrichtung.

Auch davon handelt dieses Buch, und es verknüpft auf diese Weise die schönste Nebensache der Welt mit der Hauptsache!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Euer Felix

DIE MANNSCHAFT

Der Trainer

Das Potenzial wecken

Ganz

klar: Der Trainer ist entscheidend für den Erfolg. Meiner hatte mich bestmöglich auf die Europameisterschaft im Duathlon vorbereitet. Ich habe ihm vertraut und den Europameistertitel für Deutschland gewonnen.

Welche Menschen waren für mich Lebens„Trainer“?

Ein guter Trainer muss dich kennen, fördern, herausfordern, anleiten und dir etwas zutrauen, damit du dein Bestes geben kannst. Er bestärkt das Gute in dir und gibt dir Sicherheit auf dem richtigen Weg. Er lebt dir vor und zeigt dir, was du umsetzen kannst. Genau das wünsche ich mir von einem Vater – auch vom „himmlischen Vater“, von Gott. Ich stelle mir Gott wie einen perfekten Vater vor – nicht wie meinen eigenen Vater mit seinen Fehlern und seiner Begrenztheit. Oder wie einen perfekten Trainer, dem ich vertraue, dass er das Beste für mich will: Er ist bedingungslos für mich da. Er fördert mich. Fordert mich auch mal heraus, leitet mich im Leben an und traut mir etwas zu. Er möchte, dass ich mir meiner Identität bewusst und seiner Liebe sicher bin, egal, was auf dem Spielfeld

passiert. Und Gott ist auch ein Mannschaftstrainer: Er fördert nicht nur mich allein, sondern mein Zusammenspiel mit meinen „Mitspielern“ im Leben.

Unser himmlischer Trainer kennt dich und mich besser als jeder andere. Er kennt unsere Stärken und Schwächen, unsere Siege und Niederlagen und hat uns die Begeisterung für den Fußball geschenkt.

Jesus, der unseren himmlischen Trainer und Vater kannte wie kein Zweiter, sagte einmal: Kein unvollkommener, menschlicher Vater gibt seinem Kind, das ihn um ein Ei bittet, stattdessen einen Skorpion. Der vollkommene Vater erst recht nicht (Lk 11,12). Und auch als Trainer ist Gott jedem menschlichen Trainer tausendfach überlegen.

„Am Montag nehme ich mir vor, zur nächsten Partie zehn Spieler auszuwechseln. Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier Spieler. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, dass ich doch wieder dieselben elf Scheißkerle einsetzen muss wie in der Vorwoche.“

JOHN TOSHACK, TRAINER

Egal, ob du dich gerade auf dem Höhepunkt deiner Karriere (sei es im Sport oder sonst im Leben) oder in einer schwierigen Phase befindest: Gott sieht in dir nicht, was du jetzt gerade leistest – er sieht in dir den Menschen, den er aus dir machen will. Er setzt auf dich

– unabhängig von deinen Leistungen oder deinem Status. Du kannst dich auf seinen Beistand verlassen, selbst wenn du dich im „Gefängnis“ der Herausforderungen befindest oder der „Streber“ in deinem Streben nach Perfektion bist oder der „Goalgetter“ und „Matchwinner“, der das Spiel entscheidet.

Wenn du dich also das nächste Mal auf dem Platz befindest oder dich den Herausforderungen im Spiel des Lebens stellst, denke daran: Du hast den besten Trainer an deiner Seite – Gott, deinen himmlischen Vater.

DANIEL MANNWEILER

Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind einen Skorpion geben würde, wenn es ihn um ein Ei bittet? Wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.

aus LUKAS 11,11-13

Daniel Mannweiler ist erfolgreicher Triathlet, mehrfacher Teilnehmer beim Ironman auf Hawaii, Bronzemedaillengewinner bei der Duathlon-WM 2023 und seit 2022 Gesamtleiter von SRS e.V.

COLIN BELL

Trainer der Frauen-Nationalmannschaft von Südkorea

Lieblingsposition:

Außenverteidiger oder zentrales Mittelfeld

Colin Bell hat in seiner aktiven Zeit lange Zeit in Deutschland gespielt. Vor seiner Zeit als Trainer in der Frauen-Bundesliga bei Neuenahr-Ahrweiler war er hauptamtlich für SRS tätig, für die er weiterhin als Botschafter der Werteoffensive ehrenamtlich aktiv ist. Aktuell ist er Trainer der Frauen-Nationalmannschaft von Südkorea, mit der er durch das Unentschieden gegen die deutsche Mannschaft für Aufmerksamkeit sorgte.

Was ist dein Lieblingsverein?

Seit 1968 ist das Manchester City.

Wer ist dein sportliches Vorbild und warum? Mein Vorbild war immer mein Namensvetter Colin Bell, Spieler bei Man. City and England. Weil er immer 100 % Einsatz gezeigt hat und charakterlich sehr bescheiden geblieben ist. Leider ist er 2021 gestorben.

Was möchtest du sportlich erreichen? Ich möchte gerne einen Titel gewinnen und nochmals bei einer WM dabei sein.

Was war deine schwerste Verletzung? Meine schwerste Verletzung hatte ich, als ich 16 Jahre alt war. Ein Muskel im hinteren Oberschenkel war gerissen, und ich musste fast ein Jahr pausieren.

Was war das schönste Lob, das du erhalten hast? Das Lob von einem ehemaligen Spieler, „Colin, du warst immer für mich da, egal was war.“

Was ist deine Lieblings-Bibelstelle?

„Darum lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir! Mein vergängliches Leben auf dieser Erde lebe ich im Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der mich geliebt und sein Leben für mich gegeben hat.“

(Galater 2,20)

Warum ist dir der christliche Glaube wichtig? Nichts ist wichtiger als meine Beziehung zur Jesus. Obwohl ich seine Gnade nicht verdient habe. Obwohl ich immer wieder hinfalle und Jesus dann frage: „Was willst du eigentlich mit jemandem wie mir?“ Dennoch bleibt er treu, liebevoll und geduldig.

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