ECKART ZUR NIEDEN Arme habt ihr allezeit bei euch; einen rechten und einen linken
100 Sprüche, die so
nicht in der Bibel stehen ...
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Eckart zur Nieden, Jahrgang 1939, lange Jahre Rundfunkredakteur, lebt heute im Ruhestand in Marburg. Er ist Autor vieler Bücher und Hörspiele für Kinder und Erwachsene. Bibelzitate folgen der LUT 84: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Auflage in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
© 2023 Brunnen Verlag GmbH, Gießen Lektorat: Susanne Baum Umschlagfoto: Adobe Stock Umschlaggestaltung: Daniela Sprenger Satz: Brunnen Verlag GmbH Druck: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN Buch 978-3-7655-3620-5 ISBN E-Book 978-3-7655-7694-2 www.brunnen-verlag.de
Im Gespräch mit manchen Bibelkennern und Skeptikern, Suchenden und Selbstsicheren, Spitzfindigen und Denkfaulen, Traditionalisten und Avantgardisten, Gleichgültigen und Eiferern, Glaubenden und Zweiflern hat sich mein Blick auf die biblische Wahrheit geschärft. Ihnen allen sei dieses Buch gewidmet.
„Der Altmeister des geschriebenen Wortes liefert seinen Lesern eine spannende Entspannungslektüre. Man darf sich vom feinen Humor des Autors anstecken lassen. Was ist biblisch, was nicht? Das Werk hat das Zeug, ein routiniertes Bibellesen neu zu beleben.“ Jürgen Mette
Vorwort Man kann sie ja verstehen, die ersten Menschen. Sie waren neugierig. Allerdings verstießen sie gegen Gottes Gebot, als sie auf die Schlange hörten und von der verbotenen Frucht aßen. Und welche Folgen hatte das! Was für ein Tausch! Sie haben den Segen Gottes verspielt für ’nen Apfel und ’n Ei. Allerdings steht da nichts von einem Apfel. Den finden wir nur auf alten Bildern. Und ein Ei gab’s da auch nicht. Oder ich denke an Jona und stelle mir vor, wie er nach Ninive gehen sollte, aber nicht wollte. Und wie er ein Schiff nach Tarsis bestieg, in die entgegengesetzte Richtung, und sich Mut machte mit dem Entschluss: „Let’s go west!“ Wir schmunzeln, wenn ein Zitat aus der heutigen Welt oder eine moderne Redewendung in Verbindung gebracht wird mit den altehrwürdigen Bibeltexten. Wir schmunzeln, aber wir spüren, dass diese Texte dabei eine neue Aktualität bekommen. Es gab Knatsch in der Gemeinde. Warum müssen manche Mitchristen nur so uneinsichtig sein! Dabei sollen wir doch alle lieben. Schreibt nicht Paulus: Die Liebe ist das Band der Vollkommenen? Nein, er schreibt: Die Liebe ist das Band der Vollkommenheit. Vollkommene zu lieben, ist nicht schwer. Aber Unvollkommene zu lieben, erfordert die Kraft dessen, der sich als Vollkommener für uns Unvollkommene hingegeben hat. 4
Sind wir nicht in der Gefahr, Bibelworte falsch zu lesen oder falsch zu deuten, weil sie uns mit kleinen Änderungen besser in den Kram passen? Und wir merken kaum, welche Schätze uns dabei verloren gehen. Mir fiel auf, wie das Aussprechen des Gegenteils oft die göttlichen Wahrheiten besser hervortreten lässt. Und wie humoristische – also nicht bierernste, aber ernsthafte – Zitate oder Redewendungen biblische Aussagen aktueller erscheinen lassen. Daraufhin begann ich, solche falschen Sprüche und ein paar Gedanken dazu zu notieren. Hier sind hundert davon.
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Gott brachte alle Tiere zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte. Und Adam sprach: So viele! Da muss ich öfter repetieren, damit ich nicht aus der Mücke einen Elefanten mache. Das da zum Beispiel ist die Nachtigall und nicht die Lerche.
Auf den ersten Blättern der Bibel lesen wir von der Schöpfung und von der Auflehnung des Menschen gegen Gott, und von den Folgen. Wir lesen aber auch davon, wie der Mensch zu etwas Besonderem wird gegenüber den Tieren, nachdem Gott ihm seinen Atem eingeblasen hat. Zum Beispiel ist er neugierig und wissensdurstig – was sich die Schlange dann zunutze macht. Und er kann sprechen. Das wird deutlich daran, dass er den Tieren Namen gibt. Was für ein Wunder ist die Fähigkeit des Menschen zu sprechen! Er kann mit Mund und Rachen und Lunge verschiedene Geräusche erzeugen. Und nun legt er fest, dass bestimmte Geräusche in einer bestimmten Reihenfolge etwas Bestimmtes bedeuten. Wenn er etwa einen Löwen meint, muss das Tier nicht da sein und er darauf
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zeigen, sondern er macht die entsprechenden Töne, und sein Gegenüber weiß Bescheid. Auch abstrakte Dinge lassen sich so beschreiben. Mehr noch: Er kann selbst mithilfe dieses Codes der Sprache viel besser über Dinge und Wahrheiten nachdenken, die er nicht sieht. Die Sprache hebt über die Tiere hinaus, und sie hilft zu besserem Miteinander der Menschen. Aber sie gibt dem Menschen auch die Fähigkeit – und damit die Verantwortung – wahrzunehmen, was Gott ihm sagen will.
1. Mose 2,19-20 Gott der HERR machte … alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel … seinen Namen.
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Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren. Und Eva sprach: Adam, ich brauche was zum Anziehen! Was sollen denn sonst die Leute sagen!
Auch die Scham gehört zu den Dingen, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Wer sich schämt, ist nicht nur fähig, über sich selbst und über andere nachzudenken, sondern auch zu überlegen: Was denkt der andere über mich? Allerdings war die Scham bei Adam und Eva durch die Schuld ausgelöst. Da hatten sie nicht nur vor dem Partner die kindliche Unschuld verloren, sondern auch vor Gott. Als Gott in den Garten kam, so wird erzählt, versteckten sie sich vor ihm. Was natürlich Unsinn ist, denn vor Gott kann man sich nicht verstecken. Sie hatten ein schlechtes Gewissen. Sie konnten nun nicht mehr der Frage ausweichen: Was denkt Gott über mich? Aus Scham war Angst geworden. Wie gut, dass wir seit Christus wissen: Vor Gott können wir uns wohl schämen, weil er alles weiß, aber wir müssen keine Angst haben.
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So wie er damals rief: „Adam, wo bist du?“, so ruft er auch uns. Er will das Verhältnis zwischen ihm und uns wieder in Ordnung bringen. Und Gemeinschaft mit uns haben.
1. Mose 3,7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
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