DANIEL BÖCKING
Wenn Erwachsene Beten, klingt das
langweilig!
Ein Papa spricht mit seinen Kindern über Glauben
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Daniel Böcking ( Jg. 1977) arbeitet seit über 20 Jahren in verschiedenen Positionen bei BILD, u.a. als Stellvertreter des Chefredakteurs. Er ist verheiratet, hat 4 Kinder und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Berlin. Das vorliegende Buch basiert auf einer Kolumne, die Böcking seit 2017 für das Medienmagazin PRO schreibt. Die Texte sind chronologisch sortiert und wurden über einen Zeitraum von ca. fünf Jahren verfasst. Die Bibeltexte sind folgenden Übersetzungen entnommen: Neue Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen; © 2011 Genfer Bibelgesellschaft Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. Hoffnung für alle®, © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis. Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
© 2024 Brunnen Verlag GmbH, Gießen Lektorat: Stefan Loß Umschlagfoto: Privat Umschlaggestaltung: Jonathan Maul, Brunnen Verlag GmbH Satz: Brunnen Verlag GmbH Druck: CPI Books GmbH, Leck ISBN Buch 978-3-7655-3611-3 ISBN E-Book 978-3-7655-7847-2 www.brunnen-verlag.de
Ich widme dieses Buch der Dankbarkeit, die sonst oft zu kurz (und erst auf der letzten Seite) kommt. Danke an Sie, liebe Leserinnen und Leser. Danke, meine geliebte Familie. Danke, Jesus, dass der Weg mit dir ein Abenteuer ist mit Happy-End-Garantie. Daniel Böcking im Januar 2024
Inhalt „Warum tut Jesus Christoph nichts gegen das Leid?“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 „Auf in die Kirche!“ – „Nee, lieber ins Schwimmbad.“. . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Jesus würde allen Kindern Kuchen kaufen . . . . . . . . 13 Soll ich Jesus wirklich mehr lieben als meine Kinder? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Drei kleine Klimaakti-Christen. . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Süßes oder Süßes?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 „Lasst die Kinder zu mir kommen – auch wenn sie keinen Bock haben!“. . . . . . . . . . . . . . 26 Liebe Christen, ihr seid spitze! . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Kirche ist wie Vereinsheim – und sie fehlt uns . . . . . 32 Schöne Gedanken, schöne Gefühle, schöner Urlaub. 35 Geschenke von einem unbekannten Freund. . . . . . . 38 Kinderlachen im Lockdown . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Ließ Gott die Dinos nur ein paar Stunden leben?. . . 44 Wie viel Mut tut gut? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Das Null-Bock-Gebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Vielleicht kann Freude Glauben wecken . . . . . . . . . 53
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Ein Wochenende im Tennisplatz-Wohnwagen . . . . 56 Wenn ich mich wie ein Christen-Kleinkind fühle . . 59 „Wenn Erwachsene beten, klingt das langweilig!“. . . 62 Warum macht Gott nicht, dass der Krieg aufhört?. . 65 „Lieber Gott, wir hätten da noch ein paar Fragen.“. . 68 Landeier mit Respekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 Früher aufstehen für Jesus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 „Hey, Gott, ich bin sauer auf dich!“. . . . . . . . . . . . . . 76 „Dafür haben wir keine Zeit!“. . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Was ändert sich, weil es Gott gibt?. . . . . . . . . . . . . . 81 Kleine Theologen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 „Jesus, warum hast du Mücken erschaffen?“ . . . . . . . 87
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Warum tut Jesus Christoph nichts gegen das Leid?“
“
Unsere Kinder Elsa (7), Fritz (5) und Carl (3) reden und fragen viel über Gott. Das liegt weniger daran, dass wir sie auffallend christlich erziehen würden. Vielmehr daran, dass sie einfach gerne über alles reden – und noch lieber Fragen stellen. Während ich bei den meisten „weltlichen“ Themen durch gepflegtes Halbwissen glänzen oder mir schnell eine Antwort ergoogeln kann, sind Kindergespräche über den christlichen Glauben oft eine echte Herausforderung für mich. Aber eine, die Spaß macht und bei der ich selbst immer wieder jede Menge lernen kann. Auch deshalb bin ich dankbar, nun an dieser Stelle von solchen Gesprächen berichten zu können. Diese Kolumne hat nicht den Anspruch, ein pädagogischer Ratgeber zu sein oder gar erklären zu können, wie wir als Eltern den christlichen Glauben in die Herzen unserer Kinder pflanzen können. Dafür mache ich selbst viel zu viel falsch. Weder für meine Erziehungs methoden noch für meinen theologischen Sachverstand würde ich mir ein „summa cum laude“ geben. Ohnehin halte ich es da lieber mit meiner Mutter, die immer sagte: „Ich erziehe nicht, ich versuche nur, Vorbild zu sein.“ Ich möchte unsere Kinder nicht zum Glauben „erziehen“ – aber ich freue mich, wenn sie in unserem Alltag erleben dürfen, wie großartig die christliche Gemeinschaft sein kann (z. B. im Kindergottesdienst), wie gut
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ein gemeinsames Gebet tun kann (jeden Abend) oder wie es sich anfühlt, sich vorbehaltlos geliebt zu fühlen (nicht nur von uns, den Eltern, sondern auch von Gott). Ich gebe also fleißig mein Bestes und werde dafür immer wieder mit kleinen Momenten belohnt, in denen ich glaube zu verstehen, was Jesus meinte, als er davon sprach, Gottes Reich anzunehmen wie ein Kind (Lukas 18,17). Ein Vater-Kind-Gespräch über den Glauben … … kann urkomisch sein. So wie damals mit Fritz, als er noch drei Jahre alt war. Immer wieder sprach er da von einem Christoph, den ich einfach nicht zuordnen konnte. Bis Fritz entnervt seufzte: „PAPA! Jesus Christoph!“ Da fiel der Groschen, um wen es ging. … kann herzerwärmend sein. Erst vor einigen Tagen lief im Autoradio „Nessaja – Ich wollte nie erwachsen sein!“, und ich rief vom Fahrersitz nach hinten zu Elsa: „Das wollte ich auch nie! Ich wäre gern für immer Kind geblieben.“ Ein Augenblick der Stille, in dem Elsa offenbar die ganze Weisheit einer Siebenjährigen hervorholte: „Aber, Papa, du bist doch ein Kind. Du wirst immer ein Kind sein!“ „Hö?“ „Weil Gott immer dein Vater ist und du immer sein Kind. Du kannst Erwachsener sein UND ein Kind!“ Danke dafür! … kann heikel werden. Eine Zeit lang fragte Elsa jeden, der nicht schnell genug das Weite suchte: „Glaubst du an Gott?“ Eines Abends berichtete sie: „Die Frau heute hat gesagt, dass sie nicht an Gott glaubt, weil so viele böse Sachen passieren. Warum passieren so viele
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böse Sachen?“ Was antwortet man da? Hätte ich mit allem auftrumpfen sollen, was ich mir bislang dazu angelesen hatte? Mit Gottes unergründlichen Wegen? Mit gefallener Schöpfung? Mit einem kurzen Vorlese-Intermezzo aus dem Buch Hiob? Ich wusste wirklich nicht weiter und habe das Elsa gegenüber auch zugegeben: „Es gibt viele Menschen, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich das alles abschließend verstanden hätte. Sieh es doch mal andersherum: Schau auf das Schöne, auf die Bäume, den Sonnenuntergang, das Lachen deiner Freunde, die Liebe, die du hoffentlich fühlst. All das zeigt mir, dass es Gott gibt. Und ich habe ihn schon so nah gespürt, dass ich fest an ihn glaube.“ Für den Moment war Elsas Wissensdurst damit gestillt – und am Abend sprach sie wieder zu Jesus wie zu einem Freund.
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