Christoph Morgner, Steffen Kern (Hrsg.)
Siehe, ich mache alles neu! Das Lesebuch zur Jahreslosung 2026
Der Vers zur Jahreslosung wird abgedruckt mit freundlicher Genehmigung der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB), Berlin. Bibelzitate folgen, wo nicht anders angegeben, der Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Sonst der BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen (BB), © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
© 2025 Brunnen Verlag GmbH Gottlieb-Daimler-Straße 22, 35398 Gießen www.brunnen-verlag.de info@brunnen-verlag.de Die Nutzung von Bild-, Sprach- und Textdaten für sog. KI-Trainings und ähnliche Zwecke ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung erlaubt. Lektorat: Uwe Bertelmann Umschlagabbildung: Eberhard Münch, Jahreslosung 2026, Mischtechnik, © 2025 by bene! Verlag, in der Verlagsgruppe Droemer Knaur, München. Umschlaggestaltung: bene! Satz: Brunnen Verlag GmbH Druck: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN 978-3-7655-3594-9 Buch ISBN 978-3-7655-7755-0 E-Book
Inhalt Christoph Morgner Vorwort
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Hans-Joachim Eckstein Bildbetrachtung zum Motiv der Jahreslosung 2026 11 Burghard Affeld Der Riss
16
Uwe Bertelmann Vorfreude auf den Himmel?
20
Christian Ceconi Wildgänse am Himmel
24
Gero Cochlovius Der stumme Matthias
28
Klaus Jürgen Diehl Jetzt erst runderneuert, doch dann totalerneuert
33
Friedmann Eißler Alles oder Nichts
38
Stefano Fehr Zu einem neuen Menschen geworden
43
Ernst-Wilhelm Gohl Eine Vision der Hoffnung
48
Klaus Göttler Alles neu? – Kaum zu glauben
53
5
Frank Heinrich Die Erlösung ist das Ziel
56
Eva Hobrack Wie lange dauert neues Leben?
60
Reinhard Holmer „Alles neu“ – am Bau
64
Jörg Kailus Die Leiden des alten Schulze
69
Albrecht Kaul Der Messias
73
Steffen Kern „Man müsste mal wieder streichen“ Oder: Wie wir zu einer neuen Küche kamen
78
Ursula Koch Auf dem Bahnsteig
86
Hansjörg Kopp Mein großer Traum vom Neuen
90
Thomas Kröck Zeichen der Hoffnung setzen
95
Gerhard Krömer Ein Wunder von Jesus Christus erleben
99
Cornelia Mack Alles neu? Ist das gut?
103
6
Jürgen Mette Nicht mehr so pausbäckig, eher n achdenklich, manchmal zögerlich
107
Christoph Morgner Aufgepasst: „… hinterm Horizont geht’s weiter“
110
Hendrik Otto Von vorne leben!
114
Luitgardis Parasie Der Gebetstopf
117
Ulrich Parzany Gas geben oder bremsen?
120
Ralf Richter Aus Alt mach Neu
125
Margitta Rosenbaum Mein Elternhaus
129
Maike Sachs Lieblingsprojekte
132
Martin Scheuermann Opa – mein großes Vorbild
136
Sibylle Seib 21 Gänge und ein Pfirsichbaum
140
Gerdi Stoll Aber der Herr ist immer noch größer
144
7
Gerold Vorländer Diskontinuität und Kontinuität
148
Ernst Günter Wenzler Ende gut, alles gut
154
Elke Werner Im Stadium der Puppe
158
Jürgen Werth Es gibt keinen himmellosen Platz auf der Erde
162
Bärbel Wilde Vergangen wie ein dunkler Albtraum
166
Christoph Zehendner Neues Leben, neue Lieder
171
Peter Zimmerling Vom Verlust der großen Ziele
177
Rechtenachweis
183
8
Vorwort Wenn etwas zum ersten Mal erscheint, ist das zweifellos eine Neuigkeit. So war das im Jahr 2010, als das Buch zur Jahreslosung das Licht der Welt erblickte. Zweifellos ein Risiko für den Brunnen Verlag: Wird die Neuigkeit angenommen? Findet sie gute Resonanz? Auch ich selbst habe mich gefragt. War meine Idee gut? Als das Buch im Jahr darauf zum zweiten Mal erschien, war das eine Wiederholung, selbstverständlich mit der neuen Jahreslosung, die – wie in jedem Jahr – von der „Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen“ (ÖAB) ausgewählt wurde. Erstmalig wurde die Jahreslosung im Jahr 1930 herausgegeben. Beim dritten Erscheinen wurde das Buch für den Verlag, aber auch für die Verfasser und Verfasserinnen fast schon zur Gewohnheit, erst recht für alle, die in der Weihnachtszeit und zum Jahresbeginn darauf gewartet hatten. Schließlich eignete sich das Buch vorzüglich als Geschenk. Daneben diente es als anregende Vorlage für das Predigen am Neujahrstag. Mittlerweile ist das Buch in der christlichen Szene zur Sitte geworden. Man fragt bereits lange vorher nach, ob und wann es wohl erscheinen wird. Es gehört zum Jahreswechsel einfach dazu und liefert das Jahr über wertvolle Beiträge für die Gemeindearbeit. Deshalb kann man das Buch gut und gerne – man darf leise schmunzeln – zum christlichen Brauchtum zählen, meine ich jedenfalls. Es hebt die jeweilige Jahreslosung 9
ins Bewusstsein und macht sie sowohl für die persönliche Frömmigkeit als auch für die Gemeindearbeit fruchtbar. So soll es auch künftig sein und bleiben. Aber nun ist es an der Zeit, dass ich mich als Herausgeber verabschiede. Das Alter fordert seinen Tribut. Ich habe diese Aufgabe 15 Jahre hindurch gerne wahrgenommen und bin froh darüber, einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben: Pfarrer Steffen Kern, meinen Nach-Nachfolger im Präsesamt des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Er ist nicht nur studierter Theologe, sondern in ebensolcher Qualifikation auch Journalist. Beides zusammen prädestiniert ihn in besonderer Weise. In seinen Händen – im Zusammenspiel mit dem Verlag – ist das Buch zur Jahreslosung bestens aufgehoben. Es ist mein Wunsch und mein Gebet, dass das Buch auch weiterhin Jahr für Jahr weite Kreise des Segens ziehen möge! Dr. Christoph Morgner, Garbsen
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Hans-Joachim Eckstein
Bildbetrachtung zum Motiv der Jahreslosung 2026 Die Sehnsucht nach einem Neuanfang Besonders zu Beginn eines neuen Jahres und mit der Zunahme des Lichtes im Frühjahr werden wir wieder an die Sehnsucht erinnert, dass Neues entstehen und unser Leben sich zum Besseren wenden könnte. Gemahnt uns die Erfahrung von Herbst und Winter regelmäßig an die Vergänglichkeit, so werden wir durch das Aufleben der ganzen Schöpfung unweigerlich zu Zuversicht und Hoffnung eingeladen
Das Geheimnis der Hoffnung Wir erleben an uns selbst erneut den geheimnisvollen Zusammenhang von Zuversicht und Gestaltungskraft, von Hoffnung und Lebenswillen. Was uns in Dunkelheit und Kälte nicht gelingen wollte, geht uns mit der Aussicht auf Licht und Wärme viel leichter von der Hand. Was uns ärgerlich und beschwerlich erschien, verliert mit der neuen Perspektive aufblühenden Lebens seine lähmende Wirkung. Wenn wir bewusst auf Neues zuleben, beginnt die Wirkung der Erneuerung bereits in der Gegenwart. Denn können wir begründet hoffen, 11
dann erweist sich die Hoffnung selbst schon als wirksame Wirklichkeit.
Hoffnung oder Illusion? Aus der Sehnsucht nach dieser Erfahrung erklärt sich wohl die Anziehungskraft des Neuen. Was haben wir uns zu Jahresbeginn nicht schon alles vorgenommen! Wie viele gesellschaftliche Bewegungen versuchten sich schon mit dem Versprechen, alles neu und anders zu machen! Aber offensichtlich ist das Andere nicht von selbst schon das Erhoffte; und den Überschwang der eigenen Begeisterung kann die Wirklichkeit als solche noch nicht verbessern. Wie sollen Zeit und äußere Veränderungen die Dinge auch zum Besseren wenden, wenn wir selbst und diese Welt im Kern dieselben bleiben?
Licht und Wärme oder Rauch und Asche? Der Unterschied zwischen berechtigten Hoffnungen und unbegründeten Wunschvorstellungen zeigt sich an den Auswirkungen. Während die fundierte Hoffnung auf dem Weg zu ihrer Erfüllung zur Wirklichkeitsbewältigung und Lebensgestaltung befähigt, scheitern Wirklichkeitsverdrängung und Selbstverkennung an der Realität. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich das Strohfeuer der Illusionen in Rauch und Asche auflöst und die Täuschung zur Enttäuschung führt. 12
Das Licht und die Wärme der Hoffnung aber nehmen mit der Annäherung an ihre Erfüllung nicht ab, sondern spürbar zu. So ist nicht erst die Bestätigung der Hoffnung eine neue Wirklichkeit, sondern schon das, was wir aus Vorfreude und voller Freude verwirklichen.
„Siehe, ich mache alles neu!“ Die Menschen, die diesen Zuspruch Gottes als Erste hörten, bedurften des Trostes und der Ermutigung in besonderer Weise. Sollten sie sich je Illusionen über ihre Zukunft und die Existenz in dieser Welt gemacht haben, dann waren diese durch die Härte ihrer Wirklichkeit schon längst erloschen. Angesichts von Leiden und Verfolgung, von Kriegen und Gewalt hatten sie allen Grund, nicht nur ernüchtert, sondern mutlos und verzweifelt zu sein. Ihre Erfahrung hatte sie gelehrt, dass Ungerechtigkeit und Grausamkeit auf dieser Erde offensichtlich wirkmächtiger sind als alle menschlichen Bemühungen um eine bessere Welt. Was Johannes vor Augen steht, ist nicht die erneute Illusion der eigenmächtigen Verbesserung der Menschheit und die Verlängerung ihrer sterblichen Existenz, sondern die neue Schöpfung und Erlösung durch Gott selbst. Es ist nicht bloß ein Frühling, dem doch wieder ein Herbst folgen würde, und nicht der Selbstbetrug einer ewigen Jugend und Unsterblichkeit. In Überbietung aller bisherigen Erfahrung wird eine „neue Schöpfung“ zugesagt, die in dem Kommen und Wirken Jesu Christi, 13
in seinem Leiden und seiner Auferstehung von den Toten ihren Anfang nahm und durch Gottes persönliche Anwesenheit vollendet werden soll.
Womit soll man unvergleichlich Neues vergleichen? Wie Eberhard Münch in seiner künstlerischen Darstellung der Jahreslosung eindrücklich vor Augen malt, wird diese Hoffnung auf eine vollkommene und ungehinderte Gemeinschaft mit Gott und miteinander in den wärmsten und leuchtendsten Farben beschrieben. Für die Trauernden und Leidenden bedeutet sie das Ende all ihrer Schmerzen und das Abwischen ihrer Tränen durch Gott selbst. Sogar der Tod soll durch das Leben und alle Dunkelheit durch das Licht der Zuwendung Gottes überwunden werden (Offenbarung 21,3 f.). Für alle, die die Schönheit ihres irdischen Lebens zu schätzen wissen, wird die himmlische Wirklichkeit so beschrieben, dass sie alles bisher Erlebte übertrifft. Seien es auch Gold, Perlen oder Edelsteine – ihr Glanz wird in unvorstellbarer Schönheit übertroffen werden (21,9-23).
Im Licht der Hoffnung Ob durch die Überwindung des Negativen oder durch die Steigerung des Positiven – die Getrösteten lernen, das unvergleichlich Neue zu hoffen und das unglaublich Schöne zu glauben. Gott selbst können sie inmitten 14
ihrer Vergänglichkeit und Leiden bis jetzt nicht sehen, aber das Licht seiner Gegenwart und die Wärme seiner Liebe stehen ihnen durch seinen Zuspruch bereits anschaulich vor Augen. Ihre Vorfreude auf Gottes Neuschöpfung lässt sie schon heute daran teilhaben. Als Hoffende leben sie nicht länger nur im Schatten ihrer Vergangenheit, sondern schon im Licht der Zukunft Gottes mit ihnen. Glücklich, wer sich an die Zukunft erinnert und zurückfindet zu der Heiterkeit der Hoffenden, die das Schönste noch vor sich wissen. Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein ist Theologe, Autor, Referent, Musiker und Poet. © bene! Verlag. Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München www.ecksteinproduction.com www.bene-verlag.de
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Wir bedanken uns herzlich bei dem Künstler Eberhard Münch und Verlag für die Möglichkeit, das diesjährige Motiv für unsere dem Buchausgabe nutzen zu dürfen. Eberhard Münch, Jahrgang 1959, geboren in Mainz, studierte zunächst italienische Wandmalerei und dann an der renommierten Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Seit 1987 ist er selbstständig als freier Maler und Raumgestalter. Seine Bilder werden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Mehr über den Künstler erfahren Sie unter www.atelier-muench.de
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Die Jahreslosungsprodukte von bene! sind erhältlich über bene!/Droemer Knaur, das Barsortiment Chris Media und in vielen Buchhandlungen.
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