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Wort für heute 2025

Kalender mit biblischen Betrachtungen für alle Tage des Jahres 2025

Evangelisch-methodistische Kirche, Frankfurt/M.

Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH, Kassel

SCM Bundes-Verlag gGmbH, Witten

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der Verlage unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© Kalender Wort für heute 2025

Herstellung:

Satz: Edward de Jong, Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH, Kassel

Druck: BasseDruck GmbH, Hagen

Covergestaltung: Celina Röhl, SCM Bundes-Verlag gGmbH, Witten

© Foto: pexels.com / Gary Barnes

ISBN für die Abreißausgabe:

978-3-7655-2785-2

Brunnen Verlag GmbH

978-3-87939-881-2 Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH

978-3-86258-127-6 SCM Bundes-Verlag gGmbH

ISBN für die Großdruck-Buchausgabe:

978-3-7655-2795-1

Brunnen Verlag GmbH

978-3-87939-994-9 Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH

978-3-86258-129-0 SCM Bundes-Verlag gGmbH

ISBN für die Buchausgabe:

978-3-7655-2775-3 Brunnen Verlag GmbH

978-3-87939-991-8 Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH

978-3-86258-128-3 SCM Bundes-Verlag gGmbH

Wort für heute ist auch als E-Book erhältlich (978-3-7655-7850-2) und in der App „Freikirchen-Kiosk“ (App Store oder Google Play).

Jahreslosung 2025

Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thessalonicher 5,21 E)

Der

biblische Rat eröffnet weiten Raum. Mit Offenheit dürfen wir wahrnehmen, ohne Scheuklappen und ohne Angst. Augen und Ohren sollen wir aufsperren, unsere Herzen weitmachen und staunen, wo uns überall das Gute begegnet. „Das Gute“ ist das, was Gott will und was das Leben fördert, das, was dem Wohl und dem Heil der Menschen dient. Gott hat faszinierend viele Weisen, uns das zu zeigen! Alles soll daraufhin betrachtet werden, doch nicht alles dient tatsächlich dem Guten. Es braucht wache Sinne, klaren Verstand und weite Herzen, um im Licht des biblischen Zeugnisses urteilen zu können. Die Prüfausrüstung wird komplettiert durch einen Schuss Kenntnis von Geschichte und Tradition. In Gemeinschaft mit anderen sind wir aufgefordert, nicht bei uns selbst stehenzubleiben, wenn wir das Gute entdecken wollen. Wir sind eingeladen, uns zu öffnen für andere, dem Evangelium entsprechende Erkenntnisse. Statt auf uns und unser Können zu achten, dürfen wir erwartungsvoll auf Gottes Überraschungen achten.

Bischof Harald Rückert

Evangelisch-methodistische Kirche Deutschland

Liebe Leserin, lieber Leser!

In diesem neuen Jahr wollen die biblischen Texte und Geschichten der ökumenischen Bibellese Sie begleiten. Über einhundert Autorinnen und Autoren der drei großen Freikirchen in Deutschland nehmen Sie mit auf eine Reise und lassen die biblische Botschaft heute lebendig und zur Glaubensstärkung werden. Wir wünschen Ihnen beim Lesen der Andachten und der biblischen Texte viel persönlichen Gewinn und neue Erkenntnisse. Es gibt den Andachtskalender als Buch- und Abreißkalender, Großdruckausgabe, E-Book und als App (Freikirchenkiosk), die Bibeltexte stammen aus der Guten Nachricht Bibel (Ausgabe 2018). Bibeltexte aus der Lutherbibel (revidierte Fassung 2017) sind durch ein L gekennzeichnet, die aus der Einheitsübersetzung (revidierte Fassung 2016) mit einem E. Ab 2026 wird die BasisBibel Textgrundlage sein. Sie ist eine innovative Bibelübersetzung von heute und zeichnet sich durch klare Sprache, kurze Sätze und eine sinnvolle Gliederung aus. An passender Stelle finden Sie Einführungen in die biblischen Bücher und inspirierende Lebensbeschreibungen von Christinnen und Christen, deren Geburts- oder Todestag sich jährt. Liedstrophen, Gebete, Texte, Buch-, Film- und Internettipps stellen wir den Andachten zur Seite. Diese Zusätze können Sie an folgenden Symbolen erkennen:

Liedstrophe

Monatsspruch, Einführung

Fragen zum Weiterdenken

Buchtipp, Filmtipp

Internettipp

Termin

Zitat, Gebet, Gedanke

Es grüßen die Redakteure und Verlage:

Ute Armbruster-Stephan

Evangelisch-methodistische Kirche, Frankfurt/M., Brunnen Verlag, Gießen

Hans-Werner Kube

Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR

SCM Bundes-Verlag gGmbH, Witten

Nicola Bourdon

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.

Oncken Verlag/Blessings 4 you GmbH, Kassel

Mittwoch JANUAR

Bibellese: Psalm 19

08:27 10:07 16:25 17:50

Neujahr

Die Weisungen des Herrn sind zuverlässig, sie erfreuen das Herz. Die Anordnungen des Herrn sind deutlich, sie geben einen klaren Blick. (Vers 9)

Ein neues Jahr bricht an. Das alte ist vergangen und doch nehmen wir vieles mit. Wir können

Altes nicht einfach abschütteln, einen Resetknopf drücken und alles steht auf Anfang. Letztlich ist es nur ein Datum im Kalender, mit dem das neue Jahr anfängt. Und doch bietet dieses Datum, mit dem Weihnachtsfestkreis davor und den Tagen bis zum Epiphaniasfest danach, eine echte Chance, zur Besinnung zu kommen, sich neu auszurichten, das Herz zu sortieren, den Gedanken weiten Raum zu geben und dann in irgendeiner Weise neu zu starten. Dabei kann uns das Wort aus dem Psalm 19 helfen. Es ist ein Psalm, der die Größe Gottes und die der Schöpfung beschreibt. Alten Chorsängerinnen und -sängern klingt es in den Ohren: „Die Himmel

erzählen die Ehre Gottes, und die Feste künden seiner Hände Werk“ (Vers 2 L). Wie immer das Leben bisher war und was immer noch kommen mag, wir dürfen den Blick heben und erkennen, wie großartig und einzigartig Gott alles geschaffen hat. Wir Menschen müssen manchmal schwere Lasten tragen, manches gibt uns Rätsel auf. Immer wieder stoßen wir an Grenzen, die uns das Herz eng und die Seele schwer machen. Dann ist es gut, aufblicken zu können, sich zu orientieren, Hoffnung zu schöpfen und mutig nach vorne zu gehen, auch wenn die Zukunft unbekannt bleibt. Im Schöpfer und Erhalter der Welt haben wir eine Orientierung über den Horizont hinaus. Für die Strecke, die vor uns liegt, bekommen wir

Weisungen Gottes, die das Herz erfreuen und die Enge wegnehmen. Was wie im Nebel liegt, lichtet sich, nimmt Gestalt an und lässt die Augen leuchten. Die Gegenwart Gottes ist uns zugesichert. Er war im alten Jahr bei uns und er wird es auch im neuen sein. Das stärkt die Gewissheit, so nach und nach anzukommen am Ziel. Michael Noss

Monatsspruch

Jesus Christus spricht: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen! Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!

(Lukas 6,27-28 E)

Zum 2. Januar 2025

Zuverlässige Grundlage des Glaubens

Einführung in das Lukasevangelium

Lukas versteht sich als antiker Historiker. Er bezieht sich auf Vorgänger und Augenzeugen und will mit seiner Darstellung der Ereignisse um Jesus dem verehrten Theophilus, wahrscheinlich einem Römer mit heidnischen Wurzeln, die Zuverlässigkeit der Christuslehre begründen (1,1-4). Da Lukas auch der Verfasser der dem Evangelium nachfolgenden Apostelgeschichte ist und darin den Tod des Paulus, der vermutlich unter Kaiser Nero den Märtyrertod starb, nicht erwähnt, ist die späteste Zeit der Abfassung des Evangeliums für die 60er Jahre anzunehmen.

Vor allem interessieren Lukas die ersten Anfänge, von denen die Vorgänger wenig oder gar nicht berichteten. Er bettet seine Geschichte ein in die Weltgeschichte (2,1; 3,1) und gleichzeitig in die Geschichte des Volkes Israel (1,1). Deshalb ist der Geburt Jesu die Geburt des Johannes, des späteren Täufers, vorgeschaltet. Johannes ist das Bindeglied zum Alten Bund. Sein Vater Zacharias weissagt in seinem Lobgesang mit Worten aus dem Alten Testament, dass Johannes das Kommen des

lange verheißenen Retters ankündigen wird (1,76-77).

Maria, die werdende Mutter Jesu, preist Gott nach der Begegnung mit Elisabet, der werdenden Mutter des Johannes, weil er seine alten Versprechen einlösen und sich in der Gestalt ihres Sohnes über sein Volk erbarmen wird (1,54-55). Der greise Simeon erkennt bei der Begegnung mit dem Neugeborenen, dass Gott sein rettendes Werk begonnen hat, das aller Welt gilt (2,3031). Aber er weist gleichzeitig schon auf den späteren Gegenwind und die Passion des Kindes hin (2,34-35).

Diese beginnt bereits mit der ersten Predigt von Jesus, in der dieser sich als der vom Propheten Jesaja beschriebene Gottesknecht versteht. Daraufhin soll er einen Abhang hinabgestürzt werden (4,16-30).

Das Evangelium des Lukas steckt voller Zitate aus den heiligen Schriften Israels, die den göttlichen Plan erläutern, der sich in der Menschwerdung, dem Leben, dem Sterben und dem Auferwecktwerden von Jesus entfaltet. Am Ende wird der Auferstandene seinen Jüngern und damit auch dem Theophilus und uns Lesern noch einmal erläutern, dass „der versprochene Retter dies alles erleiden und auf diesem Weg zu seiner Herrschaft gelangen“ musste (24,26).

Dem Evangelium des Lukas verdanken wir nicht nur die bekannteste Weihnachtsgeschichte, sondern auch Texte, die in die Liturgie der Kirche eingegangen sind: die Lobgesänge des Zacharias, der Maria und des Simeon. Hans-Werner Kube

Donnerstag JANUAR

Bibellese: Lukas 3,1-6

Johannes verkündete: „Kehrt um und lasst euch taufen, denn Gott will euch eure Schuld vergeben!“ (Vers 3)

Der Rufer in der Wüste ist sprichwörtlich geworden. Schon im Alten Testament wird der Gesandte Gottes angekündigt, der die Menschen zur Umkehr aufrufen wird (Jesaja 40,3-5). Dabei steht die Redewendung eher für einen Menschen, dem kein Gehör geschenkt wird und der keinen Erfolg mit seiner Botschaft hat.

Das war bei Johannes dem Täufer phasenweise anders. Die Menschen folgten ihm in die Wüste, hörten seine Worte, sahen seinen authentischen Lebensstil und ließen sich taufen als Zeichen der inneren Umkehr. Erfolglos war er eigentlich nicht, denn seine Botschaft hatte etwas Faszinierendes. Er redete von einem Neuanfang, von einer neuen Möglichkeit der Lebensgestaltung und der Lebensbewältigung. Er zeigte den Menschen eine Alternative zum Lebensstil der Mächtigen. Johannes war kein

Verschwörer, sondern sein ihm gegebener Auftrag sollte die Menschen neu ausrichten. Es gibt die Chance zu einem Neuanfang, immer wieder und jeden Tag neu: „Gott will sich mit euch versöhnen!“ Umkehr meint den Sinneswandel, das Ausrichten auf das Wesentliche, die Erkenntnis, dass manches, was uns so sehr beschäftigt, nicht das Eigentliche ist, worauf es ankommt. Das, was wirklich zählt, ist, dass die Menschen Frieden mit Gott machen, der ihre Sehnsucht stillt und in ihnen die Hoffnung wachhält. Dass das Ganze in der Wüste stattfindet, hat wohl auch seinen Grund. Hier ist ein karger Ort, hier hat man die Chance, sich nicht ablenken zu lassen, hier ist der Moment, sich auf sich selbst zu konzentrieren und ehrlich zu sein. Solche Wüstenmomente, Auszeiten aus dem Alltag, haben auch heute noch ihre Bedeutung. Sie helfen uns zur Konzentration auf die wesentlichen Dinge unseres Lebens.

Johannes’ Rufe in der Wüste sind längst verhallt. Er selbst wird ein Opfer der Willkür der Mächtigen. Er lässt sein Leben. Aber er geht nicht ohne die Verheißung, dass nach ihm jemand kommen wird, der größer ist als er und dessen Ruf nicht verhallen wird. Dieser wird mit seinem Tod am Kreuz die Versöhnung mit Gott vollenden. Johannes sagte es an und Jesus Christus vollendete es. Michael Noss

Freitag JANUAR 08:26 10:49 16:27 20:42

Bibellese: Lukas 3,7-14

Johannes sagte: „Zeigt durch eure Taten, dass ihr es mit der Umkehr ernst meint!“ (Vers 8)

Die Menschen pilgerten in Scharen zu Johannes. Es rührte sie an, was er zu sagen hatte. Sie hatten das Gespür dafür, dass hier jemand redet, der die Dinge beim Namen nennt und nicht seinen eigenen Vorteil sucht. Er zeigte nicht auf sich oder auf andere, sondern er lud die Menschen ein, sich neu auszurichten, das in den Blick zu nehmen, was wirklich zählt, und sich nicht durch politische Machtund Ränkespiele hinters Licht führen zu lassen. „Seht auf Gott, fragt nach seiner Gerechtigkeit, kehrt um, solange ihr noch könnt.“ Die Menschen waren angerührt. Sie waren bereit, sich taufen zu lassen, um an diesem äußeren Zeichen deutlich werden zu lassen, was in ihnen vorging.

Aber Johannes will keinen schnellen Erfolg, er will ehrliche und wahrhaftige Menschen. Er beschimpft geradezu die Taufwilligen, nennt sie Otterngezücht,

Schlangenbrut und entlarvt ihre Haltung. „Wenn ihr es ernst meint, dann zeigt durch eure Taten, dass ihr die Umkehr wirklich wollt! Beruft euch nicht auf eure Tradition!“ Die Menschen reagieren betroffen und fragen Johannes, was sie denn tun sollen. Und Johannes wird erstaunlich praktisch. Er ruft zum Teilen mit anderen auf: Kleidung, Nahrung, Geborgenheit. Er ermahnt zur Rechtschaffenheit und wendet sich gegen jeden Betrug. Er fordert die Menschen auf, nicht auf Kosten anderer zu leben und niemandem ein Leid zuzufügen. Die Menschen waren beeindruckt, weil die Rede von Johannes tiefen Sinn ergab. Ja, so kann das Leben gelingen. Ja, so meinte Gott es von Anfang an.

Und so ist es bis heute geblieben. Das, was Johannes damals den Menschen sagte, könnte er genauso heute sagen: Lebt nicht auf Kosten anderer, lebt nicht mit eurem Verhalten gegen die Menschen und gegen die Schöpfung, meidet den Überfluss und wenn ihr Beschenkte seid, da helft anderen zum Leben und zur Gerechtigkeit. Damals dachten die Menschen, Johannes könnte der Messias sein. Als Johannes das merkte, sagte er, dass er mit Wasser taufe, aber dass nach ihm jemand kommen würde, der mit Geist tauft und zum Leben führt. Wir wissen, dass er kam, der Messias. Durch Jesus Christus kam Gnade und Wahrheit. Michael Noss

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