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BIBEL für heute 2024 2026

Hintergründe Auslegungen | Impulse

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Impressum

Herausgeber: Hansjörg Kopp, Generalsekretär CVJM Deutschland e. V. Redaktion: Klaus Jürgen Diehl (NT-Texte), Dr. Andreas Käser (AT-Texte) Erstellung des Bibelleseplans: Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen Ev. Werk für Diakonie und Entwicklung Caroline-Michaelis-Str. 1 10115 Berlin Bibelzitate folgen, wenn nicht anders vermerkt, der Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Weitere verwendete Übersetzungen s. S. 399 Quellennachweis: 3. Juni: Fritz Laubach: Der Brief an die Hebräer © 1983 R. Brockhaus i. d. SCM Verlagsgruppe GmbH, 71088 Holzgerlingen 24. Juni u. 7. Okt.: Trotz intensiver Recherche konnten die Rechteinhaber nicht ausfindig gemacht werden. Der Verlag ist für Hinweise dankbar.

© 2025 Brunnen Verlag GmbH, Gießen, und CVJM Gesamtverband in Deutschland e. V. Brunnen Verlag GmbH, Gottieb-Daimler-Str. 22, 35398 Gießen www.brunnen-verlag.de info@brunnen-verlag.de Die Nutzung von Bild-, Sprach- und Textdaten für sog. KI-Training und ähnliche Zwecke ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung erlaubt. Umschlagfoto: mauritius images / Westend61 / Scott Masterton Umschlaggestaltung: Jonathan Maul Satz: Brunnen Verlag GmbH Druck: GGP Media GmbH, Pößneck ISBN 978-3-7655-2766-1 (Buch) ISBN 978-3-7655-7754-3 (E-Book)


Inhalt

Vorwort (Klaus Jürgen Diehl) .......................................................

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Biblische Einführungen Das Johannesevangelium ............................................................

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Das fünfte Buch Mose ....................................................................

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Der Epheserbrief .............................................................................. 110 Der Hebräerbrief .............................................................................. 132 Der Prophet Hosea ......................................................................... 172 Der Prophet Amos ........................................................................... 191 Die Johannesbriefe ......................................................................... 244 Die Propheten Zefanja und Habakuk ....................................... 264 Der Prediger Salomo ...................................................................... 273 Der Galaterbrief ............................................................................... 286 Die Offenbarung des Johannes .................................................. 304 Der Prophet Jesaja (Kap. 1–39) ................................................... 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2026 .................................... 386 Bibelstellenverzeichnis 2018–2026 ............................................. 390 3


Vorwort Liebe Leserinnen und Leser von Bibel für heute, nach dem ökumenischen Bibelleseplan für 2026 stehen im Neuen Testament die Lektüre der johanneischen Schriften, d. h. des ­Johannesevangeliums, der Johannesbriefe und großer Teile der Offenbarung des Johannes, im Vordergrund. In der Offenbarung finden wir auch die Jahreslosung für 2026: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). Mit dieser Zusage ergreift Gott in der Offenbarung zum ersten Mal selbst das Wort und gibt damit höchstpersönlich zu Protokoll, worauf wir ihn in Zukunft behaften und festlegen können. So wie Gott am Anfang aus dem Nichts heraus diese Welt geschaffen hat, so wird er am Ende der Zeiten den neuen Himmel und die neue Erde in Erscheinung treten lassen. Es geht also nicht um Reparaturarbeiten an einer in die Jahre gekommenen Welt, sondern um eine völlige Neuschöpfung. Die neue Welt wird „aus dem Himmel herabkommen“ (Offb 21,2), d. h. sie wird Gottes gnädige Herablassung sein. Ihr großartigstes Kennzeichen wird die unmittelbare Gemeinschaft Gottes mit der erlösten Völkerwelt sein, wenn er „abwischen wird alle Tränen von ihren Augen“ und Tod und Leid für immer der Vergangenheit angehören (Offb 21,4). Wir wünschen Ihnen, dass diese Zuversicht Ihren Glauben bestimmt und die tägliche Bibellese Sie darin bestärkt. Helfen wollen Ihnen dabei die Auslegungen zum jeweiligen Tagestext, die wiederum über 50 Autorinnen und Autoren beigesteuert haben. Viele nehmen diesen Dienst schon seit etlichen Jahren wahr; andere sind erstmals in diesem Jahr mit ihren Beiträgen vertreten. Von den meisten Autorinnen und Autoren finden Sie die E-MailAdresse im Anhang. Sie können gerne auf diesem Weg mit ihnen Kontakt aufnehmen: für Fragen, Anregungen, Kritik – oder auch für ein freundliches Lob. Dr. Andreas Käser (Redaktion der Auslegungen des AT) Klaus Jürgen Diehl (Redaktion der Auslegungen des NT) 4


Neujahr, 1. Januar

Psalm 121

Wie passend! Ein Wallfahrtslied zu Beginn des neuen Jahres. Wallfahrtslieder werden von den Pilgern gesungen auf dem Weg hinauf nach Jerusalem, zum Zion, zum Ziel, zum eigent­ lichen Wohnort – dorthin, wo Gott wohnt. Sie sind Unterwegslieder, Hoffnungslieder auf dem beschwerlichen, oft sehr langen Marsch. ● Unterwegs zu Gott, zum Zion, seiner Wohnstätte heben wir die Augen auf und – sehen die „Berge“. Ihre Steilheit und die Steigung des Weges wollen uns den Atem nehmen, können uns müde und mutlos machen. Die Frage liegt also nahe: „Woher kommt uns Hilfe?“ (V 1) angesichts der Problemberge, der Ziele, die wir erreichen wollen und doch aus eigener Kraft nicht erreichen können? ● Das „Aufheben der Augen“ meint hier aber noch ein anderes: nicht mehr nach unten schauen, mit schwindender Hoffnung, resigniert, sondern aufschauen nach oben, zum Ziel hin, von woher Hilfe kommt (V 2). Wenn wir das tun, werden wir fokussiert; wir nehmen wahr und uns wird gewiss: Meine Hilfe kommt von dem Herrn, und zwar dem, dessen Macht und Potenzial gereicht hat, um Himmel und Erde zu machen (V 2). ● Das Wallfahrtslied beschreibt den Lebens-Weg sehr realistisch: Gefährdung auf engen Pässen, Gefährdung in der Nacht, Leiden an der Hitze des Tages und der Kälte der Nacht. Übel sind allgegenwärtig. Unser Leben ist gefährdet, auch wenn wir Christen sind. Biblischer Realismus bedeutet aber viel mehr und noch etwas ganz anderes, als die Schrecken, Nöte, Schwierigkeiten zu sehen. Er bedeutet zu wissen und zu erfahren: In alledem ist er da; behütet er uns; ist er anzutreffen; wartet er darauf, dass wir uns auf ihn einlassen und verlassen; will er sich von uns finden lassen.

Notieren Sie die Berge des heutigen Tages und „heben Sie die Augen auf“!

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Das Johannesevangelium Das vierte Evangelium benennt deutlich sein Ziel: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen“ (20,31f). Mit dieser Auswahl der Taten und Reden Jesu wird alles auf die Christuserkenntnis konzentriert, auf die Einheit von Vater und Sohn („Ich und der Vater sind eins“; 10,30), auf den Sohn als das „Leben“ (1,4) und auf den „Glauben“ als den Weg und die Weise, wie wir an seiner „Herrlichkeit … voller Gnade und Wahrheit“ teilhaben (1,14). Die Zahl Sieben symbolisiert in der Bibel die Fülle. Dass in der Auswahl die ganze „Fülle“ gegeben ist, wird veranschaulicht durch sieben „Ich-bin-Worte“ – Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens, das Licht der Welt, der gute Hirte, die Tür, die Auferstehung und das Leben, Weg, Wahrheit und Leben, der rechte Weinstock“ – und durch sieben Wunder, die das Johannesevangelium als „Zeichen“ kennzeichnet. Sie weisen alle über sich hinaus auf Jesus als die eigentliche Gabe Gottes für uns hin. Anders als in den ersten drei Evangelien kommt im Johannesevangelium Jesus nicht erst am Ende seines Lebens nach Jerusalem, sondern er zieht mindestens viermal in die Heilige Stadt, und zwar immer zu den zentralen jüdischen Festen (2,13; 5,1; 7,10; 12,12). Jeweils wird deutlich, dass der jüdische Kult in Jesus zu seinem Ziel und damit aber auch zu seinem Ende kommt. Jesus wirft nicht nur die Händler aus dem Tempel, sondern er treibt auch die Opfertiere hinaus (2,15), denn er allein ist jetzt das „Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt“ (1,29). Dieser mehrfache Aufenthalt Jesu in Jerusalem führt auch zu einem anderen Aufbau des Evangeliums als bei den drei ersten Evangelisten: Auf die Eröffnung mit dem großartigen Christushymnus folgt das Christuszeugnis Johannes des Täufers und die Berufung der ersten Jünger. 6


Kap. 2–12 zeigen das Wirken Jesu in der Öffentlichkeit. Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen sind häufig Anlass zu ausführlichen Reden. Fast gewinnt man den Eindruck, dass die Worte Jesu wichtiger sind als die dabei von ihm vollbrachten Taten bzw. Wunder. Kap. 13–17 enthalten die nicht öffentliche Unterweisung der Jünger im Blick auf die Zeit nach Jesu Tod. Die sog. „Abschiedsreden“ und „das hohepriesterliche Gebet“ sind gleichsam das Testament Jesu. Vierfach verheißt hier Jesus den „Parakleten“, den „Tröster“ und „Beistand“, den Heiligen Geist, in dem er selbst in anderer Weise wieder bei seiner Gemeinde präsent sein wird (14,18; s. 14,15-18; 14,25f). Der Passionsbericht (Kap. 18 + 19) zeigt Jesus nicht als das Opfer der Machthaber, sondern als den souverän selbst Handelnden, der bewusst den Weg ans Kreuz geht und der besonders in dem ausführlichen Gespräch mit Pilatus zeigt, wer eigentlich der König und Herr ist. Im Auferstehungsbericht (Kap. 20 + 21) finden wir mehr Begegnungsgeschichten des Auferstandenen als in den anderen Evangelien. Sie betonen vor allem die neue Sendung, die Jesus seinen Jüngern gibt. „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (20,21). Gegenüber den synoptischen Evangelien vermisst man die Streitgespräche zwischen Jesus und den Pharisäern über das Gesetz, die Gleichnisse und das Zentralwort seiner Verkündigung: „Reich Gottes“ (dafür „ewiges Leben“, wobei dieses ewige Leben nicht erst in der Zukunft beginnt, sondern für den Glaubenden schon in der Gegenwart angebrochen ist). Auffallend ist die meist meditative Sprache des Johannesevangeliums. Sie will uns in die Tiefe führen. Wir sollen nicht bei den vordergründigen Geschehnissen stehen bleiben, sondern die Leben schenkende Wahrheit sehen lernen, die in der Geschichte Jesu Christi offengelegt wird.

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Freitag, 2. Januar

Johannes 1,19-28

Der Vorbote oder Wegbereiter ● Eine hochkarätige Delegation aus Priestern und Leviten kommt im Auftrag der jüdischen Führungsschicht zu Johannes, um ihm eine offizielle Anfrage im Blick auf seine Person zu stellen. Es handelte sich um theologisch geschulte Personen, die die Antwort des Johannes entsprechend einordnen konnten. ● Die Frage „Wer bist du?“ verrät, dass dem Wirken des Johannes zwar Bedeutung zugemessen wurde, die jüdischen Führer ihn aber nicht einordnen konnten. Der Täufer fiel vor allem durch seine Tauftätigkeit aus dem Rahmen. Erstmalig tauchte er bei der Taufe die Menschen, die zu ihm kamen, unter Wasser. ● Dieses Verhör hätte für Johannes auch zur Versuchung werden können, sich selbst ins Rampenlicht zu setzen.

Bei aller Mitarbeit in einer Gemeinde oder Gemeinschaft stellt sich diese Frage immer wieder: Wer oder was soll durch meine Mitarbeit deutlich werden?

● Johannes bleibt seinem Auftrag treu (vgl. Joh 1,7.15). Er versteht sich weder als der Messias noch als der wiederkehrende Elia (Mal 3,23) noch als einen anderen Propheten (5Mose 18,15). ● Da die Delegation aber auf eine Antwort drängt, antwortet Johannes mit dem Zitat aus Jes 40,3: Er ist die Stimme eines Predigers in der Wüste. Damit zeigt Johannes an: Jetzt beginnt die verheißene Heilszeit! Ich bin nur der Vorbote! ● Ab V 24 tritt wahrscheinlich eine zweite, pharisäische Delegation auf. Ihre Frage bezieht sich auf das Taufhandeln des Johannes. Sie setzen voraus, dass der Messias oder der wiederkehrende Elia oder der versprochene Prophet tauft. Johannes setzt seine Taufe deutlich davon ab. Während er mit Wasser tauft, wird der angekündigte und schon mitten unter sie getretene Messias mit dem Heiligen Geist taufen. Allerdings kommt dieser Messias anders als erwartet in Niedrigkeit und Demut 8


Samstag, 3. Januar

Johannes 1,29-34

Wer ist dieser JESUS? ● Schauplatz des Geschehens ist weiterhin Bethanien (vermutlich 8 km östlich von Jericho). Schon tags zuvor hatte Johannes darauf hingewiesen, dass der Messias unbemerkt gegenwärtig ist (V 27). In unserem Text geht es Johannes darum, Jesus vorzustellen: ● Er ist das Lamm Gottes. Damit nimmt er zwei Linien aus dem Alten Testament auf: Jes 53,7: die Prophetie vom leidenden Gottesknecht, die ihre Erfüllung im Messias findet. 2Mose 12,3ff: die Überlieferung vom Passalamm, dessen Blut vom Strafgericht Gottes befreit. Das Schlachten des Lammes soll an die endgültige Erlösung durch den Messias erinnern. ● Damit bezeugt Johannes, dass der bis jetzt unbekannte Jesus aus Nazareth der Messias ist. Dieser muss sich unter die Sünde der Welt stellen und sie wegtragen (V 29; so das griechische Wort „airo“). Durch seinen Tod bewahrt er endgültig vor dem Strafgericht Gottes. Sein Tod hat universale Geltung und bringt allen, die ihn als Erlöser annehmen, die Rettung. Johannes weist darauf hin, dass Jesus schon vor seiner menschlichen Geburt existiert hat (Präexistenz). Das erschloss sich ihm aus 1Mose 1,26 „Lasst uns Menschen machen …“ und Dan 7,13. Außerdem hatte er sicherlich durch seine verwandtschaftlichen Beziehungen Kenntnis von der wunderbaren Geburt von Jesus. ● Letzte Zweifel räumt Gott selbst aus durch das prophetische Wort in V 34: Jesus ist Gottes Sohn. ● Während die Juden einen Messias erwarteten, der durch machtvolles Auftreten die äußere Veränderung der Welt zum Guten bringen wird, weist Johannes auf den sühnenden und leidenden Messias hin. Dies musste über kurz oder lang zu Spannungen mit der jüdischen Oberschicht führen. ● Es deutet alles darauf hin, dass wir hier die Situation haben, in der Jesus von Johannes getauft wurde, wie es in den anderen Evangelien am Beginn seiner Wirksamkeit berichtet wird (vgl. dazu Mt 3,13-17 und Parallelen). 9


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