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UWE SCHULZ

Dietrich Bonhoeffer:

Keine Angst vor dem Leben Biografische Momentaufnahmen


Zitat Hanns Dieter Hüsch: Hanns Dieter Hüsch/Michael Blum: Das kleine Buch zum Segen, Düsseldorf: tvd, 1998, S. 18 f.

© der deutschen Ausgabe: 2025 Brunnen Verlag GmbH, Gießen Brunnen Verlag GmbH Gottlieb-Daimler-Str. 22, 35398 Gießen www.brunnen-verlag.de info@brunnen-verlag.de Die Nutzung von Bild-, Sprach- und Textdaten für sog. KI-Training und ähnliche Zwecke ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung erlaubt. Umschlagfoto: Adobe Stock Umschlaggestaltung: Jonathan Maul/Brunnen Verlag GmbH Satz: Brunnen Verlag GmbH Druck: GGP Media GmbH, Pößneck Gedruckt in Deutschland ISBN Buch: 978-3-7655-0889-9 ISBN E-Book: 978-3-7655-7743-7 www.brunnen-verlag.de


Der Herr nehme von uns die dunklen Gedanken des Herrschens und des Kriechens und das Rechthaben und alle Besserwisserei. Es ist nicht des Menschen Glück auf Dauer. Es ist sein Krieg und sein Verderben. (Hanns Dieter Hüsch)

Ja, wir lieben dieses Land. Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand – nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es. (Kurt Tucholsky, 1929)

Für alle, die sich nach dem Frieden Gottes sehnen, der höher ist als alle Vernunft. Der kommenden Generation – mit Daniel, Vera, Johanna, Mathilde (und ein bisschen auch Oscar). Uwe Schulz, im Frühjahr 2025


Inhalt Einleitung Ein Hallo! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Kapitel 1 Dazugehören . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Gemeinschaft, die den Tod überdauert Kapitel 2 Sinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 Selfie mit einem guten Unbekannten oder warum es keine Dietrich-Formel gibt Kapitel 3 Wahrheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Dietrichs Hitlergruß und eine Frage von Leben und Tod Kapitel 4 Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99 „Ich sehe Deine Augen, ich spüre Deine Hand.“ Kapitel 5 Schuld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 „Schießen ist ja gar nicht das Problem.“ Kapitel 6 Leiden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 Were you there when they crucified my Lord?

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Kapitel 7 Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 Die Maschinerie des Mordens Schlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180 Vorletzte Worte und sieben Anregungen Der Gang der Dinge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197 Wichtige Daten zu Dietrichs Leben Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211

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Einleitung

Ein Hallo! Es ist ein kleines Wunder, dass dieses Buch hierher gefunden hat. Obwohl es von einem Mann handelt, der eine halbe Ewigkeit weit weg zu sein scheint, Lichtjahre. Schon der Name: Dietrich – wer heißt denn heute noch so? Schätzungsweise 190 Straßen und zwei Dutzend Schulen allein in Deutschland sind nach ihm benannt. An vielen Orten überall auf der Welt stehen Denkmäler, die an ihn erinnern. In London haben sie ihm zu Ehren sogar eine Statue an der Fassade der großen Kathedrale Westminster Abbey befestigt. Ein Meter achtzig aus hellem Kalkstein herausgemeißelt, fast so groß, wie er wirklich war. Mit Brille auf der Nase und Buch in der Hand steht er da in einer Reihe mit neun anderen Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind. Martin Luther King Jr. zum Beispiel zwei Plätze weiter links. Als wären sie Heilige oder Superhelden, meilenweit entfernt von uns und ohne jede Ahnung davon, wie es ist, hier und jetzt zu leben. Dietrich hatte nicht mal Internet. Dieses Buch hier und auch die QR-Codes, die mit dem Phone abzuscannen sind, um selbst auf Spurensuche zu gehen: Sie sind hier, weil Dietrich wesentliche Dinge zu sagen hat. Dinge, die guttun, die Klarheit schaffen. Dinge, die Hoffnung stärken, die Lust zu leben machen und Mut geben, mit Widerständen zurechtzukommen. Selbst mit dem Schrecklichen, das leider auch in der Welt ist: Hass, Krankheit, Katastrophen, Krieg, Tod und all dem anderen, das uns Angst machen kann. Wenn dieses Buch hier so wirkt wie erhofft, kann es helfen, einen eigenen Weg durchs Leben zu finden. 7


Dietrich ist dabei wie ein Chat-Partner, der gute Ideen hat – immer dann, wenn jemand danach fragt. Interessanterweise liebt er es zeitlebens, erst einmal mit Gegenfragen zu antworten. Das könnte auf den folgenden Seiten auch gelegentlich vorkommen. Hier wartet keine neue Sammlung von Zitaten. Bonhoeffer heute auf ein Dutzend Sinnsprüche zu reduzieren, ist ungefähr so schlau, wie von Taylor Swift immer dieselben drei Hits zu spielen. Es ist auch keine klassische Biografie, die mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet. Der chronologische Lebenslauf ist in Zeiten von Wikipedia anderswo leichter zu haben. Es geht hier um Fragen, die uns alle plagen, und um die Art, wie Dietrich mit ihnen umgegangen ist. Sie stehen als Stichwörter über jedem Kapitel. Frei nach Rainer Maria Rilke – dessen Lyrik Dietrich übrigens nicht besonders mochte, was wiederum seine Verlobte gar nicht verstehen konnte –, also frei nach diesem Dichter geht es darum, die Fragen zu leben und damit vielleicht allmählich in die Antworten hineinzuleben. Natürlich werden auch einige kurze Bonhoeffer-Texte erscheinen, die man zweimal lesen muss, bevor sie sich erschließen. Gut, dass sie gedruckt vor Augen stehen. Hier ist eine neue Begegnung mit einem modernen Mann, der an Gott glaubt. Mehr noch: Dietrich ist nicht denkbar ohne Gott und ohne Bibel. Wahrscheinlich ist sie das Buch in der Hand der Kalkstein-Skulptur in London. Dietrich kann mit seinem klaren Verstand sagen, warum er sich selbst nicht denken will ohne den Gott, der als Mensch auf der Erde gelebt hat. Dieses Buch kann Gespräche in Gang bringen, vielleicht Streitgespräche. Weil er sich über Dinge Gedanken gemacht hat, die alle Menschen beschäftigen: Wozu sind Kriege da? zum Beispiel. Können wir die Welt retten? Und die große Frage, die sich wahrscheinlich jeder Mensch irgendwann im Leben stellt: Wozu lebe ich eigentlich? Was ist der Sinn? 8


Irgendwann begegnen fast alle im deutschsprachigen Raum Dietrich Bonhoeffers größtem Hit „Von guten Mächten“. Einem Lied, das zunächst nur ein Gedicht war, mit der Hand auf ein DINA4-Blatt geschrieben. Der ganze Text ist hier nachzulesen: https://www.ekd.de/eg-65-von-guten-machtenwunderbar-geborgen-11493.htm. Den wichtigsten Vers daraus kennen viele auswendig: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Diese Worte, die er aufgeschrieben hat in einem Brief an seine Familie, wirken wahrscheinlich sehr heilig, religiös, fromm. Worte, die fast so in Stein gemeißelt wirken wie der 1,80-Dietrich an der Fassade der Abtei Westminster. Im selben Brief schreibt er nur ein paar Zeilen weiter vorne: „Könnt Ihr meine Unterhosen so kon­ struieren, dass sie nicht rutschen? Man hat hier keine Hosenträger.“ Denn er sitzt im Gefängnis, als er das schreibt, und er hat in diesem Moment große Sehnsucht. Vor allem danach, endlich wieder seine Freundin in den Arm nehmen zu können, Maria, die er bald heiraten will. Dinge, die ganz anders wirken als die Heiligenstatue. Dietrich ist ein Mensch mit Unterhosen und Zärtlichkeit und Zweifeln. Wahrscheinlich ahnt er, als er das alles schreibt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Sechzehn Wochen sind es noch, dann lässt Adolf Hitler ihn töten, am 9. April 1945, als der Krieg in Europa schon fast zu Ende ist. Aus Rache, denn Dietrich war am Bombenanschlag beteiligt, der Hitler töten sollte. 9


Im Netz finden sich viele Fotos von Dietrich. Die beste digitale Sammlung wahrscheinlich hier: https://www.dietrich-bonhoeffer.net/bilder/. Zwei Fotos stechen heraus, weil sie völlig verschiedene Phasen dokumentieren. Die eine Phase – seine ersten Schritte auf dem Weg in den Widerstand. Die andere Phase – die letzten Stufen zur Ergebung in sein Schicksal. Das eine Foto ist im Sommer 1934 entstanden (S. 16). Es zeigt Dietrich an einem Strand in Dänemark. Im Kapitel „Dazugehören“ (S. 12) steht mehr dazu. Es zeigt ihn als Hochschullehrer, umgeben von Studentinnen und Studenten. Er gehört zu ihnen. Auf dem anderen Foto ist er zehn Jahre älter (S. 25). Im Sommer 1944 verrät sein Gesicht nicht viel über Dietrichs Innenleben nach mehr als fünfzehn Monaten Einzelhaft. Oder doch: Er sieht so aus, wie Gefangene ihn später beschreiben, die überleben: gelassen. Er gehört zu ihnen. Die Kapitel „Tod“ (S. 161) und „Dazugehören“ befassen sich auch mit dieser Zeit. Wenn die Sprache auf Dietrich Bonhoeffer kommt, scheint sich oft eine gewisse Schwere auszubreiten. Keine Spur mehr von der heiteren Gelassenheit, die beide Fotos erahnen lassen. Zum Glück finden sich ein paar Belege für die Leichtigkeit, die sein Leben auch durchzogen hat. Etwa die Notiz eines Studenten, der 1934 am Strand in Dänemark dabei war. Am Rand einer internationalen Kirchenkonferenz: Wie sehr Dietrich dort bei aller Beanspruchung seinen Schülern und Freunden zur Verfügung stand, die ihn nach längerer Zeit wieder sahen. Wie er mit ihnen diskutierte, spielte, in der stürmischen Nordsee badete und immer aufgelegt war zu Scherzen. – Während der behäbi10


gen Ansprache eines sehr umfangreichen Kirchenfürsten schob er uns einen Zettel zu mit dem Vers von Christian Morgenstern: „Ein dickes Kreuz auf dickem Bauch. Wer spürte nicht der Gottheit Hauch?“1 Kein humoristischer Kracher, aber vielleicht eine Ahnung davon, dass es auch Freude machen kann, sich mit Dietrich gemeinsam den großen Fragen zu stellen. 39 Jahre hat er gelebt, durchlebt, erlebt. Dieses Buch zeigt, was für ein großes Geschenk das heute noch für uns alle ist. Uwe Schulz

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Kapitel 1

Dazugehören Gemeinschaft, die den Tod überdauert Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.2 Dietrich Bonhoeffer Er kann den anderen kaum erkennen neben sich in der Finsternis. Schwarzer Schatten vor grauer Wand. Nur wenn ein Lichtstrahl die Pappe vor dem Fenster durchsticht, blitzt das Gesicht des anderen kurz auf. Er weiß: Gleich folgt von allen Seiten ein Grollen, als würden sämtliche U-Bahnen der Stadt auf einmal durch den Bau rasen. Er hört, wie schwer der andere die Luft einzieht durch eine Kehle, in der die Angst krampft und würgt. Spürt das eigene Herz hämmern. Hier haben sie etwas Schutz, sollte wieder eine Druckwelle einschlagen oder sich ein faustgroßer Steinbrocken hierher verirren. Beim Einschlag in die Wände klingen die feinsten Bombensplitter wie der Hagelsturm, der einmal aufs Verdeck seines Audi geprasselt ist, irgendwo auf dem Weg nach – war es Pölitz oder Gullnow? Wo immer das war. Es war in einem anderen Leben. Lange vor dem Krieg, der jetzt zurückgekommen ist in die Stadt, in der er geplant wurde. Wieder haben die Schließer einen Gefangenen runtergebracht aus einer Zelle im dritten Stock, gleich als der Vollalarm in der Stadt losging, und ihn hier eingeschlossen.3 Die Gefangenen im zweiten 12


müssen in ihren Zellen bleiben, dem Inferno ausgeliefert, das die Royal Air Force über die Hauptstadt bringt. Es regnet Feuer auf ein ganzes Land; sein Land, in das er freiwillig zurückgekehrt ist. Die nächste Welle von viermotorigen Bombern. Er hört das Schreien und Toben aus der Etage über sich, bis es ganz in der Nähe einschlägt. Ehe er nachgedacht hat, liegt er auf dem Bauch, den Kopf auf den Boden gepresst. Hört den anderen rufen: „Ach Gott, ach Gott!“, erinnert sich stumm an die ersten Verse aus dem Psalm, den er gestern noch gelesen hat: „HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. Mein Leben ist nahe dem Totenreich.“ Dietrich fühlt diesen Psalm in der Finsternis. Zu dem anderen, der irgendwo neben ihm liegt, sagt er nur: „Es dauert höchstens noch 10 Minuten.“4 Er will den anderen nicht alleinlassen in der Not. Er will ihm auch nicht irgendeinen frommen Satz sagen. Nicht angesichts der Todesangst des anderen, der sein „Gott, ach Gott!“ vergisst, sobald die Sirenen draußen Entwarnung heulen. So hat er es seine Studenten gelehrt, die jungen Pfarrer. So wird er es gleich am Morgen danach im nächsten geschmuggelten Brief seinem besten Freund Eberhard Bethge schreiben. (Eberhard wird in diesem Buch immer wieder zu Wort kommen. Weil wir ihm so viel Wissen verdanken über Dietrichs Leben.) In seinem Buch „Nachfolge“ hatte Dietrich 1937 noch geschrieben: „Jeder Versuch, mit eigener Macht etwas am anderen auszurichten, ist vergeblich und gefährlich. […] Die Verschleuderung der billigen Gnade wird der Welt zum Überdruß.“5 Dietrich weiß in dieser Bombennacht im Januar 1944, so hart wie damals würde er jetzt nicht mehr texten, auch wenn es heute so wahr ist wie vor sieben Jahren. Ein O-Ton von Eberhard über Dietrich findet sich hier: https://www.zeitzeugen-portal.de/ personen/zeitzeuge/eberhard_bethge. 13


Die Zeit vor der Angst Damals, Mitte der 1930er – das ist wie ein anderes Leben. Das Leben vor dem Eingesperrtsein. Die Zeit vor dem Krieg, vor der Angst, die heute überall in diesem Gefängnis lauert, immer wieder auch in ihm selbst. Jetzt, 1944, das ist wie der praktische Teil der „Nachfolge“: Christlicher Glaube ist kein spirituelles Wellness-Programm. Christliches Leben bedeutet, die Welt so zu sehen, wie Jesus von Nazareth sie sieht: von unten. Das weiß Dietrich theoretisch, als er es 1937 im Buch „Nachfolge“ schreibt. Jetzt, 1944, mitten im Chaos, erlebt er es. Als er am Boden einer schmuddeligen Einzelzelle auf dem Bauch liegt. Deshalb vielleicht zitiert Dietrich in dieser Nacht nicht den Bibelspruch, der ihm in den Sinn kommt. Er gibt dem anderen in der Zelle das, was ein Mensch in Panik braucht, der sonst nicht nach „Gott, ach Gott“ fragt: etwas, das ihn herausholt aus der Angst. Fakten. Dietrich sagt dem anderen die Tatsache, die auch ohne einen biblischen Wellness-Spruch gilt: Auch der längste Bombenangriff ist einmal zu Ende. Noch zehn Minuten, dann müssen wir uns nicht mehr fürchten. Dietrich hat ein Gespür dafür entwickelt, wann ein frommes Wort angebracht ist. Er verteilt es nicht ungefragt. Er weiß, wer im Bau Sehnsucht danach hat. Die Seelsorger, die regelmäßig zu den Gefangenen dürfen, haben es ihm erzählt. In ihren Gebetsbüchern haben sie merkwürdigerweise keine Verse ausdrücklich für Menschen, die eingesperrt sind. Bonhoeffer gehört zu ihnen, er steckt mittendrin in einer Mischung aus Unruhe, Langeweile, Verwirrung, Grübelei – und findet immer wieder heraus. Aus der Ruhe seiner eigenen Meditation entstehen eine Handvoll Gebete, die er aufschreibt. Sie werden im Dezember 1943 in den anderen Zellen verteilt. Ein Weihnachtgeschenk.

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„Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen hilf mir beten und meine Gedanken sammeln; ich kann es nicht allein In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den rechten Weg für mich. Vater im Himmel, Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht Lob und Dank sei dir für den neuen Tag Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben. Du hast mir viel Gutes erwiesen laß mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen. Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann. Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.“6 Dietrich verschenkt Gebete. Und er empfängt selbst dankbar Gebete. Es tut ihm gut, wenn der Gefängnispfarrer ihn am Ende des Besuchs segnet. Um 4:20 Uhr endlich die Entwarnung. Vielleicht gehen in diesem Augenblick Dietrichs Gedanken zurück in das andere Leben. Zum Anfang des Weges, der hierhergeführt hat …

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