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DENISE HUNTER

„Lucy … Es gibt da ein paar Dinge, die du wissen solltest.“ Sie zog sich die Bettdecke bis unters Kinn. „Was denn?“ „Diese … Hochzeit.“ Er wies auf das Brautkleid, das in dem schmalen Kleiderschrank des Krankenhauszimmers hing. „Das war nicht unsere.“ Am Tag ihrer Hochzeit stürzt Lucy und verletzt sich am Kopf. Als sie zu sich kommt und ihren Verlobten Zac anruft, erfährt sie, dass sie sich vor einem halben Jahr getrennt haben – und sie einen anderen heiraten wollte. Lucy fällt aus allen Wolken. Was ist geschehen? Sie kommt sich vor wie in einem Albtraum. Doch dann beschließt sie zu kämpfen: um ihre Erinnerung – und um ihre wahre Liebe!

Denise Hunter ist eine mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin. Mit ihrem Mann und drei (beinahe) erwachsenen Söhnen lebt sie in Indiana, USA.

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ISBN 978-3-86506-933-7

www.brendow-verlag.de

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Eine Braut, zwei Verlobte und ein Gedächtnisverlust. Der neue Liebesroman von Bestsellerautorin Denise Hunter!

Roman


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Aus dem Amerikanischen von Antje Balters

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86506-933-7 © 2017 der deutschsprachigen Ausgabe by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers First published under the title „The Goodbye Bride”. © 2015 by Denise Hunter Published by arrangement with Thomas Nelson, a division of HarperCollins Christian Publishing Inc. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Antje Balters Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers Titelfoto: fotolia jackfrog Satz: Brendow Web & Print, Moers Druck und Bindung: CPI – Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany www.brendow-verlag.de

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EINS Lucy Lovett öffnete die Augen und spürte sofort den pochenden Schmerz in ihrem Hinterkopf. Sie stöhnte und fasste sich an die Stelle, an der sich unter ihrem braunen Haar deutlich tastbar eine Beule abhob. Sie schloss die Augen wieder und nahm jetzt weitere Einzelheiten wahr. Sie lag mit einer Wange auf einer kalten, harten Fläche, ihre Körpermitte war irgendwie eingeschnürt wie von einem Korsett, und ihre Zehen fühlten sich eingezwängt an. Irgendwo in der Ferne war das Quietschen von Gummisohlen auf Linoleum zu hören, dann ein dumpfes Geräusch, und kühle Luft zog über sie hinweg. Jemand gab einen Schreckenslaut von sich: „Oh nein! Miss? Ist alles in Ordnung, Miss? Ach du liebe Güte!“ Lucy öffnete wieder die Augen und drehte sich auf den Rücken, sodass die Beule am Hinterkopf auf den harten Boden traf. „Aua!“ Ihr Blick schweifte erst über die Deckenverkleidung, die voller Wasserflecken war, und dann abwärts zum rundlichen Gesicht einer brünetten Frau mittleren Alters. „Wie viele Finger zeige ich?“, fragte die Frau. Drei pummelige Finger versperrten Lucy den Blick. „Was ist denn passiert?“, fragte sie. „Ach, können Sie sich nicht mehr erinnern?“ Lucy schaute sich hektisch in dem Raum um. In ihrem Blickfeld befanden sich mehrere graue Toilettenkabinen, ein fleckiger Fußboden und zwei Keramikwaschbecken mit verrosteten Armaturen und Abflussrohren. Dann fiel ihr Blick auf ein gelbes Klappschild mit dem Warnhinweis: Vorsicht, Rutschgefahr.

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Zur Veranschaulichung war noch ein stürzendes Strichmännchen darauf abgebildet. „Ich bin hingefallen.“ Oder? Ja, so musste es gewesen sein. Wieso lag sie sonst mit einer Beule am Kopf auf dem nassen Boden? Als sie die Stelle an ihrem Kopf noch einmal betastete, zuckte sie wieder zusammen. „Können Sie aufstehen? Ach, Sie haben sich den Kopf verletzt? Vielleicht sollten wir doch lieber einen Krankenwagen rufen.“ „Nein!“ Schon allein der Gedanke ans Krankenhaus sorgte dafür, dass sie sich rasch aufsetzte. „Hören Sie, ich bin nur …“ Sie senkte den Blick, schaute auf ihren Schoß und betrachtete das duftige weiße Kleid, das sie trug. Ihr Blick wanderte weiter zu der zarten Perlenstickerei an der Korsage und zu den bloßen Schultern. Ihre Gedanken gingen wild durcheinander auf der Suche nach Antworten, aber es kam nichts dabei heraus als jede Menge durcheinandergewürfelter Puzzleteile. „Sagen Sie mir doch, mit wem Sie da sind, dann sage ich Bescheid, dass etwas passiert ist“, bot die Frau an. „Ich – ich bin allein.“ Oder? Wieso konnte sie sich nicht erinnern? „Dann rufen wir jemanden an. Vielleicht Ihren Bräutigam? Aber als Erstes hole ich Ihnen jetzt etwas zum Kühlen für Ihren Kopf, und dann sagen wir ihm Bescheid. Er ist sicher schon sehr in Sorge.“ Die Frau huschte zur Tür hinaus, während Lucy versuchte, die Fakten zusammenzusetzen, die ihr durch ihren dröhnenden Kopf gingen. Es konnte unmöglich ihre Hochzeit sein. Das ergab keinen Sinn, denn bis dahin war es doch noch über einen Monat. Vielleicht war sie ja bei einem Anprobetermin für ihr Brautkleid. Aber wieso konnte sie sich an absolut gar nichts erinnern? Weder daran, wie sie in das Brautkleid hineingekommen war, noch, wie sie hingefallen war?

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Denk nach, Lucy. Denk nach. Das Letzte, was sie wusste, war, dass sie am Abend zuvor mit Zac zusammen im Restaurant aufgeräumt und die Stühle hochgestellt hatte. Danach hatte er sie zu Fuß zu ihrer Wohnung gebracht. Der kühle Wind hatte ihm sein ziemlich langes schwarzes Haar zerzaust, er hatte ihr seine Jacke um die Schultern gelegt, und sie hatten geredet, bis sie vor ihrer Haustür angekommen waren. Dort hatte sie im Schein der Außenlampe in sein hübsches Gesicht geschaut – in seine ungestümen grauen Augen – und ein ganz klein wenig Angst verspürt. Die quälende Sorge, dass irgendetwas furchtbar schiefgehen könnte und sie den einen Menschen verlöre, den sie brauchte wie die Luft zum Atmen. Vor dem Eingang zur Toilette waren jetzt Schritte zu hören und holten sie in die Gegenwart zurück. Es ging ihr gut. Sie musste nur aufstehen und Zac finden. Er würde ihr helfen, das alles hier zu verstehen. Lucy zog die Knie an den Körper heran, rutschte mit dem Rücken zur weißgefliesten Wand und schob sich daran hoch, bis sie saß. Ihr Blick fiel auf die weißen Satinschuhe, in denen sich ihre Zehen so eingezwängt anfühlten. Es waren hochhackige Slingpumps mit Peeptoes und winzigen Schleifen, die sie ein paar Wochen zuvor bei einem Online-Schuhversand so bewundert hatte, die sie sich aber absolut nicht hatte leisten können. Deshalb hatte sie sie auch nicht bestellt, sondern ein süßes (wenn nicht sogar entzückendes) Paar in einer Boutique in Summer Harbor gekauft. Noch einmal schaute sie auf die Schuhe, aber es waren tatsächlich die teuren Designerschuhe. In dem Moment wurde die Tür aufgestoßen, und die rundliche Frau, die sie gefunden hatte, tauchte mit einem Eisbeutel auf. Sie half

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Lucy auf, die sich den Eisbeutel auf die Beule an ihrem Kopf legte, in dem anscheinend ein Presslufthammer am Werk war – jedenfalls fühlte es sich so an. Der Schmerz war so heftig, dass sie nur unscharf sehen konnte und blinzeln musste. „Kommen Sie, Schätzchen, setzen Sie sich erst mal auf einen Stuhl. Ich glaube, Sie sollten lieber Ihren Kopf röntgen lassen – nur zur Sicherheit. Sie kommen mir nämlich ein bisschen benebelt und durcheinander vor“, sagte die Frau. „Aber es geht mir wirklich gut. Ich muss meinen Verlobten anrufen.“ „Natürlich müssen Sie das! Bei meinem Handy ist der Akku leer, aber die Geschäftsführerin leiht Ihnen bestimmt ihres. Ich glaube, sie hat schreckliche Angst, dass Sie sie verklagen.“ Die Damentoilette, in der sie gestürzt war, gehörte zu einem klassischen amerikanischen Diner, das mit seinen roten Kunstledersitzbänken und dem schwarz-weiß gefliesten Boden geradewegs aus den 1950er Jahren zu kommen schien. Doch ihr kam nichts bekannt vor, und sie hatte keine Ahnung, wo sie war. Es roch jedenfalls köstlich, und erst jetzt merkte Lucy, wie hungrig sie war. Sie schaute durch das große Panoramafenster des Lokals nach draußen, wo die Sonne in der Ferne auf dem Meer glitzerte, aber die Geschäfte auf der anderen Straßenseite kamen ihr ebenfalls nicht bekannt vor. Ob das hier eine Ecke von Summer Harbor war, in der sie bisher noch nie gewesen war? Doch eigentlich konnte das nicht sein, denn der Ort war so klein, dass sie eigentlich schon alles davon kannte. Die rundliche Frau holte jetzt ein Handy von der Dame, die mit sorgenvoll gerunzelter Stirn hinter dem Tresen stand, und gab es ihr. „Sie rufen jetzt erst mal Ihren Verlobten an. Ich bin gleich wieder da“, sagte sie und verschwand dann auf der Toilette.

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„Da steht doch extra ein Schild“, sagte die Frau hinter dem Tresen zu Lucy und sah sie wütend an. „Gleich an der Tür. Ist doch gar nicht zu übersehen.“ Als Lucy daraufhin nickte, pochte es noch heftiger in ihrem Kopf, und ihr Atem ging schnell und flach. Sie saß jetzt in einem Raum voller Menschen, konnte sich aber nicht erinnern, sich jemals so allein gefühlt zu haben. Außer einem Mal. Aber das war schon sehr lange her. Lange vor Zac. Er ist nur einen Anruf entfernt. Lucy wählte seine Handynummer und versuchte, die verärgerte Geschäftsführerin und die neugierigen Blicke der anderen Gäste zu ignorieren. Wahrscheinlich kam es nicht jeden Tag vor, dass eine Braut in das Lokal kam. Zac ist sicher schon sehr beunruhigt meinetwegen, dachte sie, als sie es am anderen Ende der Leitung klingeln hörte. Sie hoffte, dass er nicht schon in der Kirche auf sie wartete. Sie schaute auf die Uhr an der Wand. Nein, dazu war es noch zu früh. Die Trauung sollte erst um 16.30 Uhr beginnen. Mein Hochzeitstag. Was ist in den letzten Monaten passiert? Aber sie schob diese Frage beiseite. Sie brauchte Zac jetzt mehr denn je und wählte die Nummer des Roadhouse.

C Zac Callahan legte die weiße Kugel in die richtige Position, holte mit dem Queue aus und traf sie präzise. Sie rollte über den grünen Filz und berührte die blaue Kugel, die daraufhin in dem Eckloch versank. Die umstehenden Gäste applaudierten und jubelten laut. Wenn es

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um eine Wette ging, fieberten die Zuschauer immer besonders stark mit. „Das war doch reines Glück“, sagte Beau abfällig. Zac richtete sich zu seiner vollen Größe von 1,95 Metern auf und widersprach: „Das hatte mit Glück absolut nichts zu tun, großer Bruder.“ „Wie auch immer“, entgegnete der und verschaffte sich mit seinen beinah schwarzen Augen und gerunzelter Stirn einen Überblick über die neuen Positionen der Kugeln auf dem Tisch. Zac machte es ihm wirklich schwer. Der Rest seines Feierabends stand auf dem Spiel, und Zac verlangte ihm wirklich alles ab. Marci, eine der Kellnerinnen, hatte sich krankgemeldet, und es wurde langsam voll im Lokal, sodass Zac unbedingt Hilfe brauchte. „Ich kann es gar nicht erwarten, dich in einer Schürze zu sehen“, sagte er zu Beau. „Das wird nicht passieren“, entgegnete der. Sein schwarzes Haar hing ihm ins Gesicht, als er stieß, doch die Kugel verfehlte das Loch. Beaus Verlobte Eden tröstete ihn mit einem Tätscheln und sagte dann tonlos in Zacs Richtung: „Ich kann es auch kaum erwarten.“ „Zac, Telefon für dich!“, rief da seine Serviceleitung. Er legte sein Queue hin, zeigte auf Beau und sagte: „Aber nicht schummeln.“ Beau machte ein unschuldiges Wer-ich?-Gesicht, während Zac schon auf dem Weg zum Tresen war. Das Restaurant war wegen des Spiels der Red Sox, das im Fernsehen übertragen wurde, gut gefüllt. Die Menge johlte gerade bei einem entscheidenden Run. Zac blieb kurz stehen, um hinzuschauen, und ging dann weiter. Er gab Sheriff Colton im Vorbeigehen einen Klaps auf die Schulter und

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mied bewusst die Nische, in der Morgan LeBlanc mit einer Freundin saß. Er hatte sich ein paarmal mit Morgan getroffen, und demnächst stand wieder ein Date an. Obwohl er sich wirklich Mühe gab, ihre Treffen aufregend zu finden, gelang es ihm irgendwie nicht. Jetzt schob er sich hinter den Tresen, nahm den Hörer in die Hand und sagte: „Ja, hier ist Zac.“ „Zac, Gott sei Dank“, hörte er aus der Leitung. Er spürte einen Adrenalinstoß, sodass es ihn am ganzen Körper kribbelte und seine Schultern sich verspannten. Seit sieben Monaten hatte er die Stimme nicht mehr gehört, den niedlichen Südstaatenakzent, bei dem er normalerweise Herzklopfen bekam, der jetzt aber dafür sorgte, dass ihm beinah das Herz stehenblieb. „Es ist gerade etwas passiert. Ich … bin gestürzt, und ich weiß nicht so genau, wo ich hier bin. Kannst du mich bitte holen kommen?“ Er rieb sich die Stirn, und seine Gedanken gingen wild durcheinander. „Wie bitte?“, fragte er völlig entgeistert. „Ich möchte nicht zu spät kommen, aber ich bin nass geworden, und mein Haar …“ „Zu spät für was denn?“, fragte er nach. „Das ist nicht lustig, Zac Callahan“, antwortete sie und schien den Tränen nah. „Mein Kopf tut so weh, und ich … kannst du mich bitte hier abholen?“ „Lucy, was redest du denn da? Wieso rufst du mich an?“ Es folgte eine lange Pause, und dann fragte sie: „Willst du mich auf den Arm nehmen?“ Er erinnerte sich an den Tag vor sieben Monaten, an dem er von

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„Lucy … Es gibt da ein paar Dinge, die du wissen solltest.“ Sie zog sich die Bettdecke bis unters Kinn. „Was denn?“ „Diese … Hochzeit.“ Er wies auf das Brautkleid, das in dem schmalen Kleiderschrank des Krankenhauszimmers hing. „Das war nicht unsere.“ Am Tag ihrer Hochzeit stürzt Lucy und verletzt sich am Kopf. Als sie zu sich kommt und ihren Verlobten Zac anruft, erfährt sie, dass sie sich vor einem halben Jahr getrennt haben – und sie einen anderen heiraten wollte. Lucy fällt aus allen Wolken. Was ist geschehen? Sie kommt sich vor wie in einem Albtraum. Doch dann beschließt sie zu kämpfen: um ihre Erinnerung – und um ihre wahre Liebe!

Denise Hunter ist eine mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin. Mit ihrem Mann und drei (beinahe) erwachsenen Söhnen lebt sie in Indiana, USA.

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