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Reinhold Ruthe Mehr als ein GefĂźhl

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Reinhold Ruthe

Mehr als ein GefĂźhl Liebe. Wunschdenken und Wirklichkeit

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-86506-466-0 © 2013 by Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers Überarbeitete Neuauflage des Titels „So stell ich mir die Liebe vor. 16 Wege zum Du“ (Brendow, 1995) Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers Titelfoto: shutterstock Satz: Harfe PrintMedien, Bad Blankenburg Druck und Verarbeitung: Nørhaven A/S, Viborg Printed in Denmark www.brendow-verlag.de

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Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Ausdrucksform Nr. 1 Der Lebensstil bestimmt die Art der Liebe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Ausdrucksform Nr. 2 Liebe ist Erotik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Ausdrucksform Nr. 3 Liebe ist Chemie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Ausdrucksform Nr. 4 Liebe heißt Selbstannahme und Annahme des Anderen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Ausdrucksform Nr. 5 Liebe ist Gefühl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 Ausdrucksform Nr. 6 Liebe lebt von Anerkennung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Ausdrucksform Nr. 7 Liebe lebt von Geborgenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Ausdrucksform Nr. 8 Liebe ist Überwindung von Einsamkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67

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Ausdrucksform Nr. 9 Liebe ist Geben und Nehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Ausdrucksform Nr. 10 Liebe ist Verliebtheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 Ausdrucksform Nr. 11 Liebe ist Liebe auf den ersten Blick. . . . . . . . . . . . . . . . 103 Ausdrucksform Nr. 12 Liebe ist Freundschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Ausdrucksform Nr. 13 Liebe ist Vertrauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 Ausdrucksform Nr. 14 Liebe ist genitale Sexualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 Ausdrucksform Nr. 15 Liebe ist Treue. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153 Ausdrucksform Nr. 16 Liebe ist Vergebung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165 Ausdrucksform Nr. 17 Liebe ist Agape (Liebe aus Gott). . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185

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Vorwort

Der wichtigste Faktor im Leben eines Menschen ist die Liebe. Sie wird tausendfach besungen und tausendfach beschrieben. Wenn in der deutschen Sprache jemand nach dem w schönsten und missbrauchtesten, w einfachsten und vieldeutigsten, w stärksten und zartesten w begehrtesten und heikelsten Wort sucht, stößt er auf das Wort Liebe. Dieses geheimnisvolle und unbegreifliche Gefühl w soll beglücken und berauschen, w soll entzücken und verzaubern, w soll Wohlgefühle und Innigkeit bereiten. Liebe kann eine Zweierbeziehung, wenn sie falsch verstanden und falsch gedeutet wird, zur Hölle machen, kann zerstören und verderben. Liebe ist ein Wort und hat viele Gesichter. Liebe ist eine Kraft und setzt sich aus vielen Kräften zusammen. Liebe ist ein Begriff und zeigt viele Missverständnisse. Was drücken wir alles mit dem einen Wort Liebe aus? Wir sprechen w von Liebe zu Blonden und Schwarzen, w von Liebe zu Sommer und Winter, w von Liebe zu Musik und Sport,

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Vorwort

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w von Liebe zu Sauerkraut und Bratkartoffeln, w von Liebe zur Prostituierten und von Liebe zu Gott. Der Begriff ist vieldeutig: Wir sprechen von Elternliebe, von Nächstenliebe, von Selbstliebe, von Freundesliebe, von Feindesliebe, von Freiheitsliebe, von Tierliebe und von platonischer Liebe. Der Unterschied kann nicht krasser sein. Jeder hat ein anderes Bild von Liebe vor Augen. Jeder hört mit seiner Wahrnehmung, jeder sieht mit seinen Augen, jeder empfindet mit seinen Vorstellungen, jeder beschreibt mit seinen Gefühlen. Als Seelsorger, Berater und Therapeut war ich über 40 Jahre tätig und habe immer wieder über diese wunderbare Kraft der Liebe nachgedacht. Schon früher habe ich ein „Modell der Liebe“ beschrieben und die wichtigsten 16 Erscheinungsformen formuliert. Dieses Modell, das mich vor wie nach überzeugt, habe ich gründlich überarbeitet und möchte es hier dem Leser vorstellen. Mir ist wichtig: w Liebe drückt sich auf mancherlei Weise aus und beschreibt viele Wege zum Du, w Liebe kennzeichnet 17 Teilaspekte, die mir bedeutsam erscheinen, sie stehen nicht isoliert da, sondern sind untereinander wie durch ein Netz verknüpft, w Liebe ist ein Zusammenspiel dieser 17 Faktoren und beinhaltet eine erfüllte Liebe,

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Vorwort

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Liebe mit ihren 17 Bausteinen meint keine idealistische und vollkommene Liebe, die ist uns Menschen seit dem Sündenfall unmöglich, Liebe ist kein Stoff, den wir im Blut haben und der ein harmonisches Zusammenleben garantiert, Liebe kommt aus dem Gleichgewicht und gerät ins Wanken, wenn das Zusammenspiel der 17 Ausdrucksformen gestört ist.

Selbstverständlich verändern sich im Laufe des Lebens die verschiedenen Faktoren und Kennzeichen der Liebe. In allen Lebensphasen erfahren verschiedene Liebesaspekte eine unterschiedliche Bewertung: Je jünger die Paare, desto mehr wird sie die Verliebtheit beherrschen, je jünger die Paare, desto mehr wird sie die Sexualität beanspruchen. Je älter die Paare, desto mehr werden gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Rücksichtnahme gefordert, desto mehr werden Fürsorge, Einfühlungsvermögen und Ernstnehmen von Einschränkungen die Liebe bestimmen. Die Bedürfnisse verschieben sich, die Erwartungen verändern sich, die Wünsche verlagern sich. Welche Ausdrucksformen bestimmen in erster Linie Ihre Liebe? Welche Ausdrucksformen kommen zu kurz? Welche Ausdrucksformen wollen Sie pflegen, korrigieren oder verändern?

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Vorwort

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Für wen ist das Buch geschrieben? Für Menschen, die nach der Verliebtheitsphase erkennen, dass viele Fragen offen bleiben; für Menschen, die in ihrer Partnerschaft Defizite im Zusammenleben wahrnehmen; für Menschen, die in der Midlife-Crisis ihre Liebe in Frage stellen; für Menschen, die in frühen und späten Ehejahren an Enttäuschungen leiden; für Seelsorger und Berater, die sich mit Ehe- und Partnerschaftsproblemen beschäftigen. Für Betroffene lohnt es sich, zu zweit jeweils ein Kapitel gründlich zu lesen und sich darüber auszutauschen.

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Ausdrucksform Nr. 1

Der Lebensstil bestimmt die Art der Liebe

Einführung Jeder Mensch ist eine einmalige Persönlichkeit und hat einen einmaligen Lebensstil, der auch die einmalige Liebe dieses Menschen charakterisiert. Der Lebensstil beinhaltet alle Einstellungs-, Denk- und Verhaltensmuster und alle Überzeugungen dieses Menschen. Dieser Lebensstil prägt auch die Liebe.

Wenn wir die Liebe als Ganzes verstehen wollen, hilft uns der Begriff des Lebensstils weiter. w Er beinhaltet das einmalige Bewegungsgesetz dieses Mannes oder dieser Frau, w er kennzeichnet das persönliche Denkschema, w er kennzeichnet die charakteristische Haltung zum Leben, w er kennzeichnet die persönliche Note, wie dieser Mensch Schwierigkeiten bewältigt, w er zeigt, wie dieser Mensch zupackt, etwas wagt, resigniert, flieht oder angreift, wie er aus Erfahrungen Kapital schlägt, w er zeigt, welche Meinung er über sich selbst, über andere, über Gott, über das Leben und nicht zuletzt über die Liebe hat,

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Ausdrucksform Nr. 1

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er zeigt, welche Meinung er über Frauen, über Männer, über Sexualität, über Unter- und Überordnung und über die Liebe hat.

Wie entsteht Lebensstil? Etwa bis zum Alter von fünf bis acht Jahren hat sich das charakteristische Denk- und Reaktionsschema gebildet. Eltern, Geschwister, Großeltern und andere Erzieher geben dem Kind die Gelegenheit zu einer Vielzahl von Erfahrungen, die es auf seine Weise deutet. Nicht die objektiven Ereignisse sind entscheidend, sondern w wie das Kind sie verarbeitet, w wie das Kind sie deutet, w wie das Kind sie versteht, w wie das Kind sie wahrnimmt, w wie das Kind darauf häufig reagiert. Das Kind zieht Schlüsse und betrachtet die Welt und Menschen aus einer bestimmten Warte. Der kleine Mensch gewinnt Überzeugungen, die irrig und falsch sein können, die aber sein Leben und seine Liebe bestimmen. Selbstverständlich kann sich dieser Lebensstil im Laufe des Lebens verändern. Damit wird der Lebensstil zum Zentrum der Persönlichkeit. Er umfasst fünf Aspekte, die jeweils der Liebe einen bestimmten Stempel aufdrücken: 1. Wie sehe ich mich selbst? Wie schätze ich mich ein? Wir stark, hilflos oder wehrlos fühle ich mich? Wie mutig oder angepasst bin ich?

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Der Lebensstil bestimmt die Art der Liebe

Wie liebenswert oder nicht liebenswert bin ich? Wie beeinflusst meine Selbsteinschätzung meine Liebe? 2. Wie sehe ich die Anderen? Wie sehen die Anderen mich? Suche ich den starken Mann oder die starke Frau? Suche ich einen Partner, der mich verwöhnt? Suche ich Anerkennung und will im Mittelpunkt ­stehen? Suche ich den Schwachen, um Stärke zu demonstrieren? 3. Wie fühle ich mich in der Welt? Fühle ich mich in der Welt wohl? Fühle ich mich in der Welt geborgen, gehalten und getragen? Fühle ich mich in der Welt bedroht und angegriffen? Fühle ich Misstrauen im Zusammenleben mit anderen? 4. Welche Ziele verfolge ich? Bin ich ein Nehmer, der vom Partner Opfer verlangt? Bin ich ein Forderer, der andere in Dienst stellt? Bin ich ein Antreiber, der zu Ehrgeiz und Aktivität anstachelt? Bin ich ein Strahletyp, der geliebt werden muss? Bin ich der Mensch, der nicht nein sagen kann, der dem Partner alle Wünsche erfüllt, um nicht abgewiesen zu werden? 5. Mit welchen Mitteln und Verhaltensmustern verfolge ich meine Ziele? Welche Strategien verfolge ich, um mich in der Liebe zu behaupten? Welche Verhaltensmuster setze ich ein, um meine Ziele zu erreichen?

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Ausdrucksform Nr. 1

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Welche Methoden stehen mir zur Verfügung, um meine Wünsche durchzusetzen? Welche Selbstbehauptungsstrategien habe ich gefunden, um meine Art der Liebe in die Tat umzusetzen? Die fünf Aspekte des Lebensstils kennzeichnen in jedem Fall meine Liebe. Es sind Überzeugungen mit allen Vor- und Nachteilen. Es sind Lebenseinstellungen, die die Liebe fördern oder einschränken.

Charakteristische Leitmelodien der Liebe Mit einem Satz werden vielfach charakteristische Leitmelodien umschrieben. Sind Leitmelodien Ihrer Liebe darunter? Meine Art zu lieben besteht darin, w dass ich ungern Fehler mache, w dass ich gern die Königin bin und mir die Männer zu Füßen liegen, w dass ich gern untertreibe und als Veilchen im Verborgenen blühe, w dass ich gern der oder die Erste bin, der oder die Unvergleichliche, w dass ich gern die Kontrolle ausübe, w dass ich gern intellektuell der oder die Überlegene bin, w dass ich gern moralisch überlegen bin, w dass der Andere meine Wünsche erraten soll, w dass der Andere für mich die Verantwortung trägt, w dass ich diene bis zur Aufopferung und auf Enttäuschung liebesunfähig reagiere,

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Der Lebensstil bestimmt die Art der Liebe

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dass sich ein Anderer um mich kümmert, w dass der Andere mich mitreißt und mich mitzieht, w dass der Andere für mich entscheidet und Probleme löst usw. Das ist ein kleiner Strauß von Lebensstilaspekten, die unsere Liebe kennzeichnen. w

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