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Annkatrin Edler | Andreas Müller | Ingo Müller | Ruben Ullrich
TIME OUT Wie Andachten, Gruppenstunden und Predigten interaktiv werden
Titelei_Born_Die Time-out Methode_182643_F39_RZ.indd 1
09.02.24 16:26
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Born-Verlag ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
© 2024 Born-Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen Internet: www.bornverlag.de; E-Mail: info@scm-verlagsgruppe.de Die Bibelverse sind folgender Ausgabe entnommen: BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. www.basisbibel.de Umschlaggestaltung und Titelbild: Stephan Schulze, Stuttgart Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck Gedruckt in Deutschland ISBN 978-3-87092-643-4 Bestell-Nr. 182.643
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INHALT Kapitel 1: Hintergrundinfos zur Time-out-Methode Die Grundlage unserer Arbeit: Jugendarbeit in 4D
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Was ist Time-out überhaupt? Für wen? Warum Time-out? Exkurs: Drei Grundbedürfnisse & eine Time-out-Verkündigung oder warum Stimulanz, Resonanz und Struktur in der Time-out-Verkündigung so wichtig sind Wie läuft eine Time-out-Verkündigung ab? Wie geht Time-out? Tipps und Tricks
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Die Rolle des Verkündigenden Verkündigen Moderieren Bündeln
19 19 20 22
Zugänge zu Gott – Wie unterschiedliche Persönlichkeiten Jesus entdecken können Einführung Die 7 Zugänge
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Kapitel 2: Grundlagen zur Time-out-Methode
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Die Exegese – Verkündigen in 4D Gott und du Der Text für mich Der Text an sich – Kurzexegese Der Text an sich – Ausführliche Exegese Der Text für die anderen (Hörer)
31 31 33 36 37 43
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Die Zielgruppe Alter Fähigkeiten Lebenswelt Vorkenntnisse
44 44 45 46 46
Die richtige Methode finden 1. Methodenkompetenz 2. Persönliche Kompetenz 3. Gebet Zusammenfassung
47 48 49 50 50
Ideensammlung Kommunikation Kontemplativ Kreativ Erlebnis Natur Spiel Entscheidung/Reaktionsmöglichkeiten
51 52 57 61 64 67 69 71
Digitale Tools
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Kapitel 3: Fünf komplette Stundenentwürfe für unterschiedliche Altersgruppen
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Time-out-Verkündigung 1: Abraham Bibeltext Material Zielgruppe Exegese Verkündigung
76 76 76 77 77 82
Time-out-Verkündigung 2: Mut zum Dachschaden Bibeltext
92 92
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Material Zielgruppe Exegese Verkündigung Kennt ihr das Sprichwort »Sehen und gesehen werden«?
92 92 92 97 97
Time-out-Verkündigung 3: Gerechtigkeit Bibeltext Zielgruppe Zielgedanke Gruppengröße Material Setting Exegese Matthäus 20,1-16 Kernaussage Verkündigungsteil
102 102 102 102 102 102 103 103 106 106
Time-out-Verkündigung 4: Vier Begegnungen Bibelstelle Material Zielgruppe Kurz-Exegese Methodik
112 112 112 113 113 116
Time-out-Verkündigung 5: Jesus ist dein größtes Geschenk an Weihnachten Bibelstelle Material Zielgruppe Exegese Der Text für die anderen (Hörer) Kernaussage Methodik
128 128 128 128 129 132 132 132
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Kapitel 1:
HINTERGRUNDINFOS ZUR TIME-OUT-METHODE Die Grundlage unserer Arbeit: Jugendarbeit in 4D • Was macht eine Jugendarbeit stark? • Was sind Faktoren, die einer Jugendarbeit helfen, junge Menschen zu erreichen, flexibel auf herausfordernde Situationen zu reagieren, alte Zöpfe abzuschneiden und auf dem aktuellen Stand zu bleiben? • Was sind Faktoren, die eine Jugendarbeit lähmen können, die eher abstoßend auf junge Menschen wirken und die Wachstum verhindern? Mit diesen Fragen sind Bernd Pfalzer und Karsten Hüttmann vor knapp 10 Jahren durch die deutschlandweite EC-Bewegung gefahren und haben verschiedene EC-Jugendarbeiten besucht. Sie haben Zeit mit ihnen verbracht, viele Gespräche geführt und einige Fragebögen ausfüllen lassen – alles vor dem Hintergrund der Frage: Was macht eure Arbeit stark? Nachdem die beiden knapp 50 Jugendarbeiten im Norden, Süden, Osten und Westen der Republik besucht hatten, waren ihre Herzen voller Eindrücke, ihre Köpfe voller Ideen und ihre Schreibtische voller ausgefüllter Frage-
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bögen. Nach einiger Zeit der Auswertung und vielen weiteren Gesprächen kam dann die Idee der »Jugendarbeit in 4D« auf. Die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Jugendarbeiten ließen sich in vier Dimensionen abbilden. Das Modell »Jugendarbeit in 4D« war geboren. Dieses Modell ist dabei keine Blaupause und kein Schema, welches akribisch befolgt werden muss, damit die eigene Jugendarbeit gelingt. Es ist mehr eine Art Orientierungshilfe, ein Kompass, der helfen kann, die eigene Jugendarbeit auf den Prüfstand zu stellen und zu überlegen: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Bis heute ist dieser Kompass einer der Grundsteine der deutschlandweiten EC-Arbeit und daher ein wichtiger Punkt in unserem täglichen Tun. Alles, was wir tun, versuchen wir vor dem Hintergrund dieser vier Dimensionen zu betrachten. Im Folgenden sollen diese vier Dimensionen, UP, IN, WITH und OUT, kurz beschrieben werden.
Jugendarbeit schafft Räume für Bibel, Gebet und verschiedene spirituelle Formen und fördert einen alltagsrelevanten Glauben. Die Dimension UP bezeichnet dabei die Beziehung zu Gott.
Jugendarbeit bietet eine tragfähige Gemeinschaft und lebt eine Kultur der Wertschätzung und Vergebung. Die Dimension IN bezeichnet die Beziehung zueinander.
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Die Vernetzung von Christen ist kein Hobby von Einheitsidealisten, sondern gehört zum Wesen jeder christlichen Gemeinschaft. Die Dimension WITH bezeichnet die Beziehung zu anderen Christen.
Jugendarbeit hat eine Anbindung an den Ort, ist relevant für die Gesellschaft und verbindet Evangelisation und Diakonie. Die Dimension OUT bezeichnet die Beziehung zu anderen Personen, Institutionen oder Kirchen. Fasst man diese vier Dimensionen zusammen, so bildet sich der Beziehungskompass des EC. Jugendarbeit ist da stark und gesund, wo sie sich im Gleichgewicht dieser vier Dimensionen bewegt und nicht eine Dimension zu sehr betont. Da, wo sich Jugendarbeiten und Gemeinden immer wieder hinterfragen, neu positionieren, kann gesundes Wachstum entstehen. Doch an dieser Stelle sollte die »Jugendarbeit in 4D« nicht stehenbleiben. Denn du hast es bestimmt schon gemerkt: So ist das Ganze noch reichlich unkonkret und sehr offen. Es klingt alles sehr nett, aber mehr auch erst mal nicht. Daher ist ein weiteres Modell aus diesem Beziehungskompass entstanden. Die »6 Prinzipien«. Sechs Grundlagen, Entscheidungshilfen oder Leitlinien, die etwas konkreter beschreiben, wie eine lebendige Jugendarbeit aussehen kann. Und die gleichzeitig auf die aktuellen Lebensumstände Jugendlicher reagieren können, die flexibel sind und dennoch konkret. Ausgangspunkt ist immer die Frage: »Was wäre, wenn …?« Die Prinzipien sollen die Kreativität anregen und den Horizont erweitern.
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1. zutrauen : ermöglichen Was wäre, wenn wir Kinder/Jugendliche als eigenständig glaubende Menschen wahrnehmen und wir einen Rollentausch vom Gestalter und Macher zum Ermöglicher und Begleiter vollziehen? Ö selbstbestimmte Partizipation 2. glauben : teilen Was wäre, wenn wir nicht nur vom Glauben reden, sondern Kinder und Jugendliche vor allem an unserem alltäglichen Glaubensleben teilhaben lassen? Ö zeugenschaftliche Verkündigung 3. beziehung : leben Was wäre, wenn wir Jugendarbeit als dauerhaften Lebensraum verstehen und daher Kindern und Jugendlichen verlässliche Beziehungen über unsere Angebote hinaus ermöglichen? Ö Beziehungsbindung in Gemeinschaft 4. experimentieren : selberglauben Was wäre, wenn wir den Glauben von Kindern und Jugendlichen als Prozess verstehen und sie ermutigen, selbst mit Formen des christlichen Glaubens zu experimentieren? Ö Eröffnung von Erfahrungsräumen 5. sehen : hören Was wäre, wenn wir konsequent den Einzelnen in den Blick nehmen und ihn bei der Suche nach Orientierung und Sinn persönlich begleiten? Ö seelsorgerliche Subjektbezogenheit 6. kommen : gehen Was wäre, wenn wir die eigenen, sicheren Räume verlassen und Kinder und Jugendliche mit der Guten Nachricht dort aufsuchen, wo sie sind? Ö Geh- und Komm-Struktur
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Diese sechs Prinzipien bilden zusammen mit dem Beziehungskompass seit ein paar Jahren die Grundlage aller Arbeit, die im EC geschieht. Als Jugendverband haben wir uns zum Ziel gesetzt, junge Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Der Beziehungskompass und die daraus resultierenden sechs Prinzipien sollen uns dabei Hilfe, Orientierung und Modell sein, um das zu erreichen. Gleichzeitig ist dieses Modell auch eine Art Brille, mit der du dieses vorliegende Buch und dessen Inhalt verstehen kannst. Wenn du mehr Informationen zu »Jugendarbeit in 4D« oder weiterführende Literatur haben willst, dann schaue einfach mal bei www.ec.de/ ja4d vorbei!
Was ist Time-out überhaupt? Bei »Time-out« unterbrichst du deinen klassischen Impuls, wie z. B. eine Andacht oder eine Predigt. In diesen Unterbrechungen (Time-outs) können die Teilnehmenden ihre Gedanken äußern, Details erleben, reagieren, in Aktion treten und sich damit an der Verkündigung beteiligen. Durch die Einbeziehung können die Teilnehmenden intensiver zuhören und sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen als bei einer klassischen Andacht ohne Time-out. Sie sind Teil der Verkündigung. Die Unterbrechungen sind genauso wichtig wie die Aussagen des Impulsgebers. Die Time-outs können sowohl hinführend zu einem Kerngedanken sein als auch vertiefend. In jedem Fall sind sie ein echter Teil der Verkündigung.
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Für wen? Time-out ist für alle Mitarbeitenden in der Arbeit mit Kindern, Teenagern, Konfis, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und sogar Erwachsenen geeignet. Der Anwendungsbereich ist unendlich groß und erstreckt sich von einer ausgedehnten Andacht, z. B. während einer Freizeit oder eines Konfitages, über eine ganze Gruppenstunde oder Bibelarbeit hinweg bis hin zum klassischen Sonntagsgottesdienst. Sowohl ehrenamtlich als auch hauptamtlich Mitarbeitende können diese abwechslungsreiche Verkündigungsmethode für ihre Arbeit einsetzen. Uns war es wichtig, die Hürde für die Anwendung nicht zu hoch zu setzen. Wir glauben, dass jeder, der auch sonst eine Andacht hält und ein Spieleprogramm in einer Gruppe durchführen kann, bestens für eine Time-out-Verkündigung geeignet ist.
Warum Time-out? Wir wollen Erfahrungsräume für die Impulse schaffen und Raum für die persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema mitten in der Verkündigung ermöglichen. Das Schöne ist, dass die Methode leicht adaptiert und durchgeführt werden kann. Wir erhoffen uns daher, eine durchlässige neue Verkündigungsmethode zu verbreiten. Die Time-out-Verkündigung kann dafür sorgen, dass die Impulse kurzweiliger auf die Zuhörenden wirken. Dazu werden die anwesenden Personen zu aktiv mitgestaltenden Akteuren und bleiben nicht rein passiv in ihrer Zuhörerhaltung.
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Die frei wählbaren und anpassbaren Methoden der einzelnen Time-outs sind flexibel und können ganz gezielt eingesetzt werden, um die Gesamtaussage der Verkündigung zu unterstützen. Dazu können die Time-outs die verschiedenen Zugänge zu Gott, die wir Menschen haben, aufgreifen. Das kann bewirken, dass Menschen, denen wir sonst vielleicht »nur« etwas erzählt hätten, den Inhalt ganzheitlicher und ihrer Form entsprechend aufnehmen können und sich damit intensiver auseinandersetzen.
Exkurs: Drei Grundbedürfnisse & eine Time-out-Verkündigung oder warum Stimulanz, Resonanz und Struktur in der Time-out-Verkündigung so wichtig sind1 Laut Eric Berne, dem Begründer der Transaktionsanalyse, haben wir drei Grundbedürfnisse. Drei Dinge, nach denen wir uns sehnen. Diese drei Begriffe kommen aus Amerika und können mit den 3 S (Stimulus, Strokes und Struktur) sehr schön ausgedrückt werden.
»Stimulus«, also Stimulanz Wir bekommen ständig Anreize. Neue Impulse, tolle Gedanken, mediale Aufforderungen, sexuelle Vorstellungen, perfekte Algorithmen und vieles mehr. Wir brauchen Stimulanz und wollen stimuliert werden. Auch bei einer Verkündigung oder einem Vortrag wollen wir den Menschen stimulierende Gedanken weitergeben oder sie mit ihnen teilen. Wir wollen inspirieren und bereichern. Wir wollen etwas lostreten, das dann weitergeht. Die Stimulanz geschieht meist während der Impulszeiten bei Time-out. 1
Vgl. »erweckt leben podcast«, Resonanz vs. Stimulanz – Was ist unser wahres Bedürfnis?, von Johannes Braun, Erscheinung 29. 10. 2021
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Wir wollen und brauchen aber auch:
»Strokes«, also Streicheln Die Streicheleinheiten (sowohl seelisch und körperlich) gehören ebenfalls dazu. Sie äußern sich u. a. durch Feedback, Anerkennung und durch das Gefühl, verstanden zu werden. Es geht darum, dass wir erkannt werden wollen. Erkannt in einem tiefen Verständnis des anderen. Weil »streicheln« als Wort zu einengend ist, schlagen wir den Begriff »Resonanz« an dieser Stelle als zusammenfassendes Wort vor. Resonanz kommt aus der Physik und aus der Musik. Resonanz steht in der Physik und in der Technik für das verstärkte Mitschwingen eines schwingfähigen Systems, wenn es einer zeitlich veränderlichen Einwirkung unterliegt. Der Resonanzkörper ist ein Hohlkörper, meist aus Holz oder Metall, dessen Aufgabe die Verstärkung von Klängen oder Tönen ist. Resonanzkörper sind Bestandteil vieler Musikinstrumente, wie z. B. der Gitarre oder Geige. Der Hohlraum des Resonanzkörpers wird Resonanzraum genannt. Und eben genau diese Resonanz brauchen und wünschen wir uns auch. Wir brauchen Zeit, um etwas verarbeiten zu können, um etwas in Schwingung zu bringen. In unserem Time-out-Modell sind die einzelnen Unterbrechungen, die Time-outs, für diese Resonanz da. Sie bieten Zeit, Reaktionsmöglichkeiten und einen Freiraum, der dem Hohlraum bei der Gitarre ähnelt und damit die Gedanken aus den Impulsen ins Schwingen bringen kann. Ebenso wie diese zwei Bedürfnisse ist auch Struktur als drittes Bedürfnis wichtig:
»Struktur« bleibt Struktur Viele Menschen benötigen Struktur. Sie wollen und müssen wissen: Wann ist Pause, was kommt als Nächstes und was wartet noch auf mich? Die Time-out-Struktur bietet hier Orientierung. Als zusätzliche Hilfe könntest
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du die Teilnehmenden deiner Time-out-Verkündigung beteiligen, indem du sie über den Ablauf informierst. Laut Eric Berne haben wir diese drei Grundbedürfnisse. Die Menschen sehnen sich danach. In unserer aktuellen Gesellschaft bekommen wir tendenziell sehr viel Stimulanz. Die Time-out-Verkündigungen sind ein Versuch, diese drei Elemente in einer Verkündigung vorkommen zu lassen.
Wie läuft eine Time-out-Verkündigung ab? Da wir glauben, eine Time-out-Verkündigung benötigt einen gewissen Rahmen, haben wir drei Grundmodelle erarbeitet. Dabei skizzieren wir sowohl Minimum als auch Maximum, sodass eine Verkündigung auch wirklich eine Time-out-Verkündigung ist. Sowohl die Anzahl der Unterbrechungen als auch die Gesamtzeit sind dafür wichtig.
Drei Modelle: Mindestens: 1 x Time-out Klassiker: 2 x Time-out Gruppenstunde: 3 x Time-out
je Impuls 5–10 Minuten
Impuls 1 TIME-OUT 1
Impuls 2 TIME-OUT 2
Impuls 3 TIME-OUT 3
Impuls 4
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Maximum für das Verkündigungsmodell
Minimum
Übersicht der Modelle: je Time-out max. 20 Minuten
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Ein paar Erklärungen zu dem Schema: • Eine Time-out-Verkündigung dauert im Gesamtvolumen mindestens 20 Minuten und sollte 90 Minuten nicht übersteigen. • Unsere Erfahrungen zeigen, dass jeder Impuls ca. 5 bis 10 Minuten lang sein sollte. Die maximale Zeit für eine Time-out-Unterbrechung liegt bei 20 Minuten, da sonst sowohl der Zusammenhang als auch der Gesamteindruck verloren gehen. • Bei einer kurzen Time-out-Verkündigung (Modell: Mindestens) gibt es eine Unterbrechung und zwei Impulse. Die Gesamtdauer hier beträgt ca. 20 bis 30 Minuten. • Bei einem »klassischen« Time-out-Setting gibt es zwei Unterbrechungen und drei Impulse. • Das dritte Modell »Maximum« sehen wir bei vier Impulsen, drei Timeouts und sollte – wie erwähnt – die 90 Minuten nicht übersteigen. • Es geht nicht um möglichst viele und spektakuläre Time-outs. Die Time-outs sollen ebenso wie die Impulse die Gesamtaussage unterstützen.
Wie geht Time-out? Oft finden nach einem Impuls noch kleinere Gesprächsgruppen oder thematisch passende Aktionen statt. Einfach beschrieben verbindet Time-out beides eng verknüpft miteinander. Wie zu Beginn des Kapitels erläutert, ist Time-out eine kurzweilige, abwechslungsreiche Verkündigungsmethode, die in allen Altersbereichen eingesetzt werden kann. Da sind keine Grenzen gesetzt. Bei Time-out wird der Impuls unterbrochen. In diesen Breaks, wir nennen sie »Time-outs«, können die Anwesenden ihre Gedanken kommunizieren, Details erfahren, reagieren, gemeinsam in Aktion treten und sich damit aktiv an der Verkündigung beteiligen.
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Das Allerwichtigste ist, dass die Time-outs wichtige Bestandteile der Verkündigung sind, genauso wichtig wie die Aussagen während des Impulses. Die Time-outs können sowohl hinführend zu einem Kerngedanken sein als auch vertiefend. Ein hinführendes Time-out bereitet die gleich folgenden Aussagen vor und macht die Personen empfänglich für den Inhalt. Ein vertiefendes Time-out greift den Gedanken auf und ermöglicht eine Auseinandersetzung mit diesem, bevor dann der nächste inhaltliche Punkt folgt. In jedem Fall sind die Time-outs ein echter Teil der Verkündigung. Nicht wichtiger als der Impuls an sich, aber Teil des Impulses und der Gesamtaussage. Time-outs können unterschiedlich genutzt werden. Die entscheidende Frage ist: Was ist der Sinn und Zweck des jeweiligen Time-outs? So z. B.: Soll das Time-out inhaltlichen oder persönlichen Charakter haben? Um ein Gefühl für die Vielseitigkeit der Time-outs zu bekommen, kannst du dir an dieser Stelle die Ideensammlung in den entsprechenden Kategorien einmal kurz anschauen. Diese soll dich nicht überfordern, sondern nur einen großen Horizont an Möglichkeiten eröffnen.
Tipps und Tricks Wir haben etliche Time-out-Verkündigungen erprobt und getestet. Wir möchten, dass du von unseren Erfahrungen profitieren kannst. Daher hier ein paar Hinweise, Tipps und Gedanken, die uns in der Entwicklungsphase wichtig geworden sind: • Time-outs müssen klar und schnell erklärbar sein. Die Time-outs sollen den roten Faden unterstützen, nicht davon ablenken. Außer natürlich (in seltenen Fällen), man möchte absichtlich etwas sehr Unklares und Offenes durchführen, weil genau das die Zielaussage unterstützt.
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• Wie nennt man Time-outs während der Verkündigung? Achte auf eine bewusste Formulierung. Bei Studierenden und Schülern z. B. sollte es nicht wie eine Arbeitsphase klingen, sondern eher eine kreative Schaffenspause darstellen. • Je kreativer oder offener die Methode ist, desto unkalkulierbarer das Ergebnis. • Der Zeitrahmen für Time-outs ist wichtig. Steht wenig Zeit zur Verfügung, braucht man einen klaren Rahmen, z. B. mit der konkreten Aufforderung »Sucht ein Ei!«. Hat man mehr Zeit, kann man auch einen lockeren oder freieren Rahmen zulassen, wie z. B. mit der Aufgabe »Werdet kreativ!«. • Prozesshafte und ergebnisoffene Time-outs sind herausfordernder für den Verkündigenden. Mehr Partizipation beinhaltet immer auch die Gefahr der Verwässerung des Inhalts. Auf der anderen Seite kann während der Zeit der intensiveren Beteiligung auch ein besonderer Aha-Effekt entstehen. • So wenige Ankündigungen, Kommentationen und Beschreibungen über die Verkündigungsmethode wie möglich, so viel wie nötig. • Jede harte Unterbrechung birgt die Gefahr, die Zuhöreraufmerksamkeit zu verlieren. Es kann zumindest eine Herausforderung für den nächsten Impulsteil sein, wieder die volle Aufmerksamkeit zu haben. Achtet auf die Methodenwahl und die Formulierungen der Übergänge und gebt aufkommenden Störungen zur Not den Raum bis zur Klärung. • Das Time-out soll die Aussage des jeweils folgenden Verkündigungsteils vorbereiten (hinführendes Time-out) oder ihn unterstützen. Das bedeutet, die Aussage, die im gerade durchgeführten Verkündigungsteil getroffen wurde, wird noch mal verdeutlichend aufbereitet für die Time-out-Zeit.
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• Du hast Angst, nach einer Unterbrechung selbst nicht mehr in die Verkündigung zu kommen? Eventuell helfen dir Hilfsmittel, wie ein Phasenthermometer, Buzzer oder Ähnliches. • Es besteht die Gefahr, den Inhalt in der Vorbereitung zu vernachlässigen oder in den Hintergrund zu stellen, weil man sich mehr auf eine besonders großartige Methode konzentriert. • Methodenvielfalt ist ein Schatz. Koste diesen aus. Achte darauf, dass deine gewählten Time-outs unterschiedliche Zugänge aufgreifen. • Bei kreativen Time-out-Elementen sollte die Visualisierung der Verkündigung zurückhaltend sein. Bei nüchternen und ruhigeren Time-out-Methoden kann auch die Verkündigung kreativer oder visueller sein. • Bei ergebnisoffenen Time-outs kannst du im anschließenden Impuls auf das Time-out reagieren.
Die Rolle des Verkündigenden Anders als bei klassischen Verkündigungsmodellen durchläuft eine Timeout-Verkündigung verschiedene Phasen. Dabei nimmt die verkündigende Person unterschiedliche Rollen ein und wechselt zwischen dem Verkündigen, Moderieren und Bündeln der Inhalte von Time-out und Impuls.
Verkündigen Einen wichtigen Teil der Time-out-Verkündigung bilden die Impulse. Hier steht ganz klar die Aufgabe des Verkündigens im Vordergrund. Das Ziel ist es dabei, den Bibeltext oder das Thema in die Lebenswelt der Zuhörenden
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hinein zu übertragen und dafür Anknüpfungspunkte in ihrem Alltag zu finden und Worte und Bilder zu gebrauchen, die sie verstehen. Als Verkündigende stellen wir uns bewusst unter Gottes Wort. Was wir weitergeben, sind nicht unsere Gedanken, sondern das, was uns im Hören auf Gott und sein Wort wichtig geworden ist. Wir erwarten, dass er in das Leben der Zuhörenden hineinspricht und durch unsere Worte hindurch wirkt. Dabei spielt die verkündigende Person eine wichtige Rolle. Denn unsere persönliche Beziehung zu Jesus, unser Bibelwissen und die Erfahrungen, die wir in unserem Glauben gemacht haben, prägen die Art und Weise, wie wir einen Bibeltext verstehen. Gott gebraucht in der Verkündigung ganz bewusst Menschen mit ihrer Persönlichkeit, ihren Erkenntnissen und ihrem Witz und Humor.
Moderieren Bei einer Time-out-Verkündigung wird der Impuls immer wieder durch ein Time-out unterbrochen. Dieser Prozess muss gut eingeleitet und begleitet werden. Die Aufgabe wechselt daher vom Verkündigen hin zum Moderieren. Wer Übung im Anleiten von Kinder- oder Jugendgruppen hat, profitiert hier von diesen Erfahrungen.
Die Time-outs vorbereiten Wie der Impuls ist auch das Time-out Teil der Verkündigung und arbeitet auf den Zielgedanken hin. Daher sollte der Übergang zwischen Impuls und Time-out möglichst reibungslos gestaltet werden und für wenig Ablenkung durch organisatorische Aspekte sorgen. Schon bevor die Verkündigung beginnt, sollten folgende Fragen im Blick auf den Raum und das notwendige Material geklärt sein. Je besser diese Aspekte durchdacht sind, desto entspannter läuft die Umsetzung:
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• Welche Sitzordnung ist für die Time-outs hilfreich? • Reicht der Platz für die Time-outs aus oder muss der Raum gewechselt werden? • Wann und wie wird das Material an die Zuhörenden verteilt? • Was passiert mit dem restlichen Material, damit es nach den Timeouts nicht für Ablenkung sorgt? Je nach Gruppe (z. B. in einem Gottesdienst) kann es außerdem hilfreich sein, die Zuhörenden schon am Anfang der Time-out-Verkündigung darauf vorzubereiten, dass sie immer wieder aktiv beteiligt sein werden.
Die Time-outs einleiten Zwischen Impuls und Time-out ist es wichtig, für einen Übergang zu sorgen. Das muss nicht zwingend durch die klare Ansage »Jetzt kommt ein Timeout« geschehen, sondern kann genauso auch fließend ineinander übergehen. Zum Beispiel, indem ein inhaltlich verbindendes Element zwischen Impuls und Time-out dargestellt wird. Für den Einstieg in das Time-out braucht es zudem eine kurze und knackige Erklärung der Aktion. Um auch an dieser Stelle den Flow nicht zu unterbrechen, gilt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich! Wichtig sind die klare Anweisung, was passieren soll, und (vor allem bei Kindern) das Startsignal, ab wann es losgeht.
Die Time-outs begleiten In dieser Phase der Verkündigung sind die Zuhörenden aktiv und stehen mit ihren Gedanken und Erkenntnissen im Vordergrund. Die Aufgabe der moderierenden Person besteht nun darin, in den Hintergrund zu treten und je nach Time-out das Verhalten der Teilnehmenden zu beobachten, bewusst wahrzunehmen, was gesagt wird, und bei Bedarf Rückfragen zu beantworten.
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