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Harald Orth (Hrsg.)

Haltestelle SEHNSUCHT Aufbruch mit Gott im Alltag

Praxisentwürfe für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

BORN-VERLAG


Der Herausgeber Harald Orth (geb. 1968) ist verheiratet und Vater von fünf Kindern zwischen 8 und 21 Jahren. Er ist seit 17 Jahren Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden und wohnt und arbeitet seit 2001 in Göttingen. In seiner Freizeit treibt er gern Sport, beschäftigt sich mit Musik und freut sich über jede Tasse Kaffee mit seiner Frau. Sein Leitvers lautet: Klug ist, wer das Wort Gottes hört und tut (Mt 7,24). Die Autoren Carsten Deicke, Hanna Gutknecht, Birgit Götz, Christian Hilk, Wiebke Otto, Marco Schlenker, Judith Schoppe und Martin Schott sind haupt- oder ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit in ev. Kirchengemeinden, EC oder CVJM tätig.

Impressum © 2013 BORN-VERLAG, Kassel im Auftrag des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC) e.V. Printed in Germany. All rights reserved. Umschlaggestaltung: Dieter Betz Design-Kommunikation, Friolzheim

Medien für Mitarbeiter auf www.bornverlag.de

Fotos Umschlag: Kamaga / ufotopixl10 (Fotolia) Illustrationen Inhalt: Carsten Deicke, Bremen; Thomas Hürner, Cadolzburg Lektorat: BORN-VERLAG / Birgit Götz, Marburg

mit Leseproben zu allen Titeln

Satz: BORN-VERLAG / Claudia Siebert, Kassel Druck- und Gesamtherstellung: AALEXX

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Buchproduktion GmbH, Großburgwedel Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier. ISBN 978-3-87092-551-2 Bestellnr. 182.551


Haltestelle Sehnsucht Ein Projekt für eine Gemeinde Gesprächsthema Nr. 1 Neulich in der Stadt. Ich warte auf den Bus, der mich nach Hause bringt. Nach ein paar Besorgungen und einem Behördengang brennen meine Füße. Ich hoffe, dass ich im Bus einen Sitzplatz bekomme und dort meine Beine ausstrecken kann. Da sehe ich Frau Schmidtshuber mit ihren beiden Kindern und vollen Einkaufstaschen. Auch sie war in der Stadt. Wirklich gut kenne ich sie nicht, da ich als Single mit ihr als Familienfrau wenig Gemeinsamkeiten habe. Aber wir kennen uns aus der Gemeinde. Sie war letzten Sonntag auch beim Gottesdienst, als es um das Thema „Sehnsucht nach Heilung“ ging. Ob sie auch das Buch gelesen hat? Ich spreche sie einfach mal an: „Guten Tag Frau Schmidtshuber! Na, stehen Sie auch an der Haltestelle Sehnsucht?“ Ich grinse und hoffe, dass sie meine Anspielung auf das Projekt in unserer Gemeinde versteht. „Ja“, antwortet sie ebenfalls grinsend, „ich sehne mich nach einem Sitzplatz. Mit vollen Einkaufstaschen, einem quengelnden Kind und einem pubertierenden Teenie ist das Einkaufen keine Freude.“ Ich nicke verständnisvoll. Bis der Bus kommt, reden wir über das Buch „Haltestelle Sehnsucht“ und welcher Gedanke daraus uns gerade bewegt. Auch die Kinder von Frau Schmidtshuber schalten sich ins Gespräch ein. Denn in der Jungschar und im Teenkreis haben sie in den letzten Wochen dieselben Themen besprochen und berichten von ihren Gruppenstunden. Interessant, denke ich. Da redet die ganze Gemeinde, egal ob jung oder alt, Single oder verheiratet, kinderreich oder kinderlos, über ein Thema. Eine Gemeinde, die wirklich gemeinsam hört, fragt, denkt, betet, erlebt. Welche Folgen das für unsere Gemeinde haben wird? Ich bin gespannt.

Die Idee In einer Gemeinde gibt es (im besten Fall) verschiedene Altersgruppen vom Krabbelkind bis zum Senior. In verschiedenen Gruppen wird altersgemäßes Programm mit altersentsprechenden Themen angeboten, sodass jeder in seiner Lebensphase abgeholt werden kann. Das ist auch grundsätzlich gut so. 5


Haltestelle Sehnsucht

Aber was wäre, wenn einmal alle Mitglieder der Gemeinde gleichzeitig in allen Gruppen dasselbe Thema besprechen und bedenken würden? Von den Kindern im Kindergottesdienst oder in der Jungschar über die Teens im Teenkreis oder Konfirmandenunterricht, die Jugendlichen im Jugendkreis, die Jungen Erwachsenen und Erwachsenen im Hauskreis, die Senioren im Seniorenkreis ...? Alle hätten ein Gesprächsthema. Das will das Projekt „Haltestelle Sehnsucht“. Denn Sehnsucht nach erfülltem Leben, nach echten Beziehungen, nach Anerkennung und Wertschätzung, nach geistlichem Tiefgang, nach Heilung und nach der perfekten Gemeinde sind keine Themen, die nur bestimmte Altersgruppen betreffen. Sehnsucht muss und will in jeder Phase des Lebens neu gestillt werden. Sehnsucht – ein Thema, das alle betrifft. Sechs Wochen lang soll es in der ganzen Gemeinde Thema sein. Auch einzelne Familien können es für sich zum Thema machen. Die beiden Bücher für das Projekt werden hier kurz vorgestellt:

Das Impulsbuch Dieses Buch hat zwei Anfänge, aber kein Ende. Von der einen Seite her gelesen enthält es 42 Impulse für erwachsene Leser. Von der anderen Seite her gelesen enthält es 42 Impulse für Teens. Die Wochenthemen sind gleich, die Tagesthemen unterschiedlich und auf die Altersgruppe abgestimmt. Das sind die Themen der Wochen 1. Woche: Sehnsucht nach erfülltem Leben 2. Woche: Sehnsucht nach echten Beziehungen 3. Woche: Sehnsucht nach Anerkennung und Wertschätzung 4. Woche: Sehnsucht nach geistlichem Tiefgang 5. Woche: Sehnsucht nach Heilung 6. Woche: Sehnsucht nach der perfekten Gemeinde Jeder liest für sich und doch alle gemeinsam. Über das Gelesene kann man sich in seiner Gruppe austauschen. Und auch in der Familie kann das Buch Thema am Küchentisch sein. So kommen Eltern und Kinder miteinander ins Gespräch - nicht nur über ihre Sehnsüchte, sondern auch über den Glauben: Glaube@Familie. 6


Ein Projekt für eine Gemeinde

Das Praxisbuch Die Themen der Woche, die die Mitglieder der Gemeinde täglich für sich lesen, sollen auch das Programm in der regelmäßig stattfindenden Gruppenarbeit bestimmen.

Darum sind in diesem Buch enthalten • 6 Stundenentwürfe für Kindergottesdienst oder Jungschar • 6 Stundenentwürfe für Teen- oder Jugendkreise • 6 Gesprächsimpulse für Haus- oder Gesprächskreise aller Altersgruppen • Das Projekt der gesamten Gemeinde wird mit einem Ab schlussfamiliengottesdienst beendet. Einen ausgearbeite ten Vorschlag dazu findet man ebenfalls in diesem Buch.

Im Gemeindegottesdienst erfolgt der Einstieg ins Thema der Woche mit der Predigt. Für alle, die sonntags den Gottesdienst nicht besuchen können, gibt es eine Predigt zum Thema im Downloadbereich (siehe Seite 4). Sie kann natürlich auch zur eigenen Predigtvorbereitung verwendet werden. Der jeweils erste Tag einer Woche greift die Impulse der Predigt noch einmal auf. In den Gruppen kann auch die Predigt eine Möglichkeit zum Austausch sein.

Mehr zum Thema: Glaube@Familie Weitere Anregungen zu Glaube@Familie und wie Gemeinden Familien darin begleiten und unterstützen können, ihren Glauben zu Hause als Familie zu leben, bietet das Buch „Glaube@Familie“: Wie kann eine Familie ihren Alltag christlich prägen? Wie kann die Gemeinde die Familie darin ermutigen und begleiten? Dieses Buch liefert Ideen dazu. Im Zentrum stehen 3 Familien-Impuls-Tage. Sie geben eine Anleitung, wie Gemeinden mit Familien Glaube zu Hause im Alltag zu leben einüben können. Das Buch und drei Impulshefte für die Familien sind im BORN-VERLAG erschienen.

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StundenentwĂźrfe fĂźr Kindergottesdienst oder Jungschar

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Stundenentwürfe für Kindergottesdienst oder Jungschar

Ein Pirat auf Sehn-Suche von Carsten Deicke, Bremen Abdruck mit freundlicher Genehmigung

Grundsätzliches zum Kinderprogramm Diese Stundenentwürfe sind für Gruppen mit Schulkindern (ca. 7 bis 11 Jahre) gedacht. Die Vorschläge sind nicht ausformuliert, sodass jede Gruppe sie individuell anpassen kann, z. B. auch an Kindergottesdienste nach der Promiseland-Idee (Vertiefungsideen stellen dann das Kleingruppen-Material dar) oder für klassische Jungschargruppen. Als Rahmenhandlung wurde ein Pirat gewählt, der im Ausguck sitzt und eigentlich Ausschau halten (suchen) soll. Dort oben beobachtet er aber auch das Handeln und Überleben der Mannschaft unten auf Deck – einer kleinen überschaubaren Welt, die mit der Welt der Kinder verglichen wird, in der es oftmals auch nicht „lieb und nett“ ist, sondern in der Gewalt und Egoismus herrschen. Neben der Person des Piraten braucht man einen weiteren Mitarbeiter, der die biblische Geschichte vermittelt und die Übertragung in die Lebenswelt der Kinder (im besten Fall gemeinsam mit den Kindern) herstellt. Während der Mitarbeiter (MA) die biblische Geschichte vermittelt, sollte der Pirat aktiv zuhören. Er kann „störende Kinder“ ermahnen („Sei ruhig, das will ich hören!“) und beginnt zum Abschluss (Übertragung ins Leben) einen Dialog mit dem Mitarbeiter.

Tipps für die Bühne / Dekoration Der Pirat kann in einer Regentonne oder einem Maurerkübel stehen. Eine lange Holzlatte mit einer Piratenfahne wird daran befestigt (z. B. mit Klebeband). Das Klebeband kann auch jeweils oben und unten um das Fass geklebt werden, um die Fassreifen anzudeuten. Der Pirat sollte „verkleidet“ sein und immer ein Fernrohr dabei haben. Damit sucht er den Horizont ab (Sehn-Suche).

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Sehnsucht nach echten Beziehungen

2. Woche

Sehnsucht nach echten Beziehungen Bibeltext Zielgedanke Lernvers Material

2. Samuel 12,1-14 Gute Freunde sagen mir auch die hässliche Wahrheit. Johannes 15,13 Bühnendeko (siehe 1. Woche, Seite 11) und Verkleidung für das Spontantheater

Verkündigungsidee Piraten-Theater Der Pirat schaut sich mit dem Fernglas um. Ihm ist langweilig, weil es nichts zu entdecken gibt. Er fühlt sich einsam in seinem Mastkorb, er sehnt sich nach Gesellschaft oder noch besser: nach einem Freund. Er richtet das Fernglas nach unten (aufs Deck) und beobachtet die Seeleute: • Der dicke Heinrich, unser Koch, ist gemütlich, langsam, schleimig. Er hat schon mal heruntergefallenes Fleisch wieder in den Topf gekratzt. Ist Heinrich ein „Freund“? Ich kann ihm nicht trauen! • Der lange Klaus ist ein drahtiger Kämpfer, stark, ausdauernd, brutal. Die Gegner, die ihm begegnen, können einem leidtun. Ist Klaus ein Freund? Irgendwie muss man immer Angst vor ihm haben. • Der Schiffsjunge Benjamin ist fleißig und gutgläubig (naiv). Für einen echten Freund natürlich zu jung. Der Pirat sucht das Deck nach weiteren möglichen Freunden ab – vergeblich. Er legt das Fernrohr weg und überlegt: Wie müsste ein guter Freund sein?

Biblische Geschichte Gibt es in der Gruppe ein richtig gutes Freundespaar? Sie sollen dir helfen, die biblische Geschichte zu erzählen. Sie bilden die Theaterfiguren, evtl. mit Verkleidung (Krone, weißer Umhang, Stock), der Mitarbeiter „spielt“ mit ihnen. Was wünschst du dir von einem guten Freund? Damals wollten alle der Freund von König David sein. Warum wohl? Die meisten wollten etwas von seinem Ruhm abha15


Stundenentwürfe für Kindergottesdienst oder Jungschar

ben und sich bei ihm beliebt machen. Das waren Fans – aber keine guten Freunde. Wenn David nicht mehr erfolgreich gewesen wäre, hätten sie jemand anderem zugejubelt! Nathan war anders. Er wollte nichts von David abhaben – sondern er wollte, dass es David gut geht. Echte Freunde wollen das Beste für den Freund – und nicht für sich! Das sagt Jesus einmal so: „Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde einsetzt“ (Joh 15,13 BasisBibel). Als David einen schlimmen Fehler machte (er hat die Ehe von Bathseba und Uria zerstört, weil er Bathseba heiraten wollte, und dann auch noch Uria in den Tod geschickt, um seine Tat zu vertuschen), da ging Nathan zu David und wollte ihn wieder auf den richtigen Weg bringen. Wie kann man seinem Freund eine hässliche Wahrheit sagen, ohne ihn zu verletzen? Nathan erzählte eine Geschichte ... Erzähle das Gleichnis aus 2. Samuel 12,1-4, evtl. mit Theaterunterstützung der Kinder. David war entsetzt und wollte den Mann aus der Geschichte bestrafen. Nathan sagte zu ihm: „Du bist dieser Mann! Eigentlich hast du genug – aber du wolltest noch mehr. Das war ein Fehler!“

Übertragung ins Leben (Gespräch mit dem Piraten) P: MA: P: MA: 16

Und dann? Was geschah dann? David hat seinen Fehler eingesehen und um Vergebung gebeten. Es ist gut, wenn der Freund auch an Jesus glaubt. Dann kann man nämlich sogar zusammen beten! Jesus? Das ist doch dieser unsichtbare Kapitän, von dem du mir letztes Mal schon erzählt hast. Der gute Hirte. Richtig! Und die gute Nachricht für alle ist: Egal ob du in deiner Klasse oder Gruppe beliebt bist oder nicht, Jesus will dein Freund sein – unbedingt! Er liebt dich! Er ist kein Fan, der dich irgendwann nicht mehr mag, sondern er will der beste Freund sein. Ein unsichtbarer Freund, der immer an deiner Seite ist. Mit ihm bist du nie mehr allein! Und er meint es wirklich gut mit dir. Das hat er bewiesen, als er seinen Satz (Lernvers, siehe oben) am Kreuz „wahr gemacht“ hat.


Sehnsucht nach echten Beziehungen

Vertiefungsideen Kreativ/Basteln Karten basteln Drücke deine Freundschaft oder deine Wertschätzung gegenüber deiner Familie durch eine Karte aus: Ich mag dich! / Danke, dass du mein Freund bist! ... Steckbrief Um einen guten Freund zu finden, musst du zunächst neue Leute besser kennenlernen. Jedes Kind soll einen Steckbrief von sich gestalten. Diese können im Raum aufgehängt werden, damit jeder etwas über den anderen erfahren kann. Die Steckbriefvorlage findet man auf Seite 18 und im Downloadbereich (siehe Seite 4).

Spielerisch Kennenlernspiele Um sich besser kennen- und schätzen zu lernen, bieten sich verschiedene Kennenlernspiele an. Spiel mit Steckbrief (siehe Kreativ-Vorschläge) Der Mitarbeiter liest einige Eigenschaften vor und die Kinder sollen erraten, wessen Steckbrief das ist. Fortsetzungsspiel Beschreibe den Kindern eine Alltagssituation, in der die Hauptperson einen Freund braucht. Nun sollen die Kinder weitererzählen, wie sich ein guter Freund verhalten würde.

Kleingruppe/Gespräch • Welche Erfahrung hast du schon mit deinen Freunden gemacht (positive und ne gative)? • Jesus, dem guten Freund, darf ich alles sagen. Macht eine „Stille Zeit“, in der jeder das Gespräch mit Jesus suchen kann.

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Stundenentwürfe für Teen- oder Jugendkreis

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Stundenentwürfe für Teen- oder Jugendkreis

2. Woche

Sehnsucht nach echten Beziehungen von Hanna Gutknecht, Nürnberg

Zugang zum Thema finden: Schreibgespräch Große Plakate vorbereiten: Auf jedes Plakat wird je eine Frage (s. u.) groß aufgeschrieben. Die Plakate werden im Raum verteilt aufgehängt oder auf Tische gelegt. Jeder Teilnehmer erhält einen Stift, geht von Plakat zu Plakat und schreibt seine Antworten/Satzenden dazu. Antworten der anderen dürfen schriftlich kommentiert werden. Nach einer vereinbarten Zeit (z. B. 10 Min.) oder wenn alle fertig sind, werden einige (bestenfalls alle) Ergebnisse vorgelesen. Hieraus können Gespräche oder Diskussionen entstehen. Beispiele für Fragen: • Eine Beziehung ist echt, wenn ... • Eine Beziehung ist nicht echt, wenn ... • Ich habe eine Beziehung als echt erlebt, als ... • Ich habe eine Beziehung als unecht erlebt, als ... • Welche Gefühle ruft das Thema „echte Beziehungen“ bei dir hervor? • Wir brauchen echte Beziehungen, weil ... • Wie sieht eine echte Beziehung zu jemandem aus, den ich nicht mag?

Spiel: Blinde Schlange Am besten wird dieses Spiel draußen gespielt. Alternativ ist es auch in einem großen Raum mit Hindernissen (Tische, Stühle, Flaschen, Kisten ...) möglich. Alle Teilnehmer haben verbundene Augen und fassen sich an den Händen oder Schultern. Nur der Kopf der Schlange sieht etwas und steuert die Gruppe durch das Gelände. Die Kommunikation kann variiert werden: - normale Kommunikation - Links-Rechts-Stopp - keine Kommunikation ...

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Sehnsucht nach echten Beziehungen

Variationen: Der Sehende steht am Schluss / in der Mitte der Schlange. Themen, über die man im Anschluss reden kann: Kommunikation, Vertrauen, Verlässlichkeit, aufeinander achten.

Bibeltexte zum Thema 1. Korinther 12,12-26: Ein Leib, viele Glieder Aussagen des Textes • Aufeinander achten, den anderen wahrnehmen. • Keiner ist „wichtiger“ oder „unwichtiger“. Der Leib braucht jedes einzelne Glied. • Unterschiede akzeptieren, respektieren, wertschätzen, positiv nutzen, auch an Mit-Gliedern, die man nicht unbedingt so mag. • Mit anderen mitfühlen (Freude und Leid).

Johannes 13,34: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe! Aussagen des Textes • Wie hat Jesus geliebt? Sich für uns zurückgestellt, aufgegeben, hingegeben ... • Wie können wir unsere Mitmenschen so lieben? Praktische Beispiele: - helfen (Eltern, Freunde, Gemeinde, Nachbarn), obwohl man keine Lust hat / gerade was im Fernsehen sehen wollte - bei Streit auf den anderen zu gehen, obwohl er (aus eigener Sicht) schuld ist - Taschengeld spenden - Schuld auf sich nehmen - Obst für Obdachlose kaufen

Philipper 2,3-4: Den anderen höher achten als sich selbst Aussagen des Textes • Nicht missverstehen, ich könnte minderwertig sein • Den anderen voranbringen, sich nicht selbst ins Licht stellen • gut vom anderen reden

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Stundenentwürfe für Teen- oder Jugendkreis

Aktionen zur Vertiefung Praktische Umsetzung In kleineren Gruppen (3 bis 4 Personen) austauschen: • Welcher Aspekt ist mir im Lauf des Abends ganz besonders wichtig geworden? • Wie kann er in der folgenden Woche/Monat praktisch umgesetzt werden? Indivi duell oder als ganzer Teenkreis (z. B. ein Projekt beginnen oder unterstützen)? Die Gruppenergebnisse der Gesamtgruppe präsentieren. Wichtig ist dabei: Sie sollen sich nicht einfach nur Vorsätze machen, sondern sich immer dran erinnern, dass Gott jeden mit dieser Liebe liebt, egal was wir machen oder nicht machen! Deswegen können wir diese Liebe weitergeben. Dabei sollen wir nicht aufgeben und uns nicht selbst fertigmachen, wenn es mal nicht klappt! Gott liebt uns trotzdem weiter!

Trustfall Bei dieser Übung muss der Gruppenleiter streng auf den richtigen Ablauf und die Absprachen achten, damit kein Verletzungsrisiko besteht! Eine Person stellt sich auf einen Tisch und lässt sich rückwärts in die Arme der Gruppe (7 bis 15 Personen) fallen. Die fallende Person muss ihre Arme über der Brust kreuzen, damit sie nicht die Köpfe der Auffangenden trifft, und gleichzeitig eine Körperspannung aufbauen, damit sie gleichmäßig aufgefangen werden kann. Sie darf sich erst fallen lassen, wenn die restliche Gruppe bereit ist und das Okay gibt. Die auffangenden Personen stehen sich Schulter an Schulter im Spalier gegenüber und strecken ihre Arme aus, Ellenbogen am Körper. Die ausgestreckten Arme verzahnen sich mit denen der Gegenüberstehenden. Um das Gewicht besser abfangen zu können, gehen sie in einen leichten Ausfallschritt. Wenn die Person fällt, werden die Köpfe leicht zurückgenommen, damit sie nicht getroffen werden. Ist die Gruppe übermütig oder unkonzentriert, sollte die Übung aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Variationen: vorwärts fallen, blind fallen Reflexionsbeispiele • Wie war es zu fallen und aufgefangen zu werden? • Hattest du das Gefühl, du konntest dich auf die anderen verlassen? 38


Sehnsucht nach echten Beziehungen

• Wie schwer war es, der Gruppe zu vertrauen? • Wie war es, die Person aufzufangen? • Was trägt uns, wenn wir fallen? • Was brauchen wir, um uns fallen zu lassen / zu vertrauen?

Bibelstellen vertiefen Jede Kleingruppe soll sich pro Bibelstelle eine Alltagssituation ausdenken und als kurzes Theaterstück oder Sketch darstellen. Alternativ: Eine Bibelstelle als Gesamtgruppe bearbeiten.

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Gesprächsimpulse für Haus- oder Gesprächskreise von Harald Orth, Göttingen

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Gesprächsimpulse für Haus- oder Gesprächskreise

2. Woche

Sehnsucht nach echten Beziehungen Fragen zum Einstieg • Welche Sehnsucht wird beim Thema „echte Beziehungen“ in Ihnen geweckt? Wie verstehen Sie den Begriff? • Die Bibel sagt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist“ (1. Mose 2,18, GN). Stimmt das wirklich? Hätten wir nicht wesentlich weniger Probleme, wenn jeder nur für sich selbst verantwortlich wäre? • Was sind die Kennzeichen einer echten Beziehung? • John Ortberg, ein amerikanischer Pastor, vergleicht die Menschen mit Stachel schweinen: Umso näher sie sich kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit ihren Stacheln gegenseitig verletzen. Anders gesagt: Echte Ge meinschaft ist so gut wie unmöglich. Sehen Sie das auch so?

Fragen zum Bibeltext 2. Samuel 12,1-14 und Vorgeschichte 2. Samuel 11 • Welche Gemeinsamkeiten/Unterschiede hat die fiktive Geschichte Natans mit der Realität? Worauf kommt es Natan an? • Es scheint so, als ob David, nachdem er Ehebruch und Mord begangen hatte, kei nerlei Schuldbewusstsein empfand. Jedenfalls steht nichts davon im Text. Kann das sein? Könnten Sie mit einer solchen Last leben? • Natan ist um seinen Job nicht zu beneiden. Er hätte ihn das Leben kosten können. Dennoch führt er ihn aus. Was hätten Sie an seiner Stelle getan? • Offensichtlich war die Beziehung zwischen David und Natan so gut, dass sie auch solche Belastungen aushalten konnte. Von wem lassen Sie sich etwas sagen? 56


Sehnsucht nach echten Beziehungen

• In Psalm51 können wir lesen, was David empfand, nachdem er von Natan zurecht gewiesen wurde. Wie empfinden/reagieren Sie, wenn Sie jemand zurechtweist?

Fragen zur Predigt • Verantwortung ist stärker als Angst oder Schadenfreude. Kennen Sie diese Span nung aus Ihrem Umfeld? Wie haben Sie sie bisher gelöst? • Liebe und Ehrlichkeit halten sich die Waage. Was bedeutet das konkret? Wie kön nen wir unsere Beziehungen gestalten, sodass Liebe und Ehrlichkeit gleicher maßen vorkommen? • Eine Krise hat nie das letzte Wort. Echte Beziehungen sind dazu da, den Blick des anderen zu weiten und ihm zu zeigen, dass es bei Gott immer (!) einen Ausweg gibt. Gibt es jemanden in Ihrer Nähe, der diese Zusage gerade jetzt braucht?

Zum Weiterlesen Lukas 5,17-26 1. Korinther 12,12-26 Philipper 2,1-4

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