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Angela Weiss, Karsten Hüttmann (Hrsg.)

DU angedacht von A-Z 65 Vorleseandachten für Jugendliche

BORN-VERLAG 1


Die Herausgeber Angela Weiss ist Redaktionsleiterin der Mitarbeiterzeitschrift TEC: Teenager erleben Christus. Nach Jahren des Reisedienstes für die SMD-Schülerarbeit und als Teenagerreferentin des Deutschen EC-Verbandes arbeitet sie nun als Gemeindepädagogin in einer Kirchengemeinde in Wiesbaden und studiert seit zwei Jahren berufsbegleitend Soziale Arbeit. Sie lebt mit ihrem Mann im Rheingau. Karsten Hüttmann ist Referent für Jugendevangelisation im Deutschen EC-Verband und leitet u. a. den evangelistischen Arbeitsbereich ich glaub‘s. Er ist außerdem Vorsitzender von Christival und in Projekten wie JesusHouse, Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation und Initiative Hoffnung 2011 verantwortlich aktiv. Mit Rike, Antonella, Laura und Hund Konrad lebt Karsten in Kassel.

Impressum © 2011 BORN-VERLAG, Kassel Printed in Germany – All rights reserved. Lektorat: BORN-VERLAG, Birgit Götz, Marburg Umschlaggestaltung: superheld.de, Birgit Stückrad, Rotenburg a. d. Fulda

Medien für Mitarbeiter auf www.bornverlag.de mit Leseproben zu allen Titeln

Fotos Umschlag: © toolklickit, ​© godfer, © GordonGrand, © sabri deniz kizil, © Jan Will / alle fotolia.de Satz: BORN-VERLAG, Claudia Siebert, Kassel Fotos Innenteil: © picsfive / fotolia.de Druck und Gesamtherstellung:

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ISBN 978-3-87092-514-7 Bestellnr. 182.514


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ndachten gestalten

Kuchen ist nicht immer gleich Kuchen. Und ein Sonntagsbraten schmeckt auch nicht überall gleich. Ein Kuchen, den man zu Hause gebacken hat, sieht meistens nicht so aus wie die Sahnetorte beim Konditor um die Ecke. Und das Essen im Restaurant schmeckt oft anders als das daheim. Dabei sind die Zutaten in beiden Fällen meist ziemlich identisch. Und dennoch besteht oft ein großer Unterschied. Und der hat vor allem mit der Vorbereitung (Zubereitung) zu tun, der Erfahrung und der Art und Weise, wie die Speise präsentiert wird. Was man in den Kuchenteig rührt oder in die Bratpfanne legt, entscheidet letztlich noch nicht, was am Ende dabei herauskommt. Bleiben wir mal beim Kuchen. Die Person, die Mehl, Eier, Öl und andere Zutaten in eine Schüssel gibt, um daraus einen Kuchen werden zu lassen, sollte sich etwas mit Backen auskennen und wissen, wie und in welcher Reihenfolge die Zutaten verarbeitet werden. Damit eine Speise letztlich gelingt, hilft einem entweder Erfahrung oder ein Rezept, eine Anleitung. Warum erzähle ich das? Nun, ich finde, eine Andacht vorzubereiten und zu präsentieren ist so ähnlich wie einen Kuchen oder ein Essen zuzubereiten. Am Anfang stehen die Zutaten - und was für bessere Zutaten gibt es als die Informationen, die Gott mit uns in seinem Wort teilt, und den Geschichten, die das Leben so schreibt! Dann werden die Zutaten in einem passenden Verhältnis zusammengefügt, gemixt und verarbeitet, damit am Ende das erwünschte Ergebnis dabei herauskommt. Dieser erste Teil des Buches soll eine Art Grundinformation sein, damit du in Zukunft selbst deine Andachten „zusammenbacken“ kannst. Hier gebe ich dir Basisinformationen über die Zutaten und eine grundsätzliche Anleitung zur Zubereitung und Präsentation von Andachten. Der zweite Teil des Buches, die Vorleseandachten, sind die Ergebnisse der „Koch-Künste“ einiger Leute, die ich sehr schätze. Ich hoffe, dass beide Teile für dich hilfreich und im geistlichen Sinne „nahrhaft“ sind.

Karsten Hüttmann 6


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bendmahl Mit Gott Gemeinschaft erleben, die befreit von Rudolf Westerheide, Lemgo

Zielgedanke

Bibeltext

1. Korinther 10,16-17

Im Abendmahl begegnet dir Gott in seiner unfassbaren Liebe. Darum haben wir allen Grund zum Feiern!

Vorleseandacht Das Abendmahl: Jesus gibt sich selbst Als Jesus vor der Kreuzigung das letzte Mal mit seinen Jüngern zu Abend aß, nahm er ein Fladenbrot, reichte es wie gewohnt durch die Reihen und sagte: „So wie dieses Brot jetzt von euch gebrochen wird, damit jeder etwas davon bekommt, so werde ich meinen Leib zerbrechen lassen, damit ihr alle dadurch von eurer Sünde befreit werdet.“ Dann nahm er den Kelch mit dem Wein und sagte: „So, wie ihr alle aus diesem Kelch trinkt, so sollt ihr alle Anteil an dem bekommen, was ich durch die Hingabe meines Blutes für euch tun werde.“ Und er beließ es nicht bei dieser einmaligen Illustration, sondern forderte die Jünger auf, diese Handlung zukünftig immer wieder zu vollziehen, und zwar so lange, bis er wiederkommt. „Das tut zu meinem Gedächtnis.“ Damit war das Abendmahl, wie wir es kennen, eingesetzt.

Nicht Geschichte, sondern Gegenwart Das „Gedächtnis“ ist nicht eine bloße Erinnerung, sondern eine Vergegenwärtigung dessen, was Jesus damals zeichenhaft angekündigt und dann auch vollzogen hat. In Brot und Wein gibt sich Jesus selbst. Das ist natürlich schwer zu verstehen. Schmeckt wie Brot, sieht aus wie Brot, ist aber Fleisch? Dementsprechend hat man in der Geschichte heftig darum gestritten, wie genau man sich das vorstellen muss. Dabei ist das, worauf es ankommt, doch ziemlich klar: Indem wir Brot und Wein im Glauben zu uns nehmen, geschieht an uns das, was Jesus durch die Hingabe seines Leibes und Blutes bewirkt hat: Wir haben freien Zugang zu Gott. Wir können so in die Gegenwart Gottes 24


treten, als hätten wir niemals etwas getan oder gedacht, was uns aus der Gemeinschaft mit dem heiligen Gott ausschließt.

Gemeinschaft Das Abendmahl ist also zunächst eine Sache zwischen Gott und jedem Einzelnen. Aber damit ist es zugleich auch bedeutsam für das Verhältnis der Einzelnen untereinander. Paulus sagt: „Wenn wir im Kelch das Blut Jesu und im Brot seinen Leib zu uns nehmen, dann sind wir zu einer Gemeinschaft verbunden.“ Das ist keine Gemeinschaft derer, die irgendwie gemeinsam nach der Wahrheit suchen und versuchen, vorbildlich zu leben. Denn im Abendmahl suchen wir nichts und da machen wir nichts, sondern da empfangen wir etwas, jeder Einzelne für sich. Indem wir das tun, haben wir Gemeinschaft mit Gott. Und aus der Gemeinschaft mit Jesus entsteht die Gemeinschaft durch Jesus, die Gemeinschaft untereinander. Indem wir Brot und Wein durch die Reihen reichen, sagt jeder dem anderen: „Ich bin Sünder und ich weiß das. Und ich lasse mir vergeben. Um gerettet zu werden und um so zu leben, wie es Gott gefällt, verlasse ich mich allein auf die Gnade Gottes und sein wunderbares Handeln in Wort und Sakrament.“ Im Abendmahl kommt die Liebe Gottes auf eine Weise zu uns, die wir nie ganz verstehen können. Darum ist es so wichtig, dass wir das Abendmahl einfach feiern und uns darin Gott öffnen. Es ist nicht der Ort, an dem wir etwas für Gott tun, alles Mögliche versprechen oder gute Vorsätze fassen. Im Abendmahl lassen wir es zu, dass Gott uns reich beschenkt, ohne dass wir genau verstehen könnten, wie er das macht.

Liedvorschläge FJ! 3 Nr. 75 FJ! 4 Nr. 166

Wunderbarer Hirt Brot und Wein

Notizen

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lkohol Was wirklich stark macht von Andreas Müller, Karlsruhe

Zielgedanke

Bibeltext

Alkohol ist in. Wie gehe ich damit um?

Epheser 5,18

Vorleseandacht Darf ich vorstellen: Sascha, 16 Jahre, aus Köln. Die Klasse schaut sich den Neuen interessiert an. Einige tuscheln. Zwei Mädchen starren Sascha mit großen Augen an und die Jungs beäugen ihn noch etwas skeptisch. Sascha ist neu in der kleinen Stadt im Süden. Er musste mit seinen Eltern umziehen, weil sein Vater einen neuen Job bekommen hat. Bock darauf hatte er keinen, aber eine andere Wahl blieb ihm auch nicht. Jetzt ist er also da. Eine neue Stadt, eine neue Schule, fremde Menschen, keine Freunde. „Setz dich zu Dennis!“, fordert die Lehrerin Sascha auf. Dennis verzieht etwas das Gesicht. Ihm passt es nicht, dass er seinen Platz auf dem Tisch, den er bisher voll ausnutzen konnte, teilen muss. Dennis kennt im Gegensatz zu Sascha jeder in der Schule. Dennis ist der Typ Freund, den jeder gern haben möchte, aber nicht alle bekommen. Er ist sportlich, spielt Fußball und hat einen Stammplatz im Verein. Dennis hat Kohle und sieht gut aus. Erfolgstyp mit Neidfaktor. Und Dennis ist berühmt für seine Partys.

Zwei Wochen später: Sascha hat sich besser eingelebt, als er sich das gedacht hatte. In der Schule läuft es ganz gut und er lernt immer mehr Leute kennen. Aber das Highlight für ihn ist die Einladung auf die Geburtstagsparty von Dennis. Freitagabend, Grillhüte, 16er-Party. Und er, Sascha, kann dabei sein. Das hat ihn in der Klasse einige neidische Blicke gekostet. Der Freitagabend lässt nicht lange auf sich warten. Ein Haufen Teens, super Essen und ein noch besserer DJ, der die Bässe springen lässt. Als die Eltern von Dennis nach einer Stunde 26


abziehen, geht die Party so richtig los. Dennis verschwindet kurz und kommt nach einigen Minuten mit einer Überraschung für sein Partyvolk wieder. Jede Menge Alk: Bier, Sekt, Wodka, Martini. „Jetzt lassen wir es krachen - auf meinen Geburtstag!“ Und schon schießt der erste Sektkorken in die Luft und die Becher füllen sich. Sascha greift zu. Ein Becher. Zwei Becher. Er merkt so langsam, dass der Alkohol wirkt, und möchte aufhören. Aber irgendwie will er auch nicht als Spießer oder Lusche dastehen. Was tun? Wie würdest du reagieren? Saufen, bis der Arzt kommt? Kontrollverlust, aber dafür Spaß? Verzichten und dankend ablehnen? Was denkst du, wie würdest du handeln? Keiner verbietet dir Spaß. Auch Gott nicht. Im Gegenteil. Er möchte, dass du dein Leben genießt. Dass du, was Gott dir schenkt, auskostet. Also dann, hoch die Tassen? Genießen heißt, etwas Gutes bewusst zu erleben. Genießen heißt nicht reinkippen, damit andere dich cool finden. Genießen heißt, etwas davon zu haben und nicht am nächsten Morgen zu überlegen, ob ich nicht etwas getan habe, das schwere Konsequenzen für mich und/oder andere hat. Für Gott heißt Genießen, sich wohl in seiner Haut zu fühlen, und eben nicht, seinen Körper zu ruinieren. Für Gott hat Genießen etwas damit zu tun, dass du dich und andere damit nicht belastest. Paulus bringt es in seinem Brief an die Epheser auf den Punkt: „Betrinkt euch nicht mit Wein; sonst ruiniert ihr damit euer Leben. Lasst euch stattdessen vom Heiligen Geist erfüllen“ (Eph 5,18, nach der Übersetzung Neues Leben). Gott schenkt dir Möglichkeiten, dein Leben zu genießen. Aber er gibt dir auch Verantwortung im Umgang damit: dir gegenüber, deiner Gesundheit genauso wie anderen gegenüber. Stark sein heißt nicht, sich volllaufen zu lassen, sondern seine Grenzen zu kennen und dazu zu stehen. Genieße dein Leben und freue dich an den Möglichkeiten, die Gott dir schenkt.

Liedvorschläge FJ! 3 Nr. 51 FJ! 4 Nr. 86

Über alle Welt Nie, Herr, lässt du mich allein

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lltag Den Tag ins richtige Licht rücken von Peter Fischer, Ludwigshafen

Zielgedanke

Bibeltext

Im Alltag mit Gottes Gegenwart rechnen

Psalm 84,12-13

Vorleseandacht Es ist noch früh am Morgen und ich nehme mir Zeit für einen Morgenspaziergang am Fluss. Anfang März ist es noch kühl, doch der Himmel ist wolkenlos blau und über den Bäumen auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses geht gerade die Sonne auf. Sie blendet mich - sie wärmt mich - sie gibt mir das Gefühl von Frieden und innerer Zufriedenheit. Beim Gehen merke ich, dass ich immer wieder an Stellen komme, an denen mich die Sonnenstrahlen nicht treffen, und es wird deutlich kühler. Ich muss erst ein paar Schritte weitergehen, um ihre wärmenden Strahlen wieder genießen zu können. Ich komme ins Nachdenken „über mein Leben“. Manchmal stelle ich mir mein Leben vor wie eine Wanderung, auf der ich auch heute wieder Schritte gehe. Doch oft merke ich, wie gehetzt ich dabei bin. Ich renne von einem Termin zum nächsten. Hastig und manchmal überschlagend. Jede Minute ist ausgefüllt mit Arbeit: zu Hause, in der Schule, in der Freizeit; und am Abend muss noch Zeit herhalten, damit die letzten Dinge für den nächsten Tag termingerecht fertig werden. Ich sehne mich nach Ruhe und Frieden - auch im Alltag. Woher sollen sie kommen? Und ich erinnere mich wieder an das Gefühl, als die Sonne mich bei meinem Spaziergang gewärmt hat: Frieden. Wer hat mir die Sonne geschenkt? Gott? Ja, er ist der Schöpfer. Doch wo begegnet er mir noch - mitten im Alltag? 28


Ich denke noch einmal an gestern und entdecke auf einmal viel Licht: Ich bin morgens gesund aufgewacht. Ich habe ein Dach über dem Kopf, konnte frühstücken und zur Arbeit gehen. Und an Tagen, an denen ich mich nicht ganz fit gefühlt habe und trotzdem meine Leistung bringen musste, stand Gott schützend vor mir und begleitete mich durch den Tag - er hatte den Blick darauf, dass mir in diesen Stunden nichts passiert ist. Wie gestern, als ein Auto gerade noch rechtzeitig bremsen konnte, als ich etwas verpennt über die Straße gegangen bin. Man kann jetzt denken, es wäre alles nur Zufall, dass es mir im Großen und Ganzen gut geht. Aber ich glaube, dass Gott mich sieht, mich liebt und es gut mit mir meint. Das kann ich nicht beweisen. Ich glaube es! Und selbst in Zeiten, in denen es mir nicht gut ging, gelang es mir, an Gott festzuhalten. Oder hat Gott mehr mich festgehalten als ich ihn? Selbst wenn ich nicht mehr kann, Gott lässt mich nicht fallen. Und ich habe gemerkt: Durch diese schweren Zeiten ist meine persönliche Beziehung zu Gott intensiver geworden. Gott schickt Sonnenstrahlen auf mein Leben und auch auf diesen Tag. Ich möchte mich diesen Sonnenstrahlen aussetzen - Gottes Gegenwart aussetzen! Zugegeben, manchmal fällt es mir nicht leicht, ihn im Trubel des Alltags wahrzunehmen. Wenn Gott versprochen hat, immer bei mir zu sein, was kann mir helfen, ihn auch im Alltag zu erleben? Die einfachste Form ist wohl, Gott zu lesen und zu hören. In der Bibel redet Gott zu mir, aber auch durch andere Menschen, z. B., wenn mir Freunde in einer schweren Zeit Mut machen weiterzugehen oder mir helfen, Gott (wieder) vertrauen zu können. Es ist hilfreich, immer wieder kurze Zeiten des Still-Seins in meinen Tag einzubauen, in denen ich darüber nachdenke, was heute schon alles gewesen ist („Wo war Gott?“), und auch darüber, was alles noch vor mir liegt. Und ich erlebe dabei Gott als den Gott meines Alltags. Deshalb bete ich: „Herr, du Gott über Himmel und Erde! Glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt!“

Liedvorschläge FJ! 3 Nr. 90 FJ! 4 Nr. 97

Anker in der Zeit Ich laufe, ich falle

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