Das ist Oskar. Oskar wohnt mit seiner Schwester und seinen Eltern in einem kleinen Haus in einer Stadt. Oskar ist ziemlich schlau. Alles will er wissen. Deshalb läuft er oft mit seiner Lupe im Garten herum und beobachtet Käfer. Nebenan wohnt Tinchen. Sie ist kleiner als Oskar, obwohl beide gleich alt sind. Die beiden sind Freunde. Oskar fühlt sich immer als Tinchens Beschützer, weil er stärker ist als sie. Das ist Rico. Er wohnt mit seiner großen Familie in einem Häuserblock am Ende der Straße. Vor Kurzem sind sie von Italien nach Deutschland gezogen. Rico spricht kaum Deutsch. Er vermisst seine Freunde und die warme Sonne. Damit niemand merkt, wie einsam er sich fühlt, setzt er sich oft eine Sonnenbrille auf. Nebenan wohnt Sandy mit ihrer Mutter. Ihre Mutter geht den ganzen Tag arbeiten. Weil Sandy viel allein ist und Rico sich so einsam fühlt, spielen die beiden oft miteinander. Sie verstecken sich zwischen den Mülltonnen und einer muss den anderen suchen. Die Leute schimpfen, weil ab und zu eine Mülltonne umfällt. Sie sagen: „Die Mülltonnenbande macht heute wieder viel Krach und Dreck!“ 1
Oskar hatte immer ein bisschen Angst vor der Mülltonnenbande. Aber dann wurde alles anders: Rico hatte Oskar schon oft im Garten mit der Lupe gesehen. Eine Lupe hätte er auch gerne. Aber Ricos Eltern haben kein Geld dafür. Einmal fuhr Oskar mit dem Fahrrad zum Bäcker. Er übersah einen Stein und flog in hohem Bogen in den Dreck! Die Mülltonnenbande hätte beinahe laut gelacht, weil es so komisch aussah. Aber dann merkten Sandy und Rico, dass Oskar sich wehgetan hatte und weinte. Sie halfen ihm hoch, trösteten ihn und brachten ihn nach Hause.
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So wurden Oskar, Tinchen, Rico und Sandy Freunde. Sie spielen oft zusammen bei Oskar im Garten.
„Papa sagt, noch 15-mal schlafen, dann ist meine Einschulung.“ „Mutti hat mir schon einen Schulranzen gekauft“, erzählt Tinchen. „Er ist rosa und glitzert.“ „Am meisten freue ich mich auf die Schultüte!“, erklärt Sandy. „Was ist Ranzen? Was ist Schultüte? Ich nix verstehen.“ Die Kinder erklären Rico, dass man eine Tasche braucht, wenn man in die Schule geht. Besonders spannend ist die Schultüte. Ricos Augen fangen an zu leuchten: „Ihr geht alle in die Schule? Ich auch!“ Sie lachen: „Wir kommen alle gemeinsam in die Schule und haben es nicht gewusst!“ Sie rennen zu Oskars Mutter. „Mama, wusstest du, dass wir alle in die Schule kommen?“ „Ja, das dachte ich mir!“ Sie gießt vier Gläser Saft ein. „Das muss gefeiert werden.“ „Ich habe eine Idee!“ Oskar flüstert ihr etwas ins Ohr. Sie schaut ihn an: „Gerne, aber wir müssen erst die Eltern der drei anderen fragen.“ Fragend schauen die Kinder Oskar an. „Wir können am Wochenende in unserem Garten zelten.“ Sandy jubelt: „Ich habe noch nie in einem Zelt geschlafen.“ Tinchen flüstert: „Das finde ich immer sooo spannend.“ Rico fragt: „Zelten – was ist das?“ 3
„Ein Zelt ist ein kleines Haus aus Stoff, das man schnell auf einer Wiese auf- und abbauen kann. Es schützt einen, wenn man im Freien übernachten will“, erklärt Oskars Mutter. „Mamma mia“, seufzt Rico, „cool!“ „Cool“ ist sein Lieblingswort. Er sagt es immer, wenn er etwas besonders gut findet. „,Mamma mia‘ bedeutet ,mein Gott‘, nicht wahr? Ja, Gott passt auf euch gut auf. Sein Segen ist wie ein großes Zelt und schützt euch.“
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