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Einführung Dieses Buch, das bis zum Rand mit Basiswissen über den und mit dem Glauben gefüllt ist, möchte sich gemeinsam mit Mitarbeitern und Kindern von 8 bis 12 Jahren auf die Suche nach unserer Basis, unserem Fundament machen. Das deutsche Wort Fundament leitet sich vom lateinischen Wort fundamen ab und bedeutet Grund, Grundstein oder Grundlage. Die Fragen, die hinter diesem Glaube-Basiswissen stehen, sind also: Was ist meine Grundlage? Was ist meine Grundlage als Mitarbeiter? Welche Grundlagen will ich den Kindern in meiner Gruppe vermitteln? Welches Fundament brauchen die Kinder für ihr Leben? Oftmals ist die Erfahrung von Mitarbeitern, dass viele Kinder eine ganze Menge biblisches Wissen haben. Bei einigen biblischen Geschichten rufen sie immer gleich: „Die Geschichte kenne ich schon!“ Dieses Wissen ist aber oft nur oberflächlich und geht nicht auf den Grund. Oberflächliches Wissen sieht gut aus, gibt aber keinen Halt im Leben. Um biblische Wahrheiten zu vertiefen, gibt es nun dieses Buch. Die Themen sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut: Zu jedem der 9 Themen gibt es vier (einmal auch fünf) Lektionen und eine Aktion – insgesamt also 37 Möglichkeiten, Glaube-Basiswissen zu erlangen. Die Aktion kann von der Gruppe gemeinsam durchgeführt werden - entweder parallel zur Durchführung oder als Abschluss. Die genauen Hinweise stehen jeweils am Beginn eines Themas. Dabei geht es zum Beispiel darum, die biblische Geschichte kreativ zu erzählen, Jesuskenner vorzustellen, eine Bibel und ein Gebetstagebuch zu gestalten, Hilfsaktionen durchzuführen u.v.m. Die Themen sind sehr flexibel gestaltet. Man kann als Gruppe alle Einheiten und die Aktion eines Themas durchführen. Es ist aber auch möglich, nur einen Teil der Einheiten durchzuführen oder auch mal eine Aktion auszulassen. Genauso können auch alle Themen über einen längeren Zeitraum als umfassender Glaubenskurs durchgeführt werden. Ganz am Ende steht das große Abschlussfest. Dieses kann als Abschluss eines Themas oder Glaubenskurses miteinander gefeiert werden. Es ist ein Höhepunkt und greift noch einmal die verschiedenen Themen auf, die zu unserem Fundament des Glaubens gehören. 3
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Inhaltsverzeichnis Hinweise zu Kopiervorlagen und Illustrationen
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Thema 1: Wer ist Jesus?
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1. Liebe ist ... Jesus lehrt 2. Durchblick bekommen Jesus heilt 3. Der Mann in Weiß Jesus ist Gottes Sohn 4. Wahre Freundschaft Jesus ist dein Freund
Markus 12,28-34
8
Markus 10,46-52
15
Markus 9,2-13
22
Markus 2,13-17
29
Thema 2: Jesus kennenlernen
37
5. Kommt und seht! Fromme Männer lernen Jesus kennen Johannes 1,35-42 6. Ich habe Durst Eine heidnische Frau lernt Jesus kennen Johannes 4,1-42 7. Vertrauen lohnt sich Petrus sagt, warum es lohnt, Jesus zu kennen Johannes 6,66-71 8. Jesus kennenlernen Wir können heute noch Jesus kennenlernen
Thema 3: Die Bibel 9. Gottes Wort?! Die Bibel – Was ist das? 10. Lesefutter Bibel lesen – Wie geht das? 11. Versprochen ist versprochen! Gott redet im Alten Testament 12. Gott redet Gott redet im Neuen Testament
4
45 52 59
_67 2. Timotheus 3,14-17
68
Psalm 1,2-3
76
Jesaja 9,1-6
84
Matthäus 1,18-25
92
Thema 4: Gebet 13. Gott sei Dank Dank 14. Bitte, hilf mir! Bitte 15. Mein Herz ist so schwer Klage
38
____99 Lukas 17,11-19
100
Lukas 11,5-13
108
Lukas 19,41-44
115
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16. Jesus, du bist echt gut! Lobpreis und Anbetung
Lukas 7,36-50
Thema 5: Mit Gott im Alltag leben 17. Der Schein trügt Was ist wichtig im Leben? 18. Recht und Ordnung Was ist wichtig in der Gesellschaft? 19. Verkehrte Welt Was ist wichtig im Zusammenleben? 20. Speisesalz oder Streusalz? Was ist wichtig in der Nachfolge?
129 Matthäus 21,28-32
130
Matthäus 22,15-22
138
Matthäus 20,20-28
145
Matthäus 5,13-16
151
Thema 6: Gott der Vater 21. Gott ist Schöpfer von allen 22. Großartig gemacht! Gott ist Schöpfer der Menschen 23. Gott kommt mit uns in Verbindung Gott als Verbündeter 24. Gott macht uns Mut! 25. Gott liebt uns!
159 1. Mose 1,1-26
160
1. Mose 1,26 – 2,4
167
1. Mose 9,1-17 Jesaja 40,12-31 Jona 4
174 181 188
Thema 7: Gottes Sohn
195
26. Der Weg ist frei Gottes Sohn stirbt Matthäus 27,45-54 27. Alle suchen ihren Weg Gottes Sohn lebt Matthäus 28,1-15 28. Jesus ist der Weg Gottes Sohn zeigt den Weg zu seinem Vater Johannes 14,1-14 29. Das Ende des Weges Gottes Sohn kommt wieder Matthäus 25,31-46
Thema 8: Heiliger Geist 30. Voll-gefüllt Der Heilige Geist füllt uns aus 31. Fruchtalarm Der Heilige Geist bewirkt Frucht 32. Begleiterscheinung Der Heilige Geist begleitet uns 33. Die Verbindung wird gehalten Der Heilige Geist verbindet alle
122
196 203 211 219
227 Epheser 5,17-20
228
Galater 5,22-26
236
Lukas 24,45-49
243
Epheser 4,1-6
250 5
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Thema 9: Gemeinde 34. Zusammen sind wir stark Gemeinde ist wie ein Körper 35. Feldversuch Gemeinde ist wie ein Feld 36. Ja, wir schaffen das Gemeinde ist wie eine Baustelle 37. Herdentiere!? Gemeinde ist wie eine Herde
259 1. Korinther 12,12-31
260
1. Korinther 3,5-9
268
1. Korinther 3,9-15
276
Apostelgeschichte 20,28.29 284
Das große Abschlussfest Finde ein Stück Treue!
293 1. Korinther 1,9
293
Hinweise zu Kopiervorlagen und Illustrationen Zu einigen Einheiten gibt es im Buch Kopiervorlagen sowie Illustrationen zur Durchführung und Gestaltung der Einheiten. Diese Kopiervorlagen und Illustrationen dürfen zum Zwecke der Vorbereitung und Durchführung der Einheiten dieses Buches kopiert werden. Die Kopiervorlagen sowie einige der Illustrationen stehen außerdem zum kostenfreien Download unter download.bornverlag.de als PDF zur Verfügung. Der Kauf des Buches berechtigt auch zum Download und zum Ausdruck dieser Daten im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung der Einheiten dieses Buches. Eine Verwendung, Vervielfältigung oder Weitergabe in jeglicher Form darüber hinaus ist nicht gestattet. 6
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Thema 1
Wer ist Jesus? Die vier Stundenentwürfe stehen unter folgenden Überschriften: 1. Liebe ist ... Jesus lehrt (Markus 12,28-34) 2. Durchblick bekommen Jesus heilt (Markus 10,46-52) 3. Der Mann in Weiß Jesus ist Gottes Sohn (Markus 9,2-13) 4. Wahre Freundschaft Jesus ist dein Freund (Markus 2,13-17)
Die Aktion
!
Stellt mit eurer Gruppe eine Jesusgeschichte aus dem Neuen Testament dar! Ihr könnt dabei alle Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, die euch einfallen. Ihr könnt zum Beispiel eine Geschichte aus Legosteinen oder Playmobilfiguren bauen. Ihr könnt eine Fotostory gestalten oder Puppen bauen, mit denen ihr die Geschichte nachspielt. Vielleicht habt ihr auch noch viel bessere Ideen.
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Beate Bergmann
Liebe ist … Text Markus 12,28-34
Zielgedanke Die Kinder hören und erkennen, was Jesus mit Liebe meint!
Merkvers Liebt ihn von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und ganzem Verstand und mit allen Kräften (Markus 12,30; GNB).
Erklärungen zum Text Das Markusevangelium ist in zwei große Hälften geteilt: bis Markus 8,26 Jesu Wirken unter den Menschen und ab Markus 8,27 beginnen die Passionsgeschichten. Unser Bibelabschnitt liegt inmitten der beginnenden Passionsgeschichten und enthält den Versuch von Jesus, sich den Menschen zu zeigen und zu offenbaren.
Die Frage nach dem höchsten Gebot Jesus lehrt inmitten von Menschen, die das Wort Gottes kennen, den Schriftgelehrten. Es ist kein Lehrer-Schüler-Gespräch, sondern ein Streitgespräch. Dennoch werden Menschen mit der Botschaft Gottes vertraut gemacht. In der Auseinandersetzung mit den Sadduzäern (V.18-27) bewegt Jesus die Frage der Auferstehung und er gibt damit ein ganz klares Zeugnis über Gott: Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden (Mk 12,27a). Bei Gott ist ewiges Leben und bei Gott ist Liebe. In diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem höchsten Gebot zu hören. Um ewiges Leben erlangen zu können, braucht es nicht unsere Leistung, sondern unsere Liebe. 8
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V.28: Einer der Schriftgelehrten hat den Mut, Jesus direkt vor den anderen zu befragen. V.29.30: Jesus antwortet mit einem Vers aus 5. Mose 6,4.5 und macht dabei deutlich, dass das erste Gebot eine Selbstverständlichkeit ist, da es sich schon in den Gesetzen der Thora befindet und für jeden Juden bindend ist. V.31: Dann ergänzt er mit einem anderen Gesetz aus 3. Mose 19,18. Die Gottesliebe und die Liebe zum Nächsten werden so untrennbar vereint. Diesem Verbund der Gebote müssen sich alle anderen Gebote unterordnen. V.32.33: Der Schriftgelehrte weiß sich von Jesus ernst genommen. Er bestätigt Jesu Reden. In ihm wächst die Erkenntnis, dass Jesus der Herr ist. Er spricht ihn mit Meister an. Er lernt: dieses Lieben Gottes ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Er gibt damit zu verstehen, wie viel er schon begriffen hat. V.34: Jesus weiß um seinen geistlichen Stand und macht ihm Mut. Das Wissen hatte der Schriftgelehrte schon. Nun kam es darauf an, die Liebe Gottes anzunehmen. Das Schweigen der anderen am Ende des Geschehens verbleibt in seiner Deutung unserer Fantasie. Ob die Menschen deshalb schwiegen, weil sie ahnten, was noch kommen wird?
Begriffe Schriftgelehrter: Die erste Aufgabe der Schriftgelehrten war die Auslegung des Alten Testamentes. Anhand der Schrift führten sie daraufhin die Auseinandersetzung mit dem von allen Seiten eindringenden hellenistischen Heidentum in Philosophie und Lebensführung. Nächster: Im Alten Testament ist der Nächste der Nachbar, Volks- oder Glaubensgenosse. Im Neuen Testament ist nicht der Bedürftige der Nächste, sondern der Helfer. Das wird besonders im Gleichnis vom barmherzigen Samariter deutlich (Lk 10,25-37). Jesus fordert uns auf, allen Hilfsbedürftigen ein Nächster zu werden. Gebot: In den Zehn Geboten wird der Gotteswille offenbar. Die Glaubensgrundlage ist nicht mehr nur die Geschichte Gottes mit seinem Volk, sondern das Gesetz. Durch die Erfüllung des Gesetzes will sich der Mensch vor Gott Gerechtigkeit und Anteil an der zukünftigen Welt erwerben. Mit diesem Hintergrund ist die Frage des Schriftgelehrten besser zu verstehen. Reich Gottes: Die wörtliche Übersetzung lautet: Königsherrschaft Gottes. Sie ist dort, wo Gott sich als der Herr erweist. Das Anbrechen der Herrschaft Gottes ist das zentrale Anliegen Jesu. Wo Menschen Gott als ihren Herrn anerkennen und anfangen sich zu lieben, da beginnt das Reich Gottes. Die 9
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Botschaft vom Reich Gottes steht in einer Spannung zwischen „schon“ und „noch nicht“. Im Handeln und Reden Jesu ist „Gottes Reich“ schon sichtbar, die endgültige Vollendung aber ist noch nicht da. Das Reich Gottes ist gegenwärtig und zukünftig zugleich.
Situation der Kinder Kinder, die christlich sozialisiert sind, kennen diesen Text schon von klein auf. Meist kommt er in einem Zusammenhang von Helfen-Wollen und HelfenMüssen vor. Die Eltern wollen bei einem Umzug von Freunden helfen, die Kinder werden aufgefordert, leistungsschwachen Schülern zu helfen, oder es geht um die biblische Geschichte vom barmherzigen Samariter. Dabei merken Kinder schnell, dass Helfen Spaß macht und oft eine Menge an Liebe und Anerkennung zurückkommt. Sie erleben aber auch, dass z. B. Eltern für ihr Kind keine Zeit haben, weil sie für andere zum Helfen unterwegs sind. Kinder sind meist bereit, hier und da mit anzupacken und Not zu lindern. Sie sind aber vor allem daran interessiert, dass die Liebe, die sie für jemanden empfinden, auch ankommt. Dafür tun sie einiges: Karten basteln, Grüße ausrichten, nette Worte sagen usw. Für Kinder, die nicht von klein auf mit dem Glauben in Berührung gekommen sind, ist dieser Text fremd. So kann es Aufgabe dieser Lektion sein, sie mit hineinzunehmen in diesen Satz, damit sie für sich selbst entdecken können, wann es dran ist, sich zu lieben, und wann der Zeitpunkt da ist, für andere da zu sein.
Treffpunkt Begrüßung Die Kinder werden am Eingang liebevoll mit einem Milka-Herz begrüßt: „Schön, dass du da bist!“ Ihnen wird der aufgebaute Spiel- und BastelParcours erklärt. Die Spiele werden von einer Person gespielt. Die Bastelaufgaben müssen meistens gemeinsam gemeistert werden. Dies soll den Kindern schon einmal aufzeigen, wie wichtig Alleinsein und wie wichtig Zusammensein ist. Beides hat seine Berechtigung.
Spiele Eimerzielen Für dieses Geschicklichkeitsspiel brauchst du einen Eimer oder einen großen Karton als Ziel und ein paar Wurfgeschosse! Stelle 10
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dein Ziel vor einen großen Tisch und hocke dich dann hinter den Tisch, sodass du den Eimer oder den Karton nicht sehen kannst. Dann kann es losgehen: Versuche nun mit kleinen Kastanien, Legosteinen oder Papierbällen das Ziel zu treffen. Wie oft gelingt es dir bei zehn Versuchen?
Pusten, nicht zittern Du brauchst eine leere Flasche, Strohhalme und Papierstreifen von ca. 6 x 2 cm. Etwa zehn Papierstreifen stapelst du auf der Flaschenöffnung, am besten kreuz und quer. Nun versuche vorsichtig mit Hilfe des Strohhalmes die Streifen nacheinander von der Flasche zu pusten!
Basteln Collage Aus alten, bunten Zeitschriften sollen die Kinder Bilder ausschneiden, die etwas mit ihrem Leben zu tun haben. Diese Bilder werden als Collage auf ein großes Plakat (DIN A1) geklebt. Die Anordnung ist den Kindern überlassen. Die Mitarbeiter sind bei dieser Arbeit dabei, um mit den Kindern in Kontakt zu kommen: „Erzähl doch mal, was das, was du ausschneidest, mit dir zu tun hat.“
Namensschilder basteln Aus FIMO-Masse werden Herzen geformt. Diese Herzen werden an Anstecknadeln befestigt, die es im Bastelladen zu kaufen gibt. Nach dem Brennen wird mit einem Edding der eigene Name auf das Herz geschrieben.
Herzgirlande basteln Dazu musst du ein DIN-A4-Papier querlegen und dreimal einem Leporello ähnlich falten. Dann malst du in das gefaltete Stück Papier ein Herz und schneidest es so aus, dass am Rand immer ein Stück „stehen“ bleibt, sodass das gefaltete Papier nicht auseinanderfällt. So viele Dreierherzen wie möglich werden dann zusammengeklebt und als Kette im Raum aufgehängt.
Knackpunkt Habt ihr schon mal geschaut, wer neben euch sitzt? Schaut mal nach links und grüßt mit einem Kopfnicken: „Schön, dass du da bist!“ Schaut mal nach rechts und grüßt mit einem Augenzwinkern: „Schön, dass du da bist!“ Jeder von euch hat ein schönes Namensschild. So könnt ihr euch untereinander gut ansprechen. 11
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Wir haben eine Girlande gebastelt, die aus Herzen besteht. Was denkt ihr, wie könnte unser Thema heute sein? Liebe! Das Wort kennt ihr. Liebe von euren Eltern, Liebe von euren Großeltern, von euren Freunden und Geschwistern. Vielleicht ist die Liebe von euren Geschwistern nicht sehr groß. Bestimmt fallen euch noch viele Beziehungen ein, wo ihr Liebe erfahren und kennengelernt habt. Eine Mitarbeiterin „Katja“ (als Schulmädchen verkleidet) kommt hereingestürzt und ist völlig aufgelöst. Sie weint und sieht ganz traurig aus. Sie hat ein Gänseblümchen in der Hand und zupft immer an den Blütenblättern. Katja: Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich ... (Sie schluchzt.) MA: Hallo, Katja! Was machst du hier? Und du siehst ganz verheult aus?! Katja: (Sie lässt sich gar nicht stören.) Er liebt mich, er liebt mich nicht ... MA: He du! (etwas lauter) Katja?! Katja: (Sie fährt erschrocken zusammen.) Was? MA: Entschuldige, jetzt hab ich dich erschreckt. Aber ich wusste nicht mehr, wie ich dich ansprechen sollte. Katja: Geht schon ... (Sie schluchzt.) MA: Was ist denn los? Katja: Ja, weißt du, da gibt es so einen netten Jungen in unserer Klasse. Mit dem kann ich richtig gut quatschen. Wir waren jetzt jeden Nachmittag zusammen und ich habe mich immer wieder auf ihn gefreut. Nun habe ich erfahren, dass er mit der blöden Kuh Jessi geht. Dabei hätte ich wirklich geglaubt, dass er mich liebt. MA: Da bist du jetzt so traurig, weil du denkst, er liebt dich nicht mehr? Katja: Ja. MA: Ich glaube auch, dass es schlimm ist, wenn man nicht mehr geliebt wird. Katja: Dabei war er mir so wichtig im Leben. MA: Katja, was ist eigentlich Liebe für dich? Katja: Du stellst Fragen! Ist doch ganz einfach ... (Sie gerät ins Stocken.) MA: Ja? Dann sag es mir doch mal. Ich finde nämlich, dass das ganz schön schwer ist. Katja: Also, wenn du mit jemandem gut klarkommst, du dich nicht streitest, obwohl ... (kurze Pause) manchmal ist gerade ein Streit etwas ganz Wichtiges, damit sich eine Sache klärt. Ach, Mensch, das ist schwer zu sagen, was Liebe ist. MA: Ja, das finde ich auch. Meistens ist es doch eher so, dass wir Liebe fühlen. Wir fühlen, dass uns unsere Eltern richtig liebhaben. Wir spüren auch, wenn uns andere Menschen liebhaben. Das ist ein gutes und angenehmes Gefühl. Und wir spüren auch, wenn uns jemand nicht mag. Das ist ein unangenehmes Gefühl. 12
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Katja: Ja, und mit dem Jungen aus meiner Klasse war es auch so. Immer wenn wir zusammen waren, hatte ich ein angenehmes Gefühl. MA: Das heißt doch aber noch nicht, dass ihr euch geliebt habt. Katja: Das stimmt. Es könnte sein, dass ich Liebe mit Zuneigung und Wertschätzung verwechselt habe. MA: Wobei beides zur Liebe gehört. Katja: Was mache ich jetzt mit meiner zerpflückten Blume? MA: Lass sie mal da. Hier ist eine Vase. Da stellen wir sie rein. Vielleicht hilft sie dir noch etwas beim Nachdenken. Ich habe nämlich da noch einen Bibeltext für dich und für uns. Das ist ein Bibeltext für alle. Der Mitarbeiter liest den Text Markus 12,28-34 laut vor. MA: Irgendwie werde ich die Ahnung nicht los, dass unser Bibeltext von Liebe handelt, aber so ganz anders, als wir bisher darüber gespro chen haben. Katja: Ja, das klingt komisch. So, als ob man Gott lieben kann und er uns. Dann können wir die anderen neben uns auch lieben. Aber wie denn nun? Ich verstehe das nicht ganz. MA: Ich glaube, da müssen wir alle mal ran. Das machen wir jetzt in den Gruppen! Wir nehmen uns die drei wichtigsten Verse aus dem Text und werden sie mal für uns umschreiben. Mal sehen, was euch da so einfällt.
Doppelpunkt Die drei wichtigsten Verse sind die Verse 29-31. Wie würden sie mit unseren eigenen Worten formuliert klingen? Die Kinder sollten zu dritt den Bibeltext vor sich liegen haben. Nun werden sie gebeten, andere Wörter für den Text zu finden. Diese Wörter sollen sie drunter schreiben und einen „neuen“ Text verfassen. Der neue Text wird in der Kleingruppe vorgetragen. Im Anschluss an das Vorlesen können folgende Fragestellungen hilfreich sein: - Was gehört dazu, damit wir Gott an die erste Stelle im Leben setzen? - Gott von ganzem Herzen lieben – wie kann das aussehen? - Gott mit ganzem Willen lieben – wie kann das aussehen? - Gott mit ganzem Verstand lieben – wie geht das? - Gott mit ganzer Kraft lieben – ist das überhaupt möglich? - Was muss ich an mir lieben? Da gibt es bestimmt einiges, was ich gar nicht an mir leiden kann. - Genauso kann ich bei anderen manche Dinge und Verhaltensweisen nicht leiden. Was muss ich da lieben lernen? 13
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Der Mitarbeiter soll die Gesprächsleitung übernehmen und Impulse in die Kleingruppe geben. Es geht nicht darum, eine bestimmt Richtung vorzugeben, sondern den Kindern bewusst zu machen, dass Jesu Liebesgebot aus zwei Teilen besteht und wir in unserer Unvollkommenheit darin vorkommen. Sich auf Jesus ausrichten, ihn und gleichzeitig mich selbst und den anderen neben mir im Blick zu haben, ist eine Lebensaufgabe! Die gelingt mal weniger und mal mehr. Das neu formulierte Liebesgebot wird auf ein Plakat geschrieben und mit ins Plenum genommen.
Schlusspunkt Die neuen Formulierungen werden im Raum für alle sichtbar aufgehängt oder ausgelegt. Ein Mitarbeiter berichtet, wie das Doppelgebot der Liebe in seinem Leben Raum gefunden hat. Das kann die Kinder inspirieren, sich selbst besser anzunehmen und trotzdem für die Liebe Gottes offen zu sein.
Bausteine Lieder Aus: Kinder feiern Jesus Nr. 8 Hallo, hallo, hallo Nr. 12 Goodbye und Tschüss Nr. 40 Vater, danke, dass du da bist Nr. 183 Ja, ich weiß, dass Gott mich
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Beate Bergmann
Durchblick bekommen Text Markus 10,46-52
Zielgedanke Die Kinder hören, dass Jesus heilt, damit wir ihn erkennen!
Merkvers Geh hin, dein Vertrauen hat dich gerettet (Markus 10,52; GNB).
Erklärungen zum Text Die Heilung des Blinden ist die letzte Heilung im Markusevangelium. Sie geschieht auf dem Weg Jesu von Jericho nach Jerusalem und ist örtlich und zeitlich gesehen ein „Bindeglied“ zwischen Jesu Wirken und seinem Abschiednehmen. Interessant ist der Gedanke: Jesus heilt einen Blinden und schenkt ihm damit die Möglichkeit, dass seine Augen geöffnet werden und er Jesus als den Messias erkennen kann. Diese Heilung steht im direkten Zusammenhang mit Jesaja 35,5f.: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.“ Jesus als den Messias erkennen können ist mehr als nur sehen können und vom eigenen persönlichen Leid erlöst zu sein. Jesus erkennen können heißt auch, Gott sehen und seine Rettung erkennen können. Erstaunlich ist, dass der Blinde mit Namen genannt ist. Mit lauter Stimme ruft er und bittet Jesus um Heilung. Er lässt sich nicht irritieren. Ein Zeichen dafür, dass Bartimäus voll Vertrauen in Jesu Kraft und 15
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Wirken um Heilung bitten kann. In dieser Wundergeschichte wird auch der Messiastitel Jesu laut ausgesprochen. Dies passiert hier zum ersten Mal, ohne dass Jesus es verbieten würde. Der Kontrast zu den Passanten wird deutlich: der arme, blinde, kranke Bartimäus „erkennt“ in Jesus den Messias. Die gesunden, beweglichen Menschen können dies nicht nachvollziehen. Jesus wird von den Schwachen erkannt. Die Starken werden ihn nicht verstehen und später auch kreuzigen. Jesus ruft Bartimäus zu sich und fragt ihn: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Wieso tut Jesus das? Er sieht doch, dass Bartimäus blind ist und er hörte doch sein Schreien? Jesus nimmt Bartimäus in die Verantwortung. Bartimäus zeigt seinen vertrauenden Glauben. Als Sehender folgt er Jesus nach. Er geht mit Jesus den Leidensweg.
Begriffe Mantel: Über dem Untergewand trug man einen Mantel, in den man sich nachts einwickeln konnte. Er durfte nicht als Pfand genommen werden. Der Mantel bestand aus einem quadratischen Stück Stoff und war groß genug, um viele Dinge darin tragen zu können. Sohn Davids: Der Herr hat David einen Nachkommen verheißen, der in besonderer Weise sein Sohn sein soll (2. Samuel 7 = Jesus Christus). Rabbuni: Diese Anrede ist eine Steigerung der schlichten Anrede Rabbi, die Jesus Christus gilt. Rabbi bedeutet Lehrer oder Meister. Glaube: Glaube ist tiefes, absolutes Vertrauen auf Gott. In der Begegnung mit Jesus spüren die Menschen Gottes Nähe, deshalb glauben sie ihm.
Personen Bartimäus: Sein Name bedeutet Sohn des Timäus. Jesus: Sein Name bedeutet: Der Herr ist Rettung.
Orte Jericho: Diese Stadt wird auch Palmenstadt genannt. Sie war die Winterresidenz von Herodes dem Großen und hatte mit Amphitheater, Rennbahn, Wasserleitung und Palast eine Menge Luxus zu bieten. Sie liegt am Ufer des Wadi Qelt in der Jordansenke. Diese Stadt ist die letzte Station der Besucher auf dem Weg nach Jerusalem.
Situation der Kinder Blindheit ist für Jungscharkinder eine Krankheit. Blinde Menschen brauchen unsere Hilfe und bekommen unser Mitleid. Manche Kinder kennen Menschen, die blind sind. Es scheint sehr schwierig zu erklären, was mit innerer Blindheit gemeint ist. Kinder aus christlich sozialisierten Familien haben vielleicht 16
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schon einmal davon gehört, dass Menschen, die nicht an Jesus glauben, als „blinde Menschen“ angesehen werden. Es wäre gut, wenn die Übertragung gelingt, dass Jesus in unserem Leben Heilung schenken will, damit wir ihn erkennen. Allein nur vom Aspekt der Krankheit her zu kommen, ist zu verkürzt. Jungscharkinder können schon ein Stück über die vordergründige Heilung hinausdenken. Es bleibt Aufgabe der Mitarbeiter, die eigene Gruppe einzuschätzen und zu überlegen, wer von den Kindern in der Lage ist, symbolisch zu denken.
Treffpunkt Begrüßung Die Kinder werden an der Tür persönlich mit Namen begrüßt und bekommen ihr Namensschild vom letzten Mal ausgehändigt. Wenn neue Kinder dazukommen, sollten sie die Möglichkeit haben, sich selbst noch ein HerzenNamensschild zu basteln (siehe Lektion 1). Sie werden am Eingang gefragt, was ihnen heute an sich selbst am besten gefällt. Der begrüßende Mitarbeiter sollte sich dies merken oder aufschreiben.
Blinder Baumeister Ein Mitarbeiter baut eine einfache Konstruktion aus Legosteinen und stellt sie auf einen Tisch. Die Kinder betrachten sein Bauwerk sehr genau. Nach einer Minute legt er ihnen eine Augenbinde an und nun müssen sie versuchen, aus dem Gedächtnis das Vorbild nachzubauen!
Wer war’s? Es werden zwei gleich große Mannschaften gebildet, in jeder Gruppe sind etwa fünf Spieler und ein Kapitän. Am besten gebt ihr euch einen Namen, z. B. die rote und die blaue Mannschaft. Die Gruppen setzen sich einander gegenüber auf den Boden. Der Kapitän gibt jedem Mitglied einen Geheimnamen. Danach wechseln die Kapitäne die Position und stellen sich hinter der Gegenmannschaft auf. Jetzt beginnt das eigentliche Spiel: Der Kapitän der roten Gruppe hält einem Kind der blauen Gruppe die Augen zu. Dann ruft er einen Spieler aus seiner Mannschaft, der das „blinde“ Kind aus der blauen Gruppe kurz berührt. Wer war’s? Wenn das Kind den Mitspieler, der schon längst wieder auf seinem Platz ist, errät, kommt es in die rote Mannschaft und erhält einen neuen Geheimnamen. Wenn nicht, muss das Kind, das nicht erraten wurde, seine Gruppe verlassen und wechselt zu den Blauen. Das Spiel ist aus, wenn der Kapitän einer Mannschaft alle Spieler in seine Mannschaft gebracht hat. 17
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Ertasten von Nahrungsmitteln In kleine Stoffsäckchen werden verschiedene Nahrungsmittel getan, z. B. Gummibärchen, Brot, Apfel usw. Die Kinder müssen nur durch Fühlen herausfinden, um welches Nahrungsmittel es sich handelt.
Malgesicht Ein Kind hält sich ein Blatt Papier vor das Gesicht. Ein anderes Kind muss auf das Blatt das Gesicht des Kindes malen.
Knackpunkt Im ersten Stundenentwurf konnten die Kinder erfahren, was für Jesus das wichtigste Gebot ist, nämlich: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Nun ist das oft nicht so leicht, da wir manchmal nicht genau wissen, wann das dran ist. Doch keine Sorge: auch da lässt uns Jesus nicht allein. Er hilft uns, die Dinge zu erkennen, die dran sind. Ein Beispiel dafür ist die heutige Geschichte: Jesus heilt einen Blinden! Um das besser zu verstehen, probieren wir mal aus, was es heißt, blind zu sein.
Blind im Labyrinth Für dieses Spiel braucht man mehrere lange Seile, viel Platz, Fantasie und Mut, reichlich Zeit für die Vorbereitungen, einen guten Tastsinn und Augenbinden. Ein oder zwei Spielleiter legen mehrere 40 bis 50 Meter lange Seile so aus, dass sie sich mehrmals kreuzen und dabei ein geschlossenes Labyrinth bilden. Die Spieler dürfen dabei nicht zusehen! Vor Spielbeginn verbinden sich die Mitspieler die Augen, dann führen sie die Spielleiter an verschiedene Stellen im Labyrinth. Aufgabe der „Blinden“ ist es, auf den Seilen zu balancieren und dabei vielen anderen Spielern zu begegnen. Sprechen ist dabei nicht erlaubt! Wenn sich zwei Spieler treffen, können sie aneinander vorbeibalancieren oder einer von ihnen kehrt um und sucht sich einen anderen Weg. Am besten ist es, ihr spielt dazu Musik. Wenn das Musikstück aus ist, kann noch eine zweite Runde gespielt werden.
Anspiel Katja tritt wieder auf (siehe Lektion 1). Katja: (kommt eilig dazugerannt) Was macht ihr denn da? Ich will auch mal. Das sieht komisch aus. (ungeduldig) Los, lasst mich auch mal. MA: Kein Problem. Du kannst das auch ausprobieren. Wir können ja fragen, wer gern noch mal mitmachen möchte. Die Kinder werden mit einbezogen und es wird noch eine kleine Runde gespielt. 18
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Katja: (nach dem Spiel) Das war ja voll komisch. Ich habe nichts gesehen, aber ich konnte schon gut auf den Seilen entlanggehen. Aber – ich möchte echt nicht blind sein. MA: Wieso? Was denkst du, was am Blindsein so anders ist, als wenn du sehen kannst? Katja: Na, ist doch klar. So kann ich die Blumen anschauen, die schönen Kinder hier betrachten, das leckere Essen sehen und so vieles andere mehr. Stell dir mal vor was wäre, wenn man dies alles nicht sehen könnte. MA: Na, was wäre denn dann? Katja: (etwas genervt) Was wäre denn dann wohl. Na, das wäre beschis... MA: Aber mehr doch wohl nicht, oder? Ich denke, Menschen, die nichts sehen können, können genauso lachen und weinen wie du und ich. Die können auch essen und trinken wie du und ich. Wieso sollten die es schlechter haben als wir? Katja: (trotzig) Und trotzdem! Jesus hat auch einen Blinden geheilt. Also muss doch was dran sein mit dem Blindsein. MA: Sehr gut. Du meinst die Geschichte mit dem Bartimäus. Das wäre doch glatt mal eine Idee, die heute näher anzusehen. Ups, da hätten wir schon wieder das Wort sehen. Katja: Hast du mal eine Bibel. Da könnte ich sie ja mal vorlesen. MA: Ja, kein Problem! Ich denke aber, wir sollten deine Frage vornweg noch mal stellen, dann können wir den Text besser hören und gleich überlegen, wo die Antworten versteckt sind. Wie heißt denn nun deine Frage? Katja: Warum hat Jesus den Bartimäus geheilt, wenn er doch auch als Blinder gut leben konnte? MA: Okay, das wäre die Frage! Ich schreibe sie auf einen großen Zettel. Katja: Kann ich jetzt den Text lesen? MA: Ja, du kannst. Katja liest den Text Markus 10,46-52. MA: Und jetzt gehen wir mit der Fragestellung in unsere Gruppen: Wozu oder warum hat Jesus den Bartimäus geheilt, obwohl er doch als Blinder auch leben konnte?
Doppelpunkt Der Mitarbeiter liest den Text und die Frage noch einmal vor. Die Ideen der Kinder werden auf dem großen Bogen Papier gesammelt. Während die Kinder ihre Ideen vortragen, sollten diese noch nicht kommentiert werden.
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Nun wird das Spiel „Blinder Wächter“ gespielt. Ein Spieler ist der Wächter und die übrigen Mitspieler bilden einen Kreis, in dessen Mitte der Wächter steht. Um aus ihm einen blinden Wächter zu machen, werden ihm nun die Augen verbunden. Die Spieler im Kreis zählen einmal laut durch, sodass jeder eine Nummer hat, die er sich merkt. Der Wächter ruft nun zwei Nummern auf, und die betreffenden Spieler müssen ihre Plätze tauschen. Sie dürfen nicht außen um den Kreis herumlaufen, sondern müssen den Kreis durchqueren. Dabei ist der Wächter auf der Hut und versucht, einen der beiden Spieler zu berühren. Da er ja nichts sieht, kann sich der Wächter natürlich nur an den Geräuschen orientieren, die die beiden verursachen. Damit er also überhaupt eine Chance hat, müssen alle anderen sehr leise sein. Gelingt es ihm, einen Spieler zu berühren, so tauscht er mit diesem den Platz und die Nummer, sodass jetzt der „Erwischte“ den blinden Wächter spielen muss.
Fragen zur Übertragung: - Was konnte der blinde Wächter und was konnte er nicht? - Was hätte es ihm einfacher gemacht? - Was wäre, wenn seine Augen nicht verbunden gewesen wären? Bei dem Gespräch über diese Fragen wird deutlich, dass der Wächter es zwar manchmal geschafft hat, seine Aufgabe zu erfüllen, dass es aber mit offenen Augen wesentlich einfacher gewesen wäre. Nun wird noch einmal die Einstiegsfrage aufgegriffen.
Mögliche Impulsfragen dazu sind: - Was hilft dem Blinden? - Wie wird er weiterleben? - Was hat Jesus mit der Heilung beabsichtigt? Wichtig für die Mitarbeiter ist, dass sie sich selbst überlegen, welche Antwort sie auf diese Frage geben. Zum besseren Verständnis für die Kinder können an dieser Stelle noch einige Erklärungen zum Text mit eingebracht werden. Das Ziel dieses Gesprächsganges besteht darin, zu erkennen, dass Jesus den Blinden heilt, damit er ihn erkennt. Jesus wird nicht alle heilen, aber er will, dass alle ihn kennen und erkennen. Den Abschluss bildet ein Gebet für unsere Möglichkeiten, Jesus zu erkennen!
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04.08.2010
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Schlusspunkt Der Merkvers wird in Blindenschrift geschrieben (eine Vorlage gibt es z.B. kostenlos bei der Christoffel-Blindenmission, siehe unten; eine Kopiervorlage findet man außerdem in den Downloads zu diesem Buch, siehe Infos auf Seite 6) und hochgehalten. Nun wird kurz etwas über die Entstehung der Blindenschrift gesagt (siehe unten) und der Vers gemeinsam gelernt.
Bausteine Lieder Aus: Kinder feiern Jesus Nr. 8 Hallo, hallo, hallo Nr. 152 Wer bittet, dem wird gegeben Nr. 167 Ob ich sitze oder stehe Nr. 173 Es gibt nur einen Gott Nr. 183 Ja, ich weiß, dass Gott mich ...
Geschichte der Blindenschrift Das ist die Punktschrift, mit deren Hilfe Blinde und Sehbehinderte lesen. Das Grundmodell für jeden Buchstaben besteht aus sechs Punkten. Von diesen Punkten sind immer einige erhöht, sodass man sie ertasten kann. Diese Schrift wurde von einem Kind erfunden. Der kleine Louis Braille spielte einmal in der Werkstatt seines Vaters mit einer Ahle. Das ist ein spitzes Werkzeug und sieht so ähnlich aus wie eine Nadel. Mit dieser Ahle verletzte er sich sehr schwer am Auge und erblindete daraufhin. Für den kleinen Louis und seine Familie war es sicher sehr schwer, mit den Folgen der Verletzung zu leben. Der Junge verzweifelte aber nicht und er gab auch nicht auf. Im Alter von 15 Jahren erfand Louis Braille mithilfe einer Ahle, durch die er sein Augenlicht verloren hatte, die moderne, noch heute weltweit gebräuchliche Blindenschrift. Eine ausführliche Geschichte zur Entstehung der Blindenschrift findet sich z. B. unter http://www.labbe.de/ zzzebraindex.asp?themaid=669& titelid=4859
Weiteres Arbeitsmaterial Die Christoffel-Blindenmission bietet umfangreiches Material zum Thema Blindheit an. Dazu gehört u.a. ein kostenloses Blindenalphabet, das an die Kinder verteilt werden kann. Weiteres Material kann man unter www.cbm.de anschauen und bestellen.
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