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Inhaltsverzeichnis Einleitung: „Starke Mitarbeiter – starke Gemeinden“ . . . . . . . . . . . . 9 1. „Wir haben zu wenig Mitarbeiter!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Wie wir ein Mitarbeiterteam bauen 2. „Uns fehlen Junge Erwachsene als Mitarbeiter!“ . . . . . . . . . . . . 31 Wie wir ein FSJ ermöglichen und umsetzen 3. „Wir reden zu wenig miteinander!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 Wie wir Kommunikation lernen und praktizieren 4. „Das haben wir schon immer so gemacht!“ . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Wie wir Veränderungen umsetzen 5. „Es gibt bei uns keine Jugendlichen!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Wie Jugendliche in die Gemeinde finden 6. „Unsere Zeit und Kräfte reichen nicht!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Wie wir besser organisieren und konzipieren 7. „Wir haben kein Geld!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Wie wir unsere finanzielle Situation verbessern können 8. „Alt und Jung sind gegeneinander!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Wie wir Generationen miteinander verbinden 9. „Gaben oder Aufgaben, ist das hier die Frage?“ . . . . . . . . . . . . . 94 Wie wir Gaben und Aufgaben kombinieren 10. „Wir werden immer weniger!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Wie wir mit Rückschritten umgehen 11. „Alle passen sich zu schnell an!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 Wie Christen offen bleiben und weiter wachsen 12. „Wir haben lauter Pärchen!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 Wie wir mit Beziehungen unter Jugendlichen umgehen
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13. „Jede Woche Langeweile: Gruppen in der Gemeinde!“ . . . . . . 123 Wie wir Gruppenveranstaltungen herausfordernder gestalten 14. „Keine Frucht: Hohle Events und leere Programme!“ . . . . . . . 130 Wie wir durch besondere Ereignisse Mitarbeiter fördern und gewinnen 15. „Irgendwie sind bei uns alle angeschlagen!“ . . . . . . . . . . . . . . 137 Wie wir mit wachsenden psychischen Belastungen umgehen 16. „Bei uns fehlen die Männer!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143 Wie Männer in die Gemeinde finden und dort bleiben 17. „Neue Gesichter fallen uns einfach nicht auf!“ . . . . . . . . . . . . 149 Wie wir lernen Menschen wahrzunehmen 18. „Wir haben keine Beziehungen nach außen!“ . . . . . . . . . . . . . 155 Wie wir mit Nichtchristen leben 19. „Bei uns sind viele so unmotiviert!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164 Was uns neue Motivation gibt 20. „Wir sind sozial-diakonisch zu wenig aktiv!“ . . . . . . . . . . . . . . 170 Wie wir diakonisches Handeln leben Fußnoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180 Zum Schluss: Danke! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
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Kapitel 5
„Es gibt bei uns keine Jugendlichen!“ Wie Jugendliche in die Gemeinde finden Schön ist das, wenn junge Leute in einer Gemeinde vorhanden sind. Wichtig auch. Meist versucht man sie durch zeitgemäße Methoden zu erreichen, in die man dieselbe, ewig aktuelle Botschaft von Jesus sozusagen neu hineinpackt. Das wiederum kann überraschende Auswirkungen haben … Ein Freund aus einer Gemeinde, die durch einen missionarischen Aufbruch quasi aus dem Nichts entstand, erzählte mir, dass heute ein großer Teil der Gemeinde aus Jugendlichen und Jungen Erwachsenen besteht. Sie gehören zur Hauptzielgruppe. Aber auffällig oft sitzt in den Veranstaltungen eine alte Frau, eine sehr alte Frau. Sie scheint alles geduldig zu ertragen: lustige Anspielszenen und lockeren Ton, sogar die laute Musik. Immer sitzt sie mittendrin. Irgendwann habe er sie gefragt, ob ihr die zeitgemäßen Formen nicht zu anstrengend sind und ob es ihr nicht zu laut wäre. Aber sie antwortete nur: „Nehmen Sie mir das bloß nicht weg. Da ist so viel Leben drin!“
Ein echtes Problem Möglicherweise erreicht die zielgerichtete Jugendevangelisation im Konzept einer Gemeinde58 plötzlich ganz andere Menschen als die, die vorher eingeplant waren. Das finde ich ganz besonders schön und es sollte uns dankbar machen. Dennoch ist es richtig, mit Jugendlichen und für Jugendliche Gemeinde zu leben und zu bauen59, auch ganz gezielt. Denn ohne Jugend in der Gemeinde stehen wir vor einer riesigen Menge an Problemen. Der alte Witz, dass man die Fledermäuse auf dem Dachboden der Kirche konfirmiert habe und sie damit schlagartig losgeworden sei, bringt mich kaum noch zum Schmunzeln. Dazu ist er viel zu realistisch. Für etliche Gemeinden ist die Tatsache schlimm, dass nicht nur nach Konfirmationen gleich ein ganzer Haufen Jugendlicher nie mehr auftaucht. Noch schlimmer scheint, wenn sie zwar bleiben und mitarbeiten, aber spätestens mit 18 gehen müssen. Denn dann verlieren wir jedes Jahr Mitarbeiter und es bleiben Löcher, die kaum zu stopfen sind.
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Dieses Problem überschreitet mit gnadenloser Konsequenz die Grenzen von Ost nach West und Nord nach Süd. Immer wieder bluten lebendige Jugendkreise aus. Wo vor drei Jahren noch ein großer Kreis blühte, ist heute nicht mal eine Handvoll trauriger Gestalten übrig60 – wenn überhaupt. Natürlich sind besonders die Gebiete betroffen, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist. Dort bleibt ja kaum einmal ein Schulabgänger mit Haupt- oder Realschulabschluss, weil es im Zuge fehlender Jobs auch keine Lehrstellen gibt. Und die Gymnasiasten sind nach dem Abi sowieso alle weg, jedenfalls wenn keine Uni in der Nähe ist61. Es ist ein echtes Problem mit den Jugendlichen. Denn wenn keine Jugendlichen in der Gemeinde sind, wenn es keine jugendlichen Mitarbeiter gibt, dann ist es auch extrem schwer, dass neue Jugendliche hineinfinden. Ein äußerst unangenehmer Kreislauf schließt sich.
Wie wir dem jährlichen Schwund begegnen Jugendarbeit wird gern so umschrieben: „Die Jugend ist die Zukunft.“ Das ist sicher nicht ganz falsch, aber viel zu einseitig gedacht. Denn die Jugend ist vor allem die Gegenwart! Das beste Rezept gegen die wiederkehrende Fluktuation der Mitarbeiter ist nüchtern betrachtet ganz einfach: Die gegenwärtige Praxis unserer Jugendarbeit muss darauf eingestellt sein, dass die jungen Leute gehen. Darauf eingestellt sein bedeutet, dass wir nicht klagend und jammernd das Handtuch werfen und aufgeben, weil die besten Leute gehen, sondern kontinuierlich neue Teenager in die Jugendarbeit und Mitarbeit einpflanzen. Wir haben ja einen gewaltigen Vorteil: Wir wissen doch, wie es läuft, oder? Es ist keine unangenehme Überraschung, sondern vorhersehbarer Turnus! Ich wundere mich immer, wenn ein Gemeindeleiter konsterniert feststellt, dass wieder die wichtigsten Mitarbeiter gehen mussten, weil ihre Schulzeit endete. Wusste er das nicht vorher? Im Grunde ist es eine einfache Rechenaufgabe mit wenigen Variablen, wie viele junge Leute jedes Jahr gehen werden. Ein Programm für kontinuierlichen Nachschub an Mitarbeitern in der Jugendarbeit ist nicht kompliziert62, muss aber konsequent umgesetzt werden. Mit einem vorhandenen Grundstock an Mitarbeitern wird es einfacher, aber auch ohne sie ist es auf lange Sicht umsetzbar. Wir müssen jedoch dazu bereit sein, Beziehung, Zeit und Geld in den Jugendbereich zu investieren. Jugendarbeit muss ein Schwerpunkt in jeder Gemeinde sein.
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Praktische Schritte Schritt 1: Vorbereitet sein Wir klären jedes Jahr rechtzeitig, welche Jugendlichen die Gemeinde verlassen werden. Wer darauf vorbereitet ist, kann reagieren. Die Jugendleitung hat im Blick, wer was macht und wer wann voraussichtlich gehen muss. Nur so kann im letzten Jahr des Mitarbeiters bereits ein Nachfolger angeleitet werden, der die Aufgabe nahtlos übernimmt und weiterführt63. Schritt 2: Die Gemeinde auf Jugendliche ausrichten Wir rücken Jugendgruppen und Veranstaltungen in den Fokus unserer Gemeindearbeit. Nur wo sich Jugendliche zuhause fühlen, werden neue Mitarbeiter aus der Jugend gewonnen. Nur wo neue Jugendliche hinzugewonnen werden, ist der Grundstock für nachwachsende Mitarbeiter gelegt. Zu einer kontinuierlichen, evangelistischen Jugendarbeit gibt es keine Alternative. Jugendliche realisieren wir als Gruppe und Mitarbeiterpotential, die Gemeinde heute in der Gegenwart aktiv mitgestaltet und lebt. Schritt 3: Dort sein, wo Jugendliche sind Wir begeben uns konsequent dort hin, wo Jugendliche sind. Der Ort, wo nicht ein paar Jugendliche zu finden sind, sondern alle, ist die Schule. Wenn wir an der Schule nicht mit Angeboten engagiert sind, dann lassen wir die größte Chance von allen aus, überhaupt Jugendlichen zu begegnen. In den letzten 20 Jahren hätte jede Gemeinde aufbrechen sollen, an den Schulen präsent zu sein. Nicht als Missionare64, sondern als Helfer, Unterstützer, Partner, Freunde. Wir gieren nicht nach Beziehungen, um dann junge Leute irgendwo hin zu manipulieren, sondern wir leben mit den Menschen an der Schule unverkrampft zusammen und kommen im Kontext als diejenigen vor, die sich für Personen und Umfeld fröhlich, liebe- und hingebungsvoll engagieren65. Dieses Engagement wird sogar von den gesetzlichen Grundlagen unseres Staates ausdrücklich gefordert66. Schritt 4: Auf Kontinuität achten Kontinuität fängt in den Kindergruppen an. Entdecken wir Kinder, die schon erste, einfache Aufgaben übernehmen können? Es soll von Anfang an Spaß machen, etwas zum Gelingen beizutragen: Getränke bereitstellen, dekorieren, begrüßen. Kinder können früh lernen, sich einzubringen67. 67