Inhaltsverzeichnis Vorwort von Christina Brudereck Vorwort von Torsten Hebel
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Einführung: Gruppenarbeit mit Nichtchristen von Thorsten Riewesell 1. Sehnsucht und Leidenschaft 1.1 Hand aufs Herz 1.2 Motiv und Motivation 1.3 Für-Glaube 1.4 Mein eigener Glaube 1.5 Team
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2. Liebe und Wahrheit 2.1 Gastfreundschaft, Essen und persönliches Interesse 2.2 Hören und Reden 2.3 Lehren und Begleiten
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3. Vorbereitung und Durchführung 3.1 Zielgruppe 3.2 Gruppe und Leitung 3.3 Einladung 3.4 Ablauf 3.5 Verkündigung 3.6 Nach dem Kurs 3.7 Durchführung im Religionsunterricht 3.8 Durchführung im Konfirmandenunterricht
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Einheiten 1. Weihnachten – von Karsten Hüttmann 2. Jesus bei den Menschen – von Thorsten Riewesell 3. Karfreitag/Ostern – von André Wilkes 4. Pfingsten – von Oliver Ahlfeld 5. Diakonie – von Christian Probst 6. Taufe – von Andi Weiss
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Bibeltexte zu den Einheiten
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Arbeitsblätter zu den Einheiten
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Einheiten: 2. Jesus bei den Menschen
2. Jesus bei den menschen v o n T h o rste n Ri e w es e l l
Vorbemerkungen Der geniale Wissenschaftler Albert Einstein sagte einmal über Jesus: „Es gibt nur einen Ort auf der Erde, wo keine Finsternis ist: Das ist in der Person Jesu Christi. In ihm erscheint Gott am deutlichsten.“ Wir kommen mit dieser Einheit zu einer ganz zentralen Frage der gesamten Menschheit: Wer ist dieser Jesus Christus und welche Bedeutung hat er für uns Menschen? Kein ernsthafter Historiker bestreitet noch, dass Jesus gelebt hat – dafür gibt es viel zu viele unbestreitbare Beweise. Aber ist er nur eine Person der Geschichte oder hat sein Leben und Sterben auch Auswirkungen auf unser Leben heute? Wie begegnete er Menschen damals und – so abgedreht es klingen mag – begegnet Jesus auch heute noch Menschen?
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Einheiten: 2. Jesus bei den Menschen
Warum sind diese Fragen so entscheidend? Nun, dieser Jesus behauptete, der Sohn Gottes zu sein. Für viele war das ein Skandal oder eine „dumme Aussage“, ein Grund mehr, Jesus auszuschalten; andere aber glaubten ihm und erlebten kaum fassbare Geschichten. Noch heute gehen die Meinungen über Jesus ähnlich weit auseinander. Er hat die Weltgeschichte nicht nur in ein „vor Christus“ und ein „nach Christus“ gespalten, sondern auch in ein „mit Jesus“ und ein „ohne Jesus“. Millionen von Menschen nennen sich Christen (abgeleitet vom Beinamen Jesu „Christus“, der bedeutet „der Gesalbte“). Manche Christen beeindrucken durch ihr Leben und man spürt ihnen ab, dass sie wie Jesus leben möchten. Andere hinterlassen leider nicht den Eindruck, wirklich aus der Liebe Jesu zu leben. Teilnehmer aus deinem Kurs haben vielleicht vor allem „negative“ oder gar keine Beispiele vor Augen. Doch an der Frage, die Jesus aufwirft, kommt keiner vorbei, denn wenn Jesus das war und ist, was er behauptete, dann ist er für dich und die Teilnehmer dieses Kurses die wichtigste Person, die man unbedingt treffen und kennen lernen sollte. Es geht in dieser Einheit um ein Treffen mit Jesus, einfach mal hören, wer er für die Menschen war und heute sein kann.
AUGEN AUF! JESUS – dieser Name ist aus der Geschichte der Menschheit nicht mehr wegzudenken. Der Name bedeutet übersetzt „Gott rettet“. Es geht bei Jesus nicht zuerst um Moral und „ein anständigeres Leben“, sondern um Rettung. Er selbst sagte über sein Leben: Ich bin gekommen, „nicht damit man mir dient, sondern dass ich diene und mein Leben gebe als Lösegeld für viele“ (Markus 10,45). Eine verrückte Geschichte. Mitten am Tag in England wird der 6-jährige Tom entführt. Stunden später landet bei den Eltern ein Brief mit einer Lösegeldforderung über 2 Millionen britische Pfund. Die verzweifelten Eltern versuchen alles, um das Geld zu beschaffen, und tatsächlich – es klappt. Das Lösegeld wird übergeben, alles scheint in Butter, doch Tom kehrt nicht zurück. Ist er tot? Nein. Aber in der Zeit der Entführung hat man ihm immer wieder eingetrichtert: „Deine Eltern interessieren sich nicht für dich. Du bist ihnen egal. Die sind froh, dass du weg bist. Du glaubst doch nicht wirklich, dass du ihnen so viel Geld wert bist!“
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Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Immer mehr Misstrauen gegenüber den Eltern nistete sich bei Tom ein und er ging nicht zu seinen Eltern zurück, obwohl das Lösegeld bezahlt war. Erst zehn Jahre später stand der tot geglaubte Sohn plötzlich wieder vor der Tür seines Elternhauses und wurde von überraschten Eltern voller Liebe empfangen. Auch die Bibel erzählt auf ihren ersten Seiten von einer Entführung. Der größten und schwersten überhaupt. Der Mensch wurde ver- und entführt in eine tiefe Gottesferne hinein, weit weg vom Vaterhaus Gottes. Ihm wurde eingetrichtert, Gott würde nicht das Beste für ihn wollen, wollte ihm nicht die Freiheit gönnen. „Sollte Gott gesagt haben ... – Sollte Gott dich wirklich lieben ...?“ Der Mensch hat seither ein starkes Misstrauen gegenüber Gott und obwohl Jesus längst das Lösegeld bezahlt hat, das höchste Lösegeld, das je bezahlt wurde, kommen Menschen nicht zurück zum Vaterhaus, wo Gott, der Vater, voller Liebe wartet. Das Lösegeld ist bezahlt, aber das Misstrauen gegenüber Gott verstellt den Weg zurück. Verrückt, oder? Jesus ist auf diese Welt gekommen, um zu retten, um durch sein Lösegeld Menschen zu befreien und ihnen zu zeigen, wie sehr Gott sie liebt. Und diese Liebe gilt nicht nur denen, die sowieso schon ihr Leben lang in die Kirche gehen und Bibel lesen – Gottes Liebe gilt jedem Menschen, ganz egal, wie weit er von Gott entfernt ist.
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Nimm eine Leiter zur Hand mit mindestens drei Stufen, stelle sie auf und beginne zu erzählen: „Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn man so in diesem Kurs zusammenkommt, dann checkt man die Leute zunächst ab. Da gibt es welche, die sind ganz gut drauf und mit denen kommt man gleich ganz gut klar. Andere nerven und wir gehen ihnen lieber aus dem Weg. Vielleicht ist es so wie mit dieser Leiter. Ich nenne sie mal die „Okay-Leiter“. Ich glaube, dass jeder von uns solche Leitern irgendwie in seinem Herzen hat. Also, da gibt es Leute, die sind nicht auf meiner Welle und mit denen will ich nichts zu tun haben. Die sind vielleicht hier, weit weg von meiner „Okay-Leiter“. Dann gib es welche, die sind schon ein wenig näher dran (du gehst näher zur Leiter). Andere stehen sogar schon auf der ersten Stufe deiner „Okay-Leiter“. Die sind ganz okay, du kannst mit denen was anfangen und hängst schon mal mit ihnen ab. Dann gibt es welche auf der nächsten Stufe, vielleicht Leute aus deiner Clique, Leute, denen du schon ganz gut vertraust. Hier oben (du gehst weiter auf der Leiter nach oben) wird die Luft schon dünner, vielleicht hast du hier noch Leute sitzen, die wirklich voll okay sind und denen du absolut vertraust (du bleibst oben). So eine Leiter hat wohl jeder irgendwie im Kopf oder Herz. Das ist auch nicht schlecht, man kann schließlich nicht jedem gleich vertrauen. Aber das Ding ist, dass viele denken, Gott hätte auch so eine „Okay-Leiter“. (Du gehst runter und stellst dich abseits der Leiter.) Da gibt es welche, die stehen weit weg von der Leiter, die w
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wollen vielleicht nichts mit Gott zu tun haben und Gott anscheinend auch nichts mit ihnen. Etwas näher dran stehen die, die wenigstens mal beten. Auf er ersten Stufe stehen dann die, die auch schon mal in die Kirche gehen, zumindest mal zu Weihnachten. Und je mehr die Leute für Gott tun (du kletterst nach ganz oben), umso mehr sind sie für Gott okay. Man leistet etwas, verhält sich moralisch „rein“ und kann dann vielleicht irgendwann auf dem Olymp bei Gott ankommen? Das Ergebnis solch einer Denke: Manche versuchen tatsächlich durch besonders tolle Leistungen Gott zu gefallen und so die „Leiter“ zu Gott hoch zu krabbeln und andere ekelt dieser Gedanke schon so, dass sie gar nichts mit diesem Gott zu tun haben wollen. Ehrlich gesagt: Auf solch einen Gott, der nur auf moralische Leistungen schaut, wäre auch nicht mein Fall. Aber die gute Nachricht ist: So ist Gott nicht! Im Gegenteil! Jesus kam auf diese Welt. Ganz! (Du gehst langsam die Leiter herunter.) Und er blieb nicht irgendwo stehen, so nach dem Motto: „Ah, die hier sind ja noch ganz fromm, also zu denen gehe ich noch, aber weiter hinunter nicht. Ich mache mich doch nicht schmutzig, ich gebe mich doch nicht mit diesem Pöbel ab.“ Nein, Jesus blieb nicht auf irgendeiner Stufe stehen, er kam ganz hinunter zu den Menschen, wurde einer von ihnen und er ging nicht nur ganz hinunter, er ging sogar noch weiter, als viele von uns bereit sind zu gehen. Er ging auch noch zu denen, die fernab der „sauberen Gesellschaft“ ihr Leben fristeten (wenn möglich gehst du nicht nur die Leiter herunter, sondern noch weiter, direkt zu den Teilnehmern). Seine Liebe macht sich nicht aus dem Staub, wenn es schwierig wird, sondern in den Staub. Da ist dieser Aussätzige, der auf Jesus zuläuft. Er wird beschrieben als einer, der total mit Aussatz gekennzeichnet ist. Haare sind ihm ausgefallen, offene aufgeschürfte und blutige Stellen am ganzen Körper und wo sie nicht blutet, ist die Haut aschfahl. Nach dem damaligen Gesetz muss dieser Mann verhüllt laufen und außerhalb der menschlichen Gesellschaft sein Leben fristen. Sollte er dennoch so genannten „reinen“ Menschen begegnen, so muss er schon von weitem rufen „Unrein, unrein!“, damit die Menschen die Straßenseite wechseln können, um sich nicht zu verunreinigen. Dieser Aussätzige sieht Jesus. Er hat offensichtlich von der Liebe und Macht Jesu gehört, dieser Geruch war Jesus vorausgeeilt und zog Menschen geradezu unwiderstehlich an. Und er läuft los und wirft sich Jesus zu Füßen. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Menge, die eben noch um Jesus herumstand, auseinander spritzt, als der Aussätzige auftaucht. Vielleicht schauen sie jetzt aus der Distanz zu,
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vielleicht machen auch manche Handzeichen oder rufen, um Jesus deutlich zu machen, dass dieser Mensch unrein ist und er sich doch unbedingt von ihm fernhalten soll. Was macht Jesus? Unglaublich! Jesus kniet sich nieder, umarmt den Mann und heilt ihn. Das Wunder beginnt für mich nicht erst mit der Heilung, allein die Umarmung bringt schon die ganze bedingungslose Liebe Gottes zum Ausdruck. Diese Liebe Gottes duftet und verduftet nicht – Jesus verduftet nicht angesichts der Nöte dieser Welt, angesichts der Schuld dieser Welt –, ganz egal, wie stinkend und unansehnlich sie sein mag. Jesus macht sich nicht aus dem Staub, sondern in den Staub und macht Gottes absolute Liebe ganz deutlich und spürbar. Jesus war und ist ein absoluter Revolutionär. Er ist nicht das liebe kleine Jesulein, das brav in der Weihnachtskrippe liegt und keinem ein Haar krümmt. Schon seine Geburt war ein absoluter Einschnitt in die Zeit- und Weltgeschichte. Nicht weich gebettet in irgendeinem Palast, sondern in einem Stall kam er zur Welt. Nicht von Fotografen und hohen Herren erwartet, sondern von einfachen Schafshirten empfangen. Nicht unter dem Flutlicht der Welt, sondern in der Nacht, in der Dunkelheit geboren. Und doch: von vornherein eine Gefahr für die hohen Herren, von vornherein ein Unruheherd, weil er die Wahrheit in die Welt bringt und sich von nichts und niemanden den Mund verbieten lässt. Er wird von Anfang an verfolgt und mit dem Tod bedroht, aber verfolgt seine gewaltige Mission – Gottes Liebe allen Menschen deutlich vor Augen zu führen. Er ist ein Revolutionär des Lebens und stellt moralische Werte auf den Kopf. Er wird von vielen als verrückt bezeichnet und tatsächlich ver-rückt er geltende Maßstäbe. Er macht vor keinen moralischen Schranken seiner Zeit Halt, sondern durchbricht die Grenzen, um alle zu erreichen. Er umgibt sich mit Säufern, „unreinen“ Kranken, Huren, Verbrechern und anderen Sündern, um ihnen zu zeigen wie grenzenlos die Liebe Gottes ist. Er ernennt einfache Fischer und zweifelhafte Personen zu seinen Mitarbeitern und setzt damit Zeichen, dass Gott an jedem Leben interessiert ist und jeder Gewaltiges mit Gott erleben kann. Jesus stirbt keinen warmen, weichen Tod, sondern den eines Verbrechers, der die schlimmste Hinrichtung erlebt und am Kreuz angenagelt langsam und qualvoll erstickt. Wir haben die Geschichte Jesu vielleicht so verkorkst, dass sie warm und weich und oberflächlich dahinplätschert, aber keine Geschichte ist so voller Leidenschaft, Liebe, Wahrheit und Bedeutung wie diese von Jesus.
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CHECK! Jesus ist „für dich“! Sein ganzes Leben war für die Menschen. Schon Jahrhunderte vor seiner Geburt wurde er so angekündigt als einer, der für die Menschen da ist. Nicht, um ihr Leben ein bisschen besser zu machen oder moralisch aufzuwerten. Er revolutioniert das Leben, er macht die umwerfende Liebe Gottes be-greifbar. Vielleicht hast du schon mal etwas von Jesus gehört, aber nie ganz verstanden, wer er wirklich war oder welche Bedeutung er bis heute hat. Da bist du nicht allein. Auch in der Bibel geistert eine Frage durch alle Kapitel und die ist auch die alles entscheidende Frage: Wer ist Jesus? Einmal fragt Jesus seine eigenen Mitarbeiter: „Was meinen die Leute, wer ich sei?“ Seine Leute bringen alle gängigen Theorien auf den Tisch. Auch heute gibt es zahllose Theorien, wer Jesus war: „Ein guter Mensch“, „ein Weltverbesserer“, „ein Aufständischer“... Nach all den Theorien und Meinungen der Leute fragt Jesus aber seine Mitarbeiter, was sie denken. Und da tritt Petrus vor, der leidenschaftliche und manchmal etwas übermütige Mitarbeiter Jesu, und sagt: „Du bist Christus, der Sohn Gottes“, also der, der wirklich alles in Händen hält und in direkter Verbindung zu Gott steht. Wow! Er trifft ins Schwarze. Aber genau darum geht es Jesus. Nicht, was irgendwer über Jesus erzählt, ist ihm wichtig, sondern, was du über ihn denkst. Er pfeift auf wilde Theorien, er möchte dir, dem Einzelnen begegnen. Hast du schon einmal über Jesus nachgedacht? Wer ist Jesus persönlich für dich? Wenn Jesus wirklich der ist, der er meinte zu sein, also einer, der dich liebt und vor falschen Wegen bewahren will, würdest du dich auf das Wagnis einlassen, ihn näher kennen zu lernen? Jesus macht Sinn! Menschen, die Jesus begegnet sind – ob damals in der Bibel oder auch heute noch – sagen, Jesus hat ihr Leben wertvoll und sinnvoll gemacht. Was bedeutet das? (Nimm einen Teller mit Löffel in die Hand.) Jemand sagte einmal, dass das Leben wie ein Teller Suppe ist. Jeder hat so einen Teller Suppe. Für die einen ist es vielleicht mehr eine armselige Wasserbrühe, für andere eine exklusive Creme-Suppe – aber es bleibt Suppe. Wir haben sie uns nicht eingebrockt, unsere Eltern haben uns
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das Leben eingebrockt und wir müssen es nun auslöffeln. (Du nimmst einen Löffel voll.) Manchmal spucken uns andere in die Suppe, manchmal spucken wir anderen in die Suppe – wir löffeln sie weiter. Und am Ende geben wir den Löffel ab. (Du wirfst den Löffel laut zu Boden.) – Und das war’s! Wirklich? Eine armselige Vorstellung, oder? Nur wenige wagen es über den Tellerrand zu blicken und zu entdecken, dass es mehr gibt als Aufstehen und Zubettgehen, mehr als Geborenwerden und Sterben, nämlich das Leben, echtes Leben einer anderen Dimension. Was ist „ES“, das die Suppe salzt, das Leben lebenswert und sinnvoll macht? Was ist „ES“? „ES“ müsste mein Leben wirklich besonders machen. „ES“ müsste mir Zufriedenheit geben, innere Gelassenheit, egal was passiert. „ES“ müsste mein Leben stabil machen, auch wenn irgendwelche Krisen kommen. Frage an die Teilnehmer: Hast du „ES“ schon gefunden? Hast du schon für dein Leben dieses „ES“, das dir diese innere Freude gibt? Ich habe „ES“! (Du ziehst ein Stück Plakat oder Holz hervor, auf dessen einen Seite das Wort „ES“ steht.)
ES Hier war gar nicht so schwer zu finden. Aber was ist dieses „ES“, was dein Leben wirklich reich macht? Ist es das „Sparkassen-ES“ – vielleicht kennst du es aus der Wer
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Werbung! (Du spielst es vor mit einer vorher eingeweihten Person: Du ziehst drei Karten aus der Tasche und sagst protzend: „Mein Haus, meine Frau, mein Auto.“ Die eingeweihte Person springt auf und sagt: „Das ist alles? Ist doch gar nichts!“ Auch er zieht Karten aus der Tasche und wirft sie genüsslich auf den Boden: „Mein Haus, meine Frau, mein Auto – mein Pool, meine Yacht!“ Kurze Zeit genießt er den Triumph. Dann ziehst du aus einer weiteren Tasche noch zusätzliche Karten: „O.k. – hier: Mein Pool, meine Yacht – mein Golfplatz, meine Reitanlage.“ Die eingeweihte Person sinkt auf den Platz zurück.) Es soll deutlich werden: Dieses „Sparkassen-ES“ macht nicht wirklich glücklich, oder wirkt Dagobert Duck wirklich glücklich? Es bleibt die Angst, weniger zu haben als andere oder das, was man hat, zu verlieren. Und erstaunlicherweise sind es besonders die reichen Leute, die sich alles kaufen können, die auf der Suche nach echtem Reichtum sind, der ihr Herz reich macht. Was ist „ES“ dann? Viele Menschen in der Bibel und auch heute noch erleben, dass Jesus dieses „ES“ ins Leben bringt. (Drehe jetzt das Schild „ES“ um:)
J-ES-US Auch wenn du dir alles kaufen könntest: den Sinn des Lebens, also den Grund, wofür du lebst, kannst du nicht kaufen, den bekommt man nur geschenkt. Menschen erfahren in der Begegnung mit Jesus, wie sie innerlich beschenkt und reich werden. In Jesus findet sich das „ES“ des Lebens, das Eigentliche, das „Gelbe vom Ei“, das Entscheidende, um das es im Leben geht. Das möchte Jesus den Menschen geben, die so sehr nur nach dem äußeren Glanz schauen. In unserer Gesellschaft erscheint der cool, der es zu viel Kohle gebracht hat und sich mit netten Gespielinnen umgibt. Doch tatsächlich macht das oft viel ärmer, weil man sich selbst dabei verliert. (Nimm ein Gefäß – z.B. eine Vase – zur Hand, die ein Loch im Boden hat, nicht sichtbar für deine Teilnehmer.) Die Bibel redet davon, dass wir Menschen wie Gefäße sind. Da gibt es kleine, große, dicke, dünne, weiße, schwarze – alle möglichen Gefäße, jedes geschaffen vom Töpfer zu einem bestimmten Zweck. Jedes Gefäß für einen besonderen, eigenen Inhalt. Wir Menschen versuchen dieses Gefäß, dieses Leben mit allen möglichen ddd
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Dingen zu füllen, um dem Leben „Inhalt“ und Sinn zu geben, es erfüllend zu machen. Wir packen viel Geld hinein, vielleicht auch Alkohol und andere Drogen, vielleicht viele Beziehungen, vielleicht viel Arbeit – immer in der Hoffnung, damit unser Leben zu erfüllen. Doch tatsächlich passiert das: Wir nehmen eine Flasche mit Inhalt und füllen es in das Gefäß – das Wasser tropft aber unten heraus. Die Bibel sagt: Unser Gefäß, unser Leben hat „Knackpunkte“ bekommen, weil unser Leben nicht mehr mit Gott verbunden ist. Und ganz egal, was ich auch immer in mein Leben hineinstopfe, es läuft wieder heraus. Ich kann noch so viel Alkohol in mein Leben füllen, mich durch noch so viele Betten und Beziehungen schlafen, mir noch so viele Sachen kaufen – es rauscht durch und hinterlässt nur eine noch größere Leere, einen noch größeren Durst nach erfüllendem Leben. Ein volles oder abgefülltes Leben ist noch lange kein erfülltes Leben. Darum kam und kommt Jesus zu den Menschen, um diese Knackpunkte zu heilen, um die Beziehung zwischen Gott und Mensch neu zu kitten. Erst dann kann das, was Gott uns in unser Leben hineingeben will an Freude, Liebe, Hoffnung auch wirklich unser Leben erfüllen.
TEXT Bibeltext: Johannes 4, 1-42 (Text siehe Seite 128) Hattest du schon mal so richtig Durst? In dieser Geschichte geht es um Durst. Zunächst um den Durst nach Wasser, aber es wird schnell deutlich – Jesus geht es um unseren Durst nach echtem Leben. Du kannst in den Text einsteigen, in dem du den Teilnehmern eine Flasche zeigst mit der Aufschrift: JESUS - aus dieser Quelle trinkt die Welt: „Stell dir vor, es gibt ein Wasser, das die Knackpunkte des Lebens heilt und dich wirklich erfüllt, deinen Durst, deine Sehnsucht nach echtem Leben stillen kann.“
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Methodische Schritte 1. Jesus geht nach Samarien Samarien war out, unrein und unbetretbar für „fromme“ Leute und der Kontakt zu den Samaritern, zumal zu einer Frau, war zu der Zeit undenkbar. Zuviel war in der Geschichte Samariens passiert, dieses Land hatte sich – in den Augen der „frommen Juden“ – zu weit von Gott entfernt. So sagte ein Sprichwort der Zeit: „Wer mit einem Samariter isst, der ist wie einer, der Hundefleisch isst!“ Solche Sprüche zogen Stacheldraht zwischen die Menschen. Für deine Teilnehmer: * Kennst du das – dumme Sprüche und Vorurteile, die Menschen verletzen und trennen? * Hast du manchmal das Gefühl, dass dein Leben so eine Art „Samarien“ ist? Out, unrein und unbetretbar für alles „Fromme“? Denkst du vielleicht, dass Gott sowieso nichts mit dir zu tun haben will, weil zu viel vorgefallen ist, was dich von ihm trennt? Jesus lässt sich nicht aufhalten, seine Liebe lässt sich nicht aufhalten. Er macht keinen Bogen um Samarien, er geht mitten hinein. Er macht auch keinen Bogen um dein Leben, sondern sehnt sich nach Begegnung. Keine Vergangenheit wiegt zu schwer, keine Schuld ist zu groß, keine Wunde zu tief – Jesus kommt mit der Liebe Gottes in dein „Land“, wenn du ihn lässt. 2. Heiße Begegnung In der Hitze des Tages, es ist 12 Uhr, kommt es zu einer seltsamen Begegnung. Jesus schickt seine Mitarbeiter zum Einkauf (offensichtlich sind 12 Männer dafür notwendig ...) und bleibt allein an einem Brunnen zurück. Zur gleichen Zeit kommt eine junge Frau zum Brunnen. Ungewöhnlich, dass sie jetzt kommt und nicht, wenn es kühler ist. Ungewöhnlich, dass sie allein kommt und nicht, wie üblich, mit anderen Frauen. Was war mit dieser Frau? Sie trifft auf Jesus. Zufall? Ganz sicher nicht. Für deine Teilnehmer * Jesus kennt unsere Wege, er weiß, was du planst und tust und ab und zu kommt er dir nah, spricht dich an – durch ein Wort, durch ein Bild, durch eine Begegnung. Er hat dich schon lange vor Augen.
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